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Full text of "Die Chronik des Hippolytos im Matritensis Graecus 121"

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TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER 

ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 



ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-l^OMMISSION 
DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 
AUSCIABE DER ÄLTEREN CHRISTUCH>:N SCHRIFTSTELLER 



HERAUSGEGEBEN VON 



OSCAR voH GEBHARDT und ADOLF HAMACK 



NEUE FOLGE — VIERZEHNTER BAND 



DER GANZEN REIHE XXIX. BAND 




LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'SOHE BUCHHANDLUN(i 

1900 



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INHALT DES 14. BANDES DEE NEUEN FOLGE 



(DER (UNZEN REIHE XXIX. BAND) 



Baaer, Ad., Die Chronik des Hippolytos im Matritensis graecus 121. 
Nebst einer Abhandlung über den Stadiasmus maris magni 
von 0. Cuntz. Mit einer Abbildung im Text und 5 Tafeln. 
VI, 288 Seiten. 11K)5. 

Goltz, Ed.V. d., Adyog ocmTjQiag TiQog z^v naQ^svov (de virginitatej. 
Eine echte Schrift des Athanasius. IV, 144 Seiten. 1905. 

Goltz, Ed. V. d., Tischgebete und Abendmahlsgebete in der alt- 
christlichen und in der griechischen Kirche. ö7 Seiten. lOOö. 

Leipoldt, Joh., Didymus der Blinde von Alexandria. III, 14S Seiten. 
iriOö. 

Berendts, A., Die Zeugnisse vom Christentum im slavischen „De 
hello Judaico" des Josephus. IV, 79 Seiten. mOO. 



Heftl 



Heft 2 a 



Heft 2 b 



Heft 3 



Heft 4 



f IV.... J V'-,v /• ■ 

JAN 1 s ij^oe 

DIE 



CHRONIK DES HIPPOLYTOS 



IM -MATKITENSIS GRAECVS lil 



VON 



ADOLF BAUER 



NEBST EINER 
ABHANI)LUN<; rP.KR DEN' STADIASMUf? MAKIS MAGNl 

VON* 

OTTO CUNTZ 



MIT 1 AlIBILDUNd IM TEXT UND 5 TAFELN 




LEIPZIG 

J. C. HINRICH.S's.ifE BUCHHANDLUNG 

1 9or» 



Verlag der J. C. HINRlCHS'äcben Buchhandlung in Leipzig. 



Als Fortsetxung xu den 

GRIECHISCHEN 

CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLERN 

DER £BSTEN DREI JAHRHimDERTE 

Ucrau9{;. V. d. Kirchenväter-CommiBsion der Kgl. Prenß. Akademie der Wissenschaften 

cruthitn vor kurxem; 

Koptisch-gnOStiSChe Schriften. Die Pistis Soplila. Die beiden Bücher 
des Jeü. Unbekanntes altgnostisches Werk. Herausgegeben von 
Carl Schmitt. Mit Einleitung und dreifachem Register. (27 V2 Bogen). 
^Koptisch-gnostisehe Schriften Bd. I] 1905. ^I. 13.50 

FrvJier erschienen: 

AdamantiuS. Der Dialog tieqI Xfiq elq d^eov ^^//^ niazEunq, Herausg. v. 
W. H. VAN DE Sande Barhuyzen. Mit Einleitg. u. dreif. Register. 
(1978 Bogen) 1901. M. 10 — 

Clemens AlexandrinuS. Protrepticus und Paedagogus. Herausgegeben 
von Otto Stählin. Mit Einleitung und dreitachem Register zu den 
•Scholien. (27V4 Bogen). [Clemens Alexandrinus Bd. Ij 1905. M. IrLöO 

Eusebius. über Constantius Leben. — Cs Rede an die Heilige Ver- 
sammlung. — Tricennatsrede an Constantin. Hrsg. v. J. A. Heikel. Mit 
Einleitg. u. dreif. Reg. (29 Vs Bogen). [Eusebius, Band I] 1902. IVL 14.50 

— Die Kirchongeschichte mit der lateinischen Übersetzung des Rüfinus. 
Herausgegeben von Ed. Schwartz und Th. Mommsen (-J:). I. Hälfte 
1 3 1"^ Bogen). [Eusebius, Band H, 1] 1903. *M. lü — 

— Das Onomastikon der biblischen Ortsnamen, mit der lateinischen Über- 
setzung des Hieronynius. Hrsg. von E. Klo>*termann. Mit Ein- 
leitung, doppeltem Register und einer Karte von Palästina. 
) 153 s Bogen). 1904. [Eusebius, Band HI, 1] M. S — 

— Die Theophanie. Die griechischen Bruchstücke und Übersetzung der 
syrischen Überlieferung. Hrsg. v. H. Gressälann. Mit Einleitg. u. 
vierf. Reg. (lö*^ Bogen). 1904. [Eusebius, Band III, 2] M. 9.50 

Buch Henoch. Herausgeg. von Jon. Flematino und L. Radermacher. 
Mit Einleitung und vierfachem Register. (UVj Bogen) 1901. *M. 5.50 

Hippoiyt. Kommentar zum Buche Daniel und die Fragmente d. Kommentars 
zum Hohenliede. Herausg. v. G, N. Bonwetscu. — Kleine exegetische 
und homiletische 8ohriften. Herausgeg. von 11. Achelis. iVi^/^ u. 
•JO Bogen). [Hippoiyt., Band I] 1897. ÄL 18 — 

Oracula Sibyllina. Bearbeitet von Jon. Geffcken. Mit Einleitung und 
doppeltem Register. (18 Va Bogen). 1902. M. 9.50 

Origenes. Schrift vom Martyrium (exhortatio). — Die acht Bücher gegen 
Celsus. — Die Schrift * vom Gebet (de oratione). Herausg. von 
P. Koetschaü. Mit Einleitung und dreifachem Register. (20^/^^ und 
34^/5 Bogen). [Origenes, Band I/II] 1899. M. 28 — 

— Jeremiahomilien. — Klageliederkommentar. — Erklärung der Samuel- 
un<l Königsbücher. Hrsg. v. E. Kix)stermann. Mit Einleitg. u. dreif. 
Reg. (25V4 Bogen). [Origenes, Band IIIJ 1001. M. 12.50 

— Der Johanueskommentar. Hrsg. v. E. Preischen. Mit Einleitg. u. 
vierf. Reg. (48V2 Bogen). [Orip:enes, Band IV] 1903. M. 24.50 

Gebunden in gcschinackmUe Halhfrati\bönde je M. 2.50 mehr. 

*VorIäuflg nur in Interimskart^uage je bO Pf. 

Fortsetzung auf der 3. Umsehlagseite. 



DIE 



CHRONIK DES HIPPOLYTOS 



IM MATRITENSIS GRAJJCUS 121 



VON 



ADOLF ßAUER 



NEBST EINER 
ABHANDLUNG ÜBER DEN STADIASMÜS MARIS MAONI 

VON 

OTTO CUNTZ 



MIT 1 ABBILDUNG IM TEXT UND 5 TAFELN 




LEIPZIG 

J. C. HINRlCHS^scHE BUCHHANDLUNG 

1905 



TEXTE UUD UNTERSUCHUNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVATER-COMMISSION 

DER K6L. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄT^TEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HBXtAUSOEGEBEN VON 
OSCAR V. QEBHARDT UND ADOLF HARMACK 

NEUE FOLGE XIV. BAND 1. HEFT 



Druck von August Pries in Leipzig. 






ALFRED VON GUTSCHMID 



UND 



THEODOR MOMMSEN 



ZUM 



GEDÄCHTNIS 



Sigla der Handschriften. 



Im Text des über generationis J 

B: ein BerolineDsis aus dem 9. Jahrhundert, der die Chronik des Hie- 
ronymusy die Chronik und die Fasten des Hydatius und am Schluß 
Fol. 184 fiT, am Ende verstümmelt, den lib. gen. 1 enthält. Ältere 
Bezeichnungen der ursprünglich aus Trier stammenden, dann in 
Sirmonds Besitz befindlichen Hs. sind: Paris. Claromontanus no. 63(), 
Meermannianus no. 715, Philippsianus no. 1829; in Schönes Ausgabe 
des Hieronymus und bei Fr ick, chron. min., wird die Hs. mit M 
bezeichnet; B^, B^ bezeichnet die erste und zweite Hand in diesem 
Codex. 
CG: gehen, wie Mommsen, chron. min. I p. 80 zeigte, auf denselben 
Archetypus zurück; C*, C*, G*, G' bezeichnet die erste und zweite 
Hand in diesen Codices. 

C: Philippsianus no. 12266 aus dem lO./ll. Jahrhundert, enthält den dem 
Eusebios zugeschriebenen lib. gen. I nebst verschiedenen auf Bibli- 
sches bezüglichen Traktaten. 

(i: Sangallensis no. 133 aus dem 9. Jahrhundert; dem auf Fol. 454 be- 
ginnenden lib. gen. gehen ähnliche Traktate vorher wie in C, andere 
folgen. 

F: Parisinus Lat. 10910 aus dem 7./8. Jahrhundert, die beste Hs. des 
Fredegarschen Corpus; bei Frick mit P bezeichnet. 

H: Londiniensis, Mus. Britt. 5251 aus dem 9. Jahrhundert. 

O: bezeichnet die Hss., die nur den Diamerismos des lib. gen. I unter 
dem Titel «scarpsum ex cronica Origenis» enthalten: 

a) einen Cavensis des 11. Jahrhunderts. 

b) den Parisinus Lat. no. 7418 aus dem 14. Jahrhundert; bei Frick 
mit Pi bezeichnet. 

c) den Matritensis A 16 der Nationalbibliothek in Madrid aus dem 
12. Jahrhundert. 

Im Text des liber generationis II 
V: Vindobonensis no. 3416 aus dem 15. Jahrhundert, enthält den Chro- 
nographen von 354. 

Im Text des liber genealogus a. 427 
F: zwei Florentiner Handschriften (S. Maria novella no. 623 und Laur. 

plut. 20, 54) aus dem lO./ll. Jahrhundert. 
G: Sangallensis no. 133 s. oben. 
L: Lucensis no. 490 aus dem 8. Jahrhundert. 

T: Taurinensis 16. VI 28 aus dem 7. Jahrhundert; bei Frick mit B 
bezeichnet und unter dem Titel origo humani generis abgedruckt. 

Näheres über die genannten und sonst vorhandenen Handschriften 
bieten Frick und Mommsen in den praefationes der chronica minora. 



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Inhaltsverzeichnis. 

äeite 

Einleitung 1 

1. Beschreibung und Herkunft der Handschrift 8 

2. Der erhaltene Text der Chronik des Hippolytos 2C» 

Beüage I Cod. Vindob. theol. 153 ISf) 

Beilage II Die Liste der 72 Völker im Matr. 121 130 

3. Die Chronik des Hippolytos 14U 

Beilage 111 Hippolytos xar. nao. oLq. X 30, 31 158 

4. Nachwirkung der Chronik des Hippolytos 162 

a) Epiphanios von Kypros 1()3 

b) Der liber genealogus a. 427 1(37 

c) Die Alexandriner 1()9 

d) Die Byzantiner; die Osterchronik und Synkellos p. 85, Itf . 17.') 

e) Die von einer kürzenden Zwischenquelle abhängigen Byzan- 

tiner 194 

f) Die Antiochener, der Synkellos p. 82, 10 ff, der Parisinus 1712 

und Kedrenos 201) 

g) Die Syrer und Armenier 222 

h) Ergebnis 231 

5. Der Stadiasmus Maris Magni von Otto Cuntz 243 

Indices 277 

Nachträge und Berichtigungen 288 

Beigaben. 

Die alte Quaternionenbezeichnung und die des K. Laskaris auf Folio 

07 Recto 13 

Tafel am 
Schlüsse 

Die Handschrift des K. Laskaris auf Folio 30 Recto 1 

Schluß der Chronographie des Nikephoros, Folio 50 Verso mit No- 
tizen des K. Laskaris II 

Anfang der Chronik des Hippolytos, Folio ol Recto mit der Qua- 

ternionenbezeichnung des K. Laskaris lll 

Anfang des StadiasmoB, Folio (13 Veröo IV 

Die Bearbeitungen des Diamerismos V 



Einleitnng. 

Im folgenden wird nachge\nesen, daß der anonym über- 
lieferte Text des Cod. Graec. 121 der nach 1712 begründeten 
Madrider Nationalbibliothek auf Folio 51 Recto bis zum Schlüsse 
Fol. 82 Verso die griechische Originalfassung des Anfanges der 
Chronik des Hippolytos von Rom enthält^. 

Die zur Wiederherstellung des bisher verlorenen griechischen 
Originales vorliegenden Hilfsmittel sind zuletzt und am voll- 
ständigsten bei A. Harnack (Oesch. d. altchristl. Literatur I 
626 flf, II, 2, 236 flf, 549 ff) zusammengestellt. Ducange hatte 
zuerst die Ansicht ausgesprochen, die von Mommsen, A. v. Gut- 
schmid, H. Oelzer u. a. geteilt und näher begründet wurde, 
daß die beiden sogenannten libri generationis und die ihnen 
entsprechenden Abschnitte bei dem sogenannten Barbarus des 
Scaliger drei voneinander unabhängige lateinische Übersetzungen 
der Chronik des römischen Gegenpapstes seien. Ebenso war 

1) Vgl. meine Mitteilung an A. Harnack in dessen Gesch. d. altchr. 
Lit. II 2, 239 ff und die Veröffentlichung des Proömiums in dem Privat- 
druck: „Drei Proömien unserem Freunde W.Gurlitt überreicht zum 7. März 
1JK)4". Ich habe die ursprünglich zu anderen Zwecken erbetene Hand- 
schrift (vgl. meine und J. Strzygowskis Publikation : Eine alexandrinischo 
Weltchronik, Denkschr. d. phil.-hist. Kl. d. Wiener Akademie 51. Bd.) im 
Sommer 1903 auf der Grazer Universitätsbibliothek durch längere Zeit 
benutzen können. Dafür sage ich auch hier dem Vorstand der National- 
bibliothek, Herrn Menendez y Pelayo, den verbindlichsten Dank ; er ge- 
stattete auch die Anfertigimg der beigegebenen photographischen Tafeln. 
Ebenso danke ich den k. k. Ministerien des Unterrichts und des Äußeren 
sowie der k. u. k. Gesandtschaft in Madrid, die die Entlehnung der Hand- 
schrift vermittelten. H. Sehen kl habe ich für eine Kollation meiner Ab- 
schrift mit dem Original, der Wiener Hofbibliothek fiir die Übersendung 
von zwei Handschriften, dem Kloster der Mechitaristen in Wien für Zu- 
sendung der Jerusalemer Ausgabe der Chronik des Mar-Michael, H. Schu- 
chardt für eine Übersetzung dieses armenischen Textes und H. Geizer 
für eine Abschrift seiner Kollation des Cod. Paris. 1712 zu danken. 
Texte a. Untemachnngen ete. NF XIY, i 1 



2 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

durch inhaltliche und formelle Übereinstimmungen dieser Über- 
setzungen mit späteren, besonders zwei byzantinischen Autoren 
(Osterchronik und Synkellos) bekannt, daß die Chronik des 
Hippolytos in sehr zahlreichen Brechungen in späteren Chroniken 
sich erhalten hat. M o m ms en (Mon. Germ. auct. antiquiss. IX cbron. 
min. I p. 86) konnte daher für einen Rekonstruktionsversuch die 
folgende Anweisung geben: Librum Hippolyti Graece deperditum, 
qualem auctor emisit, aliqua tenus restituere poterit qui rem 
aggredietur adhibitis subsidiis omnibus tam Oraecis quam Lati- 
nis: nam excerpta inde roulta supersunt apud scriptorem chronici 
paschalis et apud Georgium Syncellum aliosque auctores com- 
plures, quorum conspectum dedit Alfredus de Gutschmid [KL 
Sehr. V 240 ff, 585 ff]; quaeque in Latinis versionibus culpa 
interpretum libraroriumve obscurata sunt, plerumque statim 

explanat adhibita recensio Graeca nos ut noluimus Hip- 

polytianorum chronicorum restitutionem aggredi, Latinas ver- 
siones quae supersunt in hac editione proposuimus ita plenas et 
ita correctas, ut per libros expleri et emendari potuerunt, absti- 
nentes a coniecturis, ne per eas incideremus in ipsius libelli 
retractationem a nostri operis consilio et fine alienam. 

Die Grundlage dieser in der Ausgabe der Werke des Hippo- 
lytos in den «griechischen christlichen Schriftstellern der ersten 
drei Jahrhunderte» zu lösenden Aufgabe ist jedoch in jüngster 
Zeit bestritten worden. K. Frick trat in der praefatio seiner 
Ausgabe der chronica minora (Leipz. Teubner 1892 p. XXIX sqq.) 
für die Ansicht ein, daß in den libri generationis die Chronik 
des Hippolytos — opus satis amplum et a libro generationis 
longe alienum — nur gelegentlich neben anderen Quellen be- 
nutzt sei, C. Wachsmuth (Einleitg. in d. Stud. d. alten Gesch. 
158 ff) schloß sich diesen Ausführungen an und bezeichnet die 
libri generationis geradezu als Pseudo-Hippolytos. Widerspruch ist 
dagegen nur von Harnack (a. a.0. 1 045, IL 1. 149 Anm.; 2. 237) 
und von Lightfoot (Clem. of Rome II 399) erhoben worden. 

Die folgende Abhandlung wird beweisen, daß die Ansicht 
Fricks wenigstens für den Anfang der Chronik, einschließlich 
des Diamerismos, nicht zutrifft ^ Die ältere Ansicht ist richtig: 

1) Für die auf den Diamerismos folgenden Abschnitte tiifft jedoch 
Fricks Vermutung insofern zu, als sich unt^n einige Anhaltspunkte dafür 
ergeben werden, daß die Übersetzer in diesen gekürzt haben. 



Einleitung. 3 

die libri generationis sind in der Hauptsache eine bloße Über- 
setzung aus Hippolytos; noch genauer als diese beiden Über- 
setzer gibt jedoch der Barbarus den Wortlaut des Hippolyios 
wieder. Die von Mommsen gekennzeichneten Voraussetzungen 
für die Rekonstruktion des griechischen Originales sind also 
nach wie vor gegeben. Den wichtigsten Behelf dazu bietet jetzt 
der Matritensis 121, soweit darin der Text der Chronik erhalten 
ist. Aber auch fftr die auf den Diamerismos folgenden Ab- 
schnitte liegt jetzt ein hoffentlich gleichwertiges neues Hilfs- 
mittel in der noch unveröffentlichten armenischen Übersetzung 
vor, die Gregor Chalatiantz in zwei Handschriften in Venedig 
und Etschmiadzin aufgefunden hat^ 

1. Beschreibung und Herkunft der Handschrift. 

Die Blätter der von Iriarte (Regiae bibl. Matr. codd. Graec. 
mss. p. 480) mit 121 bezeichneten Pergamenthandschrift 2, die 
jetzt die Signatur 4701 trägt, messen 15 cm in der Breite und 
20 cm in der Höhe. Die beschriebene Fläche ist 10,5 cm breit 
und 13,5 cm hoch. Auf jeder Seite stehen 17 Zeilen einer 
schonen, zierlichen Minuskel. Die Handschrift ist keineswegs 
so schlecht erhalten, als die Beschreibung Iriartes ver- 
muten läßt. 



1) Vgl. G. Chalatiantz in der Wiener Zeitschr. f. Kunde des Morgen- 
landes XVII, 182fF; J. Dräseke, Ztschr. f. wissensch. Theologie XL VII 108ff; 
A. Harnack a. a. 0. II. 2, 549. Wenn die Übereinstimmung dieses armeni- 
schen Textes mit dem der libri generationis so genau ist, wie Chalatiantz 
angibt, so sehe ich keinen Grund zu bezweifeln, daß die von ihm auf- 
gefundene Compilation aus Moses von Chorene, Andreas (um 350) und 
Ananias Schirakatzi (7. Jhdt.) am Anfang eine Übersetzung der Chronik 
des Hippolytos als Einlage enthält. Es gelang mir nicht, von dem Ent- 
decker eine Abschrift dieses für den Vergleich mit dem Matr. und den 
Üb. gen. wichtigen Textes zu erhalten; Chalatiantz kündigte nur das Er- 
scheinen des aimenischen Textes nebst lateinischer Übersetzung für das 
Ende IIHM an. 

2) Die Handschrift war ursprünglich mit 120 bezeichnet, die Nummer 
121 trägt der bei Iriarte (a. a. 0.) als Nr. 120 beschriebene Codex. Die 
Vertauschung der Ziffern, welche die Durchstreichung der älteren Signatur 
•120) auf der Innenseite des Deckels zur Folge hatte (s. oben im Text», 
ist yermutlich nur eine von Iriartes nicht seltenen Flüchtigkeiten. 

1* 



4 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Iriarte wies sie fälschlich dem Anfang des 14. Jahrhunderts 
zu. Dies berichtigten schon E. Miller, der sie ins 9. Jahr- 
hundert setzte, und A. Martin, der sie dem 10. oder 11. Jahr- 
hundert zuwies (die Stellen vgl. unten). Ich werde später nach- 
weisen, daß der Matr. 121 von demselben Schreiber geschrieben 
ist, wie der Matr. 71, den Iriarte ebenfalls zu spät ins 13. Jahr- 
hundert datierte. Matr. 71 zusammen mit dem emzigen grie- 
chischen Codex der Biblioteca Vittorio Emanuele in Rom, einem 
Pergamentcodex in 4^ mit 33 Zeilen Text auf jeder Seite, bil- 
deten ursprünglich eine, Iliasscholien enthaltende Handschrift. Es 
ist daher bei der Zeitbestimmung der Schrift des Matr. 121 auch 
darauf Bezug zu nehmen, wie competente Forscher diesen von 
mir nicht verglichenen Codex (Romanus + Matr. 71) datierten. 
Den Matr. 71 wies nun ein so vorzüglicher Kenner wie Ch. Graux 
(die Stellen vgl. unten) dem 9. oder 10. Jahrhundert zu, während 
Ruelle und Torstrik meinten, bis ins 11. und 12. Jahrhundert 
herabgehen zu müssen. Den Cod. der Biblioteca Vittorio Ema- 
nuele datierte Ch. Graux ins 11. Jahrhundert — wohl haupt- 
sächlich deshalb irrtümlich so spät, weil er dessen Schreiber 
fölschlich für identisch mit dem des Cod. Escorialensis der Ilias 
hielt — 0. V. Gebhardt dagegen bemerkte, daß der Romanus der 
Iliasscholien «noch aus dem 10., schwerlich aus dem 11. Jahr- 
hundert sei». Mir scheint am wahrscheinlichsten, daß der Ma- 
tritensis 121 und somit auch der Cod. der Iliasscholien (Roman. 
+ Matr. 71) im 10. Jahrhundert geschrieben sind, das späteste 
mögliche Datum ist der Anfang des 11. Jahrhunderts. 

Der Codex ist in Pergamentdeckel halb steif gebunden, die 
Nähte des Einbandes sind mit zusammengedrehten grünen und 
roten Seidenfaden hergestellt. Auf dem Rücken des Einbandes 
steht der Länge nach von einer etwa dem 16. oder 17. Jahr- 
hundert angehörenden Hand: Chronicon anonimo und unten über 
quer geschrieben die Bezifferung No. 120 (vgl. oben S. 3 Anm. 1), 
ebenda befindet sich der jetzige Signaturzettel mit der Bezeich- 
nung Mss. 4701 aufgeklebt. Auf der Außenseite des Vorder- 
deckels steht am oberen Rande in der Mitte die Zahl 114, ver- 
mutlich eine Signatur des Codex aus der Zeit, bevor er in den 
Besitz der Nationalbibliothek kam. Auf die Innenseite des 
Vorderdeckels ist ein Papierblatt niedergeklebt, auf dem links 
oben in der Ecke noch einmal das jetzige Signaturzettelchen 



Einleitung. 5 

angebracht ist Darunter steht von einer Hand des 17. oder 
18- Jahrhunderts die Bemerkung: Del S®' Conde de Miranda 
No. 120. Diese Zahl ist später mit Bleistift ausgestrichen (vgl. 
S. 3 Anm. 1). Der rückwärtige Deckel, auf dessen Innenseite 
ebenfalls ein Papierblatt angeklebt ist, trägt keine schriftlichen 
Bemerkungen. Dasselbe Papier \ne auf der Innenseite der 
Deckel wurde auch für zwei nach dem letzten Pergamentfolio 
am Schlüsse der Handschrift eingebundene leere Blätter ver- 
wendet 

Auf den Vorderdeckel folgt ein Vorsteckblatt, das aus zwei 
aneinandergeklebten Papierblättem besteht Das erste ist aus 
demselben Papier geschnitten, das auf den Innenseiten der Deckel 
und am Ende der Handschrift verwendet wurde. Das zweite 
far das Vorsteckblatt verwendete Papierblatt ist dagegen viel 
älter und diente wahrscheinlich als Umschlagblatt, bevor die 
Handschrift ihren jetzigen Einband erhielt Auf der Vorder- 
seite dieses Vorsteckblattes steht von einer, wie es scheint, der 
auf dem Rücken vorfiudlichen Schrift gleichzeitigen Hand oben: 
Genealogia de Adan en griego No. 120. Dieser Text ist mit 
Tinte, die Zahl mit Bleistift durchstrichen, darunter steht von 
einer späteren, wohl erst dem 19. Jahrhundert zuzuweisenden 
Hand: chronologicum compendium incerto auctore. Auf der 
Rückseite des Vorsteckblattes steht oben von einer Hand viel- 
leicht noch des 16. Jahrhunderts: Chronicon et stadiasmus aucto- 
ris Anonjmi vale una dozena de R^®^ 

Auf das Vorsteckblatt folgen 82 oben rechts von einer Hand 
des 18. Jahrhunderts bezifferte Blättert Die 29 ersten sind aus 
Pergament, dann folgen als Folio 30 und 31 zwei von der 

1) A. Paz y Melia, Vorstand der Handschriftenabteünng an der 
kgl. Bibliothek zu Madrid, hält auf meine Anfrage für möglich, aber nicht 
för sicher, daß die Paginierung der Handschriffc von Iriarte herrührt. 
unter den Notizen auf dem Deckel und dem Vorsteckblatt jedoch rührt 
nach seiner Angabe sicher keine von Iriarte her, sie sind von verschie- 
denen unbekannten Händen des 16. bis 19. Jahrhunderts geschrieben. Aus 
diesen Notizen, dem Einband und anderen äußeren Anhaltspunkt-en ließen 
sich die Schicksale der Handschrift seit dem Tode des Laskaris wahr- 
scheinlich noch genauer feststellen; allein für die Entstehung des Fonds 
grec der Madrider Nationalbibliothek fehlt bis jetzt ein gleich vorzüg- 
liches Hil&mittel, wie es Ch. Graux' Essai für die Bibliothek d^s 
Escnrial bietet. 



5 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

gleichen Hand wie die vorhergehenden bezifferte mit eingebun- 
dene Papierblätter; die Folien 32 — 82 sind wiederum aus Per- 
gament, auf Folio 82 folgen endlich die zwei schon erwähnten 
nicht bezifferten und leeren Papierblätter. 

Die Blätter 30 und 31 bestehen aus einem schönen, weichen, 
Ton dem sonst in dem Codex vorhandenen ganz verschiedenen 
Papier, wie solches im 15. Jahrhundert verwendet wurde, auch 
die Hand, welche diese beiden Blätter beschrieben hat, gehört 
dem 15. Jahrhundert an. Dieselbe Hand begann schon am Ende 
des vorhergehenden Pergamentblattes (29 Verso) die in der Hand- 
schrift selbst mit Basileios I. (867 — 886) endende Liste der byzan- 
tinischen Kaiser zu vervollständigen; auf den beiden Blättern 30 
und 31 wird sie bis zur Eroberung Konstantinopels durch die 
Türken fortgesetzt ^ und anläßlich dieses Ereignisses gedenkt 
der Continuator des älteren Chroniktextes auch des Umstandes^ 
daß er selbst dabei von den Türken gefangen genommen worden 
sei: xal avrbg ovv noXXolq äjLJioig Ivravd'Tj xal iycb alxiiOLXa)' 
Tocj yiyova. Der Inhalt allein macht es schon zweifellos, daß 
dieser Zusatz von dem bekannten Gelehrten Konstantinos 
Laskaris herrührt; aus dessen Besitz stammt also die Hand- 
schrift. 

K. Laskaris pflegte in die ihm gehörenden Codices häufig 
ähnliche auf seine Person bezügliche Eintragungen zu machen. 
Eine solche enthält z. B. die ganz von ihm geschriebene und 
verfaßte Chronik Cod. Matr. 72 auf Folio 140 ff (Iriarte a. a. 0. 
p. 265), einen ähnlichen Zusatz fugte er zu der von ihm in 
Rhodos erworbenen Handschrift Matr. 85 auf Fol. 257 hinzu 
(Iriarte p. 352), desgleichen zu der in Neapel gekauften Hand- 
schrift Matr. 22 (Iriarte p. 84). Von den 125 bei Iriarte be- 
schriebenen Codices, die sich in dem mit N bezeichneten Schrank 
der Madrider Nationalbibliothek befinden, stammen überdies 
mehr als die Hälfte, 76^, aus dem einstigen Besitz dieses ge- 



1) Die Anfangsbuchstaben der Namen der Kaiser sind mit roter 
Farbe geschrieben (vgl. Taf. 1). 

2) Ein betriichtlicher Teil griechischer Handschriften der Madrider 
Bibliothek, die aber in Iriartes Katalog nicht angeführt sind, stammt 
aus dem Besitz des Francesco de Mendoza y Bobadilla, des Kardinals von 
Burgos, wie Ch. Graux, Essai sur les origines du fouds grec de PEscu- 
rial, Bibl. de l'ecole des hautes etudes, sciences phil. et bist. fasc. 4G, p. 61 



Einleitung. 7 

lehrten Griechen. Endlich beweist auch ein Vergleich der bei- 
gegebenen Schriftprobe dieses Zusatzes (Taf. I) mit dem Facsi- 
mile der Hand des Eonstantinos Laskaris bei Graux und Martin, 
Facsimiles de manuscrits grecs d'Espagne PL II, No. 6, PL XVIII, 
No. 60 und 62 S daß er den Zusatz auf FoL 30 und 31 im 
Matr. 121 geschrieben hat. 

Dies ist schon von Iriarte (a. a. 0. p. 4Si)) richtig erkannt 
worden. Nach K. Laskaris besaß den Codex 121 ein Graf Mi- 
randa^, wie aus der Notiz auf der Innenseite des Vorderdeckels 
und überdies aus einer Angabe Iriartes (a. a. 0.) zu entnehmen 
ist. Durch den Grafen Miranda kam die Handschrift Ende des 
18. Jahrhunderts (Iriarte sagt in seinem 1769 gedruckten 
Katalog: cod. nuper ex comite Mirandae inter alios comparatus) 
in die Nationalbibliothek. 

Ungewiß bleibt, ob die Handschrift aus dem Besitze des 
K. Laskaris direkt in den des Grafen Miranda kam. Obwohl 
die Schicksale der Bibliothek des Laskaris noch nicht genau 
festgestellt sind, so muß doch als wahrscheinlich gelten, daß die 
Handschrift durch verschiedene Hände ging, ehe sie Graf Mi- 
randa erwarb. 

Über die Büchersammlung des K. Laskaris liegen nur fol- 
gende Nachrichten vor. Graux- Martin (im Text zu den Facsi- 
miles de manuscr. grecs d'Espagne p. 121) geben an, daß 
Laskaris nach seinem am Anfang des 16. Jahrhunderts erfolgten 
Tode seine Bibliothek der Stadt Messina vermachte, daß sie 
dann nach Palermo und von da nach Spanien gebracht wurde. 
Bei der Überführung nach Spanien intervenierte Juan Francisco 



gezeigt hat. Cber diese Handschriften, deren Katalogisierung Iriarte 
zwar beabsichtigt, aber nicht ausgeführt hatte, vgl. E. Miller, Notices 
et extraits des mss. de la bibl. Nationale XXX 1/2. p. 1 ff. 

1) Dsw eine dieser Facsimilia gab Ch. Graux schon in einem Auf- 
satz über K. Laskaris im Annuaire de l'assoc. pour l'encouragement des 
etndes gracques XI (1877) p. 147; danach wiederholt in den Oeuvres de 
Ch. Graux II p. 531. 

2) Aus dem Besitz dieses (trafen Miranda stammen auch zwei 
Handschriften des Escurial (Graux, Essai p. 70, 71). Sie gehören einer 
Gruppe von 21 Handschriften an, die teils von A. Dannarios, teils von 
Kalosjnos geschrieben sind und stammen teils aus dem Besitze Mirandas, 
teils aus dem von Velasco, gehörten also nicht zu dem Fonds des Kardinals 
von BurgoB. 



g A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Pacheco 7 Mendoza, Herzog von Uzede und Statthalter von 
Sizilien zur Zeit Philipps V., des Begründers der königlichen, 
jetzigen Nationalbibliothek zu Madrid K Damit ist aber nur das 
Schicksal des Großteiles der aus Laskaris' Besitz stammenden, 
jetzt im Schrank N der Nationalbibliothek aufbewahrten Codices 
bezeichnet, andere haben andere Fata gehabt; z. B. das schon 
erwähnte Stück einer Handschrift der Iliasscholien, das jetzt in 
der Biblioteca Vittorio Emanuele in Rom sich befindet (oben S. 4). 
Dieses Bruchstück einer Handschrift, deren Rest nach Madrid 
kam, besaß ursprünglich Muret (1526 — 1585), seit 1563 befand 
es sich in Rom, wo es in das 1622 gegründete Jesuitenkollegium 
de Propaganda fide und von da 1870 an dessen jetzigen Auf- 
bewahrungsort kam (Maaß, Hermes XIX, S. 559 fif)- Aber auch 
in die Bibliotheque nationale nach Paris und in andere Bibliotheken 
kamen Handschriften aus dem Besitze des Konstantinos Laskaris 
(vgl. die Nachweise bei Gardthausen, Griech. Paläogr. S. 318 
und Byzantinisches Archiv, Heft 3)^. 



) 



1) Diese Angabe geht auf Iriarte zurück (a. a. 0. der praefatio); 
sie ist bei Valentinelli, Delle bibliotheche della Spagna, Sitzungsber. d. 
Wiener Akad. XXXIII (1860), p. 22 und bei Ch. Graux, Rapport sur une 
mission en Espagne in den Archives des missions scientifiques 3^me serie 
vol. V, p. 124 wiederholt. Etwas genauere, auf Galli, Annali di Messina 
t. II, p. 437 beruhende Angaben macht Legrand, Bibliographie Hellenique 
t. I introd. p. LXXXIII. Danach vermachte Laskaris seine Bibliothek 
dem Klerus von Messina — come noi letto abbiamo nella schedola origi- 
nale di suo proprio carattere. Sie wurde in einem Zimmer des tesoro 
publico von Messina aufbewahrt, durch den Grafen von Santo-Stefano 
aber 1679 nach Palermo und von da nach Spanien gebracht. 

2) Zwei im Vatikan befindliche und einen Ottobonianus aus dem 
Besitz des Konstantinos erwähnt W. Weinberger in seiner Tryphiodor- 
ausgabe (Leipzig, Teubner, praef. p. VI, VIII). Nach dem Zeugnis des 
Angelo Rocca besaß femer F. Ursinus 1584 in seiner Bibliothek Bücher 
der beiden Laskaris, unseres Konstantinos und seines Bruders Johannes 
(Janus), vgl. Nolhac, La bibliotheque de Fulvio OrsinilS87, Bibl. de l'^cole 
des hautes etudes, sciences phil. vol. 74, p. 110, 151 ff. — Diese Brüder 
Laskaris werden gelegentlich verwechselt, z. B. Hermes XI 301, wo es 
sich um eine Mailänder, von Janus Laskaris auf seiner 1492 nach Grie- 
chenland unternommenen Reise (E. Piccolomini, Rivist. di filologia II [1874], 
p. 401) erworbene Handschrift des Dionysios von Halikarnaß handelt. 
Diese war also weder in Messina (vgl. Hermes XII 511) noch in Spanien 
zu suchen, wo sich jetzt die Mehrzahl der Handschriften des Konstantinos 



Einleitang. 9 

Da nun nach Iriartes ausdrücklicher Angabe der Codex 121 
erst Ende des 18. Jahrhunderts und zwar durch einen Grafen 
Miranda in die Nationalbibliothek kam, so kann er nicht zu 
dem Hauptstock der Erwerbungen in dem mit N bezeichneten 
Schrank gehören, die J. F. Pacheco y Mendoza vermittelt hatte. 
Meine Bemühungen, über diesen Grafen Miranda und seine 
Bibliothek näheres festzustellen, waren jedoch vergeblich. A. Paz 
y Melia, Vorstand der Handschrifkenabteilung der Madrider 
Bibliothek und zugleich Archivar des Herzogs von Alba, auf 
den der Titel der Grafen von Miranda überging, konnte mir 
keine nähere Auskunft geben. Die Papiere der secretarie der 
Herzoge von Alba liefern über Verkauf oder Schenkung von 
Büchern an die Nationalbibliothek keinerlei Anhaltspunkte. 
A. Beer in Wien, dem Verfasser der Handschriftenschätze 
Spaniens, verdanke ich die Nachricht, daß die Nationalbibliothek 
auch noch andere als griechische Handschriften besitzt, die aus 
dem Besitz eines der Grafen von Miranda stammen, die seit Hein- 
rich IV. diesen Titel führen und früher de Zufliga hießen. 
A. Beer vermutet, daß der Besitzer jener Bibliothek, aus der 
der Matr. 121 stammt, der bei Zedier, Universallexikon LXIV 
(1759) S. 369 als damals jüngster Sproß der Familie genannte 
Emanuel Franz de Zuüiga XIU., Graf von Miranda sei, der sich 
1728 vermählte. Es muß also vorläufig dahingestellt bleiben, 
welche Schicksale der Matr. 121 seit dem Tode des Laskaris 



befindet, während die des Janus meist in Bibliotheken Italiens und Frank- 
reichs aufbewahrt sind. Über Janus Laskaris ist die yorzügliche Arbeit 
?on K. K. Müller, Centralblatt f. Bibliotheksw. I, S. 332 ff maßgebend, 
zu der jedoch die Nachträge bei Weinberger, Jahresbericht üb. d. Fort- 
schritte der klass. Altertumsw. Bd. 08, S. 214 ff zu vergleichen sind. Über 
KonstantinoB Laskaris handeln nach Legrand, Bibliogr. Hell. I, p. LXXIff 
Nolhac (a. a. 0.) und Ch. Graux (a. a. 0.) am ausführlichsten. Zu den 
bei diesen und bei Oardthausen (a. a. 0.) gegebenen Literaturnachweisen 
trägt W. Weinberger brieflich noch nach: Villemain, La vie de C. Las- 
<»ris, Fariß 1825, auch in deutscher Übersetzung erschienen. Über die 
Familie Laskaris ist ferner zu vergleichen Amati, Archivio storico Italiano 
3me Berie III (1866), p. 161. L. Dorez, Revue des biblioth. Y 325 unter- 
scheidet neben dem bekannten Janus Laskaris, der sich früher Johannes 
nannte, noch einen dritten Bruder, der ausschließlich den Namen Johannes 
führte; in seiner Abhandlung sind einige auf ihn bezügliche Nachrichten 
abgedruckt. 



10 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

(nach 1500) bis zu seiner Erwerbung durch die Nationalbibliothek 
in Madrid gehabt hat^. 

Allein über seine Schicksale in der Zeit, bevor ihn Konstan- 
tinos Laskaris für seine Bibliothek erwarb, läßt sich doch noch 
etwas feststellen. 

Die Pergamentblätter zeigen nämlich, außer der schon er- 
wähnten Foliierung rechts oben, noch zwei Quaternionenbezeich- 
nungen: die eine ^nten in der Mitte, die andere rechts unten. 
Die eine stammt aus dem 15. Jahrhundert, die andeute ist sehr 
viel älter und, wie die Schrift des Codex selbst, dem 10., spä- 
testens dem Anfang des 11. Jahrhunderts zuzuweisen. Von 
beiden Bezeichnungen bieten die Tafeln und unten S. 13 Proben. 
Ferner fügte dieselbe Hand des 15. Jahrhunderts, die die jüngere 
der beiden Quaternionenbezeichnungen geschrieben hat, auf der 
letzten Seite eines jeden Quatemio rechts unten in der Ecke als 
Custos die Anfangsworte der ersten Seite des nächsten Quaternio 
hinzu. Dies geschah, um die richtige Reihenfolge der losen 
Quatemionen festzuhalten vor oder beim Einbinden. 

Die Quatemionen bestehen normal aus 4 Blattlagen, also 
IG Seiten. Auf der ersten Seite eines jeden sind von der Hand 
des 15. Jahrhunderts unten in der Mitte des Blattrandes die 
Ziflfern a — i eingetragen. Der erste in dieser Weise auf Fol. 1 
mit a bezeichnete Quaternio war vor dem Einbinden defekt, 
denn er wird jetzt durch einen Rückenfalz aus Pergament noch 
besonders zusammengehalten. Der dazu verwendete Streifen ist 
auf Folio 1 Recto zum Teil über die Initiale A des ersten 
Wortes ^Aöafi und über die folgenden Ordnungszahlen vor den 
Namen der Erzväter übergeklebt, weshalb auch die Initiale auf 
dem Streifen nochmals nachgemalt wurde. Noch übler muß 
der Zusammenhang des zweiten Quaternio vor dem Einbinden 
gewesen sein, denn dessen Blätter sind nicht nur gleichfalls durch 
einen Pergamentstreifen in besonderem Falz gefaßt, sondern es 
ist sogar jedes einzelne Blatt von derselben Hand, die die Qua- 
ternionenzififern und Custoden schrieb, um die Reihenfolge zu 
sichern, überdies noch mit den Zififem « — g in der Mitte unten 




1) Bei K. K. Müller, Centralblatt f. Bibliothekswesen I, S.350 finde 
ich die Notiz aus dem Cod. Laur. 28, 20: olim Laurentii de Medicis reper* 
tuö inter libros comitis Johannis Mirandulani. Sollte diese Angabe mit 
dem „Grafen Miranda" etwas zu tun haben? 



Einleitung. 11 

bezeichnet. Bei den folgenden Quaternionen waren solche Nach- 
hilfen nicht erforderlich, sie tragen auf der ersten Seite ledig- 
lich ihre Ziffer. Auf der letzten Seite des zehnten Quaternio 
Fol. 82 Verso steht rechts unten gleichfalls das erste Wort einer 
folgenden, jetzt fehlenden Seite: axQor^Qiop als Custos (vgl. 
unten die Abhandig. von 0. Cuntz). Daraus ist zu schließen, daß, 
als vor Anfertigung des jetzigen Einbandes die Quatemionen- 
beziffernng und die Custoden geschrieben wurden, mindestens 
noch ein Blatt der Hs. vorhanden war. 

Bei diesen Eintragungen unterlief dem Schreiber einmal ein 
Versehen, das er tilgte. Auf Folio 65 Verso steht unten rechts 
in der Ecke weggewischt, aber noch leserlich das erste Wort 
von Folio 66 Recto und auf diesem unten in der Mitte d-, was 
zu tilgen vergessen wurde. Der neue Quaternio beginnt näm- 
lich erst mit Folio 67 Recto; nachdem der auf Fol. 65 V. und 
66 R. begangene Fehler bemerkt und an der ersten Stelle auch 
getilgt worden war, erfolgte erst richtig auf Fol. 66 Verso die 
Ansetzung des Kustos und der Zahl d- auf Folio 67 Recto. Die- 
selbe Hand, von der diese Quaternionenziffern und die Custoden 
herrühren, hat endlich am Rande der Handschrift eine Anzahl 
mehr oder minder ausführliche Randnotizen eingetragen^. (Vgl. 
Taf. n oben.) 

Diese Ziffern, Custoden und Randnotizen rühren, wie ein 
Vergleich mit der Eintragung auf Folio 29 Verso und auf den 
beiden Bombyzinblättem 30 und 31 (oben S. 6) lehrt, sämtlich 
von Eonstantinos Laskaris her^. Er erwarb also den jetzigen 
Codex Matritensis in einem sehr schlimmen Zustand. Er bestand 
damals aus einem Bündel einzelner Blätter und Quaternionen, 
die erst Laskaris ordnete, bezifferte und späterhin bei seinen 
Stadien mit Zusätzen ausstattete. Gebunden wurde die Hand- 
schrift noch später, wobei das oder die auf Folio 82 folgenden 



1) Es finden sich femer an den Außenrändern der 50 ersten Blätter 
von dem Schreiber der Handschrift selbst herrührende, durch Beschneiden 
häufig verstümmelte Marginalien, kurze Inhaltsangaben des nebenstehen- 
den Textes (vgl. Taf. IV die einzige derartige Notiz auf fol. 51 — S2j. 

2) Schon Iriarte, dem die Hand des Konst. Laskaris aus den zahl- 
reichen Handschriften der Nationalbibliothek genau bekannt war, bemerkte 
richtig, daß der auf dem letzten Blatt Folio 82 Verso erhaltene Custos 
unzweifelhaft von E. Laskaris geschrieben sei. 



12 A.. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Blätter, die zu Laskaris' Zeit noch vorhanden waren, verloren 
gingen. Auf diesen Einband wurde, noch bevor die Handschrift 
nach Madrid kam, die Zahl 114 als Nummer (vielleicht der 
Bibliothek Miranda) eingetragen. Iriarte sah sie schon in 
ihrem jetzigen Einband, denn er gibt an, daß sie aus S8 
Blättern bestehe; diese Ziffer erhält man aber, wenn man zu den 
numerierten Pergament- und Bombyzinfolien (82) die 2 leeren 
Blätter am Ende, femer die beiden jetzt auf die Deckel 
niedergeklebten Papierblätter und endlich das Vorsteckblatt so- 
wie das alte, mit diesem jetzt nur lose, also anscheinend später 
bei einer Reparatur zusammengeklebte Papierblatt (oben S. 5) 
hinzurechnet. 

Was Konstantinos Laskaris erwarb, war aber nicht nur 
ein loses Bündel einzelner Blätter und Quatemionen, sondern 
auch bloß ein kleiner Rest eines ursprünglich sehr umfangreichen 
Codex. Dies lehrt die zweite, ältere, der Niederschrift des Textes 
gleichzeitige, also dem 10/11. Jahrhundert angehörende Quater- 
nionenbezifferung. Auf der ersten Seite jedes Quatemio finden 
sich nämlich rechts unten in der Ecke, anfänglich energisch, 
später lässiger radiert, durch Beschneiden der Blätter überdies 
zum Teil verstümmelte Zeichengruppen, die ebenfaUs zur Nu- 
merierung der 8 Blätter umfassenden Quaternionen dienten. Sie 
bestehen aus einem rergaöiov aufzulösenden Zeichen und 
darunter stehenden Ziffern (vgl. Abb. S. 13; auf Taf. III sind bei 
der Reproduktion die schwachen Spuren nicht zum Vorschein ge- 
kommen). Auf dem abgegriffenen und schmutzigen Folio 1 Recto 
ist davon jede Spur verschwunden, Folio 9 Recto erkennt man 
die Ziffer x, Folio 17 Recto x und Spuren eines &, Folio 25 ein 
>l, Folio 35 (richtig wäre 33, hier sind aber bei der jetzigen Be- 
zifferung ebenso wie bei allen folgenden die beiden Papierfolien 
30 und 31 mitgezählt) X und Spuren von a, auf Folio 43 und 
51 Recto sind die Reste des Zeichens für rergaöiov erkennbar, 
die darunter stehenden Zahlen aber weggeschnitten. Vollkommen 
deutlich ist dagegen die Bezeichnung mit den Zahlen Xö, Xe, x; 
auf den Folien 59, G7 und 75 Recto erhalten (vgl. die Abbil- 
dung auf S. 13). 

Dem jetzigen und schon zu K. Laskaris* Zeit ersten Qua- 
ternio gingen also ursprünglich noch 26 vorher und dem letzten, 
dem 30., folgte in dem vollständigen Codex noch eine Anzahl 



Einleitung. 



13 



Quatemionen (auf denen mindestens noch der Rest des StadiasmuB 
und der Chronik des Hippolytos stand). Die Blätter, die Laskaris 
erwarb, bildeten also nur die mittleren 10 Quatemionen einer 
einst sehr um&ngreicfaen Handschrift. 

Vermutungsweise läßt sich endlich noch feststellen, woher 
K. Laskaris die Handschrift bezog. Er hatte die Gewohnheit, 
in sehr viele der von ihm gekauften Handschriften den Ort des 
Ankaufs und das Datum einzutragen; diese Notizen finden sich 






n 



■J 



Cod. Matr. 121, Folio 67 Recto 

Die alte und die Quatemionenbezeichnung des K, Laskaria 

lim Maßstab des Originals) 

zumeist am Ende der Codices (Beispiele bei Iriarte, Graux, 
Annuaire XI, Nolhac, bibl. de l'ecole etc. vol. 74, Weinberger, 
Trjphiodor). Eine solche Eintragung fehlt nun allerdings in 
dem Matritensis 121 vermutlich nur deshalb, weil dessen letztes 
oder dessen letzte Blätter nach Laskaris' Tod in Verlust ge- 
rieten. Allein der von demselben Schreiber wie Matritensis 121 
geschriebene Matritensis 7t', dessen Anfang in dem früher er- 

1) Daß eineneita der RomanuB der Iliaascbolieii und Matr. 71 und 
andeneitt Matr. 121 von derselben Hand gescbrieben sind, lebrt ein 
Vergleich der dieser Abhandlung beigi^gebenen Tafeln mit dem Facsimile 
bei Graox-Martin pl. II 5. ü. Auch die Formate beider Handschriften 



j[4 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

wähnten Romanus (oben S. 4) erhalten ist, enthält eine solche 
Provenienzangabe. Sie ist bei Graux-Martin pL II 6 facsimi- 
liert, und danach hat Laskaris diese Handschrift in Messina 
erworben, wo er spätestens seit 1466 lebte. Alle Wahrschein- 
lichkeit spricht also dafür, daß auch der Matritensis 121 zur 
selben Zeit und am selben Orte von Laskaris gekauft wurde, 
da er ursprünglich aus derselben, zu Laskaris' Zeit in den 
Handel gebrachten, spätestens seit dem 10. Jahrhundert bestehen- 
den Bibliothek stammte wie Matr. 71. 

Diese Annahme wird zur Gewißheit, weil der Matritensis 71, 
abgesehen von der gleichen Schrift, auch dieselbe äußere Be- 
schaffenheit aufweist, die an dem Matritensis 121 beobachtet 
wurde (oben S. lOfl*). Ich entnehme deren Beschreibung Ru eil es 
vortrefflichem Bericht in den Archives des miss. scientifiques 
36me g^rie vol. II p. 572 ff ^ Der Matr. 71 zählt 178 Folien, deren 
Format nicht angegeben ist; wenn das Facsimile pl. II 5 bei Graux- 
Martin in natürlicher Größe angefertigt ist, so war das Format 
identisch mit dem von Matritensis 121. Auf Folio 177 Verso 
steht von der Hand des Eonstantinos Laskaris: Ecovorav- 
Tlvog 6 AdoxaQic; xal xovro iv Meoov Tfjg 2!ixejilag coiffjoaro, 
Le fol. 2 commence le deuxieme quateniion; le fol. 6 commence 
le troisieme, marque d'un chiffire ä demi rase par la reliure; le 



sind dem Facsimile zufolge gleich, die Zahl der Zeilen auf der Seite ist 
dagegen verschieden (33 und 17). Bei Graux und Martin (Text p. 14 ff) 
werden als Besonderheiten der Minuskelschrift von Matr. 71 folgende her- 
vorgehoben: Einzelne Worte wie ovXf vömQ^ X7jQvg, Aa| zeigen am Schluß 
einen Apostroph, der Circumflex und beim Artikel rov, trjv der Gravis stehen 
häufig erst über dem auf den Vokal folgenden Buchstaben, das t, subsciip- 
tum fehlt vollständig, die Schrift steht nicht über, sondern unter den mit 
dem Griffel vorgerissenen Linien, der Doppelpunkt bei anlautendem i und 
V ist selten angewendet, Kürzungen finden sich ebenfalls nur ganz wenige : 
xaty ov und am Zeilenende a^, ebenso sind die Uncialformen selten, von 
X kommt keine vor, dagegen von v am Wortende. Endlich zeigen a und 
a am Ende der Zeilen mitunter einen Schwanz. Alle diese Eigentümlich- 
keiten finden sich in dem gleichen Ausmaß auch in der Schrift des Matr. 121, 
die meisten sind auch auf den beigegebenen Tafeln in Beispielen vertreten. 
1) Ruelle wies in diesem Aufsatz schon daraufhin, daß der Matr. 71 
die Fortsetzung des Romanus der lliasscholien enthält. E. Maaß hat dann 
Hermes XIX S. 559 ff. und Schol. Graeca in Hom. lliadem vol. V praef. 
p. XXII gezeigt, daß der Romanus und der Matritensis Bestandteile einer 
und derselben Handschrift bilden. 



Einleitung. 1 5 

fol. 12 commence le quatri^me * quaternioD. Je conclus de ces 
observations que le volume n'est pas arrive complet dans les 
mains de Lascaris; que le savant grec se sera einpresse de nu- 
meroter les quaternions, lesquels ne sont pas egaux entre eux; 
que, dans le temps ecoole entre Tachat et la reliure, le premier 
quatemion et peut-etre aussi ceux qui terminent le manuscrit 
auront perdu quelques feuillets, et que la pagination, qui se suit 
Sans interruption, est venue posterieurement au travail du relieur. 
Diese Beschreibung schildert genau denselben Sachverhalt, der 
soeben bezüglich des Matr. 121 festgestellt wurde; wir dürfen 
daher als sichergestellt erachten, daß E. Laskaris sowohl den 
Matr. 71 als auch den Matr. 121 während seines Aufenthaltes in 
Messina, also Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts 
?on demselben Händler, beide in demselben üblen Zustand ge- 
kauft hat. Dieser Händler war augenscheinlich in den Besitz 
arg zugerichteter Handschriften vorläufig unbekannter Herkunft^ 
gekommen, die er überdies, um höheren Gewinn zu erzielen, noch 
zerlegte und bruchstückweise an verschiedene Liebhaber ver- 
kaufte'^. Da sich nun in dem Romanus, den nachweislich zuerst 
Muret besaß, der Anfang zu dem von K. Laskaris erworbeneu 
Matr. 71 hinzugefunden hat, so darf die Hoffnung nicht ganz 
aufgegeben werden, daß auch zu dem Matr. 121 vielleicht der 
fehlende Anfang oder das fehlende Ende noch hinzugefunden 
werden. 

Der Matritensis 121 war bisher keineswegs ganz unbekannt, 
ja der darin enthaltene Text ist zum Teil schon veröflFentlicht. 

Schon Iriarte (a. a. 0.) hatte richtig bemerkt, daß auf den 



1) K. Laskaris hat Handschriften an sehr verschiedenen Orten Ita- 
liens und Griechenlands erworben und zum Abschreiben entlehnt (vgl. 
Legrand; Bibl. HelL I p. LXXV note 2). Einer derjenigen, die ihm Hand- 
schriften zum Abschreiben liehen, war Sergios Stissos aus Tarent; vgl. 
<lie bei Nolhac, Bibl. de l'^cole des hautes etudes 74. p. 153 u. 448 
publizierte Subskription des K. Laskaris aus dem Jahre 1498 in einer 
griech. Handschrift der Pariser Nationalbibliothek. Derselbe Sergios ver- 
sorgte aber auch Janas Laskaris mit Handschriften, vgl. K. K. Müller, 
Centralbl. f. Bibliotheksw. L S. 361 u. 402 ff. 

2) Daß auch der Romanus aus Laskaris' Bibliothek stammt, wie 
£. Maaß annimmt, ist nicht richtig, da Laskaris sonst auf dem Matri- 
tensis 71 die Quatemionenbezeichnung nicht mit a begonnen hätte. iSeiu 
erster nachweisbarer Besitzer ist vielmehr Muret. 



16 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

50 ersten, bisher noch nicht gedruckten Blättern der Handschrift 
unter der Überschrift + XQovoyQag)la avprofiog d^^ ov i] ol- 
xovfiivij ixrl | oOtj xal 6 JtQcörog avd-Qcojtog das sogenannte 
XQovofQaipvxov avPTOfiov des Patriarchen Nikephoros von Kon- 
stantinopel enthalten ist^. Der Text der eigentlichen Chronik 
des Nikephoros endet auf Folio 29 Verso von erster Hand mit 
dem Kaiser Basileios I; er wurde, wie schon bemerkt (oben S. 6), 
von Konstantinos Laskaris hier und auf den folgenden bei- 
den eingefügten Papierblättem 30 und 31 fortgesetzt bis zur 
Eroberung Konstantinopels. Hierauf folgen Folio 32 ff die noch 
zur Chronographie des Nikephoros gehörigen Listen der römischen 
Kaiserinnen, der Bischöfe von Konstantinopel usw., geschrieben 
wiederum von der ersten Hand; sie enden auf Folio 50 Verso mit 
dem üblichen Computus, der die Chronographie des Nikephoros 
in den Handschriften beschließt (s. Taf. U). 

Auf Folio 51 Recto (s. Tafel IH) beginnt unter der Über- 
schrift + cwaycoyrj XQ^^^^ ^^ kr (5p ano xrloewg x6 \ Cfiov 
?c»c TTJg iveOTcoOTjg fmigag eine zweite, ebenfalls anonym ge- 
lassene Chronographie, die bis zum Schlüsse der Handschrift 
Folio 82 Verso reicht und, wie sich zeigen wird, eben die Chronik 
des Hippolytos ist. 

Von diesem zweiten Teil des also ursprünglich eine Samm- 
lung verschiedener Chronographien enthaltenden umfangreichen 
Miscellancodex ist schon einiges gedruckt; man hat jedoch durch- 
gängig verkannt, daß von Folio 51 Recto bis 82 Verso die Abschrift 
eines und desselben Werkes vorliegt, dessen Schluß mit den 
auf 82 folgenden Folien verloren gegangen ist 

Iriarte (a. a. 0. pag. 484) unterschied in seiner sehr mangel- 
haften Inhaltsangabe irrtümlich vier anonym überlieferte Schriften. 
Als erste bezeichnete er richtig die Chronographie des Nikephoros. 
Die zweite nach seiner Meinung von Folio 51 Recto bis Folio 55 
Recto reichende Schrift sollte eine kurze Darstellung des Dia- 
merismos, d. h. der Verteilung der Erde unter die Söhne Noes 
und ihre Nachkommen enthalten. Darauf sollte von Folio 55 
Recto bis 63 Verso eine zweite, von einem anderen Verfasser 



1) Es ist zuletzt herausgegeben Ton C. de Boor, Lpzg., Teubner 
1S80 Nicephori archiepiscopi Constantinopolitani opuscula historica p. 79 tF. 
Der Text des Matritensis gehört zu den erweiterten Fassungen dieser 
Chronographie; ich werde darüber an anderem Orte berichten. 



Einleitung. 17 

herrQhrende ausführlichere Fassung desselben Gegenstandes als 
dritter Teil folgen, und der Rest, Folio 63 Verso. bis 82 Verso, 
sollte den unvollständigen, von einem vierten Autor herrührenden 
otadiaöfiog tfJQ fisyaXtjg d-aXaöörjg enthaltend In seinem teil- 
weisen Abdruck der Anfange dieser Schriften unterließ es Iriarte, 
gerade das Wichtigste mitzuteilen: die Folio 51 ff erhaltenen 
Capitelüberschriften und die Vorrede zu der Chronik, woraus 
Hippolytos als Verfasser alles Folgenden sich durch den Ver- 
gleich mit den beiden libri generationis längst hätte feststellen 
lassen. Aber auch keiner von den Forschem, die nach Iriarte 
die Handschrift eingesehen haben, schenkte diesen Blättern ge- 
nügende Aufmerksamkeit. 

Iriartes irrige Unterscheidung dreier verschiedener Werke 
auf den Folio 51 Recto folgenden Blättern beruht auf Über- 
schätzung einer Äußerlichkeit der Schrift und auf mangelhaftem 
Studium des Inhaltes; Iriarte hielt nämlich die durch größere 
Schrift ausgezeichneten Überschriften einzelner Abschnitte des- 
selben Werkes für die Titel besonderer Schriften. Ein Blick auf 
die ganz gleichen, mit größeren Buchstaben geschriebenen Über- 
schriften einzelner Abschnitte innerhalb der Chronographie des 
Nikephoros (s. Taf. II) hätte ihn vor diesem Irrtum bewahren 
müssen, den A. v. Gutschmid (Kl. Schriften V 614 ff) vermöge 
seiner überlegenen Sachkenntnis scharfsinnig wenigstens teilweise 
schon berichtigte. Aus Iriartes Angaben über den Inhalt 
stellte dieser Forscher zunächst fest, daß auf Folio 51 Recto bis 
63 Recto nicht zwei verschiedene, eine kürzere und eine längere, 
sondern nur eine Fassung des Diamerismos vorliegt^; v. Gut- 
schmid glaubte aber (a. a. 0. 705), da er die Handschrift nicht 
gesehen hatte, daß sie gleich dem Matr. 84 und dem Vind. 171 



1) Diesen Stadiasmus maris magni druckte Iriarte yoUständig, aber 
mangelhaft ab, Let rönne (Journal d. Savants 1844 p. 301) ließ sich aus 
Madrid eine neue Kollation besorgen, die jedoch nur an 6 — 7 Stellen von 
Iriartes Abdruck abwich. 

2) Iriarte hielt nämlich den ersten auf Japhet und seine Nachkommen 
bezüglichen Abschnitt des Diamerismos fälschlich für eine kürzere Re- 
cension des ganzen Werkes und machte sich darüber keinerlei Gedanken, 
daß dann in der von ihm als die ausführlichere bezeichneten Fassung 
Folio 55 ff Japhet und seine Söhne überhaupt nicht vorgekommen wären. 

Text« XL. Untennchimgen etc. NF XIV, i 2 



l8 A. Bauer; Chronik des Hippolytos. 

«eine geographische Mischhandschrift» sei, was für gar keinen 
dieser drei Codices zutrifft. 

Hartnäckiger erhielt sich daher Iriartes irrige Behauptung, 
daß der auf Folio 63 Verso beginnende, mit einer Gapitelüber- 
Schrift versehene Stadiasmos ein selbständiges Werk sei. Als 
solches wurde er von Gail im IL Bande der Petits Geographes 
p. 400 ff, von Hoffmann, Leipzig 1841 und zuletzt nach aber- 
maliger, viele Versehen Iriartes bessernder Vergleichung der Hand- 
schrift durch E. Miller von C. Müller in den Geographi Graeci 
minores I S. 427 ff herausgegeben. C. Müller datierte überdies 
in der praefatio (p. CXXVUl) die Abfassung des Stadiasmos irr- 
tümlich zwischen 250 und 300 n. Chr. Diese falsche Datierung 
acceptierte v. Gutschmid, und so kam es, daß er den zweiten Irr- 
tum Iriartes — die behauptete Selbständigkeit des Stadiasmos — 
nicht durchschaute, obwohl ihm (Kl. Sehr. V 238, 263 ff) wie schon 
E. Miller (a. u. a.O.) aufgefallen war, daß die den Stadiasmos mit 
dem vorhergehenden Text des Diamerismos verbindende Einleitung 
(unten S. 128) mit den von Hippolytos im Proömium der Chronik 
und im Diamerismos (S. 124) verwendeten Ausdrücken (die v. Gut- 
schmid aus den libri generationis kannte) auffallende Ähnlich- 
keit zeige. So kam v. Gutschmid zu dem Schlüsse, daß der 
Stadiasmos keinen Bestandteil des ursprünglichen Diamerismos 
gebildet habe, dessen älteste Recension von Hippolytos schon 
235 — 238 geschrieben wurde, während sich vielmehr jetzt als 
zweifellos ergibt, daß gerade Hippolytos zuerst dieses dem ur- 
sprünglichen Diamerismos allerdings wahrscheinlich fremde Stück 
in seine Bearbeitung einfügte. 

Das Berge- und Flüsseverzeichnis des Diamerismos unserer 
Handschrift auf Folio 62 Recto ff veröffentlichte nebst zahlreichen 
Verbesserungen zu dem von Iriarte abgedruckten Text des Sta- 
diasmos zuerst E. Miller (Journ. d. Savants 1844 p. 300 ff) auf 
Grund einer Vergleichung der Handschrift. Er stellte ganz richtig 
fest, daß dieses Verzeichnis und der ihm vorangehende Diamerismos 
nicht nur von demselben Autor herrühren, sondern auch zu dem- 
selben Werke dieses Autors gehören müssen, weil in der Ver- 
bindung des Diamerismos mit diesem Verzeichnis durch die 
Worte: öedeiyfiepcov ovv x&v ovofidrcov xmv dciöexa oQecov 
die schon im Diamerismos angewendete Phrase öeöeiyfitvo^if ovv 
xovTCop wiederholt werde. Allein auch E. Miller war nur an 



Einleitung. 19 

dem Text des Stadiasmos interessiert und ging der Frage nicht 
nach, wie weit diese von ihm festgestellte Zugehörigkeit zu dem- 
selben Werke innerhalb der Handschrift reiche. 

C. Müller benutzte für seine Sonderausgabe des Stadiasmos 
die Collation von E. Miller (praef p. XVII) und bemerkte 
richtig (p. 427 Anm.), daß im Matritensis von Folio 53-- 62 
nur eine, der im Ghronicon paschale und beim Barbarus er- 
haltenen ähnliche Fassung des Diamerismos vorliege; über den 
Folio 51 — 53 erhaltenen Text und über das Verhältnis des Sta- 
diasmos und Diamerismos äußerte er sich aber überhaupt nicht. 

Während also die genannten Forscher ihr Augenmerk fast 
ausschließlich dem Inhalt der letzten 20 Blätter der Handschrift 
zuwendeten, interessierte sich A. Martin^, der die Handschrift 
abermals einsah, nur ftir jenen Teil der Chronographie des Nike- 
phoros, der stichometrische Angaben über die Bücher des Alten 
und Neuen Testaments enthält (Folio 47 Verso bis Folio 49 Verso). 

Endlich hat, wie ein bei Folio 53 R eingelegter kleiner Zettel 
lehrt, auch B. Vi ölet den Codex in der Hand gehabt. Dieser 
Forscher bemerkt 15. VH. 1899 zu c. 44 (S. 44): <6iafieQiOfi6g 
TTJg yijg. Textus Latinus eiusdem operis invenitur Madr. nacional 
A 16 foL 99 V® — 100 r^ »Scarpsum ex chronica Origenisc c. 
Violet scheint diese richtige Beobachtung nicht weiter verfolgt 
zu haben. Madr. nac. A 16 ist nämlich die von Mommsen chron. 
min. I p. 79 (Mon. Germ. auct. antiquiss. IX) mit 0, c bezeichnete 
Handschrift des liber generationis I, der einen der erhaltenen la- 
teinischen Übersetztmgen der Chronik des Hippolytos. 

Nach meiner folgenden Ausgabe läßt sich nun der Vergleich 
zwischen dem Text des Matritensis 121 von Folio 51 R ange- 
fangen mit den beiden libri generationis und dem Barbarus des 
Scaliger leicht anstellen, und daraus ergibt sich ohne weiteres, daß 
unsere Handschrift neben der auf den ersten 50 Blättern erhaltenen 



1) M. betont M^langes Q. B. Rossi, suppl. aux Meiangee d'arch6ol. 
et d'histoire publies par TEcole fran^aise de Rome vol. XII. die 
Wichtigkeit dieser Handschrift für den Text der Chronographie des Nike- 
phoros und hebt hervor, daß sie für die Genesis richtig 4300 und nicht 1300 
Stichen angebe, wie die von de Boor benutzten Codices. Diese sticho- 
metrischen Angaben des Matritensis sind zuerst bei Iriarte (a. a. 0. 
p. 482) and danach von Credner, Zur Geschichte des Kanons, Halle 
1847 S. 113 abgedruckt. 



o* 



20 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Chronographie des Nikephoros unter der Überschrift ovvaycoyi} 
XQOPcov xtL nur noch ein Werk enthält: den griechischen Text 
der Chronik des Hippolytos^ der mitten in dem zu deren Dia- 
merismos gehörenden Stadiasmos abbricht. 

Das lange verbreitete und geglaubte Gerücht, daß in Spanien, 
in der Bibliothek des Escurial, eine griechische, bei dem Brande 
von 1741 vernichtete Handschrift der Chronik des Hippolytos vor- 
handen war (Knust Archiv Vni227), wurde durch Ch, Graux (bei 
Mommsen chron. min. I p. 86 Anm. 5 und in seinem Essai sur 
les origines du fonds grecs de TEscurial) widerlegt: Knust hatte, 
durch den in älteren Katalogen erhaltenen Titel irregeführt, eine 
von Darmarios angefertigte Abschrift des Vatic. 1941, der das 
Chronicon paschale enthält, als Chronik des Hippolytos be- 
zeichnet Der Matritensis 121 erfüllt nun wenigstens zum Teil 
die Ho£Phungen, die an Knusts Angabe geknüpft worden waren. 



2. Der erhaltene Text der Chronik des Hippolytos. 

Den Text der Chronik bildet (Folio 51 Recto ff) eine von 
Hippolytos selbst verfaßte * Capitelübersicht, ihr folgt die Vorrede 
und dieser eine kurze Darstellung der Ereignisse von der Erschaffung 
bis zur Völkerzerstreuung, die als ßlßXoq yspiöscog dvO^gcijtov 
bezeichnet wird^. Hierauf folgt der Diamerismos, der den ora- 
öiaofiog rfjg fieydXt]g d-ajLaOOrjg mit umfaßt, in sehr ausfQhrlicher 
Fassung^. Wie die Bemerkung (c. 43): dXX' iv aJiXoig ßißXoig 
€VQfJ06ig jrXarvzeQcog rijp dgx^P, ^fietg öe top öiafiegiOfiop 
fiopop kp övpTOfiq} yBygdtpaiisp lehrt, war sich Hippolytos bewußt, 
daß in der Kürze des ersten Teils imd in der verhältnismäßig aus- 



! 



1) Sowohl die einzelnen Bücher der sogenannten Philosophumena, 
richtig xaxä naaibv oLgioBiov zu betitelnden Schrift, als auch theologische 
Traktate des Hippolytos enthalten solche von dem Verfasser herrührende 
Inhaltsangaben. 

2) Dieser Untertitel des ersten Abschnittes wurde in den zwei als 
liber generationis I und II bekannten lateinischen Übersetzungen als Ge- 
samttitel gebraucht. 

3) Diese besondere Ausführlichkeit des Diamerismos in der Chronik 
des Hippolytos bewirkte, daß von Iriarte bis auf A. v. Gutschmid stets 
wiederholt wurde, der Matr. 121 enthalte lediglich eine griechische Fassung 
des Diamerismos. 



Text. 21 

fbhrlichen Darstellung des Diamerismos eine Besonderheit seiner 
Chronik gelegen sei. Mitten im Stadiasmos bricht die Handschrift 
ab. Von den 17 anfangs aufgezählten Capiteln fehlen also 13, die 
jedoch, wenn darin auf die lateinischen Übersetzungen ein Verlaß 
ist, die erhaltenen ersten vier an Umfang kaum übertroifen haben 
dCbrften. Im Matritensis 121 scheint also ungefähr die Hälfte des 
Werkes erhalten zu sein, falls nicht die lateinischen Übersetzer 
gegen Ende sehr viel stärker gekürzt haben als anfangs; in 
diesem Falle wäre etwa die kleinere Hälfte des griechischen 
Textes erhalten. 

Das einfachste und übersichtlichste Verfahren bei Veröffent- 
lichung des erhaltenen Anfanges der Chronik, ein bloßer Abdruck 
des emendierten Textes der Handschrift^ erwies sich als unanwend- 
bar, da diese Ausgabe durch die Möglichkeit steten Vergleichens 
mit den lateinischen Übersetzungen zugleich den Beweis für den 
hippolytischen Ursprung der griechischen Fassung erbringen 
mußte. Aber noch andere Gründe sprachen dafUr^ die umständ- 
lichere Druckeinrichtung in vier Parallelkolumnen zu wählen. In 
der christlichen Chronikenliteratur läßt sich nur selten mit voller 
Bestimmtheit feststellen, ob ein Text die bloß gelegentlich kürzende 
oder ei^änzende Abschrift, die Übersetzung oder aber die 
formliche Bearbeitung eines anderen, uns erhaltenen ähnlichen 
Werkes ist. Die ausführlichere Fassung eines Satzes in einem 
jüngeren Texte kann an und für sich ebenso oft die Erweiterung 
eines älteren Textes sein wie die ursprüngliche, in dem älteren 
Text aber gekürzte Fassung des Originales. Die kürzere Fassung 
eines Satzes in den jüngeren Quellen kann umgekehrt au und 
für sich ebensogut ein Auszug aus einer ausführlicher gehaltenen 
Vorlage sein wie der echte, in älteren Quellen erweiterte Wort- 
laut Gibt es doch in dem Bereich dieser Literatur kaum eine 
Abschrift, die nicht gewisse eigentümliche Zusätze oder Aus- 
lassungen zeigte, besonders in jenen Partien der Chroniken, deren 
selbständige Erweiterung lediglich einige Kenntnis des Alten 
Testamentes erforderte. 

Der Matritensis 121 enthält zwar sicherlich bloß eine ge- 
getreue Abschrift und zwar eine alte und verhältnismäßig sehr 
gute des griechischen Originaltextes und weder einen Auszug 
noch eine Bearbeittmg der Chronik des Hippoljtos von Rom, 
allein diese Erkenntnis berechtigt keineswegs, nun die latei- 



22 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

nischen Übersetzungen und die zahlreichen späteren Auszüge als 
überflüssig beiseite zu legen, um so weniger, da der Matritensis 
die aus dem 10/11. Jahrhundert herrührende Kopie eines im 
3. Jahrhundert abgefaßten Werkes ist und Lücken und Fehler 
enthält, für deren Ausfüllung und Verbesserung die abgeleiteten 
Fassungen unentbehrlich sind. Die Ausgabe mußte also nach 
wie vor nach den von Mommsen formulierten kritischen Grund- 
sätzen gemacht werden: adhibitis subsidiis omnibus tam Graecis 
quam Latinis, wenn diesen auch jetzt nur mehr eine geringere 
Bedeutung zukommt. 

Deshalb enthält die erste Kolumne die dem griechischen 
Original am nächsten stehende lateinische Fassung des Barbarus 
des Scaliger, die zweite den Madrider Text, die dritte und vierte 
die Texte der beiden libri generationis. 

Der Barbarus des Scaliger ist eine im 7. oder 8. Jahrhundert 
angefertigte mangelhafte Übersetzung einer alexandrinischen, mit 
Bildern versehenen Weltchronik aus dem Anfang des 5. Jahr- 
hunderts ^ Sie ist nur in einer einzigen Pariser Handschrift (Bibl. 
nai man. lat No. 4884) erhalten ^, die genau nach dem Original 
von A. Schöne im Appendix zu seiner Ausgabe der Chronik 
des Eusebius (I. p. 177fi') abgedruckt ist. Dieser das Original 
vollständig ersetzende Abdruck bei Schöne liegt auch den beiden 
letzten Veröffentlichungen: der teil weisen bei Mommsen (a. a. 0. 
chron. min. I p. 91 ff mit der Bezeichnung Cbroilicon Alexan- 
drinum) und der vollständigen bei K. Frick (chronica minora I. 
Leipz. Teubn. 1892 p. 184 ff) zugrunde; Frick hat dem latei- 
nischen Text auch eine Zurückübersetzung ins Griechische bei- 
gegeben. 

Die beiden libri generationis sind zuerst auf Grund des ge- 
samten Handschriftenmaterials von Mommsen (a. a. 0. p. 89 ff) 
und von K. Frick (a. a, 0. p. 2 und p. 80 ff) ediert. Als liber 
generationis II bezeichnete Mommsen jene Fassung, die sich nur 
in den Handschriften des Chronographen von 354 erhalten hat. Die 



1) Ein griechisclies auf Papyrusfragmenten erhaltenes Seitenstück zu 
der Vorlage des Barbarus ist der Papyrus Golenisdev (Denkschriften der 
Wiener Akad. 51. Bd.). 

2) Die Hamburger Handschrift ist ein wertloses Apographon der 
Pariser, wie zuletzt J. J. Hoeveler, Festschr. d. höheren Lehranstalten 
Kölns zur 43. Philol.-Vers., Bonn 1895, S. 193 ff dargetan hat. 



Text. 23 

Abfassung dieser Übersetzung fallt noch vor 334, denn in diesem 
Jahre endet die ältere Chronik, die der Chronograph von 354 
als Vorlage benutzte. In die Chronik von 334 hat nur ein Teil 
der Übersetzung des griechischen Originals der Chronik des Hippo- 
lytos Auiiiahme gefunden. Der liber generationis I dagegen 
ist eine ausführlichere, vollständig erhaltene, in Einzelnem ab- 
weichende, also von der in der Chronik von 334 benutzten un- 
abhängige Übersetzung desselben griechischen Originalwerkes, Er 
ist teils selbständig in mehreren Handschriften, teils als Einlage in 
dem sogenannten Fredegar erhalten, worüber Mommsens Aus- 
gabe und die Vorrede bei Frick* nähere Auskunft geben. Der 
lib. gen. I ist nach A. v. Gutschmids Nachweis (Kl. Schriften V 
S. 620) vor 460 verfaßt, weil er in diesem Jahre von dem jün- 
geren Aniobius in seinem Kommentar zum 104. Psalm schon 
benutzt wurde. Es zeigte sich als notwendig, die handschrift- 
lichen Varianten der beiden libri generationis nach Mommsens 
und Fricks Ausgaben ebenfalls in diese Ausgabe aufzunehmen, 
denn es stellt sich jetzt heraus, daß den Übersetzern nicht eine, 
sondern mehrere, in Einzelheiten verschiedene griechische Hand- 
schriften der Chronik vorlagen, die unserem Texte teils nahe 
stehen, teils aber auch von diesem abweichen, und daß ferner 
teils von den Übersetzern selbst, teils aber auch erst von den 
Abschreibern Änderungen vorgenommen wurden. 

Aus dem Vergleich dieser drei lateinischen Fassungen mit 
dem griechischen Text ergibt sich sogleich, daß schon Mommsen 
den Sachverhalt richtig erkannt hatte: Der alexandrinische Chro- 
nist aus dem Anfang des 5. Jahrhunderts, den der Barbarus über- 
setzte, folgte der griechischen Vorlage am treuesten, die beiden 
libri generationis kürzen dagegen, der ältere (lib. gen. II) mehr, 
der jüngere (lib. gen. I) weniger; bald gibt der eine, bald der 
andere das Original genauer wieder. 

Zur Ergänzung des lib. gen. U, der minder vollständig er- 
haltenen Übersetzung, kommt ferner in Betracht, was der so- 
genannte liber genealogus a. 427 von den Diamerismos betrefifen- 
den Stücken enthält (Mommsen, ehren, min. I p. 160 ff), denn 
diese sind aus dem liber generationis II — nicht aus Hippo- 



1) Frick nennt in seiner Ausgabe den lib. gen. II das chronicon 
a. 334, den lib. gen. I dagegen schlechtweg liber generationis. 



24 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

lytos direkt — entlehnt, wie im 4. Abschnitt nachgewiesen wird. 
Deshalb wurden in der dem lib. gen. U eingeräumten Kolumne 
solche Angaben des Über genealogus abgedruckt und zwar im Va- 
riantenverzeichnis dann, wenn die betreffende Stelle überdies durch 
die Chronik von 334 erhalten ist, als Text der Kolumne in 
Petit, wenn dies nicht der Fall, also die in der Chronik von 
334 benutzte lateinische Übersetzung des Hippolytos uns nur 
durch den lib. geneal. erhalten ist 

Zweifellose Zusätze der Übersetzer sind in den drei latei- 
nischen Fassungen durch kleinen Druck unterschieden, Über- 
setzungsfehler dagegen nicht korrigiert, da sie zu den Eigentüm- 
lichkeiten dieser Autoren gehören. Auch in dem griechischen 
Text ist nur weniges und nur in zweifellosen Fällen verbessert; 
die Namensformen sind grundsätzlich ungeändert gelassen. 
Fehlende Akzente, die Majuskeln bei Eigennamen, Interpunktion 
und sonst einige Kleinigkeiten sind dagegen stillschweigend hinzu- 
gefügt oder gebessert. Nach dem Vorbild von Mommsens 
Ausgabe wurden (in einigen Fällen jedoch auf Grund von Auf- 
schlüssen, die der griechische Text gab, abweichend von diesem) 
die einzelnen Abschnitte durchgezählt. Die in der Textkolumne 
des Matritensis teils links am Rande, teils im Text in Verbindung 
mit R und V. angebrachten Ziffern bezeichnen die Seiten der 
Handschrift. Eckige Klammern ([ ]) bedeuten im Text zu Tilgen- 
des, spitze Klammern (()) von mir Ergänztes. Die Varianten 
der Überlieferung der beiden libri gen. sind nach Mommsens 
Ausgabe der besseren Übersichtlichkeit wegen stets am Schlüsse 
jedes besonders bezifferten Abschnittes hinzugefügt, ebenda stehen 
die von Mommsen ermittelten Verbesserungen^; die adnotatio 
critica zum griechischen Text steht dagegen unten in den An- 
merkungen, wo auch die zu allen vier Fassungen nötigsten er- 
klärenden Bemerkungen untergebracht sind. Bei umfangreicheren 
Namenlisten wurden nach Mommsens Vorgang eingeklammerte 
( ) Ordnungsziffern eingefügt; außerhalb der Klammer stehende 
Ziffern solcher Listen sind dagegen überliefert. Die Siglen der 
Handschriftvarianten bei den libri generationis sind dieselben 
wie bei Mommsen. Beim lib. gen. I bezeichnet B einen Bero- 



1) Dazu ist auch das Varianten Verzeichnis in Fricks Ausgabe zu 
vergleichen, aus dem ich nur einiges Wenige aufgenommen habe. 



Text. 2 



5 



linensis d. 9. Jahrb., F die beste Handschrift des Fredegarschen 
Corpus, einen Parisinus des 7/8. Jahrhunderts. Unter sind drei 
Handschriften: ein Gavensis des 11., ein Parisinus des 14. und ein 
Matritensis des 12. Jahrhunderts zusammengefiißt. G und C sind 
Abschriften desselben, jetzt an Interesse gewinnenden Archetypus, 
der häufig gegen die anderen das Ursprüngliche bewahrt hat; 
6 ist ein Sangallensis des 9., C ein Phillippsianus des 10. Jahr- 
hunderts. H bezeichnet einen von Mommsen nicht verwerteten, 
von Francis Bickley für Fricks Ausgabe (praef p. CCXII) ver- 
glichenen Londiniensis des 9. Jahrhunderts. Über die Handschriften 
des Chronographen von 354 geben Mommsen (a. a.0. p. 14) und 
Frick (praef. p. CCXV) Aufschluß; den mit V bezeichneten 
Vindobonensis des 16. Jahrhunderts verglich S. Mekler noch- 
mals fbr Frick. Die sogenannten Philosophumena, richtig xara 
xaoAv algioecDP betitelte Schrift des Hippolytos ist nach der 
Ausgabe von Duncker und Schneide win Qöttingen 1859, die 
anderen theologischen Schriften des Hippolytos sind nach der 
Berliner Ausgabe der Griechischen christlichen Schriftsteller der 
ersten drei Jahrhunderte Band I angeführt. Von den sehr 
zahlreichen sonst erhaltenen Fassungen des Diamerismos stehen 
dem des Hippolytos der Osterchronist und der Synkellos am 
nächsten. Deshalb wurden die Parallelstellen aus diesen beiden 
Byzantinern in den Noten vollständig verzeichnet aber nicht alle 
ausgeschrieben, die Ermittlung von deren Quellen aber auf den 

4. Abschnitt aufgespart 

Schon bisher bestanden die triftigsten Gründe für die An- 
nahme, daß die im Jahre 234/5 abgefaßte Chronik des Hippo- 
lytos von Rom das griechische Original der drei in Rede stehen- 
den lateinischen Übersetzungen sei. Was dafür von Ducange 
(Chron. pasch. H ed. Bonn. p. 23 ff), Mommsen (Abhdlg. d. sächs. 
Ges. d. Wiss. H, S. 585 ff; Mon. Germ, auci antiquiss. IX p. 84 ff), 
A.V. Gutschmid (KL Schriften V, 614 u. ö), Geizer (Sextus lulius 
Africanus II, S. Iff), Harnack (Gesch. d. altchristl. Literatur I, 

5. 626 ff, II. 2, S. 236 und 549 ff) und anderen Forschem geltend 
gemacht wnrde, fasse ich im dritten Abschnitt S. 140 ff zu- 
sammen; hier genügt es zu bemerken, daß der griechische Text 
diese Annahme als zweifellos richtig erweist. 

Die Chronik des Hippolytos wurde ferner freier als bei den 
genannten drei Lateinern noch in mehreren späteren chronogra- 



26 ^* Bauer; Chronik des Hippolytos. 

phischen Werken, griechischen und orientalischen, teils direkt, 
teils indirekt benutzt; die beiden wichtigsten schon erwähnten, 
die Osterchronik und Oeorgios der Synkellos, gehen durch 
Vermittlung der alexandrinischen Chronik (Panodoros und An- 
nianos) auf Hippolytos zurück. Allein für die Herstellung des 
griechischen Textes kommen, soweit der Matritensis vorliegt, 
diese späteren Ableitungen, einschließlich der Osterchronik und 
des Synkellos, doch nur gelegentlich in Betracht. Deshalb konnte 
von einem vollständigen Abdruck der entsprechenden Abschnitte 
aus diesen Chroniken, der die Übersichtlichkeit nur gestört hätte, 
abgesehen werden. Dag^en ließ sich das Verhältnis dieser ab- 
geleiteten Quellen zueinander viel genauer und sicherer fest- 
stellen als zu der Zeit, da A. v. Qutschmid (El. Sehr. V, 240 ff, 



Ghron. Alex. (Barbaras). Codex Matritensis. 

(51 R) 1, a' + övvaymyf] xqo- 
vcop xal irmv dxo xrloscog 
xoCfdov l'cog T^5 kveOTcoOTjg r)- 
fdigag. 



2. T^g yrjg öiafisQicd^elctjg 



1. Wie alle Überschriften mit 
größeren Buchstaben ; a von I.Hand, 
der Zahlstrich ist später hinzugefügt; a bezeichnet das folgende als 
erstes Buch (vgl. Taf II]. 

2. T als Initiale ausgerückt. Das Kolon nach iVwf, die lib. gen. und 
unten c. 44 fordern nicht, daß r. y. d dia^egiafiöq verbessert werde. Da 
die Inseln im Text der Chronik keinen besonderen Abschnitt bilden, so 
ist Ttdaai vfjaoi inioTjfjioi noch zu c. 2 zu ziehen. 

1 — 5. Der Ankündigung in c. 1 entspricht unten Matr. 22—42 und 
entspricht, wie lib. gen. I 227 ff und Barb. 210 ff (S. 132 ff) beweisen, 
der auf den Stadiasmos folgende Teil der Chronik. C. 2 entspricht unten 



Text. 27 

585 ff) sich um die Lösung dieser Aufgabe bemühte. Davon 
ist in dem vierten, die Nachwirkung der Chronik des Hippoljtos 
betitelten Abschnitt gehandelt. 

Aus dem Matritensis ergab sich, daß der bisher als selb- 
ständiges Werk geltende und auf die Jahre 250 — 300 n. Chr. 
datierte Stadiasmos vielmehr einen Bestandteil der schon 234/5 
abgeschlossenen Chronik des Hippoljtos bildete. Der Stadiasmos 
muß daher älter sein als das Jahr 234/5. 0. Cuntz steuerte 
deshalb auf meine Bitte im 5. Abschnitt die Ergebnisse seiner 
Untersuchung über dessen Abfassungszeit bei und lieferte zu 
der unzureichenden Ausgabe in den Geographi Graeci minores 
Nachtrage und Berichtigungen nach einer von ihm vorgenom- 
menen zweimaligen Collation der Handschrift. 



Liber generationis I. Liber generationis II. 

1. Dinumeratio temporum et 1. In hoc libro sunt congre- 
annorum a generatione saeculi gationes temporum vel annorum 
usque in hunc diem. a constitutione mundi usque in 

liber generationis ab adam usque a4 hodiemum diem. 
ordinem (hunc diem Krusch) qnae conti- "v"^*^*^""*" «icu*. 
netar in hoc libro dinum. t. et a. gene- 
rationis saeculi («o F, generationes B) 
usque in hunc diem B F; haec sunt diu- 
tissime per diversa quaesita sie dinum. 
t. et a. (et a. fehU G) a generatione sae- 
culi ab a[dam usque in consulatum (-tu G) 
ualentiniani Cualentini G) et ualentis anni 
sunt vdCCCCXXVIU GC ; incipit liber 
generationibuB adam H. 

2. Terrae divisio tribus fiüis 2. Divisiones terrae tribus 



Matr. 43—201, dem c. 3 unten Matr. 202—228 beziehentlich bis 234, dem 
c 4 unten 237—239, dem c. 5 unten 235, 236. Matr. 240 wird dann der 
in der Inhaltsangabe nicht besonders erwähnte Stadiasmos eingeschoben. 
Zu solchen „Entgleisungen^' in der Komposition vgl. was K. J. Neu mann 
(Hippolytos von Eom in seiner Stellung zu Staat und Welt S. 11, 15, 50) 
fiber das Verhältnis des Proömiums und des Inhaltes von tieqI zov avxi- 
X^l<Ttav bemerkt. 

1 — 18. Inhaltsangaben vor den Proömien vgl. bei Hippol. xaz, naaoyv 
a\4f€a, am Anfang der Bücher; der Inhaltsangabe von ubqI zov ävzi- 
XQiinov (c. 5) geht dagegen das an Theophilos gerichtete ProÖmium 
voraxiB. 



% 



28 -Ä.. Bauer, Chronik des Hippolytoa. 

Chron. Alex. (Barbaras). Codex Matritensis. 

Tolg TQiölp vlotg Tov N&B q>a- 
veQtDöig x€Öv i&'Vciv' xiveq ix 
xlvoDV yByivTjvrai xal xolag 
ixaörog air&v JtoXeig xal xto- 
Qag XBxXfiQmvrar xoöai vfjöoi 
ijtlarjfiot. 

3. rlvsg ix Jioloov cbtoixot 
iyivovxo. 

4. Jtoöoi Jiorafiol oi^ofiaörol. 

5. Jtoöa OQTj opofiaöra. 

6. Jtoöoi xQiral xal xlg nooa 
1x7] IxQLvs xov Xaov. 

7. xoooL ßaöiXelg iv xfj Tbv- 
öala q>vX^ xal xlg Jtooa ext] 
ißaolXsvOBV, 

8. anoÖBt^ig jisqI xov Ilaoxct 
xal (xlg) Jtoxs ixi^QTjöev axo 
Mayvoimg avyxaxatpijipi^ofie' 

V(DV xal xmv XQ^^^^ f^^XQ^ ^^^ 
ipBCxcioTjg ^(iigag. 



— 18. Das diesen Inhaltsangaben 
Entsprechende ist nur beim Barb. 
und in den libri gen. erhalten, die ich nach Mommsen, chron. min. I 
115 ff zitiere. C. 6 = lib. gen. I 249—268, lib. gen. II 92—109, Barb. 230- 
263; c. 7 = 1. g. I 268-304, 1. g. II 109—139, Barb. 263—315; c. 8 = 1. g. 
I 304—315, 1. g. II 139—148, der Abschnitt fehlt beim Barb.; c. 9 = 1. g. 
I 316—330, 1. g. II 184—198, fehlt wie alle folgenden beim Barb. ; c. 10 =- 
1. g. I 331, fehlt 1. g. II; c. 11 == 1. g. I 332, 1. g. II 167; c. 12 = 1. g. I 
333, L g. II 168; c. 13 = 1. g. I 334, 1. g. II 170; c. 14 = 1. g. I 335, fehlt 
1. g. II; c. 15 = 1. g. I 336—353, 1. g. H 149—166; c. 16 = 1. g. I 354-361, 
1. g.n 117; c. 17 = L g. I 362—376, L g. U 199-217; c. 18 = 1. g.I 377-398, 
fehlt 1. g. II. Der im 1. g. I 231—248 und Barb. 202—229 (unten S. 132/3 
c. 227 u. 210 ff) auf das Flußverzeichnis folgenden Abschnitt über die Erzväter 
von der Flut bis Josua ist von Hippolytos in derCapitelübersicht übergangen ; 
er wird nach seiner Gewohnheit erst im Proömium c. 20 angekündigt. 
8, 2 tiq ist im Matr. ausgefallen. 



Text. 



29 



Liber generationis I. 

Noae: dedaratio gentium, quae 
ex quibus factae sint et quas 
singule terras et civitates sor- 
titae sunt, quantae insulae 
clarae. 

et qa&8 aingole (-las G) t. et c. sor- 
titae (-ti O) sunt FGG, fehU B. 

3. qui ex quibus gentibus 
transmigrayeruni 

4. quot fiumina nominata. 

5. quot montes nominati. 

statt 4. 5 qnod m. et fl. GC. 

6. quot iudices et quis quot 
annis populum indicavit. 

et GC, fehU BF. 

7. quot reges in tribu luda 
et quis quot annis regnavit. 

8. declaratio paschae et quis 
quando servavit ex temporibus 
Mojsi in hunc diem. 

fekU GC. 



Liber generationiB IL 

filiis Noe post diluvium, mani- 
festaoiones gentium, que gentes 
ex quibus nate sunt et quas 
singuli eorum provincias et ci- 
vitates hereditaverunt, quot in- 
sule manifeste. 

3. qui ex quibus gentibus 
advene facti sunt. 

4. quot flumina opinata. 

5. quot montes nominati. 

6. quot iudices et quis eorum 
quot annos iudicavit populum. 

7. quot reges in tribu ludeo- 
rum et quis eorum quot annos 
regnavit. 

8. ostensio pasche, quis ex 
quo pascha servavit a Mojsen 
computatis annis. 



4. 5. Entsprechend der Inhaltsan- 
gabe von GC sind unten S. 121 ff im 
Text des lib. gen. 1 224, 225 zuerst die 
Berge, dann die Flüsse aufgezählt. Im 
griechischen Text c 2^, 237 und beim 
Barbarus c. 207, 209 (vgl. auch die 
daneben abgedruckten Texte Matr. 
84, Yind. 171 und die Laterc. Alex.) 
gehen ebenfaUs die Berge voraus 
und die Flüsse folgen, während in 
der Inhaltsangabe die Reihenfolge 
umgekehrt ist. Diese Yertauschung 
in der Inhaltsangabe geht also auf 
Hippel jtos zurück; erst im Arche- 
typus von GC wurde die Reihenfolge 
der im Texte entsprechend geändert. 



30 ^' Bauer, Chronik des Uippolytos. 

Chron. Alex. (Barbanie). Codex Matritensis. 

9. ßaöiXstg IleQöcov ajto Kv- 
Qov xal rlg jtoöa 1x7} ißaal- 
Xevöe. 

unten 17. 



unten 18. 



10. XQ^^^^ oXvfijtiaötDV djto 
Tgp/rov tcog xriq ipsarciötjg o- 
XvfiJiiaöog. 

11. opofiara xarQiaQXciif ajto 
yevdöecog. 

12. ovofiara JtQog)7jr(5p. 

13. yvvalxeg jiQo<p?}Tiöeg. 



10. änd Tovxov cod. 

11. xal yevtaetDg cod. 



Text. 



31 



Liber generationis I. 

9. reges Persamm a Gyro et 
quis quot annis regnavit. 

nach 17 OG. 

10. reges Macedonum ab 
Alexandro et quis quot annis 
regnavit. 

nach 15 GC. 

11. imperatores Romanorum 
ab Augusto et quis quot annis 
imperavit. 

nach 9 GC. 

12. tempora olympiadum ab 
Ipito usque in praesentem olym- 
piadem. 

f*hU GG. 

13. nomina patriarcharum a 
generatione. 

nach U G. 

14. nomina prophetarum. 

15. mulieres prophetissae. 

nach 16 G, nach 18 C. 



Liber generationis II. 

9. tempora regum Persarum 
a Cyro et quis quot annis 
regnavit 

unten 16. 



unten 17. 



fehlt. 



10. nomina patriarcharum a 
geneseos. 

11. nomina prophetarum. 
11 &. nomina apostolorum. 

12. mulieres prophetisse. 



9*-19« €ber die bisherigen Rekon- IIa. Ist, wie schon erkannt wurde, 

straktionen dieses Inhaltsverzeich- ein Zusatz und der Chronik des Hippo - 
nissesauf Orund der beiden librigene- lytos fremd, 
rationis vgl.Krusch, N. Archiv 7.468 

und Mommsen, Abhdlgn. d. kgl. sächs. Ges. d. Wissensch. II 588 ff. Die 
Fredegarsche Fassung des lib. gen. I enthält im Text am Schluß noch- 
mals ein Verzeichnis der jüdischen Könige, das jedoch, wie Krusch (a. 
a. 0. 470} und Mommsen (a.a.O. 589; chron. min. I p. 79) gezeigt 
haben, ein Nachtrag vermutlich des Fredegar ist. Mommsen hat es 
daher in seinen Text des lib. gen. I überhaupt nicht aufgenommen. Fr ick 
(chron. min. praef. LI ff und in der Ausgabe selbst) hält irrtümlich das 
erste Verzeichnis der jüdischen Könige für einen Zusatz, obwohl es im 
Text an der richtigen, der Inhaltsangabe entsprechenden Stelle steht, das 
interpolierte am Schluß dagegen für das aus dem griechischen Original 
stammende. 

10. 11. Die Reihenfolge ist im lib. gen. I durch Vorausnehmen beider 
Abschnitte (im Widerspruch zu der Anordnung im Text des lib. gen. I, 
ZOT Inhaltsangabe und zum Text des lib. gen. 11) geßtört. In der Vor- 
lage der Hss. QC wurde die Anordnung noch eingreifender geändert. 



32 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Chron. Alex. (Barbaras). Codex Matritensis. 

14. ßaOtXiaiv ^Eßgalwv ovo- 
fiara. 

15. ßaöiXelg ol kv IJafiagela 
ßaocXevöapreg rmv 6ixa ^v^ 
Xc5v, xlq ojtoaa sttj Ißa (51 V.) 
cIXbvObv. 

16. aQXisQ^CDV ovofiara. 

17. (ßaöiXBlgMuxeöovwpdjiO 
^AXs^aPÖQov xal rlg Jtoaa ?r^ 
ißaalXevasp. 

18. ßaaiXelg ^Pcofialmv) axo 
AvyovöTOV, rlg Jtoca Irr} ißa- 
ölXevoev, 



19. ^EjtsiöfjjtEQ öelxara Jtävra 



16.17.18. dvöfAaxa' &7t6Aiyov(nov 
die Hs. Aus den libri gen. ergibt 
sich, daß nicht nur ßaaiXetg ^Pcjfxalfov oder ß. ^P. dvdfjiatai sondern auch 
c. 17 ausgefollen ist. Die Größe der Lücke entspricht ziemlich genau der 
Länge zweier Zeilen der Hs. Das Capitelverzeichnis ist jetzt durch den 
Matr. gesichert; die Chronik des Hippolytos enthielt also keinen Papst - 
katalog (vgl. unten S. 156 ff). 

19 — 21 Diese abermalige, vrieder verschiedenes Neue bietende Inhalts- 
angabe nicht des ganzen Werkes, sondern des ersten bis Abschnitt 8 rei- 
chenden Teiles der Chronik, in der aber z. B. der Stadiasmos abermals 
übergangen wird, entspricht ganz der Art des Hippolytos, der es augen- 
scheinlich liebt, allmählich und stückweise, immer wieder Neues ver- 
ratend, die Leser auf den mannigfaltigen Inhalt seiner Schriften vorzube- 
reiten; vgl. dieAnfangscapitel der oben S.26 zu c.l — 5 angeführten Schriften. 
Daß der ßlßXog yeviaecDq den eigentlichen Anfang machen werde (vgl. 21), 



Text. 



33 



Liber generationis I. 

16. nomina regum Hebreo- 
mm. 

reginm ex lad« naeh 18 Q, fthU G. 

17. et regam qui in Samaria 
regnaveront supra x tribus et 
quis quot annos regnavit. 

regam (reges C) samarlae naeh 10 00. 

18. nomina Bacerdotom. 

fiaeh 18 0, naeh 14 G. 

oben 10. 



oben 11. 



18a. [nomina episcoporum Bomae 
et qnis quot annis praefiiit.] 

§0 B, emperm F. Mammaen bemerkt da- 
xm; evident* errore, quem fruetra tuehir 
Kmeehiue Archiv 7. 469. Dae Oapitel fehU 
in OO, welche etatt deeeen einfügen: libri 
qai Bimt veteris et novi (et novi fehlt 0) 
teetamenti canonici cnm indicnlis Tersaam 
«md diese aufzählen. In dieeen beiden Hand- 
eekriften eind die Oapiiü folgendermaßen 
geordnet: 1. S. 8. 6. 4. 6. 7. 18. 14 (14. 13 
O). 18. 16 (fehU C). 15. 10. 17. 9. 11; 8 u, 
19 fehlen. 

19. Quoniam quidem oportet 
instmctom esse veritatis diaco- 



Liber generationis II. 

13. nomina regum Hebreorum. 

14. reges qui in Samaria 
regnaverunt et quis eorum quot 
annos regnavit 

15. sacerdotum nomina. 

16. nomina regum Machedo- 
num ab Alexandro et quis quot 
annos regnavit. 

17. imperatorum Bomanorum 
nomina a Gaio lulio Caesare et 
consulibus. 



18. Quoniamque oportet per 
omnia paratum esse veritatis mi- 



17. Da nach allen Inhaltsangaben 
und nach dem Text des lib. gen. I 
(Mommsen p. 137, c. 378) der Eai- 
serkatalog mit Augustus beginnt, 
so ist dieser AnÜEing der Liste als 
hippolytisch erwiesen, a Gaio lulio 
Caesare etc. im lib. gen. II. also eine 
Änderung des lateinischen Über- 
setzers. 



Taste a. üntertaehimgen eto. NF XIV, l 



3 



34 A. Bauer, Chronik des Bippolytos. 

ChroB. Alex. (Barbaxns}. Codex Matritensils. 

d'slaq Staxovov, dvcrpcalop rf/ti- 
Cafifjp, dyojtrjTd fiov aösXtph, iv 
övvroficp xocfjöaöd'ai Xoyovg ix 5 
Tcov aylmv yQag)Sv Jtgbg xat- 
agriöfiov öoi g^ikofiad-lag, ojtcog 
öl ijtiTOfKDP ajtoöal^Bov ovx 
agy&q (leiiSQifivtjfiipcop top ig- 
axQißaOfiov rmv xara rfjv dX^- 10 
d-siav ^/ilv dvayxalooq ijtt^rjrov' 
fiivcov h oXlycp xaraXaßcißs^a, 
kxxojtrovrsq jiqoxbqov xijv 6i 
duad-laq yerofiivt^v sQiv, ^rig 
öxotl^ovca TOP vovv dfia&^icre' 15 

QOV TOP TOlOVtOP JiQOßlßaÖSL 

20. ^fi&g dh g>iXofiaB'(5g laro- 
QBtp ßovkofispoi ijtiypcoaofuü-a 
xara dxglßsiap xcop te kß-pAp 
TOP öuciieQiöfiop xal t^p x&p 
jtarigwp i^aQid-fiovfiiprjp ysps- 5 
aXoylap, top ts r^$ xaQotxlag 
xaiQOP, Tcal T&p jtoXificop avfi- 
ßoXag, xal rrjg xAp xQirmp 
xara xp^i^ov^ Sioixi^öewg xal 

19, 3 ävayxalatg die Hb. 

20, 1 ol 6h <p. l ß. die Hs; mög- 
lich ist daher auch oX 61 <p, L ß. iniyvwoovzai. 

ist weder in 2 — 18 noch hier gesagt Daß auf den Diamerismos tCbv na- 
xiQiov iSaQid^fiovfjiivtj yeveaXoyla folgen werde, was, vrie der lib. gen. I. 
Mommsen 231—248 und der Barb. 202—229 (vgl. unten S. 132/3 1. g. I 227, 
Barb. 210 if) beweisen, ganz richtig ist, wird auch erst c. 21 nachgetragen 
und fehlt in der ersten Inhaltsangabe. Femer zeigen die Textabschnitte über 
die Könige (Mommsen 1. g. I 268 ff, 1. g. n 109 ff, Barb. 263 ff), daß 
wirklich, wie hier angekündigt wird, die unter ihnen auftretenden Pro- 
pheten genannt wai*en. In demselben Zusammenhang sind die alxf^aXfoalai 
erwähnt und es findet sich auch den folgenden Sätzen dieser Obersicht 
Entsprechendes, worauf L g. I 304, Barb. 139 der Abschnitt über die Pascha- 
feiem folgt Zu 19 ff vgl. Hipp, xat, naa. alg. X 30 ßovXöfxevot, xolq tpiko- 
fiaB^iaiv i7ii6ecxvvvaij fjv SxofJiBv avogyPiv tieq! rd d^sTov t^v te a6icvaxzov 
yvibaiv, Jfv iv növoig xext^/jied^a negl z^v dX^O^eiav. Hipp. tisqI Xqiozov 



Text. 



35 



Liber generationis I. 

num, necessarium ezistimayi, fra- 
ter caiissime, hos in breyi de 
sanctis sciiptaris &cere sermones 
ad corroborandam doctrinam 
tuam, ut per pancas enarrationes 
Don sine causa inqnisitas virtu- 
tes yeritatis citins agnoscamos, 
abscindentes prios indoctorum 
generatam conientionem, quae 
obombrant sensom huiuscemodi 
indoctum edoceat 

8 ne necessariam B — 6 corroboran- 
dam B« — 12 seniom] F, fthU B. 

20. Summa autem cum indu- 
stria praevidere cupienies iuxta 
Yeriiatem cognoscimus gentium 
divisiones et parentum dinume- 
ratam generationem, intrabita- 
tionis quoque tempora et bello- 
rum commissiones et iudicum 
tempora dispensationis et regum 
annos et prophetarum tempora, 



Liber generationis II. 

nistrum, Optimum arbitratus sum 
compendiosum sermonem facere 
ad congruam sapientiam: opus 5 
est etenim per ostensionem non 
vacue cogitantes, sed liquidum 
secundum veritatem historie in- 
quirere in brevi que adprehen- 
dimus, amputantes primum con- 10 
tenciones ignorantium, quae ge- 
nerant litem et obscurant sensum 
ignorantium que possunt studeri. 

1 qnoniamque Y, qaoram omnium dit 
anderen Haa. — 5 opost etenim Y ; vieüeiefU 
die Olosee öxw^ = nt enim ~ 18 qni Y. 

19. Qui autem diligenter yo- 
lunt et studiose historiam dis- 
cere, cognoscant gentium diYi- 
siones et patrum genealogiam et 
temporum Y peregrinationes et 5 
ciYitatum conYentiones et iudi- 
cum dispositiones et regum tem- 
pora et prophetarum, quae au- 
tem captiYitates in populo fa- 



xal 7t€Ql xov SlvtixqIotov, 1. BovXrjS'ivtt aoi xax^ axglßeiav ixfxad^eZv tä 
nQoxBd'ivTa i>nd aov fifiTv xeqxxXaia, ayaTtrjti (xov äÖBX(pl Beöipike^ eij- 
koyov ilY^jodfitp' , iLq)^6vwq agvaaixevoq log i^ aylag nriyijq i§ ahxGiv x(bv 
^Uov yQaifXhv xaxaat^aal aoi xax* dfp^aXfiov xä ll,Tjxov/ieva .... 5. UAA' 
ineiS^l xaiQÖg Xontbv dnaixst ngbg xa ngoxelfieva j avxaQxCbv Övxiüv 
raw iv x^ TiQOOifiltp elg Sö^av d-BOv elQrifiiymVj Slxaiöv iaxiv ^fxäg «^«i/;a- 
nkvovg abtlbv tibv ^bIwv yQatpwv inideltai, dt' arrtJüv, xig xal noxan^ fj 
ToO dvziXQlcrov nagovala, nolo) 6h xaigCo xal X(*ovw o avoinog anoxa- 
Xv^>^ottaij n6^€v Sh xal ix nolag qn^Xr^g, xal xl xb xovxov Bvofia xxX. 
TgL 67 rafrxd aoi Siä ßgaxiiov i^ &yd7CTjg xfjg n^og xov xvqlov dgradjuevog 
iS ayicüfV yQatpGnf ibg ehöSfuov, xal nXicag axlipavov inovgdviov ngoatp^QO} 
col, dyanfTti ßov ddiXifk 66dq>iXe, xxX, Vgl. xax, naa. alg. IV 42; V 17, 

45; Vn 14. 

3* 



36 ^- Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Chron, Alex. (Barbaras). Codex Matritensis. 

räp ßaöcXicov xaiQovg, xal xqo- 10 
g>7iTciv XQ^^ovg, rlveg ijtl rl- 
vmv ßaöcXiwv ysYivrjvzar a- 
jiolac (52 R.) 6h alxfiaXoclai 
xqt Xa€p kjcl rlvmv ßaoiXiwv 
xal XQirAv cvfißeßi^xaoi * rlveg 15 
6h dgxtBQelg rlci XQ^^oig lega- 
XBvOav rlg 6h 6 (iSQiCfiog x&v 
xaiQ&v xal Xa&v yeyivtjTai' 
jtoig 6h ^ xaraY(oyfi xov önig- 
fiarog ^löQaijX ix xaxiQov elg 20 
XqiOxov XBxXiqQmxai ' xal xlva 
xai Jtoca xäv XQOvmv xaxaQiB-- 
(lelxcu 6X1] d:n6 xxlasog xocfiov 
ia>g xijg ivsöxciarjg ijfi^Qag. 

21. e6o^e 6h ^fitv kvaQ^ani- 
voig djto xfjg yerioemg xijv xaxä 
Xoyov äjt66ei^ip, xaü-cog axai- 
x€l, iv övpxoficf) g>av£Qciöai, ovx 
Ig I6lag fiagxvQlag {dXX* ix xcov 5 
dylcov yQaq>mv xexfirjQKDöafii' 
vocg), ivxsvd-sv xolvvv dtpoQ- 
nag Xaßovxsg xop xaxä xdgiv 
Xoyov ix xTJg ysviCBog jteiQci- 
fied'a jtoi6lc9-ai. 



22. ßlßXog yBvicecag dvd-Qci- 



20, 16 xoTg xQ^^oig IsQatevaavtsg 
die Hs. 19 dncDQ 6s ^. x, die Hs. 

21, 5 Die Lücke der Hs. beträgt ungefähr den Umfang einer Zeile. 
Zum ProÖmium des Hipp. vgl. das des Pseudo - Skymnos, Geogr. Gr. min. 
I p. 196. 

22. Diesem Untertitel des ersten aus Genes. 5. lif geschöpften Ab- 
schnittes geht in der Hs. etwas freier Raum auf der Zeile vorher. 



Text. 



37 



Liber generationis I. 

qui et quibus regibus nati sunt, 
quales captivitates populi qui- 
bus regibus et quibus iudicibus 
contigerint quique sacerdotes 
quibus temporibus fuerint et 
quae divisio, quae perditio facta 
sit, quo autem modo generatio 
seminis Israhel de patribus in 
Christo conpleta sit et quot 
quantique per quanta tempora 
dinumerentur anni a creatura 
saeculi usque in hunc diem. 

8 diipenBBtiones di« Est. — 10 nati s. 
q. c. p. q. regibus F, fehlt B — 16 gene- 
ratione B« — 80 dimnmerentar B. 

21. Existimavinius autem in- 
cipientes a Genesi iuxta verbum 
ost^nsionem, sicut ezpetit, decla- 
rare, non ex nostra quadam parte, 
sed ex ipsis sanctis scripturis 
testificarL Hinc ergo occursio- 
nem arripientes iuxta ordinem 
de Genesi sermonem faciemus. 

4 partem B« — 6 testificati Momms, 
DU HsM, QG Uuaen 19, 1 Qaoniam qaidem 
bis 81, 6 Hinc ergo incipiemas et iuxta 
ete. aus. 

21a Ezplicit prefatio. fehU 6C. 
21^ Incipit narratio. fekU 6C. 

22. Liber generationis homi- 
num. 



Liber generationis II. 

erunt, sub quibus regibus et 10 
iudicibus contigerunt, qui autem 
sacerdotes fiierunt vel quibus 
temporibus sacerdotium funxe- 
runt, quae autem divisiones tem- 
porum et popiüorum facte sunt, 15 
ut autem discensio senum Is- 
rael ex patribus in Christo ad- 
impleretur et quot et quanta 
tempora dinumerantur annorum 
a constitucione mundi usque in 20 
hodiemum diem. 

5 tempornm peregr. Frick, tempora pe- 
regrinationis Momm. — 16 senum Y, se* 
minis Momm. 

20. Visum est nobis sermo- 
nem a Geneseos facere non ex 
proprio argumento, sed de sacris 
scripturis testimonia tollentes. 
Hinc ergo initium sumimus se- 5 
cundum ordinationem a Gene- 
seos acceptam. 



20a Explicit prefatio. 

20b Incipit chronica Horosii. 

21. Liber generationis mundi. 



21a, b, 20af b. Diese der Terminologie der lateinischen Handschriften 
entsprechenden Bemerkungen sind Zusätze der Obersetzer oder Abschreiber 
und haben mit dem Hippolytostexte nichts zu tun, wie die falsche Be- 
ziehung von 20b anf Orosius überdies dartut. 

22. 21. Dieser Untertitel wurde in einigen lateinischen Fassungen 
(s. oben die Varianten zu c. 1 des lib. gen. I) zum Gesamttitel und blieb 
in der wissensdiaftlichen Terminologie bis heute als solcher üblich. 



38 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras]. 

1. Primus homo factus est a deo, 
cui nomen erat Adam, uxor autem 
eius Aeva. 

2. Ab Adam usque ad dilinum 

Noe generationes X, anni autem duo 

milia ducenti quadraginta duo. 
12 ZeiUn lur. 

3. Adam factus est annorumducen- 
torum treginta et sie genuit Seth. 
mortuus est autem Adam annorum 
noningentorum treginta. 

4. Seth autem yizit annos CV: fiunt 
simul anni quadringenti XXXY: et 
genuit EnoB. mortuus est autem Seth 
annorum noningentorum duodecim. 

CY SehreibfehUr ataU CCY, wü die Sum- 
mieruf^ lehrt. 

5. Enos autem vizit annos CXG: 
fiunt simul anni sexcenti quinqua- 
ginta quinque: et genuit Cainan. 
mortuus est autem Enos annorum 

noningentorum quinque. 

Bexoenti quinq. qain(}ae Sehreibfehler für 
sex. viginti quinque, une die folgenden Zah- 
len lehren. 

6. Cainan autem vixit annos CLXX: 
fiunt simul anni DCC nonaginta 
quinque: et genuit Malelehel. mor- 
tuus est autem Cainan annorum no- 
ningentorum XC. 

7. Malelehel autem vixit annos 
centum sexaginta quinque: fiunt 
simul anni noningenti sexaginta: et 
genuit lared. mortuus est autem 
Malelehel annorum octingentorum 
nonaginta. 

8. lared autem vixit annos cen- 
tum sexaginta duos: fiunt simul anni 
mille centum viginti duo: et genuit 
Enoch. mortuus est autem lared 
annorum noningentorum LXII. 



Codex Matritensis. 

23. H tjfiiga kxolrjOBV 6 ü-sog 
rov ^Aöofi, xaz* elxova B-eov 
ixolrjöBV avrov. 



24. e^rics 6h Aöa/i irrj öX 
xal iyivi^ce xov JSrjB-. 



25. xal i^TjCs Sfid- Ixrj os xal 
iy^pvrjöe rov ^Evcog, 



26. xal i^rjös *Epcog ertj q^ 
Tcal hyivvfjOB rov Katvav. 



27. xal l^TjöB Katvav Irrj qo 
xal kyivvriCB xov MaXBXBtiX. 



28. xai B^riöB MaXsXBTjX bttj 
Q^B xdi iyivvrjöB rov ^laQBÖ. 



29. (52 V.) xal t^rjOBlaQeö hrj 
Q^ß xal kyivvrjöB rov ^Evcox- 




IfF. Der Alexandriner gibt den 
Anfang ausführlicher als die Chronik 

des Hippolytos ; erst beim Diamerismos (c. 24 unten S. 46) angelangt, schließt 
er sich genau an diesen an. Die freien Zeilen der Pariser Hs. bezeichnen 
die Stellen, an denen die griechische Vorlage Miniaturen hatte. 



Text. 



39 



Liber generationis I. 

23. Quo die fecit deus Adam 
ad imaginem dei fecit eos. 

fecit eos fehU OG. 



Liber generationis II. 
22. Qua die fecit deus Adam 
ad imaginem et similitudinem 
saam. 



24. yixit antem Adam annis 23. Adam annoram CXXX ge- 
CCXXX et genuit Seth. nuit Seth. 

«o B, CXXX F, CCXX G. 

25. yixit autem Seth annis 24. Seth annoram CG genuit 
CCV et genuit Enos. Enos. 



26. et vixit Enos annis CLXL 25. Enos annorum CXC ge- 
et genuit Cainan. nuit Cainan. 



caman Y. 



27. et yixit Cainan annis GLXX 26. Cainan annorum CLXX 
et genuit Meleleel. genuit MalaleeL 



maleleel G, malelel GS malaleel G'. 



caman Y. 



28. et yixit Meleleel annis 
CLXII et genuit laret 

maleleel G. malelel GS malaleel G* 
vnd andin heaaere Hbm., fehlt B; CLXY G, 
CLX C. 



27. Malaleel annorum CLX VI 
genuit lareth. 



29. et Tixit laret annis CLXII 28. lareth annorum CCLXVI 
et genuit Enoc. genuit Enoch. 



L g. I 24 and 1. g. 11 23 ff. Im Verhältnis zu den Zahlenverderbnissen 
dieser beiden lateinischen Übersetzungen ist die Überlieferung des Bar- 
baras schon erheblich besser. Die Zahlen des griechischen Textes sind 
sehr gut überliefert, was um so bemerkenswerter ist, als später im Stadi- 
asmos sehr viele yerschriebene Zahlen sich finden. 



40 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras). 

9. Enoch autem vixit annos cen- 
tarn sexaginta Y: fiunt simul axrni 
mille ducenti octuaginta YII: et ge- 
nuit Mathusalam. placuit autem 
llnoch deo &ctu8 annorum tricen- 
torum sexaginta quinque et trans- 
latus est. 

10. Mathusalam autem vixit annos 
CLXYII: fiunt simul anni müle qua- 
dringenti LIIII: et genuit Lamech. 
mortuus est autem Mathusalam anno- 
mm noningentorum LXYIIII. 

11. Lamech autem vixit annos 
GLXXXYIIl: fiunt simul anni mille 
DCXLU: et genuit Noe. mortuus 
est autem Lamech annorum septin- 
gentorum. 

12. Factus est autem Noe anno- 
rum quingentorum: fiunt simul anni 
^uo milia CXLII et genuit Noe tres 
filios Sem, Cham et lafeth. 

13. Hier folgt eine sehr ausfuhr- 
lichey bei Mommsen mit abgedruckte 
Darstellung der Flut, als Noe 600 
Jahre alt war {Sems Alter ist nicht 
angegeben) f die, wie der Matr, und 
die lib, gen, xeigen, nicht bei Hippo- 
lytos stand, 

14. Fiunt autem simul ab Adam 

usque ad diluvium Noe anni duo 

milia ducenti quadraginta duo. 
26 Zeilen leer. 

15. et a diluvio Noe usque ad 
turris aedificationem et confdsione 
linguarum generationes sex, anni 
autem quingenti quinquaginta octo. 

16. Hii autem sunt filii Noe: Sem, 
Cham et lafeth post diluvium sie: 



Codex Matritensis. 



30. xäi i^Tjöe *Eva)X ?^^ Q^^ 
xdi t/ivvriöB top Mad-ovoaXa, 



31. xal e^fjos Mad-ovCaXa 
irtj pgg xal iyivvriOB top Aa- 

32. xal iC^Tjös Aafiex ^ttj QJtrj 
xal iyippTjce top Näe, 



33. xal Tjp NAb hcöp <p xal 
kyippTjOe TQstg vlovg, top Sfi(i, 
TOP Xafi, TOP *lag>eO; 

34. (i€Ta 6h ^T7] Q TOV TSX&'fj' 

vai TOP JSfi(ji ylPETai 6 xaTa- 
xXvöfiog oPTog tov Ncie hSp x* 



35. ylpopTat ovp djto ^Aöafi 
iog TOV xaTaxJLvöfiov yBvsal 
öixa, Itti ß{ö)ptß 



36. avTfi ^ yspeatg ^fjfi- 



■^ 



35. Die Hunderte der Summe sind 
in der Hb. ausgefallen. Dieselbe 
Summe gibt Hippolytos im Kommentar zur Apokalypse fr. 22 (Die griech. 
Christi. Schrittet. I. 2, Hipp. -Kl. Schriften S. 238). 



Text. 



41 



Liber generationis I. 

30. et Tixit Enoc annis CLXV 
et genuit Matusalam. 



Liber generationis II. 

29. Enoc annorum CLXV ge- 
nuit Matusala. 



31. et yixit Matusalam annis 
CXVU et genuit Lamea 

CLXVn G, CLXV c. 



30. Matusala ann. CLXXXVII 
genuit Lamech. 



32. et Tixit Lamec annis 

CLXXXVm et genuit Noe. 
cxxm Gc. 



31. Lamech annorum CLXXII 

genuit Noe: fiunt simul anni 
DCXLII. 

DCXCII korrigiert mu DCXLII V. 



33. et erat Noe annorum D 32. Noe annorum D genuit 
et genuit tres filios Sem, Cham filios tres Sem, Cham et lafeth. 
et lafeth. 



34. Post annos autem C, post- 
quam generatus est Sem, fit 
diluvium, cum esset annorum 
sescentorum Noe. 



33. Erat autem Sem annorum 
C, quando factum est diluvium, 
cum esset Noe annorum DC. 



35. Fiunt ergo ab Adam usque 
ad diluyium generationes X, 
anni HCCXLII. 

I^en. XI F. 



34. Fiunt ergo ab Adam usque 
ad diluyium anni duo milia 
CCXLII, generationes X. 



36. Hae sunt generationes 
Sem« 



35. He sunt generationes Sem. 



31. Die Summe ist, wie deren Fehlen 
in den anderen Ableitungen zeigt, ein 
Znsats des Obersetzera oder Schreibers; es fehlen die Tausende, nur die Hun- 
derte stimmen mit den Posten, die 1646 geben, jedoch schlecht überliefert sind. 



42 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras). 

17. Sem factos est annomm CI: 
fiunt simul anni duo milia trecenti 
quadraginta tres: et genoit Arfaxad. 

18. Ar&xad antem vixit annos 
centum treginta Y: fiunt simul anni 
duo milia quadringenti septuaginta 
octo: et genuit Cainan. 

19. Cainan autem vixit annos cen- 
tum treginta: fiunt simul anni duo 
milia sexcenti octo : et genuit Salam. 

20. Salam autem vixit annos cen- 
tum treginta: fiunt simul anni duo 
milia septingenti treginta octo: et 
genuit £ber. 

21. Eber autem vixit annos centu 
XXXIIII: fiunt simul anni duo milia 
octingenti duodecim: et genuit Fa- 
lech [et Ragau fratrem eins]. 

dao mil. oct. dnodec. Schreib fßhior für 
8872, wie die Paatenxahl lehrt. 



Codex Matritensis. 

37. S^fi S>p ircip q iyip- 
vrjöB TOP 'AQg)a§a6 etovg öev- 
xigov fiera top xazaxXvCfiOP. 

38. xät e^fjOep lAgtpa^aö st?] 

qXb xai iyipptiOB top Katpap. 



39. xal e^fjos Kaipap bttj qX 
xcä k/ippTjös TOP 2aXa. 

40. xal i^rjas SaXa Uri ~qX 
xdL kyippriCB top "EßBQ, 

41. xal B^fjOBP *EßBQ BTTj pl 

xal kyippTjOB top ^aXBy. 



2 — 23. In diesem Abschnitt liegen 
bei dem Alexandriner zwei mitein- 
ander unvereinbare Rechnungen vor. 
Auch wenn die 3 Schreibfehler c. 4, 
5 und 21 korrigiert werden, bleibt 
der Widerspruch: 2242 Jahre bis 
zur Flut -h 558 Jahre von der Flut 
bis zum Turmbau (c. 15) «= 2800 
Jahre mit der (23) angegebenen Ge- 
samtsumme 2878 und der Posten- 
Bumme 2872 (21) bestehen. Sem wird 
femer einmal mit 100 Jahren vor 
(13), einmal mit 101 Jahre nach 
der Flut (17) gerechnet; auf diese 
zweimalige Einrechnung der Jahre 
Sems geht die Differenz zurück, 
welche die 2800 oder mehr Jahre 
betragenden Summen von der des 
Hippolytos (2767) unterscheidet. Hip- 
polytos' Chronik kann also in diesem 
1. Abschnitt von dem Alexandriner 
höchstens neben einer zweiten Quelle 
benutzt sein. Vgl. die Anm. zu 
Mat. 43 S. 44. 



22—42. Dieser erste Teil der Chro- 
nik des Hippolytos ist im Matr. mit 
Ausnahme der einen c. 35 ergänzten 
Ziffer korrekt überliefert, wie die 
Übereinstimmung der Posten und 
der Summenangaben beweist. Von 
Genes. 5, Iff nach der Septuaginta 
unterscheidet sich nur c. 41, in dem 
130 und nicht 134 Jahre gegeben 
werden, wie die Lateiner im Text 
haben. Hipp, ignorierte in seiner 
Rechnung, daß Arphaxad im 2. Jahre 
nach der Flut geboren wird (37), und 
erhielt so von Adam bis Falek 2242 
-1-525=2767 Jahre. An der lücken- 
haft überlieferten Stelle Hipp, xarä 
naa, aiQsa. X, 30 steht fiir die 5 
Generationen von Noe bis Eber die 
Summe 495 Jahre; diese erhält man 
auch nach dem Text der Chronik: 
Sem 100 -h Arphaxad 135 -|- Kainan 
130 -f Sala 130 = 495. 



Text. 



43 



Liber generationis I. 

37. Sem cum esset annörum 
C, genuit Arfaxat anno II post 
diluyium. 

38. et Yixit Arfaxat annis 
CXXKY et genuit Cainan. 



Liber generationis IL 

36. Sem post diluTium anno 
secundo genuit Arfaxath. 

Sem fehlt V. 

37.ArfaxathannorumCXXXVI 
genuit Cainan. 



39. et vixit Cainan annis GXXX 
et genuit Sala. 

salam GC. 

40. et vixit Sala annis CXXX 
et genuit Eber. 

salam GC. 



38. Cainan annorum CXXXI 
genuit Sala. 

39. Sala annorum CXXX ge- 
nuit Eber 

Ebes y. 



41. et vixitEber annis CXXXIIII 40. Eber annorum CXXXIIII 
et genuit Falec genuit Faleg. 



cxxxni GC. 



1. g. I 24—42 und L g. II 23—41. Die Zahlen der beiden Hb. gen. 
fiind nicht nur durch Schreibversehen entstellt, sondern zum Teil auch 
willkürlich geändert; zu diesen Änderungen gehört auch die Einsetzung 
von 134 (var. 133) Jahren bei Eber, was die Septuaginta bietet, während 
die Vorlage oder Rechnung des Hippolytos 180 ergab, eine Zahl, die sich 
in keiner anderen Quelle findet. Infolge dieser Änderung sind die Sum- 
menzahlen von 525 und 2767 auf 529 und 2771 (bezw. mit dem »biennium« 
auf 2773) erhöht worden. Im lib. gen. II 37, 38 ist das biennium so einge- 
bracht, daß Arphaxad 136 statt 135, der zweite Eainan 131 statt 130 Jahre 
erhielt. Bei den Vätern vor der Flut macht im lib. gen. 11 die Summe 
der schlecht Überlieferten Posten 2246 und nicht, wie die Summenan- 
gabe c. 34 lautet, 2242 Jahre aus. Allein korrigiert dürfen diese Zahlen 
nicht werden; hier haben die Hände späterer Rechner gewaltet. Im lib. 
gen. I sind die besonders in der Hs. Q besser überlieferten Zahlen wahr- 
scheinlich mittelst der Sept. bewerkstelligte spätere Korrekturen (vgl. 
oben S. 29 Anm. zu 4. 5 des lib. gen. I). 



44 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras). 

22. Hier folgt eine ausführliehej 
bei Mommsen mit abgedruckte Dar- 
Steigung des Turmbattee und der Vol- 
kerxerstreuung , die ebenfalls nicht 
aus Hippolytos stammt, 

23. Fiiint autem simul ab Adam 
nsque ad turris aedificationem et 
dispersionem terrae generationes 
quindecim, anni duo milia octin- 
genti LXXVni. 

14 Zeiltn Uer. 



Codex Matritensis. 



42. ijcl TOVTOv yspeal Jtivxe^ 
6X71 yxg , cht 6 6h ^Aöafi yBveal 

2 ZeiUn fni. 



43. (53 R.) + *AqxV ^oi; XQo- 
voyQag)ov. dXX' iv aXXocg ßl- 
ßXoiii evQfjOsig JtXaxvxigoq xfjv 
agxfjP, ^ftBlg dh xov diafisgi- 
öfiov fiopop kv OvvxofiG) yeyQtt' 5 
q>afi6P. ylvovxai ovv ofiov aJto 
*Aöa(i la)q xfjg JtVQyoTtoäag xal 
Ovyxvosoog x&v yXcoöCcip ys- 
vsal fihv CS exrj 6h ßo). 

44. •)<• öiafieQiOuoq xfjg yrjg,^ 



43. 44. Mit größeren Buchstaben 
geschrieben wie Ta£ II u. III die 
Überschriften. — 43, 9 ^ätö die Hs. ; der Schreibfehler ist sowohl nach dem 
vorhergehenden Text wie auch deshalb zu korrigieren, weil beim Barb. 
zweimal (c. 14 + 15 oben S. 40 und c. 212 unten S. 132) die Zahl 2800 
vorkommt. Iriarte p. 484 bemerkt zu dieser Oberschrift: Calligraphi, 
ut yidetur, annotatio; dies ist falsch. Hippolytos bezeichnet sich noch 
einmal wie hier in einer Übergangsformel der Chronik als XQ^'^^VQ^V^^''^ 
Necesse enim est ad historiam currere chronographum per Ebreorum 
regna etc. (Barb. Schöne p. 200, Frick p. 246, ed. Mommsen c. 258 
S. 119). 

Die Sätze der Chronik c. 43, 44 haben alle Übersetzer ausgelassen; 
daß sie aber dennoch hierher gehören und echt sind, beweist also der 
Alexandriner, demzufolge sich Hippolytos auf diese Bemerkung zurück- 
bezogen hat. ^ÄQxh '^ov xQOvoygdipov bildet den Abschluß der cc. 23 — 42; 
die Wo^te: &W iv äXXoig ßlßXoig xiX, zielen auf andere Chroniken. 

Neu und der c. 42 gegebenen Summe scheinbar widersprechend ist 
die Zahl 2800 (statt 2767). Aber c. 42 ist die Zeit von Adam bis zur Ge- 



Text. 45 

Liber generationis I. Liber generationis II. 



42. usque ad hunc generatio- 41. Fiunt simul anni DXXXI, 

nesY, anDiDXXVIIII: ab Adam generationes V: ab Adam gene- 

autem generationes XV, anni rationes XV, anni IIDCCLXXIIL 
sunt ÜDCCLXXI 

Bont ergo a dilnvio nsqne ad natioi- 

u 
Utem falech anni DXXXI (DXXVII 0) 
com illo biennio qnod memorayi snpe- 
lins pOBt dilnvio seonndo anno genitum 
arfazat GG. — ll DCGLXXni O. 



bort des Phalek angegeben, hier die Zeit von Adam bis zum Turmbau, 
den HippolytoB also in Phaleks 33. Jahr setzte, dessen 100 Jahre er erst 
später einrechnete (vgl. Barb. 214 unten S. 132). Damit sind die Rekon- 
straktionsversuche Geizers (S. Jul. Afric. 11, S. 4 u. 316 ff) zu vergleichen. 
Diese 2800 Jahre, die auch beim Barb. im Widerspruch mit einer zweiten 
von ihm befolgten Rechnung erscheinen (oben S. 42 Anm. zu Barb. 
^ 2—23), dann aber seiner Rechnung von der Yölkerzerstreuung an zu- 
grunde liegen, sind also keineswegs zu eliminieren, sondern sie stammen 
aus Hippolytos' Chronik, der somit bis zur Flut 2242, bis zur Geburt 
Phaleks 2767 und bis zur Yölkerzerstreuung 2800 Jahre rechnete, anders 
also als sein älterer Zeitgenosse Africanus, der 2262 Jahre bis zur Flut 
Eählte (Geizer a. a.0. I 52, die Ziffer ist dreimal bezeugt) und von dem 
sich Hippolytos auch dadurch unterscheidet, daß er den zweiten Kainan, 
der bei Africanus noch fehlte, nach der Flut mitzählt. 



46 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras). 

24. Terrae divisiones tres 
filios Noe post diluvio factum 
est sie Sem, Cham et lapheth. 



25. Trium fratrum secundam 
tribum partiti sunt super terram, 

26. et Sem primogenito a 
Persida et Bactrium usque in 
India longitudo, latitudo autem 
ab India usque Binocorurum. 



27. Cham autem secundo ab 
Rinocorurum usque Garirum. 



Codex Matritensis. 

45. l^g yfjq 6 öiafi€Qiöfi6g 
xolq TQiclv vlolg rov Ncöe fiera 
xov xaraxXvOfibv iyivBXO ov- 
T(Dg rS Sijfi, rc5 Kafi xdi xA 

46. Tcop XQimv dösXgxDV al 
q>vXal öcsfiBQlod'Tjaap, 

47. xal xA fihv Si^fi r<p 
XQCoxoxoxq) 0310 IleQOlöog xdi 
BaxxQiDV %<Dq ^Ipöixrjg x6 (i^ 
xog, jtXaxog 6h axb xijg *Ivdi' 
xijg ?a)g ^ PtvoxoQOvgmv. 

48. Xafi de xm öevxiQcp oJto 

^PlVOXOQOVQOOV ^COg FaÖBlQtDV 

xa JtQog voxov. 



28. lafeth autem tertio a Mi- 
dia usque Garirum ad aqui- 
lonem. 

29. Habet autem lafeth flu- 
vium Tigrem, qui dividet Me- 
diam et Babyloniam in terra 
Assyrionim. 



49. ^latpsd- Sk x^ xqIxo) djto 
Mrjölag tcog FaöelQiDV xa JtQog 

ßOQQCLV. 

50. "ExBt 6b ^Iag)Bd' jtoxafiop 
Tlygip, xov 6coQl^ovxa Mtj- 
ölav xal BaßvXwvlav, 



29. Die letzten Worte sind ein 
Zusatz, sei es des Alexandriners, sei 
es des Übersetzers. 



45. Anfangsbuchstabe ausgerückt. 

45. 46. A. y. Gutschmids (El. 
Schrift. V 650, 655) Versuche, aus 
den drei lateinischen Übersetzungen 
den griechischen Wortlaut der Vor- 
lage zu ermitteln, sind nicht ge- 
lungen, wie der Matr. jetzt zeigt. 
Das Gleiche gilt von Fr ick s (chron. 
min. p. u. 87) Bemühungen. 

47. Nach dem ersten ?a>$ steht in 
der Hs. noch Ißo o ; zwischen <r n. o 
ist radiert. 49. MijSelag die Hb. 

50. Mtiöelav die Hs. 



Text. 



47 



Liber generationis I. 

43. Divisio terrae tribus filiis 
Noe post diluvium, Sem, Cham, 
lafet. 

naek terrae MUlä et B., f$hU OC. 



Liber generationis II. 

42. Divisio terre tribus fiUiis 
Noe post diluvium. 



44. Triam fratrum tribus di- 
yisae sunt, 

45. et Sem quidem primoge- 
nito a Persida et Bactris usque 
in India longe usque in Rino- 
coryris est 

nach prtmogenito fugt 0: pari facta 
est em — persida (persidam C) bactris 
(bactrix O) longe Gongi O, in longnm 
et') nsqae rinooamris (rinocomris €>>) QC. 

46. Cham autem secundo a 
Rinocomris usque Gkdira ad 
austrum. 

gadira G, gadiram C, gariraat B, ca- 
riraat F — ad anstmm fekU in BF. 

47. lafet autem III a Media 
usque Gadira ad borram. 

nsqae italiam et gadeb G, asqoe ita- 
Uae gisd . . CS nsqne italiae ad gades C. 

48. Habet autem lafet flumen 
Tigridem, qui dividit Mediam 
et Babiloniam. 

frnmen BS 

49 8, S, 49. 

49. 50. Die Reihenfolge ist in 
den Hss. umgekehrt; Sem nnd £u- 
frat gehen vorher. Dies kehrt nur 
bei Aznobios wieder, der den lib. 
gen. I benutzte (A. v. Gutschmid, 
Kl. Sehr. V 620). 



43. Trium fratrum in tribus 
partibus divisa est terra, 

44. Sem vero prioris filii por- 
tio est a Persida et ab anstro 
usque in India et Rinocorura 
longitudo: et habet fluvium Eu- 
fraten. 

vgl. Üb. geneal. lll unten S. 97. 

88. Cham vero secundus filius 
Noe a Rinocorura usque ad 
Cades, que est ab austro: et 
habet fluvium Geon qui vocatur 
Nylus. 



43. partibus ist späterer, aus 
mangelndem Verständnis von ,,in 
tribus^' entsprungener Zusatz. 

44. Der Zusatz über den Euphrat 
als Fluß Sems schon an dieser Stelle 
rührt daher, weil diese lateinische 
Bearbeitung im folgenden die An- 
ordnung geändert und stark gekürzt 
hat. In ab austro steckt wohl 
a Bactris. 

88. Vgl. Anm. zu 44. 



48 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Ghron. Alex. (Barbarus). 

30. Cham autem habet flu- 
vium Geon, qui vocatur Nilus. 

31. Sem autem Eufraten. 



32. Confusae sunt autem lin- 
guae super terram post dilu- 
yium: fuerunt autem quae con- 



Codex Matritensifl. 

51. o dh Xafi exsi (53 V.) 
jtorafiov Frimv rov TcaXovfiB- 
vov NbZXov XQ^^OQQoav. 

52. o 61 Still exsc Jtotafiovg 
ovo' xov Evg)QaTr]v xal top 
0cOcip. 

53. SvvBXvB-ricav 61 al yXcic- 
öai fiera xov xazaxXvOfiov ixl 
rfjq yfjg' i^cav ovv al oxr/xv- 



32. 34. Frick, chron. min. p. 194 
hält septuaginta beidemal irrtümlich 
für einen Lesefehler des Übersetzers 
(statt oß). Schon A. y. Gutschmid 
(Kl. Sehr. Y696ff) erkannte, daß die 
Zahl 70 nicht korrigiert werden 
dürfe, da sie in späteren Ableitungen 
(beim sogenannten Julius Pollux h. 
ph. p. 66, 68 ed. Hardt, in den ix- 
Xoyal IcTOQübv , bei Georgios Mo- 
nachos und anderen eine näher ver- 
wandte Gruppe bildenden Zeugen, 
vgl. unten Abschnitt 4) wiederkehrt. 
Diese und der Barb. haben also die 
Zahlen des Hipp, bewahrt, die in 
den lib. gen. korrigiert wurden. 



51. Adfiex irrig von der ersten 
Hand, Xä/i Korrektur einer späteren 
Hand (13. Jhdt.?). Der Zusatz XQV- 
aoQQÖav findet sich an einer späteren 
Stelle des Diamerismos im chron. 
pasch, p.53. 13 Bonn, ixti 6k notafiov 
Fijdiv tdv xal naxyßaxoQa xaXovfie- 
vov NeHov xal xQ^<^0QQ6av. An der- 
selben Stelle wie der Matr. bieten 
ihn Johannes Antioch. fr. 2. 17, 
C. Müller, frag. bist. gr. IV p. 541, 
der Synkellos p. 83. 1 Bonn, und Ke- 
drenos p. 24. 6 Bonn, noxafxöv 6k dio- 
QÜ^ovta tdv NeiXov, Sg xal Feujv 
xal xQv<^0QQ6aq Xiyetai. Er stand 
also ursprünglich bei Hippolytos, 
wurde aber in beiden Übersetzungen 
weggelassen, die in diesen beiden 
Abschnitten gekürzt sind. A. v. Gutschmid, Kl. Sehr. V 670, Anm. 
vermutet zu der Stelle der Osterchronik, das Wort naxvßdtioQ sei einem 
Dichter aus der Schule des Nonnos entlehnt — naxvßdxoQa NetXov eigne 
sich zum Schluß eines Hexameters. Von der Bezeichnung xQ^<^0QQ6av gilt 
dasselbe, vgl. unten Anm. zu c. 239. Als xQ^^OQQÖag wird der Nil schon 
bei Athenaeus V 203c bezeichnet; Kaibel zitiert dazu Greg. Naz. or. 21 
p. 1116 ed. Migne voL XXXV noiijxov ^ ^v aga xal tdv NeZXov ebceZv 
rdv xQ^'<^0QQ6av Svxotq xal eijoraxw xtX. 

52. Der in den Obersetzungen und späteren Ableitungen fehlende 
Phison stammt aus Genes. 2, 11. 

53—55. Hippolytos unterscheidet also 72 Sprachen und 70 am Turmbau 
beteiligte Völker und deren Stammväter. Die Liste der Stammväter 
c. 56 ff enthält daher nur 70 (c. 175 lektan, von dem kein Volk abgeleitet 
wird, eingerechnet) und nicht wie die meisten anderen 72 Namen ; die Liste 
der Sprachen c. 200 dagegen enthält 72 Namen (denn die Araber, Paphla- 



Text. 49 

Liber generationis I. Liber generationis II. 

50. et Cham Geon qui voca- 
tur Nilus. 

49. Sem autem Eufraten. 



51. Confusae sunt autem lin- 
guae post diluvium. erant au- 
tem quae confusae sunt linguae 



gonier und Phryger sind, wie Barb. und lib. gen. I beweisen, in der Hs. 
ausgefallen), und c. 198 heißt es dieser Unterscheidung entsprechend: o/nov 
qn^Xal oß, 

Sie geht darauf zurück, daß die jüdische Überlieferung 70, die christ- 
liche dagegen nach der Septuaginta 72 Sprachen zählte (ygl. Langlois, 
chroniqne de Michel le Grand, Venise 1866, p. 31, note 2). Hippolytos 
suchte also in der Chronik durch seine Unterscheidung der 70 Turmbauer 
und der 72 Sprachen zu vermitteln. In anderen seiner Werke folgt er 
dagegen auch bezüglich der Turmbauer der christlichen Yulgärüber- 
lieferung: Hipp. xaz. naa. alg, X 30 . . . i^aav 6h ovtol oß l'drjy, uyv xal 
TOL dvdfiara ixzezelfxe&a iv iriQui^ ßlßXoiq bezieht sich auf c. 200 der 
Chronik, mit der die Stelle somit in Obereinstimmung ist; dagegen rech- 
net er 72 Stammväter ebenda X 31, p. 534. 78 yewoivxai ix rtüv t^ubv 
naTSeg xazä yhoq oß, ix fikv xov ü^fi xi, ix Sh xov ^IdipeS^ Je, ix Sh tov 
XcLfn iß (vgl. unten Beilage lU). Ebenso ist in der syrischen Einleitung 
zu den Ps^men fr. 1 (Hipp. Kl. Schrift. S. 127) der christlichen Vulgata 
entsprechend von 72 turmbauenden Völkern die Rede, weil für die Be- 
weisführung an dieser Stelle die Zahl 70 nicht zu brauchen war (288 : 4 
■= 72). Solche Inkonsequenzen bei dem vielschreibenden Autor finden 
sich auch sonst. Im Danielkommentar IV 3, p. 190. 12 ff wird die Perser- 
herrschaft erst mit 230, dann nach anderen mit 245 Jahren ange- 
geben; dagegen rechnete Hipp, in der Chronik (lib. gen. I c. 330 
Mo mm Ben) und im Danielkommentar II 12, p. 68, 1 schlechtweg nur 245 
Jahre, ohne die andere Zahl zu berücksichtigen (vgl. Geizer, Sext. lul. 
Afr. II 16). 

Texte u. Untersachangen etc. NF XIV, i 4 



50 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras). 

fasae sunt linguae septuaginta 
duo: qui autem turrem aedifica- 
bant, fuerunt gentes septuaginta, 
qui in Unguis super faciem ter- 
rae diyisae sunt. 

33. Nebrod autem gigans fi- 
lius Chus Ethiopu iste pro ci- 
baria eorum venando porrigebat 
eis feras. 

34. Nomina autem septuaginta 
sunt haec: 

35. filii lafeth, filio Noe ter- 

tio iuniori: 

36. (1) Gamer, a quo Cappa- 
doci. 

37. et (2) Magog, a quo Chal- 
dei et Galates. 

38. et (3) Made, a quo Midi. 

39. et (4) Yoias, a quo Greci 
et Hiones. 



Codex Matritensis. 

Q-BlCai yXmOOat oß, ol de xov 
jtvQyov olxoöofii^öavTeg yjoav 
Id-vrj o, ol xal iv yXdoöaig av- 
xAv kxl jtQOodjtov TTJg yrjq 

ÖUflSQlO&TjOaV. 

54. NeßQiDÖ de 6 ylyag, vlbg 
Xovg Tov AlO-lojfog, ovrog elg 
rf]P ßgcöoip avtolg xvvrjyciv 
ixmQfjyet Q-rigla g^ayetv. 

55. Ta de ovofiara rSv t- 
ßöofjtijxoPTa iOTc ravra' 



56. vlol latped^ rov rglrov 
vlov Ncöe' 

57. (1) rdfieQj dg)* ov Kajt- 
Jtdöoxeg. 

58. (2) Maythy, dg)' ov KeX- 
xol xal FaXarat, 

59. (3) Maödi, dg)' ov MJjöot. 

60. (4) 'loDvav, dg)' ov ^EX- 
Xrjveg xal '*fa)peg. 



35. iuniori ist späteres Qlossem; 
das Wort steht am Schlüsse einer 
Zeile im Parisin. fol. A^ (Schöne 
p. ISO)) es ist daher Zusatz eines 
Lesers, dem auffiel, daß der jüngste 
Sohn an erster Stelle stand, wäh- 
rend in anderen Chroniken der erst- 
geborene Sem vorangeht. 

37. KeXtol mit XaXSaToi vom 
Übersetzer verwechselt; wahrschein- 
lich bot die Vorlage KeXxaXoL wie 
Chron. pasch. 40, 10 Bonn. 



53. oa statt oß — nQoaönov die 
Hb. Rechts am Rand von der Hand 
des K. Laskaris: n[eQi\ yXwaaChv. 

56. Anfangsbuchstabe ausgerückt. 

56 ff. Vgl. Chron. pasch, p. 46. 
Off und unten Abschnitt 4, Synk. 
p. 91. 3 ff. 

00. Vgl. Hipp, xax, naa. algia, 
X 81 ^ElXr/vwVi (bv nat^Q tx tovtov 
(1. ix tov) ^Id(peS' yevväTai, Övofia 
lioiav, i^ ov "EX?.i]VE(; xal ^Icoveg. 

00. Gl. Inzwischen ist Elisa über- 



gangen, der Gen. 10, 2, in der Septua- 
ginta und in andern Recensionen, z. B. Chron. pasch. 40. IG Bonn., ge- 
nannt ist; von ihm sollen die MavQOi abstammen. 



Text. 



51 



Liber generationis I. 
LXXII et qui tarrem aedifica- 
bant erant gentes LXXII, quae 
etiam in Unguis super faciem 
tocius terrae divisae sunt 

confasi sant tiibna G vnd ähnlieh C — 
00 bieten beidemale LXX und quae lin- 
gaae statt q. etiam in lingais. 

52. Nebrot autem gigans fi- 
lius Chus Aethiops in escam 
Mediis venando subministrabat 
bestias in cibum. 

53. Vocabula autem LXXII 
haec sunt: 

LXX GC. 

54. filii lafet: 

55. (1) Gamer, ex quo Cap- 
padoces. 

gomer CO, gam O — »tcUl ex hai B^ et. 

56. (2) Magog, de quo Celtae 
et Galatae. 

magor C mogor Q, geltae B. 

57. (3) Madae, de quo Medi. 

58. (4) luvan, de quo Greci 
et lones. 

medii nan BF, medi innan C, medi 
iaam G. 

51 — 53. Den Wortlaut und die 
Zahlen gibt nur der Barb. richtig 
wieder; GC dagegen haben die Zah- 
len gemäß der zweiten, die anderen 
Handschriften gemäß der ersten bei 
HippolytoB angegebenen Zahl aus- 
geglichen und so alle die Unter- 
scheidung ihrer Quelle verwischt. 

52. Der Übersetzer verlas avxoTq 
zu M^Soig. 



Liber generationis II. 



Lib. genealog. 107 ff. Mommsen, 
chron. min. I p. 168. 

107. Incipiunt generationes lafet 
£Qii Noe. 

169. 170. (1) Gamer, ex quo Cappa- 
doces. 

175. 176. (2) Magog: ex ipsoCelatae 
et Galatae. 

celte F, et Galatae fehlt F. 

177. 178. (3) Madias, ex quo Medii. 

180. (4) Lotham: hie optinuit Gre- 
ciam. 

189. 190. (5) Elisa: ex ipso SiculL 



167 ff. Ich gebe Mommsens Text 
gekürzt, meist ohne die Varianten 
und ohne die aus den Onomastica 
Sacra stammenden Namenserklä- 
rungen. Die springenden Zahlen 
geben die Reihenfolge im lib. ge- 
neal. 



4* 



52 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Codex Matritensis. 

> > T 



Chron. Alex. (Barbarus). 

40. et (5) Thobail, a quo 61. (5) ecoßeX, a(p ov ol SsT' 
Thettali. xaXoi 



41. et (6) Mosoch, a quo II- 62. (6) Mooox. «V ov ol 'iXv- 
lyrici. qloi, 

42. et(7)Thiras, aquoThraci. 63. (7) OrjQaq, dtp" ov ol 

Ggäxeg. 

43. et (8) Chattaim, a quo Ma- 64. (8) Xatalv, a(p ov ol Ma- 
cedoni. x^dopsg. 

eine fuUbe Zeile frei. 



44. et filii Gamer, filio lafeth 65. Ylol FafiSQ, xov vlov 
tertio filio Noe: rov *Iag>e& rov vlov rov Neos' 

45. (9) Aschanath, a quo Sar- 66. (9) ^Acxaväd-, afp* ov SaQ- 
mati. fiarai. 

46. et (10) Erisfan, a quo 67. (10) ^EQictpaVy a(p* ov ol 
Bodii. ^Poöioi. 

47. et (11) Thorgaman, a quo 68. (11) GojQyafiä, dtp* ov 
Armenii. ^Agfiivioc. 

eine halbe Zeile frei. 

48. et filii filiorum lafeth filii 69. (54 R) Ylol *Iayvap, vlov 
Noe: *ldq)€d' rov vlov rov iViSe* 

49. (12) Elisa, a quo Siculi. 70. (12) *EXiaaa, dq)* ov ol 

2lxsXoL 

50. et (13) Thareis, a quo 71. (13) eagaelg, dg)* ov 7/9?/- 
Iberi, qui et Tyrannii. geg (ol) xal Tvgrjvoi 



44. tertio Zusatz des Cbersetzers, 
vgl. 35 u. 58. 

46. Der Barb. hat hier allein den 
ursprünglichen Wortlaut bewahrt, 
Rodii ist nicht Conjeetur, wie A. 
V. Gutschmid {Yil. Sehr. V 663) 
meinte. 

48. filiorum, da ^wvav zu vlibv 
verlesen oder verhört wurde. 



64. Maxiöoveg im Schreiben kor- 
rigiert aus Maxiömveq. 

65. Anfangsbuchstabe ausgerückt. 
09. Anfangsbuchstabe ausgerückt. 

70. o\ über der Zeile nachge- 
tragen. 

71. X xal T. die Hs.; o\ ist vor 
xal einzusetzen, da es beide La- 
teiner lasen. 



Text 



53 



Liber generationis I. 

59. (5) Thobel, unde Ettha- 
lienses. 

theBBalienses 0. 

60. (6) Mosoc, unde lUyryci. 



61. (7) Thiras, unde Traces. 
ins oc. 

62. (8) Cetthyn, unde Mace- 
dones. 

elisa 6C — trociane frigiiae (ataU Tro- 
iani Phryges) nach unde eingefugt in F. 

63. et filii Gamer: 

64. (9) Ascanaz, de quo Sar- 
matae. 

ascbanat GG. 

65. (10) Rifan, de quo Sauro- 
matae. 

rufan F, sanrobatae GC. 

66. (11) Thogorma, de quo 
Armenii. 

tergama G, thergam G, thogor F. 

67. et fili luuan: 

M> GG, filiiuan B, filii iauan F. 

6S. (12) Elisan, unde Siculi. 

eliaan C. 

69. (13) Tharsis, ex quo Hi- 
beri, qui et TyrrenL 



Liber generationis II. 
191.192. (6) Thober, ex quo Hettali. 



193. 194. (7) Moßoc, ex quo Defan- 

tes Inlyrii. 

delfantes iUirUs F. 

195. 196. (8) Thyras: hü Kartha- 
ginem obtinuerunt. 

T 196»>. ex quo Traces et Tjrril, qui 
obtinaeriiDt Cartbaginem nt coloni. 



171. huic (sc. Gamcr) erant fili 
tres: 

(9) Agganaz. — vgl. unten 186. 



172. (10) Rifat — vgl unten 182b. 



173. 174. (11) Thargama, ex quo 
Armeni. 

182a. et de ipso (sc. Lotham) nati 

sunt filii quattuor: 
sex T. 

(12) Elisa. T 182b. Esrifan. ex 

quo Saarobatae. 

T 183b. (13) Tharsis, ex quo Hi- 
berii. 



62. Der Ersatz von Cetthyn durch 
Elisa — der zwischen 58 und 59 in 

der Vorlage Übergangen war — ist abermals ein Beweis willkürlicher 
redaktioneller Änderungen in dem Archetypus von CG. 

65. Sarmatae statt Rodii erst fälschlich aus der vorhergehenden Zeile 
wiederholt, dann, mit Benutzung des unten c. 80 folgenden Völkerver- 
leichniBBes 16) n. 17), das zweimalige Sarmatae zu Sarmatae und Sauro- 
batae variiert. Auch darin geht der Archetypus von GC seine eigenen 
Wege, TgL unten 71. 



54 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras). 

51. et (14) Cticif a quo Bomei 
qui et Latini. 



Codex Matritensis. 

72. (14) xal Klrioij ago* ov 
^Pü>fialoi (ol) xal AarlvoL 



52. Omnes isti filii lafeth ter- 
tio iilio Noe: ex istis dispersae 
sunt insulae gentium: sunt au- 
tem .et (15) Cyprii ex Citteis ex 
filiorum lafeth: simul gentes 
quindecim. 

53. Invenimus autem qui ab 
aquilone sunt ex ipsis, ex tribu 
Citteis. 

54. Est autem de Elladii gen- 
tes omnes ex ipso, excepto bis 
qui habitaverunt in postero ibi 
es Saitei, qui habitaverunt circa 
mare honorabilem civitatem, quae 
Yocatur Athenas. 

es = id est Momm. 



73. nivTsg ovToi vlol ^latped" 

TOV TqIxOV vloV Nw£, ix TOV- 

xmv dgxDQlod'Tiaav vrjooc rcov 
idvciv, (15) slöi 6h xal ol Kv- 
jtQioi ix tAv Ktxtimv ix x&v 
vl&v ^latped-' oftov iß-pi] Fe. 

74. "Exe dh svQlcxofiev xal 
xovg iv ßoQQa opxag i§ avxmv 
ofio^vXovg xmp Kixiiop, 

75. ''Eaxi dh xal xa ix x^g 
^EXXaöog Id-vri Jtavxa ig avxov 
ixxog xwv (uxq>x7ix6xa)v vörf- 
Qov ixBl olop 2alxäp, ot xax- 
(Dxrjaap xcfKDfiiPTjp jtoXip xrjp 
xaXovfiipfjp *A9"fipag 



54. circa mare Zusatz des Alexan- 72. Kexlzioi die Hs. ; xal beweist, 
driners oder des lateinischen Über- daß die Aufeählung hier endete. Zu 
Setzers; die Worte stehen beim Bar- ol vgl. Anm. 71. 
barus am Ende einer Zeile. 73. Znov statt djLiod die Hs. Hip- 

polytos benutzt anscheinend eine 
Stjimmväterliste mit den zugehörigen Völkern, worin der in der Sept. zu 
*^P6iiot gewordene Dodanim fehlte; anderseits ist ihm die Zahl 15 für 
die laphetsöhne bekannt, die er somit durch Hinzufügung der Kyprier 
ergänzt; vgl. Hipp. xat. naa. oLq, X 31. p. 534. 79 ix öh xov ^diped^ le. 
^Ex TOVTojv — i&vG)v Citat aus Genes. 10, 5, vgl. Synk. p. 92, 3ff u. 6 ff. 

74. Von hier an bis c. 79 reicht eine wahrscheinlich von Hippolytos selbst 
vorgenommene Erweiterung des ihm vorliegenden älteren Diamerismos. 

75. Diese Ableitung der Athener aus dem ägyptischen Sais, wodurch 
sie zu ausgewanderten Chamiten gemacht werden, ist nicht aus dem 
schon bei Herodot wiederholt bezeugten Neith-Athenakult in Sais er- 
schlossen, sondern geht auf Piaton. Tim. c. 3 (21 E) fidXa öh (piXaS-i^vaioi 
xal uva XQÖnov olxeloi tG)v <f elval tpaai zurück; sie kann also schon in 
jüdisch-hellenistischen Bearbeitungen des Diamerismos gestanden haben. 
Zu 75—78 vgl. Chron. pasch, p. 47, 7 ff; Synk. p. 92, 7 ff. 



Text. 



55 



Liber generationis I. 

70. (14) Cithii, de quo Ro- 
mani, qui et Latini. 

71. (15) RodiL 

et de quo erthodi 0, rodi Qiui et 
priami F. 

72. omnes XV: de his exti- 
teront insolae gentium: sunt 
autem (16) Cyprii ex Citiensi- 
bus ex lafei 

so 6C, ciaensibas B. 



Liber generationis IL 

T 184b. (14) Cittbim, ex quo Mace- 
dones. 

T 185b. (15) Rhodü, ex quo Ar- 
menii. 



F 187a. alibi 
Dodam ... ex quo 
Romani et La- 
tini. 



T 186. Ascanaz, 
ex quo Sannatae. 

T 187b. Tyrre- 
nin, ex quo Romani 
et Latini. 



73. Si quidem invenimus et 
eos, qui sunt ad borram ex 
ipsis de ea tribu Citiensium. 

74. Sunt autem ex ipsis etiam 
gentes, quae sunt in Heiiada 
praeter eos qui postmodum ad- 
venerunt ibi, ut puta Sitorum 
qui habitaverunt civitatem, quae 
apud Ghrecos honoratur, Athenas 

heiiada CS eüada G, helada C*, hei- 
iada 0, etiada BF. — ut p. sitorum (si- 
tanmm C) OC. statt ut p. Bit. habsn: re- 
ges B, legis F, fehlt in 0. Es ist, wie 
Fr ick XU der St^U richtig bsmerkt, Xiutiv 
XU (famiiimv vsrlesen. — civitatem FOC, 
eivitate B. 



71. Ltt späterer Zusatz des lateini- 
schen Übersetzen oder eines Redac- 
tors, der die Summenangabe (15 Ja- 
phetsObne) in 72 voranstellte; in- 
folgedessen fehlte in seiner Aufzäh- 
lung scheinbar eine Nummer, die 
durch Rodii ergänzt wurde. Dies 
kann jedoch erst geschehen sein, 
nachdem die Bodier von ihrer Stelle 
(oben 65) verdrängt waren, an der 
sie aU Nachkommen des Erisfan bei 
Hipp. 67 gestanden hatten. Der Matr. 
und Barfo. haben hier allein das Ur- 
sprüngliche; y.Gutschmids Erklä- 
rung (Kl. Sehr. V 663) geht fehl. 



182a— 185b. Die Hss. LFG nennen 
nur die Namen von vier Stamm- 
vätern ohne die der Völker, weshalb 
die Angaben von T, wo deren sechs 
genannt werden, in den Text ge- 
setzt sind. Erst 187» erscheint in 
F wieder ein Völkemame. 



56 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 

55. simol autem et Thibas, 
qui Sidonii sunt acolae, de 
Cathmo Aginora. 



Codex Matritensis. 

76. xal tag (O^ßag, oi St- 
6a)vl(DV ajtoixol sloiv ix Kaö- 
fiov \4yri)voQog, 



56. Chalcedonii autem Tyranni 77. xal ol XaXxrjöomoi öh 
peregrini fuerunt rciv TvqqtjvIcov elolv ajtoixoij 

57. et alii simili modo qui 78. xal el nvsg aXXot elg 
posthac in Ellada migraverunt. ^EXXaöa fiercixrjaav. 



58. Haec sunt autem gentes 
lafeth tertio filio Noe a Midia 
usque ad speriam a parte Oceani 
adtendens ad aquilonem eic: 

59. 1) Midii 2) Albani 3) Gar- 
gani 4) Errei 5) Armeni 6) Ama- 
zoni 7) Coli 8) Corzini 9) Den- 



79. 7'avta öh rä rov *Jaq)aO' 
sd-VT] ajto Mrjdlag Iwg rov I- 
öjtBQlov xaricjtaQTai olxeavov 
ßXijtopxa JtQog ßoQQav 

80. 1) M^öoi 2) 'uiXßavoL 3) 
Fagyavol 4) ^EQQaloi 5) 'Agfis- 
vioi 6) ^Afdd^oveg 7) KoXoi 



56. Nur der Alexandriner gibt hier 
Hippolytos richtig wieder. 

58. Der Alexandriner fugte zum 
Text des Hippolytos am Schluß oSxcjg 
hinzu, was der Barb. mit sie über- 
setzte; vgl. Chron. pasch, p. 47, 14, 
Synk. p. 92, 13. 

59. No. 35) Calli qui et Latini ist 
Latini bloß versehentliche Wieder- 
holung des im Paris, gerade darüber 
stehenden Wortes, es muß statt La- 
tini Celtae heißen. 41) Illyrici vor 
Basantii ist dagegen trotz 28) kein 
Versehen. Die Ibirii undGalli 38), 39) 
stehen, wie die Übereinstimmung 
mit dem lib. gen. I beweist, hier in 
der ursprünglichen Reihenfolge, die 
im Matr. gestört ist. 



76. ra^ vögaq statt voQog die Hs. 
Die aus den Übersetzungen ergänzte 
Lücke beträgt genau die Länge 
einer Zeile. Auch das ist eine Re- 
miniscenz aus bekannter classischer 
Oberlieferung. 

77. KaQxri^^vioi 6h Tvqqtjvivdv elolv 
anoLXOi Chron. pasch, p. 47, 11. 

78. Nach fteztpxijaav freier Raum 
von der Größe dieses Wortes in derHs. 

79. 80. Vgl. Chron. pasch, p. 47, 
13 ff und unten Abschnitt 4; Synk. 
p. 92, 12 und 13 ff. 

80. Dieses, wie alle folgenden Völ- 
kerlisten ohne Rücksicht auf die vor- 
hergehenden, bei den Stammvätern 
schon genannten Völker um viele 
Namen vermehrt« (von 15 Stamm- 



Text. 



57 



Liber generationis I. 

75. et Thebeoram, quoDiam 
Sidoniornm sunt inhabitatores 
ex Cadmo Agenoris filio 

ex c a. fllio] C, ex gadmo ageneris G, 
fehU BFO. 

76. et Charcedonis Tyrorum 
sunt inhabitatores 

fekU BFO, ist nur erhalten GG. 

77. et quicumque sunt alii 
similiter post haec apud Halla- 
dam transmigraverunt. 

helledam G. 

78. cognoscimus autem haec ex 
leffe et prophetis^ erant ergo de 
lafet ad confusionem turris tribus 
XV et 

79. hae gentes lafet a Media 
usque vespernm Oceani diffusae 
sunt adtendentes usque ad bor- 
ram: 

nespertiniiin GC. — Oceani B^FC^ 
occiani G, oceane B', oceanum C 

80. 1) Medi 2) Albani 3) Gar- 
gani 4) Arrei 5) Armeni 6) 
Amazones 7) Culi 8) Corzieni 



Liber generationis IL 



Liber genealogus p. 169 Mommsen. 

197. 198. Hü sunt octo filii lafeth 
nepotes Noe et sunt termini eonim a 
Media usque ad Gadis, quae est ad 
aquilonem. 



70. ol ^ XaXSaloi (1. XaXxTjSdvioi) 
TvQiwv elalv &71oixol Synk. p. 92, 11. 

78. Als Zusatz schon erkannt: y. Gutschmid (Kl. Sehr. V (502) und 
Frick (Chron. min. p. 12). 

80- Die Anordnung der Namen dieser Liste in GC (vgl. S. 59) geht, wie die 
regelmäßigen Differenzen zwischen den Zahlen lehren, auf ein in drei Co- 
lumnen geschriebenes, auf zwei Seiten (von 25 an begann die zweite Seite) 
verteiltes, colnmnenweise zu lesendes Verzeichnis der Vorlage zurück, das 
auf der ersten Seite f&lschlich zeilenweise gelesen wurde. Dabei gingen 
zwei Namen verloren. Die nach 15) eingeschobenen Völker sind ein Zusatz 
aus Epiph. iLyxvg. 113, Dind. I 210, der älter ist als der Archetypus von 
GC; dies bestätigt Samuel von Ani, der 51 Völker laphets zählt, die von 
ihm benutzte Hippolytoshs. war also ebenfalls nach Epiph. erweitert (vgl. 
Absch. 4). 25) Hellenes irrig aus dem griechischen Text herübergenommen, 
bei Samuel sind sie sogar als besonderes Volk gezählt. 20) Lybyes ist ent- 
stellt aus Alyv^egf gemeint sind die Liburnier. A. v. Gutschmids (El. Sehr. 
V 665) Classification der Fassungen dieser Liste ist nicht richtig; im lib. 
gen. I wird die des Hipp, nur wenig entstellt und erweitert wiedergegeben. 



58 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Ghron. Alex. (Barbarus). 

nagi 10) Cappadoci 11) Pafia- 
goni 12) Mariandini 13) Taba- 
rini 14) Challyri 15) Mosso- 
nici 16) Sarmati 17) Saurobati 
18) Meoti 19) Scythi 20) Tau- 
rinii 21) Thraci 22) Bastarni 
23) lUyrici 24) Macedoni 25) 
Greci 26) Ligyrii 27) Istrii 
28) Hunni 29) Dauni 30) lapy- 
gii 31) Colabri 32) Oppici 33) 
Latini qui et Romei. 34) Ty- 
ranni 35) Galli qui et Latini 
36) Ligistini 37) Celtibirii 38) 
Ibirii 39) GaUi 40) Aquitanii 
41)Illyrici 42)Ba8antii 43)Cyr- 
tanii 44) Lysitani 45) Huaccai 
46) Cynii 47) Brittani, qui in 
insulis habitant. 

Im Paris, fol. 5 R. u. V. stehen die Na- 
tnen in 4 ungUio)i&n Oolumnen, die xeüen- 
toeise xu Usen tind (vgl. Schöne, Eas. 
chron. I App. 181, 182). 



Codex Matritensis. 

8) Ka^fjpol 9) Aevvayrivoi 10) 
Eojtxäöoxeg 11) naq)Xcq^6vBq 
(54 V.) 12) MoQiapöfjpol 13) 
TaßaQfjvol 14) XaXvßeg <15) 
Mooovpoixoi 16) 2laQ(iaTai 17) 
UavQOfiarai 18) Maiäzai 19) 
üxv^sg 20) TavQLOL) 21) Oga- 
xeg 22) BaoxaQvol 23) 'iXv- 
Qiol 24) MaxBÖovBg 25) "EX- 
Xriveg 26) AlyvQsg (27) 'IötqoI 
28) Ovevpol 29) AavpBlg 30) 
"laJivyeg 31) KaXaßQol 32) "Ojt- 
jtixol 33) Aa)TlvoL ol xal PtD- 
(laloi 34) TvQQTjpol ib) FaXXioi 
(ol xal) KsXrol 36) Avyiöxtvol 
37) KeXrlßriQBg 39) FaXXot 38) 
"ißijQBg 40) (A)xovaTivol (41) 
'iXXvQixol) 42) BaaavxBg 43) 
KvQ{tavol 44) AvoiravioL 45) 
Ovaxxaloi 46) Kowioi 47) 
BQBxravvolj ol kv v^)ooig ol- 

XOVPTBg. 



vätem werden 47 Völker abgeleitet) 
Verzeichnis ist im Matr. lückenhaft 
überliefert. Hinter den Xdkvßeq 14) fehlen sechs, hinter den AiyvQBQ 26) 
abermals sechs, am Schluß nach 40) fünf Völkernamen und die Worte 
ol iv v^\ es sind also in einer Vorlage gerade drei Zeilen ausgefallen 
oder unleserlich gewesen; ebenso ist 35) ol xal wie öfter (vgL 71, 72) 
ausgefallen. Die Unterscheidung 35) rdXXioi und 39) jTaAAot rührt nicht 
vom Schreiber, sondern schon von Hippolytos her, dagegen ist die Um- 
stellung^ von 38), 39) ein Versehen des Schreibers der Hb.; bei 40 fehlt 
der Anlaut. Die fehlenden Namen • sind nach denen des Chron. pasch. 
47, 15 ff Bonn, ergänzt; nur statt 32) ^Innucol habe ich ^ÖTtnixoi ge- 
schrieben. Die Gründe, weshalb im Chron. pasch, die Reihenfolge schein- 
bar eine andere ist, hat A. v. Gutschmid (Kl. Sehr. V *J43ff) dargelegt. 
43) KvQCoXq' olxovvtBQ die Hs., was der Abschreiber des Matr. für einen 
Ortsnamen hielt. Die Kövvlol 46) sind die Kdvioi des Polyb. X. 7, 5 
u. a, in Lusitanien (Frick, Index d. Chron. min. p. 516 s. v. Cunienses), 
die ObBwoi 28) sind das bei Strabon IV 204, 206 OlhvwvBq, bei Dio 
Cass. 54, 20 Ohhvioi genannte rätische Volk, das Augustus unter- 



Text. 59 

Liber generationis I. Liber generationis IL 

9) Benagezu 10) Cappadoces 11) 
Paflagones 12) Mariandeni 13) 
Tibarenses 14) Chalibes 15) 
Moasynnoti < — Colchi — Melan- 
ceni) 16) Sarmatae 17) Sauro- 
batae 18) Meothes 19) Scytes 
20) Tauri 21) Thraces 22) Ba- 
stami 23) Illuri 24) Macedones 
25) HeUenes Greci 26) Lybyes 
27) Histai 28) Vieni 29) Dauni 
30) lapigeai 31) Calabri 32) 
Opici 33) Latini qui et Romani 
34) Tyrreoni 35) Galli, qui et 
Celtae 36) Lybyestini 37) Celti- 
beri 38) Hiberi 39) Galli 40) 
Aqnitani 41) Illuriani 42) Basa- 
notes 43) Cyrtani 44) Lusitani 
45) Voccei 46) Cunienses 47) Brit- 
tones qui et in insulis habitant 

6) amaioneB F, amaxoni O, amoxobi G. 
7) choli F, coli CGO. 8) gorzeni CO, gor- 
cen G, corzeini F. 18) mariandini G€. 
14) chalibes C, clabes G. 15) mossioni GC, 
oxosinnoti 0, — malanceni C, malancini G, 
melacleni 0. 17) saurobace F, sauromatae 
B-0. 19) scite C, «lirthae G. 2(t) libes Ü. 
27) hystri 0, istri B. 88) nenoi GC. 80) ia- 
peees Q, i^yges 0, dapoes BF. 81)38) ca- 
fabrU pici B. 88) libistini GC. 42) ba- 
santes 000. 48) cystani GO. 44) lasetani 
G, laaecani C. 45) naeetl GG. 48) clunni 
GC. M QC ist du Ordnung folgende: 1. 9. 
Melaneeni. 8. 10. 18. 8. 11. 18. 4. 18. 19. 
5. 13. 80. 6. 14. 81. 7. 15. 88. 8. Colchi. 
tS. 84. 85—38. 40—47: M fehlen 17. 89. 
Hellene« »fand in der Vorlage von GC nicht, 
sondern mar Greci. 



warf. Hinter 41) ^JXXvgixol versteckt sich der sonst ^XovQyrjzaL oder 
*D£Qyixai genannte spanische Stamm. Die Bdaavxeq 42) sind vermut- 
lich die Bastetani in Südspanien, die KvQxavoi 43) die Carpetani. Die 
Fa^avoi 3) sind das mythische kaukasische Volk der ragya^eii;, 
deren Gebiet als Fagyao^ri bezeichnet wird. Die ^Eggaloi 4) sind die 
Bewohner der Landschaft Aria. Die Kat,fjvol 8) sind, wie die richtigeren 
Formen der lateinischen Übersetzungen lehren, die Bewohner der armeni- 
schen Landschaft KogSov^vri. Die Jewayr^voi 9) sind vielleicht die 'Aöia- 
ßfjvoL Die übrigen Namen sind ohne weiteres verständlich, vgl. die In- 
dices bei Mommsen, auct. antiq. XIII und bei Fr ick a. a. 0. 



60 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. /Barbaras). 
/^ * i- ' i 



ex 



60. Qui autem sapiunt 
ipsis litteris, hü sunt: 

61. 1) Ibirii 2) Latini qui 
utunturRomei 3) Spaui 4)Greci 
5) Midi 6) Armenii. 

62. Sunt autem termina eorum 
a Midia usque Garirum quod 
ad aquilonem: laterae autem a 
fluvio et fiuvium usque Mastn- 
Sias contra solem. 

63. Provintiae autem eorum 
sunt haec: 1) Midia 2) Albania 
3) Amazonia 4) Armenia parva 
et magna 5) Cappadocia 6) 
Paflagonia 7) Galatia 8) Col- 
chus 9) ludia Achaia 10)Bospo- 



Codex Matritensis. 

81. Ol de ijtiOTafispoi av- 
rdip YQafifiaza dolv 

82. 1) IßrjQsg 2) Aarlvoi, olg 
XQ&vxai ol ^Pcofiatoi 3) Sjta- 
voi i)^EXXriveg 5) M^doi 6) \4q' 

fliPiOL. 

83. ^Ecxi 6b ra OQia avz&v 
ajto Mrjdlag looq FaödQoov za 
ytQog ßoQQav, evQog de cbco IIo- 
zafilöog Jtozafiov icog Maozov- 
olag zfjg xaza ^IXlov. 

84. AI ÖB x^Q^i- fZöli' avzai' 
1) Mi]öla 6) UatpXayovla 2) "AX- 
ßavla 3) ^A/iaCovlg 4) ^AQfiBvla 
fiixQa xal fieydjir] 5) Kajtjcaöo- 
xla 7) FaXazla 8) KoXxl^(; 9) 
^Ipöixri \4xata 10) BoöJtoQiP?} 



62) Der Barbaras übersetzt Ilion 81) Vgl. Chron. pasch, p. 48, 3 und 

konstant mit solem ; das Wort war anten Abschnitt 4. Synk. p. 93, 2. 
schon in seiner Vorlage ebenso ver- 82) Vgl. Chron. pasch, p. 48, 3 ff 
schrieben wie im Matr. Vgl. anten and unten Abschnitt 4. Synk. p. 93, 3. 
Abschnitt 4. 83) vQia, evQOg und statt *Ikiov — 

^hov die Hs.; Ilion erweist lib. 
gen. I als das Ursprüngliche. Mastusia liegt auf dem thrakischen Cher- 
sones. Die Comiptel IloTafxiSog statt Tavaidog stand schon bei Hippo- 
lytos. Vgl. Chron. pasch, p. 48, 8 und unten Abschnitt 4. Synk. p. 93, 4 ff; 
beim Synkellos p. 93, 5 ist TloraulSog korrigiert. 

84) A von al größerer Buchstabe. 1) Mr^Seia die Hs. 4) fi6yd?.ri von 
erster Hd. corrigiert aus -Xux. 9) Vor IvSixi^ Punkt, zwischen '/vd. und 
lA)^ata kein größerer Zwischenraum wie sonst zwischen den Namen 
dieser Liste. 20) KoXxt'Q die Hs., während bei 8) der Accent richtig ge- 
setzt ist; der Schreiber war also bei 20) über die Namensform im un- 
klaren; Molchia, Mollis beweisen, daß die Comiptel sehr alt ist, gemeint 
ist MoXoaaig. 2C) und 28) sind im Matr. ausgefallen. Zwischen 30) und 
31) steht in der Hs. ein Punkt. 32) tjg Correctur von erster Hand 
auf Rasur, darunter stand ov. 6) steht im Matr. zwischen 1) und 2), 
37) zwischen 33) und 134); diese Verschiebungen rühren daher, daß die 
Namen wahrscheinlich aus einer folgenden Zeile in die vorhergebende 
gerieten. 



k 



Text. 



61 



Liber generationis I. 

Sl. Qai autem eorum no- 
verunt litteras, hi sant: 

82. 1) Hiberi 2) Latini, qui 
Tocantur Bomani 3) Hispani 
4) Greci 5) Medi 6) Armeoi. 

2) B. qaibas utantar QC. 4) 5) FO, medi 
greci 6C, greci {ohne medi) B. 

83. Sunt autem fines eorunl 
a Media ad borram usque Ga- 
diram, a Potameda fluvio usque 
Mastusia ad Ilion. 

a Media 000, fehlt in BF. — mastucia 
ad olion O, matnrciam ad olion C. 

84. Terrae autem eorum hae 
sunt: 1) Media 2) Albania 3) 
Amazonia 4^) Armenia minor 
4^) Armenia maior 5) Cappa- 
docia 6) Paflagonia 7) (jalatia 
8)Cholcis 9)Indice 10)Bospho- 



Liber generationis II. 



Liber genealogus Mommsen p. 169. 

199. ipsi obtinuerunt Pamphiliam, 
Partiam et omnem Greciam, Rodiam 
Ciliciam, inde Rodi, Citi, Mazianite 
cum Kartaginiensibus et Tharsenai- 
bu8. 



S2) Die unrichtige Übersetzung 
von olq ;f()u)vrat ist dem Archetypus 
von GC fremd geblieben, oder von 
dessen Redactor verbessert. 

84) Am Schluß sind die Namen in 
etwas anderer Ordnung. 9) ist der 
erste Teil allein erhalten. Der Zu- 
satz zu 27) kehrt bei einigen spä- 
teren Ableitungen wieder. 33) ist 
falsche Conjectur eines Redactors, 
zu der das folgende an falsche Stelle 
geratene Lusitania den Anstoß gab ; 
gemeint ist damit Callaecia in Spa- 
nien. Das richtige: Gallia, d.h. Ober- 
italien, bieten der Matr. und Barb. 
Der Redactor zerlegte femer 4) in 
zwei Länder. 15) und 16) haben die 
Plätze getauscht, 38) Gallia ist 
späterer Zusatz; vgl. Ghron. pasch. 
p. 48 7 13 und unten Abschnitt 4, 
Synk. p. 93, 14. 



199. Diese von dem lib. gen. I 
und daher auch von Hippolytos 
stark abweichende Stelle ist nur der 
Vollständigkeit wegen angeführt. 



62 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras). 

rina 11) Meotia 12) Derris 13) 
Sarmatia 14) Tauriannia 15) Ba- 
starnia 16) Scythia 17) Thracia 
18) Macedonia 19) Dermatia 
20) Molchia 21) Thettalia 22) 
Lucria 23) Byotia 24) Etolia 
25) Attica 26) Ächaia 27) Pe- 
lepponissus 28) Acarnia 29) Ipi- 
rotia 30) niyria 31)Lucidi8sima 
32) Adracia, a quo Hadriaticum 
pelagus 33) Gallia 34) Tuscinia 
35) Lysitania 36) Messalia 37) 
Italia 38) Celtica 39) Spano- 
gallia 40) Ibiria 41) Spania 
magna. 

Nach c. 64 simul ... quadraginta«(e/Mn auf 
6in«m freien Raum von 25 Zeilen mit Zwi- 
echeniravmtn leieder fast dieselben Namen — 
die Subeeriptionen von Biidem der grieehi' 
ecken Vorlage — mit folgenden Varianten: 
4) fehü der Zusatz parva et m., 9) st^ statt 
Achaia — Italia versehrieben, 29) ipeirotia, 
81) Illvcbinitia, iMWon Lncidissima im Text 
die Übersetzung ist, 32) adriacia. Im Text 
steht hinter 35) Lvsitania am Bernde nochmals 
Midia {vgl. d. Abdruck bei Schöne a. a. 0. 
p. 188), d(u in dmi Bildersubseriptionen an 
erster Stelle fehlt. Dieser Name ist an eine 
falsche Stelle geraten, daher im Text das 
xiceitemal zu tilgen und an den Anfang der 
Subseriptionen xu setzen. 39) spanocallia. 
Reihenfolge der Subseriptionen: l — 26, nach 
26 fehlt 27 und es folgen: 80, 28, 33, 38, 34, 
85, 36. 37, 82 ohne Zusaix, 31, 2S), 39, 40; 41 
fefUt ebenfalls. Im Text ist 9) India— Achaia, 
in den Subseriptionen India — Italia so ge- 
sehrieben, als ob dies zwei Länder wären, 
dagegen Illyria lucidissima im Text xu- 
sammengeschHeben , in den Subseriptionen 
getrennt. Die Subseriptionen bieten 40, der 
Text 41 (mit dem zweiten Media sc/ieinbar 
42) Namen, icenn Groß' und KUinarmsnien, 
ebenso uHe India — Achaia je als ein Land 
xählen. 9) India ist verderbt, \izaitt dagegen 
richtig; es ist die Stadt dieses Namens und 
ihr uebiet am Pontus VJ^a»« xuXutd Arr. 
per. 18. 4 Ptol. V. 9. 8. Strab. XI 495; 
der Zusatx VyJixrJ im Matritensis, der 
dieses Achaia von de-m bekannten, unter 26) 
genanrUen unterscheidet, ist vielleicht in IIov- 
nx/j zu verbessern. Der Matr. lehrt, daß 
Hippolytos' Liste 41 Namen enthielt; die 
Summe c. 4G ist daher beim Barbarus ver- 
mutlich mit Bexug auf die 40 Bilder abge- 
rundet. 



Codex Matritensis. 

11) MaicQTig 12) /ÜQQrjg 13) 
JSaQfiazlg 14) TavQiavi^ 15) 
BaozaQplg 16) Uxv&ia 17) 
OgoxTi 18) MaxBÖovla 19) AbX- 
fiatla 20) MoXxlg 21) esaaa- 
Xla 22) AoDXQlg 23) Boiooxla 
24) AlxmXla 25) "Axtixji 26) 
(Axala) 27) IleXojtovvrjoog 28) 
(AxaQvavla) 29) ^HjteiQcizrjg 
30) 'iXXvQlg 31) «7 Avxplrcg 32) 
*AdQiavi^, afp rjg (55 R.) to 
^AÖQiaxov JtiXayog 33) FaXXla 
37) 'ixaXla 34) eovöxrjv^ 35) 
Avcixavla 36) MeöaXla 38) 
KeXxlg 39) SjtavoyaXla 40) 
^IßyjQla 41) Sjtavia t] fieyaXrj. 



r 



Text. 63 

Liber generationis I. Liber generationis II. 

rina 11) Meotia 12) Derres 13) 
Sarmatia 14) Tauriana 16) Scy- 
thia 15) Bastarnia 17) Thracia 
18) Machedonia 19) Dalmatia 
20) Mollis 21) Thessalia 22) 
Locria 23) Boetia 24) Betolia 
25) Attica 26) Achaia 27) Pel- 
lenia, quae apeUatur Pelleponen- 
sus 28) Acamea 29) Epirotia 
30) Illyria 31) Auchinitis 32) 
Hadriace, ex qua pelagus Ha- 
driaticum 33) Calcecia 35) Lu- 
sitania 37) Italia 34) Thuscena 
36) Massalia 38) Celtes GaUia 
39) Hispanogalia 40) Hiberia 
41) Hispania maior. 

2) albans B^ 8) amazonla QFO, ama- 
xoDi B. 7) «0 G, gallacia G, galaba B, ca- 
latia F. 8) »o GC, collls CF. 10) borbori- 
nam C, bosbodlnam G. ll) meotiam GC, 
media BF, moeala 0. 12) so C, derris 0, 
dertis G, deris F, erris B. 16) schitia F, 
scytbiae B, scitia GC. 27) pallenia C, 
pallennla G. 81) so C, aacbnitis G, eucb- 
nltift F. aodinius B, aabnytis 0. 33) gal- 
licia F, gallia GG. 84) so C, tuscynia G, 
thasgenc B, tbagene F. 38) Gallia ßhU 
in C. 39) ispanogalia F, bispanogallia GO, 
bispania gallia B. 



64 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbanis). 

64. simul provintiae lafeth 
quadraginta. 

Darauf folgen die oben xu 68 attsaesehrie- 
benen BilderBubseriptionen , 40 an der Zahl, 
da das in den Text geratene Media mitxu- 
xähUn ist, 

65 usque ad Brittaniacas 

insulas, quae ad aquilonem re- 
spiciunt 

66. Sunt autem eis et insulae 
commune autem: 

67. 1) Sicilia 2) Eubya 3) Ro- 
du8 4) Chius 5) Lesbus 6) Cy- 
thira 7) Zacynthus 8) Cefalinia 
9) Thaci 10) Corcyra et 11) qui 
in circuitu sunt 12) parte Asiae 
qui Yocatur lonia. 

Es folgt freier Raum im Umfang von 
12 Zeilefi und dann abermals durch Zwi' 
scftfnräunie getrennte Bilder subseriptionen. 
Var: 2 eubia 12. ionia in Asia. Die Reihen- 
folge ist: 1. 2. 4. 8. 5. 7. 9. 10. 11; 8 
und 6 fehlen^ ebenso qai in circuitn sunt, 
d. h. die Kykladen. 



68. Fluvius autem est eis Ti- 
gris dividens Midiam et Babi- 
loniam. 



Codex Matritensis. 
85. ofiov ßä. 



86. ^Evxav^a xaxaXr]yu xh. 
oQia xov ^Iag)B9' tcog Bgexav- 
vix&v vi^Ocov, jtäoal xe jtgoQ 
ßoQQav ßXtJtovoai. 

87. Elol 6h avxolq xal vijooi 
kjtlxoivai avxat' 

88. 1) SixBXla 2) Evßoia 3) 
"Poöoq 4) Xloq 5) Aioßoq 6) K\>- 
d^fjQa 7) ZaxvvO^oq 8) Kefpalrj^ 
via 9) ^Id^axri 10) KigxvQa xal 
11) aJ KvxXaösg xal 12) (isQog 
XI xfjg ^Aolag xo xaXovfisPOP 
^Ia)vla. 



89. Avxai al vijooi tc5 fiigsi 
xov 'lag)ed'. 

90. Iloxafiog de loxiv avxotg 
(TlyQig) ÖLOQiC^mv Mr^dlav (xal) 
BaßvXoplav, 



64. Die Zahl ist nicht ursprüng- 
lich, sie entspricht der Anzahl der 
Bilder und nicht der der Namen im 
Text. 

05. Hier ist der Text etwas ver- 
kürzt, einer der wenigen Fälle, in 
denen der lib. gen. I das Original 
genauer wiedergibt als der Alexan- 
driner. 



85. Nur hier ist die richtige Ziffer 
erhalten, die der berichtigten Zahl 
der Länder in den drei lateinischen 
Fassungen entspricht. 

86. d()ia die Hs., ebenso 91. Vgl. 
Chron. pasch, p. 48,19; Synk. p.93,15. 

87. Vgl. Chron. pasch, p. 48, 20; 
Synk. p. 98, 16. 

88. Am Rande „vfjooi'^ von der 



Hand des Konstantinos Laskaris. 

89. Obwohl dieser Satz in beiden Übersetzungen, beim Osterchronisten 
p. 49, 8, sowie beim Synkellos p, 98, 19 fehlt, ist er doch wohl ursprünglich. 

90. Vgl. 50 und Chron. pasch, p. 49, 3; Synk. p. 98, 19. 



Text. 



05 



Liber generationis I. 



fehlt. 



Liber generationis II. 



85. Hucusque definit terra 
lafet usque ad Brittanicas in- 
sulas omnes ad borram respi- 
cientes. 

S6. Sunt autem bis et insulae 

istae Britannicae: 
brittania GC. 

87. 1) Sicilia 2) Euboea 3) 
Rhodos 4) Chius 5) Lesbus G) 
Chitera 7) lacentus 8) Cefalenia 
9) Ithagae 10) Corcyra et 11) 
Cyclades insulae et 12) pars 
quaedam Asiae quae appellatur 
lonia. 

7) iacintus G, siacintus C, zacintbus 
0. 9) so C, itacae G, itbaec B, iabech F. 



Liber genealogus M o mm s e n p. IGO ti". 

2U0. et babent insulas, quae aspi- 
ciunt aquilonem Britias, 



Sicilia, Eubia, Rodus, Chioß, Les- 
bus, Citera, Trace, Sacintus, Cefa- 
lenia, Corgira. 

soccinctus et falenia traces F. 



88. Flumen est autem bis Ti- 
gris dividens inter Mediam et 
Babyloniam. 



86. Brittanicae ist irrtümlicb aus 
c. 85 wiederholt; schon im Arche- 
typus von GC wurde es zum folgen- 
den Inselkatalog gezogen und des- 
halb die Einzahl gegeben; da auch 
Epiphanios diesen Zusatz hat (Dind. 
I 217, vgl. oben Anm. zu c. 80), so 
kann auch eine absichtliche Erwei- 
terung der Inselliste vorliegen, die 
älter ist als der Archetypus von GC. 



201». quae ha- 
be nt fluvium Ty- 
gris. 



2011). et est illis 
fluvius Tigris, qui 
dividit in Media 
et Babylonia. 



200. Trace, traces verschrieben für 
Ithace. 



Texte n. Untersnchangen etc. NF XIV, i 







66 



A. Bauer, Chronik des Hippoljtos. 



Chron. Alex. (Barbaras). 

69. Haec sunt termini (la- 
feth) tertio filio Noe. 

70. Genealogia Cham secundo 
filio Noe. 

71. Filii autem Cham secundo 
filio Noe: 

72. (1) Chus primogenitus, ex 
quo Ethiopi, 

73. (2) et Mestreim, ex quo 
Egyptii, 

74. (3) et Fud, ex quo Tro- 
glodyti, 

75. (4) et Chanaan, ex quo 
Afri et Funici. 

76. Filii autem Chus Ethiopu 
filio Cham secundo filio Noe: 

77. (5) Sabat 

78. (6) et Eugilat 

79. (7) et Sabascatha 

80. (8) et Regma 

81. (9) et Secathath. 



>w' 



Codex Matritensis. 

91. Taira ion ra OQia rov 
'Idg)Bd^ Tov tqItov vlov Nöie. 

Eine halbe und eine Zeile frei. 

92. + reveaXoyla rov Xafi 
(tov) öevrigov vlov rov Näs. 

93. Ol öh vlol Xccfi rov dev- 
TtQOV vlov TOV Nme' 

94. (1) jtQcoTog Xovg, i^ ov 
AWlojteqy 

95. (2) (xal) MaöTQaelfi, i^ ov 
AlyvjtTioi, 

96. (3) xal ^ovö, ig ov Tgco- 
ykoövTai, 

97. (4) xal XavaVy Ig ov CA- 
g)Qoi) xal ^olvixeg. 

98. (55 V) Ol öa vlol Xovg 
TOV Ald-lojtog (tov vlov Xctfi 
TOV ösvTtQov) vlov Näß' 

99. (5) üaßa 

100. (6) xal EvriXaT 

101. (7) xal :S£ßaxa^äd^ 

102. (8) xal 'Payfia 

103. (9) xal UaxaT^d, 



104. ovTOL AlMojtag jtQciroi 
xaTa Tag (pvXag avTmv. 




91. Vgl. Chron. pasch, p. 40, 4. 

92. Überschrift in größeren Buch- 
staben; ß vlov die Hs. 

1)3 ff. Vgl. Chron. pasch, p. 49, 9ff; Synk. p. 87, 9 ff und unten Abschnitt 4. 

97. Xaav erste Hand, v ist später eingefügt. 

104. Fehlt in den Übersetzungen, ist aber ursprünglich, da vorher 
keine von den Söhnen des Chus abstammenden Völker angegeben sind; 
das Chron. pasch, p. 50, 3 ff und der Synk. p. 87, 10 ff u. a. haben 
hier die Namen afrikanischer Völker eingefügt, die bei Hippolytos noch 
fehlten. 



Text. 



67 



Liber generationis I. 
S9. Hi sunt iines lafet. 



fehlt. 

9(). Filii autem Cham: 

Cham aatem bii sunt tilli xxx GO. 

91. (l) Chus, ex quo Aethiopes. 

92. (2) Mestraim, ex quo Ae- 
gyptii. 

mestrem 6C. 

93. (3) Fud, de quo Troglo- 
ditae. 

94. (4) Chanaam, de quo Afri 
et Fenices. 

cbanaan 6C. 

95. et fiüi Chus: 

N*ieh Chus fügt nebroth gigas et ein, 
vgl. 104. 

96. (5) Saba 

97. (6) Evüat 

enila 6C. 

9S. (7) Sabata 

^o GC, sabat BF. 

99. (8) Regma 

100. (9) et Sagabacata 

sesagata C, sesacatam G, sabachata F, 
seha et chusa 0. 



Liber generationis II. 



Liber genealogus Mommsen p. 166. 

113. Incipiunt generationes Cham 
fili Noe. 



116. Cham genuit (1) Chus, ex quo 
Aethyopes. 

117. de (2) Mestrau Aegypti. 

118. de (3) Ful Trogoditae. 

119. de (4) Canaam Afri et Phoe- 
nices. 

120. et de ipso (sc. Chus) nati sunt 
filii sex et ista uomina eorum: 

121. primitiv US (5) Saba. 

123. secundus (6) Evila^. 

124. tertius (7) Sabata. 

125. quartus (8) Regma. 

128. quintus vero filius Chus (9) 
Sabacatha. 



fK>. Die von Hippolytos abwei- 
chende Zahl XXX rührt von dem Re- 
dactor des Archetypus von GO her 
(vgl. oben 51, 53, 80, 86 u. ö.). 



125 ff. Die Anordnung in dem Text 
des lib. geneal. wird durch die vor- 
gesetzten Zahlen bezeichnet. 



5* 



68 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 

82. et filii Regma filio Chus 
filio Cham secimdo filio Noe: 

83. (10) Sabat 

84. (11) et ludadad. 



Codex MatritenBis. 

105. Kai vlol ^Pey^a tov viov 
Xovg TOV AlMojtoq {tov vtov 
Xafi) TOV (öevT^QOv) vlov Ncis ' 

10(3. (10) IJaßaTOP 

107. (11) xal %vdaö 



85. et Chus genuit (12) Ne- 
brud Ethiopem et venatorem et 
giganteni. 

86. Et Aegyptiorum patrias 
cum Mestreim patre eorum octo. 
dicit autem sie: 

87. et Mestreim genuit illus 
(13) Lydiim, ex quo facti sunt 
Lydii. 

8S. et illus (14) Enemigim. 
ex quo Pamphili. 



lOS. (12) xal NsßQcüö 6 yiyag: 
o Ald^iorf), 

109. yiyQajtTaiycLQ' xaiXovj: 
iyivvriOB tov KeßQcoö top Ai-- 
Mojta yiyavTa x\yvr\yov — «5^: 
NeßQtoö yiyag xvmiyog. 

110. Kai AiyvjtTlcov staTQial 
övv MeöTQael(i tc5 jtaTQi av- 
Ta>v oxTco. Xiyti yaQ ovtojc' 

111. xal MeOTQaslfi iya^pfjot 
(13) Tovg Avöuifi, ig Ol? hyivov- 

TO AvÖlOL 

112. xal (14) Tovg Tavi£l(i, 
i^ ov üafKpvkioi. 



105. Y von vlol anfangs: größerer 
Buchstabe und ausgerückt ; vlov vor 
Noe von erster Hand übergeschrieben. 

108. Die Übersetzer haben diesen Satz und den Anfang des e. 109 fol- 
genden ersten Citats aus Gen. 10, 8 ausgelassen. In der Septuaginta wird 
aber Nebrod nicht als Athiope, sondern als Assyrer und als Sohn des Chus 
bezeichnet (vgl. Hippolytos c. 54}, während er nach c. li>S als Sohn Regnnas 
erscheint. Auch das zweite Citat c. 109 stammt aus Gen. 10, 9; es ist kein 
späterer Zusatz, denn es kehrt im Chron. i»asch. p. 50, 12 Bonn, an dieser 
Stelle wieder. Als Athiope wird Nebrod um Chus willen in der jüdischen 
Überlieferung (vgl. .loseph. antt. I 4, *J; 0, 2) l)ezeichnet; als Sohn Regmas 
wie Hipi». c. U>8 erscheint er auch ehr. pasch. \). 50, 11. Die Pseudoclemen- 
tineu (Chron. ]»asch. p. 15, IGit) suchen zwischen den widersprechenden, von 
Hi]»]). kombinierten (vgl. Note zu Hijjp. c. 5H — 55) Versionen zu vermitteln. 

112. Tot statt Tov^ die Hs. 



Text. 



69 



Liber ^enei*ationis I. 



101. Filii autem Regma: 



Liber generationis II. 

Liber j^enealogus Mommsen p. 160. 

126. hiiic (sc. Regma) erant filii 
duo: 



102. Saba 

seba C. 

103. ludadan. 

indudan OG. et dadan BO, et dedan F. 
Xach 103 fügt hinxu: Saba, de quo Sa- 
bael, Euilatb, de quo (letuli, Sabata, a 
qao Trabes, Dadan, a qao Aethiopes Oc- 
cidental i plagae. 



primitivus (10) Sabam. 
127. secundus (11) luda. 



104. et Chus genuit (12) Ne- 
bruth gigantem. 

(rigantem fehlt BF ; die ganxe Notix fehlt 
0, vgl. 95. 

105. Et Aegyptiorum patriae 
cum Mesrain patre ipsoruni VIII. 
dicit enim: 

mestrem G, mestram C, mesrem C-. 

106. et Mestraim genuit (13) 
Ludiin, unde Lydii. 

mestraim F, mesraim B, mestrem OCS 
mesrem C* — lodim GG. Indim F. 

1 07.( 1 4)Enemiin, de quo Pamfili. 

et meminigiin G, et menegiin G, et 
nemigin 0. 



104. In der Vorlage der mit 
bezeichneten Hss. änderte also eben- 
falls ein Redactor Einzelheiten. Die 
in der Bibel nicht begründete Be- 
zeichnung des Nebrod als Äthiopen 
ist in allen Hss. getilgt; nur beim 
Barb. 85 hat sich ein Rest des Ur- 
sprünglichen in Nebrud Ethiopem 
erhalten. Dagegen ist die der Bibel 
und Hipp. c. 54 widersprechende 
Angabe Hipp. 108, daß Nebrod ein 
Sohn Regmas war, durchweg ge- 

tilgt. 



120. sextus (sc. filius Chus) vero 
(12) Nebrot, hie est Nebrot gigans, 
qui fuit venator ante dominum. 

130. inde nascuntur Chaldaei etc. 

135a. hie (sc. Mestrem) obtinuit 
Egyptum, huic nati erant filii sex: 



134. 136. ipse (sc. Mestrem) genuit 
(13) Ludin, ex quo Lybii. 



137. secundus (14) Emimegim. 



70 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Ghron. Alex. (Barbaras). 

89. et illus (18) Labiim, ex 
quo Libii. 

90. et illus (16) Nefthabiim, 
ex quo Fygabii. 

91. et illus (17) Patrosoniim, 
ex quo Licii. 



Codex Matritensis. 

113. xal (15) Tovg Aaßieifi, 
i§ ov Alßveg. 

114. xal (16) TOvg Neg)»a' 
kel/i, i§ ov ^yaösg. 

115. xal (17) Tovc üaTQOOO' 
pialfi^ i| ov Avxioi. 



92. et illus (19) Cathfthoriim, 
ex quo Cilicii. 

93. Chananeorum autem pa- 
trias cum Chanahan patre eorum 
sunt duodecim. dicit enim sie: 



116. xal{]S)TOvg ^XiorWifi, 
ig ov ^olvixeg, 

117. xal{19)T0vgKag)d^0QiB\fi. 
ig ov KiXixag, 

118. Xavavalmv da jtaxQial 
ovv Xavaav reo JtatQl avxmv 
elol iß, Xeysi yaQ outcoc* 



94. et Chanahan genuit (20) 119. xal Xavaav iyivpi^os 
Sidona primogenitum rov (20) 2i6Ava jtQmxoxoxov 



95. et (21) Chetteum 



120. xal (21) Tov XerraTov 



91. Nach diesem Abschnitt ist die 
Übersetzung von Hipp. 110 ausge- 
fallen oder unterdrückt, da Hippo- 
lytos mit Genes. 10, 14 nicht stimmt. 

93 ff. Der Text des Alexandriners 
allein gibt den echten, freilich et- 
was unbiblischen Hippolytos wie- 
der. 



114. (pvyaÖEq die Hs. Alte Cor- 
ruptel, daher im lib. gen. I über- 
haupt nicht übersetzt; sie hat, wie 
deren Wiederkehr unten 132 No. lö 
und der Alexandriner beweisen, schon 
bei Hippolytos gestanden. Die Oster- 
chronik p. 51, 9 gibt an dieser Stelle 
4*(}vytqf ob aus besserer Überliefe- 
rung oder durch Conjectur, ist nicht 
zu entscheiden. 

115. TiarQÖg ovielfji die Hs. 

110. Der Gen. 10, 14 genannte Xaa/jiüjvielix, dessen Sohn erst 4^v}.iaueifJi 
ist, wurde von Hippolytos anscheinend übergangen. Falls dieser hier 



Text. 



71 



Liber generationis I. 

108. (15) Labiin, de quo Libies. 

•0 GG, labain BF — ao GC, laboes BF. 

109. (16) Neptoin. 

Bo B«F, neptoen B', neptalln GC, neph- 
talim 0. 

110. (17) et Patrosonim, unde 
Cretes 

patrosoniin GC. 

111. (18) Casluin, unde Lycii. 

cosionim C, chasienim G. 

112. unde exierunt Filistiim. 

lUistini G, pbyliBtini F. 

113. et (19) Capturin, unde 
Cileces. 

captorim GC, captoroin F. 

114. Ghananeorum sunt pa- 
triae cum patre eorum X. dicit 
enim: 

Xir F, fthU bei GC. 

115. et Chanaam genuit (20) 

Sidona primogenitum, ex quo Si- 

donii. 

ffenuitam B*. 

116. et (21) Chetheum. 

cheom B«, cetthenm C, etthMam G. 

117. et (22) lebyseum. 



Liber generationis II. 
Liber genealogus Mommsen p. IG' 

138. tertius (15) Latin. 

139. quartus (IG) Neptabin. 

140. quintus (17) Patrosin. 



141. sextus (18) Caslonin. de ipso 
Caslonin nati sunt Filistini et (19) 
Chapterini. 



143. nam ipsi Chanaan nati sunt 
filii undecim: 



144. primitivus (20) Sydona, de 
isto nati sunt Sydonienses etc. 



145. secundus vero (21) Cettheus. 

146. tertius (22) lebuseus. 



110—113 ist nach Gen. 10, 14 vom 
Redactor corrigiert. 

115 u. 117 enthalten Zusätze (der 
zweite aus Gen. 10, 16), dieHippolytos 
fremd sind. 



wirklich ^oivuc€Q statt 4*i?,iaTixloi geschrieben hat, so ist dies ein Ver- 
sehen, weil er die 97 Phöniker als Nachkommen Chauaanj? nennt. 
117. Nach Klkixeg kleiner freier Raum. 



72 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras). 



Codex Matritensis. 



96. et (22) Amorreum 

97. et (23) Gergeseum 

98. et (24) Aeggeum 



121. xal (22) TOP \4fioQQalov 

122. (56 R.) xal (23) top Fsq- 
yeööatov 

123. xal (24) top Evalop 



99. et (25) Aruceum, ex quo 124. xal (25) top UQovxatop, 
TripolitanL i§ ov TgutoXlTai. 



100. et (26) Asethneum, ex 
quo Orthosiasti. 

101. et (27) Arudium, ex quo 
Aradii. 

102. et (28) Samareum 

103. et (29) Ferezeum 

104. et (30) Amathium. 

105. Est autem habitatio eo- 
rum ad ßinocorurum usque Ga- 
rirum aspiciente ad septentrio- 
nem longitudo. 

106. Quae autem ex ipsis na- 
tae sunt gentes: 



125. xal (26) top ApotPPaloPy 
i§ ov ÖQß'OOiaöTaL 

126. xal (27) top 'Aqüöiop, 
i§ ov ligaöioL 

127. xal (28) top JSafiOQQalop, 
i§ ov ^afiaQSlTaL 

128. (xal (29) TOI' ^ege^alop, 
i^ ov ^egeC^aloi,} 

129. xal (30) TOP 'AfiaT^, 
Ig ov ^AfiaO^ovöioL 

VM).''Eoti 6h xal avTSp ^ xar- 
oixla ajcb ^Pipoxoqovqcqp ?a>c 
radeiQOP ra JtQog potop ijtl 
(iTJxog. 

131. Ta öh ix tovtg)p ysp- 
PTjd^ipTa ed-PTj' 



105. septentrionem falsche Über- 121. Das zweite q des Namens 

Setzung von tiqöq vöxov, später eingefügt. 

128. Die Ausfällung der Lücke im 
Matr. ist geboten durch die Zahl 
in 118 und wird durch den Barbaras gewährleistet. <p£QB^aloq kommt 
Gen. 10, 17 nicht vor; er ist also ein fingierter Stammvater des in der 
Bibel öfter genannten kanaanitischen Volkes der Pherezäer. Da bei den 
vorhergehenden und nachfolgenden Stammvätern die Völker standen, so 
ist so gut als sicher, daß Hippolytos i^ ov ^soe^atoi hinzufügte. 

130. Das zweite q von ^Pivox, ist in der Hs. corrigiert. Vgl. Chron. 
pasch, p. 52, 9; Synk. p. 80, 7. 

131. Vgl. Synk. p. 89, 8; im Chron. pascb. p. 52, 11 fehlt die Völkerliste. 



Text. 



73 



Liber generationis I. 

118. et (23) Amorreum 

119. et (24) Gergesseum 

120. et (25) Araceum 

et eu. etaum C, et enenm O, et aiiru- 
chaeum F. 

121. et (26) Euueum, ex quo 
Tripolitae. 

et aeueum ex quo tr. F, et arrachenm 
unde tr. G, et amcheum unde tribolite G. 

122. et (27) Aseneam 

asenneiim G. 

123. et (28) Aradium, unde 
Aradii. 

124. et (29) Samaream, unde 
Samaritae. 

u. 8. nur in QC,BFO lassenden Zusatx aus. 



Libcr generationis II. 
Liber genealogus Mommsen p. 107. 

147. quartus (23) Amorreus. 

148. quintus (24) Gergesseue. 

140. sextus (26) Euveus. 

150. 151. septimuB (25) Aruceua, ex 
quo Tripolitani. 

152. octavus (27) Asenneus. 

153. nonus (28) Azyrius. 

154. decimus (29) Samareus. 



125. et (30) Amathi, unde 
Amathusi. 

126. Est autem habitatio 
eorum a Rinocoruris usque Ga- 
diram ad notum. 

ftd n. C, ad portum G, fehlt im B. 

127. Ex bis autem nascuntur 
gentes hae: 

. gentes hae G€, reges (regna 0) vel 
gentes BFO. 



155. undecimus (30) Amattheus. 

157. quonim terminum habitatio* 
nis eorum a Rinocorura usque ad 
Gadis ad austrum. 



162. Gentes vero, quae de ipsis 
sunt : 



120. 121. Der Redactor von GC 
hat auch hier die schlecht überlie- 
ferten Namensformen verbessert. 

120 ff. Nur der Archetypus von GC hat 124 den Zusatz bewahrt, der 
auch Barb. 102 fehlt; dagegen ist die Einfügung 117 ebenso wie die Aus- 
lassung des Pherezaios nach 124 in allen Hss. der lib. gen. nach der 
Bibel korrigiert. Außerdem sind 120 und 121 umgestellt, daher die Tri- 
{»olitae von einem anderen Stammvater abgeleitet werden. 



74 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 



Codex Matritensis. 



107. 1) Ethiopi 2) Troglodyti 
3) Aggei 4) Gagarini 5) Isabini 
6) Piscescomeduli 7) Ellaini 8) 
Aegyptii 9) Finici 10) Libyi 11) 
Marmaridii 12) Carii 13) Psyl- 
liti 14) Myssi 15) Mososini 16) 
Fygadii 17) Maconii 18) Bythy- 
nii 19) Nomadii 20) Lycii 21) 
Mariandini 22) Pamphyli 23) 
Mososini 24) Pissidii 25) Autalei 
26) Cilicii 27) Maurisii 28) Criti 
29) Magartei 30) Nuraidii 31) 
Macarii 32) Nasamonii. 



132. 1) Ald^lojtsg 2) TgcoyjiO' 
övvai 3) ^Ayyalot 4) Tayrjvoi 
5) %ax7]Poi 6) ^Ixd^)0(payot 7) 
^EXlavtxoi 8) AlyvJtrioi 9) *0£- 
vixeg 10) Mßveg 11) Magfiagl- 
dag 12) Kagsg 13) V^vX^lzai 14) 
Mvool 15) Moovpol 16) #vya- 
öeg 17) Maxoveq 18) Bi^voi 
19) Nofdaöeg 20) Avxioi 21) Ma- 
QiapÖTjpol 22) ndfiq)vXoc 23) 
(Moooovpoi) 24) IliOtörivol 25) 
AvyaXaloi 26) KlXixsg 27) Mav 
Qovoiot 28) KQrjTBg 29) MayaQ- 
xai 30) Novfiiösg 31) {Maxa- 
Qioi) 32) Naaafi{cop)löeg. 



132. Die Namen sind in der Hs. 
durch Punkte und größere Zwischen- 
räume getrennt; 23), 31) sind nach den Übersetzungen ergänzt; eine An- 
zahl der in diesen cornipt überlieferten Namen sind im Matr. richtig über- 
liefert. Mit dem vorhergehenden Stammväterverzeichnis und den dort bei 
einigen Stammvätern erwähnten Völkern besteht hier so wenig wie bei 
den japheti tischen Listen ein Zusammenhang. Sechs der früher genannten 
Völker kommen hier nicht wieder, dafür viele andere neu vor; von 
30 Stammvätern werden 32 Völker abgeleitet. Geographisches Wissen 
und Genesis vertrugen sich schon damals nicht. Die ^Ayyaioi 3) sind die 
Bewohner des bei Ptolemäus erwähnten Ortes "Ayyrj in Arabia felix. 4) ist, 
wie nun Hippolytos lehrt, mit dem öfter (z. B. unten 200 No. 27 Barb. IX) 
erwähnten arabischen Volk, dessen Name auch Ta'Crjvoit Taivoi geschrieben 
wird, zu identificieren. 5) bisher vermutungsweise mit den Sabäem iden- 
tificieii;, wird wegen der Nachbarschaft der Tairjvoi (vgl. unten 200 No. 31, 
Barb. XI) vielmehr die ^axrjvoi oder SaQaxrjvoi im glücklichen Arabien 
bezeichnen. 7) sind die Bewohner des 'EXdva oder ''EXava^ jetzt Ailän 
genannten Ortes am Golf von Akaba. 15) sind nicht die Mvoavvoixoi am 
Pontus, sondern die Bewohner des phrygischen Moaivcc. 17) hat nichts 
mit den MaxaQiOL 31) = Macrones zu tun, sondern bezeichnet vielleicht die 



Text. 



75 



Liber generationig I. 

128. 1) Aethiopes 2) Troglo- 
ditae 3) Aggei 4) Aggageni 5) 
Isabini 6) Icthyofaj?i 7) Vel- 
lani 8) Aegyptii 9) Fenices 10) 
Lybyes 11) Marmaredae 12)Chari 
13) Filiitae 14) Mysi 15) Mos- 
synoeti 16) Friges 17) Magones 
18) Bithyni 19) Nomades 20) 
Lycinii 21) Mariandeni 22) Pam- 
fyli 23) Misudi 24) Pisideni 25) 
Lygallii 26) Cilices 27) Maurosii 
28) Cretae 29) Magartae 30) Nu- 
midiae 31) Macrones 32) Naso- 
mones. 

8) trogoditae G-. 3) aeacei 0. 4) aga- 
f!;eni 0, fehU BF. 6) sabüii C, sabani G. 
7) bellanii F, taelmani QC. 11) marmaritae 
6C. 12) carpi GC. 18) pellictae C, pelli- 
cia G, fallitae F. 14) miysini C. 15) mor- 
mosneci C, ungefähr ebenso G. 17) mace- 
donesC.macidonisG. 80)liciiFGG. 31) ma- 
riandini GC. 22) pampili GC. 23) mimsudi 
BS myosudi F, moysisidii C, mossisidi G. 
84) pisidiseni B'. 25) lycalli F, licalli C, 
fehlt G. 28) cretes C, tes G. 29) magarthae 
G, margartae C. 80) numidae F. 32) nasa- 
monea GG. 



Liber generationis TL 

Liber genealogus Mommsen p. 16S. 

1C2. 1) Aethyopes 2) Trogoditae 
5) Isabini 6) Sciofagi 7) Alani 8) 
Aegypti 9) Phoenices 10) Lybii 11) 
Marmarici 12) Cari 13) Phylistei 
14) Mussi 15) Mussonici 16) Friges 
17) Ma<5edone8 18) Bitinii 19) No- 
madi 26) Cilices 27) Maurusi 28) 
Cretes 29) Magartheni 30) Numidi 
31) Meroni, 



128. Die Namen sind hier beson- 
ders arg entstellt, wie der Vergleich 

mit dem ^atr. lehrt; hier hat auch der Redactor von GC nicht viel zu 
bessern gewußt. 



Bewohner der bei Plin. VI 29, 179 erwähnten äthiopischen Stadt Mascoa, 
var. Macum. 19) und 30) bezeichnen zwei verschiedene Völker. 23) könnte, 
wenn die Form im lib. gen. I als bestüberlieferte gelten darf, die Mioova 
oder Miaaova genannte Stadt vom karthagischen Meerbusen bezeichnen. 
Die Ordnung der Namen ist gegen Ende nicht mehr geographisch: 17 und 
23, zwei afrikanische Völker, sind eingesprengt zwischen kleinasiatische. 
Eine ursprönglich genau geographisch geordnete Liste wurde also schon 
vor Hippolytos in Unordnung gebracht. 25) sind die Bewohner der Oase 
A^iXa. 29) bleibt räUelhaft. 31) wird gewöhnlich mit den c. 200 No. 24 
Barb. LXX von Hippolytos ^nogdöBqy beim Barb. Boradii genannten Volk 
identificiert, ob mit Recht steht dahin; auch A. v. Gutschmids Deutung 
(Kl. Sehr. V 686) befriedigt nicht. Die übrigen Völker sind teils bekannt, 
teils geben die Indices bei Mommsen und Frick darüber Aufschluß. 
VgL Synk. p. 89, 8ff. 



76 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbanis). 

108. Hii possident ab Egypto 
usque ad septentrionalem Ocoa- 
num gentes XXXII. 

109. Quiautem ex ipsissciunt 
litteras, sunt haec: 

110. 1) Fynici 2) Egyptii 
3) Pamphyli 4) Frygii. 

111. Est autem terminum 
Cham ab Rinocorurum qui ex- 
tendit a Syria et Ethiopia us- 
que Garirum. 

112. Nomina autem provin- 
tiarum sunt haec: 

113. 1) Egyptus cum Omni- 
bus qui in circuitu eius sunt. 

114. 2) Ethiopia, quae aspicit 
ad Indos 



Codex Matritensis. 

133. OvTOL öiaxaTsxovöiv djto 
AlyvjtTOV kcoq xov vorialov 
coxaapov, 

134. Ol öh hxtOTafisvoi av- 
t(5p yQafifiara' 

135. 1) 0olvixsc: 2) Atyv- 
jtzioi (56 V.) 3) nafig)vXoi 4) 
^Qvyeg. 

136. ''Eon öh ra ogia rov 
Xafi aJto ^PiPoxoQOVQcov rrjg 
oQiCovOrjg JSvqIqp xal Alyv- 
jtTop xal AlB^iojtlav tmg Faöd- 
QOJV ijtl ^fjxoq, 

137. Ta öh ovofiaza rwv x^' 
Q(5v aOTi ravza' 

138. 1) AiyvjCTog ovp rolg 
JtBQl avT^p jcäöip, 

139. 2) Ald^iojila ^ ßXijcovOa 
xaza 'ipöovg 



115. 3) et alia Ethiopia, unde 
egreditur Ethioporum fluvius 
Geon, qui vocatur Nilus. 



140. xal (3) triga Alß-iojtia, ^ 
ö&sp exJtoQsvevai rrjcov 6 (rcip ^ 
Al^ioxwp) Jtorafiog, 6 xaXov — 
fiepog Nstkog, 



108. Derselbe Übersetzungsfehler 
wie 105. Die Summe dürfte, wie 
schon A. V. Gutschmid (Kl. Sehr. 
V G81) vermutete, ein Zusatz des 
Alexandriners oder des Übersetzers 
sein. 



13B. Na<5h u)x. etwas freier Raum, -ä 
Vgl. Chron. pasch, p. 52, 6; Synfc^ 
p. 89, 15. 

134. Vgl. Chron. pasch, p. 52, 7 *" 
Synk. p. 89, 10. 

135. 'Pgvyeq von erster Han^fli 



auf Rasur; es scheint ursprünglic 
^vydöeq hier gestanden zu haben, vgl. oben 114 und 132 No. 16. Vgl 
Chron. pasch, p. 52, 7 ff; Synk. p. 89, 17. 

137 ff. Vgl. Chron. pasch, p. 52, 11 ff; Synk. p. 89, 17 ff. 

138. Während 84 die Länder Japhets und 194 die Lftnder Sems bloß 



Text. 



77 



Liber generationis I. 

1 29. Hi possident ab Aegypto 
usque ad Oceanum. 

Das c. 130 steht unten nach 148 S. Hl ; <hr 
darin enthaltene Inselkatalog Chams ist in 
den Hss. fälschlich an dissr. Stelle geraten. 

131. Qui autem eorum sunt 
litterati, hi sunt: 

132. 1) Fenices 2) Aegypti 
3) Pamfyii 4) Fryges. 

3) pampili O, pampilü C. 

133. Sunt autem fines Cham 
a Rinocoryris, quae dividit Sy- 
riam et Aegyptum usque Ga- 
rira in longum. 

gadira G, gadiram C. 

134. Nomina autem gentium 
haec sunt: 

135. 1) Aegiptus. 

130. 2) Ethiopia, quae tendit 
ad versus Indiam. 

et ethiopia B, adtendit GC. 

137. 3) et altera Aethiopia, 
unde proficisciturflumenAethio- 
pum 



Liber generationis IL 

Liber genealogus Mommseu p. 108. 

163. qui optinuerunt ab Aegyp- 
tum usque ad Oceanum 



a Rinocorura, quae dividet Sy- 
riam et Aegyptum usque ad Gadis 
longitudinem. 

Liber generationis IL 

74. Nomina provinciarum eo- 
rum sunt hec: 

Ub. geneal. 164 «luibus sunt civitates 
seu regiones: 

75. 1) Egiptus. 

IIb. geneal. Aegyptus. 

76. 2) Ethiopia, que respicit 
Indiam. 

Ub. geneal. Aethyo])ia quae aspicit In- 
diam. 

77. 3) et alia Ethiopia, unde 
prodit fluvius 

Ub. geneal. et alia Aetbyopia, unde 
prodit 



74 ff. Die Zahlen der Capitel 
springen hier von 41, bezw. S>s (vgl. 
oben S. 47) auf 74, weil im lib. gen. II Sem vor Cham gestellt ist und 
Japhet fehlt. 



aufgezählt werden, erhalten die chamitischeu meist Zusätze, die ihre Latje 
näher bestimmen. Ich habe daher, Mommsen folgend, diese Namen 
nicht, wie 84 und 1(4, zu einem Capitel zusammengefaßt. 



7S 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). Codex Matritensis. 

116. 4) Rubra, qui aspicit ad 141. 4) 'EgvO-ga 7) ßXejtovoa 
[ad] orientem. xaza avaroXaq, 



117. 5) Thebaida tota. 



142. 5) Srißatq oXri, 



118. 6) Libya, qui extendit 143. 6) Aißvri tj jcagexzel- 
usque Corcyna. vovoa fiixQ'- KoQxvQlprjg. 



119. 7) Marmaria et omnia, 
quae in circuitu eius sunt 

120. 8) Sjrta habens gentes 
tres: Nasamona, Macas, Tauta- 
meus. 

121. 9) Libya alia, qui respi- 
cit et extendit usque ad mino- 
rem Syrtiam. 

122. 10) Numeda. 

123. 11) Massyris. 



144. 7) MaQfiaglg xal za JtsQi 
avzfjv jtavza. 

145. 8) 2JvQzig exovaa Id-vri 
ZQia' Naoafiovag, Maxag^ Tav- 
zafialovg, 

146. 9) Aißvi] kztQa tj jcagex- 
zslpovoa {ano AtJtzecog) fiixQi' 
ficxgäg ^vQzscog. 

147. 10) Novfilöa, 

148. 11) Maaovglg. 



124. 12) Mauritania, qui ex- 
tendit usque Eracleotieum ter- 
minum contra Garari. 



149. 12) MavQLzavla ^ jtaQ- 
exzsi vovoa fisxQi^ ^llgaxXslmp 
ozf]Xcöv xazivavzL radelgoDp, 



125. Tum habet, qui aspicit 150. Exei öe Iv zolg xaza 
ad aquilonem, qui circa mare ßoQQav za jtQog d^aXaooav 
sunt: 



121. Fr ick vermutete mit Recht, U3. Wie der Barb. und die Va- 

daß qui respicit die Cbersetzung rianten im lil). gen. I zeigen, schrieb 
von // dnoß/.tnovau xal 7ia(t€XTei- Hippolytos wirklich KoQXi^Qlvrj; ge- 
vovoa der Vorlage ist, in der 7] ano- meint ist Kvq/^vtj. 
ßA^Tiovaa für // ärcd Xtnxemq ver- 140. Die Einfügung von anb Ad- 

schrieben wai*. 71 rfw^ ist durch die Übereinstimmung 

der drei liiteinischen Übersetzungen 
gefordert. 
150. 151. Vgl. Chron. pasch, p. 52, 19 und unten Abschnitt 4; Synk. p.90,6. 



Text. 



79 



Liber generationis I. 

138. 4) Erythara, quod est Ru- 
brum adtendens ad orientem. 

eritra G, entra 6. 

139. 5) Thebea. 

140. 6) Lybiae, quae extendit 
usque Cyrenen. 

nsqae BFC, con C, cor G. contra C-. 
cyrenen C, cyrinem F, cirene G, fehlt in B. 

141. 7) Marmaris. 

so GCFO, fttdt in B. 

142. 8) Syrtes habens gentes 
has: Nasamonas^ Macas^ Tau ta- 
rn eos. 

maeas taurones GC. 

143. 9) Lybyae, quae a Lepti 
extendit usque minorem Syrtem. 

144. 10) Numidia. 

145. 11) Masseria. 

asyria C, assiria G. 



146. 12) Mauritania, quae ex- 
tendit usque Herculeas, quod est 
Heracleoticas, Stellas contra 6a- 
diram. 

colomnas C, cellas G. 

147. Habent autem ad borram 
maritimam: 

habet B. 



Liber generationis II. 

78. 4) Rubrus, qui respieit 
contra orientem. 

Hb. geneal. Rabas fluvias, qni aspicit 
i'ontra orientem. 

79. 5) Thebaidis. 

lib. geneal. Thebais. 

80. 6) Libia, que extenditur 
usque ad Cyrinem, quae est Pen- 

thapolis. 

lib. geneal. Libia, qaae extendit ad Cy- 
renas, qaae est Pentapoli. 

81. 7) Marmarices. 

üb. geneal. Marmaris. 

82) 8) Syrthes Nascimenia 
Tautamei. 

üb. geneal. Sirtis, Nasamonas, Tanta- 
mona. 

83. 9) Libya Lecti magna, quae 
extenditur usque ad Syrtia minus. 

lib. geneal. Lyiba, Lepthimagna, qaae 
extendit usque ad Syria minus. 

84. 10) Nomidia 

lib. geneal. Xumidia. 

85. 11) Masyris. 

Was in der IIa. des Hb. gen. II hier 
folgt, steht sjnitcr, S. 93 nach c. 69. 
Üb. geneal. Masuria. 

87) 12) et Mauritanea, que ex- 
tenditur usque ad Herculis sta- 
tuam. 

lib. geneal. Mauretanea, quae extendit 
usqae ad statuam Hercuüs. 



138. und 78. Beide libri generationis haben denselben Fehler, daß sie 
die Provinz Erythra des Cham überspringen und sie statt des Nil als 
Fluß bezeichnen. 

82. Nascimenia, Corruptel für Na- 
samones, die Macae sind ausgefallen. 

83. Gemeint ist a Leptimagna . . . 
ad Syrti minus, vgl. die Belege bei 
A. V. Gutschmid (Kl. Sehr. V 054). 



so 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus}. 

126. 13) Ciliciam 14) Parn- 
phyliam 15) Pissidiain 16) Mys- 
siam 17) Lygdoniam 18) Frygiam 
19) Camiliam 20) Lyciam 21) 
Cargam 22) Lydiam 23) Troa- 
dam 24) Eoliam 25) Bithyniam 
antiquam, qui vocatur Frygia. 

Auf einem freien Raum vtm 20 Zeilen 
toerden diese 13 Namen im Nominativ als 
Subseriptionen xu Bildern tviederhoU. Vari- 
anUn sind: 15) pisidia Id) mysia 17) lig- 
donia 21) caria 25) bitbynia, ohne Zusatx ; 
die Rei/ien folge ist dieselbe. 

127. simul provintias XIII 

128. Sunt autem eis et insu- 
las communae: 

129. 1) Corsula 2) Lapanduoa 
3) Gaula 4) Melitia 5) Cercina 
6) Minna 7) Taurana 8) Sar- 
dana 9) Galata 10) Gorsuna 11) 



126. Zu der alexandrinisclien Chro- 
nik, die der Barb. übersetzte, bietet 
der Papyrus GolenisCev eine Paral- 
lele, ii\ dem jedoch die Reihenfolge 
der Namen anders ist und noch ein 
zweites Mysien vorkommt, so daß 
im ganzen 15 Provinzen aufgezählt 
waren (Abhdlg. d. Wien. Akad. Bd. 51, 
S. 23 ff). Der Barb. verbindet misch- 
lich Bithynien mit Altphrygien. 

127. Wie A. v. Gutschmid (Kl. 
Sehr. V 668) schon richtig gesehen 
hat, ist das ein Zusatz des Barbarus 
oder schon des Alexandriners, den 
jener übersetzte. Die Zahl ist falsch 
(13 statt 14), weil beim Barb. Bi- 
thynien und Altphrygien als eine 
Provinz gerechnet sind. 

129. Dieser Inselkatalog mit den- 
selben, aber anders geordneten Namen 
und einer Karte ist ebenfalls teilweise 
im Pa]). Goleniscev a. a. 0. erhalten. 



Codex Matritensis. 

151. 13) KiXixlav 14) /7a^- 
(pvXlav 15) UiOiöiav 16) Mv- 
olav 17) Mvydovlav 18) ^qv- 
yiav 19) KanYjUav (57 R.) 20) 
Avxlav 21) KaQlav 22) Ävöiav 
23) Tgwaöa 24) AioUav 25) 
Bi&vpiav 26) rijp aQxcciav xa- 
kovfitp/jv ^Qvylav. 



152. "Exst ÖB xal vrjaovg Int- 
xoivovq raaöe' 

153. 1) KoQOvXa 2) Aajia- 
öovoa 3) ravXog 4) MsUttj 
5) KsQxiva 6) Mrjvlq 7) Tav- 
Qiavlq 8) SaQÖavlq 9) FaXari] 



151. Statt 26) <I»Qvylav hat die Hs. 
Tgcjaötty was irrige Wiederholung 
aus der vorhergehenden Zeile ist. 
Während in der Hs. die vorhergehen- 
den Namen durch Zwischenräume 
getrennt sind, ist 25), 26) auf einer 
Zeile in continuo geschrieben. Hip- 
polytos zählte gleichwohl 14 (nicht 
13 Nordprovinzen wie der Barb.); er 
unterschied also Bithynien und Alt- 
phrygien. Dies beweisen das rectifi- 
cierte (v. Gutschmid, Kl. Sehr. V 
250, 668) Verzeichnis der Osterchro- 
nik p. 52, 20 und der Synk. p. 90, 6. 

152. 153. Vgl. Chron. pasch, p. 53, 
3ff: Synk. p. 90, 10 fi'. 

153. Am Rande steht von Laskaris' 
Hand vf^ooi. Die Namen sind durch 
Zwischenräume getrennt ; ein solcher 
zwischen 25) und 26) lehrt also, daß 
25) die Insel Megiste an der kari- 
schen Küste bezeichnet. 3), 10), 12) 



Text. 



Sl 



Liber generationis I. 

148. 13) Ciliciam 14) Pamfi- 
liam 15) Pisidiam 16) Mysiam 
17) Lycaoniam 18) Frigiam 19) 
Gamaliam 20) Ljciam 21) Ca- 
riam 22) Lydiam 23) 'Mysiam 
aliam 24) Troadem 25) Aolidem 
26) Bytyniam 27) veterem Fry- 
giam altiorem. 

16) mooBiam 6C. 23) moesiam GC. 25) 
seoliam G, et aeoliam C. 27) altiorem fehli 
in GC. 



130 ä. sunt autem insulae in 
bis commanes hae: 

hae BF, XXVI GC. 

130 b. 1) Corsola 2) Liipadusa 
3) Gaudius 4) Meletae 5) Cer- 
cenna 6) Menis 7) Sardinia 8) 
Galata 9) Corsuna 10) Cretae 



Liber generationis II. 



Liber genealogus Mommsen j>. 1(38. 
105. et sunt illis insulae: 



1) Cossura 2) Lampadusa 3) Gau- 
los 4) Meleta 5) Circina 6) Moenis 
7) Sardinia 8) Galata 9) Corsica 
10) Cretes 11) Rhodos 12) Thera 



148. Diese Fassung gibt wie der 
Papyrus Goleniscev 15 Namen, da 
Altphrygien und Bithynien getrennt 
und 23) das zweite Mysien eingefügt 
sind. Zu dieser Erweiterung scheint 
die spätere ProvinziaJeinteilung des 



105. Es fehlen: Taurana, wahr- 
scheinlich, weil es als Dittogpraphie 
von 7) und vor 24) Megiste, weil es 
als Beiwort angesehen wurde. 11) 
ist die bei Hip]). verderbte Namens- 
form corrigiert. 



römischen Reiches Anlaß gegeben zu 

haben; altiorem ist ein Zusatz des Redactors, das seit Diokletian von Alt- 
phrygien unterschiedene Gebiet Phrygia epictetos liegt tatsächlich tiefer. 
1.30» und b 8. S. 83. 

haben in der Hs. im Anlaut T statt F-, bei 23) ist ursprünglicher Circum- 
flex corrigiert. TavgucviQ 7) und ^aQÖavl^ 8) hielt A. v. Gutschmid 
(a. a. 0. 669) irrig für eine Dittographie , 7) ist vieiraehr der bei Ptole- 
mäus 3, 1, 9 erwähnte TavQiavoq axone^^o^ an der Westküste von Bruttium. 
12) ist aus einer Verbindung von 8) FavXoq mit 12) 'Puöo-; dadurch ent- 
standen, daß eine Vorlage, in der die Namen in 3 Columncn zu 8 geordnet 
waren, wobei Gaulos neben Rhodos zu stehen kommt, zeilenweise gelesen 
wurde. 14) ist Karpathos. ^EtiIxolvol heißen diese Inseln bei Hippolytos, 
wie 155 beweist, weil sie von Cham und Japhot bewohnt wurden; später 
stellte man die iniatjfxoi dazu in Gegensatz, verstund also Inixaivoi im 
Sinne von „gewöhnlich". 

Texte a, Untersuchungen etc. NF XIV, i 



S2 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbanis). 



Codex Matritensis. 



Crita 12) Gauloroda 13) Thira 
14) Cariatha 15) Asta vetera 16) 
Chius 17) Lesbus 18) Teneda 
19) lambra 20) lasa 21) Samus 
22) Cous 23) Cnidus 24) Nisyra 
25) magna Cyprus. 



10) roQOvvri 11) Kgrirri 12) 
ravXoQlÖTj 13) Öw« 14) Ka- 
Qla&og 15) ^AatvjcaXia 16) Xtoq 
17) Aeaßog IS) Tevedog 19) 
"ifdßQog 20) %o6g 21) Uafiog 
22) Kciog 23) Kpiöog 24) Nl- 
ovQog 25) Meyioxfi 26) Ki- 
jcQog. 



130. simul insulas XXV 

Eh folgt freier Raum r<m 13 Zeilen, der 
in der Vorlage eins Inselkarie enthielt. 



130. Weil Meylaii] mit magna 
übersetzt und mit dem folgenden 
Cyprus verbunden wurde, sind hier 
nur 25 statt 20 Inseln gezählt. 



154. ofiov vfiOOL xj;. 

155. Avrai cd pfjöoi 6ov/.ev- 
ovöi Tcw Xafi xäl t(5 latped- 
rote ovo vlotc Tov N<5e. 



154. xe die Hs. verschrieben für 
x^. Da dieser Satz sowohl beim Bar- 
banis als auch anticipiert 130^ in 
den Hss. GC des lib. gen. I (S. 81) 
steht, so kann er kein späterer Zu- 
satz sein, wie z. B. Barb. 108. Da femer 
die Zahl x^ in der einzigen maß- 
gebenden Hb. des Chron. pasch., dem 
Vaticanus, wiederkehrt, so muß sie 
als die echte Zahl des Hippolytos 
gelten, die also auch der Redactor 
von GC des lib. gen. I bewahrt 
hat. 

loö. Diesen unentbehrlichen Sat« 
haben nur der Matr. und dem Sinne 
nach Chron. pasch, p. 53, 8 er- 
halten; die Übersetzer, die inixoi- 
%>oi vfiooi als „gewöhnliche" Inseln 
verstanden, wußten damit nichts an- 
zufangen. 



Text. 



83 



Liber generationis I. 



11) Gaulus rhedae 12) Thera 
13) Careatus 14) Astypala 15) 
Chius 16) Lesbius 17) Tenedos 
18) Imbrus 19) lassus 20) Sa- 
mu8 21) Cobus 22) Chnidos 
23) Nisurus 24) Megistae 25) 
Cyprus. 

1) coreula G, carsola G. 2) lopadusa 
C, lapadosa G. 3) gaddas GG. 4) melitiac 
0, miliciae G. 5) cercina GC. 6) moenis 
GC. 7) cardinia B, gardinia F. 8) galatae 
GG. 9) corsina C, corsisna G. 11) caulus 
rhode GC. 13) carcatas GG. 14) astipalla 
C, astbipela G. 15) tbius GG. 16) iesbos 
C, ibbus Ü. 20) fehlt in BF. 21) thins GG. 
2t) 25) megessae cypros G, cypros me- 
gisse G. 



Liber generationis IL 

Liber genealogus Mommsen p. 168. 

13) Carpatus 14) Chios 15) Astipa- 
lis 16) Lesbus 17) Tenedus 18) lam- 
rus 19) lassus 20) Samos 21) Cho- 
mos 22) Chydus 23) Nisyrus 24) 
Ciprus. 



130» und ^. Diese beiden Capitel 
stehen in allen Hss. des lib. gen. 
irrtümlich an der durch die vorge- 
setzte Ziffer bezeichneten Stelle (oben 
S. 77). Die Summe XXVI, die in den 
Hßs. GC schon in 130» und nicht, 
wie bei Hipp, und beim Barb. am 
»^'ehlusse der Liste steht, wird daher 
ein Zusatz des Redactors sein. Da 
er die richtige Summe 26 gab, so 
wird Taarana vor 7) in beiden Hss. 
bloß ausgefallen sein; der Arche- 
ty|iu8 von GC dürfte also nach einer 
besseren Hs. der Chronik des Hip- 
polytos corrigiert sein und des- 
halb gleichwohl die richtige Zahl 
bieten. 



6* 



84 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Cbron. Alex. (Barbarus). 



Codex MatritensiB. 



131. Habet enim et fluvium 
Geon, qui vocatur Nilus, qui 
cireuit Egyptum et Ethiopiam: 
dividet inter Cham et lafeth ab 
ore occidui maris. 



132. Haec est genealogia Cham 
secundo filio Noe. 



133. De Sem autem primo- 
genito filio Noe sunt tribus 
vigintiquinque: hü contra orien- 
tem habitaverunt. 



156. "^x^^ Ö6 Xafi Jtozafiop 
rrjcop TOP xa^ovfiBPOP NelXop 
TOP xvxXovPTa xacap rtjp AI- 
yvjiTOP \xa\) Ald-ioJtlap' oqI- 
^Bi öh HBxaBv Tov Xäfi xai 
Tov ^Iaq>sd^ rb otofia rfiq köJtB- 
QiPTjg {^aXaaOTjg, 

157. Avrr] TOV Xafi rj ys- 
psaXoyla (rov ösvteQox^ vlov 
TOV NSs). + 

Zwei Zeilen frei. 

158. (57 V.) + rsPsaXoyia 
T0v2!7jfi, rov jtQfOTOTOxov vlov 
Neos. 

159. ^Ex öh TOV 2Jijfi, TOV 

JtQ(DTOTOXOV vlov Ncis , tlol 

(pvXal xe' ctvrai jtQog avaro- 
Xaq q)xrjöap. 



134. (1) Elam, unde Elimei. 160. (1) *EXafi, ox^p ol 'EXv- 

fiatoL 

135. (2) et Asur, unde As- 161. (2) xal \ioovQ, od^ep ol 
syrii. AöOvqloi, 



> 



150. t//v Alyvnxov Al^ionlaq die 
Hs.; vgl. Chron. pasch, p. 5H, 12, 
Synk. p. 90, 18 u. oben c. 51. 

157. Nach dem Barbarus ergänzt, 
fehlt in der Hs. am Ende einer Seite ; 
vgl. Chron. pasch, j). 53, 15. 

15-S. (Trößere Buchstaben; diese 
Überschrift haben die Cbersotzer au dieser Stolle ausgelassen, im lib. 
gen. I und II ist deshalb 152 und 40 (s. S. S5) eingefügt. 
159. ovxoi TiQog d. die Hs. 

lOUff. Vgl. Chron. pasch, p. 54, UV und unten Abschnitt 4; Synk. 
p. 85, -Jff. 



Text. 



85 



Liber genenvtdonis I. 

149. Habet etiam insulas bas: 
Sardiniam, Cretam, Cyprum et flu- 
men Qeon, qui appellatur Ni- 
lus: dividit autem inter Cham 
et inter lafet hos vespertini 
maris. 

D€L8 xtceite inter füUt in GC. 

150. Haec media Cham gene- 
ratio. 



Liber generationis II. 

Liber genealogus Mommsen p. 167. 

159. ipsa est terra Cbanaan, quae 
habet fluvium Geon. 



151. De Sem autem seniore 
filio Noe sunt tribus cogniti 
XXV": hi ad orientem inhabi- 
taverunt. 

cognitae B'. 

152. Filii Sem: 

153. (1) Aelam, de quo Aely- 
mei. 

154. (2) et Assur, de quo 
AssiriL 

assur d. q. fehlt in B. — syri C, siri G. 



45. Nomina filiorum Sem pri- 
mogeniti Noe: tribus XXV: hi 
habitaverunt contra orientem. 

lib. geneal. Momm. p. 164; 64. inci- 
piunt generationes Som ÜU Noe. 

46. Filii autem Sem: 

47. (1) Helam, ex quo Hela- 
raite. 

Ul). geneal. 68«, 70. Elam, inde nati 
sunt Elamitae. 

48. (2) Asyr, ex quo Asyrii. 

lib. geneal. 74« de ipso Assyr nati sunt 
Assyrl etc. 



149. Den Zusatz bat schon Mo mm- 45 schließt in der Hs., da Sem 

een a. a. 0. als solchen ausge- vorausgeht, an 44 (oben S. 47) an. 
Echieden ; dieser kleinere Katalog der 
vf^aoi inlariixoL findet sich erst in 

den jüngeren Versionen des Diamerismos regelmäßig (vgl. Anm. zu Hipp. 
S. Sl). Chron. pasch, p. 53, 10 steht falsch : hxigaq vriaovqj obwohl alle 
drei Namen schon im großen Katalog vorkommen. In der Osterchronik 
steht femer der kleine Katalog nach dem großen, beim Synkellos p. 90, 9 
vor diesem; alles Beweise, daß er nicht ursprünglich ist. 

150. In „media" steckt entweder eine Entstellung von öevxioov oder 
eine Reminiscenz an den ausgefallenen Satz Matr. 155, wonach die Inseln 
zwischen Cham und Japhet geteilt waren. 



86 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). Codex Matritensie. 

136. (3) et Arfarad, unde 162. (:\) xal \4Q(fa^aö, 
Chaldei. ol XaXdatot. 



137. (4) et Lud, unde Ala- 
zonii. 

138. (5) et Futh, unde Persi. 

139. (6) etAram, unde Yantii. 



16:^ (4) xa\ Aovö, oi 
\4kaCoveti. 

164. (.•)) xal 0ovd, oi 

IltQOlU, 

165. (6) xal \4Qafj, oi 
Alhai, 



140. et filius Aram. filii Sem, 
tilio Noe: 

141. (7) qui et Hui, ex quo 
nascuntur Lydii. 



1()6. xal vloVAQa^i, vlo 
vlov Neue' 

167. (7) 'QoxaioiL o^€ 
vöiptai KoZxoi (?). 



140. 141. Der lateinische Cbor- WH. AovB-ovd die Hs. 

Setzer las oder verstand ^q xal Ov). 104. Dieser in der Septuaj? 

und schrieb infolgedessen 140 et filius 'J2 ft?hlende Stammvater stau 
statt et filii und 141 qui statt Os. der Barb. beweist, bei Hipp 

in den lib. gen. ist er wi 
mit (lenesis nicht Cbereinstin 
unterdrückt, vgl. 'PeQa^aTog oben 12S. Die Nennung Phuds beii 
banis ist also nicht Randglosse (v. (rutschmid, Kl. Sehr. V 641 
bibelkundigen Lesers, der sich erinnerte, dali dieser mit Lud zusi 
öfter genannt wird. Oben 90 hatte Hipp., *ien. 10, entsprechend 
schon einmal als Sohn des Cham genannt und die Troglodyten v« 
abgeleitet. 

105. Dies Volk bleibt nach w^ie vor ein Rätsel. 

107. ^'£^g xal OvX ist von Hippolytos als ein Name verstanden, w 
es (len. 10, 23 zwei bedeutet und dahrr atuli von den Sjiäteren gt 
wird. Die Kolchier werden aber in k«'iner anderen Fassung von C 
VI abgeleitet; Chron. pasch, p. 54, 11 leitet von Os die MafiivaXoi. 
wie die beiden Lateiner die Lydier ab: KoXyoi scheint also im Mt 
AvSol verschri»'ben zu sein; daß Hi]»p. 111 die Lydier schon einn 
Ludim abgeleitet hatte, spricht nicht dagegen. 



Text 



S7 



Liber generationis I. 

155. (3) et Arfaxat, unde Cha- 
lidaei. 

caldei FCO. 

156. (4) et Ludii, unde La- 
zones. 

lazoni (iazoni C) et ludin (Indini C) de 
l&sones (iasones C) CG. 



Liber generationis II. 

49. (3) Arfaxat, ex quo Chal- 
dei. 

üb. geneal. Momms. p. 165; 7G. 77 Ar- 
faxat, ex quo Chaldaei. 

50. (4) Luth. ex quo Lazici. 

lib. geneal. 78. 79 Lud, ex quo Lazones. 



157. (5) et Aram, unde Etes 
prioris. 

unde cytes F, de quo secae GC, de 
quo chorecae C-. 

158. bos excidit Abraham. 

et chaman in hxnxugtfügt. 



51. (5) Haram, ex quo Iturei. 

lib. geneal. HO. 81 Aram, ex quo Itei 
nati sunt. 



Liber genealogas Mommsen p. 165. 

159. et filii Aram: S2a. De ipso Aram nati sunt filii 

quattuor: 

160. (6) Osceul, de quo Lidii. 52. ze Bul, ex quo (6) Lidii. 



osceul O. osceni B, osceun F, chore- 
caeinl C- auf weggewischtem Buchstaben^ us 
et sur 0. 



lib. geneal. 83. 84. 86 primitivns tilius 
nomine Obs, secundus Ul, ex quo Armenii 
veniunt. 



lad. Zusatz des Übersetzers. 

159. Im Parisinus 4871 ist mit 
Benutzung von* Gen. 10, 23 die Stelle 
159 — 163 folgendermaßen geändert: 
ülii autem Aram, nepotes Sem IUI: 
primum Geram, ex quo Gesphani, 
secundus Mosoch, ex quo Masseni, 
III Hui, ex quo Armomuoeni, quar- 
tus Obs, ex quo Heliniste. 



8S 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras}, Codex Matritensis. 

142. (8) et Gather, unde Gas- 168. (8) xal Fa^eQ, o»bv Fac- 
finii. q)f]voL 



143. (9) et Mosoch, unde Mos- 169. (9) xal Moobx, od^ev 
smii. MoövvoL 



■ • • 



144. et Arfaxad genuit Cai- 
nan (10), unde fiunt qui ab 
Oriente Samaritae. 

145. Cainan autem genuit Sa- 
lathee (11), unde fiunt Salathii. 

146. et Salathee genuit Eber 
(12), unde fiunt Ebrei. 

147. Eber autem nati sunt ei 
filii duo: 

148. Falec (13), unde ascendit 
generatio Abrahae 



170. xal *jQg)a§ad iyarpfjas 
TOP Kalvav (10), od^ev ylvov- 
rai ol jtQog dvaroXäg 2kxfil' 
Tai (?). 

171. xal Kalvav iyivvrjöBxov 
2aXa9-i^X (1 1), od^tv yavvcivTat 
o(l} üaXad^ialOL 

172. xal SaXad^LTiX iyevvrjöe 
xov "EßsQ (12), od^BV yBvvcovrai 
^EßQaloL. 

173. xal reo ''Eßag hyBvvq- 
O^Tjoav vlol ovo' 

174. JTQCQTog^aXexiVi), od^Bv 
xarayarai ro yivog rov'JßQaafi 



149. et Ectam fratrem eins. 175. xal ^hxxav 6 aöaX^oq 



avTov, 



> 



144 ff. Von hier an gibt nur der 
Barbaras den Text des Hippolytos 
getreu wieder; die libri generationis 
streichen 10) Kainan. 

149 ff. Hier hat nur der Barbaras 
die Reihenfolge des Hippolytos bei- 
behalten. 



168. raa(pTjvoi steht vielleicht statt 
Kacniavoi't KaoTiiavrj heißt das Land 
zwischen dem Kaukasus und dem 
Kaspisee. 

160. Die Mossynoikoi, die auch 
Möaavvoi genannt werden, kommen 
schon SO No. 15 vor. Über die 132, 
No. 15 und 23 genannten MoGvvoi 
und Moooavvoi vgl. die Anm. z. d. St. 

170. Die Genealogie Arfaxads mit dem zweiten Kainan ist aus der 
Septuaginta Gen. 10, -4; die Osterchronik p. 54, 15 leitet von Kainan U 
die 2LaQfUirfa ab. Hippolytos hat wahrscheinlich so geschrieben wie die 
Ostorchr. und durch den Zusatz „die östlichen" diese Sarmaten von den 06 
und SO No. IG erwähnten Jai)hetnachkommen unterschieden. 

171. Ist ein nach dem Eponymos frei gebikletor Volksname. 



Text. 



89 



Liber gencrationis I. 

161. (7) et Oarter, de quo 
Gasfeni. 

gatera C^ catel G, gate . . C\ 

162. (8) et Mosoc, unde Mas- 
syni. 

masseni O, mo C, mosoeheni C'^ 

163. et Arfaxat 

chanaan a quo chananei fügt C- hinxu. 



Liber generationis IL 

53. Gathera, ex quo (7) Gas- 
feni. 

Hb. geneal. 87. 9» tertius Gatera, ex 
quo Üasfeni. 

lib. geneal. Momms. p. 1G5 89 

quartus vero Mosoch. 

00 nam filiiis Sem sextus qui dicitnr 
Chanaam 91 ex quo yeniont Lydii. 

54. Arfaxad, 



164. genuit (9) Sala. 



165. et Sala genuit (10) Heber, 
unde Hebrei. 

169—165 et arfaxat per salam genuit 
cber GC. 

166. et Heber nati sunt duo 
filü: 

167. (11) Falec, unde ducitur 
genus Abraham. 

falech nnde G, falecb de quo C, salech 
nnde 0, falec (falet F) et deboc unde BF 
(deboc statt de qao). 

168. et lectan. 

et iectan (iectam C) CG, et iactan 0, 
et tactem (tacten F) et iectam (leetau 
F) BF. 



55. ex quo (8) Sala. 



Hb. geneal. P4 de ipso enim Arfaxat 
natuB est Sala. 



50. Sala, ex quo (9) Heber. 

lib. geneal. U6 ex ipso Sala natus est 
Eber. i)7 Sala ergo genuit Phalech. tf8 
Pbalecb genuit Ragau. 99 Ragau genuit 
Seruch. 

57. Heber, 

58. ex (luo (10) Falecg • 



59. et lectan. 



90 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaras). 

1 50. Ectam aiitem genuit Er- 
modad (14), unde nascuntur In- 
dii. 

151. et Saleph (15), unde nas- 
cuntur Bactrianii. 



Codex Matritensis. 

176. 'hxrav 61 6 a6sX(h%^)- 
<poq ^aXsx iyspptjöe top ^EX- 
ficjöaö (14), od^sp yspp<5PTai 
ol 'IpöoL 

177. xal TOP UaVs^ (15), 
odsp 01 BaxTQiavoL 



152. et Aram (16), unde [et] 178. xal top 'jQctfi (16), o&£P 
Arabii. ol "Agaßec. 

153. et Iduram (17), unde et 179. ^al 7{6)ovQaf/{n), o»6P 



154. et Ethil (IS), unde Arri- 180. xai Al^X (18), od^ep ol 
anii. ^AgeiaPoL 

155. et Abimeil (19), unde Yr- 18L xal 'Aßi(ie?ß (19), o&ep 
canii. ^VQxapioi, 

156. et Declam (20), unde Ce- 182. xal AsxXa/j (20), o&ep 
drysii. KeÖQOvotoi. 



152 ist et nach Analogie von 153 
vor dem Namen eingeschoben. 

153. Kag^r'iXioi verlesen für xal 
MiqXLOij dann xal mit et übersetzt. 



176. Der Zusatz 6 aSeXtpdq ^dXex 
ist vielleicht eine in den Text ge- 
ratene Glosse. Das von Jektan ab- 
stammende Volk fehlt, von den 25 
(pvXai, die c. 159 angekündigt wer- 
den, fehlt daher auch eine. 
177. Von hier an stimmen die Namen der Stammväter nicht mehr 
zu Gen. 10, 26 ff. 

179. Den richtigen Namen Kagfit'jhoi bietet der Matr. , er findet sich 
nur noch in den Hss. GC des lib. gen. I ähnlich. Man hat bisher das 
hier genannte Volk mit den Bewohnern von Kaua)Aa (gewöhnlich Ka- 
ßaXla ) in Südkleinasien identificiert-. Dagegen spricht, daß KafxaXla unter 
den Nordi)rovinzen Chams (oben c. 151 No. 19) vorkommt. Gemeint sind 
also die Bewohner des Berges Karmel. 'I (Vorndfi ist der in der Genesis 
^OSoQQo. genannte Sohn Jektans. 



Text. 



91 



Liber generationis I. 

169. lectan autem genuit £1- 
modab (12), de quo Indi. 



170. et Salef (13), de quo 
Bactriani. 

falec OC. 

171. et Asarmot (14), de quo 
Arabes priores. 

arsamot B\ salmoth QC. 

172. et Cyduram (15), de quo 
Camehi. 

cydnran F, daran B, iarat G, iarad G, 
iarach 0. — canneli GC, kamei F. 

173. et Derra (16), de quo Mardi. 

odor GC, adorra 0. 

174. et Ezei (17), de quo Ar- 
riani. 

. . . zel C\ iezel GC*, hezel 0. — ar- 
rani GC. 

177. et Abimeel (IS), de quo 
Hircani. 

abimelel C, abimelecb GF. 

175. et Declam (19), de quo 
Cedrusi. 

ach am G, acam C. 



Liber generationis II. 

60. lectan genuit Helmodat 
(8), ex quo Indii. 

Helmodat aUM im V xtceimal. 
Hb. geneal. Momms. p. 165 lOO de lec* 
tan IndU. 

61. Sala (12), ex quo Betrii. 

lib. geneal. lOl de Salecb Bactriani. 

62. Aram(13), ex quo Arabes. 

Jib. geneal. loa de Soromot Arabes 
mlu. 

63. Hiduram (14), ex quo Ga- 
mer. 

Hb. geneal. 103 de Iduram Camerii. 

64. Oderba (15), ex quo Mardii. 

lib. geneal. 104 de Odera Mardi. 

65. Lezel (16), ex quo Partii. 

lib. geneal. 106 Momms. p. I6ü de Ie- 
zel Paiti. 

70. Abimelecb (17), ex quo 
Hircani. 

lib. geneal. lOH de Abimelecb Scani. 

66. Dehelam (18), ex quo Ze- 
dirusii. 

lib. geneal. 106 de Clam Cndrusi. 



171. priores steht im Widerspruch 63. Gainer ist verschrieben statt 
mit 178, wo die ^Agaßeg nQwxoi des Namens des Volkes. 
nochmals stehen; es ist also Zusatz 65. Partii ist Schreibfehler. 

des R^dactors, der hier und im lib. 70. Vgl. Anm. zu lib. gen. I. 177. 

gen. II vieles änderte, vgl. lib. ge- 
neal. 102, 109. Auch 176 S. 93 ist 
priores Zusatz. 

172. Ist die Form carmeli wieder ein Beweis der Güte der Vorlage 
von GC. 

173. Derra oder Oderba ist identisch mit Cyduram 172, was der Re- 
dactor übersah, der aus Gen. 10, 27 den Namen hier einlugte. 

177. Abimeel steht in den lib. gen. und im lib. geneal. wnie Gen. 1<), JS 
nach 20) Gebal. 



92 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. ( Barbaras i. Codex Matritensiä. 

157. et Gebal (21), unde Scy- 1S3. xal FeßaX (21), oi 
thii. Uxvd-sg. 



15S. et Sabal (22), unde Ada- 1S4. xal Ilaßar (22). 

mosyniu ^AXctfiooivoL 

159. et Huir (23), unde Ar- 1S5. xaViovyQ (23). oO^ 
menii. fialoi (?). 

160. etEugee(24), undeNudi ISO. xal Eveat (24), 
sapientes. rvfivocoqxözai 



15S. Vgl. A. V. Outschmid (Kl. 
Sehr. V 641), der die Adamosynii 
irrig als GlosBeni erklärte. 



1S5. ^EQfxaToi ist vielleic 
derbt. Die Ersetzung dieses ] 
durch die Armenier in all 
Übersetzungen scheint gl ei 
unrichtig, da die Armenier 
phetiten von Thorgama oben 
No. 5, 84 No. 4 schon genani 
bei einem so bekannten Nai 
zweimalige Nennung bei Hip 
kaum anzunehmen. 

is«}. Eveal verschrieben j 
n?.u (len. 10, *Jt». Ks sind nie 
I.V.» angekündigt wird, 25, i 
nur 24 ifvXal, weil von lektj 
Volk abgeh'itet wird, vgl. 
zu 170. 



Text. 



93 



Liber generationis J. 

176. et Gebal (20), de quo 

Scythii priores, 
lobat C, fehlt in G — sextae G, sexti C. 



178. et Sabat (21), unde Arabi 

a.«bat C, sebath G — aradii GC. 

179. et Ufir (22), de quo Ar- 

^iifer F. 

180. et Evilat (23), uude Gem- 
nosofutae. 

«o B-G, ^uailat P, efllath G, ceuilat B». 
^^nosopiätae C, gignosopisiae G. genus 
inlt lielii Kiatt gymu. und ms folgenden hi F. 

X8l. hi omnes Bactriani. 
^X iobao O. 



17S. Vgl. oben 171 und 17G. Da 
aach lib. gen. II. 71 die Araber nennt, 
w> liegt diese Änderung des Textes 
c^exiBO Tor dem Entstehen der la- 
^^^lÜBchen Übersetzungen wie die Um- 
stellung des Abimeel 177, die Ver- 
dopplung des Odorra 172 und die 
Form Evüat 180. 

181. A.v. Gutschmids(Kl. Sehr. 
; ^9) Conjectur hi omnes ab lectan 
^ tinhaltbar; hi omnes Bactriani ist 
^^ Zusatz eines Späteren, der den 
^tx Hipp. 188: navTiov 61 xtbv vUbv 
^oi} T^^ iaily /y xaxoixla &nd Bdx- 
7(>ci>v = lib. gen. 1, 183 so arg miß- 
^^^Btand. Oben c. 151 werden 25 tri- 
Dcis angekündigt, mit lektan c. 168 
**^^r nur 24 Stammväter gezählt, von 
^^^en 21 Völker abgeleitet werden; 
*^<i und Kainan fehlen, dafür ist 
^^t-ra 16 j eingefügt. 



Liber generationis 11. 

67. Asal (19), ex quo Hiscite. 

lib. geneal. Momms. p. 166; 107 de Ga- 
bel Seytae. 

68. Asal autem genuit Melchi. 

69. Melchi genuit duos filios, id 
est Melchi et Melchisedech. 

86. Hiscitopolim, quae est in terra 
Salem Chanaan in regione Sichern 
iuxta civitatem Salem, ubi regnavit 
Melchisedech sacerdos altissimi. 

71. Sabebi (20), ex quo Arabes. 

Hb. geneal. 109 de Sabeu Arabes malus. 

72. Mamsuir (21), ex quo Ar- 
menii. 

amenii V. 

73. Eiulat (22), ex quo Gym- 
nosophiste. 

lib. geneal. lio de Ebilatb G>'nmo8o- 
Üstae. 

73». Ziezi (23), ex quo Vulgares. 



73. Die Namensforui der beiden 
lib. gen. ist gleich der des Sohnes 
des Chus oben Hipp. 100; in der 
Septuaginta lautet sie EhiXd. 

78». Zu diesem Glossem vgl. A. 
v. Gutschmid (a. a. 0. S. 643). Im 
lib. gen. II c. 45 werden ebenfalls 
25 tribus angekündigt; Mosoch ist 
nur in der Hs. des lib. gen. II nach 
58 ausgefallen, mit lektan c. 59 sind 
es also 24 Stammväter, von denen, 
da 73a nicht zählt, IJ) Völker abge- 
leitet sind. 68, 69, S6 sind Zusätze 
des lateinischen Bearbeiters (vgl. 
A. v. Gutschmid, Kl. Sehr. V 643); 
sie sind in den Hss. an den Stellen, 
die die Ziffern ersichtlich machen, 
untergebracht, vgl. oben S. 79 c. 8.'». 



I 

l 



\ 



94 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 



Codex Matritensis. 



161. Hi omnes de Sem pri- 
mogenito Noe. 

162. OmDium filiorum Sem 
est habitatio a Bactriona usque 
Rinocorurum, qui pertinet usque 
ad Syriam et Aegyptum et mare 
rubrum et ab orae quae est Ar- 
sinoita India. 

163. Haec autem, quae ex 
ipsis factas sunt gentes: 

164. 1) Ebrei qui et ludei 
2) Persi 3) Midi 4) Peoni 5) 
Ariani 6) Assyrii 7) Yrcani 8) In- 
da 9) Magardi 10) Parthi 11) 
Germani 12) Elymei 13) Cossei 
14) Arabi antiqui 15) Cedrusii 



^W 



187. OvToc jtavTsg ix rov 

TOV JtQfDTOTOXOV vtov 

Ncis. 

188. IlavToov (Je rmv vlmv 
rov JSrjfi iöxiv rj xaroixla axo 
BaxTQOov i(og ^Pivoxoqovqcov 

T^$ 6qi^ovoi]<; Svglav xal AI- — 
yvjtTov xal r^v igvO-gav d^a- — 
Xaooav ano arofiarog rov xata ^^ 
rov ^AQöivotxr]v rfjg 'ipöixijg**. . 

189. Tavra 6h ra i§ crvrovc-_I5 

190. 1) 'Eßgatot (ol) xal %v 



öaloi 2) negaai 3) M^öoc A] 
DaLOVsq 5) 'Agsiavol (6) ^Aoov- 
Qioi) 7) ^FQxavol 8) 'IpöoI 9 
MayaQÖoi 10) üag^oi 11) Feg 
fiavol 12) 'EXvfialoi 13) Koa 
öaloi 14) ^Agaßeg ol xgmxoL [ol 



) 



_j 



164 No. 14, 16 ist verschrieben. Die 
Corruptel des Textes ist schon sehr 
alt, denn auch Matr. und üb. gen. I 
bieten hier Conjecturen. 



187. Vgl. Chron. pasch, p. 55, lO » 
Synk. p. 8ü, 12. 

188. Arsinoe bedeutet die Stad^ "'*' 
dieses Namens an dem Südende de^ ^^ 
antiken Suezkanals (Strabo XYI^ - 
804); die nähere Bezeichnung t^ *^ 

^Ivötxft^ bezieht sich darauf, daß sie ein Stapelplatz für den indische: 
Handel war. Wie die Übersetzer lehren, fehlte schon bei Hipp. 
Wort wie nozafiov, TU(pi>ov oder es ist rov xaxä zu xtiq xaxä .... Sio^^ 
()vyoq zu verbessern. Vgl. unten S. 129 die Stelle des Vind. 171 über ^^- 
oivotig norafwg und Chron. jiasch. p. oOj lOff Synk. p. 86, 12 ff. 

189. Vgl. Chron. pasch, p. 55, 14; Synk. p. 87, 1. 

VJO No. 14. Das zweite ol ist in der Hs. von erster Hand über der 
Zeile nachgetragen, wodurch die Arabi 1 mit den Cedrusii identificiert 
werden, ebenso sind No. lü durch Einfügung des jedoch auf der Zeile 
stehenden ol xa).ovf.i6voL die Arabi 11 fälschlich mit den Gymnosophißten 
identiiiciert, obwohl in d(*r Hs. überall der diese Namen trennende Punkt 
steht. Bei 1 1 ist ol und die Assyrer 0) sind überhaupt ausgefallen. Vgl. 
Chron. pasch, p. 55, 14 ff und unten Abschn. 4; Synk. p. 87, 1, 



Text. 95 

Liber generationiß I. Liber generationis II. 

182. omnes autem de tribus filiia 
Noe sunt LXXII. 



183. Omnium autem filiorum 
Sem habitatio est a Bactris us- 
<|ue Rinocoruris, quae dividit 
Sjriam et Aegyptum et rabram 
mare ab ore Arsinoes, quae est 
Indiae. 

bAcris B. 

184. Hae sunt autem, quae 
sunt factae ex bis gentes: 

185. 1) Hebrei qui ludaei 2) 
Persae 3) Medi 4) Poenes 5) Ar- 
riani 6) Assyrii 7) Hircani 8) 
Indi 9) Macardi 10) Parthi 
11) Germani 12) Helymei 13) 
Cossei 14) Arabes primi 15) Ce- 
dnisii [Scytae] 16) Arabes ve- 



185 No. 15. Scytae ist späterer 
Zusatz aus 176; was also A. v. Gut- 
so iimid (Kl. Sehr. V 674) aus dem Vorkommen der Scythen hier und bei 
^Viphanios folgerte, trifft nicht zu. Zu Arabes primi und A. veteres vgl. 
^^ä" Anm. zu Barb. 164; es gab also auch Hss. des Hippolytos, die irrig 
^^cßeg oL^aloi und ^Agaßeq TCQuixoi unterschieden (vgl. Hipp. 194 No. 8). 
^^T\ echten Wortlaut läßt derMatr. 190 erkennen: die ^ÄQaßeq tiqwtoi und 
*^^'Tfpot kehren im Katalog der 72 Völker wieder (Hipp. 200). Zwingend 
^^t. freilich diese Parallele nicht, weil die mit der Stamm väterliste ver- 
"^^ndenen Völker, die besonderen Völkerlisten und die Länderlisten zuein- 
^^^er keinen Bezug haben, sondern jede ohne Rücksicht auf die anderen 
gebildet ist. So sind z. B. Hipp. 192 Nr. 4 die Chaldäer als schrift- 
kundige Semiten genannt, obwohl sie im semitischen Völkerverzeichnis 
^Jö nicht, sondern nur in dem Stamm vät^rverzeichnis 162, vorkommen; 
-^ V. Gutschmid (a. a. 0. 673) hat aus solchen Incongnienzen meist zu 
Weitgehende Folgerangen gezogen. 



96 



A. Bauer, Chronik des Hippolytoß. 



Chron. Alex. (Barbarus). 

16) Arabi primi 17) Nudi sa- 
pientes. 



Codex MatritenBis. 

xaXovfiepoi 15) KsöqovCiol 16) 
"Agaßsc, öevregoi [ol 'xaXov- 
fievoi] 17) rvfivooog>iOTai 



165. Extendit autem habita- 
tio eorum usque Rinocorurum 
et usque Cilicia. 



166. Qui autem noverunt ex 
ipsis litteras, sunt: 1) Ebrei qui 
et ludei 2) Persi 3) Midi 4) Chal- 
dei 5) Indii 6) Assyrii. 

167. s, unten S. 98. 

168. Nomina autem provintia- 
rum filiorum Sem sunt haec: 

169. 1) Persida cum omnibus 



191. naQsxtelve(c} äs ctvtciv 
fj xa(58 Y)Totxla dxo ^HXtov- 
jtoXemg ri^q lam %(X>q Ptvoxo- 
QOVQCov xal TTJg KiXuxlaq, 

192. Ol 6e kjtiOrafispoi avrwv 
YQafifiara ovroi elölv ' lYEßgaloi 
ol xal %v6alot 2) IHgoai 
3) Mriöoi 4) XaXöaXoL 5) "TpöoI 

6) \iOOVQtOU 

1 93. Ta 61 ovofiara t&v x^^' 
Qciv Tcöv vlciv TOV Still icxi 
xavra' 

194. 1) nsQOig ovv roTg ixt- 



101. Tta^ixteive die Ha. Die Be 

Zeichnung, von wo die xaxoixia be — 
ginnt, muß im Text gestanden haben, obwohl beide Übersetzer sie aus 
ließen, also wahrscheinlich schon in ihrer Vorlage nicht mehr fand< 
Gemeint ist, wie der Zusatz taw beweist, entweder Baalbek oder das 
Nonnus Dion. 20, Sj genannte indische Heliopolis; das letzte ist ml 
Rücksicht auf 100 wahrscheinlicher. 

192ff. Hippolytoß recapitulierte , wie der Matr. 105 ff lehrt, die Grei 
bestimmuugen der drei Teile nochmals. Die Übersetzer bieten nur 
erste dieser Recapitulationen und rücken sie an eine frühere Stelle: Bari 
vor 1(38, Lib. gen. 1 vor ISO; dies beweist, daß sie eine vom Matr. ve: 
schiedene Hs. benutzten; 105—108 ist nicht bloße Wiederholung von 47— f 
oben S. 40, also im Matr. kein Zusatz, der Hippolytos fremd war. 
drittes Mal stehen diese Angaben bei Hipp. 79, 8:5, 130, 136, 15G, 188 aber 
malß variiert. Zu 102 vgl. Chron. pasch, p. 56, 1 ; Synk. p. 87, 4. 

19:1 2' am Anfang größer und ausgerückt. Vgl. Chron. pasch, p. 50, 
Synk. p. 8ü, lü. 

104. Die Einfügung von Nu. 12 nach beiden Übersetzern; vgl. Chro''' 
]>asch. p. 50, 7 ff; Synk. p. sO, 17 ff. 



Text. 



97 



Liber generationis 1. 



teres 17) Sapientes, qui dicun- 
tur gymnosofistae. 

6). 7) assyrii (arsiriiO) hircani GC, birc. 
ass. B, ass. ohne hircani F. tf) magardi 
GGF. 15) [sesthe G, sexti C]. 16) so GC, 
ultra BF, posteriores 0. 17) sap. qui die. 
symnosoflstae (festae B') nudi sapientes 
Bf", gsrmnosophistae q. a. nudi sapientes 
0, in GC »UM gimnosop(h)istae aliein. 

186. Habitatio autem eorum 
usque Biuocorura et Cilicia. 



187. Qui autem eorum no- 
verunt litteras, hü sunt: 1) lu- 
daei 2) Persae 3) Medi 4) Chal- 
dei 5) Indi 6) Assyrii. 

5) steht in GC nach 1). 

188. s. unten S, 99. 

189. Vocabula autem gentium 
haec sunt: 



Liber generationis IL 



Lib. genealogUB Mommsen p. 16(5. 

111. Hü tribuB 8em Bortiti sunt 
terram a Persida et a Bactranon 
usque India longitudine a Rinoco- 
rura usque ad Gadis quae est usque 
ad austrum: ipsa est pars Orientis. 
et habeiit fluvium Eufraten. 



190. 1) Persis 2) Bactrianae 



190 ff. Von 190 No. 10 bis 200 
No. 03 Hispani etc. haben die Hss. 
GC eine große Lücke. 



IIL Dieser lib. gen. II. 44 oben 
S. 47 entsprechende Satz ist im lib. 
geneal. nach 110 (oben S. 93) einge- 
fügt und deshalb hierher gestellt. 



Texte n. Untersaehangen. NF XIV, i 



98 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 

subiaceutibus gentibus 2) Bac- 
triana 3) Yrgania 4) fiabilonia 
5) Cordilia 6) Assyria 7) Meso- 
potamia 8) Arabia antiqua 9) 
Elymaea 10) India 11) Arabia 
famosa 12) Cylisiria 13) Com- 
magenia et 14) Funice, quae est 
filiorum Sem. 

Hierauf folgt in der Es. der Satx 170, 
^'. 100 ; dann freier Raum von 2U ZeiUn, auf 
dem dieselben Namen als Subseriptionen xu 
Bildern nochmals steften. Varianten: 3) yr- 
c&nia 4) babylonia 5) cordjrna 18) com- 
magina U) fynicia. Die Reihenfolge ist: 
1—7. 14. 8. 11. 9, dann ist rinocomra ce- 
drnsia angeschoben und es folgen 18. 10; 
dagegen fehlt 12. 

167. Est autem habitatio filio- 
rum Sem primogenito filio Noe 
in longitudine autem India usque 
Rinocorurum, latitudo autem a 
Persida et Bactrium usque in 
inferiore India. 



167. inferiore ißt ein Zusatz des 
Übersetzers, v. Gutschmids (a. a. 
0. 074) Conjectur interiore ist daher 
überflüssig. 



Codex Matritensis. 

xEifisPoig avT^ ed-veoiv 2) Bcac- 
XQiavri 3) ^YQxavla 4) Baßv- 
Xmvla 5) KoQÖvXla 6) ^Aöövgia 
7) MeöoJtorafiia 8) ^Agaßla fj 
ägxala 9) 'EXvfiätg 10) 'ipöixti 
11) ^Agaßla ^ svöalficop (12) 
KoiXrjövQla) 13) Kofificcyip^ 
14) xal rj ^otvlxT], yjc6Q icrl 
t<5p vl(5v Tov 2fi(i, 



195. Bkixl 6h ?j xaroixia rmv 

vläv TOV 2l7]fl TOV JtQCOTOTO' 

xov vlov NwB fifjxog fiep djto 
Tfjg ^Ivötxfjg iwg ^PivoxoQOV- 
Q(X)Vy JtXaTog de ajto Ttjg negol- 
öog xal BaxTQwv ?eo§ Ttjg 7r- - 
öixrig. 

196. Tov (Je Xa^ tov öevTs — 
Qov vlov Neos koTLv fj xaTOixUms. 

aJtO ^PlVOXOQOVQOV TTjg OQl 

^ovCTjg SvQlap xal AlyvxTO 
xal Al&iojtlap iog FadelQü) 

197. Tov dh ^fag)6B- tov tqI- 
TOV vlov Nc5s axo Mtjölag (59 R- 
twg raöelgoDP t« JtQog ßoQQa: 
fitQTj xal pfjaot ijilxoiPOL 



195. Nach ^IvSue^g freier Raa""*^ 
von Vs Zeile. 

197. Die v^aoi inlxotvai (so d"»^ 
Hs.) waren oben 153 bei Cham saf- 



gezählt, hier werden sie entsprechen^ 
der Bemerkung 155 beim Japhett«il genannt. Rechts unten am Rande 
von 58 V. der Handschrift steht von Laskaris' Hand als Cusios ewg yaSth 
vgl. oben S. 10 ff. 



Text. 99 

Liber generationis I. Liber generationis II. 

3) Hyrcania 4) Babylonia 5) Cor- 
dulia 6) Assyria 7) Mesopota- 
mia 8) Arabia vetus 9) Ali- 
malas 10) India 11) Arabia eu- 
demon 12) Codes Syria 13) Com- 
magena 14) et Fjnicia, quae est 
filiorum Sem. 

5) corbolia B. 8) arabia spania vetas 
G. 9) alimadas F, elimades C, helimades 
6, elymas O. 



188. Estautemhabitatioeorom, 
id est filiorum Sem in longum 
quidem ab India usque Rino- 
corura, lata autem a Persidae 
et Bactris usque Indiam. 



7* 



100 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 

170. Omnes isti extriuin filio- 
rum Noe tribus LXXIL 

171. Gentes autem, quas dis- 
persit dominus deus super faciem 
omnis terras secundum linguas 
eorum in diebus Falec et Ectam 
fratrem eius in turris aedifica- 
tione, quando confusas sunt 
linguas eorum, sunt autem haec: 

172. I Ebrei qui et ludei 
II Assyrii III Chaldei IV Midi 
V Persi VI Arabi primi et se- 
cundi VII Madiani primi et se- 
cundi VIII Adiabini IX Taiani 
X Salamossini XI Sarracini XII 
Magi XIII Caspiani XIV Albani 
XV Indi primi et secundi XVI 
Ethiopi primi et secundi XVII 
Egyptii et Thibei XVIII Libyi 
XIX Chotthei XX Chananei 
XXI Ferezei XXII Eugei XXIU 
Amorrei XXIV Gergesei XXV 



171. Hier hat nur der Barbarus 
den Text des Hippolytos unverkürzt 
bewahrt. 

172. Die Namen sind in der Hs. 
beziffert; nach XVII ist freier Raum 
von 1, nach XLIII von 3, nach LXIX 
von 2, nach extendunt von 1 Zeile. 
Die Namen sind in 2 Columnen so 
angeordnet, wie es der Abdruck bei 
Schöne, Eus. chron. 1 Ai)p. 1S6, 187 
veranschaulicht. Die Ordnung ist 
nicht genau geographisch: auf 15 
asiatische folgen 3 afrikanische, dann 
wieder 27 asiatische, hierauf 18 eu- 
ropäische und schließlich 9 afrika- 
nische Völker, über den Grund dieser 
Störung vgl. unten Beilage II. 



Codex Matritensis. 

19S. AI jtäoai Ix xmv tqi(5v 
viwp Toi3 N(5e ofiov tpvXai oß. 

199. Ta ÖB eO^Pf], a öiiojreiQe 
xvQiog o d^ebg ijtl jtQOOcoJtov 
xaörjq t^c /^^ iv ralg TjfitQaig 
^aXex xal ^hxxav t<5p ovo 
d6£Xg>civ xaxa rag lölag ykdia- 
Oag avTcöv iv rfj jtvQyojtoäa. 
0T6 ovptxvO^^oap al yXmOöai 
avTcop löxi xavxa' 

200. 1) 'EßgaloL ol xal 'lov- 
öaloi 2) \4aovQioi 5) Xaköaloi 
S) M7JÖ01 ii) IleQaai (—jQüßtg 
jtQCQxoi xal öevTSQoi) 15) Ma- 
öir/paloc jTQcöxoi 19) Maöirj- 
valoi öevxsQoi 2*i) ^A6iaßr]Pol 
27) TalTjPol 29) Sakafioar^pol 
31) 2aQaxi]Pol 33) Mayoi 35) 
KaöJtioi 3) ^AXßaPoi 12) Vrrfoi 
jtQcöxoL xal ß 4) AlMoJteg JtQci' 
xoL xal öevreQoi 10) AlyvjtxioL 
xal ß7]ßatot 20) Aißvsg jtQco- 
XOL xal ß 30) XexxaToi 28) Xa- 



198. OL Tidvteg die Hs. Über die 
Zahl 72 vgl. die Anm. zu 53 — 55, S. 48. 

199. T am Anfang größer und 
ausgerückt; x^ o ^g die Hs. Vgl. 
Chron. pasch, p. 50, 12. 

2CK). No. 22 u. 26 ist wie beim Barb. 
LXIX u. LXXll im Anlaut T statt 
r geschrieben (vgl. Hipp. 153 No. 3, 
10, 12). Mit No. 3S (= Barb. XLVI) 
beginnt in der Hs. eine neue Seite; 
vorher steht auf dem unteren Rand 
von 59 R von Laskaris geschrieben 
die Quaternioneubezeichnung rj und 
rechts in der Ecke die ältere Quater- 
nionennummer 34 (vgl. oben S. 12). 
(legen Endo sind auf 59 V. die Na- 
men in 4 Columnen mit Zwischen- 



Text. 101 

Liber generationis 1. Liber generationis IL 

191. Gentes autem, quae liu- 
guas suas babent, baec sunt: 



192. 1) Hebrei qui et Indei 
2) Assyrii 3) Chaldaei 4) Persae 
5) Medi 6) Arabes 7) Madiani 
S) Adiabenici 9) Taleni 10) Ala- 
mosenni 11) Saraceni 12) Magi 
13) Caspü 14) Albani 15) Indi 
16)Aetbiopes 17) Aegyptii 18) 
Libies 19) Chettei 20) Cananei 
2l)Ferezei 22)Euvei 23)Araor- 
rei 24) Gergesei 25) Lebusei 
26) Idumei 27) Samaritae 28) 
Foenices 29) Syri 30) Cilices 
Tharsenses 31) Cappadoces 32) 

192. Die Ordnung ist dieselbe wie 
beim Barb., am Ende sind '^ Namen 
ausgefallen. Bei No. GS setzen die 
Hss. GC nach der im No. 10 (oben 
S. ö7) beginnenden Lücke wieder 
ein. 



räumen angeordnet; No. 70 (= Barb. LXI) Uxvarivoi ]»ildet den Schluß 
der List« und steht allein am Anfang einer Zeile; 3 Namen fehlen, die 
MaöirjvaToi sind dafür geteilt und zählen für 2 Völker, weshalb die Summe 
70 anstatt 72 beträgt. Die vorj^esetzten Zahlen im Text geben die 
Reihenfolge der Namen im Matr.; Beilage II zeigt, daü Hipp, ursprünglich 
dieselbe Anordnung befolgte wie der Barb. und lib. gen. 1. Die bei den 
Cbersetzem nicht zu belegende Teilung der Libyer (Barb. XVllI) erweist 
Chron. pafich. p, 56, 20 als richtig. Vgl. Chron. pasch, p. 50, 15 fi*. 



102 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 

lebusei XXVI Idomei XXVII 
Samarei XXVIII Fynici XXIX 
Euri XXX Cilicii qui et 
Tharsi XXXI Cappadoci XXXII 
Armenii XXXIII Ibiri XXXIV 
Bibrani XXXV Scythi XXXVI 
Colchi XXXVII Sanni XXXVIII 
Bosporani XXXIX Asiani 
XL Issaurii XLI Lycaonii 
XLII Pissidii XLIII Galatas 
XLIV Pamflagoni XLV Flygii 
XL VI Ghreci qui et Achei XLVII 
Thessali XLVIII Macedonii 
XLIX Thraci L Myssi LI Bessi 
LH Dardani LIII Sarmati LIV 
Germani LV Pannonii LVI No- 
rici LVII Delmatii LVIII Ro- 
mei qui et Cittei LIX Lygurii 
LX Galli qui et Celtei LXI Aqui- 
tanii LXII Britanni LXlIISpani 
qui et Tyranni LXIV Mauri 
LXV Macuaci LXVI Getuli 
LXVII Afri LXVIII Mazici 
LXIX Tarantii exteriores LXX 
Boradii LXXI Celtionii LXXII 
Taramanti exteriores, qui usque 
in Ethiopia extendunt. 



173. [Fiunt simul tribus LXXII] 
istas gentes dispersit dominus 
deus super faciem omnis terrae 



Codex Matritensis. 

vavaloL 32) ^BQBC^aloi 34) Ei- 
aloi 36) ^AptoQQdCot 37) Ap/f- 
öaToi ^9) ^leßovöoatoi 41)Y(Jor- 
fialoi 43) JSafioQQoIoi 45) *o/- 
vixeg 47) 2vqoc 49) KlXixeq ol 
xal TaQOelg 52) KajtJtaöoxsg 
54) 'AQiiiviot 56) ""ißriQsq 58) Bi- 
ßQavol 60) Sxvd^at 61) KoXxof^ 

63) 2avvot 65) Booxogavol 
67) 'Aoiavol 68) 'laavgol 69) Av- 
xaovsg 6) niolösq 9) FaXarai 
( — IIaq>Xayoveg — ^Qvyiot) 
59 V. 38) "'EXXrjpeg ol xal 'Axaloi 
40) eeoöaXol 42) Maxeöopsg 
44) eggacsg 46) Mvool 48) Bea- 
öol 50) /laQÖavoi 51) Sagfia- 
xai 53) Fegfiavol 55) Ilapvo- 
vioi ol xal üaloveg 57) Nogt- 
xol 59) AeXfiarai 62) ^Pa}fiaToi 
ol xal AarlvoL xal Kinatoi 

64) Alyvgsg 66) raX{X)oi o 
xal KeXralot 70) \4xvaxivo^ 
7) Bgixavol 10) Sxavoi {oiyzZ 
xal TvQgr]vol 13) Mavgoi 14^" 
Maxovaxol 17) FalrovXoi ISr 
"'AcpgoL 21) MaC,ixBg 22) Taga- 
fiavTsg ol i^cirsgoi 24) Sjto 
gaöeg 25) KeXrloPsg 26) Taga 
fiaPTtg lomxegoi, ot ioag xfj 
Ald^iojtiag Ixxslvovci, 

201. Tavxa xa Id-vri^ a öit: 
öjrsige xvgiog 6 d-eog ijtl Jtgocz:^ 
cojrov jtaöf]g xijg yijg xax 



173. Vor istas gentes ist in der 
zweiten Columne freier Raum von 11 
Zeilen, vgl. Schöne a. a. 0. p. 187. 
Die Summenangaben sind Zusätze. 



201. T ^m Anfang größer uic=:^<' 
ausgerückt, xq ö ^g die Hs., nax:^::^^" 
avTibv am Ende freier Raum vc:::^^ 
1/3 Zeilenlänge. Dieser Satz, ei^^^ 



Text. 103 

Liber generationis I. Liber generationis II. 

rmenii 33) Hibeni 34) Librani 
>) Scytae 36) Colchi 37) Sanni 
Bosphorani 39) Asiani 40) 
isaarienses 41) Lycaones 42) 
^sidae 43) Galatae 44) Pafla- 
>ne8 45) Fryges 46) Achai 
') Tessali 48) Machedones 
Traces 50) Mysi 51) Bessi 
!) Dardani 53) Sarmatae 54) 
ennani 55) Pannoni Peones 
Norici 57) Dalmatae 58) Ro- 
ani qui et Latin! 59) Ligyres 
i) Galli qui etCeltae 61) Aqui- 
ai 62) Brittani 63) Hispani 
li et Tyrraeni 64) Mauri 65) 
u^aates [et Massenas] 66) Ge- 
li 67) Afri [qui et Barbares] 
) Mazicei 69) Garamantes [qui 
Marmaredae], qui usque Ae- 
iopiam extendunt. 

7) 9o F, madian B 9) iAtaleni B\ ta- 
lici F, taten! 10) alamossioni F 
labies B'F 22) euei FO 25) gebraei 
iebnsei 63) qui terreni G, qui tirini 
66) bacuaci 0, bacanci O; et m. fehlt 
O 67) qui et abares 0; q. e. b. fehlt 
! 68) macizes O, maziges C 69) ^aram. 
toll marmarides 0. quT et mar. fehlt GC. 



araphrase von Gen. 10, 31, ist beim Barbarus verkürzt wiedergegeben, 
gl. Chron. pasch, p. 57, 16. 



)4 



A. Bauer, Chronik des Hipjjolytos. 



Chron. Alex. (Barbanis). 
icundum linguas eorum, [fiunt 
mul tribuß LXXII.] 



174. Et hoc studui significare 
bi^ quales sunt et acolae igno- 
s gentes et interpretatiooes 
)rum et fines et habitationes 
)rum et quae vicinas regiones 
)rum. 



175. Initiamus scribere ab ori- 
ite usque in occidente secun- 
iim ordinem. 

176. Persi et Midi acolae facti 
mt Parthi et quae in circuitu 
entes pacis usque media Syria. 



Codex Matrit^Dsis. 

rag löiag yXciöoag avxoiv iv 
ratg q>vXaJg ovrcor xal iv ralg 
Xcigaig avrmv xal Ip ralg Jto- 
Zsoip avTcip. 

202. 'Avayxalov ös ^yr^oafiTjv 
xal rag äjtotxlag avTÜv xciv 
avayvcoad^ipxmv iO^pcov xal rag-^^ 
jtQOCtiyoQlagavxmp drjXAoaloot^ 
xal xa xXlfiaxa avxcop, Jti5g^f* 
oixovOi, xal Jtolop e^pog JtXrj^ 
(60R.)(J/or xlpog ioxlv, ojta}(^> 
(iTjöe xovxmp ajteiQog vjtaQxv?*'^ 

203. "AQ^ofiai 6e öiaygaipei 
ajtb dpaxoX^g xal ft^XQ^ övösog^ 
(xaxa xa§ip). 

204. Tmp IIbqc&p xal Mr^ömm. 
ajtoixoi yeyopaöi UagB-oi 
xa JtiQi^ tO^ptj TTJg Elgi^Pfj 
ta)g xTJg xoiXfjg JSvglag. 






i 

al 



202. Vgl. Chron. pasch, p. 57, 18 «r -ff 
Ein echt hippolytischer Übergang ^g, 



um vorher noch nicht Ange 
digtes einzuschieben. Durch d 
chtige Lesart arayvojaS^evtiov wird die alte Corruptel dyvfjDatofv in d« 
orlage des Barbanis (vgl. S. IIG), die auch im Chron. pasch, p. 57, 
iederkehrt, glücklich beseitigt und erklärt. Die Ankündigung der x 
ata, die der eine Obersetzer hier wegließ, der andere durch et fin 
; habitationes ungenau wiedergab, wird unten 224 wiederholt, 
limatentafel der Osterchronik p. 02, 6iF ist also allerdings, wie A. v. Gu 
^hmid (Kl. Sehr. V 263 ff) gezeigt hat, aus Ptolemäus geschöpft, a 
e stand ebenfalls schon bei Hippolytos und ist nicht erst von d 
sterchronisten hinzugefügt.. Die 204 ff erwähnten Völker faßte 
ipp. als Colonien {äjiOLxlai) der im Katalog der 72 genannten & 
ie hinzugefügten näheren Angaben stammen aus antiker Schul traditi 
nd widersprechen teilweise den vorher aus dem Diamerismos geschöp 
ngaben (vgl. z. B. 212 und 88). — vnaQX^K; die Hs. 

203. xaxä xa^LV vgl. Barb. und Chron pasch, p. oS, 2. 

204. T am Anfang größer und ausgerückt. Elgrjvrj ist der seit 
rsten Säsänidenzeit auftretende, den alten Namen Ariän =» 'AQiavi^ T 



-II- 





V 




Text. 105 

Liber generationis I. Liber generationis II. 



193. Necessariam autem pu- 
tavi et inhabitationes gentium 
et cognominationes declarare. 

declarari B. 



194. Incipiam autem ab Ori- 
ente. 

195. Persarum et Medorum 
xnhabitatores Parthi et vicinae 
gentes pacis usque Syriam Coelae. 

statt viciBae — bithinlae , statt pacis — • 



105. Im Archetypus von GC wollte 
d^r Redactor die unverständliche 
*-• ^ersetsKung verbessern. 



^Xigende neue Landesname Enln=^- Iran (Nöldekc. Aufsätze zur persisch. 
'^^cl. s. 149); die Übersetzer und Frick haben dies mißverstanden. 
^^- Chron. pasch, p. 58. 3. 



106 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbanis). 

177. Arabi autem acolae facti 
sunt Arabi famosi: isto autem 
nomine nominatur Arabia ab 
Omnibus famosa. 



Codex Matritensis. 

205. ^igaßcov Sh axoixoi ye- 
yopaöL ^Agaßeq ol Evöalfioveg' 
xovrcp yoLQ reo ovofiari jtQooa- 
yoQeverai svdaificov ^Agaßla, 



178. Ghaldei autem acolae 
facti sunt Mesopotamite. 

179. Madianite acolae facti 
sunt Cinedocolpitas et Troglo- 
dytas et Piscescomeduli. 

180. Grecorum autem gentes 
et nomina eorum sunt quinque: 
1) Hionii 2) Arcadii 3) Biotii 
4) Eolii 5) Laconii. 



206. XaXöalcop 61 ajtoixon 
yByovact ol Msoo^torafazat. 

207. MaÖLrjvalmv 6b ajtoixom 
yeyopaciv ol KivaidoxoXjtlxam 
{xal TQmyXodvxai) xal ^IxOvo- 
q)ayoi. 

208. "EXXriVGiv 61 l^vr} xa:s 
jtQoöTjyoQlai slol jtipre* 1) 
veg 2) ''AQxa6eg 3) Boiod 
4) AloXelg 5) Aaxcopsg. 



181. Istorum autem acolae 
facti sunt: 1) Pontici 2) et Bi- 
thynii 3) Troii et 4) Asiani 
5) Carii et 6) Lycii 7) Pam- 
phili 8) Cyrinei et 9) insulae 
multae, quae vocantur Cycla- 
das XI, qui Myrtium pelagum 
habent. 



181. Vor et insulae freier Raum von 
3 Zeilen; das Folgende bis einschließ- 
lich 182 1) Andrus steht auf dem 
mittleren Drittel der Seite, rechts 
und links davon ist freier Raum. 
Dann folgen fol. l'Ja die ülmgen 
Namen; auf 2 Zeilen steht vorher 
in kleiner Schrift: insulas clladicas 
quae vocantur cycladas, vgl. Schöne 
a. a. 0. \). las ISO. 



209. TovTcav 6b axoixot y 
yovaor 1) üovrixol 2) xa\ Ä 
d^ivol 3) TQcpBq 4) ^Aoiav 
5) KaQBg 6) Avxioi 7) 
(pvXoi 8) KvgrjpalOL 9) xcä p 
001 6b jtXBloxai al xaXovfiBVi 
KvxXd6Bg Tä, ai x6 MvQxal 
jtiXayog JtBQiixovoip. 



205. Vgl. Chron. pasch, p. 58, 

206. Vgl. Chron. pasch, p. 58, ^ 

207. Vgl. Chron. pasch, p. 58, >^ 

208. Vgl. Chron. pasch, p. 58, 1 

209. Die Namen sind in der "^^ 
durch Zwischenräume getrennt; ^^ 
Rande rechts steht von erster Hi*'^ 
durch Beschneiden verstümmelt '»''i 
aoU] xvxX[a\6Bi;. Vgl. Chron. pae<5^ 
p. 58, 12ff. [Vgl.obenS.il, Anal- ^ 
wo also zu verbessern ist: v^^^ 
Taf. IV die eine der beiden ei^"^ 
zigen dei artigen Notizen auf ^^ 
51-82]. 



Text. 107 

Liber generationis I. Liber generationis IL 

196. Arabum inhabitatores 
Arabes eudemones: hoc enim 
nomine appellantur Arabia eude- 
mones. 

appellatur arabia eudemones (eade- 
mon G) 00. 

197. Chaldaeorum inhabitato- 
res MesopotamenL 

198. Madianensium inhabita- 
tores Cynedocolpitae et Troclo- 
ditae et Ictjofagi. 

einedocopolitae OG, trocoditae F, pro- 
cloditae G, progloditae G. 

199. Grecomm autem gentes 
etvocabulaV: 1) lones 2) Ar- 
cades 3) Boeti 4) Aeoli 5) La- 
cones. 

tw Grecomm seJtiebt B ein: graecorum 
gentes Y. 

200. Horum inhabitatores 
fuerunt: 1) Pontici 2) Bitini 
3) Troes 4) Asiani 5) Cari 
6)Licii 7)PamphiU 8) Cyrinei 
et 9) insulae plures, id est Cy- 
clades quidem XI, quae Myrti 
pelagum continent. 

5) oari G, oarini C 6) legii BF 9) XI 
FGCO, X B, — sirti statt Myrti ÜC. 



los 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbaruß). 

182. Sunt autem haec: 1) An- 
drus 2) Tinus 3) Tio 4) Naxus 
5)Ceus 6)Curus 7)DUus 8)Sif- 
nus 9) Nirea 10) Cyrnus 1 1) Ma- 
rathrum. 

Durch ZwiseftenräufM voti 3 freien Zeilen 
getrennt, folgen dieselben Namen noch einmal 
als Subßcriptionen von Bildern. Var.: li) ma- 
ratha. Die Reihenfolge ist: 1. 4. 6. 7. 3. 5. 
9. 2. 10. 8. 11. 

1S3. Sunt et alias insulasmag- 
nas duodecim, qui etiam et ci- 
vitates plures habent, quae vo- 
cantur Eporadas, in quas habi- 
taverunt Greci. 

184. Sunt autem haec: 1) Eu- 
bia 2) Crita 3) Sicilia 4) Cyprus 
5) Cous 0) Tamus 7) Rodus 
8) Chius 9) Thassus 10) Limnus 
11) Lesbus 12) Samothraci. 

Durch Zwischenräume von 2 u. 3 freien Zei- 
len getrennt, folgen dieselben Namen nochmals 
als SuhsüriptUmen von Bildern. Var.: l) eu- 
bya. Die Reihenfolge ist 1. S. 5. 9. 10. 12. 
2. 4. 6. 7. 8. 11. Darunter steht in derselben 
Schrift wie der Text: Insulas Elladicas, 
qaae vocantur Esporadas. 



Codex Matritensis. 

210. Elal öeavzai' lyAvögo^ 



2) Trjvog 3) T^co 4) iVa|o= 
5) Kalog 6) KovQog 7) Jfjlo(=i^ 
8) 2lg)vo(; 9) N^Qsa 10) Kvq- ^ 
voq 11) MaQaO^cov Ofiov ta. 



211. (60 V.) Elal 61 avrotg x 
kTSQat Pfjoot iisl^opsg iß, atxiv 
xäl JtoXeig exovoi jtltlOTag 
xajiovfisvai JJjtogdöegy iv a 
aJicpxlod^TjOav ^EXlijvsg. 



212. Elal ÖB avxar 1) Evßo^ 
2) KQTirri 3) Sixella 4) 
jtQog 5) KAog 6) 2afiog 7) *J 
rfoc 8) Xlog 9) ßacog 10) A 
fivOQ 11) Ae'aßog 12) Safiod^ocrsoi 
xrj, [oiiov iß]. 



210. No. 3) Tz/ü) der Accent -^?-on 
erster Hand corrigiert. Damit ist -/o^ 
gemeint und nicht Tlog in Bithynien, obwohl z. B. auch Knidos in Ä.*=?^^ 
Inselverzeichnis 153 vorkommt. 5) ist Klcog, 0) rva()og oder Ä^^-^j 
keinesfalls ^xvQog, wie Ducange zu Chron. pasch, p. 58, 15 meinte, 9) ^^' 
gegen deutet dieser richtig als ^PrjvaZa; die falsche Namensform st-^k^^^ 
aber, wie die Übersetzer und der Vatic. der Osterchronik beweisen, 8cl>-^*^ 
bei Hipi». ; im lib. gen. I ist sie corrigiert. 10) wahrscheinlich verschneid ^"^ 
für KvOroQj 11) Magdd^ovaaa bei Klazomenae. ofiov la am Schluß ^^ 
schwerlich späterer Zusatz, denn es steht auch im Chron. pasch, p. 53, ^ ^ ' 
dagegen sind die im Chron. i>asch. p. 59, 3 u. S fehlenden, im Matr. ^^ *-" 
214 erhaltenen Sumraenangaben wahrscheinlich Zusätze. Vgl. Chron. paö<^**' 
p. 58, 15 fl". 

*J11. Vgl. Chron. pasch, p. 58, 18. 

2\2. Am Rande steht von Laskaris' Hand vf]aoif nach iß ist freii 
Raum von Vs Zeile. 3j 2^ixe?.ia ist unsinnig, hat aber bei Hippolytos g^^ 



Text. 



109 



Liber generationis I. 

201. Haec sunt autem nomina 
earum: 1) Andrum 2) Tenum 
3) Teo 4) Naxus 5) Geos 6) Gy- 
arus 7) Delos 8) Syfnus 9) Re- 
nea 10) Cyrnos 11) Maraton. 

2) tenuem F, tenoem B 6) cypros GC 
7) delas B, fehlt in F 8) so in F, sienus 
GC, syerus 0, ünus B 10) cimnus G, C3nn- 
noB GO 11) maration GC. 

202. Sunt autem et aliae in- 
sulae maiores XII, quae etiam 
civitates haben t plurimas, quae 
dicuntur Spordes, in quibus in- 
habitaverunt Graeci. 

spodes B, hispotes F, — craeci B. 

203. Haec sunt autem nomina 
earum: 1) Euboea 2) Cretae 
3) Sicilia 4) Cyprus 5) Cous 
6) Samus 7) Rhodus 8). Chyus 
9) Thassus 10) Lemnus 11) Les- 
bus 12) Samotraces. 

&) ao F, coos B, cbous G, thius C G) tba- 
mns C, tbamos G 9) so G, tbapsus B, 
tbarsus C I2j samotbrachia G, samo- 
tratiae C. 



Liber generationis II. 



standen; es liegt hier vermutlich eine alte Comiptel vor. Vgl. Chron. 
paech. p. 59, Iff, femer den ähnlichen Katalog oben c. 88 und das Ver- 
zeichnie der v^aoi (leyiatai in den in ptolemäischer Zeit geschriebenen 
Laterculi Alexandrini (Diels Abhdlg. d. Berl. Akad. 1904 S. 10): 1) E[v- 
ßoial 2) KgiiXTi, 3) 2u(BX[la, 4) Za]()«Ja>, 5) KvuQoq, 6) [Aicßo]q, 7) Kvi)- 
vog, 8) Ba}\i\aQ[Blq] scaxa zfjv 'IßrjQlaVf 9) AI Kv . . . . inai ibg ne- 

/.a[ *P<5]<foc, Tiv[s6og ngo xov] axöfJLaT^oq xov xaxa] xbv 'EAAf?/- 

<movrov], ÜQOxdvlvrjaog iv xw] '^EXXfjo[7i6vxoj und dazu Hygin. -7G, 

Pseudo-Arigtot. de mundo 393a 12, Diod. v'l7, Polyb. 111 34. 



110 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 

185. Est autem ab Biotes 
Eubia sicut ab Hiones lonidis 
civitates sedecim nominatas. 

186. Sunt autem haec: 1) Cla- 
zomena 2) Mitilina 3) Focea 
4) Priinna 5) Erythra 6) Samus 
7) Teus 8) Colofa 9) Chius 
10) Efesus 11) Smyrna 12) Pe- 
rinthus 13) Byzantius 14) Chal- 
cedona 15) Pontas 16) Amissus 
eleuthera. 

Xaeh 16 eine Zeile frei; dann durch Zwi- 
schenräume von 5 Zeilen getrennt folgen noch- 
mals dieselben Namen in xwei Zeilen als 
Überschriften xu Bietern. Var,: 2) mitylyna 
4) Priinnia 6) tamns 11) zayrna. Die Rei- 
henfolge ist: 2. 9. 5. 8. 10. 11. 3. 6. 12. 18. 
14. 4. 7. 15. 16; es fehlt 1. 

187. Romanorum autem, qui 
et Cittei, gentes et acolae sunt 
Septem: 1) Tuscii 2) Emillisui 
3) Sicinii 4) Campani 5) Apu- 
lisii 6) Calabrii 7) Lucani. 



188. Afrorum autem gentes 
et acolae sunt V: 1) Nebdini 
2) Cnithi 3) Numidii 4) Sii 
5) Nassamonii. 



Codex Matritensis. 

213. ^EötIv ovv äjib rmv Bot- 
(ormv Evßoia Sojcbq aJtb rmv 
^Idvcov ^lc9pldeg jtoXeig k; ovo- 
fiaOxaL 

214. Elol 61 avtai' 1) KZa- 
^Ofievai 2) MiTvXrjvi] 3) ^co- 
x(a)la 4) ÜQn^pfi 5) ^EgvO-gal 
6) Safiog 7) Tecog 8) Koko- 
(pcav 9) Xloq 10) "'Eiptöog 11) 
IJfiVQva 12) IlbQivd^oq 13) Bv- 
^dptiop \4) XaXx7]ö(DP 15)Z/6r- 
Tog 16) 'Afiiobg iXsvO^iQa' [jra- 
oai i^]. 



215. ^Ftofialcap de roip Tcal 
KiTUCßp tcop xal Aaxlpmp xe- 
xXrifiipcop Id^pTi xal ajtovxlat 
eIoIp sjtra' (1) TovCxoi) 2) AI- 
fif]jLlaioi 3) Stxrjpol 4) Ka{fiy 
jtapol 5) \4jtovjLovOioi 6) Ka- 
Zaßgol 7) AovxapoL 

216. "AtpQop 61 iO^pT] xal 
ajtoxlai elol jripre' 1) Neßkrj" 
pol (61 R.) 2) KpIO^oi 3) Nov- 
fii6eg 4) IJaloi 5) Naöafiopsg. 



213. ^ Correctur erster Hand auf 
Rasur; es scheint aus a. Vgl. Chron. 
pasch, p. 59, 4. 

214. 3) ^(oxla die Hs. 16) 'EXev^^Qa die Es. Vgl. Chron. pasch, 
p. 5U, 5 ff. 

215. 6h xal twv Kit. die Hs. Nach 7) eine halbe Zeile frei. Die alte 
Corruptel Sixrjvol für UixfjvoL stand wahrscheinlich schon bei Hippolytos. 
Zu Aaxivwv vgl. 200 No. (i2, Barb. LVIII und Chron. pasch, p. 59, 9 ff. 

210. NovfiilEg die Hs.; nach 5 der Rest der Zeile frei. 2} sind der 
von Ptolemäus 4, 3; 22, 27 Kivl&ioi genannte Stamm, 1) NeßXrivol identifi- 



Text. 

Liber generationis I. Liber generationis IL 

204. Est autem a Boeotia £u- 
boea, sicuti ab lone lonides civi- 
tates XVI 

XV GC. 

205. haec: 1) Cladiomena 2) 
Mitylenae 3) Focea 4) Priene 
5) Erytrae 6) Samos 7) Teos 
8) Colofon 9) Cius 10) Efesus 
1 1) Smyrna 12) Perintus 13) By- 
zantium 14) Calcedon 15) Pon- 
tus et 16) Amisos libera. 

1) larzomona C\ larzomena C-, larzio- 
mina Ot 2) mostelena 00 5) eryt B, erit 
F, eristrae 00 9) chins 00 11) zmirna 
C, zimima O 12) berinthus B. 



111 



206. Romanorum qui et Ci- 
tiensium geotes et inhabitationes 
hae sunt: l)Tusci 2)Emilienses 
3) Piceni 4) Campani 5) Apu- 
lienses (6) Calabri) 7) Lucani. 

8) picens B. 

207. Afrorum gentes et inhabi- 
tationes hae sunt: 1) Lebdeni 
2) Cinti 3) Numidae 4) Naso- 
mones 5) Saei. 

1) lepdinl F, lepteni 2) cinitae 
4) nazomonea 0. 



204. Da 60 ebenfalls XVI Namen 
auf^Lhlen, so ist XV bloßer Schreib- 
fehler. 

206. Calabri ist ausgefallen. 



eierte Frick mit den ebenda genannten NvylSrjvoi; im Matr. ist viel- 
leicht NeßSrivoi zu corrigieren. 4) scheint nur das Ende eines Namens 
zu sein, an die thrakischen ^aioL ist natürlich nicht zu denken. Vgl. 
Chron. pasch, p. 59, 12. 



112 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbanis). 

189. Sunt autem eis et insu- 
las V civitates habentes: 1) Sar- 
dinia 2} Corsica 3) Girba 4) Cer- 
cina 5) Galata. 

Vor Sardinia steht die Ül^rrtchrift: insu- 
las africae famosas et magnas. Nach 5 
folgen mit Ztoischenraum von 1 Zeik ^die- 
selben Kamen, 1. 2. 4. 3. 5 ge'jrdnet, als Über- 
schriften XU Bildern und darauf 4 Zeilen 
freier liaum. 

190. Maurorum autem gentes 
et acolae sunt tres: 1) Mosula- 
mi 2) Tiggitanii 3) et Sarinei. 



191. Spanorum autem, qui et 
Tyrinniorum vocantur autem 
Paraconnisii gentes et acolae 
sunt quinque: 1) Lysitanii 2) Be- 
ticii 8) Autrigonii 4) üuascones 
5) Callaici qui et Aspores vo- 
cantur. 



Codex Matritensis. 

217. Elal de avzolg xal pfjooi 
jtivTB JtoXeig bxovoar 1) ^aQ- 
öavla 2) K6Q0i{x)a 3) FiQßa 
4) KiQxiva 5) raXatJ}, 



218. MavQmv 61 l^vq xal 
cbcoixlai bIoI TQslg' 1) Moocov- 
kafiol 2) Ti{yyi)xavol 3) Kai- 
OaQTiPOelg. 

219. Sjtavmv 61 xüv xal 
TvQQ7]vala)p , xaXovfiivmv 6e 
TaQaxa)PPi]öl(DP, td^vfj xal ajtoi- 
xlai elcl jievTB' 1) Avoirapol 
2) BaiTixol 3) AvTQlyopot 4) 
BaCxmpEq 5) KaXXaXxol ol xa- 
Xovfiepoi ^AcjtOQBg, 




190 No. 3. et Sarinei = xal ^a- 217. 3) KoQOla die Hs. 3) TiQßa 
Qfivaelg, vgl. v. Gutschmid (Kl. die Hs.; Girba, jetzt Girbi, ist die 
Sehr. V 700). sonst 3//}v/yf genannte Insel in der 

191. Arg entstellt, jetzt erklärt kl. Syrte. Diesen Namen meint die 
der griechische Text alles. Glosse im lib. gen. I 208 mit Be- 

nigga. Dieselbe Glosse steht auch in 
der Osterchronik p. 59, 15 : ^ vir xaXovfiivrj Mt)viyya ; es gab also wahr- 
scheinlich Hss. des Hippolytos, die diesen Zusatz schon enthielten. Nach 
5) der Rest der Zeile frei. Vgl. Chron. pasch, p. 59, 14 ff. 

218. Nach 3) etwas freier Raum mitten in der Zeile. Vgl. Chron. pasch, 
p. 50, 17. 

210. 6b xal tCüv Tvqq. die Hs., vgl. 215. ^AanoQeq lautete, wie der 
Barb. beweist, der Name bei Hippolytos, danach etwas freier Raum auf 
der Zeile. Vgl. Chron. pasch, p. 50, 19 ff. 



Text. 113 

Liber generationis I. • Liber gene rationis IL 

208. Insulae autem hae sunt 

quae habentes civitates: 1) Sar- 

diüla 2) Corsica 3) Girda quae 

etBenigga 4) Cercina 5) Galata. 

8) girba OC, benigna OC. 



209. Maurorum autem gentes 
et inhabitatores hae sunt : 1) Mu- 
sulani 2) Tingitani 3) Caesari- 
enses. 

1) mosaUani O, mosollanila C. 

210. Hispanorum autem gen- 
tes et inhabitatores hae sunt 
Tyranni et Turrenorum qui et 
Terraconeuses: l)Lysitani 2)Be- 
tici 8) Autriconi 4) Vascones 
5) Calleci, qui et Astures. 

hispanorum terrenonim (tirriDonim 0) 
terraconensium (terorconensium O) geu- 
tes et inhabitationes GC 5) galleci OC, 
gaUici F. 

•Jll. Insulae autem, quae perti- 
nent ad Hispaniam Terraconensem, 
tres sunt, quae appelantur Vallia- 
ricae. habent autem civitates V 
has: 1) Ebuso 2) Palma 3) Pollen- 
tia, quae dicitur Maiorica 4) To- 
maene 5j Magone, quae appellantur 



210. An dieser sonst arg mißver- 
standenen Stelle geben GC annähernd 
den richtigen Wortlaut; v. Gut- 
Bchmide Versuch (a. a. 0. 690 j, 
die Stelle zu heilen, geht fehl. 

211. Als Zusatz schon erkannt, 
vgl. Mommsens und Fricks Aus- 
gaben; V. Gutschmid (a. a. 0. 609) 
hielt dies noch für echt. Die Ba- 
learen unter den v^aot, fnhyiorai auch 
in den Laterculi Alexandrini, oben 
zu Hipp. 212. 



Texte u. Dntersuchnngen etc. NF XIV, i 



114 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbanis). 



Codex Matritensis. 



I 



192. Tallorum autem, qui et 
Narbudisii vocantur, gentes- et 
acolae sunt quattuor: 1) Lug- 
dunii 2) Büici 3) Sicani 4) Ednii. 

193. Germanorum autem gen- 
tes et acolae sunt quinque: 
1) Marcomallii 2) Bardunii 3)Cu- 
adrii 4) Berdilii 5) Ermunduli. 

194. Sarmatorum autem gen- 
tes et acolae sunt U: 1) Amaxo- 
bii et 2) Grecosarmates. 

195. Istas gentes et peregri- 
nationes eorum sicut dispersas 
sunt super terram. 



192. Der Vat. des Chron. pasch, 
schreibt p. 60, 3 r* aX?.cjVj fand also 
den Namen ebenso verschrieben vor 
wie der Barbaras, vgl. Hipp. 153 
No. 3, 10, 12; 200 No. 22 u. 26. 

195. Der Text nimmt nur das 
mittlere Drittel am Ende der Seite 
ein, vorher und nachher ist je eine 
Zeile frei gelassen. Darauf folgt am 
Anfang der nächsten Seite mit klei- 
neren Buchstaben die Überschrift : de 
ignotas gentes. 



220. raXXcov 61 tmv xa\ 
Na{Q)ßov6rial(DV xaXovntvtDv 
ed^PT] xät djtoixlai elal xioca- 
QSQ' 1) Aovyöovvol 2) BeXoi- 
xol 3) Sixavol 4) "Eövoi- 

221. FBQiiavmv 6h id-vri xal 
ajtoixlai elal jtspre' 1) MaQxo- 
fiapoi 2) BaQ6ovXoi 3) Kov>- 
a6Q0L 4) BtQ6rjkoi 5) ^Eq(i6v- 
6ovXoi. 

222. SaQuarmv 6b bO^pi] xal 
djtoixlai elal 6vo' 1) ^Afia^oßioi 
xal 2) rQixooaQfidraU). 

223. Tavza xa Id^prj xal al 
ajtotxlai avTcjp. 



220. Hippolytos schrieb ^ixavol 
filr Sequani und ^Eövoi für Aedui, 
wie er 2) schrieb, bleibt zweifelhaft ; 
1) AovyXoifvoL die Hs. Vgl. Chron. 
pasch, p. 60, 3. 

221. Fr ick 8 Tdentificierung der 
Bardunii (Barb. 193) mit den Vandali 
wird durch den ^latr. bestätigt. 
Die BtQÖKfXoi sind die Heruli, vgl. 
Riese, Geogr. Lat. min. 109, 33. 
Vgl. Chrou. i>ascli. p. 60, 5. 

222. Vgl. Chron. pasch, p. 60, 7. 



Text. 



115 



Liber generationis I. 

Minorica. harum inhabitatores fiie- 
runt Chananei fugientes a facie Ihesu 
fili Nave. nam et Sidona ^ui con- 
diderant, et ipsi Cananei Sidonii et 
qui Pannia condiderunt et ipsi Ca- 
nanei. Gadis autem lebusei condi- 
derunt et ipsi similiter profugi. 

So die Hsa. BFO ; dagegen fehlt der Zu- 
iotx in OC. Von nam et Sidona an so 
(abtr concidernnt) F, nam et s. q. c. ca- 
nanei Aierunt et qul panoniam condide- 
runt et ipsi similiter profagi (gadis — 
condideront fehU) 0, sidonii et qni pannia 
cond. et ipsi cananei fehU B. betdemaU 
W9gen des UovwioitUuton. Der Zusatz rührt 
nieiu ron dem Verfasser des FraUgar sehen 
Corpus her. 

212. Gallorum autem Narbo- 
neDsium gentes et inhabitatio- 



Liber generationis II. 



nes 



213. ... 1) Amaxobii 2) Gre- 
cosarmatae. 



212. Lücke im Text, weil der Ab- 
schreiber von rdXkiov auf ^aQ^d- 
tiijv übergesprungen ist. 



8* 



116 



A. Bauer, Chronik des Hippoiytos. 



Chrou. Alex. (Barbanis). 

196. Et hoc mihi Studium fuit 
significare tibi de ignotas gentes 
[et oppidoß eorum], et nominatos 
montes et illos principales flu- 
vius, ut ne de hoc inmemor sis. 



197. Initiemus autem dicere 
de illas ignotas gentes ab Oriente 
usque ad occiduum solis quo- 
modo habitant. 

198. lUi Adiabinii habitant 
ultra Arabia interiore: Tainaii 
autem ultra illos. 

199. Alamosyni autem ultra 
Arabes in inferiore Arabia. 

200. Saccini autem ultra Ta- 
ones. 



Codex Matritensis. 

224. Kai tovto de avayxaloi 
löo^i fioi ÖTjjicioai cor ra xjLi 
(lara rcüp avayvoDOd^ivxmv kd^ 
vwv xal ra ovofiaotä (61 V. 
OQfj xal rovg IjtiCrifiovq Jtora 
fiovg Tovg äjtox^ovrag alg rtj 
d^dXaoaav, ojtwg firjös rovrco 
ajteiQog vjtagxVQ' 

w T 

225. AQ^ofiai ovp Xeyeiv jtSQ 
Tcov arayrrnod-ivTcop i&V(5 
djto dparoZcop xal fisxQi 6vg 
limv, xcog olxovöi. 

226. ^Adiaßrjvol jtSQap tcS 
^Agaßop, TaXvol xaTavrixQ" 



avxcop. 



227. ^AZafjtoöiPOi (öi jcig ^ 
t6}v ^AQaßcDV 

228. 21axxrjvol) ös JttQav tm 
Tai p cor. 



196. Die Comiptel ayvaxrcwv statt 
avayvwoO^ivTwv (vgl. oben 174, unten 
197) kehrt hier, im Chron. pasch, 
p. 60, 9 und im lib. gen. wieder, 
stand also schon in den griechischen 
Texten beider Übersetzer. A. v. Gut- 
schmid (Kl. Sehr. Y 265) vermutete, 
daß der Barbarus xzla^axa statt 
xXifiaxa las und deshalb mit oppi- 
dos übersetzte. 

19y. 199. Die Unterscheidung Ara- 
bia interiore — in inferiore Arabia 
scheint von dem Alexandriner her- 
zurühren. 



224. K größer und ausgerüc^ 
Auch dieser Übergang ist echt hipc: 
ly tisch. Mit 223 ist der in der 
haltsangabe unter 3 zuerst ai= 
kündigte, 202 nochmals erwätsz: 
und mit 203 beginnende Absck-» 
über die anoixiai abgeschlos^ 
Jetzt nimmt Hipp, die ehenfh^ 
schon einmal (202) angekündif?t 
Beschreibung der xXlfiaxa auf uik 
fügt die Ankündigung der schon iu 
der Inhaltsübersicht erwähnten Ab- 
schnitte über die Berge und Flüssi 
(oben 4. o) hinzu. Vgl. Chron. pasch 
p. <50, 9. 

225. Vgl. Chron. pasch, p. 60, 1( 
220. Vgl. Chron. pasch, p. 60, \\ 

227. 228. Die Lücke ist sehr alt, weil die lateinische Obersetzun 
lib. gen. I schon unsicher ist. Vgl. Chron. pasch, p. 00, 14 u. 15. In d( 



Text 117 

Liber generationis I. Liber generationiß U. 

214. Et hos autem necessa- 
rium fuit declarare tibi, ne igno- 
tarum gentium vocabula mon- 
tium et manifesta flumina igno- 
rares. 

hoc GC, statt tibi — et ibi B. vocab. 
montium OC, vocab. et gentes BF. 



215. Incipiam ergo dicere de 
gentibus ab Oriente. 



216. Adiabenici et Taieni 
contra Arabiam. 

azabenici C. adzabioict G, taieni BD, 
tadeni F. taieni G, taeni G. contr. Arab. 
Mdt in GC. 



217. Saraceni. Saraceni alii 
ad Taienos contra Arabiam. 

alii ad T. 0. alii ataienos B, alii et 
adenns F, 217 frUU in GC gant. 



214. A. V. Gutschinid (Kl. Sehr. 
V 703} vermutet irrtümlich, daß in 
der Vorlage xh/fiava stand und mit 
vocabula übersetzt wurde; es ist 
vielmehr dvofjiaatd für dvdfiaxa 
verlesen worden. 



Liste der 72 Völker 200 No. 31, Barb. XI steht ^agaxtjvoL A. v. Gut- 
schmid (Kl. Sehr. V 703) versteht unter den ^axxrjvoi die bei Ptol. V 15, 26 
in Saxxala wohnenden, von Steph. Byz. Saxxrjvoi genannten Araber. Die 
227 UXafioaivol genannte Völkerschaft heißt oben 2(K) No. 20, Barb. X 
Zalafioarjvol, im lib. gen. No. 10 Alamoseiini. 



118 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 

201. Albani autem ultra Caspi- 
anorum portas. 

202. Madinii fortiores, qui 
expugnati sunt a Moyse, inRubro 
maris. 

203. lila autem modica Madian 
est ultra de illa Rubra mare, 
ubi regnavit Raguel et lothor 
socer Moysi. 

204. Et ultra Cappadocia in 
dextera Armenii et Birri et Bir- 
rani, in leva autem Scythi et 
Colchi et Bosporani. 



205. Sanni autem, qui dicun- 
tur Sanniggii, qui et usque Pon- 
tum extendunt, ubi est congre- 
gatio Apsari et Sebastopolis et 
Causo limin et Fasis fluvius. 



Codex Matritensis. 

229. *AXßavol 6e jiiQav xmv 
Kaöüilmv nvXmv. 

230. Maöirivatot öh ol fisl- 
^oveg, ol JtojLsfitjO^ivTeg vjro 
Mawoicog kvxoq rriq igvß'Qag 
^aXaööTjg olxovöiv, 

231. ^H yag fiixQct Maöiafi 
jtigav kcrl xfig igvd^Qäg d^a- 
XaööTig, ojtov ißaalXevös ^Pa- 
yov^X (o> xal ^Imd-mQy 6 Jtev- 
d^SQog Mmvcicog, 

232. Kai Jtigav dh räv Kaji- 
Jtaöoxcov Big ra ös^ia liiQi] 
olxovoiv 'Agiiivioi xal IßijQsg 
xal BtjQavoly elg ös ra evcivv- 
fia fidQTj olxovoi JSxv^eg xal 
KoXxoi xal BoöJtoQavoL 

233. JSavvoi dh ol Xeyofievoi 
JSaviyyeg, ol ?coc rov Ilovrov 
ixrelvovreg, ojrov iörl :xaQefißo- 
Xfj ^AtpaQog (xal SeßaoxojtoXig) 
xal 'Ycöov Xifirjv (62 R.) xal 
^aöcg Jtoxafjtog. 



203. Vor et lothor ist qui aus 
gefallen; es fehlte schon in der Vor 
läge des Barb. 



220. Vgl. Chron. pasch, p. 60, 16. 

230. Vgl. Chron. pasch, p. 60, 17. 

231. ^Payoi^ä xal*Ito^u}Q dieHs.; 
es ist. ?/ für v, ?. für a verlesen 

und danach d ausgefallen; da 6 auch schon in der Vorlage Barbarus 
fehlte, so ist die Lücke sehr alt. Die Angabe stammt aus Exod. 2, 16 ti". 
Vgl. Chron. pasch, p. 00, 19. 

232. aQfxhioi die Hs. Vgl. Chron. pasch, p. Ol, 3. 

233. ^Lavvoc und 2!dviyyeg, nicht J^dvvoi und 2i!avLyy£i; die Hs., vgl. 
oben 200 No. 63, Barb. XXXVII 2:avvoi, Sanni. — xal Heßaaxönohq er- 
gänzt nach den Übersetzungen und Chron. pasch, p. 61, (). Zu nageu- 
ßoX^ ''AxpaQog vgl. Arr. per pont. eux. 7, die Citate bei Müller zu der 
Stelle (Geogr. Gr. min. I 373) bei Pauly-Wissowa u. d. W. und dazu 
die Angabe aus der Schrift über die zwölf Apostel, Lipsius, Die apo- 
kryph. Apostelgesch. I. S. 560, Anm., die mit Hipp, wörtlich stimmt. 



Text. 119 

Liber generationis I. Liber generationis II. 

218. Albani contra filas Cas- 
pias. 

fyas B, figias F, pilas 0. 

219. Madianitae maiores, quos 
expugnayit Moyses, inter Meso- 
potamiam et mare Rubrum. 

maioyses 6^ 

220. Minor autem Madiam est 
contra mare Rubrum iuxta Ae- 
gyptum, ubi regnavit Rauel socer 
Moysi, qui et lothro. 

ragohel F, getthor F. 

221. Contra Cappadoces a parte 
dextra Armenii, Hiberii, Birra- 
ni * * * * Scytae, Colchi, Bos- 
forani. 



222. Sani, qui appellantur San- 
nices usque Pontum extenden- 
tes, ubi est accessus Absariis et 
Sebastopolis et Yssi limen quod 
est portus et Pasius flumen. 

sammi OC. absarua CF, absarus (r, 
paaaias 0. 



220. Den ZuBSitz Ti/.tiOiovAiyiTiTov 
hat auch der Osterchrouist p. 61, 1. 



120 



A. Bauer, Chronik des Hipi)olytos. 



Chron. Alex. (Barbar us). 

206. Usque ad Trapezuntum 
extendunt istas gentes: in leva 
autem parte Nauthi et Labooti. 

207. Montes autem sunt nomi- 
nati duodecim in terra excepto illum 
deo spiratum montem Sina sie: 1) Li- 
banus in Syria inter Biblo et 
Biryto 2) Caucasus in Scythia 
3) Taurus in Cilicia et Cappa- 
docia 4) Aulas in Libya 5) Par- 
nasus in Focida 6) Citherus in 
Byotia 7) Elicus in Teumiso 
8) Parthenius in Eubya 9) Nys- 
seus in Arabia 10) Lycabantus 
in Italia et Gallia 11) Pinnius 
in Chio, qui et Mimas 12) Olym- 
pius autem in Macedonia. 

Nach einevi Ztcisehenrnum von 1 Zctte 
folgen durch ein :^'patium von 8 Zeikn ge- 



206. i. 1. autem etc. ist ein Zusatz 
der alexandrinischen Bearbeitungen 
des Hippolytos, den der vom Barba- 
rus übersetzte Alexandriner hier, der 
im Chron. pasch, benutzte p. 57, 14 
Nava&ol ol xal Naßwtai am Schlüsse 
der Liste der 72 Völker nachträgt. 
A. V. Gutschmid (Kl. Sehr. V 686, 
704) hrdt den Zusatz für ursprüng- 
lich zum Diamerismos gehörig und 
sucht beide Völker unt^r den von 
rtolemäus genannten afrikanischen 
nachzuweisen. Beides scheint mir 
verfehlt. 

207. Am Anfang liegt ein selbstän- 
diger Zusatz des Alexandriners vor, 
den der Barb. übersetzte : Hipj)oly tos 
hatte 9) NavaaZov mit dem Sinai iden- 
tificiert, was in dem Text des Barb. 
übergangen wird. Mit Matr. stimmt 
der Vind. 171 und der Chron. pasch, 
p. 61, 13 benutzte Alexandriner. 



Codex Matritensis. 

234. Kai tccfg TQajte^ovprog 
olxovoi xal JtaQBxxeivbTai ra 
Id-vTj ravta. 

235. + Oqtj 6h ovofiaöra eloiv 
iv t(] yfj öciötxa' 1) Aißavoq 
iv rf] JSvQia fiera$v Bvßjiov 
xal Btjqvtov 2) KavxaOog iv 
rfj 2xvMa 3) TavgoQ hv r^j 
KiXixia xal EajtJtaöoxla 4) 
^ArXag kv rtj Aißvrj ta)g rov 
fieya^ov jtorafiov 5) üaQvaooQ 
Iv T^j ^oxiöi 6) Ki&aiQ(bv ev 
T^ Boivaxia 7) ^EXixihv hv r^ 
TeXfiiow 8) üag^tviov kv ry 
Evßola 9) Navoalov ro xal 
2!ivä iv rfj ^Agaßla 10) Avxd- 
ßavTog iv ^haXia xal FaXla 
11) niviov, 6 xal Mlfiag iv rfj 



234. Danach eine Zeile frei in der 
Hs. Vgl. Chron. pasch, p. ül, 7. 

235. *0q7j — dijodexa Cberschrifb 
in größeren Buchstaben. 1)— 4), 11) 
U.12) Big T?)v die Hs.; nur von 5) — 10) 
steht richtig iv ry ^'. u. s. w. Bei 4) 
wird der Zusatz durch Vind. 171 als 
echt erwiesen; v. Gutschmid (Kl. 
Sehr. A' 706) wollte twg zov fiB- 
ydXov nÖQXov verbessern. 7) TeX- 
fiiadg = TEVfiJjaadg Berg und Stadt 
in Böotien. 10) Mit dem Namen 
des attischen Lykabettos werden 
hier die Alpen bezeichnet. — Von 
235 an ist der Text des Matr. schon 
bei E. Miller, Journ. d. Sav. 1844, 
S. 303 ff und bei C. Müller, Geogr. 
Gr. min. 1 427, Anm. gedruckt. Das 
Chron. pasch, verlegt 10) nach Chios; 
11), weil darunter der Apennin ver- 
standen wird, nach Italien, 8) nach 
Thrakien. Hipp, meinte mit 11) die 



Text. 



121 



Liber generatiouis T. 

223. üsque Trapezunto exten- 
duntur hae gentes. 

224. Montes autem sunt no- 
minati XU: 1) Libanus 2) Caii- 
casus 3) Taurus 4) Athlans 
5) Paraasus 6) Cityron 7) He- 
licon 8) Parthenius 9) Nisa 
10) Lucabantus 11) Pennius 
12) Olympus. 

1) nenwn GC hicr\ BFO erst nach 12), 
ö) citheron GC 11) so GC, penitus B, pen- 
thas F, peninus 0. 



Cod. Matr. gr. S4 und Cod. 
Vind. phil. 171. 

Matr. gr. 84 fol. 122: Elol ös 
oQt] öiag)7j(ia xal iityaXa iß. a 
{Alßavog), ß Kavxaoog, y Tav- 
Qog, ö^Ay^ag, s (Avxaßapzog?), 
'^ nrjhoif^ g üagpaöog, tj Kl- 
d^aiQov, d^ (EXixcov), l IlaQd^i- 
vioVy la Mvöalogy iß OjLvgiJtog. 

Vind.phil. 171 fol 381 R. "Op^ 
opofiaöra (paoi iß [xal kiesig 
Tov ^I(Dß] 1) Aißavog kv rfj JSv- 
qIo. 2) Kavxaoog Iv t^ Sxv- 
&ia 3) TavQog kv x^ Kihxia 
xal T7J KajtJtaöoxia 4) "^AxXag 
iv Tjj Atßvi toog rov fisyaXov 
jtorafiov 5) IlaQvaCog Iv r^ 



Diese beiden Hss. enthalten aus 
der Chronik des Hipp, nur das 
Berge- und Flüsseverzeichnis, das auch im Chron. pasch, p. Ol, Off vorliegt. 
Vind. 171 enthält überdies noch die Hipp. 238, 239 entsprechenden Ab- 
schnitte. Im Matr. 84 stehen die Berge, im Vind. 171 die Flüsse zuerst, 
vgl. Anm. zu 1. g. I 4, 5. Das Stück aus Matr. 84, einer größtenteils von 
K. Laskaris geschriebenen Miscellanhandschrift, hat Iriarte (Codd. Gr. 
reg. bibl. Matr. p. 343) vermutlich nicht ganz correct abgedruckt , die Hs. 
habe ich nicht verglichen. Die Namen der Flüsse sind bei I r. in 4 Columnen 
zu dreien angeordnet, die der ersten Columne und der erste Name des 
FlüsBeverzeichnisses sind ausgefallen, die Zahlen stehen jedoch bei Ir., der 
also wahrscheinlich die Namen nicht lesen konnte. Die Ordnung ist etwas 
gestört, ^ ist verschrieben oder verlesen für Iliviov. 

Der Vind. 171 fol. 380ff ist teüs von Schubart, Zt«chr. f. d. Alter- 
tumswifls. 1841, S. 300ff, teils nach einer Abschrift Bü dingers bei A. v. Güt- 
ige hmid a. a. 0. S. 705 abgedruckt. Die Hs., die ich verglichen habe, ist, 
wie Nessels Katalog richtig angibt, eine Papierhandschrift. — nicht Perga- 
ment, wie Bü dinge r meinte, der einiges verlas. Es ist eine gute Minuskel 
des 14. Jhdts.; wie eine Notiz auf fol. 2 R oben angibt, ist die Hs. von 
Busbecq in Eonstantinopel (er war von ir)54 — 1562 dorti gekauft. Sie 
enthält fol. 1 — 355 V. ein griechisches Lexikon, auf dessen 15 ersti.^n Folien 
interlinear slawische Glossen eingetragen sind. Darauf bezieht sich der Ver- 



122 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 



irmnt utui von einem sokJitn von 6 Z«iUn 
gefoUft, auf 2 ZeiUn rertriU dieselben Namen 
in derselben Reihenfolge als Übersef triften xu 
Bildern. Var.: 4) atlanticus 7) eliconius. 



Codex Matritensis. 

Xlo) 12) "OXvfixog Iv r^ 
xedovia. 



Ma 



UeXLwalov und Mifjia^ genannten 
Berge auf Chios. Vgl. Chron. pasch, 
p. 61, 9ff. 

Dafür, daß dieses Berge- und 
Flüsseverzeichnis auf antike Schul- 
büchertradition zurückgeht, liegt 
jetzt der Beweis durch die auf einem Papyrus ptolemäischer Zeit erhaltenen 
Laterculi Alexandrini (Diels, Abhdlg. d. Berl. Akad. 1904) vor. Die Be- 
nutzung solcher Literatur hat eine Parallele in der Schrift xav. nao, 
algea,, in der, wie Diels, Doxographi Graeci, Berlin 1879 zeigte, 
in den beiden ersten Büchern eine aus antiker Überlieferung stammende 
Siadox^i der Philosophen und eine Sammlung von deren Sö^ai be- 
nutzt ist. 

Das Bergeverzeichnis in dem die Laterculi enthaltenden Papyrus 
lautet Col. 10, 1; Diels p. 11: ^Oqtj fiiyiaxa' 1) ^I/naov tovto iv [r]y ^Irdixg 
2) Kavxdaia ÖQti 3) ra[i;^,p[o?j 6 diarelvojv fi^xQi' tfi[q alvaxoXfjq 4} IIvQtj- 
VI] iv ry ^IiirjQla 5) li?.7iiavä vqjj iv xj Atyvaxixy 0) '^PinaTa ögri iv xjf 

KeXxixy 7) "Olv^no^ iv Maxaöovia 8) "Ai^wg 9) "Oaaa 10) Z7;/[A]iov , 

11) iv xtj BQaxii fPJorfoTT^ 12) iv '[xtj] i7f[;.o;tovvj7/aw [Kv])M[>'n 13) iv] 

AaxeSaifiovi [Ta]vyexov 14) K ?,eixov AI] Col. 11. 

ßavog xat l4yrtA/^:?aroc, Jiv[6]viJiog. Zwischen /.eixov und Aißavog fehlen 
12 Zeilen (17—29); 14) steht auf derselben Zeile 15 wie Tavyexov, Xblxov 
auf der folgenden 1(3.; der antike Katalog ist also viel reichhaltiger, als 
der bei Hippolytos benutzte (vgl. das Flüsseverzeichnis unten S. 124, von 
dem das Gleiche gilt\ 



Text. 123 

Liber generationis I. Cod. Matr. gr. 84 und Cod. 

Vind. phil. 171. 

^(Dxlöi 6) Kvd^aiQwv kvxi^ Bot- 
(Dxla 7) ^EXixa)V iv xxj l'sXfii]' 
öS 8) nagd'iviov kv ry Ev(ß)oia 
9) Ilavaalov ro xal JSivä kv 
rfj "AQaßla (381 V.) 10) Uriviov 
xal 3lBfiä iv rfj Xlcp 11) Av- 
xaßavToq iv ^IraXla xal FaXla 
12) "OXvfiJtog kv T^ MaxBÖovla 
[13) Ad^a)g, OQog GQaxfjg xal 
Safioq 14) üriXiov kv Osöoa- 
Xla üisgia kv rfj Maxeöovia 
xal IlQoxovtjöoc], 

Hierauf folgt mit r,v rlirJ tov fifir,v, f, Jfn? 
h^nn«nd der Schluß der A/<;>is', die Vind. 
171 iUmgene enthält. 



merk von später Hand fol. 1 : >l^ft- 
xov ßovXyagixdv (vgl. Eopitar He- 
sychii glossogr. discipulus et ini- 
ykioacooT^Q Russus Wien 1839, der 
den Codex zu früh ins 11./12. Jhdt. 
datiert). Auf fol. 355 V. bis 380 R. 
stehen Specialwörterverzeichnisse zur Bibel und zu den Onomastica 
Sacra Gehöriges, fol. 381 V. folgen abermals biblische Wörterverzeichnisse. 
Dazwischen stehen von fol. 380 V. bis fol. 381 V. das Flüsse- und Berge- 
verzeichniß, deren Überschriften, wie die Anfangsbuchstaben der Worte 
und die Interpunktionen in dem Lexicon rot geschrieben sind. Fol. 381 V. ff 
stehen Specialwörterverzeichnisse zu Job (dessen Überschrift unter die 
der Bergeliste oben S 121 geraten ist), zu den Paroimiai und zu den 
Propheten. Fol. 394 V. endet die unvollständige Hs. mit dem Anfang 
einer Liste von Wörtern, die je nach der Betonung verschiedene Be- 
deutung haben. 

Wie Samos und Prokonnesos an das Ende der Bergeliste geraten 
sind, zeigt A. v. Gutschmid, Kl. Sehr. V 708; der Athos und Pelion 
sind Zusätze aus einem vollständigeren Verzeichnis, vgl. das neben- 
stehende der Lat. Alex. 



124 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 

208. Significantes autem no- 
mina montiiim terrae necesse 
est de illos principales fiuvios 
nuntiare tibi. 

209. Fluvii autem sunt no- 
minati quadraginta: 1) Indus, 
qui vocatur Fison et 2) Nilus, 
qui vocatur Geon 3) Tigris et 
4) Eufrates 5) lordanis 6) Ci- 
fissus 7) Taneus 8) Isminius 
9) Erymanthus 10) Alyus 11) 
Assopus 12) Thermodus 13)Era- 
simus 14)Rius 15) Borysthenus 
16)Alfius 17)Taurus 18) Euro- 
tus 19) Meandrus 20) Axxius 
21) Pyranius 22) Orentus [Da- 
nubius] 23) Ebrus 24) Saggarius 
25) Achelmus 26) Pinnius 27) 



Codex Matritensis. 

236. AsÖBiyfiivcov ovv rciv 
ovonaxcov xmv öciöexa oQicov 
TTJg y?jg ävayxalov hon xdi 
Tovg ajtiöi^fiovg jrorafiovg 6r^ 
kmOcU 001. 

237. üotafiol ovv sloiv ovo- 
fiaOTol TSOOaQaxovra iv t$ y^ 
ovror 1) ^Ivöog 6 xaZovfisvog 
^io6v (62 V.) 2) Nellog 6 xa- 
Xovfisvog r7j(Dv 3) Tiygig 4) 
EvrpQazTjg 5) %Q6aPT]g 6) Kl- 
(pr/oog 7) Tava'ig 8) %(ii]v6g : 
9) 'EQVfiav^og 10) "'Akvg 11) - 
Aloojtog 12) OeQiicoöoov 13) < 
'EQaOlvog 14) 'Ptlog 15) Bo- - 
QvoO^evTjg \&)'AXg)ei6g 17) Tov- — 
Qog \S) EvQcorag \9)MaaPÖQog^ 
20) "A^iog 21) UvQOfiog 22)C: 
"ÜQevTTjg nYEßQov 24) 2arf — 



209. Die Namen stehen in der Hs. in 230. d größer und ausgerückt. VgL 

4 zeilenweise zu lesenden Columnen. Hipp. neQl Tof; dvtLXQ^<^ov c 54 Jf — 

öaiyfibvwv ovv zCbv ^rjxCbv rovtwv vffi^s 
XE (fv),fjg xal xfj^ &vaöel^eo}q avvov xal xij^ avaigiaeiDg^ xov 6'k dvdficctoq /tirdtt 
xojQ oearjfxaofjikvov, löiofiev xal r/)v ngä^iv avxov. Vgl. Chron. pasch, p. 61, 15^^ 

237. Die Namen sind in 4 zeilenweise zu lesenden Columnen ge — 
schrieben. 9) &QVfAavxog die Hs. 14) bezeichnet den jetzt Rion genanntec::^^ 
Phasis, vgl. C. Müller, Geogr. Gr. min. I 427, Anm. 39) unbekannt, viel — 
leicht nur andere Schreibung von 36); anders, schwerlich aber richtig ge^ 
deutet bei A. v. Gutschmid a. a. 0. S. 700. Vgl. Chron. pasch, p. 61, 161B-"" 
In den Lat. Alex, lautet das Verzeichnis Col. 11, 3: IIoTa/jtol oi fi^ " 
yiaxoL' 1) 7iV T^ ^Ißrjolcc Pudavog 6 xaxa MaoaaXLav 2) Ti-ßeQiq 6 xai^^ 
^Ptoiiirjv 3) ^Hoiöavog o ei.; xov liÖQtav 4) "laxQog, 6 Siä SQfixrjq 5) BoQ^^^ ' 
ö^ivtjg o öia xr]g ^^xxOiag ü) Tdva[i]g i^ ^YneQßoQicjv 7) "Ynavig 6 
Kifx[ß]eQiQ)v 8) 4*äaig 6 öia K6ly^(i)v {)) BeQiiiü6[oi\v h Sia xfjq k|/c<r]^' 
vLxr^g 10) "AXvg öia KannaSöxiDv 11) Evg)Qdxrjg 12) Ti[y]gtg xal UaoiV^' 
yoig 13) '^YSdoTiTjg 14) 'Andgtj\Q o] diä ^a()/naxiag 15) 'AxelaivfjQ] 16 Kütn^^ 

17) rdyytig IS) [ . 19) BoolxQr^voQ, Z. 22-28 fehlen. Z. 29) kör^' 

^^o(Col. 12, 'i]Qag öl' Ali^to7riag[. iv] llaixfpvUct Siaglgsl 6i ^A]<mh6ov tcO^ 
xa\iLbg Ev\QVfu6coy. Ks folgen die xQrjval xdXXiaxai und die ÄifAvai, VgfJ- 
zu diesen Listen überhaupt Vibius Sequester, Riese Geogr. Lat. min. 145 ff 



Text. 



125 



Liber generationis l. 



Cod. Mat-r. gr. 84 und Cod. 
Vind. plülos. 171. 



Flumina autem sunt mag- 

nominata XL: 1) Idos, 

Fison 2) Nilus, qui et 

3) Tigris 4) Eufrates 

lanis 6) Cefisos 7) Tana 

enos 9) Erymanthus 10) 

11) Asopus 12) Thermo- 

J) Erasinus 14) Rius 15) 

henes 16)Alfeus 17)Tau- 

8) Eurota 19) Meander 

rmus 20) Axius 21)Pyra- 

19) Baius 23) Hebrus 24) 

•ius 25) Achelous 26) Pe- 

27) Ebenus 28) Sperchius 



Matr. 84 üoTafioi fiiyiozoi 
ovTor ä {^BLOihv o) [xal Aov- 
vaßio] ß Faimv 6 xa\ NelXoq 
f TlyQig 6 Evg)QaT7jg [Idov rov 
jraQaöelöov ol riooaQeg] a Ta- 
vätg ? Mtjvioq C ^Ax^vq rj ^Ao- 

ÖCQJtOC ^ OsQfKDÖciv l ^EqU- 

xHvoq Tä ^Pooq iß BoQVOd^ivr}q 
Ty no(ig)€i6q TS TavQoq^ Te Ev- 
QOTTjq i^ MivavÖQoq iC ^Egfioq 
Tf] Av^sioq lO- üvQafioq x Bioq 
xäEvQoq xßUayagioq xy^Axs- 
Xioq x6 nrjvuoq xe Evlvoq 
xc, JSjtSQxeioq xC ^lozQoq xrj Hl- 
fioeiq xd- ^xdfiavÖQoq X Tvg- 
fio)v Xa Uopd^tPioq Xß PavBOq 
Xy ZtVTjq X6 ^Poöavoq Xe ^Hgi- 



Statt Orentes, Hipp. 22) steht 
trmus, auch die Reihenfolge 
as anders, wie die vorge- 
denen bei Hipp, entsj^rechen- 
Fem lehren. 



Im Matr. 84 sind die Namen sehr 
entstellt und oft nur durch die Par- 
allelüberlieferung kenntlich ; I r i - 
arte hat wohl manches verlesen. 
Die Nummern Hipp. 5) 6) 9) 39) feh- 
len; Hipp. 34) Istros fehlt ebenfalls; 
nämlich ^OTQog verschrieben statt KdvazQOQy als 37. und letzter 
«ht statt Istros Aovvaßiq, der fälschlich auch schon am Anfang 
b ist. it steht wie lib. gen. I statt des 'ÖQtvTTig — ^Egfidg, Hya- 
jt mittelalterliche Bezeichnung für die Araber; die folgenden Na- 
id die nach dem Gehör geschriebenen arabischen (vgl. A. v. Gut- 
d a. a. 0. 716). Bei ^ u. 8) ist in beiden Hss. der Anlaut 7<j wegen 
hergehenden TdvalC verloren gegangen. 

Zusätze zu 1) 11) und 12) im Vind. 171 sowie die seltsame Form 
) versucht A. v. Gutschmid 711, hinter diesen Worten zu viel 
lamkeit vermutend, zu erklären. Zu dem Zusatz bei ^:i5) vgl. die 
bei A. V. Gutschmid 712 und Galen, de san. tuend. 1 10 Kühn 
Rätselhaft bleibt der statt Borysthenes stehende Name 15). — Die 
erwandtschaft des Vind. 171 mit Hipi). bewährt sich auch in dem 
S. 129 abgedruckten Stück; hinter vexQa ist anderes, nicht aus 
stammendes hinzugefugt. A. v. Gutschmid 714 verbessert darin 



126 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbanis). 



Euginus 2S)Sperchiu8 29)Qau- 
strus 30) Semoius 31) Seaman- 
dru8 32) Styramus 33) Par- 
thenius 34) Istrus 35) Rinus 
36) Betus 37) Rodanus 38) Eri- 
danus 39) Beus 40) Thubiris, 
qui nunc vocatur Thubiris. fiunt 
simul flumina currentes XL. 

Darauf folgt freier Raum von 2 Zeilen; 
hierauf die Dpüchrift eines Bildes: arbor 
vitae I fluens aquas, dann freier Raum von 
6 Zeilen und am Ende der Seite in der 
Schrift des Textes: maria et flamina con- 
veDientes in semet ipsis dant voces. 



Codex MatritenBis. 

yaQioq, 25) *AxB^^og 26) Uivei' 
6g 27) Eirjvoq 28) SjtsQXiog 
29) KavCtQoq 30) Sifioeig 31) 
UxafiapÖQog 32) JSrgvfdcip 33) 
nag^tmog 34) "lorgog 35) 7^ 
vog 36) Balr^g 37) 'P6dapog 
38) "HQLÖavog 39) Belog 40} 
SovßfiQog 6 vvv xaXovfiBVoq 
TißdQTjg, ofiov Tiorafiol ]i. 



238. Ovroi oiv ol Jtotafl^'' 



238. ol Tie^iSQXÖßBvoi x^v y^ 
G. Müller a. a. 0. ne^iXB^fJi^^* 
V. Gutßchmid a. a 0. 712. 



Text. 



127 



Liber generationis I. 

29) Cayster 30) Simois 31) Sca- 
mander 32) Stxyfon 33) Par- 
temus 34) Ister lUurius qui et 
Danubius 35) Rhenus 37) Rho- 
dannus 36) Betis 38) Heridanus 
qui est Padusas: Eridanum Altino 
dicunt 6886 ubi Feton dicitur condi- 

disse 40) Thember, qui nunc 
dicitur Tiberis. 

XLI BF 1) indos 11) osopus C, oso- 
po8 O 33) hebron B, ebras F 24) sag^- 
rins G 25) actalelous B, acelbus F 26) pen- 
nias GC 27) eaerins F, eueus GG 29) 
caixor 32) strimon GC 88) qui eet — 
condidisse fehlt in BF. In G ist die Reihtn- 
folge 1—21. 23. 25. 27. 29. 31. 38. 85. 37. 
40. 89. 24. 26. 28. 30. 82. 84. 36. 38. In F 
f(hlt 9—13. 



Cod. Matr. ffr. 84 und Cod. 
Vind. pniloö. 171. 

öavoq X:; 2vßQiq 2^ Aovvaßiq. 
[^iyaQTivol xaXovöi rovg ö Jto- 
rafiovg ovrcog' a JSiavl o xäl 
Faidv ß ÜJtiaxcifi 6 xal ^Ociv 
Y T£y)ik7j 6 xal Tiygig 6 ÖA- 
(pega 6 xal Evg)QaTrjg,] 

Darauf folgt ein Verzeichnis der 11 v^aoi 
fityiOTiu aus Ptoleinäu«, 

Vind. pbil. 171 foL 380 V. "Ovo- 
fiara jtoraficov, ovg XiyovCiv 
ovofiaorovg ' 1) ^Ivöog, ov xa- 
Xovoi ^eiöcop [xal rayyrjv xal 
Tavaiv xal (0)Qivr7j[v\ 2) NbI- 
/Log, 6 xaXovfiEvog Femv 3) T/- 
ygig 4) 'Fq)QaT7)(^ [6 xal Aav- 
vovßig] 5) %QOavr]g 6) Ki^- 
(fiooog 7) Tavaig 8) Mf}viog 
9) &QVfiavrog 10) ''AXvg 11) 

^Aöojtog [iv Boicorla ^d-iöiyd 

12) OsQuovdiDP [Iv KooIvt^co 

13) 'EqaOivoc 14) "Peiog 15) 
'Hfza^og Iß) JjLq)ei6g 17) Tav- 
Qog 18) EvQoirag 19) Malav- 
ÖQOQ 20) ^A^eiog 21) IlvQafiog 
22) 'OgevTr^g 23) "Eßgciv 24) 
AvyaQiog 2b)'A^e?.coog 2Q)nfj' 
veiog 27) Evrji^og 28) ÜjtSQXBiog 
2^)KavOTQog Zi)) JSi/ioeig 31) 
Uxafiai^ÖQOQ 32) ütqvhcov 33) 
^MyaXig 34) \laxQog 35) 'P^- 
vog \og Xafipava)P rovg x&v 
ßagßagoov voO^ovg Jtalöag xrel- 
vei] 36) Bixrig 37) "Pa)6av6g 
38) "Hgiöavig 39)^ BaioQ 40) 
ßovßgig (381 R.) o xaXovfisvog 
Tißegiog. 

4) Das E wegradiert. 

OvToi Tolvvv ol Ji jtorafiol 
jisgttgxovrac ri^v y^v. 



nach Gen. 2, 11 : 4*eiaibv yag EveiXa ti/v Iv6ix//V xvxXeXxai yfjv. Die Be- 
merkung über den ^Agaivörig noxanöz bezieht sich auf dessen Erwäh- 
nung bei Hipp. 188. 



128 ^^' ß^uer, Chronik des Hippolytos. 

Chron. Alex. (Barbanis). Codex Matritensis. 

239. ^aol 6i rivsg öoxovv- 
T€§ BfiJtaiQoi shac, ort ol jtqoÖ' 
TOI 6, ol fiaydXoi Jtorafiol, olop 
^lOmVj rrjfhv, TiyQtg, Evg)Qa- 
TTjg axardXrjjrTOi (lev slöi, jto- 5 
d^Bv 7/ jräg k^BQXOvrai fiT] el- 
öivai xLva. XiyovOL 61 rovtOj 
6x1 dre JcXf]fifivgst Pfjcop o xa- 
kovfisvoq NtlXoCy 6 JtorlCojv 
(63 R.) Jiäöap Y^v Alyvjtrov K) 
xal AWiojitag, ol tqbIq dXXoi 
Xriyovor ijtav ösovrogfieicoO^fj, 
ixstpoi vjtsQvtpovvrai rolg 
vdfiaoiv. 6io xal xa vöara 
avTol ofioxQoovOiv 6 yaQ ^Ioq- 15 
ödvrig Xevxcojtiöa ovqsc ra xv- 
f/ara xal djtox^et Iv rij jtQaCla 
d^aXdöOHy ijrig xaXelrai vsxQa, 

240. AeÖBi'/fiiv(Dv ovv rov- 
T(DP t6 q>iXofiad-Bg xal öJtov- 
öalop aydfiBPog rT/g o7]g dydjir\g, 
adeXtph TifiimraTB, töo^t fioi xal 
TOP Tifg (iBydXrjg d^aXaöC7]g ora- 5 




239. 6 /i^ e^cJtvöi klammert Mül- 
ler ein und schreibt dann Xeyovai 
6b xal rovxOf behält dagegen 11 XQBlg ovvoi und 15 avvov der Hs. bei und 
schreibt mit E. Miller 16 AevxwTTta für levxihniöa. 15 oirvoi v. Gut- 
schmid 713, was ich nicht für notwendig halte. Derselbe bemerkt rich- 
tig, daß hier wie oben Hi]>p. 51 ein Dichter benutzt ist. E. Miller 
fuhrt (a. a. 0. S. 3(4 Anm. 2) eine verwandte Stelle aus Tryi>hiodoro8 v. 392 
an: xal 6s 7io(tqw(ßBov fiev hUooBxai, evöo^i nvQywv A'ijuarog ixxi\uivov 
ntlayoq xal xvfia tpdvoio. Der Synkellos (p. 075, 3) gebraucht, wo er 
die Werke des Hippolytos aufzählt, eine ähnliche Ausdnicksweise: xal 
avvzoixvyq <pdrai S^Eotpi/dStig noTaiidg ry ixx?.rjalcc ^cbvrwr vafjtdrufv yi- 
yore .... Am oberen Rande von 68 R. ist eine Kritzelei von späterer 
Hand, die Xbltiei (fOXov zu bedeuten scheint, dann aber, da sich der 
Schreiber überzeugt hatte, daß nichts fehle, wieder weggelöscht wurde. 

240. 3 dydfiBvoq die Hs., Müller dyautvo),— 7 Inax^ißioxaxa die Hs., 
Müller dxQißiaiaxa. — Nach docd^uevog fügt M. oir ein und setzt 



Text. 129 

Liber generationis I. Vhidob. philos. 171 fol. 381 R. 

^aöl öi Tivsg doxovvTSc ?/i- 
jtBLQOidvaiy ort ol JtQcozoi ria- 
öaQsg xal fieyaXot jtorafiol, d 
TS ^eiOcoVy 6 Ftcov, 6 Tiygig xal 
6 Evq)Qar7jg dxaraXrjjtroi fiiv 
sloip, xal Jioß-sv i] xcog i^tQ- 
Xovrai fif] döivai xiva, Xt- 
yovöi Ö6 xovrOy orc ore Jiktifi- 
fivQst 6 jtoTafiog NelXog ol 
aXXoL TQsTg Xeijtovoip' ovrog 
yag jiorlCet jtaöav Älyvjirov 
xal Ald^ioJtiaV kjtav 6h ovrog 
iXarra)ß^fj, ixetvoi vjteQXJtf^ovv- 
rai xolg vdfiaöL öio xaL xa 
vdaxa avxciv [ovx[ ofioxQoovöC 
o yag ^loQSdvrjg Xsvxoxega öv- 
Q£i xa xvfiaxa xal ajtox^BC hv 
xf] jtgaöla d^aXdöOr], ijxig xa- 
Xttxai vexgd, [o 6e ExxpQaxTig 
loxLV 6 Aavvovßig, ^siomv yaQ 
EvslXa x(] ^Ivöix^ xaXetxai yfl 
xov AQOivotjv Jtoxafiov jtqo- 
XBQOV fisv vjtCLQXOVxa dg Xlfi- 



vorher Punkt. — Nach 10 'PaQlxvSoq fügt M. mehrere Zeilen ein — vor 12 
Uiq EifQWTiijq setzt er rä hinzu, schreibt statt 13 Xcr/jctjdövi — XaXxi}' 
Soviy. — Statt 15 &e).üfv ndvxaq xz).. schlägt M. vor: S^e/.o)v 6h Tiarza^ 
a, CO. ifjLipavuiy xal .... und 19 y^an^oy de oder ygdxvaq xal xCov vtiamv xz/.. 
Alle diese Andeningen sind unnötig und beseitigen die Hipp, eigentiim- 
licbe Ausdrucksweise. Auch die ünvollständigkeit dieser Inhaltsangabe^ 
des Stadiasmos ist charakteristisch; die äußersten Endpunkte nach den 
vier Himmelsgegenden genügen übrigens. 

Texte n. Üntersnchnngen etc. NF XIV, i u 



130 -^' Bauer, Chronik des Hippolytoß. 

Chron. Alex. (Barbarus). Codex Matriteneis. 

öiaOfioP tjroi JtsQljcXovv öfjlci' 
aal 001 ijcaxQißtorara, ojtax. 
xal TOVT(DV dvayvovg IfijrsiQOi 
e07], aQ^afispog aTib ^AXe^av 
ÖQslag rriq ^aQlriöog tcog Aio- 
oxovQldog t^g iv xqt Lfovrq 
xBifiivTjgy xäi xrjg EvQoijtrjg ajri. 
^IsQov Tfjg JTQog rfj XaXxrjöop 
xtifisprig fitxQig ^HQaxkewrixm 
oxtjXwp xal ra6elQ(DP, d^iXa)i 
jraptag dp&Qcijtovg wfptXüv 
^EfjKpaPioi öh xal rag diaiQeoeti 
djto xr^g ^Aolag JtQog t7]p Ei 
QcojrrjPj YQatpag eode xal rwi 
vtJoop ra iüt dXXtiXoiP öiaotrj 
fiara, jtooai rt eloi xal (63 V. 
TiPtg (paipoprai ip tqJ jcXteti 
avtag, xal 6jti]Xlxai alol, xa\ 
rlocp dptfioig XQ^^'^^^y ^^' 
ütoXog o jrXovg öei^o} ooi xaxo 
dXrjO^ttap, 

241. f JSraöiaOfiog TTJg &a 
?M00rjg. 

Es folgt ihr Ui Q. Müller. Geogr. G= 
min. I 429—514 abgrdntektf Text, lUn te 
hier nicht icicdcrholc ; vgl. 0. Cuntz »nt^ 
in Abschnitt 5. 



211. Die Cberschrift ist in gröL 
ren Buchstaben geschrieben ^v^ 
Taf. IV}. Daneben steht am Rande von erster Hand ne{Ql) atadilaaiao^ 
T'i})^ Oti'Mio\orjg; solche Randnotizen von erster Hand finden sich td 
Text des Nikephoros fol. 1—50 V. häufijjr. — Den Stadiasmos ließen al 
Cbers«'tzt'r und Benutzer der Chronik wey:. 



Text. 131 

Liber generationis I. Yindob. philos. 171 fol. 381 R. 

vt]v vöteQov IlroJiefialog 6 -2cö- 
T//() elg öimQvya repKDV, xar- 
cpxiöe rag kv avrm JtoXeig]. 

Darauf folgt: "Off; oyo.Kitari oben S. 121, 



. — *^. filiorum igitur triuni Noc 

l'*^^i*titum saeciilum divißum et 

'1 y*t>iti b'em primogenitus accepit 

^enteui, Cham autem mediterra- 

* ^^, lafet occidentem. 
rum*^*p^ A'«'' B», dittlaorem B, diuiao- 



^*'3. Zusatz des Übersetzers. 



1 



9 



132 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Chron. Alex. (Barbarus). 

210. Significantes autem his 
Omnibus, tempus advenit ad 
textum chronicae currere, annos 
sie ut prius demonstraviinus 
dicentes. 

211. Ab Adam usque ad di- 
luvium Noe generationes quidem 
X, anni duo milia ducenti qua- 
draginta duo. 

212. Et a diluvio Noe usque 
ad turris edificationem et con- 
fusione divisarum linguarum 
generationes quidem sex, anni 
autem quingenti quinquaginta 
octo: fiunt simul anni quo mi- 
lia octingenti. 

213. Et a divisione terrarum 
usque dum genuit Abraham Isaac, 
generationes quidem sex, anni 
autem sexcenti tres sie: 

214. Post divisionem terrarum 

factus est Falec annorum C: fiunt 

simul anni duo milia noningenti: 

et genuit Kagau etc. 

Vgl, Mommseny chron. min. I 
V. 112, Frick, p. 220. 



Codex Matritensis. 

FehJi im Mat., der mitten iyn Sta- 
diasmos abltricht. 



211 ff. über die hier zugrunde liegende Rechnung vgl. oben Note zu 
Hipp. 43 S. 44. 



Es ist nicht nötig, nach der vorstehenden Zusammenstellung 
noch im einzelnen den Nachweis zu führen, daß der Matritensis 121 
denselben griechischen Text und zwar verhältnismäßig vortreiBF- 
lich überliefert enthält, den der Barbarus aus einer alexandrini- 
schen Chronik, die Verfasser der libri generationis vermutlich 
aus Handschriften tibersetzten, die das von dem Alexandriner 
benutzte Werk enthielten. Die Gründe, die dafür sprechen, daß 
dieses Werk, das die lib. gen. direct, der Barb. indirect be- 
nutzten , gerade die Chronik des Hippolytos ist und daß folglich 
im Matritensis 121 dessen griechischer Originaltext vorliegt, 



Text. 



133 



Liber generationis I. 

227. Et ostensis gentibus, quae 
de quo creatae sunt, necessario 
decurremus ad annos. 

In GC wird, wis ob^i e. 37 — 41 steht, icic- 
derhoU; vorher geht: habemas soperius ab 
initio mondi, am Ende steht: nunc nobis 
ordo est sequendos. 



Liber genemtionis JI. 



22S. Falec ann. CXXX genuit 

Ragau etc. 

Vgl. Mommsen a. a. 0. p. 112, 
Fr ick a. a. 0. p. 220. 



werden im folgenden Abschnitt dargelegt; auf zahlreiche sti- 
listische und die Disposition betreffende Übereinstimmungen mit 
sonst bekannten Schriften des Hippolytos wurde schon in den 
Anmerkungen hingewiesen. 

Hier sei nur ein allgemeiner Gesichtspunkt bezeichnet, der 
schon genügen würde, um diese Auffassung des Sachverhalts als 
notwendig zu erweisen. Der im Matritensis 121 enthaltene Text 
ist augenscheinlich, trotz seiner nahen Verwandtschaft mit dem 
Barbams und den beiden libri generationis, von diesen ganz un- 
abhängig und in einer Handschrift des 10.; 11. Jahrhunderts als 




134 -A.. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

selbständiges Werk überliefert. Mit der alexandrinischen Chro- 
nik, die dem Barbaras vorlag, kann der Matritensis 121 deshalb 
nicht direct zusammenhängen, weil dieser Alexandriner trotz 
sonst genauesten Anschlusses (oben S. 46) den Anfang, die Ca- 
piteltiberschriften und das Proömium wegließ, also seine Vorlage 
in sein eigenes Werk einarbeitete, ihr im Diamerismos mit Aus- 
lassung des ihm gleichgültigen Stadiasmos ganz getreulich folgte, 
dann aber, beim 6. Capitel seiner Vorlage angelangt, diese wieder 
nicht mehr ausschließlich, sondern nur mehr neben anderen 
Quellen benutzte. Der Text im Matritensis ist also keine Fassung 
der alexandrinischen Chronik, die der Barbarus übersetzte, son- 
dern identisch mit der von dem Alexandriner benutzten Vorlage. 
Diese anonyme ovvayoyfj XQ^^^^ ^^^ daher eine vor dem An- 
fang des 5. Jahrhunderts geschriebene Chronik. 

Von derselben Chronik gab es femer schon seit dem Anfang 
des 4. Jahrhunderts auch Handschriften im Westen: eine benutzte 
der sonst stark kürzende und auswählende, die Capitelüber- 
schriften und das Proömium gleichwohl beibehaltende Über- 
setzer, der in der Chronik von 334 (lib. gen. II) vorliegt, eine 
zweite der vor 460 schreibende Übersetzer des ausführlicher ge- 
haltenen lib. gen. I. Die Abfassungszeit der unter dem Titel 
cvpaymyTj XQ^^^^ ™ Matritensis erhaltenen Chronik fällt somit 
vor das Jahr 334. Endlich steht nach den bisherigen Mitteilungen 
von Chalatiantz (oben S. 3) wenigstens so viel fest^ daß die von 
ihm aufgefundene armenische Übersetzung, die er dem im 4. Jahr- 
hundert schreibenden Andreas zuweist, auf eine den libri gene- 
rationis sehr nahestehende Quelle zurückgeht. Daraus folgt, 
daß von dieser seit dem Anfang des 5. Jahrhunderts in Alexan- 
drien und seit 334 im Westen bekannten Chronik im griechi- 
schen Osten seit der ersten Hälfte des 4, Jahrhunderts gleich- 
falls Handschriften vorhanden waren. Wir haben es also mit 
einem angesehenen und weit verbreiteten Werke zu tun. Nach 
directen Angaben der libri generationis fallt dessen Niederschrift 
in das Jahr 234 5 , der Matritensis erweist dessen Stil und sonstige 
Eigentümlichkeiten als hippolytisch. Der Schluß, daß der Ano- 
nymus der Madrider Miscellanhandschrift von Chroniken eben 
Hippolytos sei, ist somit zwingend; der Matritensis ist die einzige 
aus griechischer Büchertradition stammende, uns erhaltene Hand- 
schrift seines W^erkes. 



Beilage I. Cod. Vindob. theol. 153. 135 



Beilage I. Cod. Vindob. theol. 153. 

Unter die selbständig erhaltenen Reste des Diamerismos 
wird seit A. v. Gutschmid auch die genannte Wiener Hand- 
schrift gerechnet, die Kl. Sehr. V 613, 616 infolge eines Druck- 
fehlers mit 151 bezeichnet erscheint. Frick (Chron. min. praef. 
p. CCXXU), dem sie in einer Abschrift von T. Schmidt vorlag, 
die er mir freundlichst zur Verfügung stellte, vermutete, daß 
der Vindobonensis.153 auf denselben Archetypus zurückgehe, wie 
der ihm unbekannte Matr. 121. 

Eine genauere Untersuchung des Vind. 153 lehrte folgendes. 
Der, wie Wachsmuth bei Frick richtig bemerkt, dem 1314. 
Jahrh. zuzuschreibende, am Ende arg mitgenommene Papier- 
codex enthält nebst anderen Theologicis auf fol. 294 R. — 297 V., 
unten am Ende der Seite durch ein rotes Ornament abgeschlossen, 
einen Tractat des Mönches Barnabas über die Menschwerdung 
Christi. Mit fol. 298 R. beginnt ein Sammelsurium, dem auch 
der als «Diamerismos» bezeichnete Abschnitt angehört. Es ist 
von derselben Hand geschrieben wie alles Vorhergehende und 
enthält 1) ein Stichenverzeichnis der Schriften des Alten Testa- 
ments, 2) die Angabe der Monate, Tage und Stunden des Jahres, 

3) Griechische Sprichwörter, die Unmögliches ausdrücken, 

4) Sprüche der 7 Weisen, die sich auf die Menschwerdung Christi 
beziehen. Diese reichen noch auf fol. 298 V. hinüber. Hier be- 
ginnt auf der siebentletzten Zeile von unten mit roter Initiale 
der Text eines Computus: 

!^[jro] Tov ^Aöafi tcog rov xaxaxXvo^ov trf/ ßg)Xß, ajto rov 
xaraxXvOfdov \ tcog rov jcvgyov tr?] ar/, ixTiö&f/ o JtvQyoQ 
izf) ]i, äjto rov jt[vQYov ecog] \ rov \4ßQaafi tr?] q:d, kv rfi AI- 
yvjtrcp ezTj yfX, iipayt o Xahg ro fiavva fc[r^l //, | ixQaTrjOav 
ol xQiral errj vp, djto rmv xqitüv tcog rov X{()iöro)v trt] vd^. 

Das £ von Ixtlö&r] ist rot geschrieben. 

Darauf folgt mit roten Buchstaben bis Neos, dann mit schwar- 
zen, ausgenommen Xafi und ^ldg)ed^, die das erstemal ebenfalls 
rot geschrieben sind, folgendes: 

JiafieQKSfiog rfjg y^g elg rovg y vlovg Nws' tc7j iitv 2J]fi tcTj 
jtQa}T[o] I roxq} i)MX^v cljto neQ[ö]iöog xal BdxxQcov uog ^Ir- 




136 ^* B^uer, Chronik des Hippolytos. 

öixTJg xb fdfjxogj jcXarog 6e [djto] \ ^Ipöixrjg iojg 'Pipoxovqovqoov 
Xäfi öh reo öevveQq) djto 'PtPOxovgovQcov \ 

Damit schließt fol. 298 V. Der anschließende Text auf 299 R. 
umfaßt noch 4 an den Enden stark verstümmelte Zeilen von 
erster Hand und schließt mit einigen rot gemalten Ornamenten 
ab, auf die unleserliche Kritzeleien einer späteren Hand folgen. 
Nach diesen hat eine jüngere Hand die letzten 4 Zeilen der 
ersten Hand noch einmal in sehr unbeholfenen Buchstaben ab- 
geschrieben, jedoch die Zeilen anders abgebrochen, so daß sie jetzt 
zur .Ergänzung der ersten Aufzeichnung des Textes verwendet 
werden können: 

fol. 299 1. H. l'co[§ r]aQ[i]Q(DP ra JtQog vorov. ^idtped- [öe zip 
xQLTcp djib Mrjölag ieog Faglgoop ra] \ jtQog ßoQQav. t^Bi 6b 
^ldg}s& Jtorafiop t6[p Tl]y[Qip top öioQl^OPta Mi]ölap xal 
BaßvXa)plap] \ 6 de 2!i/i top ^Eq)QaTrjp ixsi Jtorafiop' 6 öe 
Xafi exei jcorafiop re[G)P top xaXovfiSPOP] \ NbIjLop, 

Von der späteren Abschrift ist folgendes in 3 Zeilen erhalten: 

icog FaQlgop ra JtQog potop, ^Idq)ed' 

raQiQOjp ra JtQog ßoQQav, exet öh 

ra Mrjölap xal BaßvXcoplap, 6 öe Ulft . . sq)Q 

Z. 3 ra ist der Schluß von öioQl^opta ; /iT] ... BaßvXoopu die Hs. 

Weiter steht in der Hs. nichts mehr. Auf den Archetypus 
von Matr. 121 geht also dieses an sich wertlose Excerpt nicht 
zurück; es wird nebst dem vorangehenden Stück aus irgendeiner 
byzantinischen Chronik abgeschrieben sein. Für Hippolytos 
kommt somit weder der Computus noch dieser «Diamerismos» 
in Betracht. 

Beilage H. Die Liste der 72 Völker im Matr. 121. 

Wie schon oben S. 101 Anm. bemerkt wurde, spricht alles 
dafür, daß Hippolytos die Namen der Liste der 72 Völker in 
derselben Reihenfolge aufzählte wie der Barbarus und lib. gen. 1 
und daß die im Matr. herrschende Unordnung auf spätere Ver- 
derbnis zurückgeht. 

Dieselbe Ordnung wie der Barb. und lib. gen. I weisen vor 
allem noch zwei andere Fassungen dieser Liste, Chron. pasch. 
p. 56, 15 ff und Josepos vjtofip. ßißX. c. 24 (Migne, patrol. ser. 



Beilage II. Liste der 72 Völker im Matr. 121. 137 

Grraec. voL 106 p. 32) auf, wo die Namen ebenfalls schon in der 
Handschrift beziffert und daher in ihrer Reihenfolge gesichert 
sind (vgl. V. Gutschmid, Kl. Sehr. V 6S3ff). Die abweichende 
Reihenfolge der Namen im Matritensis ist also, wie A. v. Gut- 
schmid (Kl. Sehr. V 241 ff) an dem Beispiele der Osterchronik 
gelehrt hat, daraus zu erklären, daß in einem früheren Stadium 
der Überlieferung entweder ein columnenweise geordnetes Ver- 
zeichnis zeilenweise gelesen oder daß der umgekehrte Fehler 
begangen wurde. Ja es kommt sogar vor, daß von zwei verschie- 
denen, aufeinander folgenden Abschreibern beide Fehler nachein- 
ander begangen werden, und daß dann noch andere Versehen 
hinzutreten, wodurch schließlich eine ursprünglich geographische 
Ordnung der Namen bis zur Unkenntlichkeit verwirrt wird. 
Es sieht also jene Fassung einer solchen Liste, in der die geo- 
graphische Anordnung besser bewahrt ist, dem Original stets 
näher als die, in denen keine ersichtliche Ordnung herrscht. 

Das erste trifft för die im wesentlichen übereinstimmenden 
Listen des Barb., des lib. gen. I, des Chron. pasch., des Josepos und 
noch für die des Pseudo-Pollux (ed. Hardt p. 76) zu. Sie weichen 
von der geographischen Ordnung nur darin ab, daß sie nach 
den Indem (lib. gen.I Nr. 15) drei afrikanische Völker einschieben, 
die ursprünglich nach Nr. 63, den Spaniern, und vor Nr. 64, 
den Mauri, gestanden haben werden. Ursprünglich waren also 
die Namen nicht numeriert, wie jetzt beim Barb., im Chron. 
pasch, und bei Josepos; sie haben daher auch im lib. gen. I und 
im Matr. keine Nummern. 

Wie nun die Verschiebung der 3 afrikanischen Völkernamen 
bei den genannten Autoren zustande gekommen ist, läßt sich 
noch nachweisen. Dabei setze ich der Kürze und Übersichtlich- 
keit wegen statt der Namen nur Ziffern und zwar jene Ziffern, 
welche für die ursprüngliche, genau geographisch geordnete 
Liste anzunehmen sind: also für die 42 asiatischen Völker 1 — 42, 
für die 18 europäischen 43—00, für die 12 afrikanischen 61 — 72, 
Bei den genannten Autoren stehen also die drei afrikanischen 
Völker 61. 62. 63 zwischen den asiatischen 15 und 16^. Der 



1) Zur Vermeidung von Mißverständnissen sei ausdrücklich bemerkt, 
daß die in dieser Beilage angewendete Bezitt'eruug natürlich eine andere 
ist als die in der Hs. des Barb. überlieferte und ihr entsprechend zu den 



138 



A. Bauer, Chronik des Büppolytos. 



Fehler ist also dadurch entstanden, daß bei einer Anordnung 
der Namen in drei zeilenweise zu lesenden Columnen, die auf 
zwei oder mehr Seiten verteilt waren, die eine die Völker 61. 62. 63 
enthaltende Zeile, vermutlich am Ende einer Seite, übersehen und 
falsch nachgetragen wurde, wie nachstehendes Schema zeigt: 









16 


17 


18 : 


64 


65 66 








19 


20 


21 . 


67 


6S 69 








22 


23 


24 


70 


71 72 








25 


26 


27 












2S 


29 


30 












31 


32 


33 












34 


35 


36 












37 


3S 


39 












40 


41 


42 












43 


44 


45 






1 


2 


3 


46 


47 


4S 






4 


5 


6 


49 


50 


51 






7 


S 


9 


52 


53 


54 






10 


11 


12 


00 


56 


57 






13 


14 


15 


oS 


59 


60 






Ol 


62 


63 













Legt man nun abermals die ursprüngliche Bezifferung zU' 
gründe und numeriert man danach die Namen im Matr. i^ 
ihrer jetzigen Reihenfolge, so erhält man folgende Reihe: 1. 2- 
14. 61. 3. 39. 59. 4. 40. 60. 5. 15. 64. 65. 7. 62. 66. 67. 7. 63- 
6S. 69. 8. 70. 71. 72. 9. 17. 10. 16. 11. 18. 12. 19. 13. 20.21.43- 
22. 44. 23. 45. 24. 40. 25. 47. 26. 48. 27. 49. 50. 28. 51. 29. b^' 
30. 53. 31. 54. 32. 33. 55, 34. 50. 35. 57. 36. 37. 38. 58. Nr. 6- 
die Araber fehlen, dafür ist 7, die Maönjvaloi jtqcotoi xal ösvxBQO^' 
zerlegt und für zwei Völker gerechnet (vgl. dazu Hipp. 230. 231^' 
Es fehlen ferner 41 und 42, somit enthält die Liste tatsächlich 



Namen im lil». gen. I oben S. 101 ff im Text beigesetzte. Die drei ve^' 
ficholx'nen Völkernamen sind oben im Text mit 16. 17. 18, in der B^^' 
läge mit Gl. 02. Ü3 bezeiclint't, infolgedessen verschieben sich auch di^ 
auf ir> folgenden Zahlen entsprechend. 



Beilage IL Liste der 71' Völker im Matr. 121. 139 

nur 70 Namen. Da jedoch Hipp. 198 q^vkai oß ankündigt und 
überdies der Barb. sowohl als lib. gen. 1 beide Namen enthalten, 
so sind die Namen 41 u. 42 im Matr. nur ausgefallen und an 
ihren Stellen zu ergänzen. 

Ein Blick auf die obige Zahlenreihe und deren regelmäßige 
Sprünge in den Ziffern lehrt, daB den Verschiebungen, die der 
Matr. zeigt, gleichfalls eine Regel zugrunde liegen muß. Da 
femer 61. 62. 63, wie in der vulgären Überlieferung (Barb. usw.), 
vom Ende an den Anfang yerschoben sind, so folgt, daß der in 
der vulgären Überlieferung vorhandene Fehler zu den Voraus- 
setzungen des viel ärgeren Durcheinanders im Matr. gehört; die 
Unordnung im Matr. ist also eine Verschlechterung der Unord- 
nung in der ^ulgata. Im Text des Hippolytos waren somit die 
Namen schon ursprünglich nicht mehr ganz correct, sondern 
ebenso angeordnet wie beim Barb. und im lib. gen. I. 

Hoffentlich gelingt es den Bemühungen anderer, die Versehen 
genau festzustellen, die einer oder mehrere Schreiber begangen 
haben, so daß das Chaos im Matr. entstand. Als Behelf dafür 
gebe ich die Zahlen columnenweise so angeschrieben, daß deren 
zeilenweise Lesung den Ziffernsprüngen der obigen Reihe ent- 
spricht; allein das Bild der Vorlage, das so entsteht, läßt keine 
befriedigende Deutung zu. Statt zweimal 7 schreibe ich |6] und 
7 und setze die beiden ausgefallenen Namen = [41] [42] ein 
(siehe umstehend). 

Vielleicht wurde zunächst in zwei statt in drei Columnen 
geschrieben, weil aber das Format der Hs. nicht ausreichte, unten 
am Ende der Seite mit 36—58 abgebrochen und die restliche, 
39 — 72 umfassende Namengruppe oben rechts auf derselben Seite, 
wo noch freier Raum war, eingetragen, so daß dann bei zeilen- 
weisem Lesen der Columnen in die Mitte und ans Ende gehörige 
Namen an den Anfang der Liste gerieten. Ein ganz ähnlicher, 
aber schon in ein sehr frühes Stadium der Überlieferung fallen- 
der Vorgang bewirkte eine gleichartige Verschiebung in dem 
chamitischen Inselkatalog und dem Verzeichnis der nördlichen 
Küstenländer Chams des Papyrus Goleniscev (Denkschr. d. Wiener 
Akademie Bd. 51, S. 97 ff). 



140 *^- Bauer, Chronik des Hippolytos. 



1 












2 


14 


61 








3 






39 


59 




4 






40 


60 




5 


15 




[41 


64 


65 


[6] 




62 


.*i 


66 


67 


7 




63 




6S 


69 


S 








70 


71 


9 


17 










10 


16 










U 


IS 










12 


19 










i:{ 


20 
21 
22 
23 
24 
25 
26 




43 
44 
45 
46 

47 
4S 








27 




49 


50 


• 




28 




51 








29 




52 








30 




53 








31 




54 








32 


33 


55 








34 




56 








35 




57 








36 


37 38 


1 58 







72 



I 



3. Die Chronik des Hippolytos. 

Über die Chronik des Hippolytos liegen nur wenige directe 
Angaben vor. Auf der 1551 im Cömeterium an der via Tibur- 
tina gefundenen Statue, einem Werke noch des 3. Jahrhunderts, 
befindet sich an den Seitenflächen der Kathedra, auf der die 
Gestalt sitzt, eine Ostertafel eingetragen. Auf der abgerundeten 
schmalen Fläche, die die linke Seite des Sessels mit der Rück- 
wand verbindet, steht ein Verzeichnis der Schriften des Hippo- 



Die Chronik. 141 

lytos, dessen Anfang mit dem fehlenden Oberteil des Sitzbildes 
'verloren gegangen ist^ Unter den erhaltenen Büchertiteln liest 
man Z. 12 Xqovixcöv, wozu ßlßXog zu denken ist. Damit ist in 
aatfaentischester Weise beglaubigt, daß Hippolytos neben der 
cbtoöei^ig XQO^^^ t^ov Ilaoxa und dem zum Zwecke der Oster- 
berechnung auf der Eathedra der Statue aufgezeichneten jclva^ 
ein als XQOvixä oder XQovixmv ßißjLog bezeichnetes Werk ver- 
faßt hat 

Auf dieses Werk nimmt er nur einmal in der Schrift xara 
xacAv aigiOBcav X 30 (p. 532, 48) Bezug. Dies scheint zunächst 
auffallig, weil Hippolytos in seinen theologischen Schriften sich 
häufig auf ältere seiner Arbeiten zu beziehen pflegt; da sich 
aber erweisen wird, daß die Chronik zu seinen spätesten Arbeiten 
gehört, so erscheint dieses einzige Citat ganz begreiflich. An 
dieser Stelle heißt es am Ende einer chronologischen Übersicht 
der Patriarchengeschichte, die den Angaben der libri generationis 
und des Barbarus vollkommen entspricht, nach einer kleinen 
Textlücke^in der von der Völkerzerstreuung die Rede war: 7]Cav 
Sk ovToi oß t&PTj, (ov xal ra ovofictra ixre&eified'ü kv 
trigaiQ ßlßXoig, fitjöh tovto jtaQaXiJtovTag xara xoJtov, 
ßovjLO/devoi Tolg (piXofiad-ioiv ijtLÖtixvvvai, ?}v l^oiiev otoQyrjv 
mQi t6 d-Blov Tfjp TS aöixaOTOp yvcöoiv, tJv iv novoig xexxrj' 
lihd-a JteQl Tfjp djirj&eiav. Damit ist die in der Chronik ent- 
haltene Liste der 72 Völker (Hipp. c. 200 oben S. 100) gemeint. 
Dies geht, von der sachlichen Entsprechung zwischen Citat und 
citierter Stelle abgesehen, auch daraus hervor, daß durch die Er- 
wähnung der g>ijiofiad-elg und der äöixaoxog kv Jtovotg xextj]- 
Hivf) yvActg üt^Qi ttjv dkTj&eiar hier genau dieselben Gedanken 
mit ähnlichen Wendungen wieder aufgenommen werden, die sich 
in der Chronik sowohl im Proömium als auch in den Über- 
gangsformeln zwischen den einzelnen Abschnitten ausgesprochen 
finden^. 



1) Die Literatur über diese Inschrift vgl. bei Harnack, Gesch. der 
altchristl. Literat I 606 ff. 

2) Harnacks jüngst (a. a. 0. II, 2, 236) verntÄrkt geäußerte Zweifel, 
ob diese Stelle wirklich auf die Chronik zu beziehen sei, vermag ich so 
wenig zu teilen, als dessen Annahme einer zweimaligen Publication der 
Chronik durch Hippolytos selber. Die Gründe gibt die folgende Dar- 
legung Über die Abfassungszeit der Chronik. Zu der Angabe des Ilippo- 



142 -^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Alles, was darüber hinaus über die Chronik des Hippolytos 
festzustellen ist, entnehmen wir den beiden libri generationis und 
dem Barbarus *. Diese drei Lateiner liefern aber über ihre Vor- 
lage genügend sichere Angaben; daran, daß sie Hippolytos be- 
nutzten, konnte schon bisher kein Zweifel bestehen^ und diese 
Tatsache ist jetzt durch den Text im Matritensis lediglich be- 
stätigt worden. Was sie bieten, darf also zu Feststellungen über 
die Chronik benutzt werden. 

Aus diesen Übersetzungen wurde zunächst von Mommsen 
die Abfassungszeit der Chronik auf die Jahre 235 — 23S bestimmt 
(Abhdlg. d. kgl. sächs. Ges. d. W. II S. 587 flf), weil das Eaiser- 
verzeichnis des lib. gen. I mit dem letzten Jahre des Alexander 
Severus (März 234 — März 235) abschließt und weil an mehreren 
Stellen die Jahressummen bis auf dieses Jahr gezogen werden 
(Chron. min. I, lib. gen. I c. 302, 314, 331, 398) 2. Dieses Resul- 
tat stimmt vorzüglich dazu, daß die Ostertafel auf der Statue 
die Jahre 222—237 umfaßt; die Combination beider Tatsachen 
macht es also allein schon zweifellos, daß die im lib. gen. I 



lytos über die 70 Turmbauer und 72 Si)rachen vgl. oben S. 48 Anm. 
Über die übrigen in den Capit^ln liO und 31 des X. Baches xax. :iac. 
(UQkO. enthaltenen Citate ißt Beilage Ili zu vergleichen. 

1) Harnack (a. a. 0. II, 2, 236} rechnet zu den Fragmenten, die 
uns direct aus der Chronik des Hippolytos erhalten sind, auch das mit 
acid-^i; \azoQH '^Innölvzoq o iv uyloiq '^Pto/Ar^;; inlaxoTiog beginnende, in 
ilem sogenannten X()oroyga(f£Tov ovvzotxov (über dessen Entstehung 
Dickarnj», Byz. Ztschr. IX 15 zu vergleichen ist) vorfindliche Citat. Dieses 
deckt sich aber vollständig mit dem Danielcommentar des Hippolytos 
l 2 ff (p. 4 der Berl. Ausg. Bd. I) und ist daher, wie Bonwetsch (Vor- 
btMiiorkuugen zum Danielcommentar p. VII u. XV^II ebenda) bemerkte, 
;ius diesem und nicht aus der Chronik entnommen. Wenn also im Xqov. 
ovvT. (Schöne, Euseb. I. App. p. 05) der Abschnitt, der dieses Citat ent- 
hält, mit den W'^orten: viiojjivijaiq ix rfj:; Jtoo/JTiov agxaioXoyiag xal ix 
rCov / QovLxCov '^Ijinolvzov inioxonov 'Pu)fiT]g xzl. eingeleitet wird, so 
liegt in der Berufung auf die Chronik ein leicht begreifliches Ver- 
sehen vor, da Hippolytos von losia und seinen Söhnen im Danielcom- 
mentar -wie in der Chronik (vgl. Mommsen, chron. min. I p. 126.. 
gehandelt hatte. 

2i (icnau 100 Jahre n;ich ihrer Abfassung wurde also die Chronik 
des Hippolytos von einem Chronisten bis 334 fortgesetzt, dessen Arbeit 
als 0. Stück in di«» Sammlung des Chronographen von 354 aufgenommen 
wurde; dies ist der sogenannte lib. gen. II. 



Die Chronik. 143 

übersetzte griechische Chronik eben die des Hippolytos ist. 
Dazu kommt, daß in beiden libri generationis die Geburt Christi 
auf das Jahr 5500 der Welt angesetzt wird; diese von Sextus 
Julius Africanus aufgebrachte Rechnung befolgte aber nach dem 
ausdrücklichen Zeugnis des Synkellos (p. 597 ed. Bonn.) auch 
Hippolytos. Africanus selbst ist überdies als Quelle der libri 
generationis deshalb ausgeschlossen, da seine Chronographie 
schon, sei es mit dem Tode des Macrinus, «ei es mit der Re- 
gierung des Heliogabal, 218 — 222, endete (vgl. Berendts, Texte 
u. Unters. XXVI, 3. H. 77). Hinzu kommt, daß wiederum nach 
einem Citat beim Synkellos (p. 414 ed. Bonn.) Hippolytos in seiner 
Chronik dem Joachim, dem Sohne Joachims drei Jahre und 
nicht wie alle anderen Chronographen drei Monate gab. Die- 
selbe Rechnung findet sich aber sowohl im lib. gen. I (Chron. 
min. I. p. 126) als auch beim Barbarus. Ferner rechnete Hippo- 
13^8 tur die Perserherrschaft 245 Jahre (elg top JaviTjjL H 12, 
p. 68 der Berl. Ausg., vgl. oben die. Anm. zu Hippolytos c. 52) ; 
dieselbe Summe kehrt ebenfalls im lib. gen. I (a. a. 0. p. 130) 
wieder. Endlich stimmen die Paschaabstände auf der Ostertafel 
der Statue mit den in beiden lib. gen. enthaltenen Angaben über 
die Paschafeiern vollständig überein, wenn nur einige notwendige 
Verbesserungen der in den Handschriften schlecht überlieferten 
2^hlen vorgenommen werden (Krusch, Neues Archiv VII 457 ff; 
H. Geizer, Sext. Jul. Afric. II 3). 

Nach alledem konnte es keinem Zweifel unterliegen, daß die 
gemeinsame Vorlage der libri generationis und des Barbarus 
eben die Chronik des Hippolytos war. Aus den Übereinstim- 
mungen dieser drei Lateiner mit dem Texte des Matritensis und 
aus dem Umstand, daß manche ihrer Übersetzungsfehler erst 
durch diesen griechischen Text erklärlich werden, ergibt sich 
nunmehr, daß die in dieser Handschrift anonym überlieferte 
ovpaycoyri xqopcov eben der griechische Originaltext der Chronik 
des Hippolytos ist, für den also alles Giltigkeit hat, was aus 
den libri generationis und dem Barbarus über Abfassungszeit 
und Inhalt ihrer Vorlage gefolgert werden kann. 

Die Abfassungszeit der Chronik läßt sich genauer bestimmen, 
als dies oben im Anschluß an Mommsen geschehen ist. Eine 
Chronik, in der» wie die Eingangsworte besagen, die Ereignisse 
liiXQi T^g ipsCTcioijg r/fitgag dargestellt sind, muß in ihrer schließ- 



144 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

liehen Fassung notwendig auf ein bestimmtes Jahr gestellt sein, 
das zugleich das Jahr ihrer Vollendung und Veröffentlichung 
ist. Die Chronik des Hippolytos ist in dieser Hinsicht nicht 
anders zu beurteilen als der Chronograph aus dem 10. Jahre des 
Antoninus, als das Chronikon Tom Jahre 334, der Chronograph 
von 354 und so viele andere ähnliche Werke. Daraus ergibt 
sich als unverrückbare Grundlage aller folgenden Betrachtungen, 
daß die Chronik des Hippolytos, da das letzte Regierungsjahr 
des Alexander Severus vom März 234 bis zum März 235 lauft, 
im Jahre 234 geschrieben und spätestens zu Anfang des Jahres 
235 veröffentlicht wurdet 

Der Abschluß und die Veröffentlichung der Chronik fallt 
also in dasselbe Jahr 235, in welchem Hippolytos mit Pontianus 
von Maximinus Thrax nach Sardinien verbannt wurde: Severe 
et Quintiano cons.'-^ Da Pontianus am 28. September 235 in 



1) Nur unter dieser Voraussetzung konnte Hippolytos an den vier 
oben S. 142 aus dem lib. gen. I angeführten Stellen sagen: usque ad hunc 
annum, qui est XIII imperii Alexandri annus. Der Tod des Alexander 
Severus, dessen Regierungsdauer nach dem lib. gen. I (ehr. min. I p. 138) 
13 Jahre und 9 Tage betrug, fällt wahrscheinlich auf den 18. oder 19. Man 
235 (vgl. Rubensohn, Hermes XXY 340 ff, dessen Schlußfolgerung, die 
Chronik sei erst zwischen April und Oktober 235 niedergeschrieben, jedoch 
nicht zutrifft). Bei Schiller, Gesch. d. röm. Kaiserzeit I 783 Anm. 3 
wird irrtümlich als Todesjahr 234 angegeben. Sowohl die Angabe des lib. 
gen. I über die Regierungsdauer, die durch Lampridius AI. Sev. 60. 1 und 
Eutropius VII I 23 bestätigt wird, als auch die Münzen mit trib. pot. XIV 
(Cohen AI. Sev. 458, Alex. Sev.&Mamm. 16) wie die Inschriften CIL VI 2001, 
2001) und die antedatierenden Papyri (Fayum towns 90, Amherst pap. 80) 
machen vielmehr zweifellos, daß das 13. Jahr des Alexander rund gerechnet 
gleich ist 234 p. Chr. Für die erste Veröffentlichung einer Chronik, die 
wiederholt usque ad hunc annum, qui est decimus tertius imperii Ale- 
xandri oder urtque in hunc diem datiert, gilt aber dasselbe wie für unsere 
Kalender: sie muß in dem Jahr fertiggestellt und publiciert sein, auf das 
diese Rechnung paßt. Die Angabe, daß Alexander 13 Jahre und 9 Tage 
regiert habe, ist also entweder vom Verfasser oder einem anderen im Mftrs 
235 hinzugefügt, als die Ermordung des Kaisers bekannt geworden war. 

2i Die Stelle beim Chronographen von 354, Mommsen, ehren, min. 
I. p. 74 ff und daraus entstellt im liber pontificalis; vgl. H. Achelis in 
diesen Unters. XVI 4. H. 2fi ff. Die von Mommsen (Abhdlg. d. kgl. sächs. 
(les. d. W. II S. 59*^) noch sehr zurückhaltend geäußerte Vermutung, daft 
diese Notiz, in der IIi]4>olytos nur als presbyter neben dem episcopus 
Pontianus bezeichnet wird, geradezu aus dem Papstkatalog seiner Chronik 



Die Chronik. 145 

Sardinien auf die Würde eines Bischofs Ton Rom verzichtete 
und am 21. November d. J. Antheros sein Nachfolger wurde, 
80 fallt die Verbannung beider spätestens in den Sommer 235. 
Zwischen dem Abschluß der Chronik und dem Beginn des sar- 
dinischen Exils liegt also jedenfalls ein gewisser Zeitraum, und es 
ist durchaus unnötig anzunehmen, Hippolytos habe seine Chronik 
erst im Exil vollendet und herausgegeben. 

Durch diese Feststellung erledigen sich aber die chronologi- 
schen Schwierigkeiten, die bisher die oben S. 141 angeführte, ein 
Citat aus der Chronik enthaltende Stelle xar, jtaa. algia, X 3ü 
gemacht hatte. Sie gründeten sich auf die Annahme, daß die 
ganze Schrift gegen die Häresien einer frühen Zeit des literari- 
schen Schaffens des Hippolytos angehöre, und femer auf die 
Annahme^ daß Hippolytos schon 235, spätestens 236 auf Sar- 
dinien gestorben seL Daraus ergaben sich scheinbar unlösliche 
Widersprüche: die Chronik wäre in einem anscheinend viel 
früher als 235 geschriebenen Werke schon citiert worden. Noch 
unwahrscheinlicher schien es aber, die Abfassung der beiden um- 
fangreichen Werke (gegen die Häresien und die Chronik) erst iq 
die Zeit des sardinischen Exils zu verlegen. Deshalb gab man 
entweder die nächstliegende Auffassung der Stelle xar, jcaö. 
alg. X 30 als Citat aus der Chronik preis, oder man suchte sie 
durch die Annahme zweier verschiedener Ausgaben der Chronik 
durch Hippolytos selbst zu retten. Diese Schwierigkeiten ver- 
mindern sich durch den Nachweis, daß die Chronik vor dem 
Beginn des sardinischen Exils schon veröffentlicht war, sehr er- 
heblich; sie verschwinden deshalb ganz, weil der Tod des Hippo- 
lytos 235 oder 236 durchaus nicht feststeht. 

Die gewöhnliche Annahme, daß die Deposition des Märtyrers 
gerade am 13. August 236 (Chronogr. v. J. 354, Mommsen, chron. 
min. I, p. 72) stattfand, ist, soweit die Jahreszahl in Betracht 
kommt, ganz willkürlich; der Tod und die Beisetzung am 
13. August können ebensogut erst 237 oder 238 stattgefunden 



itaiiime> ist von späteren Forschern öfter wie eine feststehende Tatsache 
wiederholt worden. So viel Selbstverleugnung braucht man dem Gegen- 
papet nicht znzutraueo; seine Bezeichnung als Presbyter weist vielmehr 
auf officiell kirchliche Provenienz der Nachricht, die schon deshalb nicht 
ans der Chronik des Hippolytos stammen kann, weil diese, wie ich 
nnten 8. 156 ff zeigen werde, überhaupt keinen Papstkatalog enthielt. 
Texte a. Untennchongen etc. NF XIV, L 10 



140 ^' B«'^uer, Chronik des Hippolytos. 

haben; die auf der Statue eingetragene Ostertafel, die noch das 
Jahr 237 mit umfaßt, beweist allerdings nicht für dieses spätere 
Datum, spricht aber auch nicht dagegen. Starb aber Hippolytos 
erst im Jahre 237 oder noch später, so blieben ihm auf Sardinien 
für literarische Arbeiten mindestens zwei Jahre znr Verfügung. 
Allein selbst wenn eine spätere Ansetzung seines Todes als 
235 oder 236 nicht zutreffen sollte, für ein Citat aus der Chronik 
im X. Buche xav. Jtao, algio, bleibt noch immer eine ein- 
leuchtende Erklärung übrig. Diese Schrift ist IX 12 (p. 462. 41) 
zufolge geschrieben nach dem Tode des Kallistus, 222 n. Chr.; 
sie enthält in den ersten neun Büchern keine Anspielung, die auf 
die Zeit nach 230 weisen würde (K.J. Neumann, Hippolytos von 
Rom S. 137 u. ö.). Es ist aber klar, daß die Judicien für die 
Abfassungszeit dieses umfangreichen Werkes, zudem nicht einmal 
des ersten, das Hippolytos über denselben Gegenstand verfaßt hat, 
anders beurteilt werden müssen, als die in der Chronik enthaltenen. 
Die xax, Jtaa, alQ, vorkommenden chronologischen Indicien treffen 
immer nur für den Abschnitt zu, in dem sie sich finden und 
lehren nichts für das Jahr des Abschlusses und der Veröffent- 
lichung. Nach den vorliegenden Anhaltspunkten ist daher das 
neunte Buch nach 222, das zehnte dagegen deshalb erst im 
Jahre 235 oder später geschrieben, weil X. 30 auf die späte- 
stens zu Anfang des Jahres 235 veröffentlichte Chronik als ein 
schon fertig gestelltes und bekanntes Werk Bezug genommen 
wird. Diese Schlußfolgerung wird dadurch als richtig bestätigt, 
daß Anhaltspunkte vorliegen, die beweisen, daß das zehnte Buch 
xor. Jtaa. aiQ, erst später von Hippolytos zu den vorhergehen- 
den hinzugefügt wurde. Das zehnte Buch enthält nämlich eine 
mit den vorhergehenden Büchern durchaus nicht genau überein* 
stimmende, den Inhalt der Bücher II — IV übergehende Recapi- 
tulation und die Angabe der wahren Lehre. Auch die einlei* 
tenden Worte sprechen dafür, daß es ein späterer Nachtrag 
ist: j[8qI ov d xal jtXeiOzaxiQ ajtoösl^eig ijtoir^öafisv xcä hca^ 
VG)q Tov TTj;; dXr]0^eiag xavova dq)d^6v€og xolq ßovZofiBPOC^ 
ijtEÖsi^aiifVy dXXa /£ xal vvv ovx aXoyov hcQlpafiev ixi xä(f^ 
Tolg ^'EXXrjCa deöoxTjiitvoiQ xal aiQerixolg coöel xoQoovlöa tc5*' 
t^ißP.cov Lteveyxai ravrrjv ttjv djcodsi^iv öia rfjg öexaTrjg ßi- 
(iXov (p. 496). Durch die Hinzufügung dieses Buches im Jahre 
235 oder in einem der folgenden wurde also das Werk erst 



Die Chronik. 147 

zum Abschluß gebracht. Dieser Abschluß erfolgte nach dem, 
was eben über die Abfassungszeit der Chronik festgestellt wurde, 
schwerlich noch Tor der Verbannung in Rom, sondern erst auf 
Sardinien. Es liegt also kein Grund vor, gegen den klaren Wortlaut 
der Stelle zu bestreiten, daß mit dem Citat xax. jcaa, aiQ. X 30 
die Chronik gemeint sei. Damit fällt aber auch die auf die- 
selben irrigen Annahmen gegründete Ansicht E. Fricks, daß im 
lib. gen. I nicht die Chronik selbst, sondern eine spätere Be- 
arbeitung des beträchtlich früher geschriebenen Werkes vorliege, 
das erst der Bearbeiter bis auf das letzte Jahr des Alexander 
Severus fortgesetzt haben soll. 

Der griechische Text ermöglicht ferner im Zusammenhalt mit 
den drei lateinischen Übersetzungen auch über Inhalt und Um* 
fang der Chronik Genaueres zu ermitteln. 

Soweit ein Vergleich mit den drei Übersetzungen möglich 
ist, zeigt sich, daß der Alexandriner, den der Barbarus über- 
setzte, den Wortlaut der Chronik überall, wo er ihr allein folgte, 
so gut wie nicht geändert hat und daß er auch keine Zusätze 
machte. Die beiden Lateiner dagegen kürzten, der Verfasser des 
lib. gen. I weniger, der des lib. gen. II energischer, auch fügten 
sie einiges hinzu; die eingreifenderen Änderungen, die sie Tor- 
nahmen, bezweckten, Widersprüche zwischen Hippolytos und der 
Bibel zu beseitigen. Für jenen Teil der Chronik, der jetzt im 
Original wieder vorliegt, triflftalso vollständig zu, was Mommsen 
(Abbandlungen der kgl. sächs. Ges. d. W.II 596 Anm.) schon 1850 
bemerkt hatte, daß die libri generationis das Werk des Hippolytos 
ziemlich treu wiedergeben. Von einer Epitomierung des Werkes, 
wie Mommsen später (Chron. min. I p. 86) das Verhältnis be- 
zeichnete, kann höchstens beim lib. gen. U die Rede sein. 

Was jedoch von dem Anfang gilt, braucht für die auf den 
Diamerismos folgenden Teile der Chronik, für die das Original 
fehlt, nicht ebenfalls zu gelten. Gegen Ende ihrer Arbeit können 
die Übersetzer ermüdet sein und daher stärker gekürzt haben; 
möglich ist aber auch, daß Hippolytos selbst nach der sehr breiten 
Behandlung des Diamerismos, die eine Besonderheit seiner Chronik 
bildete (oben S. 20), sich kürzer faßte, und daß die folgenden Ab- 
schnitte seiner Chronik nicht viel ausführlicher waren, als im 
lib. gen. I. Für die künftige Ausgabe der Chronik wird die l]nt- 

scheidung dieser Alternative von Wichtigkeit sein, hier genügt 

10* 



148 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

es, an einigen Beispielen zu zeigen, nach welcher Richtung sie im 
allgemeinen zu tre£fen ist. Der Barbarus wird auch in den spä- 
teren Abschnitten für die Reconstruction der Chronik des Hippo- 
lytos deshalb als das wichtigste Hilfsmittel zu benutzen sein, 
weil der Matritensis dessen alexandrinische Vorlage als die 
treueste Wiedergabe der Chronik erwiesen hat^ Da Mommsen 
nicht die Chronik des Hippolytos reconstruieren, sondern die libri 
generationis edieren wollte, so beendete er (Chron. min. I p. 129) 
mit: princeps autem sacerdotum erat Hiesus filius Josedec die 
Anführung der Parallelstellen aus dem Barbarus (Chron. Alex.) 
und bemerkte, daß er das bei dem Alexandriner Folgende des- 
halb nicht aufgenommen habe, weil es dem liber generationis nur 
wenig entspreche. Dies trifft nicht vollständig zu. Auch in den 
folgenden Partien ist beim Barbarus erweislich noch sehr viel 
hippolytisches Gut enthalten, ja ich bin sogar der Ansicht, daS 
bis dahin, wo die alexandrinische Fastenchronik beginnt (Schöne 
p. 225, Frick p. 330), mittels deren der alexandrinische Chronist 
den bis auf Anastasius vervollständigten Kaiserkatalog des Hippo- 
lytos fortsetzte, das meiste aus Hippolytos stammt. Dies im 
einzelnen zu besprechen, ist hier nicht der Ort Ich beschranke 
mich auf folgende Bemerkungen. 

Während die libri generationis (chron. min. p. 137) nur ein 
dürres Gerippe der reges Macedonum von Alexander bis Kleo- 
patra geben, ist dieses Verzeichnis beim Barbarus (Schöne 
p. 211 ff; Frick p. 276flF) ausführlicher gehalten und mit chroni- 
kalischen Notizen, besonders Synchronismen aus der jüdischen 
Geschichte, ausgestattet. Diesem ersten Verzeichnis folgt aber 
noch eine zweite, kürzere Fassung derselben Ptolemäerliste bis 
Kleopatra (Schöne p. 222; Frick p. 320) und dieser erst die 
Liste der Hohenpriester. Der Alexandriner entnahm also aus 
zwei verschiedenen Quellen, einer ausführlicheren und einer 
kürzeren, dieselbe Liste zweimal^; die ausführlichere dieser bei- 

1) Auf Hippolytos als Quelle des von dem Barbaras übersetxten 
Alexandriners hatte nach Mommsen besonders £. Schwartz (Abhdlgn- 
d. kgl. (^es. d. W. in Gott. Bd. 40 S. 54) nachdrücklich hingewiesen. 

2) Solche doppelte Listen, die die Benutzung mehrerer Quellen Ter- 
raten, von denen eine immer Hii)polytos gewesen sein kann, finden sicl^ 
öfter: die alhanisch - römischen Köuige (Schöne p. 199, 219; Frick 
p. 242, 302), die Nachfolger des Julius Cäsar (Schöne p. 225; Frick 
p. 824, 330). 



Die Chronik. 149 

den Quellen ist die Chronik des Hippolytos, denn am Ende der 
ersten Liste, nach der Summierung der Jahre von Adam bis zum 
Tod der Kleopatra (Schöne p. 212; Frick p. 280) folgt die 
Bemerkung: et ultra rex non est in Aegypto factus usque in 
hodiemum diem, die des Hippolytos fiixQ^ '^^^ ivecrciorjg 
iiiiigag wiedergibt. Unmittelbar darauf folgt femer eine ganz 
unzweifelhaft abermals Hippolytos entlehnte Übergangsbe- 
merkung, wie sie im Matritensis sich öfter finden, wenn etwas 
Neues, vorher noch nicht Angekündigtes eingefügt werden soll. 
Hier sind es die Assiriorum regna et tempora, deren Aufzählung 
in den Capitelüberschrifken zwar fehlt, die aber augenschein- 
lich dennoch, wie so manches andere, vorkamen. Diese Über- 
gangsbemerkung lautet: Et quia minus sunt in Christianorum 
et Ebreorum libris istos qui foris sunt gentium scripta tem- 
pomm, necessitate compulsus praeuidi exquaerere et coniun- 
gere qui apud nos sunt et quos in chronica deos et iroes vocatos 
reges et quae ab eis historialiter acta sunt tradere bis in divino 
verbo, incipiens a diebus protopatoris Abraham et Isaac et Jacob 
patriarcharum et Moyse et qui post eos iudices facti sunt in 
Israhel et prophetarum singillatim regna recensare cunctatim, 
ut nobis per omnium scribturarum eorum unitum sit regnum^ 
Es kann sein, daß diese Übergangsbemerkung bei dem Alexan- 
driner nicht mehr an der ursprünglichen Stelle sich befindet, 
denn nach ihrem Inhalt würde man erwarten, sie vor dem Ver- 
zeichnis der Richter und Propheten (Momms. chron. min. I. 
p. 115, 133) zu lesen; aus Hippolytos stammt sie aber jedenfalls^. 



1) Ebenso st^ammt aus Hippolytos die zwischen den römischen und 
den jüdischen Königen überleitende Bemerkung (Schöne p. 200; Frick 
p. 244): Ecce nunc manifestavimus quidem aedificationes Romanorum et 
quomodo quos annos regnavenint. Necesse enim est ad historiam currere 
chronographum (vgl. oben Hipp. c. 43, S. 44) per Ebreorum regna, quis et 
clarior manifestat tempora singillatim et annos secundum ordinem, wo- 
lu oben S. 132 die Stellen Chron. Alex. c. 210 und lib. gen. I. 227, sowie 
(Schöne p. 225; Frick p. 330) Ecce quidem manifestavimus veraciter 
omnium potestatem regum. Volumus praecurrere qu o>d ad Romanorum 
pertinet imperium als verwandt zu vergleichen sind. Auch die beim Bar- 
barus b&ufig vorkommende Wendung usque in hodiernum diem stammt 
aas Hippolytos. 

2) Der auf diese Bemerkung folgende Abschnitt enthält allerdings 
vieles, was auf Africanus als letzte Quelle zurückgeht; dies kann ebenso- 



\ 



150 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Daraus folgt, daß die Chronik des Hippolytos außer 
dem Stadiasmos in ihren späteren Partien noch andere Ab- 
schnitte enthielt, die uns weder in den Inhaltsverzeichnissen, 
noch im Texte der libri generationis erhalten sind. Sie war 
also in ihren späteren, mit dem Matritensis nicht mehr ver- 
gleichbaren Abschnitten jedenfalls ausführlicher als die beiden 
libri generationis, die weder die chronikalischen Notizen in 
der Ptolemäerliste noch die angeführte Übergangsbemerkung 
enthalten. Die Verfasser der beiden libri generationis haben so- 
mit ihre Vorlage in den auf den Diamerismos folgenden Ab- 
schnitten stärker gekürzt als vorher. Wenn also auch Hippolytos 
dem Diamerismos einen verhältnismäßig breiten Raum in seiner 
Chronik einräumte imd deren erster Teil an Umfang die folgen- 
den Abschnitte übertro£fen haben wird, so bestand dennoch der 
Rest keineswegs nur aus so dürren Namenslisten, wie wir sie bei 
den beiden Lateinern lesen. In diesen letzten Abschnitten darf 
also die Tätigkeit dieser beiden Übersetzer als die von Epito- 
matoren bezeichnet werden; für den Anfang des Werkes gilt 
dies nicht, wenigstens nicht im gleichen Maße. 

Dennoch glaube ich nicht, daß die Ansicht mancher Forscher 
zutriflFt, die Chronik des Hippolytos sei ein gelehrtes und viel 
selbständige Forschung enthaltendes, sehr umfangreiches Werk 
gewesen. Hippolytos erweist sich vielmehr auch in der Chronik 
vor allem als ein Compilator^ der noch dazu keineswegs sehr 
viele Quellen benutzte und selbständig verarbeitete, wenn er auch 
beträchtlich höher steht als manche der späteren Chronisten. 
Das Fundament seines chronologischen Systems: Christi Geburt 



wohl direct wie durch Vermittlung des Hippolytos, der Africanus bear- 
beitete, zur Kenntnis des Alexandriners gekommen sein; die Cbergangs- 
bemerkimg stammt aber keinesfalls aus Africanus, da dieser gewilJ 
nicht genau denselben Stil schrieb wie Hippolytos. Geizer (Sext. lul. 
Afr. 11 310) hat also die Bestandteile des Barbarus nicht richtig ge- 
schieden, wenn er von einem ersten «eine Weltchronik bis Kleopatra* 
enthaltenden Teile spricht, mit dem zwei andre Stücke verbunden wor- 
den seien. 

1) Di eis zeigt in den Doxographi Graeci, Berlin 1870, daß auch 
das erste Buch xaxa naa» aigia. eine Compilation aus nur zwei Schriften: 
einer öiaöoyi^ (pi).oaü<fwv und einer Sammlung von öo^ai darstellt. Beide 
sind ebenfalls den Schulbüchern zuzuzählen. 



Die Chronik. 151 

im Weltjahr 5500 entnahm er dem Africanus, den er auch sonst 
benutzte, freilich nicht bloß ausschrieb, sondern auch eigene Wege 
gehend verwertete^. Die ausführliche Darstellung des Dia- 
merismos scheint aber zunächst sein eigenstes Werk zu sein, weil 
ihm Africanus dafür kein Vorbild bot; gerade dieser Abschnitt, 
der Neues und einen spröden Sto£f, wie es scheint, zum erstenmal 
in übersichtlicher Fassung bot, war deshalb für die späteren 
Chroniken maßgebend und wurde immer wieder benutzt. Gleich- 
wohl ist auch der Diamerismos keine originale Schöpfung. Denn 
auch in der Bearbeitung dieses Gegenstandes waren H. schon 
jüdisch-hellenistische Autoren vorangegangen, die die Nachrichten 
der Bibel mit denen der antiken Profangeographie zu einem 
Ganzen verbunden hatten-. Ihre Hauptquellen bildeten dabei 



1) Auf die von A. v. Gutschmid (Kl. Sehr. I. 413 ff) behandelte 
Frage über das Verhältnis der Chronik des Hippolytos zu der des Sextus 
lulius Africanus kann im einzelnen hier nicht eingegangen werden; 
dazu fehlt vorläufig die erforderliche Grundlage: die von H. Geizer vor- 
bereitete Ausgabe des Africanus. Sicher ist aber, daß der Diamerismos 
bei Africanus ganz kurz abgetan war und daß dessen ausfuhrliche Be- 
handlung eine Besonderheit der Chronik des Hippolytos bildete (vgl. oben 
Hipp. c. 43). Müllenhoffs Ansicht (Deutsche Altertumskunde III 2G8ff), 
daß der Diamerismos aus der Chronik des S. J. Africanus stamme, ist 
durch A. v. Gutschmid (Kl. Sehr. V 235 ff; vgl. Momms. chron. min. 
I p. 87) widerlegt. Aber auch in der eigentlichen Chronographie ging 
Hippolytos trotz der Benutzung des Africanus vielfach seine eigenen Wege, 
wie ebenfalls A. v. Gutschmid (a. a. 0. vgl. Mommsen ebenda p. 80 
Anm. 4) gezeigt hat. 

2) Die ersten Arbeiten dieser Art entstanden in jüdisch -hellenisti- 
schen Kreisen: Malchus oder Kleodemus wird als Verfasser einer solchen 
Schrift genannt (Schürer, Gesch. d. jüd. Volkes II 737). Erhalten ist 
ans davon nur das sogenannte Buch der Jubiläen oder die kleine Genesis 
aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert, die jedoch mit dem Dia- 
merismos des Hippolytos keine Berührung zeigt, und ein kurz gefaßter 
Abschnitt bei losephus Antiqu. lud. I. G. Auch losephus hat mit dem 
Diamerismos des Hi])polytos nicht viel gemeinsam; gleichwohl kann nicht 
bezweifelt werden, daß die christlichen Exegeten und Chronographen mit 
dem griechischen alten Testament auch Bearbeitungen des Diamerismos 
aus der jüdisch-hellenistischen Literatur herübergenommen haben. — Ganz 
anabhängig vom Diamerismos des Hippolytos ist nur Epiphanios von 
Kypro« mi^AyxvQCJtög und xazä alQbOEcov (vgl. Abschnitt 4); alle anderen 
erhaltenen christlichen Vt?rsioneu gehen direct odor indirect auf die 
Chronik des H. zurück. 



152 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

neben der Bibel die antiken Schulbücher; aus solchen scheint 
auch Hippolytos selbst noch einiges entnommen und hinzugefügt 
zu haben, so z. B. das Berge- und Flüsseyerzeichnis ^ In den Dia- 
merismos fugte er femer selbst das wertvolle und interessante 
SchiflFahrtsbuch des mittelländischen Meeres ein — eine wahr- 
scheinlich in Ägypten entstandene, jedenfalls im griechischen Osten 
redigierte Schrift — ; er beweist dadurch ein anerkennenswertes 
Streben, den (piXoiiad^tlq verschiedenartiges profanes Material zu- 
gänglich zu machen^. In den späteren, aus dem Matritensis 
nicht mehr zu controllierenden Abschnitten der Chronik benutzte 
Hippolytos femer, wie Frick (chron. min. praef. p. Iflf) zeigte, die 
Stromateis des Clemens von Alexandrien entweder direct, oder 
aber die übereinstimmenden Abschnitte des Clemens und Hippo- 
lytos gehen, wie Harnack vermutete, auf dieselbe ältere Quelle 
zurück. Im ganzen kann also auch des Hippolytos der Ver- 
mittlung einer «allgemeinen historisAen Bildung» auf christ- 
licher Grundlage dienende Chronik nicht wesentlich höher einge- 
schätzt werden als des Josepos vjtofivrjörixov ßißXlop; Geizers 
Urteil trifift zu: gelehrte Synchronistik, wie wir sie bei Africanus 
finden, war nicht Sache des Hippolytos (Sext. Jul. Afr. II 15). 
Turmhoch erhebt sich über die Buchfabrikation des schreib- 
seligen ^ und lehrhaften Hippolytos die Chronik des gelehrten 
Forschers Eusebios. 



1) Vgl. die von Diele (oben S. 122, 124 Anm.) veröffentlichten 
Laterculi Alexandrini und unten Abschnitt 4. 

2) A. V. Gutschmid (Kl. Sehr. V 604) charakterisiert den Diame- 
rismos richtig durch die Bemerkung, daß sich an die biblische Grundlage 
zahlreiche geographische Bruchstücke des classischen Altertums wie Kri- 
stalle an einen Kern angesetzt haben. Dieser Proceß begann schon in 
Yorchristlicher Zeit: etwa damals, als Manetho und Berossos die orien- 
talischen Überlieferungen bearbeiteten, suchten hellenisierte Juden auch 
die Bibel für griechische Leser mundgerecht zu machen; zu Hippolytos' 
Zeit ging er noch fort, fand aber bald nach dem Erscheinen von dessen 
Chronik mit dem Ende des selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens in 
christlichen Kreisen seinen Abschluß. 

3) Diese Eigentümlichkeit des Hippolytos ist durch den Matritensis, 
mit seinen in die ursprüngliche Disposition immer wieder Neues ein- 
schachtelnden Abschnitten, nur bestätigt worden. Schon Volkmar (Die 
Quellen der Ketzergesch. bis zum Nicänum, I. Hippolytos und die römi- 
schen Zeitgenossen. Zürich 1855, S. 94) charakterisiert diese Art des Hipp., 



Die Chronik. 153 

WenD man die Eatwickelung der christlichen Chroniken- 
literatur Yom 3. bis zum 5. Jahrhundert überschaut, so zeigt sich 
im lateinischen Westen wie im griechischen Osten dieselbe Er- 
Echeinung: von einem an sich schon ausgiebigen Glauben an das 
geschriebene Wort und dessen hergebrachte Exegese vollzieht 
sich die Entwicklung unter dem Einfluß einer stets starrer werden- 
den Orthodoxie zum stumpfen Buchstabenglauben hin. K. J. Neu- 
mann (Hippolytos von Rom S. 134) hat gezeigt, daß schon 
Irenäus und Hippolytos die Ansicht vertreten, in Glaubenssachen 
habe Rom den Anspruch auf den Primat. Um so schlimmer 
war es, daß in der römischen Gemeinde Streitigkeiten ausbrachen, 
die zum Schisma führten. Mit dem Schuster Theodotos und dem 
ersten Gegenpapst Natalis waren allerdings Zephyrinus und sein 
Anhang schnell fertig geworden. Hartnäckiger und bedeutsamer 
war der 18 Jahre dauernde Zwist (217—235) zwischen Hippolytos 
und den drei Päpsten Kallistus, Urbanus und Pontianus; erst die 
Verfolgung durch Maximinus und die Verbannung beider Häupter, 
des Hippolytos und des Pontianus, nach Sardinien machte ihm 
ein Ende. An dem Werke der Ketzerbestreitung in Wort und 
Schrift hatte Hippolytos redlich mitgewirkt^ bevor er mit Kalli- 
fitus über christologische Fragen und über solche der Kirchen- 
disciplin in Konflikt geriet, Kallistus wegen seiner Laxheit und 
Weltlichkeit verketzerte und sich für den wahren Bischof von 
Rom und für den Verkünder der wahren Lehre erklärte, ohne 
jedoch damit durchzudringen. Der Bibel gegenüber wahrte sich 
jedoch Hippolytos, wie die Chronik zeigt, immerhin eine, wenn 
auch maßvolle Freiheit, wenigstens soweit die Angaben der 



die ihm aus den Philosophumena {xav. Ttaa. ac(}.) entgegengetreten war, 
vortrefflich: «Es genügt Hippolytos nicht, einen Index sclion vor jedem 
Bach zu geben, sondern er muß, ehe er zur positiven Darstellung der 
Wahrheit kommt, noch einmal in einem besonderen Buch (X) eine Über- 
sicht der Bücher geben, zum drittenmal X 5 dasselbe sagen, was eine 
bloSe Wiederholung von IX 31 ist; er kann schon Gesagtes nicht oft 
genug wiederholen, er ist ein Vielschreiber, der sich auf Iregai ßlßkoi 
and schon 7tkei<ncuciq Gesagtes immer wieder zurückbezieht«. Dagegen 
ist Volkmars Deutung von iv iv^gaig ßißkoig X 30 teils auf die Schrift 
mpl TOif Tiavxdq, teils auf das exegetische Werk elg tä /xezä r^v ^a- 
•^fiepov fedsch; Hippolytos bezieht sich damit, wie oben S. 141 ff gezeigt 
wurde, auf die Chronik. 



154 ^' Bauer, Chronik des Hippolytoa. 

Oenesis über die Völkerzerstreuung in Betracht kommen. Ob 
Eallistus und sein Anhang dem sonst so strengen Hippolytos 
diese Freiheit zum Vorwurf machten, wissen wir nicht; sicher ist, 
daß die meisten Späteren, die seine Chronik benutzten, deren 
Angaben mit denen des Alten Testaments in bessere Überein- 
stimmung zu bringen suchten. Diesem Zweck dienen die einzigen 
nennenswerten Änderungen seiner beiden lateinischen Übersetzer, 
des vor 334 tätigen, der im lib. gen. II erhalten ist, und des vor 
460 (vgl. A. V. Gutschmid, Kl. Sehr. V 620) schreibenden, der 
im Über generationis I vorliegt. Daher galt Hippolytos nach 
seinem Tode in der officiellen römischen Kirche allerdings als 
Märtyrer und Heiliger, aber seine Ansprüche als schismatischer 
Papst wurden geflissentlich ignoriert, er wird absichtlich nur als 
schlichter Presbyter bezeichnet (Chronogr. von 354 a. a. 0.) und 
auch als Kirchenlehrer hatte deshalb sein Name im Westen 
keinen Klang; seine Chronik wird zwar benutzt, geht aber nicht 
unter seinem Namen. 

Nicht viel anders erging es wenig später im Orient einem 
weit bedeutenderen Manne, Eusebios. Um der sehr maßvollen 
Freiheit willen, die er sich der Bibel gegenüber gewahrt hatte, 
wurde er verketzert, und Machwerke wie die der beiden alexan- 
drinischenMönchePanodoros und Annianos konnten seiner gelehrten 
Arbeit den Bang ablaufen, weil sie, wie der Synkellos (p. 62 ed. 
Bonn.) rühmend hervorhebt, mit der Schrift und den heiligen Vätern 
genauer übereinstimmten als der im Verdachte mangelhafter 
Rechtgläubigkeit stehende Eusebios. Diese Beurteilung des Eu- 
sebios im Osten hängt mit ähnlichen kirchlichen Bestrebungen 
im Orient zusammen. Auch die alexandrinische Kirche stützte, 
zuerst durch ihre Bischöfe Atbanasios und Petros, Roms Ansehen 
in geistlichen Dingen, dann aber gewann hier vollends jene 
Richtung die Herrschaft, die durch den Serapeionzerstorer Theo- 
philos verkörpert wird. Dieser warb als literarischen Bundesge- 
nossen für das Werk der Ketzer- und Heidenbestreitung, das er 
selbst in Ägypten mit roher Faust durchführte, den alten Bpi- 
phamos von Kypros. In den Augen dieser Orthodoxen konnte 
Eusebios nichts mehr gelten. 

Wenn gleichwohl auch noch später hier und da ein Verstoß 
gegen das Wort des Kanons vorkommt, so ist dies nicht Toleranz, 
sondern es ist lediglich der Unverstand mangelnder Bildung, der 



Dia Chronik. I55 

solche Verbrechen unbeanstandet läßt. Ein Alexandriner (die 
Vorlage des Barb.) schrieb bald nach 412 dem Hippolytos noch 
manches mit dem Alten Testament Unvereinbare gewissenhaft 
nach. Allein er benutzte in seiner Chronik auch das Evangelium 
des Jacobus und erregte damit anscheinend bei seinen Zeitge- 
nossen Anstand. Denn einer von diesen, der anonyme Verfasser 
jener alexandrinischen Chronik, deren Fragmente im Papyrus 
GoleniScev erhalten sind, ersetzte geflissentlich alle Stellen aus 
dem Protevangelium des Jacobus durch die entsprechenden aus 
dem kanonischen Lukas (Denkschr. d. Wiener Akad. Bd. 51 
S. 78 fif). Im griechischen Orient lebte jedoch Hippolytos lange 
als gefeierter Lehrer der Kirche fort, seine Werke wurden häufig 
citiert und öfter benutzt, ins Armenische übersetzt und durch 
Vermittlung der Alexandriner und Antiochener auch in die sy- 
rischen Chroniken aufgenommen. Die Byzantiner, der Oster- 
chronist und der Synkellos, benutzten ihn noch durch Vermitt- 
lung der Alexandriner und sie citieren auch seine theologischen 
Werke. Im 7. oder 8. Jhdt. wurde seine Chronik stark verkürzt 
und auch in dieser Fassung später noch viel benutzt (vgL Taf. V). 
So erhielt sich von diesem Werke nur eine einzige, noch dazu 
verstümmelte griechische Handschrift, die zudem nicht einmal 
den Namen des Verfassers trägt. 

Die erwähnte, bald nach 412 in Alexandrien mit ausgie- 
biger Benutzung des Hippolytos entstandene Chronik wurde 
im 7. oder 8. Jahrhundert in Frankreich ins Lateinische über- 
setzt. Der Übersetzer nahm an deren Widersprüchen mit dem 
Alten Testament und an der Benutzung eines Apokryphons keinen 
Anstoß, wie die Verfasser der libri generationis getan hatten. 
Dazu fehlte dem «Barbaras» das Urteilsvermögen; er schätzte 
seine aus Ägypten stammende Vorlage nicht um des Inhaltes, 
sondern um der rohen Miniaturen willen, durch die nach ägyp- 
tischem Brauch in Alexandrien die Weltchronik zum Bilder- 
buch für die Erlöster und wohl auch für das Volk gestaltet 
worden war. Gewissenhaft ließ deshalb der Barbaras alle Stellen 
frei, an denen die Vorlage Bilder enthielt. Der Parisinus, der 
sein Werk enthält, ist das späteste Beispiel literarischen Fort- 
wirkens der Chronik des Hippolytos im Westen; von einer Hand 
des ausgehenden 10. Jahrhunderts wird diese Chronik gleich irrig 
dem Georgius Ambionensis oder Victor dem Bischof von Tours 



156 *^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

zugeschrieben, die libri generatioDis dagegen gehen in den Hand- 
schriften unter den Namen des Origenes oder Orosius K So kam 
der Verfasser der überall zugrunde liegenden Chronik gänzlich in 
Vergessenheit, obwohl sein Werk, wie im folgenden Abschnitt ge- 
nauer dargetan wird, so nachhaltig wie kaum ein zweites im 
Osten und Westen auf die Chronikenliteratur gewirkt hat — . 

Die Ausgabe des griechischen Textes der Chronik des Hippo- 
lytos ist nicht der Platz, um alle auf sie bezüglichen, jetzt 
wieder in Fluß gebrachten Fragen zu erörtern. Aber auf eine 
Einzelheit hinzuweisen, will ich schließlich doch nicht versäumen: 
der Matritensis, dessen vorzügliche Überlieferung des Textes 
zweifellos ist, entscheidet für die Ansicht, daß Hippolytos in der 
Chronik keinen Papstkatalog gab. 

Mommsen hatte zuerst vermutet, daß der erste bis 231 
reichende Teil des Papstverzeichnisses bei dem Chronographen 
von 354, der sogenannte Liberianische Katalog, aus der Chronik 
des Hippolytos herrühre. Dagegen hatte Döllinger (Hippolytos 
und Kallistus S. 67 ff) sachliche Bedenken erhoben und gezeigt, 
daß der Liberianus ursprünglich aus einer lateinischen und nicht 
aus einer griechischen Quelle stamme. Auch Kr u seh (Neues 
Archiv VH S. 469) war auf Grund äußerer, durch die Über- 
lieferung der libri generationis und des sogenannten Fredegar 
gebotener Anhaltspunkte zu dem Schlüsse gekommen, es sei 
mindestens zweifelhaft, ob Hippolytos seinem Compendium ein 
Papstverzeichnis beigegeben habe. Döllingers Gründe lassen 
auch die Anhänger von Mommsens und Lightfoots Darlegungen 
gelten (Harnack, Gesch. d. altchristl. Literat. H. 1 S. 151 ff); 
sie nehmen daher an, daß im Liberianus die Liste des Hippolytos 
in verschlechterter und interpolierter Fassung vorliege, daß sie 
einen sowohl Irenäus als Hippolytos fremden Fehler — einen 
Papst Cletus neben Anaclitus — enthalte. 

Die Annahme, daß Hippolytos einen Papstkatalog bot, und 
die Vermutung, daß dieser mit dem Liberianus identisch sei, 
beruht auf der Angabe einer einzigen Handschrift des liber 
generationis I (oben c. ISa), derzufolge als letztes Capitel der 



1) Die geflissentliche Igoorierung des Hippolytos als Kirchenlehrer 
im Westen ergibt sich auch daraus, daß seine theologischen Schriften 
nicht citiert werden. 



Die Chronik. 157 

Chronik in der Inhaltsübersicht angeführt wird: nomina epi- 
scoporum Romae et quis quot annis praefuit. Die Angabe fin- 
det sich nur in dem von Mommsen in seiner Ausgabe über- 
schätzten Berolinensis des lib. gen. IK Keiner der anderen 
zahhreichen Zeugen weiß an dieser Stelle etwas von einem Papst- 
katalog. Bei Fredegar steht an derselben Stelle der Inhalts- 
übersicht statt episcoporum — enäperm, also imperatorum, wozu 
allerdings der Ausdruck praefuit weniger gut paßt, worin aber 
das Ursprüngliche (das Kaiserverzeichnis als letztes Capitel) 
sich docli noch erkennbar erhalten hat. Femer fehlt in dem 
Archetypus der Handschriften GC des lib. gen. I, dessen Wert 
durch den Vergleich mit dem Matritensis erheblich gestiegen ist, 
diese Notiz ganz, sie fehlt im Inhaltsverzeichnis des lib. gen. II; 
der Papstkatalog selbst fehlt aber auch in allen Handschriften 
der libri generationis im Texte. Hinzu kommt nun noch das 
Inhaltsverzeichnis im Matritensis, das diesen Abschnitt gleichfalls 
nicht erwähnt, sondern wie alle anderen Zeugen mit den römi- 
schen Kaisem schließt. 

Aber auch der Ursprung der falschen Angabe des Beroli- 
nensis läßt sich erkennen. In dem Inhaltsverzeichnis des lib. 
gen. I fanden, wie die oben (S. 30 ff) gegebene Zusammenstellung 
lehrt, Verschiebungen statt. Die reges Macedonum und die 
imperatores wurden nach vorne verschoben und als Nr. 10 und 
11 an die reges Persarum angeschlossen; infolgedessen endete 
nun das Inhaltsverzeichnis mit den nomina sacerdotum, woran 
also die Vorlage oder der Schreiber des Berolinensis aus Eigenem 
die christlichen Hohenpriester, die nomina episcoporum Romae, 
fügte, während im Archetypus von GC an derselben Stelle das 
dem Hippolytos ebenfalls fremde Verzeichnis der kanonischen 
Schriften des Alten und Neuen Testamentes eingeschoben wurde. 

Da somit die Chronik des Hippolytos überhaupt keinen 
Papstkatalog enthielt, so kann auch der erste Teil des beim 
Chronographen von 354 eingelegten Papst Verzeichnisses (Momm- 
sen chron. min. I p. 73ff*) nicht von ihm herrühren'-^. 

1) Bei Mommsen mit B, bei Frick mit M bezeichnet. Dieselbe 
H». meint Rubensohn (Hermes XXV, S. 343 Anm. 1) mit Cheltenh. 1805. 

2) Man wolle dem nicht entgegenhalten, daß im Inhaltsverzeichnis, 
wie der Stadiasmos und die Assyriorum regna (oben S. 32 Anm., S, 149i, so 
aucb der Fapstkatalog übergangen, im Text aber dennoch enthalten ge- 



158 ^' Bauor, Chronik des Hippolytos. 

Beilage IIL Hippolytos xar. jcaö. alg. X 30, 31. 

Hier sollen die in xar. Jtao. algiö. X 30, 31 enthaltenen 
Citate und die der Stelle zugrunde liegenden Berechnungen ein- 
gehender erörtert werden, um den oben S. 141 flf. geführten Nach- 
weis zu verstärken, daß Hippolytos X 30 die Chronik nicht nur 
citiert, sondern auch das ihr zugrunde liegende Zahlenschema als 
bekannt voraussetzt, und daß also die Chronik zur Zeit der Nie- 
derschrift dieser Stelle schon veröffentlicht gewesen sein muß. 

Das Citat aus der Chronik ist nicht die einzige Bezugnahme 
auf ältere Arbeiten, die Hippolytos X 30 vorbringt. Kurz vor- 
her heißt es von Abraham nach einer Lücke: . . . tov d^eov fiST' 
oiXBl Ix MecoJtorafilag jtoXewq Xaggav slq rfjv vvv (i\v 
naXaiorlprjv xal ^lovöalav jiQoooYOQevofiEprjv x^iQ^^y tote öh 
XavaavlriVj JteQi rjg xal xara rovro xo fiiQoq xov Xoyov ovx 
dftsXoig jtaQSÖ(Dxafiep ev trigoiq Xoyoiq. Mit dieser Zurtick- 
verweisung ist aber schwerlich die Chronik gemeint, in der, 
wenigstens soweit wir sie kennen (lib. gen. 1 c. 237 flf, Barb. 
c. 211 flf, Momms., chron. min. I, p. 113), der Tatsache der 
Einwanderung und des Verweilens des Abraham in Chanaan 
viel kürzer als hier gedacht wird. Hippolytos wird vielmehr 
die geographische Erörterung, auf die er hier anspielt, in einer 
seiner vielen exegetischen Schriften geboten haben. Mit palä- 
stinensischer Geographie mit Bezug auf das Alte Testament hatte 
sich überdies schon sein älterer Zeitgenosse Africanus (Geiz er, 
Sext. lul. Afr. 1 10) befaßt. 

Was auf dieses Citat unmittelbar folgt, ist dagegen aus der 
Chronik entnommen, denn es setzt Bekanntschaft mit den in 
diesem Werk gebotenen Zahlen voraus. Die Stelle ist lücken- 
haft überliefert, die fehlenden Zahlen sind daher in der folgen- 
den Wiedergabe eingeklammert. Hippolytos fahrt folgender- 
maßen fort: «von da an (d. h. von Abrahams Einwanderung) be- 
gann die Vermehrung in Judäa; das Land hatte seinen Namen 



Wesen sein könne. Dieser Katalopf ißt an Bedeutung den persischen und 
macedonischen Königen und den römisilien Kaisern gleichzustellen und 
durfte daher, wenn er überhaupt vorhanden war, im Inhaltsverzeichnis 
nicht fel^len; vor allem aber hiitt-en ihn die Übersetzer nicht ausgelassen, 
wenn sie ihn im Texte der Chronik gelesen hatten. 



Beilage III. Hippolytos xax. nao. aig. X 30, 31. 159 

von dem 4. Sohne Jakobs, Juda, der auch [Israel] hieß. Abraham 
wanderte [75 Jahre alt] von Mesopotamien aus, zeugte mit 100 
Jahren Isaak^ dieser mit 60 Jahren den Jakob, dieser mit 87 Jah- 
ren den Levi, dieser mit 40 Jahren den Kaath; Kaath aber zählte 
[3 Jahre], als er mit Jakob nach Ägypten zog ^ Folglich beträgt 
die Zeit^ die Abraham und sein Geschlecht in dem damals Cha- 
naan genannten Lande zubrachten, 215 Jahre. Abrahams Vater 
war Tharra, dessen Vater Nachor, dessen Vater Seruch, [dessen 
Vater Bhagau, dessen Vater Phaleg, dessen Vater Eber], nach 
dem sie auch Hebräer hießen». Im nächsten Satze steht nach 
einer Lücke, in der von der Völkerzerstreuuog zu Phalegs Zeit 
die Bede war, das oben (S. 141) schon angeführte Citat aus der 
Chronik, das die in dieser angefahrten Namen der 72 Völker be- 
triflRfc. Darauf folgt die aufsteigende Genealogie: Eber — Sala 
— Kainan — Arphaxad — Sem — Noe; unter Noe fand dann der 
allgemeine xaraxjLvöfiog statt, den weder Ägypter, noch Chal- 
däer, noch Griechen erwähnen, nach deren Angaben es vielmehr 
nur örtliche xaraxXvöfiol zur Zeit des Oxyges und Deukalion 
gab. Mit der Summierung: slol ovv xal ijtl rovrcov yBveal 
l, ert] v2^£ schließt diese Darlegung. 

In dieser Auseinandersetzung wird also ein feststehendes 
System der ältesten Chronologie seit der Flut als bekannt vor- 
ausgesetzt, ohne daß es hier wirklich vorgetragen würde, Hippo- 
lytos hebt nur einige Einzelheiten heraus, um die Endsummen 
215 und 495 zu erweisen. Dieses System ist nicht das des Afri- 
canos, denn es enthält zwischen Sala und Arphaxad den der 
Septuaginta entnommenen zweiten Kainan, den Africanus noch 
nicht kennt (Geizer, S. lul. Afr. I 55), während ihn Hippolytos 
in seiner Chronik mitzählte (oben c. 39). Schon aus diesem 
Grande liegt es also nahe, das mitten in dieser Darlegung er- 
haltene Citat iv hregaig ßlßXoiq auf die Chronik des Hippolytos 
zu beziehen. Hinzu kommt, daß die Chronik nicht nur die da- 
mit angezogene Liste der 72 Völker enthält, sondern daß ihre 
Angaben, wie der Matritensis und die libri generationis zeigen, 

1) Die Handschrift j^ibt Jakob 87 Jahre; die Herausgeber schreiben 
fälschlich 86 und ergänzen infolgedessen bei Kaath 4 Jahre. Die über- 
lieferte Zahl 87 ißt richtig; der Synkellos (p. 1!KS. IS; 219. 4) gibt nach 
Africanus, dem Hippolytos hier folgte, ebenfalls 87 Jahre an. So folgert 
mit Recht auch K. Frick, chron. min. p. 430. 



160 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

auch im Einzelnen mit den xar. jtao. algiö. X 30 gegebenen 
chronologischen Darlegungen übereinstimmen. 

Die hier befolgte Rechnung: Noe bis Eber = 5 Generationen 
= 495 Jahren, von Eber bis Abraham ebenfalls 5 Generationen, 
Abraham wandert mit 75 Jahren in Chanaan ein, lebt selbst 25 Jahre 
im Lande, er und sein Geschlecht verweilen daselbst 215 Jahre, 
ist dieselbe wie in der Chronik. In dieser werden ebenfalls von 
Sem bis Faleks Geburt und wieder von Eber bis Abraham aus- 
drücklich je fünf Generationen gerechnet (Hipp. c. 42, lib. gen. I, 
c. 238; Mommsen, chron. min. I, p. 113). Ich setze der 
besseren Übersicht wegen die im lib. gen. I, c. 237 S und beim 
Barbarus c. 211 ff (Mommsen a. a. 0.) überlieferten Zahlen neben 
die xar, Jtaö. alfi. X 30 gegebenen: 



lib. geu. I. 


Barbarus. 


xai 


: naa. aig. 




Abraham 75 J. 


75 




[75] 




in Chanaan 25 


25 




25 




Isaak 60 


60 




60 




Jakob 86 (S8) 


83 




87 




Levi 40 


45 




40 + [3] 


= 215 



Die abweichenden Zahlen des Barbarus sind nicht bloße 
Schreiberversehen, denn sie sind durch die beigefügten Sura- 
mierungszahlen der Adamsjahre 2473, 3550 und 3601 ge- 
schützt; gleichwohl sind sie fehlerhaft, wie die der Gompen- 
sierung zuliebe gewählte, ganz singulare Zahl 45 für Levi be- 
weist. In den erhaltenen Übersetzungen aus Hippolytos fehlt 
allerdings eine Angabe darüber, im wievielten Jahre Kaaths der 
Auszug nach Ägypten stattfand. Dennoch kann an der Identität 
des bei Hippolytos in der Chronik und in der Schrift xar. Jtac, 
aiQic, befolgten Systems kein Zweifel aufkommen, da für die in 
der Chronik fehlende Angabe über Kaaths Alter eine aus Africanus 
erhaltene Nachricht subsidiär eintritt: Africanus gibt ebenfalls 
215 Jahre als Zeit des Aufenthaltes in Chanaan an und versetzt 
den Auszug in Levis 43. Jahr (Geizer, Sext lul. Afr. I 86). 
Wir dürfen also annehmen, daß ihm Hippolytos darin folgte; 
die im lib. gen. I und beim Barbarus verderbten Zahlen müssen 
daher nach den xar. jzao. alQ. X 30 gebotenen verbessert wer- 
den; im lib. gen. I ist dies zudem nur an der einzigen Stelle 
nötig, an der schon die Handschriften zwischen 86 und 88 



Beilage 111. HippolytoB xar, naa. aiQ. X ;](), 31. löl 

schwanken; wird hier S7 geschrieben, so ist die Übereinstimmung 
beider Rechnungen vollständig. 

Auf diese somit durchweg der Chronik entnommenen, 
weil mit ihr stimmenden Angaben folgt xar, :xaö, alg. X 30 
abermals ein Citat. Hippolytos bemerkt, der fromme Noe habe 
sich mit den Seinen in die Arche geflüchtet, ry^ xai ra fieTQ(t 
xal ra Xsltpapay xaß^cog ixred^elfte&a, tcog vvv aJtoöelxvv- 
Tai kv OQBOiv \4QaQa6 xaXox\uivoiQ , ovöi JtQog rfjv xcbv 
\4diaßr]vcip x^Q^^'* Dieses Citat bezieht sich auf exegetische 
Schriften des Hippolytos; gemeint sind Stellen wie in Dan. IV 24 
oder die Echtes und Unechtes enthaltende Stelle aus dem Tar- 
gumcommentar (Die griech. christl. Schriftsteller I. Hipp, kleine 
Schriften S. 91), an der jedoch der Name deß Berges cKardui als 
fremde Zutat auszuscheiden sein dürftet 

Aus diesen Prämissen zieht Hippolytos X 30 Ende den in 
der jüdischen und christlichen Exegese des Alten Testaments stets 
wiederholten Schluß, daU das ytpog der d^eoosßttg älter sei als 
Chaldäer, Ägypter und Hellenen. In c. 31 setzt er auseinander: 
jtod-BV TO yivoQ (rcöv d-eov oeßaoavTcov) xal jtore (isToixi^öaPTeg 
ov TO ovojia ig avTcov rcöv '/jx)Q(bv fisTtoxov, akÜ avrol JtQog- 
ejroifjoav Ix r^v JtQoircoc: aQ^CLvrcov xcu xaroixrjodifTcov xrX.; 
damit schlägt er das im Diamerismos der Chronik behandelte 
Thema an (oben S. 49 Anm.). Was er hier über Chams Söhne 
sagt, stimmt nur bezüglich Chus und Mestraim mit der Chronik 
(oben S. 66) überein. Von Phud leitet er dagegen hier die Libyer, 
dort die Troglodyten, von Chanaan hier die Chanaanäer, dort die 
Afrikaner und Phönikier ab; diese Völker sollen in ihren ein- 
heimischen Sprachen noch die alten Namen, im Griechischen aber 
die jetzt üblichen Namen führen (vgl. losephus antiq. lud. 1 6 S). 
Dagegen stinamt wieder mit der Chronik (oben S. 50) überein, 
daß er von Javan die Hellenen und lonier ableitet. Die Diffe- 
renzen in diesen Angaben gehen also darauf zurück, daß Hip- 
polytos xar. Jtaö. aiQ. X 31 durch losephus a. a. 0. beeinflußt 



1) Vgl. die von Wirth, Chronopfraphische Späne S. 7 aus dem Paris. 
auppl. 682 citierte Stelle: ^AQaQat . . . xal eativ xa ^vla avz?]g (der Arche) 
ixBi ?wq x^q vvv, wie Pergaiuos von Pamphylien, losephus (antiq. Ind. 
I 3, 6), Elisebios und andere Chronoofraphen berichten, daß urimlich der 
Ararat in Armenien zwischen Palästina und Adiabene liege, während er 
nach lohannes Antiochenus in Pisidien liegt. 

Texte a. Untersachongen etc. NF XIV. i 11 



162 ^' Bauer, Chronik des Hippolytoe. 

mit einigen seiner Angaben in der Chronik in Widerspruch ge- 
rät; sie sind übrigens so geringfügig, daß deshalb an der Be- 
zugnahme auf die Chronik in den Cap. 30 u. 31 nicht gezweifelt 
werden kann. 



4. Nachwirkung der Chronik des Hippolytos. 

Die Chronik des Hippolytos, eine keineswegs hervorragende 
Leistung, übte gleichwohl eine sehr nachhaltige Wirkung, denn 
nicht Gelehrsamkeit und Selbständigkeit des Inhalts, sondern die 
Handlichkeit und bequeme Übersicht geben für die Benutzung 
und das Fortleben einer christlichen Weltchronik den Ausschlag. 
Im Westen war diese Wirkung aus den früher angeführten, in 
der persönlichen Stellung des Verfassers zu den Päpsten seiner 
Zeit gelegenen Gründen geringer als im Osten. Im Westen sind 
daher nur zwei Fälle directer Benutzung in dem Zeitraum vor 
334 und nach 460, die beiden lateinischen Übersetzungen, nach- 
weisbar. Im Osten dagegen wurde das Werk in alexandrinischen, 
antiochenischen, byzantinischen, syrischen und armenischen Chro- 
niken teils direct, teils indirect sehr häufig verwertet. 

Davon soll in diesem Abschnitte die Rede sein, jedoch in 
der Hauptsache mit Beschränkung der Untersuchung auf jenen 
Teil der Chronik, von dem der griechische Text im Matritensis 
erhalten ist. Was also im folgenden über das Abhängigkeits- 
verhältnis und die Quellen griechischer und orientalischer Chro- 
niken festgestellt wird, gilt zunächst nur für die den Dia- 
merismos enthaltenden Abschnitte, nicht aber für die darauf fol- 
genden, die orientalische, jüdische, römische oder gar die zeit- 
genössische Geschichte darstellenden Teile. Ob in diesen Hip- 
polytos ebenfalls verwertet ist, bleibt auch dann noch besonderer 
Untersuchung vorbehalten, wenn dessen Benutzung im Diame- 
rismos feststeht. Trotz dieser Begrenzung ist die Untersuchung 
schon sehr umfangreich geraten; die sonst angestellten Beobach- 
tungen über die Abhängigkeit dieser Chroniken voneinander 
konnten daher nur gelegentlich berücksichtigt werden, sie stim- 
men zumeist zu den von mir gewonnenen Ergebnissen. Wo Wi- 
dersprüche zwischen meinen und den Ergebnissen anderer For- 
scher vorliegen, liegt die Erklärung darin, daß der Diamerismos, 
der überall ein gesondertes, in sich abgeschlossenes Stück bildet, 



Nachwirkung der Chronik. j^(J3 

einer anderen Quelle entnommen ist als die übrigen Abschnitte 
der betreffenden Chronik. 

£s werden also hier die Untersuchungen wieder aufgenom- 
men, die A. V. Gutschmid (KL Sehr. V 240 ff. 585 ff) über den 
Diamerismos und H. Geiz er (Sexi luL Africanus II) über die 
Weltchroniken seit Hippoljtos anstellten. Während aber A. 
V. Gutschmid sich bemühte, aus den erhaltenen Fassungen des 
Diamerismos dessen ursprüngliche, vor Hippoljtos liegende Form 
zu ermitteln^, und es für Geiz er sich hauptsächlich darum han- 
delte, in den dem Diamerismos folgenden Abschnitten der Chro- 
niken die Nachwirkung des Africanus festzustellen, setzt sich 
meine Darlegung das Ziel, nachzuweisen, in welchen Chroniken 
und durch welche Vermittlung der Diamerismos des Hippoljtos 
benutzt wurde, welche der erhaltenen Fassungen des Diamerismos 
von dem des Hippoljtos unbeeinflußt sind. 

a) Epiphänios von Kjpros. 

Epiphanios, Bischof von Konstantia auf Kjpros, teilt in 
zweien seiner Schriften, im ayxvQoroq (c. 112 ff, Dind, vol. I 
p. 215 ff), an dem er 374 noch schrieb (c. 60, Dind. I 155), und 
xaxa algiöicov (1 5, II 83, Dind. I 283, III 113), woran er 376 
noch arbeitete (I 2, II 20, Dind. I 280, lli 41), mehrere dem Dia- 
merismos des Hippoljtos, äußerlich betrachtet, sehr ähnliche 
Stücke mit. 

Im ayxvQCOToq c. 112 gibt nämlich Epiphanios in seiner 
kurzen Übersicht die Grenzen der drei Lose ähnlich an wie 
Hippoljtos c. 47 ff. Er fügt femer eine Bemerkung über Rhino- 
korara hinzu (xslrac 6h avxr} ^Pivoxovqovq(dv (sc. X^Q^) «^^ 
fiiöov Alyvjttov xal naXacorivTjg, ävrtxQv xfjq k^vß^gäg d-a- 
ZaöOrjg), die zwar nicht an derselben Stelle, wohl aber etwas 
später c. 188 auch bei Hippoljtos ähnlich gefaßt sich findet. In 



1) Auf diesen Nachweis ist die bahnbrechende Arbeit v. Gutschmids 
angelegt und zu diesem Zweck bediente sich dieser Forscher der ver- 
schiedenen Fassungen des Diamerismos, als ob sie verschiedene Hand- 
schriften eines verlorenen Archetjpus wären, der aus ihnen zu recon- 
stmieren ist. Auf S. 613 wird allerdings auch schon von Gutschmid 
auf die Möglichkeit hingewiesen, daß Hippoljtos der Verfasser jenes 
Diamerismos sei, von dem uns so viele Ableitungen vorliegen. 

11* 



|()4 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

der Aufzählung der von den drei Noachiden stammenden Völker 
ftigt Epiphanios bei Cham und lapheth auch Inselkataloge hinzu, 
was abermals an Hippolytos erinnert. Allein während bei diesem 
der Bibel entsprechend die Reihenfolge lapheth, Cham, Sem ist, 
geht bei Epiphanios der erstgeborene Sem voran; Epiphanios 
war selbst ursprünglich Jude und dürfte also diese andere Anord- 
nung einer jüdischen Bearbeitung des Diamerismos entnommen 
haben. Er bemerkt ferner am Schluß dieses Abschnittes, daß 
in seinen Listen sich dieselben Namen wiederholt fänden, und 
rechtfertigt dies folgendermaßen: sl jtov öe ovofia lO-vovq f} 
vr/oov hvxirarat öiOöcig, iv xkrjQq) akXov xai jtaXiv akkov 
xaxa xoipct oQia, i] xarä rag yepofievag xaxa xaiQov djtoixiag, 
7] xaxa JtQogXTjtpcv xov Xafi, og ixXBovexxrjOf: xal iXaße xov 
27111 fieQovg, fi7]6eig d^avfia^tTO), ?] dfi(pißakXtxa). Daraus ersieht 
man schon, daß Epiphanios das ihm vorliegende Material selb- 
ständig verwertete, was ihm unter den Benutzem des Diameris- 
mos eine Sonderstellung sichert. 

In seinen Listen selbst ist zwar ebenfalls eine entfernte Ver- 
wandtschaft mit denen des Hippolytos zu beobachten, allein 
Epiphanios bietet andrerseits soviele ihm eigentümliche Namen, 
er bringt die mit Hippolytos übereinstimmenden in so ganz an- 
derer Ordnung, seine Listen enthalten, wie v. Gutschmid (Kl. 
Sehr. V 604, 673 ff) ausgeführt hat, so viele eigentümliche Ver- 
sehen und Verschiebungen, daß sie auch bei Annahme sehr 
freien Verfahrens doch nicht aus der Chronik des Hippolytos 
abgeleitet werden können. Während z. B. Hippolytos c 190 
die Namen von 17 semitischen, c. 132 von 32 chamitischen 
und c. 80 von 47 japhethitischen Völkern gibt, kündigt Epi- 
phanios nach seiner Liste von 55 (angeblich) semitischen Völkern 
eine Liste von 32 von Cham abstammenden Völkern an, die aber 
in Wirklichkeit 41 Namen umfaßt; auf diese folgen dann statt 
der angekündigten 15 in Wirklichkeit 53 Namen von lapheth 
stammender Völker. Epiphanios fügte also zu den Namen, die 
er in seiner Quelle vorfand, nach Belieben noch andere hinzu; 
nur sein Katalog der chamitischen Inseln stimmt, von einigen 
Corruptelen der Namen abgesehen, sehr gut, der der japhethischen 
Inseln annähenid mit denen des Hippolytos überein. 

Auch die beiden anderen den Diamerismos betreffenden 
Stellen xaza aiQ. 15, 11 S3 zeigen keine nähere Verwandtschaft 



Nachwirkung der Chronik. 1(55 

mit Hippolytos K An der ersten wird statt des Ararat bei Hippo- 
lytos der Berg Lubar genannt; diese Angabe stammt, wie A. 
V. Gutschmid (a. a. 0. 652) gezeigt hat, aus dem Buch der 
Jubiläen, also ebenfalls aus einer jüdischen Vorlage. Das Län- 
derverzeichnis an der zweiten Stelle (II 83) verrät besonderes 
Interesse für die Länder beiderseits des roten Meeres, was, wie 
V. Gutschmid gezeigt hat, mit der christlichen Mission im 
axumitischen Reiche zur Zeit des Epiphanios zusammenhängt. 

Aus alledem ergibt sich, wie schon A. v. Gutschmid sah, 
daß Epiphanios nicht Hippolytos selbst benutzte, sondern daß 
er aus demselben älteren Material schöpfte wie dieser. 

Epiphanios zeigt auch sonst keine Bekanntschaft mit der 
Chronik des Hippolytos, obwohl er an mehreren Stellen seiner 
Schriften Chroniken benutzte. So citiert er (xar. aiQ, II 20, 
Dind. III 40) differierende Angaben «einiger Chronographen» und 
teilt an anderen Stellen längere Stücke mit, die aus Chroniken 
ausgeschrieben sind {xar, alQ. I 4, Dind. 1 283; II 22, Dind. 
U 486 vgl. Dind. I 233, 238; JtSQl nixqow 12, 16, 18, Dind. 
IV 15, 19, 21; ayxvi^. c. 59ff. Dind. I 153). Allein keine ein- 
zige dieser Stellen enthält irgendwelche beweiskräftige Überein- 
stimmungen mit Angaben des Hippolytos (d. h. den libri gene- 
rationis). Es sind nur gewisse durch die Gleichartigkeit des 
Gegenstandes bedingte oder durch beiderseitige Anlehnung an 
die Bibel bewirkte Ähnlichkeiten vorhanden, aber gar keine Über- 
einstimmungen in Besonderheiten, die zum Nachweis eines Ab- 
hängigkeitsverhältnisses geeignet wären. Wenn z. B. eine der 
von Epiphanios aus einer Chronik geschöpften Stellen [äyx, 
c. 114 Dind. I 218) mit Hippolytos c. 38, 39 darin überein- 
stimmt, daß sie vor der Flut den Kainan nennt, der bei Africa- 
nus noch nicht erscheint, so beweist diese Übereinstimmung nichts, 
denn dieser Name findet sieh in allen späteren chronologischen 
Systemen aus der Septuaginta eingefügt; diese Übereinstimmung 
ist also um nichts beweiskräftiger, als wenn Epiphanios und Hip- 
polytos übereinstimmend melden, daß nach dem Turmbau 
72 Völker über die Erde zerstreut worden seien. 



1) Auch aus Africanus oder Kusebios können die Angaben des Epipha- 
nios nicht herrühren, da diese beiden überhaupt keinen Diamerismos in 
ihren Werken boten. 



166 -^- Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Anderes spricht direct gegen eine Benutzung der Chronik 
des Hippolytos. Die von Epiphanios eingesehene Chronik en- 
dete nämlich mit Diokletian, denn dieser ist der letzte Kaiser 
der Liste, dem an zwei längeren dieser Chronik entlehnten Stellen 
bei Epiphanios {dyx, c. 60 Dind. I 155; xar, aig, II 20 Dind. 
III 41) die Regierungsjahre beigeschrieben werden , während von 
Diokletian bis zu den Endjahren 374 und 376, auf die Epipha- 
nios seine Rechnung stellt, bloß die Namen der Kaiser genannt 
werden. Nach einem häufig zu beobachtenden Brauche fügte 
also Epiphanios zu einer ihm in einer Chronik vorliegenden, mit 
Diokletian endenden Liste der Kaiser die bis auf seine Zeit fehlen- 
den Namen selbst hinzu. Epiphanios kennt somit die Chronik 
des Hippolytos überhaupt nichts 

Die den Diamerismos betreffenden Angaben des Epiphanios 
wurden aber von einigen späteren Chronisten benutzt. So ent- 
lehnte ihnen der Osterchronist einiges, wie sich im folgenden 
zeigen wird. Aber auch der Übersetzer des lib. gen. I benutzte 
sie. Epiphanios (ayx. c. 113, Dind. I 216) nennt nämlich in 
seinem Katalog der japhethi tischen Völker nach den Mossynoiken 
die KoXxoi und MeXacxV^ol^ während die in anderen Versionen 
genannten SaQiiaxai fehlen und nur die JSavQOfiarai genannt 
sind. Die KoXxoc und MeZaox^iVoi fehlen bei Hippolytos'-^, sie 



1) Dies hat v. GutBchmid richtig erkannt, dessen gelehi-te Ver- 
suche, die Listen des Epiphanios zu erklären und zu verbessern, a. a. 0. 
zu vergleichen sind. Dagegen faßte v. G. hier, wie sonst zumeist, die ver- 
schiedenen Versionen des Diuraerismos falsch zu mehreren unter sich 
näher verwandten Gnippen zusammen, weil er von der Benutzung des 
Hippolytos in den späteren Chroniken noch keine richtige Vorstellung 
gewinnen konnt-e, wie dies jetzt mit Hilfe des Matritensis möglich ist. 
Die S. 679 gegebene Classificierung, derzufolge H(ippoly tos) , d. h. der 
liber generationis, mit E(piphanios) auf der einen, die P(aschalchronik) und 
A(nonymus d. h. der Barbarus) auf der anderen Seite st«>hen sollen, hat 
sich als unhaltbar erwiesen. Vielmehr stimmen H und A aufs genaueste 
überein, E nimmt dagegen eine Sonderstellung ein. Die Verwandtschaft 
von P mit S(ynkellos) aber erklärt sich, wie ich noch zeigen werde, 
daraus, daß diese beiden Chronisten durch die Vermittlung der alexan- 
drinischen Chronik von Hippolytos abhängen. Das Verhältnis von P und 
S zu H ist genau dasselbe wie das von A zu H; beidemale sind Alexan- 
driner die Vermittler der Bekanntschaft mit H. 

2) Der griechische Hippolytos c. 80 hat hier allerdings eine Lücke, 



Nachwirkung der Chronik. 1(57 

finden sich aber, und zwar an derselben Stelle der Liste wie bei 
Epiphanios auch im liber generationis I (oben S. 59). Nun lernt 
man allerdings bei der Beschäftigung mit den christlichen 
Chronisten dem Zufall in solchen Dingen einen nicht geringen 
Einfluß zuzuschreiben, hier scheint aber doch ein solcher aus- 
geschlossen und die Annahme begründet, daß in der Hippolytos- 
handschrifb dieses Übersetzers die Liste aus Epiphanios vervoll- 
ständigt war. Dafür daß diese Ergänzung in einem Teile der 
Hippolytoshandschriften schon sehr alt ist, spricht auch Samuel 
von Ani (vgl. unten), dessen Liste 51 Namen zählte ^ also in 
ähnlicher Weise wie die des Epiphanios erweitert gewesen sein 
maß. Dadurch wird die Abfassung des lib. gen. 1 zwischen die 
Jahre 374 und 460 festgelegte 

b) Der liber genealogus a. 427. 

Das von Mommsen (Chron. min. I l()Off) als liber ge- 
nealogus a. 427, von Frick (Chron. min. 133) als origo humani 
generis bezeichnete Werk'^ entstand zwischen 405 und 427 in 
Afrika; der Verfasser ist vielleicht Hilarianus. In dem Diameris- 
mos des lib. geneal. wird wie bei Epiphanios die Reihenfolge: 
Sem, Cham, lapheth eingehalten. Allein die Stammväter- und 
Völkerlisten dieser Schrift, die vereinzelt darin gebotenen Völker-, 
Länder- und Inselverzeichnisse stehen schon auf den ersten Blick 
denen des Hippolytos weit näher als die des Epiphanios. Be- 
sonders auffallend ist die Übereinstimmung des Katalogs der 
Inseln Chams und des Verzeichnisses der Länder Chams; auch 
die Namen der Stammväter und der von ihnen abgeleiteten Völker 
pflegen besonders anfangs übereinzustimmen und erst gegen Ende 
sich von einander zu scheiden. Dennoch stammen die Angaben 



allein das Fehlen beider Nanieu l>eim Barbanis gibt dafür genügende Ge- 
währ, daß sie auch bei ihm nicht genannt waren. 

1) Diese Beziehung des lib. gen. I zu Kpiphanios ist auf dem Stemnui 
Taf. V nicht ersichtlich gemacht. 

2) Frick betrachtet die unter d(?m Namen origo erhaltene Fassung 
dieser Schrift als die Quelle des lib. geneal. Dieser Forscher (praef. LXX) 
bemerkte richtig, daß im lib. geneal. unter anderem auch ein«» den von La- 
garde edierten Onomastica sarra sehr ähnlich»' trudle au8gi«'big benutzt 
wurde. 



168 ^* Bauer, Chronik des Hippolytos. 

im liber genealogus nicht direct aus der Chronik des Hippolytos, 
sondern, wie Fr ick (praef. LXIX) richtig erkannte, aus der einen 
der beiden uns erhaltenen lateinischen Übersetzungen: aus dem 
lib. gen. IL 

DafHr ist entscheidend, daß ein im lib. gen. II (nicht aber 
im griechischen Hippolytos und auch nicht im lib. gen. I) ent- 
haltener Irrtum und ein ebenda vorhandener (bei Hippolytos und 
im lib. gen. I aber fehlender) Zusatz an derselben Stelle im lib. 
genealogus sich wiederfinden. Der bei Hippolytos c. 141 ein Land 
Chams bezeichnende Name ^EQvd^Qa wurde im lib. gen. II infolge 
eines Mißverständnisses als der Name eines Flusses aufgefaßt, so 
daß es in dieser Übersetzung ganz verkehrt heißt: et alia Ethio- 
pia, unde prodit fluvius Rubrus, qui respicit contra orientem: 
gleich darauf folgt im lib. gen. II zu Kyrene der Zusatz: quae 
est Penthapolis. Wörtlich damit übereinstimmend steht im liber 
genealogus und nur in diesem: et alia xA^ethyopia, unde prodit 
Rubus fluvius, qui aspicit contra orientem und gleich darauf zu 
Kyrene ebenfalls: quae est Pentapoli. Andere Übereinstimmungen 
kommen hinzu. Im lib. gen. II und im lib. geneal. fehlen unter 
den afrikanischen Völkern zwischen den Nasamones und Tau- 
tamei die Macae, die Hippolytos, der Barbarus und der lib. gen. I 
nennen, ebenso findet sich wieder nur im lib. gen. II und im 
lib. geneal. zu Leptis der Zusatz magna, endlich geben nur der 
lib. gen. II und der lib. geneal. den Namen des von Elam stam- 
menden Volkes in der Form (H)elamit(a)e, während Hippolytos und 
die beiden anderen Lateiner 'EXvfiatoi, Elimei und Aelymei bie- 
ten^. Für die Genealogie Sems und das Ende des Cham be- 
treffenden Abschnittes steht also fest, daß der liber genealogus 
von dem liber generationis II abhängt. 

Allein es finden sich doch auch Unterschiede. Im liber ge- 
nealogus wird z. B. im Stammväterverzeichnis Sems von Ul das 
Volk der Armenier und nicht wie im lib. gen. II das der Lydier 
abgeleitet und ein paar solche Differenzen begegnen auch noch 
im folgenden, wie aus der oben (S. 87 ff) gegebenen Zusammen- 

1) Die übersetze r des armenischen Textes des später zu besprechen- 
den Samuel von Ani geben allerdings auch die Form Elamitae; dadurch 
wird jedoch die Beweiskraft des im Texte angeführten Argumentes nicht 
vermindert. Die im Text erwähnten Stellen des lib. gen. II und des lib. 
geneal. sind oben S. 77, 7!>, 83 zusannuengestellt. 



Nachwirkung der Chronik. Iß9 

Stellung ersichtlich ist. Darin wird man also eigenmächtige Än- 
derungen zu erkennen haben, die sich der Verfasser des liber 
genealogus mit seiner Vorlage — dem liber generationis II — 
gestattete. 

Der Vergleich beider Fassungen läßt sich leider nicht voll- 
ständig durchfuhren, weil in der Chronik von 334 (lib. gen. II), 
beziehentlich beim Chronographen von 354 nur die die Länder 
Chams und die Stammväter nach Sem betreffenden Abschnitte 
aus Hippolytos aufgenommen wurden. Da aber anzunehmen ist, 
daß der Verfasser des liber genealogus seinen Diamerismos einer 
und derselben Quelle entnahm, so dürfen auch die bei ihm vor- 
kommenden lapheth und Sem betreffenden Stücke bis zu einem 
gewissen Grade als Ersatz für die in der Chronik von 334 feh- 
lenden Abschnitte des lib. gen. 11 betrachtet werden. Sie sind 
deshalb auch oben (S. 51 ff, 57, 61, 65 fF) unter der Rubrik lib. gen. II 
mit abgedruckt, obwohl deren Text dem verlorenen des lib. gen. II 
nicht gerade wörtlich entsprochen zu haben braucht. 

Im liber genealogus liegt uns also der Diamerismos des 
Hippolytos sehr verkürzt und durch den lib. gen. II vermit^ 
telt vor^ 

c) Die Alexandriner. 

Direct benutzt wurde die Chronik des Hippolytos zu Anfang 
des 5. Jahrhunderts von mehreren Verfassern alexandrinischer 
Weltchroniken. Von dem einen dieser Alexandriner war schon 
wiederholt die Rede: es ist der nach 412 schreibende Anonymus, 
von dem uns eine lateinische Übersetzung aus dem 7. oder 
S. Jahrhundert im Barbarus des Scaliger erhalten ist. Aus der 
Znsammenstellung seines Textes mit dem des Matritensis ist er- 
sichtlich, daß er den Diamerismos der Chronik des Hippolytos 
sehr getreu wiedergab und nur das Proömium und den Stadias- 
mos wegließ. Überdies wurde durch einige Beobachtungen im 
vorigen Abschnitt (S. 148 ff) festgestellt, daß dieser Alexandriner 



1) Zu der Benutzung des lib. gen. Jl durch den Verfasser des liber 
^nealoguB bietet die Benutzung des lib. gen. 1 durch den jüngeren Ar- 
nobioa in seinem um 4G0 verfaßten rsalmencommentar (v. GutKchmid 
a. a. 0. 619 ff) eine Parallele. 



170 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

auch in den auf den Diamerismos folgenden Abschnitten seines 
Werkes vielfach von Hippolytos abhängt. 

Ich fasse zuerst kurz zusammen, was über die Abfassangs- 
zeit der Vorlage des Barbarus feststeht (vgl. Denkschriften d. 
Wien. Akad. 51. Bd. 82flF). Die Abfassung nach 412, dem Todes- 
jahr des Serapeumzerstörers Theophilos, ergibt sich aus der Nach- 
richt (Schöne 239, Frick 371), daß dieser Patriarch den bischöf- 
lichen Stuhl von Alexandrien 28 Jahre inne hatte. Die lateinische 
Übersetzung in der Pariser Handschrift endet allerdings mit den 
Consuln des Jahres 387; es spricht aber alles dafür, daß die 
griechische Vorlage bis zur Zerstörung des Serapeion (391) oder 
bis zum Tode des Theophilos (412) reichte, das von dem Barba- 
rus übersetzte Exemplar jedoch am Schlüsse defect war. Die 
Kaiserliste des Barbarus (Schöne 224, Frick 330), die noch Zeno 
und Anastasios nennt, ohne jedoch deren Regierungsjahre (491 
bis 518) anzugeben, ist daher, wie Frick (praef. LXXXVII) be- 
merkte, von einem Späteren fortgesetzt. Auf den ersten mit 
dieser Kaiserliste endenden, vorzugsweise aus Africanus und Hip- 
polytos geschöpften Teil folgt ein zweiter', der aus anderer 
Quelle stammt. Er beginnt abermals mit Caesar (Schone 225, 
Frick 330) und als chronologische Grundlage ist darin eine ra- 
vennatische Fastenchronik verwertet, mit deren Angaben die 
Namen der Augustalen und auf Alexandrien bezügliche Nach- 
richten verbunden wurden (vgl. Denkschr. d. Wien. Akad. Bd. 5 t 
S. 50 ff). Triftige, gleich anzuführende Gründe sprechen daf&r, 
d}il> mindestens dieser zweite Teil aus der Chronik des Alexan- 
driners Annianos stammt; möglich, wenn auch nicht nachweisbar 
ist, dal.N die ganze in der Übersetzung des Barbarus erhaltene 
Compilation von demselben Annianos herrührt. 

Annianos ist neben Panodoros als Verfasser einer alexan- 
drinischen Mönchschronik aus dem Anfang des 5. Jahrhunderts 
bekannt. Über diese beiden, literarisch als Einheit zu betrach- 
tenden Autoren berichtet der Synkellos (p. 62, Bonn.), daß sie 
zur Zeit des Patriarchen Theophilos nützliche historische Com- 
pendien verfaßten, und daß das Werk des Annianos kürzer und der 



l) Vgl. oben S. 148 ff die Einwendungen, die gegen die herkömmlicbe 
Annahme sprechen, daß die vom Barbarus übersetzte alezandrinische 
<.^u»'lh^ au8 drei verscliiedeneu Bestandteilen zusammengesetzt sei. 



Nachwirkung der Chronik. 171 

Schrift wie der Überlieferung der Apostel genauer entsprechend 
war als das des Panodoros, dessen Chronik also jener verkürzte, 
orthodoxer und populärer gestaltete. Der Synkellos (p. 597) be- 
richtet ferner, daß die Chronik des Annianos in die Form eines 
Osterkanons von 11 Cyklen zu 532 Jahren gebracht war, und 
daß der Tod des Theophilos darin einen wichtigen Abschnitt 
bildete (p. 59). Das Werk enthielt chronologische Irrtümer, es 
hatte die Besonderheit, daß darin seit 312 auch die Jahre der 
diokletianischen Ära verzeichnet standen; sowohl Africanus als 
Hippolytos waren darin benutzt. Im Gegensatz zu dieser popu- 
lären Darstellung war, wie Geizer (Sext lul. Afric. 11 189 ff) 
zeigte, die Chronik des Panodoros eine ausführlich gehaltene und 
gelehrtere Arbeit, die sich ganz besonders die Aufgabe stellte, 
Eusebios zu widerlegen, wo sich dieser mit den Angaben der 
Schrift nicht im Einklang befand (Geizer 193ff)L Die Chro- 
niken dieser beiden Alexandriner wurden nicht nur von dem 
Osterchronisten und dem Synkellos, sondern, wie Geizer gezeigt 
hat, noch von vielen Späteren benutzt; Annianos insbesondere ver- 
drängte bei den Orientalen die gelehrte Arbeit des Eusebios. 

Die Gründe, die dafür sprechen, daß mindestens der zweite, 
die ravennatische Fastenchronik enthaltende Teil der vom Bar- 
baras übersetzten alexandrinischen Chronik von Annianos her- 
rührt, wurden zuerst von Geiz er (Zeitschr. f. wissensch. Theol. 
26. Bd. 500) hervorgehoben. Später jedoch (Sext. lul. Afric. II 
322) modifi eierte Geizer seine Ansicht dahin, daß nicht Annia- 
nos selbst, sondern eine etwa 100 Jahre jüngere Bearbeitung 
seiner Chronik beim Barbarus übersetzt sei, weil dessen Kaiser- 
katalog (oben S. 170) bis auf Zeno und Anastasios fortgesetzt sei. 

Ich halte jedoch Geizers ursprüngliche Ansicht für richtig. 
Denn außer dieser Verlängerung der Kaiserliste enthält der Bar- 
baras kein Indicium, das über das Jahr 412 herabführen würde. 
Selbst wenn man aber für den ersten Teil der beim Barbarus 
übersetzten Chronik eine förmliche Bearbeitung zu Anfang des 
0. Jahrhunderts zugeben wollte, so würde doch daraus für die 



1) Einer der Hauptvorwüiie des Panodoros gegen Kusebios ist, daß 

dieser bei Berechnung des Intervalls zwischen der Flut und Abraham 

den zweiten Kainan und somit 130 Jahre ausgelassen habe. Diesen aus 

der Septnaginta stammenden zweiten Kainan kannte auch Africanus nicht, 

"bei Hippolytos ist er dagegen schon eingefügt. 



f 



172 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Abfassungszeit und den Verfasser des zweiten Teiles nichts zu 
folgern sein. In diesem zweiten Teil aber findet sich (Schöne 236, 
Frick 362) der vom Synkellos (p. 597) ausdrücklich als Eigen- 
tümlichkeit der Chronik des Annianos bezeichnete Ostercjklus 
Ton 532 Jahren angeführt. Da ferner im ersten Teil des Barbarus 
einige, wenn auch nicht ebenso durchschlagende Übereinstim- 
mungen mit Annianos Torkommen, so scheint die Annahme be- 
gründet, daß nicht nur der zweite Teil, sondern überhaupt die 
ganze vom Barbarus übersetzte Chronik die des Annianos ist. 
Gleichwohl habe ich in dem Stemma, das auf Taf. Y gegeben ist, 
die alexandrinische Quelle des Barbarus als besonderen Zweig 
der Überlieferung neben Annianos gestellt und nur durch eine 
Linie deren Beziehungen zu Annianos veranschaulicht. Dies 
geschah deshalb, weil, wie ich später zeigen werde, die von 
Panodoros- Annianos oder einer ihnen sehr nahestehenden Quelle 
abhängigen Byzantiner (der Osterchronist und der Synkellos) in 
ihrem Diamerismos doch nicht denselben engen Anschluß an Hippo- 
lytos zeigen wie der Barbarus, was doch der Fall sein müßte, wenn 
der Barbarus, die Osterchronik und der Synkellos gerade Annianos 
zur gemeinsamen Vorlage hätten. Diese Beobachtung nötigt also 
vielmehr, eine größere Zahl, wenn auch nur in Einzelheiten sich 
unterscheidender, mit Panodoros und Annianos nahe verwandter 
alexandrinischer Chroniken anzunehmen. Eine solche Vielheit 
einander sehr ähnlicher Werke ist aber nicht nur zur Erklärung 
der Differenzen und Übereinstimmungen in den uns erhaltenen 
Ableitungen erforderlich, sondern sie ist für die alexandrinische 
Chronik zu Anfang des 5. Jahrhunderts jetzt auch dadurch ge- 
radezu erwiesen, daß wir in dem Papyrus Goleniiscev eine mit 
der Vorlage des Barbarus zwar auffällig übereinstimmende, gleich- 
wohl nicht identische Chronik kennen gelernt haben. Sicher ist 
auf alle Fälle, daß im Diamerismos der alexandrinischen Chro- 
niken aus dem Anfang des 5. Jahrhunderts Hippolytos sehr ge- 
treu benutzt wurde und daß durch die Vermittlung gerade der 
alexandrinischen Chroniken hippolytisches Gut in die byzan- 
tinischen und orientalischen Chroniken Eingang gefunden hat, 
wofür im folgenden im einzelnen noch die Beweise zu erbringen 
sein werdend 



1) Daß alle diese alexandrinischen Chroniken im Diamerismos von 



Nachwirkung der Chronik. I73 

Zu diesen Hippolytos benutzenden Alexandrinern (Panodo- 
ros, Annianos, Barbarus) gesellt sich endlich der Verfasser der 
schon genannten Chronik, deren Reste in dem Papyrus Golenis- 
cev vorliegen (Denkschr. d. Wien. Akad. 51. Bd.). Der Verfasser 
dieser gleich der Vorlage des Barbarus reichlich mit Illustra- 
tionen ausgestatteten populären Chronik, die vielleicht auch 
wieder nur ein Auszug aus einem ausführlicheren Werke ist, 
benutzte, wie die Reste des Diamerismos lehren, ebenfalls die 
Chronik des Hippolytos. 

Aber auch späterhin noch gehört Hippolytos zu den Quellen 
alexandrinischer Chronisten. Einen solchen benutzte Eutychios 
von Alexandrien oder Said ihn Batrik in seinem contextio gemma- 
rum betitelten, 937 n. Chr. verfaßten Werke in dem Abschnitt über 
Noe und über die von ihm stammenden Völker. Dieses Werk 
ist nur in arabischer Übersetzung vorhanden, von Pococke ins 
Lateinische übertragen und danach bei Migne wieder abgedruckt 
(Patrol. ser. Graec. 111. Bd., 919 ff). Den Nachweis über die 
Beziehungen des Diamerismos des Eutychios zu anderen uns 
erhaltenen Quellen brauche ich hier im einzelnen nicht zu wieder- 
holen, weil schon A. v. Gutschmid (a. a. 0. 688 ff) auf dessen 
Übereinstimmungen mit der Osterchronik und dem Synkellos auf- 
merksam gemacht hat. Auch hat A. v. Gutschmid schon richtig 
bemerkt, daß die Übereinstimmung der beiden Byzantiner mit 
Eutychios daher rührt, weil sie gleich diesem auf eine alexan- 
drinische Vorlage zurückgehen, die Eutychios nur etwas freier 
bearbeitete. Dagegen ist es nicht richtig, wenn v. Gutschmid 
nebenher bei Eutychios Benutzung des Epiphanios annimmt. 
Die wenigen und nur scheinbar dafür sprechenden Überein- 
stimmungen beider sind vielmehr durch die Freiheiten bewirkt. 



Hippolytos abhängen, folgt daraus, weil 1. der zur alexandrinischen 
Mönchschronik aus dem Anfang des 5. .lahrhunderts zählende, von dem 
Barbarus übersetzte Alexandriner den Diamerismos des Hippolyt<)s ge- 
radezu ausschreibt, weil 2. der zu derselben Gruppe von Chroniken ge- 
hörige Anonymus, dessen Reste der Fapyrus Golenisc'ev enthält, ebenfalls 
einen mit dem hippoly tischen nahe verwandten Diamerismos hat, und 
weil 3. die von Panodoros und Annianos oder einer ihnen nahe verwandten 
Quelle abhängigen Byzantiner, der Osterchronist und der Synkellos, eben- 
iallB Darstellungen des Diamerismos »mthalten, die mit Hippolytos großen- 
teils wörtlich übereinstimmen. 



174 ^' Bauer, Chi'onik des HippolytoB. 

die sich Eutychios mit seiner alexandrinischen Vorlage erlaubte^; 
ähnlich wie Epiphanios verfahrend, fügte er eine ziemliche An- 
zahl ihm gerade bekannter Volkemamen zu den wenigen hinzu, 
die er in seiner Vorlage fand. In der Reihenfolge der Namen der 
Noachiden stimmt Eutychios gegen Epiphanios mit Hippolytos 
überein, indem er ebenfalls Sem voranstellt. Er gibt ferner bei 
jedem der Drei die Zahl der Stammväter und die Grenzen ihrer 
Erbteile, hierauf die Volker- und Ländernamen bunt durchein- 
ander, dann die Namen der schriftkundigen Völker und schließ- 
lich den Hauptfluß in jedem der drei Erbteile. Bei Cham und 
lapheth kommt dazu noch je ein Inselkatalog mit einer Auswahl 
von Namen. Das Schema des hippolytischen Diamerismos ist 
also genau festgehalten, im übrigen freilich aus den kurzen An- 
gaben des Eutychios über die Beschaffenheit seiner alexandrini- 
schen Vorlage nicht viel zu lernen. 

Schließlich führe ich hier einige Tatsachen an, die zwar 
nicht gerade den Diamerismos mehrerer uns noch vorliegender 
Chroniken betreffen, die aber bestätigen, daß dieselben alexandrini- 
schen Chroniken, durch welche die Bekanntschaft mit dem Diame- 
rismos des Hippolytos vermittelt wurde, auch sonst im Westen 
eine Wirkung gehabt haben. Panodoros, Annianos oder eine 
diesen verwandte Chronik liegen vor: bei Orosius (vgl. Zange- 
meister Oros. adv. pag. Corp. script. eccl. V praef. XXIll), 
ferner in den Zusätzen zum Fuxensis (Regius) des Hieronymus 
(Schöne, Euseb. 11 praef. XVIII; derselbe: Die Weltchronik des 
Eusebius in ihrer Bearbeitung durch Hieronymus 130ff), im 
sogenannten xQovoyQa^slov ovvrofiov (Schöne Euseb. I App. 64), 

1) unter den (Iründeu, die v. Gutßchmid für die Benutzung des 
Eidphanios geltend macht, ist der scheinbarste, daß Eutychios unter den 
beispielsweise angeführten Inseln lapheths ebenso wie Ejdjjhanios Kypros 
nennt. Jedoch beweist diese Obereinstimmung schon darum nichts, weil 
Kypros bei Hippolytos sowohl im Inselkatalog Chams c 158 als auch im 
Si)oradenkatalog lapheths c. 212 vorkommt. Während aber bei Epiphanios, 
dem Bischof von Konstantia auf Kypros, die zweimalige Nennung gerade 
dieser Insel in seinen Katalogen beabsichtigt ist und durch die darauf fol- 
gende Bemerkung (oben 8. 164) gerechtfertigt, wird, nennt Eutychios Kypros 
nur aus Versehen unt-er den Inseln laphethn statt unter denen Chams, wie 
sich daraus ergibt , daß Eutychios (und nur er) die Chaminsel Samos eben- 
falls den laphethinseln zuzählt. Diese Übereinstimmung ist also rein zu- 
ißlllig und beweist nichts für die Benutzung des Epi]>hanios. 



Nachwirkung der Chronik. 175 

femer in den Zusätzen zu Eusebios, die der sogenannte Eclo- 
garius Casauboni bietet (Parisin. graec. 2600, Gramer anecd. 
Paris. II 115ff vgl. Schöne Euseb. I. App. 242, A. v. Gutschmid 
KL Schrift. I 443), endlich in der IxXoyi] Iotoqicop (Parisin. 854, 
Gramer an. Paris. 11 166 ff, vgl. Geizer Sext. lul. Afric. II 
298 ff). 

d) Die Byzantiner: Osterchronik und 
Synkellos p. 85, Iff. 

Mit dem 2<K Jahre des Kaisers Heraklios, 630 n. Ghr., endet 
das unter dem Namen der Osterchronik bekannte Werk eines 
Unbekannten. Es ist nur durch eine einzige Handschrift, den 
Vaticanus, erhalten, auf den alle sonstigen Abschriften zurück- 
gehen (Gh. Graux Archives des miss. scientif 11] ^m« serie t. XV 
315, 369). Die Osterchronik enthält p. 44. 16ff. ed. Bonn, einen 
ausfahrlichen, mit dem des Hippolytos großenteils wörtlich über- 
einstimmenden Diamerismos (vgl. die oben zu Hippolytos voll- 
ständig angeführten Parallelstellen). Bevor jedoch an die Ver- 
gleichung beider gegangen und deren nahes Abhängigkeitsver- 
hältnis im einzelnen erörtert wird, ist es nötig, zwei äußerliche 
Hindemisse zu beseitigen, die sich dessen Erkenntnis in den 
Weg stelleo. Würde man sich nämlich auf die Gitate des Oster- 
chronisten verlassen, so müßte man annehmen, daß sein Diame- 
rismos ganz oder doch zum größten Teile aus Epiphanios 
entnommen sei. Ferner aber machen auch viele seiner Namens- 
listen in der Fassung, in der wir sie jetzt bei dem Osterchronisten 
lesen, den Eindruck, als ob sie von denen des Hippolytos sehr 
verschieden wären. Ich habe daher 1. den Beweis zu erbringen, 
daß die Gitate des Osterchronisten irreführen und daß er Epi- 
phanios nur ganz wenige, leicht auszuscheidende Zusätze zu seiner 
eigentlichen Quelle entnommen hat, und ich habe 2. die scharf- 
sinnigen und durchschlagenden Beobachtungen A. v. Gutschmids 
zu verwerten, denen zufolge die Differenzen zwischen Hippolytos 
und den Listen der Osterchronik ausschließlich auf Schreiber- 
versehen zurückgehen, während die letzte Vorlage der Oster- 
chronik so genau, als dies überhaupt verlangt werden kann, mit 
Hippolytos übereinstimmt. Nachdem auf diese Weise die ur- 
sprüngliche Fassung wiederhergestellt ist, bleiben also nur mehr 



176 ♦^- Biiuer, Chronik des Hippolytos. 

die dann noch vorhandenen Diflferenzen zwischen der Osterchronik 
und Hippolytos zu besprechen, wobei zugleich festzustellen sein 
wird, ob der Diamerismos des Hippolytos in der Osterchronik 
direct oder indirect benutzt wurde. 

Nach einer Beschreibung des Turmbaues und nach Erwäh- 
nung der Völkerzerstreuung bemerkt der Osterchronist p. 44, 16: 
Ijtsl ovv rovrcov ifivTjfiovevöafiav , öta ttjv jtQox£ifitV7]v XQ^' 
voyQaq>iav öiov ajiifivr]fiov£voaiJtaxv(ieQcog ra xax^ avrovq bx rt 
twv öiöaoxaXicov ^Ejcirpavlov tov KvjtQov xal Ig ersQcov 
Tivciv, xal Tiveg IjOav xal xaxct Jtolovg rojtovg (legiod-ivre!; 
(uxr/Oap liyu etg xov ayxvQcorov avxov hx X7]g yevioecog. 
Hierauf beginnt p. 45, 1 der Diamerismos selbst mit den Worten: 
lapheth hatte 14 Söhne* und Enkel, Cham 31 und Sem 27. 
Dann heißt es p. 45, 5 xcu xavxa eijt(bv fiprjfiovevei (sc. 'Eyri- 
q)avLog). Hieran schließt sich eine Darlegung über die Vermehrung 
des Menschengeschlechtes in der Zeit von Arphaxad bis Phalek, 
über dessen Wohnen in Senaar nach der Flut, über den Turm- 
bau und die Zerstreuung, die p. 46, 1 mit den Worten schließt: 
xal xavxa ^Ejticpaviog jibqI xijg JtvQyojtoitag xal jzbqI roor 
oß YXa)00d>v^ o xal ^ixQi- vvv JtaQa xolg avd^QcoJtoig cog ayvoov- 
{iBvov ijti^Tjxetxai. öiov da fivTjfjtovBvoac xal :xov xaxoixrioav 
txaoxog avrcop fiBxä xtjv ftagioip xal xa i$, avxmv td^vi]. Es 
werden dann p. 46, 5 die Grenzen von lapheths Erbteil, dessen 
14 (fvXai^ dann 47, 13 die japhethitischen Völker, 48, 3 die schrift- 
kundigen unter ihnen, 48, 7 die japhethischen Länder und 48, 19 
die Inseln lapheths aufgezählt. Nach demselben Schema wird 
p. 49, 6 über die 31 (pvkai Chams gehandelt, wobei jedoch p. 52, 6 
das Völkerverzeichnis ausfiel, weshalb die schriftkundigen Völker 
sofort auf die Stamm väterliste folgen. Auf p. 53, 17 und zwar 
mit alxa jtaXiv 'Ejtig)aviog folgt in derselben Anordnung das 
Stück über die 27 rpv/Lal Sems. Diese Citate machen also den 



1) Diese Zahl 14 (statt 15) ist, wie v. Gutschmid 601 richtig be- 
merkte, eine Besonderheit des Osterchrouisten. Hippolytos gab, wie seine 
Chronik c. 73 und die Schrift xaz. cu(t. p. 534. 79 (ed. Duncker und Schnei- 
dewin) beweisen, gleich allen anderen Versionen dem Sem 15 Stammväter. 
Diese Besonderheit bei dem Osterchronisten rührt daher, daß er, durch 
den Hipp, c 73 entlehnten Satz in seiner Vorlage Trdvreg ovvoi i'\ol ^dipeS- 
irregeführt, die von Kinoi stammenden Kyprier nicht mitzählte. 



Nachwirkung der Chronik. 177 

Eindruck, als ob der Diamerismos des Osterchronisten aus 
Epiphanios entlehnt wäre; dieser Eindruck ist jedoch falsch. 

Trotz der Anführung des äyxvQcoroq als Quelle p. 44, die 
durch die Wendungen p. 45, 5, 46, 1 und 53, 17 verstärkt wird, 
rührt weder was wir 45, 1 — 5 lesen, noch was 46, 5flF steht, aus 
Epiphanios her^ denn dieser gab dem Cham 32, dem lapheth 15 
und folglich, da er auch 72 Völker rechnete, dem Sem, den er 
überdies voranstellte, 25 Nachkommen (Epiph. äyxvQ, c. 113; 
Dind. I 215 flf). Der angeblich Epiphanios entnommene Satz 
45, 1 — 5 stammt also vielmehr, wie die Übereinstimmung in den 
Zahlen beweist, aus derselben Quelle, wie der Grundstock des 
p. 46, 5 beginnenden Diamerismos des Osterchronisten, und diese 
Quelle ist weder der ayxvQcoxoq noch überhaupt Epiphanios. 

Aus Epiphanios stammen nur folgende, leicht auszuschei- 
dende Stellen. Der ganze von p. 45, 5 — 46, 9 reichende Abschnitt 
ist größtenteils wörtlich, zwar nicht aus dem ayxvQoyxoq^ aber aus 
der Schrift xar.alQ. I 4, 5 (Dind. 1 283 ff) entlehnt^; aus demayxt;- 
QcoTog stammt darin nur der Ausdruck jtalöcQV JtalÖBQ p. 45, 3. 
Im einzelnen ist das Verhältnis zur Vorlage folgendes: chron. 
pasch, p. 45, 5 JiBfutTTj Toivvv — 45, 11 jcov kjteXi^avxo = Epi- 
phanios xar. aiQ. Dind. 1 284, 26 — 285, 1; chron. pasch. 45, 12 
ixeloe xqcotov — 45, 14 tov tojtov = Epiph. a. a. 0. 283, 21 — 24; 
chron. pasch. 45, 14 xelrac öh — 46, 1 (pcovrjv = Epiph. a. a. 0. 
285, 1 — 12; jedoch ist hier im chron. pasch, der mit ajto ob rov 
xXifiaxoq beginnende Satz ausgelassen, der erst später nach- 
getragen wird. Es folgt chron. pasch. 46, 1 das zweite Epipha- 
nios-Citat und nach einer überleitenden Bemerkung 46, 5 ff die 
wirklich dem ayxvQwxoq (Dind. I 215, 27) entnommene An- 
gabe der Grenzen lapheths; der p. 46, 7 mit o'ixipsg beginnende 
Schlußsatz dieses Abschnittes ist dagegen aus Epiph. xax. alg. 
p. 285, 4 — 6 entnommen, es ist dies der schon erwähnte, früher 
ausgelassene, jetzt nachgetragene Satz. Auch späterhin sind in 
den Diamerismos der Osterchronik noch ein paar Zeilen aus 
Epiphanios eingeschaltet. Was p. 49, 15 steht, ist aus xax. oIq. 



1) Diese Schrift des Epiphanios hatte der Osterchronist im Vorher- 
gehenden p. 39. 21 schon einmal citiert. Ihre Benutzung p. 45. 5 ff ist 
schon bei A. v. Gutschmid 652, wenn auch nicht ganz zutreffend, 

erörtert. 

Texte u. üntersuchimgen etc. NF XIV, i y> 



178 A.. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Diod. 286, 5 entnommeD. Darauf folgt ein Citat aus den pseudo- 
clementinischen Homilien, die p. 50, 16 Dochmals citiert werden. 
Die Grenzbestimmung des Cham im chron. pasch. 49, 6. 7 ist aus 
dem äyxvQcoxoq Dind. 215, 25 entnommen; die hier vorkommende, 
in allen anderen Versionen des Diamerismos fehlende Erwähnung 
Ägyptens aber p. 49, 7 stammt nicht aus Epiphanios, dem end- 
lich — und zwar dessen ayxvQcoxoq 215, 21 — 25 — auch das letzte 
der Citate der Osterchronik p. 53, 17 — 21 wirklich entnommen ist. 

Der ganze Diamerismos des Osterchronisten (p. 44, 16—62, 5) 
enthält also nur drei aus xax. alg. des Epiphanios eingelegte 
Stellen (45, 5—46, 1; 46, 7. 8; 49, 15—17) und drei Stellen — die 
Angaben der Grenzen der Erbteile — aus dessen äyxvQcoxoq 
(46, 5. 6; 49, 6. 7; 53, 17 — 21). Dazu kommen noch zwei Citate 
aus den Pseudoclementinen und ein auf eine für Ägypten inte- 
ressierte Quelle hinweisender Zusatz p. 49, 7. 8. Alles andere 
stammt, abgesehen von der S. 177 betonten Differenz in den 
Zahlen der Nachkommen der Noachiden, auch deshalb nicht aus 
Epiphanios, weil dessen Völkerlisten {ayxvQ, c. 113flF Dind. 1 215) 
ganz andere Namen aufweisen, als die Osterchronik. Ihr Ver- 
fasser hat also seine wirkliche Quelle, die er nur mit wenigen 
Gitaten auiputzte, überhaupt nicht genannt. Es entsteht also die 
Aufgabe, deren Verfasser zu bestimmen. 

Vergleicht man die Angaben im Diamerismos des Oster- 
chronisten in der überlieferten Form mit denen des Hippolytos, 
so zeigt sich zwar, daß dessen Schema festgehalten ist, und daß 
femer auch im einzelnen häufig sehr weitgehende wörtliche Be- 
rührungen vorhanden sind, aber man findet daneben auch an- 
scheinend sehr bedeutende Unterschiede. Dieselben Unterschiede 
zeigen sich aber nicht bloß bei dem Vergleich der Osterchronik 
mit Hippolytos, sondern in gleicher Weise auch bei einem Ver- 
gleich mit allen anderen, uns sonst erhaltenen Fassungen des 
Diamerismos. Diese Sonderstellung der Osterchronik ist, wie 
A. V. Gutschmid (a.a.O., 240ff) unwiderleglich dargetan hat, 
nur scheinbar und lediglich darauf zurückzuführen, daß deren 
ursprüngliche Vorlage bei wiederholtem Abschreiben durch ganz 
äußerliche Entstellungen gelitten hat. Die Listen, die der Oster- 
chronist bietet, stimmen vielmehr in ihrer ursprünglichen, leicht 
wiederherzustellenden Fassung sowohl mit denen des Hippolytos, 
als mit denen der meisten sonst bekannten Fassungen überein. 



Nachwirkung der Chronik. 179 

Das Verderbnis der ursprünglichen Vorlage der Osterchronik 
vollzog sich in drei aufeinander folgenden Stadien, die sich noch 
genau feststellen lassen, v. Gutschmid bezeichnet diese drei 
Stadien als t Bearbeitungen», die dem jetzigen Text der Oster- 
chronik Yorausliegen ; er hat jedoch damit den Urhebern dieser 
Textverunstaltungen zu viel Ehre erwiesen. Mit P^ bezeichnete 
er die unmittelbare Vorlage des Osterchronisten, deren Verfasser 
eine ältere Bearbeitung P^ benutzte, die wiederum aus einer 
älteren P* zurechtgemacht ist^ Nur in einem dieser drei Vor- 
stadien fand in der Tat eine etwas eingreifendere Änderung des 
ursprünglichen Textes statt: P^ oder P^ ergänzte nämlich die 
Lücken der Völkernamen in den Stammväterlisten aus einem 
Verzeichnis der 72 Völker, das jedoch mit dem in der Oster- 
chronik selbst p. 56, 15 ff enthaltenen nicht identisch war; diesen 
Autor mag man also immerhin als einen Bearbeiter bezeichnen, 
die beiden anderen neben ihm tätigen waren dagegen bloße Ab- 
schreiber. Sie brachten die ursprünglich den hippolytischen 
gleichen Namenslisten ihrer Vorlagen dadurch in die Unordnung, 
in der wir sie jetzt in der Osterchronik lesen, daß sie columnen- 
weise angeschriebene Namen zeilenweise lasen oder in den um- 
gekehrten Fehler verfielen. 

Will man also von der Quelle der Osterchronik eine rich- 
tige Vorstellung gewinnen, so dürfen ihre Angaben nicht in der 
jetzt vorliegenden Textgestalt benutzt und mit anderen verglichen 
werden, sondern es muß stets, wie im folgenden geschieht, auf 
die ursprüngliche Fassung zurückgegangen werden. Der folgende 
Vergleich dieser ursprünglichen Fassung mit Hippoljtos wird 
femer lehren, daß trotz vieler und genauer Übereinstimmun- 
gen des Osterchronisten mit der Chronik des Hippoljtos diese 
doch nicht die directe Quelle war 2, sondern daß dem Osterchro- 

1) Pb identificier£e v. Gutschmid 2ü3 irrtümlich mit einer angeb- 
lichen älteren, bis 354 reichenden Fassung der Osterchronik, die jedoch, 
wie Geizer (Sext. lul. Afric. II 188 ff) zeigt., überhaupt nie existierte. 

2) Der Osterchronist citiert allerdings p. 12. 22 die ketzerbestreitende 
Schrift des Hippolytos und polemisiert dagegen (die Stelle selbst findet sich 
aber in der uns erhaltenen Fassung von xaz. naa. al(}. nicht). Der Oster- 
chromBt fuhrt ferner auch p. 13. 8 einmal das zweite Buch von Hippo- 
lytoa' ovyyQafAiia negl xov aylov ndaxa an; allein solche Citate beweisen 
bei ihm, wie oben gezeigt wurde, keineswegs, daß er die angeführten 
Werke auch wirklich benutzte. 

12* 



18Q A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

nisten die Bekanntschaft mit Hippolytos durch einen Alexandriner 
vermittelt wurde, der der Quelle des Barbarus sehr nahe steht, 
aber mit ihr nicht identisch ist. Die Angaben dieses Alexan- 
driners wurden von P* P^ und P^ in der oben angegebenen 
Weise entstellt und verwirrt. 

Wie nämlich A. v. Gutschmid 258, ohne jedoch die Beob- 
achtung richtig zu verwerten, bemerkt hat, stammen die Namen 
der 14 Völker, die nach dem Osterchronisten p. 46, 10 ff in ganz 
singulärer, in keiner anderen Fassung wiederkehrender Weise 
von den laphethsöhnen abgeleitet werden, aus einer Liste der 
72 nach dem Turmbau zerstreuten Völker. Der Vorgang dabei 
war der, daß an die Stelle der sonst mit den 14(15) laphethsöhnen 
verbundenen Namen (oben S. 50 ff) schon in der Vorlage der 
Osterchronik die 13 letzten Namen dieser Liste der 72 Völker ein- 
gefügt und überdies die sonst von Kixioi abgeleiteten 'Pcofialoi ol 
xal Aaxlvoc mit ^Poöioi verbunden wurden. Diese in der Vor- 
lage der Osterchronik benutzte Liste der 72 Völker ist jedoch 
weder die vom Osterchronisten selbst p. 56, 15 gebrachte, die viel- 
mehr am Schluß recht erhebliche Differenzen aufweist, noch die 
des Hippolytos in der im lib. gen. I überlieferten ^ Fassung (oben 
S. 101 ff), sondern sie ist hier identisch mit der des Barbarus 
c. 172: sie schließt wie diese und nur wie diese mit den 7a(>ß- 
Havxeq i^drsQoc, stammt also aus einer alexandrinischen, dem 
Barbarus nahe verwandten Chronik. 

Das japhethitische Stammväterverzeichnis des Osterchronisten 
unterscheidet sich von dem des Hippolytos ferner noch dadurch , daß 
Elisa zu seinem Vater lavan hinaufgerückt ist, daß Chatain fehlt 
und an dessen Stelle Herka erscheint, so daß im ganzen doch die 
Zahl 14 (vgl. S. 176) festgehalten wird. Diese Veränderungen 
gehen darauf zurück, daß an Stelle der Reihenfolge bei Hippoly- 
tos die der Stamm väternamen nach der Septuaginta (Gen. 10,2 ff) 
gesetzt wurde, wobei jedoch der zweite Elisa durch Herka ersetzt 
oder in Herka verschrieben und am Schluß statt Kf^rioi, ^Pööcot 
nur ^Poöioi allein als Stammvater genannt ist. 

In der Osterchronik war also ein Redactor tätig, der die 



1) Die Liste im griechischen Hippolytos c. 200 ist in der Anordnung 
der Namen verwirrt (oben S. 130 ff), weshalb sie hier nicht verglichen wer- 
den kann. 



Nachwirkung der Chronik. 181 

Liste der 72 Völker benutzte, wie sie die alexandrinische Chronik 
(Barbarus) enthielt, und der zugleich auf deren bessere Überein- 
stimmung mit dem Texte der Septuaginta bedacht war. Dieser 
Redactor ging zugleich von der willkürlichen Annahme aus, daß 
in der Liste der 72 Völker die von dem jüngsten Sohne Noes, 
von lapheth, stammenden am Schlüsse stünden, weshalb er ge- 
rade die 13 letzten Namen mit seiner der Bibel entnommenen 
Stammväterliste verband K 

Auf diese Liste folgen nun einige Sätze in der Osterchronik 
p. 47, 7 — 14, die nahezu wörtlich mit Hippolytos c. 75 — 79 über- 
einstimmen. Bei näherer Vergleichung ergibt sich folgendes. 
Während in dem durch den lib. gen. 1 c. 79 gestützten Original- 
text des Hippolytos c. 70 der zu dem japhethitischen Völkerver- 
zeichnis überleitende Satz mit den Worten jtQog ßoQQav schließt, 
liest man beim Barbarus c. 58: ad aquilonem sie; ganz ebenso 
heißt es aber auch in der Osterchronik p. 47, 14: JtQoq ßoQQav 
ovrwg. Zusammen mit dem, was oben (S. 180) über die von den 
Japhethsöhnen abgeleiteten Völker bemerkt ist, darf auch diese 
Übereinstimmung, obwohl sie nur eine Kleinigkeit betrifft, als Be- 
weis dafür gelten, daß der Osterchronist den Diamerismos des 
Hippolytos aus einer der Vorlage des Barbarus nahe verwandten 
Quelle, also aus einer alexandrinischen Chronik entnahm*'^. 

Hierauf folgen in der Osterchronik p. 47, 15 eine Liste der 
japhethitischen Völker und p. 48, 3 eine der schriftkundigen 
unter ihnen. Die von allen anderen uns erhaltenen Fassungen 

1) Bei Magog steht p.4G,ll noch ein Zusatz aus anderer Quelle; er rührt 
vielleicht von dem Osterchronisten selbst her. Die im Texte unerörtert 
gebliebene Frage, ob die irrige Venjuickung der Liste der japhethitischen 
Stammväter mit den 13 letzten Namen einer Liste der 72 Völker schon 
in jener alexandrinischen Chronik vorgenommen war, die der Osterchronist 
benutzte, oder ob sie erst in einem späteren Stadium der Überlieferung 
des cbronicon paschale vorgenommen wurde, läßt sich mit Hilfe des Bar- 
barus nnd der Osterchronik allein nicht entscheiden. Im folgenden wird 
sich jedoch zeigen, daß dem ebenfalls aus alexandrinischer Quelle schöj)fen- 
den Synkellos diese Verbindung fremd ist; daraus folgt, also, daß sie den 
Besonderheiten zuzuweisen ist, die von einem Redactor der Osterchronik 
ht?rrühren. 

2) Derselbe Ausdmck kommt außerdem nur noch beim Synkellos 
p. 92. 13 vor, von dem unten gezeigt wird, daß sein Diamerismos eben- 
fells aus der alexandrinischen Chronik stammt. 



182 -^' Bauer, Chronik des Hippolytoe. 

abweichende Reihenfolge und Zahl der Namen dieser beiden 
Listen ist durch bloße Schreibenrersehen bewirkt. Sie entstand, 
wie Y. Gutschmid 243 ff gezeigt hat, dadurch, daß ein ursprüng- 
lich in drei Columnen geordnetes und zeilenweise zu lesendes 
Verzeichnis, dessen erste Hälfte das Ende einer Seite bildete und 
dessen zweite Hälfte am Anfang der folgenden Seite stand — 
das so gelesen mit dem des Hippoljtos stimmte (P^) — , irrtüm- 
lich columnenweise gelesen wurde (P®). Dieses also schon ver- 
wirrte Verzeichnis schrieb P<^ in zwei columnenweise zu lesende 
Columnen an, die dann der Schreiber der Osterchronik selbst 
irrtümlich zeilenweise las. Als vierte Columne standen femer 
bei P^ die Namen der schriftkundigen Völker, die P^ überdies 
noch irrtümUch mit den links nebenstehenden Namen der Volker- 
liste zu einer (nun natürlich im Vergleich zu Hippoljtos und deo 
sonstigen Fassungen doppelt so starken) Liste angeblich schrift- 
kundiger laphethvölker p. 48, 3 verband. Diese Entstellungen 
gehören also alle der Überlieferung der Osterchronik an; in der 
ursprünglichen Vorlage stimmten beide Listen, von einer Kleinig- 
keit abgesehen, mit denen des Hippoljtos überein ^ 

Der p. 48, 7 — 10 folgende, zum japhethitischen Lander?er- 
zeichnis überleitende Satz der Osterchronik stimmt bis auf die 
letzten Worte wiederum wörtlich mit Hippoljtos c. 83 überein. 
Während aber am Schluß bei diesem nach dem griechischen, durch 
den liber generationis 1 herzustellenden Text xar "iXiov stand ^ 



1 ) Der jj^riechische Text ißt an dieser Stelle (Hipp. c. 80) defect, reicht 
aber doch hin, um festzustellen , dali die TvQgvivoi (No. 34) bei HipjK)- 
lytos wie in der Vorlage des Barbarus für sieh allein genannt waren, 
während die Osterchronik 'IßijQeq ol xal Tv^dwioi bietet und die Iberer 
an der Stelle, wo sie später bei Hippolytos stehen, ausläßt. Dies geschah 
in der Vorlage der Osterchronik augenscheinlich deshalb, weil man an 
der späteren Stelle iu dem Namen eine Dittographie zu erkennen glaubte. 
Zu einer solchen Auffassung bietet der Originaltext des Hippolytos: 
KsXtlßrjQsq, rd)J.OLj ^IßtjQeg keinen Anlaß, wohl aber der Text des Bar- 
barus: Celtibirü, Ibirii, Galli den allerdringendsten Verdacht. Auch diese 
Besonderheit im Texte der Osterchronik findet also ihre Erklärung darin, 
daß die Liste des Hippolytos nicht direct, sondern in einer alexandrini* 
ßchcu Bearbeitung benutzt ist. 

2) Im Matritengis 121 steht allerdings ebenfalls ijkiov. Dafi dies 
aber ein bloßes Versehen des Schreibers ist, lehrt der liber generat 1, 
der "IXiov deshalb als hii)polyti8ch erweist, weil eine Correctur durch 



Nachwirkung der Chronik. 183 



lesen wir in der Osterchronik xad- ijXiov wie beim Barbaras 
contra solem, in dessen Vorlage also ebenfalls schon ijXiov für 
"iXiov verschrieben war. Hier liegt also abermals ein Beweis 
vor, da£ der Barbaras and die Osterchronik aus miteinander 
nahe verwandten alexandrinischen Chroniken schöpften. 

Wie das p. 48, 10 folgende japhethitische Länderverzeichnis 
beim Osterchrouisten veranstaltet warde, ist abermals durch A 
V. Gatschmid 247 klargelegt. Die Verwirrang entstand dadarch, 
daß die in zwei Columnen angeordneten and colamnenweise za 
lesenden Namen irrtümlich zeilenweise gelesen wurden. Dabei 
ergibt sich, daß in der Vorlage am Ende der zweiten ,Colamne 
ein ziemlich großer Raum frei blieb, der jedoch kaum, wie 
V. Gatschmid annahm, zur Aufzeichnung der im Diamerismos 
folgenden Sätze verwendet wurde, sondern mit Illustrationen aus- 
gefällt zu denken ist, wie sie in den alexandrinischen Chroniken 
häufig vorkommend In der Vorlage der Osterchronik stimmte 

den lateinischen Obersetzer ^anz unwahrscheinlich ist. Diese Auf- 
fassung wird auch durch Samuel von Ani bestätigt, von dem unten noch 
die Rede sein wird. Bei ihm findet sich ebenfalls das Ursprüngliche: 
usqae ad Mastusiam, quod est Ilion. Samuel konnte es im Gegensatz zu 
den alteren Quellen deshalb bewahren, weil er durch die armenische Über- 
setzung direct von Hippolytos abhängt. Dafür, daß erst in den alexan- 
drinischen Bearbeitungen ^Xiov au die Stelle von ^liov trat, spricht end- 
lich noch, daß auch alle anderen diesem Überlieferungszweig angehören- 
den Fassungen gleich dem Barbanis und dem Osterchrouisten ^Xiov bieten; 
so schreibt der Synkellos p. 93. 6, ebenso die Quelle des Kedrenos, d. h. 
der Parisinus 1712 (vgl. unten). Wenn also die Bonner Ausgabe des Kedre- 
no« p. 25. 8 ^IXiov bietet, so ist das entweder ein Versehen der Her- 
ausgeber oder es verbesserte schon Kedrenos ifXiov seiner Vorlage. 

1) Vgl. den Papyrus (lolenisSev und die Vorlage des Barbanis; der 
Osterchronist benutzte femer einen, dem im Papyrus Golenisöev und bei 
Kosmas vorliegenden sehr ähnlichen, mit Illustrationen versehenen Pro- 
phetenkatalog (vgl. Denkschr. d. Wien. Akad. 51 S. 3C fF). — Über die Namen 
in dem japhethitischen Länderverzeichnis ist noch folgendes zu bemerken. 
Im griechischen Hippolytos c. 84 und hn lib. gen. I ist Italia früher vor 
Thiucene eingereiht, während es beim Barbanis erst später vor Celtica steht. 
In der Vorlage der Osterchronik stand Italien ebenfalls an derselben 
Stelle wie bei Hippolytos. Die Verschiebung beim Barbanis ist also 
entweder dem lateinischen Übersetzer zuzuschreiben, der eich auch in der 
Reihenfolge der Namen bei den Bildersubscriptionen (oben S. 62) einige 
Freiheiten erlaubt zu haben scheint, oder man muß folgern, wofür auch 
manches andere spricht, daß die A'orlage der OstcTchronik mit der des 



184 A- Bauer, Chronik des Hippolytos. 

dieses Verzeichnis der laphethländer mit dem des Hippolytos 
genau überein. 

Die in der Osterchronik p. 48, 19 — 49, T) folgenden Sätze, 
sowie der Inselkatalog lapheths stimmen dagegen schon in ihrer 
jetzigen Fassung ebenfalls wörtlich mit Hippolytos c. 86 ff überein, 
wenn der im Vaticanus KoQOvga überlieferte Name zu KoQxvga 
verbessert wird. Der Barbar us hat dagegen hier, wie die Pa- 
rallelstellen lehren, gekürzt. 

Der folgende Satz p. 49, 6 ff ist dem dyxvQcorog des Epi- 
phanios entlehnt (oben S. 178), jedoch durch einen Zusatz erwei- 
tert. Es folgt beim Osterchronisten p. 49, 9 das Verzeichnis der 
Stammväter nach Cham und der von ihnen abgeleiteten Völker. 
Die Sonderbarkeiten dieser Liste rühren, wie v. Gutschmid 256 
zeigt, daher, daß an den Stellen, an denen Hippolytos c. 94 ff nur 
die Stammvätern amen ohne die von diesen abgeleiteten Völker bot, 
in der Vorlage der Osterchronik teils aus der Liste der 72 Völker, 
teils aus dem beim Osterchronisten p. 52, 5 fehlenden Verzeichnis der 
chamitischen Völker Einfügungen gemacht wurden. Hier fanden 
also noch tiefer greifende Umgestaltungen statt als in dem 
Stammväterverzeichnis lapheths. Da aber weder beim Barbarus 
noch, wie ich später zeigen werde, beim Synkellos sich Ent- 
sprechendes findet, so gehören auch diese Änderungen nicht der 
alexandrinischen Quelle des Osterchronisten an. sondern sie 
wurden erst innerhalb der Überlieferung der Osterchronik selbst 
vorgenommen. Im einzelnen ist noch folgendes zu dieser Stamm- 
väterliste zu bemerken : Nach Mestraim steht in der Osterchronik 
p. 49, 12 ein Zusatz unbekannter Herkunft (v. Gutschmid 659\ 
dem p. 49, 15 zwei Stellen aus Epiphanios und aus den Pseudo- 
clementinen folgen (oben S. 177). Das bei Hippolytos c. 109 zu 
Nebrod angeführte Citat aus dem Alten Testament, das beim 
Barbarus c. 85 verkürzt wiedergegeben ist, bietet die Osterchronik 
p. 50, 12 in noch ausführlicherer, der Bibel entnommener Fassung, 
abermals mit einem Citat aus den Pseudoclementinen verbunden. 
Hier hat also auch der Osterchronist selbst einiges zu seiner Vor- 
lage hinzugefügt. Bei einem Vergleich der Namen der Stamm- 
väter mit denen bei Hippolytos (und dem genau stimmenden 



Barbanis zwar sebr nabe verwandt, aber nkbt identiscb war, und daß 
schon sit' diese Verrmdemnjz des Ürspriinglicben enthielt. 



Nachwirkung der Chronik. 1S5 

Barbaras) ist wiederum wie bei lapheth (oben S. 180) zu beobach- 
ten, daß in der Vorlage der Osterchronik ein Redactor tätig war, 
der eine genauere Übereinstimmung mit dem Text der Septua- 
ginta herstellte: er fügte den Chaslonieim und Jebusaios hinzu, 
ließ aber dafür den Pherezaios weg; er verfuhr also genau so. 
wie der ebenfalls bibelkundige Redactor des lib. gen. I. Hin- 
gegen stimmen die in das Stammväterverzeichnis eingeschobenen 
Sätze p. 51, 4. 5 und p. 51, 14. 15 genau mit Hippolytos c. 110,118 
und dem Barbarus c. 86, 93 überein. 

Nach dem sonst festgehaltenen Schema des Hippolytos hätte 
die Liste der chamitischen Völker p. 52, 6 folgen sollen; diese 
ist aber, wie schon bemerkt, in der Osterchronik ausgefallen oder 
auch absichtlich weggelassen. Das folgende Verzeichnis der 
schriftkundigen Völker Chams sowie die Angaben Über die Grenzen 
seines Erbteiles p. 52, 9 stimmen abermals genau mit Hippolytos 
c. 133 ff und dem Barbarus c. lOSff; nur ist am Ende p. 52, 11 in 
der Osterchronik ra jcqoq votov hinzugesetzt. Auch das chami- 
tische Länderverzeichnis p. 52, 12 stimmt, nur das bei Hippoly- 
tos c. 141 genannte Land Erythra ist ausgefallen, und am Ende 
fehlen durch Überspringen von einem iiixQt zum nächsten noch- 
mals drei Ländernamen. 

In dem Verzeichnis der nördlichen Küstenländer p. 52, 19 
und der Inseln Chams p. 51^, 3 ist die Ordnung, wie v. Gut- 
scbmid 249 lehrt, abermals durch Verwechslung von Columnen 
mit Zeilen (oder umgekehrt) gestört; in der Vorlage war sie 
dieselbe wie bei Hippolytos und beim Barbarus. In der Insel- 
iiste ist beim Osterchronisten , wie ursprünglich bei Hippolytos, 
Meyloti] als Insel gerechnet und nicht wie beim Barbarus zu dem 
fönenden KQTjTf/ gezogen. Den p. 53, 8 beim Osterchronisten ent- 
haltenen Satz, der sich dem Sinne nach wenigstens auch bei Hippo- 
lytos c. 155 findet, übergehen der Barbarus und lib. gen. I ganz. Da- 
rauf folgt in der Osterchronik p. 53, 10, ganz verkehrt mit den 
Worten xäi ixsQac vi^oovg eingeleitet, der kleinere, drei schon 
früher genannte Inseln enthaltende Katalog, den Hippolytos so 
wenig als der Barbarus kennen, der sich aber in den meisten späte- 
ren Fassungen des Diamerismos ebenfalls findet. Die Zahl der Inseln 
des großen Katalogs wird im Vaticanus der Osterchronik p. 53, 9 
mit 25 angegeben, obwohl 26 Namen vorhergehen, im Text des 
Hippolytos c. 154 steht ebenfalls 25, obschon auch hier 26 Namen 



[86 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

genannt sind; der Barbaras gibt gleichfalls die Zahl 25, da er 
aber magna mit Cyprus als Adjektiv verbindet, in Übereinstim- 
mung mit seiner Liste. Diese geringfügigen Differenzen gehen 
durchweg auf Willkürlichkeiten der letzten uns erhaltenen Be- 
arbeiter zurück. An dem bisher festgestellten Ergebnis dieser 
Vergleichung, wonach der Osterchronist seinen Diamerismos einer 
der Vorlage des Barbarus sehr nahe verwandten alexandrinischen 
Chronik entnahm, wird dadurch nichts geändert. 

Auf den kleineren Inselkatalog folgt p. 53, 12 die Erwäh- 
nung des Nil und der Grenzen des Erbteiles Chams, die mit Aus- 
nahme der Worte top xal jtaxvßaroQa xaXovfievov xäi ^fptxjo- 
Qoav mit Hippolytos c. 150 ff und dem Barbarus c. 131 ff über- 
einstimmt; der Zusatz xQ^^OQoap steht bei Hippolytos schon an 
der ersten Stelle, wo er den Nil erwähnt, c. 51. Die Grenzbestim- 
mung des Erbteiles Sems p. 53, 17 ff leitet über zu dem Verzeich- 
nis der semitischen Stammväter und der von ihnen abgeleiteten 
Völker p. 54, Iff. Die Besonderheiten dieser Liste des Oster- 
chronisten sind ebenfalls, wie v. Gutschmid 255 zeigte, durch 
EinSchiebungen von Namen aus der Liste der 72 Volker ent- 
standen. Hier ist das Verfahren des in der Vorlage der Oster- 
chronik tätigen Redactors ganz besonders deutlich zu erkennen, 
da er die ursprünglich bei den Stammvätern stehenden Namen 
teilweise festhielt und mit den der 72 Völkerliste entnommenen 
ganz sinnlos durch ol xal verband. Übrigens unterscheidet sich 
die Liste der Stammväter in der Osterchronik noch dadurch von 
der des Hippolyto.s und des Barbarus, daß mit Gen. 10, 22 ff eine 
genauere Übereinstinunung hergestellt ist; es waltete also bei 
dem Redactor hier dieselbe Tendenz wie bei Cham und ^apheth 
(V. Gutschmid 251). Die alexandrinische Vorlage der 08te^ 
chronik folgte dagegen anscheinend Hippolytos meist ebenso treu 
wie die vom Barbarus übersetzte alexandrinische Chronik. 

Der folgende Satz p. 55, 10 stimmt genau mit EUppolytos c. 187 
und dem Barbarus, dagegen ist das semitische Völkerverzeichnis 
des Osterchronisten p. 55, 14 ff dadurch verwirrt, daß eine in vier 
Columnen angeschriebene Vorlage, die zeilenweise gelesen werden 
sollte, columnenweise gelesen wurde (v. Gutschmid 252). Wird 
dieser Fehler beseitigt, so stimmt diese Liste mit der des Hippo- 
lytos und Barbarus im wesentlichen überein. Jedoch werden in 
lier Osterchronik Vrrfoi JtQOiTOi und 6evTf:Qot unterschieden, was 



Nachwirkung der Chronik. 1^7 

aus der 72 Völkerliste herübergenommen ist, femer stehen in der 
Osterchronik zwischen den Ksögovoiot und den "Agaßeg öevrsQOi 
noch 8 Namen, die sowohl bei Hippoljtos als beim Barbarus und 
im liber generationis I fehlen. Sie sind ein willkürlicher Zusatz 
des Redactors der Vorlage, dem die Zahl der semitischen Völker 
im Verhältnis zu den chamitischen und japhethitischen zu gering 
schien: er wählte daher diese 8 Namen beliebig unter den Völker- 
namen aus, die er zu der vorangehenden Stammväterliste bei- 
geschrieben hatte. 

Die beiden nächsten Sätze in der Osterchronik p. 56, 1 ff sind 
im Verhältnis zuHippoljtos c. 191, 192 bloß umgestellt und stimmen 
sonst genau. Die Angabe über die Grenzen von Sems Erbteil 
p. 56, 3 erweckt zwar den Anschein, ausführlicher als bei Hippo- 
ljtos gefaßt zu sein; dies kommt jedoch nur daher, daß in der 
Osterchronik zwei Sätze des Hippoljtos c. 191 und 195 zu einem 
zusammengezogen sind, während sie in der Vorlage des Barbarus 
auseinandergehalten blieben. Das semitische Länderverzeichnis 
p. 56, 6 ff stimmt ebenfalls mit Hippoljtos c. 194, nur ist bei Ihgolq 
ein Znsatz weggelassen, dagegen am Schlüsse zu ^oivixf] — Uvgla 
^ i^mriga hinzugesetzt'. Auch der nächste Satz p. 50, 11 lautet 
ebenso wie bei Hippoljtos c. 199. 

Die Liste der 72 Völker, die der Osterchronist p. 56, 15 ff 
enthält, stimmt femer ebenfalls, geringfügige Versehen abgerechnet 
(z. B. geben die Hss. des chron. pasch, statt Maötvaloi JtQmxoL xdi 
ÖBVTBQoi und \4diaßrivol — Maötvaloi, Maöivaloi ösvTiQoi, sie lassen 
ol xal Tagaelg weg und dergl.), genau mit der des Barbarus und 
des Hippoljtos c. 200, wenn bei diesem die im Matritensis herr- 
schende Verwirrung durch richtiges Anordnen der Namen behoben 
wird. Erst am Schluß tinden sich in der Osterchronik drei Zusätze 
(vgL V. Gutschmid 686). Davon verdanken zwei: ol xal Ma- 
xoQSg und ol xal ÜjtoQaöeg — wozu es in den anderen Fas- 
sungen überhaupt keine Parallelen gibt — ähnlichen Manipula- 
tionen ihren Ursprung, wie sie oben (S. 186) bei den Völkernamen der 
semitischen Stammväterliste beobachtet wurden; diese beiden Zu- 
sätze gehören also zu den redactionellen Änderungen, die mit 
der Vorlage der Osterchronik vorgenommen wurden und deshalb 



1) Den vollständigen Text gibt hier nur der Vaticanus der Oßter 
ehronik, er nennt auch 'Agaßla ij d^x^^^ ^^d *Bkvfxaiq. 



18g A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

auf deren Text beschränkt blieben. Dagegen ist der dritte dieser 
Zusätze deshalb wichtig, weil er unter allen erhaltenen Versionen 
des Diamerismos einzig und allein beim Barbarus, allerdings bei 
diesem erst an einer späteren Stelle c. 206 sich vorfindet. Die 
NavöO^oi Ol xal Naßcirai t(og rijg Ald^ioJtiaq ixrelvovai in der 
Osterchronik p. 57, 14 sind augenscheinlich identisch mit den 
Nauthi et Labooti, die der Barbarus c. 206 mit in leva autem 
parte an den Satz usque ad Trapezuntum extendunt istas gentes 
anfügte und unmittelbar vor seinem Bergeverzeichnia nennte 
Diese Übereinstimmung beweist abermals unzweideutig, daß der 
Osterchronist von einer mit der Vorlage des Barbarus nahe ver- 
wandten alexandrinischen Chronik abhängt. 

Der auf diese Stelle folgende Satz der Osterchronik p. 57, 16, 
die überleitende Bemerkung p. 57, 18 sowie alles, was bis p. 62,6 
über die ajtoixiai, JtQOörjyoQlac und xXlfiaTa gesagt wird, end- 
lich das Berge- und Flüsse Verzeichnis ist, von wenigen unter- 
schieden*^ abgesehen, eine geringfügig verkürzte, fast wörtliche 
Wiedergabe aus dem Diamerismos des Hippolytos. Diese Über- 
einstimmung ist um so wichtiger, als diese Abschnitte in keiner 
anderen erhaltenen Recension außer beim Barbarus vorkommen. 
Allein auch von ihnen läßt sich nachweisen, daß sie nicht direct 
aus Hippolytos stammen. Wiederum finden sich nämlich einige 
Besonderheiten, durch die sich der Text des Barbarus von dem 
des Hippolytos unterscheidet, mit dem der Osterchronik aber 
tibereinstimmt Der Barbarus übersetzt, durch eine sehr alte'* 
Text Verderbnis in seiner Vorlage — dypciöTOjp id-vciv statt des 
durch den griechischen Text c. 202 ff als ursprünglich erwiesenen 
avayvcood^evxmv kd-vcöv — irregeführt, c. 174, 196, 197 ignotas 
und de ignotas gentes. Genau an denselben Stellen p. 57. 19, 



1) In der Osterchronik ]). Ol, 8 an der eutspreclienden St-elle vor 
dem Bergeverzeichnis fehlt dieser Zusatz des Barbarus. 

2) Dahin gehören außer einigen Umstellungen der Namen in den 
Listen und gelegentlichen Schreibfehlern (z. B. p. 58, 1 nXeiov statt 
7i).Tjalov): der Ausfall dreier Namen p. 59, 10, der Zusatz p. 5JJ, 15 ^ vvv 
xaXovfx^vtj Mrjviyya, p. 61, 4 der Ausfall von slg ös tä f rtbri'/ua, p. 61, 12 
iv ry SQnx^ statt L x. Evßola und \>. (51, 21 der verschriebene Flußname 
Ela^oq. 

3) Dies wird dadurch erwiesen, daß der liber generationis T aus 
einem Hippolytosexemplar übersetzt ist, das denselben Fehler enthielt. 



Nachwirkung der Chronik. 189 

p. 60, 9 zeigt auch der Osterchronist dasselbe dem Hippolytos 
fremde Textverderbnis. Ferner war der Name des dritten der 
maurischen Völker, der KacOaQfjvotlg (bei Hippolytos c. 218) in der 
Vorlage des Barbarus xal 2!aQr]v06lg geschrieben, weshalb er et 
Sarinei übersetzte. Derselbe Fehler kehrt abermals in der Oster- 
chronik p. 59, 18 wieder; hier ist xal ganz weggelassen und durch 
die Ordnungszahl ersetzt. Es kommt noch hinzu, daß beim Oster- 
Chronisten p. 61, 1 zu Klein-Madiam ein Zusatz steht, der zwar 
beim Barbarus c, 203 fehlt, im liber generationis 1 c. 220 sich jedoch 
findet: jtkrjoiop AlyvjtTov\ dies weist ebenso wie die schon er- 
wähnte gleichartige Hinzufügung p. 49, 7 auf eine ägyptische 
Vorlage des Osterchronisten hin^ 

Was nun in der Osterchronik p. 62, 6 ff und nur in dieser 
geboten wird: ein Verzeichnis der berühmten Städte nach den 
7 Klimaten geordnet, ist, wie v, Gutschmid 265 ff gezeigt hat, 
aus Ptolemäus entnommen und nach Annahme dieses Forschers 
von dem Verfasser der Osterchronik selbst ans Ende seines Dia- 
merismos angefügt. Das erste ist richtig, das zweite schwerlich. 
Wie der Matritensis lehrt, fügte Hippolytos allerdings unmit- 
telbar an das Flüsseverzeichnis den Stadiasmos an. Aber es bleibt 
die Möglichkeit, daß nach dem Stadiasmos auch bei ihm das 
Städteverzeichnis noch folgte; freilich könnte es auch erst von dem 
Alexandriner, den der Osterchronist benutzte, hinzugefügt worden 
sein. Für diese letzte Annahme scheint folgendes zu sprechen: 
Hippolytos kündigt c. 224 nur an, daß er von den xXi/iara x&v 
dpayvcocd^ivTcop Id-vmv, von den Bergen und Flüssen sprechen 
wolle und geht dann c. 240 mit deöetyfiivcov ovv rovrcov zum 
Stadiasmos über. Dagegen fügt der Barbarus in seiner Wieder- 
gabe jener ankündigenden Worte c. 196 zu de ignotas gentes 
noch hinzu: et oppidos eorum, womit er auf ein bei ihm selbst 
allerdings nicht vorhandenes Städteverzeichnis hinzuweisen scheint, 



1) Auf eine durch diese Übereinstimmung eröffnete Perspective sei 
nur beiläufig hingedeutet. Ich bemerkte schon oben (S. lS5ff), daß im 
über generationis 1 dasselbe Bestreben wie in der Osterchronik zu be- 
obachten Bei, die Stamm väterlisten des Hippolytos mit Genes. 10 in ge- 
nauere Übereinstimmung zu bringen; wird die hier bemerkte Überein- 
ttimmung hinzugenommen, so erscheint die Annahme zulässig, daß der 
lateinische Übersetzer von lib. gen. I ebenfalls ein in Ägypten redigiertes 
Exemplar der Chronik des Hippolytos benutzte. 



190 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

das aber in seiner Vorlage ebenso gestanden haben könnte, wie 
es in der Vorlage des Osterchronisten stand. Aber sicher ist 
auch diese Combination nicht: et oppidos eorum kann auch eine 
Erweiterung des Textes durch den Barbarus selbst sein, die ftr 
die Beschaffenheit seiner Vorlage nichts beweist. Sicher scheint 
also nur, dali nicht erst der Osterchronist, sondern entweder seine 
alexandrinische Vorlage oder schon Hippolytos selbst * diesen Aus- 
zug aus Ptolemäus anfertigten und mit dem Diamerismos verbanden. 
Diese Darlegung über den Diamerismos der Osterchronik 
schließt also mit einer so lange nicht mit Sicherheit lösbaren 
Frage, als die Fortsetzung von Matritensis 121 nicht aufgefunden 
wird. Im einzelnen bleibt überhaupt bei solchen Untersuchungen 
über die Verwandtschaft von Chroniken manches problematisch, 
da der Möglichkeiten der Erklärung zu viele sind, und weil es 
von solchen Chroniken sehr zahlreiche Abschriften, die sich in 
Einzelheiten unterschieden, neben vielen neuen Redacüonen und 
Bearbeitungen gegeben hat. Es muß uns also genügen, deren 
Abhängigkeit der Hauptsache nach festzustellen. Die Beweise 
dafQr, daß der Osterchronist eine der Quelle des Barbarus sehr 
nahe verwandte, wie diese Hippolytos benutzende alexandrinische 
Chronik ausschrieb, sind jedoch so zahlreich, daß ich dieses Er- 
gebnis für ganz feststehend halte ^. Ebenso sicher ist, daß, ehe 
der Text der Osterchronik seine jetzige Fassung erhielt, die Vor- 
lage teils redactionelle Änderungen erfuhr, teils durch Abschreibe- 
fehler verunstaltet wurde. Diese Veränderungen rühren aber 
nicht von dem alexandrinischen Chronisten her, sondern sie traten 
innerhalb der jtaQaöoöig des Textes der Osterchronik selbst ein, 
weshalb sie auch auf diese beschränkt blieben. Schließlich fugte 
der Osterchronist selbst noch einige Citate aus Epiphanios und 
aus anderen Quellen hinzu. 

1) Da Hippolytos in seineu Ankündi^n^en des Inhalts später Ibl- 
j^ender Abschnitte keineswegs vollständig zu sein pflegt, so halte ich 
für das wahrsclieinlichste, daß er am Schluß des Stadiasmos mit denselben 
Worten wie der Osterchronist ]).()2,t) eSo^s xxh den Obergang zu demSt&dte- 
Verzeichnis herstellte; wie xai.naa, alg. IV 12 beweißt, kannte er Ptolemäus. 

2) Obwohl der Osterchronist in 8j)ä,teren Abschnitten seines Werkes 
Spuren der Benutzung des Anniauos zeigt (Geizer, Sext. lul. Air. II 
löGff; Frick, chrou. min. praef. p. CIV ff), halte ich es doch für ein Ge* 
bot der Vorsicht, seine alexan<lrinische Vorlage unbenannt zu lassen. 



Nachwirkung der Chronik. |91 

Das Ergebnis dieser umständlichen und dennoch viel selbst- 
standige Mitarbeit Ton dem Leser fordernden Untersuchung wird 
durch die folgende Analyse des Diamerismos beim Sjnkellos als 
richtig bestätigt. Dabei beschränke ich mich jedoch auf einige 
Hauptargumente, die ebenfalls beweisen, daß der Sjnkellos seinen 
Diamerismos aus einer alexandrinischen, der vom Osterchronisten 
benutzten sehr nahestehenden, vielleicht sogar mit ihr identischen 
Chronik entnahm K 

Der Synkellos, der nach 806 schrieb, war ein selbständigerer 
Schriflsteller als der Verfasser der Osterchronik. Seine Haupt- 
quellen waren, wie Citate dartun und Geiz er (Sext. lul. Afr. II 
176 flF, vgl. oben S. ITOflf) ausgeführt hat, Panodoros und Anni- 
anos und deren Benutzung erstreckte sich über die ausdrücklichen 
Citate hinaus auf die ganze Chronik. Der Synkellos^ stellte 
selbständige Studien überhaupt nur auf biblischem Gebiet an 
und sah sich durch diese gelegentlich veranlaßt, von seinen bei- 
den Hauptquellen abzugehen. Demnach besteht beim Synkellos 
von vornherein die größte Wahrscheinlichkeit, daß er auch seinen 
Diamerismos einem alexandrinischen Chronisten entnahm. 

In der Tat beobachtet er darin-' in der Hauptsache gleich- 
falls das Schema des Hippolytos. Er beginnt p. 8.") allerdings wie 
Epiphanios mit Sem und nicht mit lapheth*, zählt die 15 Stamm- 
väter nach Sem mit den zugehörigen Völkern auf, gibt die Gren- 
zen von dessen Erbteil und die Liste der semitischen Länder, an 
welche er p. 87, 1 mit dem unpassenden Übergang r« 6h i^ avTmv 
yevofiBva e&vf] xavra das Verzeichnis der semitischen Völker und 

1) Beiläufig bemerke ich, daß zu erwägen sein wird, ob den beiden 
auB alexandrinischer Quelle si'höpfenden Byzantinern ihre Bekanntschaft. 
mit Africanus direct oder nur durch ihre Hippolytos benutzende Quelle 
vermittelt ist. 

2) Die Citate aus dem Dunielcommentar des Hipi)olyt(»8 beim »Synk. 
p. 413, 13. 414, 15. 430, 1 lauten so, daß er diese Schrift wirklich ge- 
kannt haben mag. Dagegen citiert er die Chronik des Hippolytos j». 51*7, 11 
in Verbindung mit Annianos und Maximos; dieses Werk kannte er daher 
nur aus zweiter oder drittf»r Hand (v. (iutschmid 02211*; (lelzer. 8ext. 
lul. Afr. IJ 188). 

3) Auf den erstem Teil seines Diamerismos p. 82, 10 fl*, der nicht aus 
alexandrinischer, sondern aus anderer Cberlieferung entnommen ist, kf)mme 
ich unten unter f) zurück. 

4) Der Grund dafi'ir wird unten unt^'r f) ermittelt werden. 



192 A. Bauer, Clirouik des Hippolytos. 

das der schriftkundigen unter ihnen anfügt Bei Cham beginnt 
er p. 87, 8 wieder mit den Stammvätern, gibt dann die Grenzen des 
Erbteiles der 32 chamitischen Völker, hierauf deren Liste, die Gren- 
zen ihres Gebiets, dann das Verzeichnis der schriftkundigen, 
hierauf den Katalog der chamitischen Länder, dem die Liste der 
nördlichen Küstenländer Chams, die kleine Liste der 3 vijoot 
ijtioTjfioi, der große Inselkatalog und schließlich der Satz über 
den Nil folgen. An die Liste der 15 laphethiden p. 91, 1 und der von 
ihnen stammenden Völker schließt sich p. 92, 3 eine Bemerkung 
über die 72 Völker und daran ein Nachtrag zu den lapheth- 
völkern (wie bei Hippolytos c. 73); es folgt die Liste der Völker 
lapheths, das Verzeichnis der schriftkundigen, die Angabe der 
Grenzen von lapheths Erbteil, die Länder- und Inselliste und 
die Notiz über den Tigris. Biblische Citate und eine vom Syn- 
kellos selbst herrührende Betrachtung bilden den Schluß. 

Der Synkellos entnahm also seiner Vorlage bald mehr bald 
weniger und änderte auch die Reihenfolge der einzelnen Ab- 
schnitte. Auf solche Differenzen ist also bei dem Vergleich seines 
Textes mit dem der anderen Quellen kein Gewicht zu legen. Es 
genügen daher einige schlagende Übereinstimmungen mit deoa 
Barbarus und der Osterchronik, um seine Abhängigkeit von eineK' 
alexandrinischen Chronik zu erweisen. 

Solche sind vorhanden. Wie beim Osterchronisten und a.«^ 
derselben Stelle wie bei diesem (p. 47, 14) schließt auch beijJCk 
Synkellos p. 92, 13 der dem japhethitischen Völkerverzeichni^ 
vorangehende Satz mit jtQog ßoQQav ovxcoq entsprechend dew»^ 
sie des Barbarus c. 58. Diese seiner alexandrinischen Vorlage en^^ 
lehnte Ausdrucksweise eignet sich der Synkellos auch selbst ai3 - 
er allein leitet nämlich alle seine Stammväterlisten (p. 85, 3- 
87, 7. 91, 2) durchweg mit einem solchen ovrcog ein. Eben»^ 
findet sich bei ihm p. 93, 6 die Hippolytos fremde, in der Vo^' 
läge des Barbarus aber schon vorhandene Corruptel tßiop statt 
"iXiov wie beim Osterchronisten (p.48, 9 oben S. 182). Dazu komi^^ 
anderes. Die bei Hippolytos und dem Barbarus fehlenden, beüD 
Osterchronisten (p. 51, 11. IS) aber genannten chamitischen Stamm- 
väter Chaslonieim und Jebusaios finden sich an derselben SieO^ 
auch beim Synkellos p. 88, 10. 16. Freilich ist diese hier und 
sonst in den Stammväterlisten zu bemerkende ÜbereinstimmuDg 
deshalb weniger beweiskräftig, weil jede Ausgleichung mit der 



Nachwirkung der Chronik. I93 

jedermann zur Verfügung stehenden Bibel, auch wenn sie un- 
abhängig von verschiedenen Redactoren vorgenommen wurde, 
dasselbe Resultat ergeben mußte; immerhin ist es wahrscheinlich, 
daß sie hier ebenfalls auf den alexandrinischen Bearbeiter des 
Hippolytos zurückgeht. In demselben Satze sagt nämlich Hippo- 
Ijtos bei Bestimmung der Grenzen der laphethvölker c. 83 nur 
€VQog öh cbio IIoTa/dldoc xxX.^ dagegen setzen sowohl der Oster- 
Chronist p. 48, 7 als der Synkellos p. 93, 4 vorher zur Ergänzung 
Tcaxa fi^xog hinzu ^ Für die Benutzung nahe verwandter Quellen 
beim Synkellos und in der Osterchronik sprechen ferner noch 
solche Stellen, an denen der Synkellos aus Hippolytos das Ur- 
sprüngliche erhalten hat, während es beim Osterchronisten über- 
gangen ist. So bringt z. B. der Synkellos p. 89, 8 das Verzeich- 
nis der chamitischen Völker, das in der Osterchronik p. 52, 5 im 
Gegensatz zu der sonst festgehaltenen Anordnung der Abschnitte 
ausgefallen ist. Beim Synkellos p. 89, 20 steht ferner mit Hip- 
polytos c. 141 übereinstimmend das chamitische Land Erythra, das 
in der Osterchronik p. 52, 14 ebenfalls fehlt. Nach Hippolytos 
c. 160 (lib. gen. I c. 153) stammen von Elam die ^EXvfialoi (Bar- 
barus: Elimei); dafür steht im chron. pasch, p. 54, 2 tibereinstim- 
mend mit dem lib. gen. 11 ^EXafitrai, während der Synkellos 
p. 85, 5 das ursprüngliche ^EXovfialoi bietet. Desgleichen hat der 
Synkellos p. 86, 17 zu UsQüig den ursprünglichen (Hipp. c. 194, 
Barb. c. 169) Zusatz: xal xa Iv avxfj €&V7], der im chronicon 
paschale p. 56, 7 ebenfalls fehlt. 

Es darf also als erwiesen gelten, daß die Fassungen des 



1 ) Dabei ist noch folgendes zu erwägen. Hippolytos gibt nur c. 47, 
195 die Grenzen der Semsöhue mit der näheren Bestimmung xaiä fifjxog 
— xatä nkaToq. An der dritten Stelle c. 191 fehlt dieser Zusatz, er findet 
sich aber p. 56, 3. 4 in der Osterchronik und p. 86, 12. 15 beim Synkellos, 
wo c. 191 wiedergegeben wird. Hier geht die Erweiterung zweifellos auf 
die alexandrinische Bearbeitung des Hii)polytos zurück. In dem oben im 
Text angefahrten Falle wird also der Zusatz gleichfalls auf diese Quelle 
sarackgehen. Dies ist um so wahrscheinlicher, als übrigens gerade an der 
Stelle p. 93, 4 der Synkellos eine gewisse Selbständigkeit zeigt. Während 
es im ehren, pasch, mit Hippolytos c. 83 und dem Barbarus überein- 
stimmend heißt fa>5 FaSeiQwv, steht beim Synkellos tojq Svzixov lß;ife- 
apo^f in der Osterchronik ist ferner ßXenovra zugesetzt, was beim Syn- 
kellos fehlt; der Synkellos schreibt endlich TavaUoq statt Uorainlöoq bei 
Hippolytos, dem Barbarus und dem Osterchronisten. 

Texte a. üntersacbaDgen etc. NF XIV, l 13 



194 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Diamerismos, die in der Osterchronik und beim Sjnkellos vor- 
liegen, im einzelnen nur wenig veränderte, mit einigen Zusätzen 
versehene ^ Auszüge aus nahe verwandten alexandrinischen Chro- 
niken sind, die zu Panodoros und Annianos enge Beziehungen 
haben. Jedesfalls folgten diese Alexandriner ebenso wie der beim 
Barbarus übersetzte Chronist der Chronik des Hippolytos. Die 
Osterchronik und der Sjnkellos mußten daher unmittelbar nach 
den beiden lateinischen Übersetzungen und dem Barbarus auch bei 
der Herstellung des Textes des Hippolytos berücksichtigt werden. 
Alle im Matritensis enthaltenen, bei den beiden Lateinern und 
beim Barbarus fehlenden Stellen dürfen dann mit Sicherheit als 
ursprünglich hippoly tisch betrachtet werden, wenn sie aus der 
Osterchronik oder dem Synkellos belegt werden können. Nur 
für die Herstellung der Namensformen ist eine Ausnahme zu 
machen; dafür dürfen die beiden Byzantiner auch dann nicht als 
maßgebend gelten, wenn sie anscheinend das Richtige bieten; 
denn es besteht der Verdacht, daß in solchen Fällen spätere Cor- 
recturen vorliegen, deren Einführung in den Text des Hippolytos 
unzutreffend wäre. 

e) Die von einer kürzenden Zwischenquelle 
abhängigen Byzantiner. 

Bei byzantinischen Autoren des 9. — 12. Jahrhunderts liegen 
5 kürzere, im letzten Ende aber gleichfalls auf Hippolytos zurück- 
gehende Darstellungen des Diamerismos vor, die unter sich so 
viele gemeinsame, Hippolytos fremde Besonderheiten zeigen, daß 
sie von einer Hippolytos teils kürzenden, teils durch andere Be- 
richte erweiternden Zwischen quelle abhängen müssen. Die engere 
Verwandtschaft einiger dieser Fassungen wurde schon von A. v. 
Gutschmid 632 ff festgestellt 2. Für diese Zwischenquelle ist 



1) Den Zusätzen, die der Osterchronist aus Epiphanios, den Pseudo- 
cleraentinen und anderen Quellen machte, stellt sich ein Zusatz beim 
Synkellos p. 87, 13 aus Prokopios de bell. Vand. p. 450, 10 Bonn, und ein 
zweiter längerer p. 82, 10 ff zur Seite. Der letzte stammt, wie ich später 
zeigen werde, aus einer antiochenischen Fassung des Diamerismos. 

2) Der Autor, den v. Gutschmid 617 dem Vorgang von Hody folgend 
Georgios Hamartolos nennt, ist in Wirklichkeit ein mit Georgios Monachos 
(Hamartolos) nahe verwandter, aber nicht identischer Anonymus, dessen 



Nachwirkung der Chronik. 195 

eine anch schon beim Synkellos p. 82, 10 ff begegnende Erzäh- 
Inng über das Testament Noes und dessen Verletzung durch 
Chanaan charakteristisch K Während aber der Synkellos diese 
ans jüdischen Kreisen stammende Erzählung noch, losgelöst von 
seinem ans alexandrinischer Quelle stammenden Diamerismos, 
vorausschickt^, ist sie in den jetzt zu besprechenden Fassungen 
mit Bestandteilen des hippolytischen Diamerismos zu einem un- 
trennbaren Ganzen verbunden. 

Die fünf Autoren sind: 1) Der Anonymus vor dem Oxo- 
niensis des Malalas, entsprechend den zwei ersten Büchern der 
Bonner Ausgabe des Malalas (vgl. S. 194, Anm.2). 2) Der echte Geor- 
gios Monachos, gewöhnlich Hamartolos genannt, der unter Michael 
(842 — 867) eine bis 842 reichende Weltchronik verfaßte, die jetzt 
in de Boors Ausgabe, Leipzig 1904/1905, zu benutzen ist 3) Die 
im Parisinus 854 erhaltenen, von Gramer anecd. Paris. II 243ff 
herausgegebenen ixXoyal IöxoqlAv, deren die spätere Geschichte 
enthaltender Teil von Leon Grammatikos im Jahre 1013 als 
Fortsetzung an ein älteres Werk angefügt wurde (nach einer 
Notiz, die am Schlüsse des zweiten erhaltenen Teiles im Paris. 
1711 steht). Der Verfasser jenes älteren Werkes ist höchst 
wahrscheinlich der echte Symeon Logothetes oder Grammatikos, 
der etwa 950 schrieb (Krumbacher, Byz. Literatg. 2. Aufl., 362; 
358). Dieser Text ist im Bonner Corpus unter dem Namen des 
Fortsetzers, Leon Grammatikos, herausgegeben, ich werde ihn als 
Symeon bezeichnen ^ 4) Theodosios von Melitene, eine mit Leon 
Grammatikos nahe verwandte, bis 948 reichende Compilation, die. 



Text in dem Oxoniensis des Malalas erhalten und in dem Bonner Malalas 
anstatt des fehlenden Anfangs von dessen Chronik abgedruckt ist. 

1) Die Sage von dem Testament Noes entstand im Anschluß an 
Genesis 9 und war wie die von dem Testament Adams, von der Schatz- 
höhle und ähnliche Apokrypha weit verbreitet. Sie ist durch das Buch 
der Jubiläen (vergl. unten) schon für das 1. Jahrhundert nach Chr. be- 
legt. Über die Benutzung solcher Apokryphen bei den Byzantinern ist 
Geizer, Seit. lul. Afr. II 267 tf zu vergleichen. 

2) Aus diesem Grunde wird von dem Abschnitt beim Synkellos, der 
p. 82, 10 beginnt, erst unten S. 216 ff die Rede sein. 

3) Andere Handschriften der Chronik des Symeon bei Krumbacher 
350ff und de Boor Byzant. Ztschr. VI 273ff, X 70ff, Nach de Boors An- 
sicht sind aber alle erhaltenen Handschriften Symeons erweiterte Redac- 
tionen des ursprünglichen Werkes. 

13* 



196 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



von L. Tafel in den Monumenta saecularia, herausgeg. von der 
kgl. bayr. Akademie d. W., IIL Classe, 1. Teil, München 1859, 
Yeroffentlicht ist. 5) Nahe verwandt mit Theodosios ist eine an- 
dere Compilation; der Name ihres Verfassers, Polydeukes (Pol- 
lux), ist ebenso wie der Titel des Werkes loxogla qyooixri von 
A. Darmarios gefälscht (Preger, Byzant. Ztschr. I, öOfif, Krum- 
bacher, ebenda 342). Der Text ist herausg^eben von J. Hardt, 
München 1792; ich nenne ihn im folgenden Pseudo-Pollux. 



AnonymuB. 
MalaJas ed. Bonn. p. 13, 5 ff. 

1. ^aXkx 6h yspofisvog ircov qX iyip- 
VT]Oe TOP ^Payav xal fteza xovro e^rjoev 
EXT} ö&, xal cucid'avB C^rjCaq xa jravxa 
tXTj xXO^. 



Georgios Monachoe 
ed. de Boor p. 54, 11 ff. 

1. = Anon. 1 



2. ylvovxai ovv ajto xov Aöafi twg 2. ^ Anon. 2 



Toi3 xaxaxXxMJfiov exTj ßöS^ß xal ajto xov 
xaxaxZvO/dov ?cog x^g ovyxvctsa)g, xrjg 
JtvQyoJtodag xal x^g xBXevxfjg 0aXiXy o 
Böxiv ^€Qiafi6g, ixt] 9)Äq. 

3. xal ovxw ylvexai ötaftegiOfiog tJxoi 
öiaöjtoga xcov vlwp Neos xal x&v ig av- 
xmp yevpf]{^epxa)V' ötoJtsQ xal fi^QOJceg 
kxXTjO^TjOap djto xe xfjg fiSfieQiOfiepTjg g)a)' 
vrjg ajco xa xov fieQiOfiov xfjg yfjq. 

4. o fiivxoi 2!7jfi iytvvrjöB xov ^EXctfi 
xal ^AoovQ xal xov AQcpa^aö xal xov 
Aovö, 6 öh Xafi xov Xovg xcä xov Me- 

OQal^ xal xov 0ovö xal xov Xavav, 6 MsOQs/i — Xavaav — 

ÖB ^Idg)t& xov rdfiBQ xal xov Maycoy xal 

xov ßi]Qav xal xov *la)vav xal xov ^kx- ßrjQa — *Ia)vav xal 



3. == Anon. 3; Var.: 
xal ylvexat — 
6i6 xal fiBQOJteg 



4. ^= Anon. 4; Var.: 
xal xov \4oovQ — 




3. Vgl. Epiphanio8 xat. aiQ. I 5 Dind. l 28r): 
d^ev xal fxiQoneg ovfoi xixXrivxaL öiä t^v fxt- 

ßBQiafxhriv (pivvijv. Ei)iphanio8 ist also in der Vorlage der 5 Chronisten 
ebenso benutzt wie im chron. pasch, p. 45, 21. 



Nachwirkung der Chronik. 



197 



Das Verhältnis dieser f&nf Autoren suche ich dadurch an- 
schaulich zu machen, daß ich die Texte mit möglichst geringer 
Wiederholung des wörtlich Übereinstimmenden in 5 Columnen 
nebeneinander stelle. Wo sie wortlich zusammenstimmen, sind 
in der betreffenden Columne nur die Differenzen angemerkt. Die 
handschriftlichen, in den Ausgaben ersichtlichen Varianten sind 
der Übersichtlichkeit wegen übergangen; sie kommen für die Be- 
urteilung des Abhängigkeitsverhältnisses nicht in Betracht 



Symeon Logothetes. 

Leo Gramm, ed. Bonn. p. 14 ff; 
Gramer an. Par. II 250, 5 ff. 

1. ^Ev dQxfj Tcop ^fiegwp 
^aXhc ol Tov Näe vlol öi- 
XOVOT^cavxeq rijg yfjg elg eav- 
Tovg Jtoiovvzai r^p öiavi- 

{ItfiLV, _ 

2. ^aXkx yspofievog qjL 
hcov ly. TOP *P. xal ijcißici- 
Oag BTT] od- irsXevTTjOe. 

3. avpayerai ra Jtapxa 
hl] djto *Adäfi ijtl rijp rov 
^aVex tbXbvxtjp ert] rgiö- 
Xiha, foOTS slxorwg Tavrrjg 
hvxB rfjgovofiaölago^aXex. 

4. fuglg yaQ tQfirjPtverai 
i^xariQagjtQoapatpwpcQP tag 
itaigioeig. rrig re yaQ yfjg 
^v diaxX^QOOip ol rov 
^®€ xatöeg ijti rovrov Jtoi- 
ovvxai xal rov vjtopoov- 
l^^ov zmv i^axiöxtXlcop 
«cöi; XQOPOV Tj öiaiQsOig 
«^i xrjg reXevTTJg tcop fj/iS' 
Q^^ ylpstai TOVTOv. rj fihp 

^ ^n> V ^^ ^^^ ^^ TsXei 
^^§ S©^^ avTov. 



Theodoflios 
ed. Tafel p. 17 ff. 

1. = Sym. 1 



Pseudo-Pollux 
ed. Hardt p. 70 ff. 

1. Ol rov N Ab vlol 

ÖLXopoOTjoaprBg 
xrX. = Sym. 1 



2. = Sym. 2 fehlt. 



3. --= Sym. 3 unten S. 199 



4. = Sym. 4 unten S. 199 



198 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Anonymus. Georgios Monachos 

Malalas ed. Bonn. p. 13, 14 ff. ed. de Boor p. 55, Iff. 

rav xal rov Soßek xal top Mooox xai xov ^EXiOa xal rbv 

TOP Maöah aq>^ ov Mijöoc ysvofdspoi xal ßmßeX — Maöarf — 

xmp BaßvX(x>pi<DP xQaTTjOaprec, fj xmQa 

Mrjöla jtQoOTjyoQtvd^f] xvQicog xal <peQa)' M/]66ta 

pvfiwg. 



5. /nera yovp ttjp öty^vöci^ xal ttjp 
rov jtvQyov öidXvoip fisraöTtXXovTai ol 
TQsTg vlol rov Nc5e jtaPTag rovg i$, av- 
Twp yspo/devovc: xal diöoaaip avrolg iy- 
ygacpop tcjp tojicop t7]p xavaPtfjtrjoiPj 
ijPjtsQ ix rov JtaxQoq Nme JtaQsiXrjfpaoi, 
xal kayxapovöcp kxaoxcp xal xalc Ixa- 
ozov q)vXal(; xal JcazQialg tojcop xal 
xXlfiara xal x^Q^^ ^^^ prjöovg xa\ jto- 
rafiovg xarä ttjp vjroxeifiiprjp tx^eoiv, 

6. xal xaraxXrjQovPzat xa> fiep jrpeoTO- 
Toxo) vltp N(ÖB 2!ij(i aJto IIsQoiöog xal 
BaxxQWP %a)g ^fpöixTjg xal Pcpoxovqov- 
QOP xa JtQog dpaxoXfjP, xq> öl Xafi ajto 
^PiPoxovQOVQa)p k(og FadalQcop xd jtQog 
PoxoPy xcö ÖB ^ld(pB\^ djto Mrjöiag ea)g 
raÖBlQa)p xd JtQog ßoQQap. 

7. al ÖB Xaxovöai x^Q^^ ^^ /'^^ ^W 
tlaip avxai' IlBQOig, BaxxQiaprj, ^VQxaPia, 
BaßvX(DPia, Kogövala, ^iooi^Qia, Mboo- 
jtorafiiay \4Qaßia 7/ d{)X(^ia, ^EXvfialg, ^Ip- 
öixfj, \iQaßia fj Bvöaliicop, KoiXrj ^vQia, 
Kot/fiayfjpr/ xal ^>OLPixrj jtaoa xal Jto- 
xafiog EvffQdxrjg. 

8. steht beim Anonymus erst später pAlj 11. 

7. Vgl. Hippol. c. 193; chron. pasch, p. 5G, (iff; 
Synk. p. 80, lüff. 



5. - Anon. 5; Var.: 



oypjtBQ — 
xvyxdpovoip — 

XOJtOt — 

XO}Qai xal pfjöoi xal 
jtoxajioi 

6. =-- Anon. G; Var.: 
xaxaxXrjQovxai 



Mi]ötlag xal ia)g 
7. = Anon. 7: Var.: 



Koodvpa 



S. fehlt. 



Nachwirkung der Chronik. 



199 



Symeon Logothetes. 

Leo gramm. ed. Bonn. p. 14 ff; 
Gramer an. Par. II 250, 15 ff. 



Theodosios 
ed. Tafel p. 17 ff. 



Pseudo-PoUux 
ed. Hardt p. 70 ff. 



5. TOTS ptBTaoxikXovrai 
XX X' = Anon. 5; Var.: 
I§ avrmv xal öiöovoiv — 



xaravifiTjOiv xal Xayxccpov- 
otv — 

TOJtOl — 

XciQui- xal vfiöOi xal jto- 
rafioi — 

6. T<5 fiip ovv ErjH xw 
JtQ(oxox6xq) vlciv Ncie ajto 
xxX. = Anon 6; Var.: 

^PlVOXOQOVQtDV, T<5 ÖB Xcifl 

T© ötvxtQG) vlw xov Näs — 
Iag)t9', xw xQlxq) vl<p Neos 
axb Mriöeiaq xxX. 

7. ioxi 06 al Xaxovoai x<ö- 
Qdi xax^ opofia xtp ^rjfi, xm 
^Qmxoxoxcp vltp xov Ncoe 
(ädb XX X. = Anon. 7; Var.: 
RoQivPT] — 

^ooa. £0X1 öe iv xq> fitQti 
^rov jtoxafiOQ o EvcpQaxrjg. 

8. Vgl, Anm. 



5. = Sym. 5; 
Var.: 
ölöcooi — 

xvyxcipovotv 



6. = Sym. 6; 
Var.: vlci 



7. tlol öe xxX, 
=Sym.7; Var.: 

IltQOCU — 



2. fisxaoxiXXovxai 
yovp ol xxX. = 
Sym. 5; Var.: 

Ig avxAv yBVOfii' 
vovq — 6l6(Döiv — 
öiavi/dTjOivxalxvY' 
Xavovotv — 

3. wCxe bis egfirj- 
vevBxat = Sym. 3 
u. 4. 

4. = Sym. 6; Var.: 



5. tloi ÖB xxX. 
Svm. 7; Var.: 



KoQÖvpüy ^EXv/iaig 



S. =- Sym. S fehlt. 



8. Hier ist eine längere Stelle 
"Der Kronoa, 2ieuB, Picus etc. eingeschoben, die beim Anon. eitjt p. 17, 14 
^olgk und nur bei Theodosios sich ebenfalls hier findet. Eine Randnotiz 
"^•^: &g gnjoiv 'A<pQixavdg o ao(p6)xaxo^. Vgl. den Barbaras (Schöne 
P-197, Frick p. 234; Geizer, Sext. lul. Afr. I 82). 



200 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Anonymus. 
Malalas ed. Bonn. p. 14, 13 ff. 

9. T^ öh Xäfi' Alyvjirog, Al^ioma 
fj ßXijtovoa xax Ipöovg, kziga Al^iojtla, 
od-ev ixjtoQEverai 6 Jtozafiog x&v AI- 
d-i6jt(ov, 'EQvd-Qa Tj ßXijtovoa xax ava- 
rolag, Srjßaig, Aißvtj ^ jtaQsxrslpovoa 
fiexQi KvQi^vijg, MagfiOQlg, Uvgrlgy Ai- 
ßvTj aXXri, Novfdiöla, Maaa%)Qlg, Mavgi- 
ravia ?J xaxivavxL raöslgcop. 



Georgios Monacho8 
ed. de Boor p. 55, 19 ff. 

9. == Anon. 9 




10. ip ÖS xolg xaxa ßoQgäp xa Jtaga 
{^aXaooav sxsi' Kikixlav, na(iq>vXlav, 
Ilioiölav, MvalaPy Avxaovlav, ^gvylav, 
KafiaXlav, Avxlav, Kaglav, Avölav, Mv- 
öiav aXXrjp, Tgcpaöa, AloXlöa, BiB^plav, 
xtiv oQxalcLv ^Qvylav, 

11. xal vriOovgonolcog* SaQÖavlaVyKQTj' 
xTjPy KvjtQOP xal Jtoxafiov Fskov xov xal 
NslXov xaXovfdsPov. 

12. r<5 öh 'Iag)a^' Mrjöla, UXßarla, 
AQfievia ficxga xe xcä fieyaXrj, Kajtjca- 
doxla, üafKpXayovlaf FaXaxla, KoXxlg, 
BoojiOQOg. Matmrig, Mgßrjy 2!aQfiaxlg, 
TavQiavlg, BaöxaQplg, HxvMa, ßQaxi], 
MaxBÖovlay AaX^axia, MoXoööfj, Oeooa- 
Xla, AoxQig, Boimxla, Alxa)Xla, ^Axxixfj, 
lAxala, UeXXi^p/] rj xaXovfdtrrj UeXo- 
Jtovvrjoogy \4Qxa6la, ^IFjteiQcixig, ^IXXvQlg, 
Avxvtxig, \i6Qiax7jy ig ^g x6 \46Qiaxov 
JttXayog. 

9 — 11. Vj?l. Hippol. c. 137 ff; chron. pasch, 
p. 52, 11 ff; Synk. p. 80, 17 ff. 

12. 13. Vgl. Hippol. c. 84 ff; chron. pasch, 
p. 48, 9ff; Synk. p. 93, 7ff; v. Gutschmid 
Kl. Sehr. V 248. 



10. = Anon. 10 



11. xal vrjöovg jcaXiv 
Ix^t XX X. =^- Anon. 1 1. 

12.=- Anon. 12; Var.: 
Mfjöeia — 
Ha^Xayopia — 
BoöJtoQTj — AsQßlg — 
BovxaQvlg — 



nsXXt]v\g Tj xal ÜB- 
XoJtovi^oog 



Nachwirkung der Chronik. 



2(»1 



eon Logothetes. 

m. ed. Bonn. p. 16 ff; 
m. Par. II 251, 17 ff. 

^ Xaiiy Tc5 ösvriQO) 
Ncie, eXaxop x^pat 
}fia ai'ös xrX, = 
Var.: 6 xmv AI- 
tozafiog — ^VQxlq, 
7 ajto Uoraiiiwq 
vovoa fiixQ^Q axQac 
— MavQixavla 
vovaa piixQ^^ ^ÜQa- 
)v OTijXiSv xart- 
x6alQG>v. 

t ÖB iv rolg xart- 
QQav xa xaQCi d-a- 
cxX. = Anon. 10; 



TheodosioB 
ed. Tafel p. 19 ff. 

9. = Sym. 9; 
Var.: 



avxai 



i; 



10. exei öe iv 
xolq xaxaßoQ- 

QOLV XXJL. = 

Sym. 10; Var.: 
KafiaXlav 



Pseudo-PoUux 
ed. Hardt p. 72 ff. 

6. = Sym. 9 



7. = Theod. 10; 
Var.: 



KovfiaUav 



: ÖB xal PfjOovg xxX, 
11; Var.: Fricbv 
wfABvov NelXov, 

6b ^Ia(pBd', xm xqI- 
xov NcÖBy IXaxoP 
X ovofia aide ' xxX. 
12; Var.: "AXßavia 
;, ^AQ(iBvla — 
— ABQßig — 



IQ 



* > 



11.-- Sym. 11 S. = Sym. 1 1 ; Var.: 

üaQÖlav 

1 2. =- Sym. 1 2 ; 9. = Sym. 12 ; Var. : 

Var.: 

avxcu — 



BaoxaQvi^ 



^BQöi^g — 
BaoxaQVTig — SQa- 
xTjgy MaxBÖoviag — 
neXXip7]g 



jtiXayog xo Aöql- 



ißiTjy ^ ano xz).. vgl. 
148, 146. 

r?)v (i(>xa/av *pQvyiav 
lande: ij IJtaiölc:. 
^ovlg vgl.Hippol. C.84. 



I 



202 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

AnonymuB. Georgios Monachoß 

Malalas ed. Bonn. p. 15, 11 ff. ed. de Boor p. 50, 14 ff. 

13. exei öh xal vqoovq' BQBxravlav, 13.= Anon.13; Var.: 
j^txhXlaVy Evßoiav, Poöov, Xtov, AiößoVy 
KvO-TiQaVj ZaxvvO^oVy Keq)aXXi]viap, ^Id^a- 
xrjp, KtQXVQav xdi fiiQog xi xtiq ^Aolag, 
xf]v xaXovfiipr]p ^Icoviav xal ^oxafiop 

TlyQip, xop öioQl^oPxa fiexa§v Mi]6lag Ntjöeiag xal Baßv- 
xal BaßvXo^piag. Xcipog» 

fehlt. fehlt. 



Nachwirkung der Chronik. 



203 



Theodosios 
ed. Tafel p. 19 ff. 

1 3. elal Ö£ xxX. 
= Sym. 13; 
Var.: 

KiQxvQa xal 
al KvxXaösq 

xal (ikQOQ 

14.= Sym. 14; 
Var.: 



Symeon Logothetes. 

Leo Gramm, ed. Bonn. p. 14 ff; 
Cramer an. Par. II 252, 3 ff. 

13. kjtl (L elal) 6h avzm 
xal Vfjooi aide' BQexavvla 
xtL = Anon. 13; Var.: 

jrorafiog 6* iaup Iv xolq 
avTolg fiiQSöiv TiyQig — 
BaßvXmPog. 

14. ix 6b tcöv tov ^lafped- 
vlmv ajtb fiev rov rdfisQ 
FafiaQEig ol vvv FaJiaTai, 
ix de TOV Maycbd- ol vvv 
JSxvO^ai xal djto Maöov 
yifjöoi. ix öh "loivog "im- 
veg xal ol koiJtol ''EX^tj- 
peg, ix öe rov ßoßek So- 
ßrjXol ol vvv "'ißrjQsg, «jro 
öe MbCxco Meox7jvol ol vvv 
Kajtxäöoxsg, ötb xal Md- 
Caxa Tf jtaQ' avrolg firjTQO- 
jtoXig. dxo 6h ßrJQa ßQci- 

xeg, axo 6h Sclqqov BaQOtlg SaQQCov 
ol vvv KlXixBg, d(p ov xal 



PBeudo-Pollux 
ed. Hardt p. 76 ff'. 

10. = Theod. 13; 
Var.: 



aVTOV fltQlÖCV — 

M?j6elag xal Baßv- 
Xovlag. 

11. djto 6h bxd' 
öTov vlov TovNcis 
tvQi^&rjaav iv r^ 
jtvQyojtodäy ajtBQ 
xal Big B^V7] 6i^]' 
QT/O-rjoav, ix (ihv 
rov 2f]fi xBy xdi 
TOV Xaii Xß xal 
rov ^ld(pB& Ib. tov- 

TOig 6cBfiBQloO'rj' 

oav al yXciöoai 
xal yByovaötv Big 
(pvXdc Tjyovv bO" 

VI] , , es folgt die 
Liste der 72 Völker; 



14. Dieser Einschub ist lose- 
phuB, ant. lud. I entnommen. 
Ebendaher stammt, was in der 
ixXoy^ loTOQiibv, Gram. an. Paris. 
11 170 steht. 



13. KvxXdSeg 
vgl.Hippol. C.88. 



11. Vgl. das Ver- 
zeichnis der 72 Völ- 
ker bei Hippol. c. 20(), 
chron. pasch, p. 56, 15, 
losepos, vnofiv. ßißkiov 
c. 24; Migne, pa- 
trol. ser. Graec. vol. 106 p. 32. Die Listen des Pseudo-Pollux und losepos 
(vgl. V. Gutschmid 685) gehen im letzten Ende auf Hippolytos zurück. 
Die Zahlen der g>vXal : 48 -f- 40 -f- 57 --= 145 bei Pseudo-Pollux beweisen, 
daß seiner Rechnung ein vollständiger Diamerismos zugrunde liegt. Bei 
HippolytoB c. 80, 132, 190 ergeben die drei Völkerverzeichnisse 47 -\- 32 
-h 17 = 96 <pvXal ; rechnet man ferner von den bei Hii)polytos c. 204 ff 
aufgezählten änouclai die 44 Insel- und Städtenamen ab, so bleiben .V» 
Völkemamen; 96 -}- 50 = 14») ergibt also fast genau die bei Pseudo- 
Pollux hier überlieferte Zahl. 



204 



A. Bauer, Chronik des Hippolyios. 



Anonymus. 
Malalae ed. Bonn. p. 16, Iff. 



Georgios Monachos 
ed. de Boor p. 57, 1 ff. 



fehlt. 



fehlt. 



I 



14. rovrwv ovp xmv xX'qQoöox'qd^iv' 
r<DV 6 Tov Xcifi vlog Xavaav löcov ttjv 
jtQoq rc5 Aißavm y^v cog dyad-rj xe xal 
€V(poQog xal xaxa jtoXv xfjq lavxov öl- 
aXXaxxovoa y^gy xvQapvixcig xad-^Q- 
jtaöev avxfjp xal xovg ix xov JJfjfi xXfi- 
Qovg i^^Xaöe xal ovxo jtäoa i) yri xijg 
ijtayyeXlag xov Xavaav jtQoorjyoQsvxai. 
xavxsvd'ev xolwv 6 ölxaiog xgixr^g (isxa 
xavxa xolg ix xov Sr^fi vlolg ^logafjX 
äjtiömxev avxfjv 6ia ^Irjoov xov Navij, 
xad-fhg xal xcp ^AßQaau JtQOBJtrjyyelXaxo. 



14. r. o. ovxo) xXf]' 
Qwd'ivxcov xxX. = 
Anon. 14; Var.: oxi 
äyaO^Ti xi ioxi xal ev- 
g>0Q0g — 
xXrjQovofiovg — 

JtQOCqyOQBVBXO . 



JtQOtJcqyytlXaxo. öl- 
xaiog yccQ o xvQiog 
xal öixaioövvag rffa- 
ütriCBV, 



Nachwirkung der Chronik. 



205 



Symeon Logothetes. 

Leo Gramm, ed. Bonn. p. 17 ff; 
Gramer an. Par. II 252, 14 ff. 

TaQOog ^ Jiaga KlXi^i ito- 
Xiq a^ioXoyojtarT], 



15. yivofiipijg 6h z^g örj- 
X(o&eloi]g öiavBiir^öBcoq , 6 
fiiv 2!fjfi, Ivd^a xal o jtarfjQ 
(XVTOv xaroixiod'Biq, ttjp t^§ 
xXf/QOPO/dlag avrov /dolQav 
slg rovg xalöag xararifivei 
rovg kavTov. 

16. o Ö6(Tov)Xa(i vlogXa- 
vaav XX X, = Anon. 14; Var.: 
Ott, ayad^r} xi iöxi xal ev- 
g>OQog — 

öiaXXaxxovoa, avxoO^i xa- 
raoxrjpol, xcov xov 2fin 
Ixyovov xavxT]v djtoxsfio- 
fievog xfjv /dotgav, xalxoi 
xov jtaxQog avxov xal xciv 
ädeXg>wv xmXvovxmv xal 
vjtofivrjOiP jtagexofitpcop, 
cov 6 JtaxriQ Ncit xotg jta- 
Qaßalpovoi avxov xr/p xqI- 
öiP kjtriQaoaxo. ipxsvB^ep 
jtäoa fj yij ixelPTj Xapa- 
vala jtQoaijyoQevO'Tj, 



TheodosioB 
ed. Tafel p. 20 ff. 



15. = Sym. 15 



16.= Sym.l6; 
Var.: äyad'ti 
iöxt — 



ixy6pa)p ano- 
xefiofispog — 
xalye — av- 
xcop xal döeX- 
<pcop — 



Pseudo-Pollux 
ed. Hardt p. 78 ff. 

6/dov ed-PT] oß. ye- 
yopaoi ÖS ig av- 
xcip q)vXal Q/dt, 
djto xwp X6 xov 
Siin Jd^, cLJto xcop 
Xß xov Xafi q)vXal 
fi, djto x&p li 
xov ^ldq)Bd- q)vXal 

12, o öh Srjfi sp{^a 
xxX. = Sym. 15 



jtQOOrjyoQsV' 



exo» 



13. ijtsl ovp ol xov 
Xafi, fiij (poßfjd^BP- 
xeg xop OQXOP xal 
X7]p dgäp XOV Näe, 
xTjP öod'sloap xolg 
XQiölp avxov vlolg, 
xov fif] kjcißaipeip 
%pa JcaQ avxolg 
xolg oQOig xov d- 
öeX(pov, ijt^ßrjöap 
XQOPOig vaxEQOP 
xolg OQOig xov 2?}^ 
xal xaxoixlöd'Tjaap 
ol Xapapaloc xal 
xa Xocjta ofioia 
avxcip t&pf]. o öe 

Sfl(i JtQOJtdxOQ ?jP 

xov ^AßQactfi, i§ ov 



16. ngoariyoQBVBxo am Rande. 



2()() A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Anonymus. (leorgios Monachos 

Malalas ed. Bonn. p. 16, 9 ff. ed. de Boor p. 57, 11 ff. 



fehlt. fehlt. 



15. ^Payav 6b yevofispog irmv gXß 15. = Anon. 15 
t/ivvrjOB TOP JSsQovx ^^^- 





Nachwirkung der Chronik. 



207 



Symeon Logothetes. 

Leo Gramm. ecL Bonn. p. 18 ff; 
Gramer an. Par. II 252, 23 ff. 



17. TWP TQIWV TOlvVV 

vlmv Tov Näe TQtxfjj xaO" 
a}Q slQrjzai, tov xoOfiov 
6iavBi[JLa(iiv(ov y ävayxalov 
iöTi Xoutov avaÖQafislP im 
x6 XQoxslfievov xaraXi]' 
§airc€c 6h kjtl tt^p ix <Pa- 
Xkx TOV ^Püyav ytpeoip, aQ- 
^cofied-a naXip aji avxov, 

IS. = Anon. 15 



Theodosios 
ed. Tafel p. 20 ff. 



1 7. T. T. r. TOV 

Neos vi (5 p TQi- 
XfjxrL—Sjm, 
M^YRr.iöiapsi" 
f4afiipcop xal 
x(DP ixaorov 
fd£Qcip öeörj- 
Xcofitpcop, dp- 
ayxatop xtL 

18.=Anon.l5 



Tseudcj-Pollux 
ed. Hardt p. 78 ff. 

o ^löQariL TOVTOV 

X^QIP fiSTCt VX i' 

x&p TTJg jcaQOixlac 
xara top Qrjd-tPTa 
\4ßQaäfi vJto TOV 
d-eov i^TJyaye zovg 
ig 'löQafß k§ AI- 
yvjtTov xal äjtt- 
öooxt avTOlq ra 
löia, TTjp yfjP TTJg 
ijtayytXlagy i^oXo- 
{hQsvaag ra ix tov 
Xafi xaToixiöd-eP' 
Ta ixelöe id^pt] öl- 
xaiog xal ip tov- 
TCO decx^Big 6 ^eoc. 

14. TCOVTQlCOPTOl' 

PVP TOV Ncot vlcöp 
xTXr-SymAl'^YeLV.: 
öiapsifiaf/tprop, xa- 
ToXrj^aPTf^g de ijtl 
Tfjp ix TOV EßeQ 
TOV 0aXex ytpe- 
otp xtX. 

15. fpaXax ytpofie- 
pog qX iTcöp ysppa 
TOP ^Payav. t«3 x{lh 
tzei TOV ^aXix 

fjQ^SP JtQCÖTOV fj 

ßaoiXsiaXaXöaicop 
BaßvXcöpog xtX. 



17. Vgl. die ahnlichen Ober- 
gangsformeln bei Hippol. c. 10, 224, 230; Barb. 210. 



208 ^ Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Diese fanf Autoren sondern sich deutlich in zwei unterein- 
ander näher verwandte Gruppen: Georgios Monachos und der 
Anonymus auf der einen, Symeon Logothetes, Theodosios und 
Pseudopollux auf der anderen Seite. Dafür ist die nächstliegende 
Erklärung in der Annahme gegeben^ daß der Anonymus aus 
Georgios Monachos, Theodosios und Pseudo-Pollux aus Symeon 
Logothetes schöpften. Die Verwandtschaft beider Gruppen mit- 
einander Lann entweder darauf zurfickgehen, daß Symeon aus 
einem vollständigeren Georgios schöpfte, oder es können auch 
beide aus einer ausftLhrlicheren älteren Quelle ihre Auswahl selbst- 
ständig getroffen haben. Da aber die Besonderheiten in jeder 
der Gruppen an und f&r sich auch auf Zutaten von Redactoren 
und Abschreibern ^ zurückgehen können, so läßt sich eine sichere 
Entscheidung an diesem Stück allein nicht treffen. Auf diese 
feinere Unterscheidung kommt es übrigens hier nicht an; das 
Wesentliche ist deutlich erkennbar: die Verwandtschaft aller dieser 
Autoren ist so groß, daß sie im letzten Ende auf eine gemein- 
same kürzende Zwischenquelle zurückgehen müssen. Die Vorlage, 
von der die fünf Autoren abhängen, benutzte ferner die Chronik 
des Hippolytos; sie verband einige von dessen Listen mit der 
Erzählung vom Testament Noes und fügte aus Epiphanios einiges 
hinzu; in einem Zweige finden sich auch Anleihen bei Josephus. 
Der Diamerismos, den Hippolytos in seiner Chronik, später der 
Osterchronist und in bescheidenerem Umfang noch der Synkellos 
gegeben hatten, war für die späteren Byzantiner zu umfangreich, 
denn ihre Chroniken nahmen durch die stets ausführlichere Be- 



1) Solche finden sich, wie es scheint, auch hier vor. Nach einer 
Reihe ganz gleichlautender Capitel bei Symeon, Theodosios xind Pseudo- 
Pollux gabelt sich die Cberlieferung innerhalb dieser Gruppe: Symeon 
und Theodosios schieben c. 14 eine Stelle aus Josephus ein, anstatt deren 
Pseudo-Pollux ein etwas ziurechtgemachtes Verzeichnis der 72 Völker gibt, 
das in keiner der 4 anderen Fassungen vorkommt, im letzten Ende aber 
ebenfalls auf die Quelle aller 5 Versionen, die Chronik des Hippolytos, zu- 
rückgeht. A. V. Gutschmid ist der Ansicht — ich gebrauche bei deren 
Wiedergabe die richtigen Benennungen der Autoren, füge aber in der 
Klammer v. Gutschmids Benennungen bei — , daß der Anonymus 
(Hamartolos), Symeon {ixkoyal = L) und Pseudo-Pollux (Pollux) aus einer 
gemeinsamen Quelle schöpften, Theodosios dagegen direct von Symeon. 
{ixXoyai = L) abhängt. Beweisen läßt sich diese teilweise durch irrige 
Ansichten über die Verfasser dieser Compilationen bewirkte Ansicht nicht 



Nachwirkung der Chronik. 209 

handlang der Geschichte ihrer eigenen Zeit an Umfang immer 
mehr zu. Daher verfiel im 8. oder zu Anfang des 9. Jahrhun- 
derts ein vorläufig unbekannter Autor auf den Gedanken, den 
Anfang der Weltchronik gründlich zu kürzen: er beschränkte den 
Diamerismos auf eine kurze Angabe der Grenzen der drei Lose 
und je ein Länderverzeichnis, dem bei Cham und lapheth noch 
je ein Liselkatalog und die Namen der Flüsse beigefügt waren. 
Diese mit der Erzählung vom Testament Noes verbundene kurze 
Fassung fand, wie ihre häufige Benutzung zeigt, Beifall. 

f) Die Antiochener (Eustathios, Johannes), der Syn- 
kellos p. 82, lOflF, der Parisinus 1712 und Kedrenos. 

In der alexandrinischen Weltchronik ist die Benutzung des 
Hippolytos erst zu Anfang des 5. Jahrhunderts nachweisbar, in 
Antiochien begegnen uns dagegen dessen Spuren schon um rund 
ein Jahrhundert früher. Der älteste Zeuge dafür ist der leiden- 
schaftliche Nicäner Eustathios, seit den dreißiger Jahren des 

4. Jahrhunderts Bischof von Antiochien, in dem ihm zugeschrie- 
benen Commentar zum Hexaemeron, der nach der Ausgabe von 
Leo Allatius Lugdun. 1620 bei Migne, patrol. ser. graec. vol. 18, 

5. 707 ff, abgedruckt ist. Als Quellen nennt Eustathios Clemens 
von Alexandrien, Africanus, Tatian, Josephus und Justus von Ti- 
berias. Aus den einleitenden Capiteln ist sehr anschaulich zu 
lernen, daß in der jüdisch-hellenistischen und christlichen Exe- 
gese, wie für den Diamerismos die antike Geographie und Eth- 
nographie, so für die Darstellung der Weltschöpfung die antike 
Naturgeschichte herangezogen wurde. 

Der Diamerismos bei Eustathios beginnt p. 753 Migne. Die 
Quelle ist anfangs Josephus, ant. lud. I 6. Eustathios folgt ihr 
größtenteils wörtlich, kürzt nur hier und da oder ändert die 
Reihenfolge ein wenig. Wiederholt läßt sich der Josephustext 
zur Verbesserung des schlecht überlieferten seines Ausschreibers 
verwertend Mit p. 755 setzen dagegen Angaben ein, die einer 
anderen Quelle entnommen sind. Mit den Namen der von den 



1) Beim Ausschreiben des Josephus unterlief Eustathios gleich anfangs 
ein Versehen, indem er die Angabe des Josephus über die Grenzen des 
Japhethloses fälschlich auf die Grenzen aller drei Lose bezog. 
Texte n. üntersnchnogen eto. NF XIV, i 14 



210 A. Bauer, Chronik des HippolytoB. 

sieben letzten Chanaansöhnen stammenden Völker werden geo- 
graphische Bemerkungen verbunden, die allerdings in der Art 
der bei Josephus vorkommenden gehalten sind, diesem aber nicht 
nur nicht entnommen sind, sondern in directem Widerspruch zu 
ihm stehen, weil Josephus ausdrücklich bemerkt, daß von den 
7 Söhnen Chanaans jcZfjv xwv ovofiarcov kv xalq Ugalq ßlßXoig 
ovdhtf ix^f^^^' ^EßQaloc yag airciv dpscrtjoap rag JcoXsig, bc roi- 
avzrjg alrlag iv öv(iq>OQa yevofiivag. Diese Bemerkungen des 
Eastathios entstammen aber auch nicht aus Hippoljtos, der 
c. llSfiP von diesen Chanaansöhnen teils überhaupt keine, teils 
andere Völker ableitet und keinerlei geographische Nachrichten 
gibt. Eustathios benutzte vielmehr einen Schriftsteller, der, sei 
es in einem Diamerismos, sei es bei anderem Anlaß, reichlicheres 
auf palästinensische Geographie bezügliches Material bot^ als 
Josephus und Hippoljtos. Das Quellenverzeichnis würde gestatten 
an Justus von Tiberias zu denken, aber auch Africanus hatte 
Interesse für die im Alten Testament genannten ürtlichkeiten 
(Geiz er, Sext. luL Afr. I. 10). 

Das bei Eustathios p. 757 folgende Verzeichnis der Semsöhne 
und der von ihnen stammenden Völker stimmt ebenfalls noch 
teilweise mit Josephus überein. Es beginnt wie dieser: :xdvr6 
xal Srjfi jtalöeg iyivovro; dann aber werden in Wirklichkeit, da 
nach Lud und den Lydern noch Katpäv, a(p ov Kavärai einge- 
fügt ist, nicht 5 sondern 6 Söhne Sems genannt. Dieser Zusatz 
stammt wieder nicht aus Hippoljtos, sondern Kainan, der an 
dieser Stelle in gar keiner anderen Fassung des Diamerismos er- 
scheint, wurde aus der Septuaginta 10. 22 eingefügt (v. Gut- 
schmid 647). Der Zusatz rührt schwerlich von Eustathios, son- 
dern erst von einem späteren Leser her, der auch von diesem 
Kainan die Kavärai (nach v. Gutschmid die Bewohner der 
Handelsstadt dieses Namens am Tigris) ableitete. 

Dagegen beginnen bei den Söhnen Arams vereinzelte An- 
leihen des Eustathios, die entweder direct auf die Chronik des 
Hippoljtos oder auf eine ältere alexandrinische Bearbeitung 
zurückgehen können. Von Ovg {Ovoog Joseph., ^^g Hippel.) 



1) Aus derselben Quelle stammt bei Eustathios p. 757 auch der V>ei 
Joseplms fehlende Zusatz zu den Semsöbnen : xatiaxov 6h ovtol dnd 
Micanoxafjtiaq ^wg ru)v Sq^wv kQaQäzj a iaziv nQÖg x^v ^ÄQfjievlav. 



Nachwirkung der Chronik. 211 

werden, noch in Übereinstimmung mit Josephus, die Bewohner 
von Damaskos und der Trachonitis abgeleitet, dem OvX aber 
weist Josephus die Armenier, dem Fa^ig die Baktrianer, Eusta- 
thios dagegen jenem dieAa^ovelg, diesem die ^raq>fjvol zu. Diese 
Angaben sind deshalb schwerlich direct aus Hippolytos c. 167 ent- 
nommen, da dieser ^QoxaiovX als einen Namen faßt, von dem er 
nach dem griechischen Text die Kolchier, nach den lateinischen 
Übersetzern die Lyder ableitet; die bei Hippolytos von Gather 
abgeleiteten raoq)7jvol sind hingegen mit den 2!raq)i]Pol des 
Eustathios identisch. Die Trennung von ^Qg und OvX findet 
sich aber, wie wir sahen, bei den Alexandrinern, denen der Oster- 
chronist und der Synkellos folgten. Der erste hat p. 54, 10 ^£2g, 
€g ov Maöcpaloij OvX, ig ov Avöol, raO^SQ, ig ov raög)rjpol\ beim 
Osterchronisten stammen aber die Maötvalot aus der Liste der 
72 Völker, sie beweisen also für die Vorlage der Osterchronik 
nichts (v. Gutschmid 256). Der Synkellos hat p. 85, 10 SlCy 
ag>^ ov Tgccxfopsg, OvX, aq)* ov Mayagöol, Fad-hg, dg)* ov 
'Agfiivioi ^ An dieser Stelle bei Eustathios ist also der Anschluß 
an Hippolytos, wenn ein solcher überhaupt vorliegt, zwar noch 
keineswegs enge, immerhin aber eine teilweise Anlehnung an 
dessen alexandrinische Bearbeiter (vor Panodoros-Annianos) mög- 
licherweise schon vorhanden. 

Auch die nächste Angabe des Eustathios, daß von Meoox 
die MaöCrjpioc abstammen, ergibt keinen bestimmten Anhalt, da 
sie sowohl mit Josephus als mit Hippolytos und dessen alexau- 
drinischen Bearbeitern im chronicon paschale und beim Synkel- 
los übereinstimmt; die Namen werden nur verschieden geschrieben. 
Von Kainan, dem Sohne Arphaxads, leitet Hippolytos c. 170 die 
«östlichen» Samiten (Barb. Samaritae) ab, was wahrscheinlich für 
JScLQuarai verschrieben ist; hier bietet die Osterchronik das rich- 
tige ^agfiavai (dieser Name stammt nämlich nicht aus der 
72 Völkerliste), der Synkellos dagegen nennt infolge einer Ver- 
schiebung der Namen hier die Faag)fjvol (vgl. oben); bei Josephus ist 
dieser Kainan überhaupt übergangen. Anstatt dessen steht bei Eu- 
stathios: KalvaVy d(p ovJSoyyoöiavol' coto rovrov Sh xalri aörgo- 
vofila xal olojpiOfiol tjcsvoi^O^rjOav. Diese Notiz findet sich nun 



1) Im über genealogus, oben S. 87, 88 werden von ül die Armenü, 
Yon Gatera die Caefeni abgeleitet. 

14* 



212 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

wörtlich gleichlautend bei Johannes von Antiochien (Parisin. 1630, 
C. Müller, frag. hist. Graec. 2, 16 IV, 541; Parisin. suppl. 682, 
Istrin p. 10, vgl. unten); sie ist daher von Eustathios aus Jo- 
hannes oder einem anderen Antiochener entlehnt K Der Name Soy- 
yoöiavol ist überdies, wie v. Gutschmid bemerkt, die correcte 
Wiedergabe des persischen ^uguda. Die antiochenische Bearbei- 
tung des Diamerismos, aus der Eustathios hier schöpfte, beruhte 
also auf demselben Material, das auch Hippolytos benutzte, ging 
aber übrigens ihre eigenen Wege. Sie ist somit neben Josephus 
als zweite Quelle des Eustathios festgestellt; wahrscheinlich ge- 
hören ihr auch die nicht aus Josephus stammenden geographi- 
schen Bemerkungen bei Eustathios an, von denen oben (S. 210) 
die Rede war. 

Von Sala, dem Sohne Kainans, leiten Hippolytos und die 
Oster chronik die UalaO-taloc ab, beim Synkellos steht Haöäv, 
a(p ov KoOaloc, Josephus nennt nur dessen Namen; Eustathios 
dagegen macht die Sovoiavol zu dessen Nachkommen. Auch 
diese Besonderheit dürfte somit aus der antiochenischen Quelle 
stammen. Ebenso scheint Eustathios ihr folgend von ^akex die 
*Aöiaßr]Voly von ^kxxav die ^Eögafialoi herzuleiten, während Hip- 
polytos c. 174 von Phalek das Geschlecht Abrahams, von Jektan 
aber überhaupt kein Volk abstammen läßt Bezüglich Phaleks 
stimmt die Osterchronik mit Hippolytos, von Jektan dagegen 
leitet sie die Äthiopen ab, was jedoch nicht in Betracht kommt, 
da der Name aus der 72 Völkerliste eingefügt ist. Beim Synkellos 
sind die Namen wiederum verstellt, daher bei ihm mit Phalek (statt 
IJaXeq)) die Baktrer, mit Jektan die Maötvaloi verbunden sind. 
Von Eber werden aus naheliegendem Grunde übereinstimmend 
in allen Fassungen des Diamerismos und daher auch bei Eusta- 
thios die Hebräer abgeleitet. Eustathios bietet jedoch hier aber- 



1) Dieselbe Nachricht über Kainan steht auch bei Barhebraeus p. 7: 
rumor est, eum invenisse astrologiam. Eine ähnliche Angabe aus ver- 
wandter Quelle findet sich auch beim Osterchronisten , jedoch nicht in 
dessen Diamerismos sondern später p. 04, 10 ^v xolq ;ij()övo*$ xfjq nvQyo- 
nodaq ix xov yivovg jig^a^äd dvi^Q zig ^Ivöbq avsipdvrj oocpdg äaTQOvd- 
flog, dvSfiazi l4v6ovßdQiog, dg xal cweyQaypaxo nguixog Ivöoig daxQOvoßlav 
(was bei Gl eye Byz. Ztschr. VIIl 507 nicht erwähnt ist). Endlich wies 
A. V. Gutschmid 648 darauf hin, daß Kainan auch nach dem Buch der 
Jubiläen sich mit Astronomie (nicht Epigraphik, wie v. G. sagt) befaßte. 



Nachwirkung der Chronik. 



213 



mals eine zuerst bei ihm nachweisbare, gleichfalls der antioche- 
nischen Bearbeitung des Diamerismos entnommene Notiz, wonach 
die Hebräer allein ihre Sprache bewahrt hätten, weil sich Eber 
nicht am Turmbau beteiligtet 

Auf diesen Abschnitt folgt bei Eustathios eine chronologische 
Auseinandersetzung, die aus Africanus entnommen ist. Er han- 
delt hierauf p. 760 von den bei Josephus ebenfalls ganz über- 
gangenen Söhnen Jektans und den von ihnen stammenden Völ- 
kern. Hier ist nun, wie die folgende Zusammenstellung der 
Namen lehrt, die Übereinstimmung mit den alexandrinischen Be- 
arbeitungen des hippoljtischen Diamerismos schlagend. 



Hippolytos Barbaras 

c. 176 flf c. 150 ff 

^hxxav 6b 6 Ectam au- 

aösXtpix; tem genuit 
^alExhytV' 

VTjOe TOP 

'Elfimöaö' Ermodad- 

Yrdo/ Indii 



2:aXe^' 

BaxTQia- 

vol 
^AQaH'AQa- 



Saleph- 
Bactrianii 

Aram-Ara- 
bii 



Chron. pasch, 
p. 54, 20 ff 

'lexrav - AI- 
^lojteg 



^EX(io:>6ä6' 
^Ivöol 



BaxxQia- 
vol 

"^AQaßsg 

jtXlol 



Synkellos Eustathios 
p. 85, 19 ff p. 760 



^EXfiODÖaö' 

^Ivöoi 
^iBXTaV'Ma- 

ÖLValOL 



SaXiKDÖaö- 
^IvSoi 



2!aXe<f' 
BaxxQOL 



^AocißcoO^' ^AöaQ(i(o&' 
"AQaßeg "AQaßeg 

— ^lagaX'KaQ- 

liavol 



1) Sie findet sich auch bei Mar- Michael (Jerusalemer Ausgabe 
S. 13, Langlois p. 32 vgl. unten) und bei Barhebraeus p. 9, bei diesem 
in folgender Fassung: S. Jacobus et Johannes Medinensis putant, linguam 
hebraicam esse primaevam, quae apud Eberum conservata est, qui iustus 
erat, neque in aedificationem turris consentiebat. Beziehungen zur antio- 
chenischen Chronik sind auch bei Mar-Michael von Antiochien nach- 
weisbar (vgl. unten); «national syrisch-, wie Geizer Sext. lul. Afr. II 443 
meint, ist also dieses Stück keineswegs, sondern es gehört der griechischen 
Bearbeitung des Diamerismos an. 



A. Bauer, Chronik des HippolftoB. 



Hippolytos 
e. 179 ff 


Biirbaniä 
c, 153 


Cbron. pasch. 
p. 55. 4ff 


SjQkelloB 
p. 86, 3ff 


Euatathioa 

p. 7fl(t 


'MovQa/i- 
KaQ(iriXtot 


Iduram- et 
Milii 


'OÖOQQÖ- 

'AQQiavoi 


'läoVQCtfl- 

Kafi^Xioi 
6oi 


'OdoQQa- 
MÖQäoi 


Al»il).-'A. 
Qiiavüi 


EthU-Airi- 


At^TjX-'FQ- 
xavol 


'hCiä-'Agi- 
avSvol 


'teCdX-'Af 
Qtavoi 


'AßtiteiiX- 


Abimeil- 
YrcBuü 


j€xXa-Ke- 
öpovOiot 


d£xXä(i-Ks- 

ÖQOVOUH 


AExXä-Kf 

dQOVCtOt 


Jexiä/i-Ke- 
dQovaioi 


Declam-Ce- 
drysii 


'Aßtiitiß- 
Sxv»ai 


— 


— 


FtßhX-Sxv- 


Qebal-Scy- 
thii 


— 


reß^X-Sxv- 


reßäX-Ixi- 


- 


- 


— 


'AßtfitrjX- 
'YQxavol 


'Aßifu!ll- 
'VQxam 


Saßät-'A- 
Xa/ioaiDot 


S»bal-Ada- 
mosynii 


Saßav-'A- 
Qaßeg iaoä- 

TtQOl 


Saßax'A- 
gaßeg '/p- 
6cäv 


Saßei'A- 
Qaßtq li- 

äaiftom 


'fov/Kf-'EQ- 
ftatot 


Huir-Ärme- 
nii 


Ov<pt\{i-'AQ- 
fjdpioi 


OüfjQ-OvaQ- 
valoi 


fievtof 


amal-lv/i- 
i'oao(pia- 
rai. 


£ugee-Nu- 
disapien- 
tes. 


p. 54, 7 Evtl- 
Xa-Vvfivo- 


Evfjv-rv[t- 
»oaotpia- 
zal. 


EviXäz- 
rvfivoöo- 
g>iOTai 



Da in diesem Abschnitt der OsterchroDik, soweit er hier 
ausgesciirieben ist, keine ÄnleiheD bei der Liste der 72 Völker 
gemacht wurden (die daraus stammenden mit ol xai angefögta 
Namen sind weggelassen), so gewähren deren Angaben von da 
alexandrinischen Vorlage eine zutreffende Vorstellung. Ver^leidit 
miui iitiu iViese Listen miteinander, so bemerkt man eineneils 
fast iu jeder einzelne unwesentliche Verschiebungen und Be- 
mderheiten, andererseits aber auch so erhebliche UbßreiiistiiD- 
lUagen, dnli alle im letzten Ende auf Hippolytos znräckgeflihrt 
rden mUsmi. Die des Eustathios steht aber in ihren Beson- 
irheiten dt« drei aus alexandrinischer Quelle stammenden Fu- 
ingen i Dnrbams, Osterchronik und Synkellos) so viel näher ti» 




Nachwirkung der Chronik. 215 

dem Originaltext des Hippoljtos, daß sie einer älteren alexandri- 
nischen Bearbeitung von dessen Chronik entnommen sein muß. 

Eustathios erweist sich also in seinem Diamerismos als ein 
verhältnismäßig selbständiger Autor, der neben Josephus, einer 
antiochenischen Bearbeitung des Diamerismos und Africauus für 
seine Liste der Söhne Jektans noch eine ältere alexandrinische 
Chronik heranzog, der er schon im Vorhergehenden anscheinend 
die eine und andere Einzelheit entnommen hatte. 

Aus dem Diamerismos des Johannes ist nur ein einziges 
Fragment überliefert, das von den neueren Forschern bald dem 
Johannes Malalas, bald dem Johannes von Antiochien zuge- 
schrieben wird, das aber zweifellos antiochenischen Ursprungs 
ist K Es ist in zwei Pariser Handschriften No. 1630 und Parisin. 
suppl. No. 682 erhalten, und aus der ersten lückenhaften von 
C. Müller, fragm. bist. Graec. IV, p. 541 als Fragment 2, 17 des 
Johannes Antiochenus, aus der zweiten vollständigeren zuerst teil- 
weise von A. Wirth, Chronographische Späne, Frankfurt 1894, 
dann vollständig von V. Istrin als Fragment aus dem ersten 
Buch des Johannes Malalas abgedruckt (Das erste Buch der 
Chronik des Johannes Malalas, Zapiski (Memoires) der kaiserl. 
russ. Akad. d. Wissensch. VIII Serie, hist.-philol. Classe Bd. I 
(1897) No. 3, p. 11 flF; vgl. Gl eye, Byz. Ztschr. VIII, 506 ff). Um die 
Herstellung des Textes in dem Müllerschen Abdruck bemühte 
sich A. V. Gutschmid 627 erfolgreich, wenn er auch naturgemäß 
nicht überall das Richtige traf. v. Gutschmid bemerkte femer 
zuerst, daß von allen erhaltenen Fassungen des Diamerismos mit 
diesem Texte des Johannes einzig und allein der p. 82, 10 ff begin- 

1) Zu der Streitfrage Malalas— Johannes Antiochenus nehme ich ab- 
sichtlich nicht Stellung. Nach Fat zigs Ansicht sind die bei Müller, fragm. 
bist. Graec. IV, 538ff abgedruckten, dem fragm. 6,14 vorhergehenden Bruch- 
stücke aus dem Parisin. 1630 im Ganzen als Reste des Malalas zu be- 
trachten , dessen Werk Johannes Antiochenus nach Patzig ausschrieb. 
Gl eye hSJt dagegen den Johannes Antiochenus für den älteren und für 
den Verfasser eines höher stehenden Werkes, von dem Malalas nur eine 
vulgäre Bearbeitung veranstaltete. Die byzantinische Zeitschrift enthält 
bis auf Krumbachers Veto (Bd. X 53) sehr zahlreiche Arbeiten über 
diese Streitfrage, von denen ich deshalb absehen darf, weil für meine 
Untersuchung lediglich der antiochenische Ursprung der Johannesfrag- 
mente in Betracht kommt, der von keiner Seite bestritten vs^ird. 



216 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



nende Abschnitt des Synkellos verwandt ist, den dieser, aus an- 
derer Quelle als im folgenden schöpfend, vor seinem eigentlichen 
Diamerismos eingefügt hatte. 

Ich stelle die Texte der beiden Parisini, den aus No. 1630 
ohne die Ergänzungen Müllers und v. Gutschmids, den aus 
No. 682 nach Istrins Abdruck mit dem des Synkellos zusammen, 
um ihre nahen Beziehungen ersichtlich zu machen. 



Paris. r)82 

1. Xoijtov öisfiegl- 
öd-riöav al (pvXal xAv 
vlmv Neos, Xiyoo öfj 
Tov 2Jf]fi, Tov Xafi, 
Tov ^lacped^ Tcov tqi- 



2. xal eZaßsp r) q^v- 
Xi] Toö ^rift ano 
IlaQolöog xal Bax- 
TQfov k(Dq tijg ^Ivöi- 
x^g rb fifjxog xal zb 
jeXdroq icog ^Pcvo- 

XOVQOVQODVy O iöTlP 

djto avaroXrig %(og 
fiegovg r^g fisotfi- 
ßglag, xal Tf]p -Si> 
Qlav xal Mrjöiav xal 
jtorafibv tov xaXov- 
fievov KvifQarnr. 



W, /} de roO Xan. 
TOV ß vlov Nwt q)v?.7j 
tXaßev ojtb 'Pivoxo- 



2. nXdtoQ and ^Ivöi- 
xrjq) "(oq "Av. Ol eye. 



Paris. 1630 

1. öiBfieglad^rjöav 
al (pvXal xwv vi- 
mv N(5a 



Synk. p. 82, 10 ff 



2. xal tXaxBV f) 
q>vXrj 2£ri(i djto 
IleQolöog xal . . 



Cf 



tcoc . . . . 



EvfpQarov 



3. Tj de TOV Xäfi 

... QOVQOJP 



aJTo 



1. Xfjfi rd) jtQt'}' 
TOTOxo? avTov vloj 

t 4 

dyovxt txog vXa töco- 
xev äjcb UfiQölöog xal 
BdxTQfDP t(og ^Ivöt- 
x^g fifjxog, JtXdrog 
ÖS djcb ^JvöiXTJg ^wg 
"^PivoxovQovQoyv xfjg 
AlyvjtxoVy fix Ol xa 
djtb dvaxoXijg tojg 
fitQOvg xTjg fUOSjU' 
ßglagj XTjv XI J^v- 
Qlav xal MriÖBiav xal 
jcoxafibv dioQl^ovxcc 
avxov xa oQia xov 
Ev(pQdxr}v, 

2. Xa(i 6i xm ß 
avxov t;/c5 ayovxt 
fro;; vxC töo^xe xa 



Nachwirkung der Chronik. 



217 



Pari». 682 

QOVQov Tfjg Alyvjt' 
rov ßXsJtovra jtQog 
voTov icoq fitQovg 
rijg &6oe(og xal Jia- 
oav xriv Aißvrjv xal 
rbv NtlXov jtOTa- 
fiop, TOP Xeyo^tvov 
XQVöOQvav xal rtjp 
^AipQixriv xal imgifig 
MavQtravlag xal rcöv 

^HqOXXbOTIxSv OTT]' 

XAv xal T^c fisyaXfjg 
ihaXa067]Q rov \46Qla, 



fs >v/ 



4. Tov öe Iag)6d^, 
rov xqItov vlov Nme 
r/ q)vX7i tXaßep rag 
cb(6 Mi]6lac ijtl T7]v 
agxTov ta)g Bqit- 
ravixciv vrjOov xal 
jtavTa xa rfjg TIov- 
Tixijg ta)g rov fie- 
Qovg xfig övöewg xal 
xov Aavovßtv xal 
xov Alav xovg jto- 
xafiovg xal xa ijtl 
Kavxaöia oqt] xal ^A- 
ßaoyovg. xal jtavxa 
xa Id-vri hxBlva clq- 
^afievog äjto xov 
Tlygi Jtoxafiov du- 
Xoygl^ovxo yirjölav 
xcu BaßvXcovlav xal 
%mg xijg Uovxixtjq 
d-aXaööfjg xa jtQog 



Paris. 1680 
xfjg Alyvjtxov .... 

fccog fikQovg xijg 
övosa)g xal jcaoav 
xfjv Aißvf]v . . xop 
NelXov xov Xeyo- 
HBvov XQ^^OQQoap 
• . • 

tcog MavQtxavlag 
xal xmv ^HgaxXea)' 
xixcov oxTjXcop xal 
XTJg fieyaXTjg ^a- 
XaoOTjg xijg \i- 
ÖQlav . . 



« l'^ 



•^ >v / 



4. ^ 61 xov Ja- 
(ptd" .... 

ajto Mr/ölag xijv 
kjtl xov ägxxov 
8a>g Bgcxxavixcov 
VTjOwv Jtavxa xa 
xov Uovxov ? . . . . 

xov Aavovßtv . . 
xov Tavaiv xovg 
jtoxafiovg . . xijv 
sjtl Kavxaöia ogt} 
xal ^Aßaoyovg . . . 



aJto Tlygiöog . . . 



xal tojg xjjg IIov- 
xixTjQ d^aXaOOrjg ra 



Synk. p. 82, 10 ff 

jtgog voxov xal Xlßa 
xal (legog xijg öv- 
060}g ajcb Pivoxov- 
govga)v xijg Alyvjt- 
xov, Ald-iojtlav xal 
Alyvjtxov xal Ai- 
ßvrjv, ^A(pgLxt}v xal 
Mavgixavlav ?a}g 
'HgaxXelov orrjXciv, 
rjxoi ia>g xov övxi- 
xov xal Aißvxoi 'ü- 
xsavov, jroxafiov Öl- 
ogiCovxa xov Net- 
Xov, 6g xal FtKov xal 
Xgvöoggoag Xtyexai. 

3. ^lacphd- 6b xq> 
xglxfp vlcö avxov 



> * 



ayovxi BTog vxb ajto 
Mi]6Blag xa Jtgog 
agxxov xal 6v<Jfict^ 
BOfg ra6Blgoyv xal 
BgBxxavixäv vi^aojv, 
\igHBvlav xal ^Ißr}- 
glaVy Uovxov, KoX- 
xovg xal xäg xaxo- 

jtiv X^Q^^ ^«^ ^V' 
öovg icog ^IxaXiag 
xal FaXXixijg üjta- 
vixijg XB xal KbXxi- 
ßrjQiag xal ylvoira- 
vcov. 



3. tov AÖQla Glossem. 



218 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Paris. 682 

r^p ^Poöop xal Kxh 
JtQov xal rov ^Attcl' 
Xrjöcv. 

5. öufieQla&TjCap öh 
al TQBlg (pvXal elg 
Trjp yfip ed-pfj oß, 
xad^cog Evoißcog 6 
nafig)vXov 6 öotpci- 

rarog XQ^^^YQ^T^^^ 
i^id^BTO ravza. 

Hierauf folgt ein von 
Andubarios, Chus, Ne- 
brod, Kronos und Pi- 
cus handelndes Stücke 
das im Chronikon pa- 
schale p,6*4, 10 ff wört- 
lich gleichlautend eben- 
falls an den Diameris- 
mos angefügt erscheint^ 
also bei diesem eben- 
falls aus antiocheni- 
scher Quelle stammt. 



Paris. 1630 
djtO TOP ^Poöop 

xal KvJtQOv xal 

Tt]P A 

5. öufiegicd-TjOap 
öh al g)vXal xal 
afisipap 6&PTJ oß. 



Synk. p. 82, 10 ff 



4) tdv Uttdlijaiv, viel- 
leicht T^v ^xaXlav zu 
lesen. 



4. ovTO) fiegloag 
xal l'f'/Qa(po}g öia- 
d-ifi€Pog, Sg (paocp, 
ijtavaypovg xb av- 

TOlg TTJP Öiad-I^XTjP 

avTOv k<ig>QaylcaTo 
xtX, 



\ 



Ein Vergleich dieses eigenartig und kurz gefaßten Diame- 
rismos mit Hippolytos und dessen alexandrinischen Bearbeitungen, 
beim Barbarus, in der Osterchronik und beim Synkellos p. 85, 1 ff, 
ergibt abermals, daß der antiochenische Zweig der Überlieferung 
von allen anderen unabhängig ist. Ebenso zweifellos aber er- 
gibt sich, daß der Synkellos neben dem p. 85, 1 beginnenden 
alexandrinischen auf p. 82, 10 ff diesen antiochenischen Diameris- 
mos benutzte. Denn seine hier in Übereinstimmung mit den 
beiden Parisini gegebenen Qrenzbestimmungen der drei Erb- 
teile stehen im Widerspruch zu den p. 85, 1 nach der alexandri- 
nischen Quelle gebotenen Grenzbestimmungen p. 86, 12 ff; 89, 7 ff; 
93, 4 ff. 



Nachwirkung der Chronik. 219 

Wir lernen also durch die beiden Pariser Handschriften ein 
Stück derselben, ihre eigenen Wege gehenden, aber aus gleich- 
artigem Material wie Hippoljtos schöpfenden antiochenischen 
Bearbeitung des Diamerismos kennen, von der uns auch bei Eu- 
stathios schon Spuren begegnet sind, und können deren Benutzung 
durch den Synkellos erweisen. 

Die Vermutung A. v. Gutschmids, daß sowohl der Ver- 
fasser des Parisinus 1630 als der Synkellos auf einen verlorenen 
vollständigeren Johannestext zurückgehen, ist durch den Pari- 
sinus suppl. 682 lediglich bestätigt worden. Da aber der Syn- 
kellos noch einiges mehr bietet als der Paris, suppl. 682, so 
ist wahrscheinlich auch dieser Text noch nicht der vollständige 
Johannes. 

Die Angabe des Alters der drei Noachiden zur Zeit des Dia- 
merismos scheint dagegen eine Besonderheit des Synkellos selber 
zu sein, wie schon A. v. Gutschmid vermutete. Überdies ist 
aber beim Synkellos das dem antiochenischen Diamerismos Ent- 
nommene mit der Erzählung von dem Testament Noes verbun- 
den, während in den beiden anderen Fassungen des Johannes 
von dem Testament Noes sich nichts vorfindet. 

Diese selbe Verbindung eines kurzen Diamerismos mit dem 
Testament Noes, die wir soeben beim Synkellos fanden, ist uns 
aber schon einmal bei den 5 von einer kürzenden Zwischenquelle 
abhängigen Chroniken (oben S. 195) begegnet. Allerdings sind die 
Grenzbestimmungen der drei Erbteile bei diesen 5 Chronisten im 
einzelnen wieder etwas verschieden von denen des Synkellos und 
des Antiocheners, allein das ftir beide charakteristische ra ajto 
avaxoXrjq bei Sem, ra JtQoq voxov bei Cham und ra JtQoq agx- 
TOP bei lapheth kehrt doch teils wörtlich, teils wenigstens dem 
Sinne nach auch bei den 5 Autoren wieder. Es besteht also 
augenscheinlich auch ein Zusammenhang zwischen der antioche- 
nischen Chronik und der kürzenden Zwischenquelle und es ergibt 
sich somit, daß wahrscheinlich der vom Synkellos und von der 
kürzenden Zwischenquelle benutzte Antiochener und nicht erst 
der Synkellos die Verbindung mit dem Testament Noes her- 
stellte*. Da ich diese Beziehungen auf dem Stemma Taf. X 

1) Diese ErkläniDp: scheint mir weit wahrscheinlicher, als die An- 
nahme, daß der Synkellos von der kürzenden Zwischenquelle beeinflußt ist. 



220 



A. Banei*) Chronik des Hippolytos. 



nicht ersichtlich machen konnte, so sei das Ergebnis hier sehe- 
matisch dargestellt: 



Antiocheniscber Diamerismos 
(Johannes) 



Die alexandrinische Chronik 



/ 




Die kürzende Paris. 1630, Chr. pasch. Chr. pasch. Synk. Sy nk. 

Zwischen- Paris, suppl. 682. p.64, lOff. p.46, 5ff. p.82, lOflF. p.85,lff. 

quelle. 

a) Anon. vor ^alalas, 

b) Georgios Monachos, 

c) Symeon Logothetes, 

d) Theodosios Melitenos, 

e) Pseudo-PoUux. 

Der Synkellos folgte also zuerst p. 82, 10 ff einer antioche- 
nischen Quelle, mit der er von p. 85, 1 angefangen den Diame- 
rismos einer alexandrischen Chronik verband. Deshalb ändert« 
er die in der letzten vorgefundene Reihenfolge der Namen 
(lapheth, Cham, Sem) und stellte sie der zuerst benutzten 
Quelle entsprechend um (Sem, Cham, lapheth). Als Verbin- 
dung zwischen beiden Stücken fügte er die Betrachtung p. 84, 
6 — 19 ein, die auch äußerlich durch die Anfangsworte: jcbqX cjv 
iv rolQ löloig xojtoiq . . . lexO-i^oerac als von ihm selbst verfaßt 
gekennzeichnet ist. 

Der Synkellos bildete dann wiederum die directe Vorlage 
für den Diamerismos im Parisinus 1712, aus dem endlich die 
Chronik des Kedrenos geschöpft ist. 

Die anonyme, im 11. oder 12. Jahrhundert geschriebene, im 
Parisinus 1712 erhaltene Chronik führte Ducange in seinem Va- 
riantenverzeichnis zur Osterchronik (chron. pasch, ed. Bonn. II, 
233 S) als das Werk des Symeon Logothetes in die Literatur ein; 
A. V. Gutschmid 616 citiert sie deshalb unter diesem falschen 
Namen. Erst Geizer (Sext. lul. Afr. II, 280, 357 flF) wies nach, 
daß dieser Text mit Symeon nichts zu tun habe, sondern viel- 
mehr die Quelle darstelle, aus der im Anfang des 12. Jahrhun- 
derts Kedrenos schöpfte (vgl. Praechter, Byz. Ztschr. V, 484ff). 
Ich bezeichne daher diese Chronik als Pseudo-Symeon. 



Nachwirkung der Chronik. 221 

Nach der mir zur Verfügung stehenden CoUation H. Geizers 
gibt der Paris. 1712 folgende Darstellung des Diamerismos. Er 
beginnt mit einem aus Synk. p. 82, 8 ff wörtlich entlehnten Stück, 
das auch die Angaben über das Alter der 3 Noachiden zur Zeit 
der Teilung enthält. Von geringfügigen Auslassungen, Varianten 
des Ausdrucks oder auch nur der Schreibung abgesehen, findet 
sich hinter rriv re UvQlav (Synk. p. 82, 13) ein Zusatz: ^ xal 
^lovöala Xdysrai' Uvgovg yaQ ol JtaXaiol rovg üaXaiOTivalovq 
copofia^op. Derselbe Zusatz kehrt auch bei Kedrenos p. 23, 23 
wieder'. Dieses Stück reicht bis Synk. p. 84, 6 jcargcpcp d-eä 
XafUtQoig. Daran wird unmittelbar mit ix rov Srjfi rov jtQci- 
Tov vioi; = Synk. p. 85, 3 der eigentliche Diamerismos angefügt, 
der sich wiederum, von wenigen Varianten der Namen abgesehen, 
mit dessen Darstellung deckt. Zwischen beiden Abschnitten fehlt 
also im Paris. 1712 (und daher auch bei Kedrenos) gerade das 
vom Synkellos selbst herrührende Verbindungsstück p. 84, 6 — 19 
(vgL oben S. 220). Man könnte also auf die Vermutung verfallen, 
daß der Paris. 1712 nicht direct aus dem Synkellos schöpfte, 
sondern mit Kedrenos auf eine gemeinsame Quelle zurückgeht. 
Sie muß jedoch deshalb abgelehnt werden, weil sowohl die dem 
Synkellos eigentümliche Angabe des Alters der Noesöhne als 
auch die für ihn ebenso charakteristische Verbindung einer an- 
tiochenischen Quelle mit einer alexandrinischen Chronik im Pa- 
ris. 1712 wiederkehrt; also ließ erst der Verfasser des Paris. 1712 
selbst und nicht schon seine Vorlage den Abschnitt aus Synk. 
p. 84, 6—19 weg. 

Bei dem den Paris. 1712 ausschreibenden Kedrenos findet 
sich nach p.25,7 den Worten: irciv x^Xlcop tJtzaxoöicop oyöorixovxa 
BJtTa in den Handschriften eine große Lücke infolge des Ausfalles 
eines oder mehrerer Blätter; tcaq Maöxovölaq xrjq xaxa "iXtov, 
was bei Kedrenos unmittelbar auf die eben angeführten Worte 
folgt, steht beim Synkellos erst p. 93, 6. Dieser Abschnitt ent- 
hält im Paris. 1712 zu den schon oben (S. 194, Anm. 1) als Zusatz 
aus Prokopios de bell. Vand. II 10 bezeichneten Worten des 
Synkellos p. 87, 13. 14 noch folgende Ausführung: fiagxvQel öh 



1) A. V. Gutschmid (325 bezeichnete irrtümlich Kedrenos selbst als 
dei^enigen, der den ziemlich selbstverständlichen und keine besonderen 
KenntniBse verratenden Zusatz gemacht habe. 



222 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Tovro xal ÜQOxoxiog 6 lorogixog, q>aOxa}v mg xb xmv Avßicov 
eO-pog ol MavQOvaioc ix rfjg llaXaiarlprjg yfjg hcsloe xarobcf]- 
aap. elpai 6h rovrovg, ovg äpayQa(pti xa d^ela Xoyia FeQyeöalovg 
xal Isßovoalovg xal xa Xoijta Id^pri^ ooa Jtgog ^Irjoov xov Nävi 
xaxsjtoXsfi^d-i]. xexfiTjQiol öh xop Xoyov äXi]9-7J jcapxajtaaip 
xvfx^^^^^ ?x xipog kxiyQan(iaxog xal äpaypcipai (p'qCi xolg 
^otpLx(DP ygafifiaot ovyxelfiepop. slpat öl xovxo ayxov xqi^- 
vrjc, £p&a öxfjXai ovo ix XlO-top Xevxmp Jtejtolrjpxac, Ip alg kyxe- 
xoXajtxat xaöe' ^fistg iofisp ol (pvyopxsg ojco JtQoocijtov ^Iijöov 
xov Xi^jöxov xov vlov Nävi Dieser Zusatz findet sich auch in 
anderen Quellen (vgl. Patzig, Byz, Ztschr. X, 46); wie ein Ver- 
gleich mit diesen lehrt, stammt er im Parisinus 1712 aus der 
Kirchengeschichte des Euagrios IV 18 (Migne patroL ser. Graec, 
vol. 86, 2, p. 2736). Im übrigen unterscheidet sich der Text 
des Diamerismos im Parisinus 1712 von dem des Synkellos nur 
durch ganz unerhebliche Varianten der Namensformen. 

Kedrenos unterscheidet sich ebenfalls von seiner Vorlage, 
dem Parisin. 1712, nur durch ganz unerhebliche Varianten und 
bietet keinerlei Zusätze. Diese beiden Autoren, Pseudo-Symeon 
und Kedrenos, stehen also nur durch Vermittlung des Synkellos 
mit der alexandrinischen Chronik und Hippolytos im Zusammen- 
hang. 

g) Die Syrer und Armenier. 

Dagegen läßt sich wiederum eine directere Benutzung des 
Hippolytos bei einigen orientalischen Chronisten nachweisen. 

Nach A. V. Gutschmids und Geizers Darlegungen (Sext. 
lul. Afr. II 401, 432 flf, 476 flF) ist über diese Schriftsteller folgen- 
des vorauszuschicken. Mar-Michael, von 1166 — 1199 Patriarch 
von Antiochien, verfaßte eine Chronik in syrischer Sprache, deren 
Original vorläufig unzugänglich sich im Besitz eines chaldäischen 
Bischofs befindet; eine seit 1891 im britischen Museum befind- 
liche arabische Übersetzung ist ebenfalls noch nicht veröfiFent- 
licht. Bekannt sind bisher nur armenische Bearbeitungen: eine 
ausführlichere, die von Langlois: chronique de Michel le Grand, 
patriarche des Syriens Jacobites . . . sur la version du pretre 
Ischök, Venise 1868, veröflFentlicht wurdet und eine zwar kürzere, 



1) Die Einleitung und ein Stück des Textes ist auch von Dulaurier, 
Joum. Asiatique 4. serie vol. XII p. 281 übersetzt. Die Übertragung ins 



Nachwirkung der Chronik. 223 

aber, wie schon Geizer (S. 434) bemerkt hatte, vielfach bessere 
RecensioD, die nur armenisch, Jerusalem 1871, gedruckt ist End- 
lich veranstaltete ßarhebraeus, Maphrian des Orients 1264—1286, 
einen Auszug aus dem Werke Mar -Michaels; der Text des Bar- 
hebraeus oder Abulpharag ist syrisch und lateinisch von ßruns 
und Kirsch: Gregorios Abulpharag sive Barhebraei chronicon, 
Lips. 1789, herausgegeben. Zu bemerken ist noch, daß neben 
Eusebios, ausdrücklichen Citaten bei den Syrern zufolge, die Chro- 
nik des Annianos zu ihren Hauptquellen gehörtet 

Zu diesen auf Mar- Michaels syrische Chronik zurückgehen- 
den Zeugen kommen ferner die Armenier im engeren Sinne, d. b. 
die noch unveröffentlichte, von Chalatiantz aufgefundene Chronik 
des Andreas (oben S. 3 Anm. 1), etwa aus dem Jahre 350, und 
Samuel von Ani, der eine mit dem Jahre 1177 endende Chronik 
verfaßte, für deren Anlage er sich Eusebios als Muster nahm; sie 
ist in lateinischer Übersetzung ediert im Anhang zum armenischen 
Eusebios von Zohrab und A. Mai: Eusebii Pamph. chron. canon. 
libri duo Mailand 1818 und danach bei Migne, patrol. ser. Graec. 
vol. 19 wieder abgedruckt. Über noch spätere syrische, arme- 
nische und georgische Schriftsteller, deren Chroniken jedoch hier 
nicht mehr in Betracht kommen, ist Geiz er a. a. 0. zu ver- 
gleichen. 

Mar-Michael von Antiochien gibt neben vielen anderen 
Schriftstellern (p. 18u. o.ed. Langlois) auch den alexandrinischen 
Mönch Annianos als seine Quelle an, bemerkt aber an der citierten 
Stelle irrig, daß dieser eine c Geschichte von den ältesten Zeiten 
bis auf Kaiser Konstantin verfaßt habe». Daß er gleichwohl 
diesen Alexandriner wirklich kannte und benutzte, beweisen nebst 
den häufigen Citaten besonders zwei Bemerkungen (Langlois p. 21 
== Barhebr. p. 3 und Langlois p. 23; vgl. p. 25): Mar-Michael 
hebt einmal hervor, daß Annianos das als Henochbuch bekannte 



AnneniBche rührt von zwei Autoren: David und Ischök her und ist 
nach einer bei Langlois p. 10 abg^dnickten Angabe 1248, nach einer 
Notiz am Schluß der Jerusalemer Ausgabe 1246 angefertigt. 

1) Da der eine dieser Syrer, Mar-Michael, ein Antiochener ist 
und eingestandenermaßen Annianos benutzt, so gewinnt der Nachweis 
(oben S. 213), daß der Antiochener Eustathios gleichfalls von einer alexan- 
drinischen Chronik abhängt, auch von dieser Seite her eine Stütze. 



224 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Apokryphon benutzt habe\ und merkt an einer anderen Stelle 
eine abweichende Datierung aus dessen Chronik an. Es fragt 
sich also, ob, trotz der Benutzung anderer Quellen, auf dem Um- 
weg über Annianos sich bei Mar-Michael noch Spuren des 
Hippolytos nachweisen lassen. Ich setze zu diesem Zweck die 
zwei Fassungen der Jerusalemer Ausgabe und der Übersetzung 
von Langlois nebeneinander: 



Jerusalemer Ausgabe p. 10 ft'. 

1. Und es waren die Söhne 
von Noe: Sem, lapheth, Cham. 
Im 98. Jahre Sems geschah das 
Wasser, und mit 100 Jahren 
zeugte er einen Sohn. Und es 
teilte Noe unter seine Söhne 
die Erde. 

2. Und er gab dem Sem Per- 
sien und Paktura (d. h. Baktrien) 
bis Indien (bis) gegen Rhino- 
korura, welches ist der Nil; und 
dem Cham gab er von Rhino- 
korura bis Oadiron, dem la- 
pheth gab er von Medien bis 
Gadiron des Nordens. 

3. Das Geschlecht lapheths 
hatte (das Gebiet) von der Quelle 
des Flusses Tigris, welcher teilt 
zwischen Medien und Persien. 
Und das Geschlecht Sems wohnt 
östlich und westlich von Eu- 
phrat und Diklath (Tigris), und 
das Geschlecht Chams hat den 



Langlois p. 20 ff. 

1. Noe vecut 350 ans apres 
le deluge, engendra un fils nom- 
me Maniton et partagea la terre 
entre ses enfants. 



2. II donna ä Sem la Perse, 
la Syrie, la Palestine, jusqu'ä 
Rhinocoroura, c'est ä dire le Nil 
avec Bectouria; ä Cham de 
Rhinocoroura jusqu'ä Catiron; 
enfin, Japhet eut pour sa part 
depuis la Medie jusqu'ä Catiron 
du nord. 

3. La race japhetique possede 
le territoire qui s'etend de- 
puis les sources du Tigre, qui 
sert de limites entre la Medie 
et la Perse. La race semitique 
occupe les pays situes ä l'orient 
et ä Toccident de TEuphrate et 
du Tigre. La race chamitique 



) 



1) Das Citat ist falsch, denn damit ist nach Geizer (Sext. lul. 
Afr. II 440) die kleine Genesis oder das Buch der Jubiläen gemeint. Die 
Angaben, die Mar-Michael diesem Apokryphon entnommen hat, finden 
sich auch beim Synkellos; Langlois und Geizer bemerken daher mit 
Recht, daß sie sowohl Mar-Michael als dem Synkellos durch Annianos 
oder eine verwandte alexandrinische Chronik vermittelt sind. 



Nachwirkung der Chronik. 



225 



Jemsalemer Ausgabe p. 10 ff. 

Fluß Gehon, welcher teilt die 
Grenze zwischen ihnen. 

4. und die Söhne lapheths 
sind : die Armenier, Makedonier, 
Meder, Griechen, Lateiner, Ge- 
orgier, Alanen. Die Söhne 
Chams sind: die Inder, Ägyp- 
ter, Hethiter, Jebusäer, Abyssi- 
nier, d.b. die Kuschiten, dieGer- 
geseer, die Aradier (Arut' at- 
sik*). Die Söhne Sems sind: 
die Assyrier, die Chaldäer, 
welche sind die Syrier (At^u- 
ratsik\ K'aldeatsik* ork en 
Asorik^), die Hebräer, die Fran- 
ken, die Perser. 

5. Und die Semiten haben (das 
Gebiet) von Osten und Westen 
in der Mitte der Erde, und die 
Söhne laphets haben den Nor- 
den vom Osten zum Westen und 
die Söhne Chams den Süden. 



Langlois p. 20 ff. 

possede le fleuve Gihon, qui 
trace entre eux une limite. 

4. Les descendants de Japhet 
sont: les Armeniens, les Mace- 
doniens, les Medes, les Grecs, 
les Latins, les Alains et les 
Georgiens. Les peuples issus 
de Cham sont: les Egyptiens, 
les Indiens, les Hetheens, les 
Jebuseens, les Abyssins, c'est ä 
dire les Couschites, les Amor- 
rheens, les Gergeseens, les Ara- 
diens. Les fils de Sem sont: 
les Assyriens, les Chaldeens ou 
Syriens, lesHebreux, les Franks, 
les Perses etc. 

5. Les Semites occupent le 
milieu de la terre, de Torient a 
Toccident; les Japhetiques occu- 
pent le nord, de lorient a 
Toccident et les Chamites, le 
midi. 



Hierzu ist folgendes zu bemerken. Aus c. 2 des Jerusaiemer 
Textes, der besser ist als der bei Langlois oder als dessen Über- 
setzung, ist überhaupt erst der Sinn dieses Satzes verständlich. 
Die in c. 4 enthaltene Auswahl von Völkernamen stammt augen- 
scheinlich nicht aus den Völkerlisten, sondern aus den Stamm- 
väterlisten des hippolytischen Diamerismos; bei lapheth sind 
natürlich die Armenier an die Spitze gestellt, die Alanen und 
Georgier am Schlüsse hinzugesetzt. Die Franken als Semsöhne 
sind ein durch die Kreuzzüge veranlaßter Zusatz, der beweist 
daß auch die spätesten Bearbeiter des Diamerismos noch darauf 
bedacht waren, ihnen geläufige Völkernamen in dem biblischen 
Schema unterzubringen. Eine Eigentümlichkeit des Diamerismos, 
den Langlois übersetzte, ist auch, daß er späterhin die 72 
Sprachen so verteilt, daß auf lapheth 15, auf Cham 1^8 und auf 
Sem 19 fallen. Da die beiden Armenier stark gekürzt haben, so 

Texte n. Uniersachangen etcs NF XIV, i 15 




226 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

bieten sie Dur wenige ÜbereiDstimmuDgen mit Hippolytos. Daß diese 
jedoch bei Mar- Michael ursprünglich viel zahlreicher waren, be- 
weist die Wiedergabe von dessen Diamerismos bei Barhebraeus. 
Dieser citiert, seiner Quelle folgend, ebenfalls p. 3 Annianos; sein 
Diamerismos beginnt p. 7, wird aber p. 8 noch fortgesetzt und 
somit zum einen Teil an die Erzählung von der Flut, zum an- 
dern an die Erwähnung des 140. Jahres Phaleks angeknüpft. 
Diese Zerlegung scheint erst Barhebraeus selbst vorgenommen 
zu haben; jedesfalls leitet er den zweiten Teil sehr ungeschickt 
mit den Worten ein: divisa est terra altera vice inter filios No- 
achi. Um ersichtlich zu machen, wie viel die Fassung bei Bar- 
hebraeus noch aus Hippolytos festgehalten hat, setze ich die 
beiden nicht sehr umfangreichen Stücke im Wortlaut her: 

p. 7. Limites Semi fuerunt Persia et Bactriana usque ad 
Indum; posterique eius: Assyrii, Chaldaei, Lydii, Syri, Hebraei et 
Persae. Limites Chami sunt a Rhinocorura usque Gadiram; po- 
steri eius sunt: Indi, Mitzraei (Aegyptii), Hethaei, lebusaei, Hevaei, 
Amoraei, Oergesaei, Arvadaei. Limites lapheti a Media ad Gadiram 
ex latere septentrionali; posterique eius: Macedones, Armeni, Medi, 
Graeci, Romani, Iberi. 

p. 8 divisa est terra altera vice inter filios Noachi. Filiis 
Semi haec possidenda cessit, media pars terrae habitatae usque 
ad finem orientalem: Palaestina, Arabia, Phoenicia, Syria, Meso- 
potamia, Hyrcania, Assyria (regio Sinear), Babylonia, Kerdo, tota 
Persia, Indiae pars septentrionalis, Bactriana. Filiis Chami regio 
australis ab Oriente occidentem versus: India interior et australis, 
Ciischaea, Saba, Aegyptus, Libya, Thebais, Africa et contra bo- 
realem plagam: Cilicia, Pamphilia, Pisidia, Mysia, Phrygia, Lycia, 
Lydia et ex insulis Cyprus, Bios (Ceos Kirsch; Chios v. Gutsch.), 
Sicilia et viginti aliae. Filiis lapheti regio septentrionalis ab 
Oriente usque ad occidentem: regio Alanorum, Turcarum, Media, 
Armenia, Cappadocia, Galatia, Asia, Mysia, Thracia, Alda (Grae- 
cia), regiones Graecorum, Romanorum, Sarmatarum, Slavorum, 
Bulgarorum, Gallorum, Hispanorum usque ad Gariraeos. 

Die kärgliche Auswahl von Namen an der ersten Stelle ist 
ebenfalls den Stammväterlisten entnommen. An der zweiten 
Stelle sind dagegen, besonders bei Cham, die Länderlisten des 
Hippolytos noch sehr deutlich zu erkennen, auch die nördlichen 
Küstenprovinzen und der Inselkatalog erscheinen hier. Einiges, 



Nachwirkung der Chronik, 227 

wie die Türken, Slawen und Bulgaren, sind Zusätze des Barbe- 
braeus selbst. 

A. Y. Gutschmid 692ff beobachtete schon richtig, daß dieser 
Abschnitt des Barhebraeus und der Synkellos auf dieselbe Quelle 
zurückgehen; dagegen ist seine Vermutung, daß die gemein- 
same Quelle Johannes Antiochenus gewesen sei, jetzt als hin- 
fallig zu bezeichnen. Auch sonst bedürfen im einzelnen die 
Darlegungen v. Gutschmids vielfach der Correctur. 

Das wirklich aus antiochenischer Quelle entstammende Stück 
beim Synkellos p. 82, 10 — 85, 1 entspricht nämlich dem, was Bar- 
hebraeus p. 7 bietet, durchaus nicht in dem Maße, wie v. Gut- 
schmid annahm: beim Synkellos fehlen beispielsweise die Völker- 
namen ganz, er nennt an deren Stelle einige wenige Länder. Die 
gemeinsame Quelle, auf welche die von A. v. Gutschmid hervor- 
gehobenen Übereinstimmungen zurückgehen, ist vielmehr Annianos 
oder eine diesem verwandte alexandrinische Chronik, aus der 
der Synkellos von p. 85, 1 angefangen schöpfte. Die wirklich 
beweiskräftigen Parallelen des Synkellos zu Barhebraeus, die 
V. Gutschmid hervorgehoben hat, finden sich ebendeshalb erst 
in dem zweiten mit p. 85, 1 beginnenden Abschnitt. Die sämt- 
lichen in den Bearbeitungen des Mar -Michael auftretenden Über- 
einstimmungen mit Hippolytos gehen also nicht auf eine antio- 
chenische, sondern auf Vermittlung durch eine alexandrinische 
Chronik zurück. Ferner lehrt Barhebraeus, daß die beiden an- 
deren Armenier den Diamerismos des Mar- Michael sehr stark 
zusammenstrichen; aber auch Mar- Michael entnahm seinem Ge- 
währsmanne Annianos wahrscheinlich noch weit mehr, als wir 
jetzt bei Barhebraeus lesen. 

Der letzte der Autoren, von dem hier zu sprechen ist, Sa- 
muel von Ani, bezeichnet Eusebios und Moses von Khorni als 
seine Hauptquellen, nennt aber neben diesen noch eine Anzahl 
armenischer Gewährsmänner (p. 2 d. Vorrede bei Mai und Zohrab). 
Seine Darstellung des Diamerismos beginnt p. 7ff und zeigt eben- 
falls, wie gleich näher auszuführen ist, sehr zahlreiche Berüh- 
rungen mit der Chronik des Hippolytos. An sich könnte auch 
Samuel Hippolytos durch Vermittlung einer antiochenischen oder 
alexandrinischen Chronik benutzt haben. Allein es lagen schon 
bisher Anhaltspunkte für die Annahme vor, daß er direct 
aus einer armenischen Hippolytosübersetzung oder -bearbeitung 

15* 



228 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

schöpfte. Jetzt muß diese Erklärung deshalb als die richtige 
gelten, weil durch den Fund von Ghalatiantz festgestellt ist, daß 
es schon seit etwa 350 eine armenische Übersetzung des Hippo- 
lytos gab. 

Zum Diamerismos des Samuel ist folgendes zu bemerken. 
Samuel erachtete fQr nötig, sich am Schluß deshalb zu entschul- 
digen, weil er von allen drei Noachiden abstammende Völker genannt 
habe^ obschon in der heiligen Schrift nur die Nachkommen Sems 
ausfQhrlicher behandelt, von Cham und lapheth aber nur die 
Namen der Nachkommen genannt seien. Femer fügte er aus Eige- 
nem in seine Darstellung einige Bibelcitate ein: die Wohnsitze 
der Söhne Phaleks und Jektans nach Gen. 10. 30, dann ausführ- 
licher als alle anderen Fassungen des Diamerismos die Stelle 
Gen. 10. 8, 9 über Nebrod, ebenso das Citat über die Wohnsitze 
der gentes Chananaeorum und endlich die Bemerkung: rursus ex 
eodem Geneseos libro vor Aufzählung der Stammväter nach 
lapheth. 

Sowohl dem ersten Bibelcitat als auch dem späteren über 
die Wohnsitze der Chananäer stellt er andere Angaben gegen- 
über, die er mit cet quidem alibi dicitur» und calio tamen loco 
dicitur» einleitet. Diese so eingeleiteten Angaben über die Grenzen 
der drei Erbteile sind aber wörtlich gleich mit denen bei Hippo- 
lytos;^ dabei unterläuft ihm in dem zweiten Falle allerdings das 
Versehen, daß er den auf die Grenzen Chams bezüglichen Satz 
des Hippolytos irrtümlich auf die Nachkommen Chanaans bezog. 
Man sieht ferner noch ganz deutlich, daß in der Vorlage Samuels 
wie bei Hippolytos auf die Aufzählung der Stammväter und der 



1) Vgl. Hipp. c. 188: navtoyv 6h tuiv xlCbv xov 2!rjin iaziv ^ xavotxia 
ano BdxTQwv eatg ''Pivoxoqovqwv zfjg OQil^ovarjg Sv()iav xal Atyvnxov xal 
x^v iQvd^Qav d-aXaoaav änb axofxaxoq xov xaxa xov kQOLVoitrjv xrjg ^Ivdixyq. 
S'am. c. 4, 1 : et quidem alibi dicitur universa ?emi soboles tractum omnem 
a Bactrianae finibus incolere Rhinocuram usque, quo loco Syria ab Aegypto 
secernitur, itemque a rubro mari; et ab ora luaris, quod est ad Arsinoem 
Indicani. Hipp, c, 130: hau Sh xal avxibv ^ xaxoixta dno '^PivoxogovQwv ttoq 
raSeiQVDv xä rcQoq voxov inl fufjxoq. Saui. c. 4, 2: alio tarnen loco dicuntur 
hae gentes a Rhinicorura usque (xadiron australes regiones incoluisse. 
Hipp. c. 7ü: xavxa 6h xd xov ^[d(ped- hO-vr] dno Mrjöiaq etog xov kaneQiov xaxi- 
onaQxai d>xeavov ßkinovxa ngog ßoQQäv. Sam. c. 4, 3: hique a Medis ad 
Hesperiam usque pertingmit. quae patct ad oceanuin et borealem plagara 
proBpectat. 



Nachwirkung der Chronik. 229 

zugehörigen Völker noch besondere Völkerkataloge folgten. Die- 
sen überging Samuel bei Sem, bei Cham aber heißt es: fainc pro- 
seminatae sunt Chananaeorum (statt e filiis Cham) gentes omnino 
triginta duo; damit ist augenscheinlich das Verzeichnis der 
32 chamitischen Völker bei Hippolytos gemeinte Ebenso heißt 
es bei lapheth: ex his coloni deducti sunt per gentium insulas 
in suas quique regiones, populi omnino quindecim; eine fast 
wörtliche Wiedergabe von Hipp. C. 73 ix tovicov aqxoQlcd-rjoav 
rriaoi x&v kd^vmv, elol öe xal ol Kvjiqlol ix täv Kirucov ix 
Tcöp vlcov 'ldq)8&' ofiov eO-vt] 'u. Auch die folgende Angabe 
der Grenzen der 15 Völker (vgl. S. 228 Anm. 1), die Bemerkung 
deinceps recensentur populi LI und die darauf folgende aber- 
malige Angabe der Grenzen der 51 Völker stimmen genau mit 
Hipp. c. 79. 80. 83^. Der Barbarus c. 59 nennt allerdings nur 47 
Namen (der lückenhafte Matr. kommt hier nicht in Betracht), 
der lib. gen. I dagegen 49 oder 50 (oben 1. g. c. 80). Die Zahl 51 
bei Samuel dürfte daher kommen, daß bei ihm die Latiner und 
Römer als zwei Völker gezählt sind. 

Während also in diesen Teilen des Diamerismos zwischen 
Hippolytos und Samuel die engste Verwandtschaft besteht, stimmen 
die Angaben über die Stammväter und die ihnen zugehörigen 
Völker tiur im allgemeinen, im einzelnen fallen dagegen nicht 
unerhebliche Differenzen auf ^, zu denen die Parallelen in der ur- 
sprünglichen Stamm väterliste der Osterchronik (v. Gutschmid 
255 ff), beim Synkellos, ja sogar in dem nach der Bibel revidierten 
über generationis 1 sich finden. Ihre Wiederkehr bei so verschie- 
denen Autoren, von denen der zuletzt genannte doch unzweifelhaft 
außer jeder Beziehung zu Samuel steht, warnt schon davor, zur Er- 

1) Im griechischen Hippolytos c. 132 stehen allerdings nur 30 Namen, 
weil No. 23 und 31 im Texte des Matritensis ausgefallen sind. 

2) Vgl. z. B. Hipp. c. 83: boxl ob xa Zqlu auzibv and Mrjöiag Fw^ Vaöti- 
Qwv xa UQoq ßoQQäVy evQoq Sh anb Iloxafxiöog noxafxov tioq Maaxovoiaq 
xfjq xaxä ijXiov (1. "Riov) und Samuel c. 4, 3: itemque eorum ditiones per 
aquilonarem tractum a Medis usque Gadiron; patent scilicet ab amne 
Potamino usque ad Mastusiam, quod est ilion (vgl. oben S. 132 Anm. 2). 

3) Zu diesen gehört aber nicht, daß Samuel von üamer die (iamiri 
ableitet, denn dies ist die armenische Benennung der bei Hippolytos an 
derselben Stelle genannten Kappadokier (Mai-Zohrab p. 43 not« 1); ebenso 
sind die von Thorgama abgeleiteten Haicani die Armenier, die Chusii die 
Athiopen. 



230 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

klärung dieser ÜbereinstimmuDgen eine alexandrinische Chronik 
als Mittelglied anzunehmen ; hinzu kommt, daß die Parallelen zu 
den Alexandrinern weder schlagend noch zahlreich sind. Diese 
Uberemstimmungen rühren vielmehr daher, daß in der Oster- 
chronik, beim Synkellos, im liber generationis und bei Samuel 
die hippolytischen Stammväter- und Völkerlisten nach der Bibel 
zurechtgemacht wurden. Wie wir sahen, fanden gerade in diesen 
Abschnitten des Diamerismos durch spätere Bearbeiter und Re- 
dactoren verhältnismäßig die meisten und selbständigsten Ände- 
rungen statt ^; weil sie alle die Ausgleichung mit der Septuaginta 
anstrebten, so mußten sie auch, unabhängig von einander, zu den 
gleichen Ergebnissen kommen. 

Dies ist in A. v. Gutschmids die Quelle des Samuel be- 
treffenden Darlegungen nicht genügend berücksichtigt; gerade 
das Hauptargument, das dieser Forscher für die Verwandtschaft 
des Hippolytos mit Samuel vorbrachte (S. 657), ist aus diesem 
Grunde nicht stichhaltig, v. Gutschmid stützte sich nämlich 
besonders darauf, daß Hippolytos und Samuel die Philister von 
den Lykiern ableiten, und daß nur diese beiden Autoren deu 
Philistern keinen besonderen Stammvater, den Philistieim, geben. 
Nach dem griechischen Text des Hippolytos c. 1 16 jedoch leitete 
dieser die Phöniker ^oder wahrscheinlich die Philister) fj^n Phj- 
listieim ab. Die Übereinstimmung von lib. gen. I c 111 Casluin, 
unde Lycii, unde exierunt Filistiim mit den Worten Samuels 
c. 4, 2: Caslinimum, a quo Lycii, unde et genus Philistaeomm 
rührt also daher, daß Samuel und der Verfasser des lib. gen. I 
unabhängig von einander aus Genesis 10. 14 die Worte xal tovc 
XaOficoi'Ueifi, oO-sv i^rjjLd-s ^vXiOrulfi einfügten. 

Allein an Stelle dieses nicht mehr beweiskräftigen Argu- 
mentes treten jetzt zu den schon erwähnten Übereinstimmungen 
mit dem Originaltext des Hippolytos andere, die die Abhängig- 
keit Samuels von Hippolytos unwiderleglich erweisen. Ent- 
scheidend für die directe Benutzung des Hippolytos ist folgen- 
des. In dessen Chronik war, besonders bei den Nachkommen 
ChamS; nicht zu jedem Namen eines Stammvaters auch der eines 
von ihm abstammenden Volkes angegeben. Darin sahen die 



1) Vgl. V. Gutschmids Versuche 039 ff. 657 ff, die Gründe dieser 
Änderungen zu ennitteln. 



Nachwirkung der Chronik. 231 

meisten späteren Benutzer und Bearbeiter einen Mangel, den sie 
zu beseitigen suchten. Der in der Osterchronik benutzte alexan- 
drinische Chronist half ihm teilweise dadurch ab, daß er bei 
einem Verzeichnis der 72 Völker Anleihen machte (oben S. 179 flF); 
andere halfen sich anders. Die Darstellung des Samuel dagegen 
ist unter allen jüngeren Fassungen des Diamerismos die einzige, 
die gerade an den Stellen, wo Hippolytos neben den Stamm- 
yätem keine Völkernamen nannte, dies ebenfalls unterläßt. Durch 
Streichungen kann diese auffallende Übereinstimmung nicht er- 
zielt worden sein, sie muß also auf directe Benutzung des Hippo- 
lytos zurückgehen. Einzelne Differenzen, die Hippolytos und 
Samuel trotzdem aufweisen, kommen äemgegenüber nicht in Be- 
tracht: sie sind teils durch Heranziehen der Septuaginta bei Sa- 
muel, teils aber auch durch die Benutzung uns unbekannter, 
dem Armenier noch zugänglicher Quellen bewirkte 

Da also der späteste erhaltene Zeuge in der Hauptsache di- 
rect auf eine armenische Hippolytosübersetzung zurückgeht, so 
haben gerade seine Angaben für die Herstellung des griechischen 
Textes der Chronik eine verhältnismäßige Wichtigkeit. 



h) Ergebnis. 

Auf Tat V ist in einem Stemma der verschiedenen Ablei- 
tungen des Diamerismos das Ergebnis der vorstehenden Unter- 
suchungen veranschaulicht; die erhaltenen und veröffentlichten 
Fassungen sind durch Cursivdruck gekennzeichnet. Der Voll- 
ständigkeit wegen sind in dieses Stemma auch zwei Überlieferungs- 
zweige aufgenommen, die auf die Ableitungen aus der Chronik 
des Hippolytos nur gelegentlich eingewirkt haben. Es sind dies 



1) Ohne jede Parallele ist Samuels (c. 4, 2) Ableitung der Daci von 
Caphtnrim (von dem Hipp. c. 117 die Kilikier herleitete). Von Amkaios 
leitet Samuel ferner nicht bloß wie Hipp. c. 124 die Tripoliten sondern 
auch die Aminaei ab. Über andere Eigentümlichkeiten Samuels ist A. 
V. Gutschmid 645, 657 ff zu vergleichen, dessen Erklärungsversuche je- 
doch nicht durchweg gelungen sind. Auch sein Endergebnis ist nichfc 
richtig: Eustathios und Samuel sind untereinander keineswegs so nahe 
verwandt, wie v. Gutschmid annahm, daher auch die S. 649 vorgetragene 
Vermutung, daß Eustathios und Samuel aus einer gemeinsamen, antioche- 
nischen Quelle geschöpft hätten, nicht als zutreffend gelten kann. 




232 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

die Bearbeitungen des Diamerismos, die im Buch der Jubiläen 
(Kufäl6, sive über lub., qui idem a Graecis ri Xsjtrrj yiveOiq in- 
scribitur . . . , nunc nonnisi in Geez lingua conservatur . . . Ae- 
thiopice ad II üb. mss. fidem primum ed. Dillmann, Kiel und 
London 1859; R. H. Charles, the book of J. or the üttle gen. 
London Black 1902) und bei Josephus Ant. lud. I 6ff vorliegen. 
Ihr Verhältnis zu den übrigen Versionen ist in den Unter- 
suchungen A. V. Gutschmids 587 flf, 598 ff klargestellt; ebenso 
hat dieser Forscher gezeigt, welche der erhaltenen Versionen 
von der Darstellung des Josephus beeinflußt sind ^ 

In diesem Stemma sind ferner die oben besprochenen (S. 174), 
nicht gerade den Diamerismos betreffenden Anleihen des Orosius, 
des XQ^^^YQ' (^^v^- u. a. bei den alexandrinischen Chronisten er- 
sichtlich gemacht. Dazu ist noch folgendes zu bemerken. Orosius 
wurde neben die Vorlage des Barbarus, den Papyrus Cloleniscev 
und Panodoros-Annianos gesteUt, dagegen wurden die Zusätze 
zum Fuxensis des Hieronymus, das XQOvoyQaq)elov avvTOfiov und 
der Eclogarius Casauboui (Paris. 2600) als von Panodoros-Anni- 
anos abhängige Versionen bezeichnet. Diese Anordnung und 
Unterscheidung ist nicht stricte beweisbar, sie veranschaulicht 
nur eine Möglichkeit; die Verfasser des Fuxensis, des XQ^^- ovpt, 
und des Paris. 2600 können ebensogut alle oder teilweise aus 
Panodoros-Annianos nahe verwandten Quellen und nicht aus 
diesen beiden Autoren selbst geschöpft haben. Ebensowenig 
läßt sich stricte beweisen, obschon es als höchst wahrscheinlich 
gelten darf, daß gerade Panodoros-Annianos die QueUen der 
Osterchronik und des Synkellos waren; eine jenen beiden nahe 
verwandte QueUe ist an und für sich ebensogut denkbar. Für 
ganz sicher hat nur zu gelten, daß die Zusätze des Orosius aus 
einer alexandrinischen Chronik stammen, die mit Panodoros- 
Annianos nicht identisch sein kann, sondern deshalb etwas älter 
sein wird als diese beiden, weil ihre nach 412 verfaßten Werke 

1) Von den späteren Benutzem des Josephus, die v. Gutschinid 
nachwies, habe ich nur die ^xXoyal iaroQwn' in dem Stemma weggelassen^ 
weil sie denselben Text enthalten, der unter dem Namen des Symeon Logo- 
thetes als eine der 5, von einer kürzenden Zwischenquelle abhängigen 
Fassungen daselbst citiert ist. Das von Symeon in seine (sonst von den 
Alexandrinern abhängige) Darstellung eingelegte Stück aus Josephus kehrt 
bei Theodosios Melitenos an derselben Stelle wieder (oben S. 203). 



Nachwirkimg der Chronik. 233 

dem Orosiiis 417 noch nicht zugänglich sein konnten. Endlich ist 
bezüglich dieser Gruppe von Autoren zu bemerken, daß die von 
Josephus beeinflußte und daher in dem Stemma als von ihm ab- 
hängig bezeichnete ixXoyfj laroQicöp zu den alexandrinischen 
Chroniken ebenfalls Beziehungen hat, die jedoch ebensowenig 
ersichtlich gemacht werden konnten, wie die Beziehungen des 
Josephus zu Symeon und Theodosios. 

Das Stemma erhebt also keineswegs den Anspruch, alle über- 
haupt vorhandenen Beziehungen der zahlreichen erhaltenen Ab- 
leitungen zu veranschaulichen^; in einigen zweifelhaften Fällen 
ist ferner die Entscheidung, die ich getroffen habe, vielleicht nicht 
die richtige. Solche mögliche FehlgrifiFe im einzelnen mußten 
in Kauf genommen werden, um überhaupt ein übersichtliches 
Bild zu erhalten; sie werden sich später leicht berichtigen lassen. 
Beiseite gelassen wurden endlich einige versprengt erhaltene, 
g^nz kurze Stücke aus dem Diamerismos, deren Herkunft sich 
überhaupt nicht feststellen läßt^: der Katalog der 72 Völker bei 

1) Die von einem der ') verschiedenen Hauptzweige zu einem oder 
mehreren der andern hinüberfuhrenden, früher nachgewiesenen Verbin- 
dungen sind nirgends durch Verbindungslinien veranschaulicht. Dagegen 
sprachen nicht nur die typographischen Schwierigkeiten, sondern auch 
sachliche Bedenken. Denn diese Beziehungen sind bald nahe und aus- 
giebige, bald auf die Entlehnung nur einer kurzen Notiz beschränkt. So 
entlehnte z. B. Eustathios aus Josephus sehr vieles, und auch der Syn- 
kellos entnahm aus der antiochenischen Chronik ein umfänglicheres Stück, 
dagegen bietet Epiphanios nur eine ganz kurze Angabe aus dem Buche 
der Jubiläen, Mar -Michael nur einen kurzen Zusatz aus der antiocheni- 
schen Chronik zu seiner sonst aus der alexandrinischen Chronik geschöpften 
Darstellung. Auch sonst finden sich hie und da kurze Josephus entlehnte 
Notizen in aus anderer Quelle stammende Dai-stellungen eingestreut, wäh- 
rend z. B. der Osterclironist nur wenige Stellen aus Epiphanios zu seiner 
alexandrinischen Quelle hinzufügte. Es wäre also ein geradezu irrefüh- 
render Eindruck erweckt worden, wenn diese so verschieden starken An- 
lehnungen alle in gleicher Weise durch Verbindungsstriche ersichtlich ge- 
macht worden wären. 

2) Schwache Spuren des Hipp, finden sich noch bei dem sogenannten 
Ethicus Ister (7. Jhdt.) im Verzeichnis der Japheth söhne (Lavezak, Mem. 
de l'acad. des Inscr. 1852; E. Wuttke, Die Kosmographie des Istrier 
Aithikos, Leipzig 18r)3 p. 40). Dieser Ethicus hat nicht« zu tun mit dem 
in einigen Handschriften unter demselben Namen überlieferten, aus Oro- 
sius geschöpften kosmographischen Traktat bei Riese, Geographi Lat. 
min. p. 71 ff. 



I 



234 A« Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Josepos (um 500) im vjiofivtjCTixbp ßtßXlov (Migne patrol. ser. 
graec. vol. 106, p. 32), ein paar Stellen bei Kosmas Indiko- 
pleustes (um 550) und beim Anonymus Ravennas (um 680), die 
A. V. Qutschmid (a. a. 0. S. 612) auf Epiphanios zurückführen 
möchte. Durch dieses somit nur die hauptsächlichen Bezieh- 
ungen ^ der wichtigsten Autoren zueinander veranschaulichende 
Stemma vervollständige und berichtige ich auch in zwei, den lib. 
genealogus und Samuel von Ani betreffenden Einzelheiten die 
früher gegebenen Übersichten (Denkschriften d. Wiener Akad. 
51. Band, S. 92 und 95). 

Mit Bestimmtheit lassen sich also fünf Hauptzweige des 
Diamerismos, d. h. von Verarbeitungen der Genes. 10 vorliegenden 
Angaben mit profanem, geographisch-ethnographischem Material, 
voneinander sondern. Die beiden ältesten sind zweifellos jüdischen 
Ursprunges: das Buch der Jubiläen und Josephus. Jenes wurde 
von Annianos benutzt und auch bei Epiphanios finden wir eine 
Notiz daraus verwertet. Weiter reichte die Wirkung des Josephus; 
er wurde auch in der christlichen Literatur häufig citiert und 
benutzt. Der dritte Überlieferungszweig ist allein durch Epiphanios 
vertreten, der wahrscheinlich ebenfalls mit jüdischem Material 
arbeitete; seiner Darstellung wurden von Späteren, besonders 
von dem Osterchronisten, nur wenige Angaben entnommen. 

Außerordentlich nachhaltig wirkte dagegen die älteste nach- 
weislich christliche Bearbeitung des Diamerismos durch Hippo- 
lytos: sie beherrscht geradezu die spätere Tradition. Dunkel 
bleibt vorläufig der Ursprung des fünften Zweiges, der antioche- 
nischen Bearbeitung; er kann sowohl jüdischer als christlicher 
Herkunft sein. Eustathios, der älteste erhaltene christliche Ver- 
treter dieses Zweiges, legte seiner Darstellung Josephus zugrunde, 
vervollständigte aber dessen Angaben aus einer antiochenischen 
und aus einer vor Panodoros-Annianos liegenden alexandrinischen 
Bearbeitung. Eine jüngere antiochenische Bearbeitung durch Jo- 
hannes wurde vom Synkellos für eine Einlage benutzt und 
hatte, wie oben (S. 219flf) dargelegt wurde, noch weiterreichende 
Wirkungen. 

1) Citate und Entlehnungen aus Quellen, die mit dem eigentlichen 
Diamerismos überhaupt nichts zu tun haben, wie z. B. die Citate aus den 
pseudoclementinischen Homilien in der Osterchronik oder aus Prokopios 
beim Synkellos, sind selbstverständlich ganz unberücksichtigt geblieben. 



Nachwirkung der Chronik. 235 

Was vor diesen fQnf, ursprünglich voneinander unabhängigen 
Zweigen der Überlieferung des Diamerismos liegt, läßt sich nicht 
mehr feststellen. Der Versuch A. v. Gutschmids, aus den er- 
haltenen Bearbeitungen dessen ursprüngliche Form wiederzuge- 
winnen, muß als mißlungen bezeichnet werden. 

In der späteren, sehr ausgiebigen Benutzung der Chronik 
des Hippolytos lassen sich wiederum 4 Hauptzweige unter- 
scheiden, von denen der alexandrinische der bei weitem reichst- 
ent wickelte ist: er entsendet seine Verästelungen sowohl nach 
dem lateinischen Westen, wie nach Byzanz, zu den Antiochenern, 
Syrern und Armeniern. Denn in Ägypten, speziell in Alexandrien, 
trat die Weltchronik, wie die Ausstattung zweier dort entstandener 
Bearbeitungen des Hippolytos zeigt (Vorlage des Barbarus und 
des Papyrus Goleni§cev), wahrscheinlich schon vor dem Anfang 
des 5. Jahrhunderts, als populäres Buch zur Belehrung und Un- 
terhaltung erst neben und dann, vornehmlich in den Klöstern, an 
die Stelle der hellenistischen Schul- und Unterhaltungsbücher, 
über die Reitzensteins Aufsatz (Nachr. d. kgl. Gesellsch. d. 
Wissensch. zu Göttingen, phil. bist. Klasse 19(^4, 309 ff.) zu ver- 
gleichen ist. Zu derselben gleichzeitig die christliche Propaganda 
fordernden Literatur gehört der ebenfalls mit Bildern geschmückte 
Kosmas Indikopleustes und der illustrierte Prophetenkatalog '. 
den der Verfasser des Papyrus Goleniscev und der Osterchronist 
benutzten (Denkschr. d. kais. Akad. d. Wissensch. zu Wien, 51. Bd., 
30 ff). Die starke Wirkung seines Werkes hatte also Hippolytos 
vor allem den alexandrinischen Bearbeitungen zu danken. 

So kam es, daß neben Eusebios die Chronik des Hippolytos 
am weitesten verbreitet und am häufigsten benutzt wurde, sicher- 
lich wenigstens ihr den Diamerismos behandelnder Anfang. Das 



1) Treffend betonte Reitzenstein a. a. 0. 8. 315 Anm. 2 das hohe 
Alter der prophetischen Literatur in Ägypten. Nicht nur findet sich die 
älteste Zusammenstellung jüdischer und christlicher Propheten bei Clemens 
von Alexandrien (ström. I. 135, \S(S\ sondern auch die erweiterte, mit 
Bildern versehene Fassung dieses Kataloges, eine Schrift, de prophetis, die 
der Osterchronist benutzte, ist unzweifelhaft in Agj'pten entstanden (Denk- 
schriften 51. Bd. 35), wie einzelne Angaben der Propheten viten beweisen. 
Ebenso entstand in Ägypten das mit diesem Prophetenkatalog oft ver- 
bundene Verzeichnis der Apostel und Jünger (Lipsius, Apokryphe Apostel- 
gesch. I 200). 



236 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

wenig ältere Werk des Africanus enthielt diesen Abschnitt noch 
nicht, aber auch Easebios bot keinen förmlichen Diamerismos; so 
blieb die Chronik des Hippolytos die maßgebende Darstellung 
dieses Gegenstandes. Sie vermittelte nahezu allein in für weitere 
Kreise yerständlicher Fassung die Bekanntschaft mit den Namen 
der wichtigsten zur Zeit ihres Erscheinens bekannten Völker und 
Länder und mit dem Stammbaum der Völker der Erde bis zum 
Turmbau zurück. Für derartige Fiktionen gab und gibt es ein 
zahlreiches und interessiertes Publikum, das auch vor laugen 
Namenreihen und trockenen Aufzählungen nicht zurückschreckt K 
Der schreibselige Hippolytos kam also dem Geschmack seiner 
und späterer Zeiten an solchen Dingen mit richtigem Ver- 
ständnis entgegen und leitete, befriedigt über die Reichhaltigkeit 
seines Diamerismos, diesen mit den Worten ein: dXl^ kv aXkoig 
ßlßXoig tvQi^osig jtXaTVxiQooq rfjv clqx^v ^ftelg de top öia- 
fiSQiCfiop fiopop ip avproficf) '/6'/Qaq>afi€P, 

An und für sich betrachtet ist dieser Abschnitt seiner Chronik 
ein Unding voll innerer Widersprüche, die sich daraus erklären, 
daß durch Jahrhunderte, erst in der jüdisch-hellenistischen Lite- 
ratur, dann in der christlichen, in das durch die Bibel gegebene Fach- 
werk immer neue Füllsel von Völker-, Länder- und Inselkatalogen 
hineingestopft wurden, ohne Rücksicht auf das schon Vorhandene. 
Der Respekt vor dem Wortlaut des Alten Testaments ging auch 
auf solche Bearbeitungen über, und man beschränkte sich des- 
halb auf bloße Zutaten, ohne Rücksicht darauf, ob sie paßten 
oder nicht. Zu einem sicherlich an inneren Widersprüchen schon 
sehr reichen älteren Diamerismos fügte nun Hippolytos seiner- 
seits noch neues, ihm zugängliches Material hinzu. So kam das 
Machwerk zustande, das gut die erste Hälfte seiner Chronik 
bildet. Wer es auf seinen Inhalt hin betrachtet, gewahrt sogleich 
die argen Widersprüche, an denen es leidet. Die Völkemamen 
der Stamm Väterlisten, die besonderen Völkerlisten jedes der drei 
Noachiden und die Listen der ihnen zugehörigen Länder sind 
willkürlich, ohne Rücksicht auf die notwendige Übereinstimmung 




1) Man vergleiche, um von Hippolytos und seinen Benutzern abzu- 
sehen, was z. B. Josepos im vnofxv, ßißX. in dieser Hinsicht seinen Lesern 
zumutet. Vgl. auch die Vorrede des Pseudo - Skymnos (Geogi*. Oraec. 
min. r 190). 



Nachwirkung der Chronik. 237 

untereinander gebildet'; sie werden durch stereotype Wendungen 
und Wiederholungen der Grenzbestimmungen mehr nachein- 
ander angereiht als miteinander verbunden. Auf diese drei 
Arten von Listen folgt dann ein wiederum ohne Rücksicht auf 
Zahlen und Namen der vorher genannten Völker und Länder 
gebildeter Katalog der 72 beim Turmbau zerstreuten Völker; er 
enthält teils schon erwähnte, teils aber auch wieder neue Namen. 
Weil nun aber in diesem Kahmenwerk doch noch nicht alles 
Platz gefunden hatte, was der erweiterten Kenntnis von den 
Völkern und Ländern der Erde wissenswert schien, so fügte, wie 
es scheint, Hippoljtos selbst unter dem Schlagwort der djtoixlai 
noch weitere Ergänzungen hinzu, und er beschrieb in allgemein 
gehaltenen Angaben die Wohnsitze dieser Kolonisten Völker, unter 
denen sich wieder solche finden, die früher schon genannt sind. 
Daran fügte er aus antiken Schulbüchern stammende Verzeich- 
nisse der wichtigsten Berge und Flüsse der Erde und endlich 
das beste, von seinem Sammelfieiß zeugende Stück: den Stadias- 
mos des Mittel meeres 2. Wissenschaftlicher Wert kommt also 
seiner Zusammenstellung nicht zu; sie galt gleichwohl als eine 
vorbildliche Leistung, an der spätere Benutzer nur noch als Re- 
dactoren und Epitomatoren tätig waren, jedoch nicht, um die 
inneren Widersprüche zu beseitigen, sondern nur, um die Listen 
möglichst genau mit der Bibel in Einklang zu bringen; außer 
vereinzelten Namen fügten alle späteren Benutzer nichts mehr 
von Belaug hinzu. 

Dieses Urteil über den Diamerismos des Hippolytos, das, 
Eusebios immer ausgenommen, auch über die christliche Welt- 
chronik überhaupt gefallt werden kann, bedarf jedoch noch einer 
Einschränkung. Alle in jüdischen und seit Sextus Julius Afri- 
canus in christlichen Kreisen entstandeneu, an die Bibel sich an- 
lehnenden quasihistorisch rn Arbeiten machen inhaltlich und for- 
mell einen unerfreulichen Eindruck, sie stehen aber den geringen 
Resten antiker Schulbücher und der populären Kleinliteratur der 
hellenistischen Zeit in vieler Hinsicht nahe. Die jüdischen und 



1) Einzig und allein die Listen der schriftkundigen Völker stimmen 
zu den vorhergehenden Völkerlisten lapheths, Chams und 8ems. 

2) B reu sing, die Nautik der Alten p. 6 bemerkt, daß der Sta- 
diasmos das wertvollste der Hilfsbücher für Schiffer sei, das uns aus dem 
Altertum erhalten ist. 



238 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

christlicheD Chroniken unterscheiden sich von diesen nur da- 
durch, daß sie den Wortlaut der Bibel immer mehr und mehr 
zur unverbrüchlichen Norm für alles Tatsächliche nehmen^ 
formell und inhaltlich sind sie nicht wesentlich schlechter, und 
wissenschaftlich stehen sie nicht viel tiefer als diese ihre antiken 
Vorläufer. 

Ein Umstand tritt jedoch jetzt hinzu, der einen Unterschied 
bedingi Mit dem Christentum kommen überall die literarischen 
Interessen und die Geschmacksrichtungen der unteren Volks- 
schichten empor, die inferioren literarischen Gattungen, die bis 
dahin niedergehalten und nicht als voll anerkannt worden waren, 
fanden jetzt eine häufigere Pflege; deshalb liegen uns aus christ- 
licher Zeit solche Werke zweiten und letzten Ranges in zahl- 
reicheren Beispielen vor. 

Allein ähnlich minderwertige, auf dieselben Volksschichten 
berechnete Erzeugnisse bestanden auch längst vor dem Christen- 
tum. Proben davon bieten die Laterculi Alexandrini aus ptole- 
mäischer Zeit, die ebenfalls aus Handbüchern entnommenen and 
mit dem mythologischen Handbuch des Hyginus verbundenen 
ähnlichen Indices (der Städtegründer, der 7 Weltwunder, der 
7 Weisen, der größten Inseln usw.) aus dem ersten oder zweiten 
Jahrhundert n. Chr., ferner ein nach den Herausgebern zwischen 
'M) und 200 n. Chr. entstandenes, auf dem Recto eines Papyrus 
stehendes historisches Handbuch, ein Ausläufer der allerdings wei^ 
höher stehenden Literaturgattung, die durch die Chronik de« 
ApoUodoros vertreten ist (Oxyrh. pap. I, No. XII, p, 25 ff)> endliö^ 
die durch die Papyrnsfunde ebenfalls vermehrten Sammlungei> 
von Paradoxen, Mirabilien, vermischten Geschichten und deT' 
gleichen. Diese aus antiker Überlieferung stammenden Schriftei' 
stellen sich bekannten, ebenfalls der Unterhaltung und Belehran^ 
dienenden christlichen Werken, wie z. B. den Kecxol des SextöS j 
Julius Africanus und dessen Chronik durchaus zur Seite, h 
denselben Zusammenhang gehört auch der Diamerismos und die 
Chronik des Hippolytos. 

Ahnlich wie seine Chronik waren die griechischen Bücher 
beschaffen, in denen die Leute von mangelhafter Sprachkenntnis 
und Bildung lasen, deren Papyrusbriefe jetzt zu Dutzenden in 
Ägypten zutage kommen, sowohl damals, als die antike Coltur 
noch lebendig war, wie späterhin, da man in christlichen Kreisen 



Nachwirkung der Chronik. 239 

den Zusammenhang mit ihr für glaubensgefahrlich hielt und 
erklarte. Minderwertige Bücher und ungebildete Leser gab es 
zu allen Zeiten. — 

Es erübrigt nun nochmals kurz zusammenzufassen, was die 
vorstehenden Untersuchungen über Anlage und Inhalt der ge- 
samten Chronik des Hippolytos ergeben haben. 

Dieses Werk begann mit einem die wichtigsten Abschnitte 
zwar aufzählenden, jedoch keineswegs vollständigen Capitelver- 
zeichnis (2—18). Auf dieses folgte das Proömium (19—21) und 
hierauf, kürzer gefaßt als in anderen Chroniken, der aus der 
Genesis entlehnte ßißXog ytvioeax; av^Qmjtcov (22 — 42), d. h. die 
Reihe der Patriarchen bis zur Völkerzerstreuung. An die Er- 
wähnung dieses Ereignisses schloß sich eine sehr ausführliche 
Darstellung des Diamerismos (44fiF). 

Er setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen: a) einem 
älteren mit der Liste der 72 Völker endenden Diamerismos 
(44 — 202), der aber, wie die Unabhängigkeit der darin enthalte- 
nen Stammväter-, Völker- und Länderlisten lehrt, erst allmählich 
die Fassung erhalten hatte, in der er von Hippolytos benutzt 
wurdet Es mag sein, daß dieser selbst auch eines und das 

1) In diesem älteren Diamerismos (44—202) werden zunächst die 
Grenzen der drei Erbteile in der Reihenfolge J^em, Cham und Japheth 
(40 — 49) und hernach in umgekehrter Reihenfolge die großen Flüsse eines 
jeden angegeben (50—52). Auf eine kurze Notiz (53, 54) über den Turm- 
bau und die Sprachenverwirrung folgt das Verzeichnis der Söhne und 
Enkel Japheths, sowie der von ihnen stammenden 15 Völker (55—79). 
Daran schließt sich eine von dieser Liste unabhängig gebildete der 5(> 
JaphethvÖlker (80), in der nur wenige der schon (55 — 79) genannten Völker 
sich wiederfinden. Hierauf folgt die Liste der 6 schriftkundigen Japheth- 
völker (82), deren Namen in der List^ der 50 Völker schon durchweg ge- 
nannt sind. Dann werden, im allgemeinen ähnlich wie das erstemal (40), 
im einzelnen aber doch wieder mit neuen geographischen Angaben, aber- 
mals die Grenzen von Japheths Erbteil angegeben (88). Der nächste Ab- 
schnitt enthält eine Liste der 42 Länder Japheths (84), in der zwar ein- 
zelne Namen der vorhergehenden Völkerlisten in der Form von Länder- 
namen wiederholt werden, aber doch auch wiederum viele neue Namen 
enthalten sind. Es folgt ein Katalog der Inseln Japheths (86—88) und 
die nochmalige Erwähnung seines Flusses, des Tigris (fK)). 

Nach demselben Schema werden die Stammväter, Völker, Länder und 
Inseln Chams (92 — 157) und Sems (158 — 194) aufgezählt. In diesen beiden 
Abschnitten besteht der zwischen den Listen zu erwartende Zusammen- 



240 ^' Basier, Chronik des Hippolytos. 

andere einfügte, erheblich ist jedoch die Zahl und der Umfang 
dieser Zusätze nicht. Damit verband Hippolytos selbst b) eine 
Aufzählung der dxoixlai der vorhergenannten Völker (203 — 224) 
und Angaben über ihre Wohnsitze (225 — 234), um dadurch das 
unvollständige Erdbild der älteren Vorlage zu ergänzen. Hier- 
auf fügte er ferner c) die auf antike Schulbücher zurückgehenden 
Verzeichnisse der bekanntesten Berge (235) und Flüsse nebst 
einem Ezcurs über die gemeinsame Quelle der Paradiesesströme 
(236 — 240) hinzu. Daran schloß er d) den Stadiasmos, eine ur- 
sprünglich der Praxis dienende Anweisung für die Seefahrt im 
Mittelmeere. An dieses im Matr. 121 nur mehr teilweise er- 
haltene Stück fugte Hippolytos endlich e) den aus Ptolemäus 
ausgezogenen Abschnitt über die bekanntesten Städte und deren 
Lage, der nur mehr in der Osterchronik p. 62, 6—64, 8 erhalten 
ist und der mit den Worten: eöo^e fioi xal rag kjtiorißovq uto- 
Xsig tSp hjtra xZiftarcop k^BiJtElv an das Vorhergehende an- 
gefügt war. Damit schloß der Diamerismos der Chronik. 

Hierauf begann, eingeleitet mit significantes autem bis Om- 
nibus tempus advenit ad textum chronicae currere (Barbar. 210 
oben S. 132), die Fortsetzung der eigentlichen Chronik, d. h, 
die Darstellung des den Capiteln 6 — 18 der Inhaltsangabe Ent- 
sprechenden. Sie begann mit den Patriarchen seit der Völker- 
zerstreuung, darauf folgten die Richter, die Könige des einheit- 
lichen hebräischen Reiches, die Paschafeiern seit Moses, die 
Könige der Assyrer, die Könige der Perser, die Olympiaden seit 



hang ehenfalle nur zwischen der zweiten Völkerliste und der ihr un- 
mittelbar folgenden der schriftkundigen Völker unter ihnen; im Übrigen 
sind die Listen in diesen beiden Abschnitten ebenfalls ohne Rücksicht 
auf einander gebildet. In dem Abschnitt über Cham ist das erste Völker- 
verzeichnis nicht so vollständig wie bei Japheth und Sem: von etwa der 
Hälfte der Stammväter nach Cham sind bloß die Namen genannt und 
fehlen die der von ihnen stammenden Völker (08 — 120). 

Auf den dritten, Sem behandelnden Abschnitt folgen — nun zum 
dritt<inmale — Angaben über die (irenzen der drei Erbteile in der Reihen- 
folge Sera, Cham und Japheth wie am Anfang (195—107). Daran schließt 
sich endlich die List-e der 72, bcnm Turmbau zerstreuten Völker (200). 
Sil» enthält ebenfalls nicht, wie man erwartet, eine Summierung der schon 
genannten Völkemamen, sondern sie wiederholt nur einige und bringt 
im übrigen abermals viele neue. Mit einer kurzen Schlußbemerkung (201) 
endet dieser ältere Diamerismos. 



Nachwirkung der Chronik. 241 

Iphitos, die Kataloge der Patriarchen, Propheten und Prophe- 
tinnen, die Könige der Reiche von Juda und Israel, die Hohen- 
priester, die makedonischen Könige seit Alexander und die rö- 
mischen Kaiser von Augustus bis auf Alexander Severus. Damit 
schloß das Werk, ein Papstverzeichnis war nicht darin ent- 
halten. Oben (S. 148 fi) ist nachgewiesen, daß diese Abschnitte 
der eigentlichen Chronik ausfuhrlicher gehalten waren, als wir 
sie jetzt in den beiden libri generationis lesen, und daß von ihrer 
ursprünglichen Fassung sich noch erhebliche Bestandteile beim 
Barbarus erhalten haben. 

Hippolytos erweist sich also in der Chronik, wie schon be- 
merkt wurde (S. 152), als fleißiger Schriftsteller, aber doch nur 
als Compilator. In anderen seiner Werke verfuhr er ebenso. In 
den beiden ersten BQchern seiner umfangreichen Schrifb gegen 
die Ketzer benutzte er nachweislich nur zwei antike Compendien 
über die Philosophen und ihre Lehrmeinungen und in den spä- 
teren BQchern schrieb er auf lange Strecken (z. B. fast das ganze 
VII. Buch), wie der Vergleich mit Epiphanios zeigt, seinen Lehrer 
Irenaeus aus. Es kommt Hippolytos also überhaupt gar nicht 
darauf an, zu einer inneren Einheit zu verbinden, was er seinen 
Quellen entnahm, sondern er begnügt sich, Excerpte mittels 
stereotyper Übergangsformeln aneinanderzufügen. Er bemüht 
sich ernstlich, den Dienern der Wahrheit eine allgemeine Bil- 
dung zu vermitteln, fordert aber nur, daß sie möglichst viel 
und vielerlei wissen; daß der tote Wissensstoff von der Kritik 
belebt werden müsse, um die Wahrheit zu erkennen, fallt ihm 
nicht bei. 

Das Bildungsideal, das dem Gegenpapst von Rom vor- 
schwebt, steht, obschon seit Hadrian, vereinzelte Ausnahmen ^ 
abgerechnet, auch die antike Geschichtschreibung im Verfall 
war, tiefer als dasjenige ihm vergleichbarer, rund um 100 Jahre 
älterer Autoren, die sich nicht zum Christentum bekannten: des 
Rhetors Florus, der Compilatoren Ampelius und Granius Lici- 



1) Der «letzte große Historiker von Rom», der nach den neuesten 
Forschungen in der historia Augusta erhalten ist, den E. Kornemaun 
(Kaiser Hadrian, Leipzig 1903) mit LoUius Urbicus identificiert, behandelte 
noch die ersten Regierangsjahre des Alexander Sevenis, ist also ein nur 
wenig älterer Zeitgenosse des Hippolytos. 

Texte a. Untersnchnngen etc. NF XIY, i 10 



242 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

nianus. Die Chronik des Hippolytos ist so gemacht wie die 
Pliniusepitome seines Zeitgenossen Solinus. 

Noch ungünstiger erscheint sie verglichen mit den inhalts- 
yerwandten, an sich ebenfalls keineswegs hervorragenden Lei- 
stungen der gleichzeitigen griechischen Literatur: mit dera etwas 
jüngeren üerennios Dexippos, sogar mit Sammlern wie Aelian 
und Atheuaios, um von Dio Cassius, der in dem Jahre starb, 
als die Chronik des Hippolytos erschien, nicht zu reden. 

Allein die christliche Weltchronik setzt, wie schon oben be- 
merkt wurde, nur zum geringsten Teile die antike Chronographie 
und Geschichtschreibung wirklich fort (vgl. Denkschr. d. Wien. 
Akad., 51. Bd., S. 87 ff); ihre Vorbilder sind vielmehr die jüdisch- 
hellenistischen Bearbeitungen des Alten Testaments, und sie 
schöpft ihre Kenntnis von profanen Dingen aus ärmlichen Hand- 
büchern. Der Wert, den sie für uns hat, liegt also darin, daß 
bei den christlichen Chronisten Überreste einer literarischen Un- 
terschichte aus dem Altertum aufgespeichert sind, von der sich 
direct nur weniges erhalten konnte, solange die antike Bildung 
und Cultur noch in Kraft stand und auf die Auslese aus der 
Masse der literarischen Erscheinungen einwirkte. 

Der allgemeine Verfall, der die christliche Literatur nach 
Eusebios kennzeichnet, trat nicht mit einem Male ein. Anfanglich 
finden wir Autoren tonangebend, die für sich noch die Normen 
antiker Bildung und die Forderung nach Wissenschaftlich keit des 
Inhaltes für verbindlich erachten. Ihre Propaganda für die neue 
Lehre wendet sich an Gebildete und spricht daher deren Sprache; 
so verfuhren Tatian, Clemens von Alexandrieo, Origenes und 
Eusebios. Aber mit dem Sieg und der Auerkennung des Christen- 
tums werden solche Männer immer seltener; bald verschwinden 
sie ganz, und die Barbarei macht sich breit, die, schon lange 
ausschließlich auf Gewinnung der Massen bedacht, den für diesen 
Zweck geeignetsten Ton anschlägt. Ein Vorläufer dieser Be- 
strebungen ist schon Sextus Julius Africanus; derselbe Geist 
treibt aber auch sein Wesen in der weit einflußreicheren Chronik 
seines Zeitgenossen Hippolytos von Rom. 



% 



5. Der Stadiasmus Maris Magni. 

Von Otto Cuntz. 

Die vorstehende Abhandlung von Adolf Bauer soll in dieser 
Untersuchung über den Stadiasmus Maris Magni die notwendige 
Ergänzung finden. Sie zerföUt in zwei Teile; im ersten versuche 
ich, soweit es möglich ist, die Abfassungszeit des Stadiasmus zu 
ermitteln, im zweiten gebe ich die nicht unerheblichen Ergeb- 
nisse meiner Nachvergleichung der Handschrift 

Daß unsere bisher namenlose Küstenbeschreibung ein, aller- 
dings unverhältnismäßig großer, Abschnitt der Chronik des Hippoly- 
tos ist, hat Bauer ^ völlig überzeugend dargetan. Sie schließt sich 
nämlich in der einzigen Handschrift, dem Matritensis Oraecus 121 
(jetzt 4701), unmittelbar an die andern ethnographischen und 
geographischen Stücke der Chronik an und erscheint als ein 
Teil des sog. Diamerismos; sie trägt femer an der Spitze eine 
Vorrede^, die mit den Worten öeöeiyfieviDP ovv xovxop auf das 
Vorhergehende hinweist und in der Ausdrucksweise mit ein- 
leitenden oder überleitenden Partien der Chronik und anderer 
Schriften des Hippolytos derartig übereinstimmt, daß an der 
Identität des Verfassers nicht gezweifelt werden kann^ Das 
Fehlen des Stadiasmus in der Inhaltsübersicht der Chronik^ hat 

1) Oben S. 17 ff. 

2) Müller, Geogr.gr. min. l p.427f, berichtigt bei Bauer oben S. 128 ff. 

3) Chronik § 19 äyaTtrjre fiov äöeX<pi — TiQÖg xaraQZiafjtöv aoi (piXo- 
/laMaq — i^axQißaa/^öv — 20 (piXofzaSvjg — scara ascglßeiav — . 224 xal 
xovxo 6k ScvayxaTov sSo^i fioi StjXGyaal aot' (ähnlich 202). 236 deöeiy/xivQtv 
ovv Tibv dvofidtvov t(bv ötoöexa dgiiüv Tfjq yfjq dyayxätov iazi xal tovg 
inia^fiovg noxafiovq SrjX(baal ooi. Aus xatä naaCbv algSaewv X 30 — 
ßovXößevoi toiQ (pikofxa^iaiv inideixvvvai — . Aus neQl Xqioxov xal ntgl 
xolß ävxixQf'f^ov 1 ßovXrjd^ivxt, gol xaz* axglßeiav ixfiad^eiv rä nQoxe- 
^ivxa iind aoC iifiXv xBtpdXaia, dyanrjzi fiov d6eX<pB Sb6<piIb, e^Xoyov ^yr^- 
cdfinv—. Vgl. Bauer zur Chronik 11)-21 oben S. 82 ff*. 

4) ffinter § 5 oben S. 28. 

16* 



244 A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 

durch die Beobachtung der literarischen Gepflogenheiten des Hip- 
polytos eine ausreichende Erklärung gefunden ^. 

Diesem Resultat fügt sich die bisher geltende Datierung des 
Stadiasmus nicht. Während die Chronik im Jahre 234 abgefaßt 
ist, setzt C. Müller, sein letzter Herausgeber, ihn zwischen 250 
und 300 n. Chr.^ Sein Ansatz ist also zu prüfen. Ich fasse 
dabei den Stadiasmus als Ganzes und habe daher auf die recht 
zweifelhafte Unterscheidung verschiedener Teile innerhalb des- 
selben durch Müller (a. a. 0.) nicht einzugehen. 

Müllers Hauptbeweisstück sind die Angaben über Groß- 
Leptis (§ 93): Die Stadt wird hafenlos genannt (^ 61 xoZtg 
icrl Xtvxf] oXtj' Zifiipa öh ovx exsi); nun wissen wir aber, daß 
sie in der Kaiserzeit blühte, und daß Septimius Severus, der Ton 
dort stammte, ihr besondere Wohltaten erwies und sie mit Bauten 
schmückte ^. So dürfen wir voraussetzen, daß er auch ihren Hafen 
nicht vernachlässigt haben wird. Daher muß der Stadias- 
mus nach 200 n. Chr. verfaßt sein. Wie bedenklich dieser Schluß 
ist, liegt auf der Hand. Erstens können wir nicht wissen^ wie- 
weit die Bautätigkeit des Severus in Leptis sich erstreckt hat. 
Die Herstellung eines brauchbaren Hafens kann angesichts der 
fortgeschrittenen Versandung als unmöglich oder zu kostspielig 
gegolten haben. Ferner aber, wenn man den severianischen Hafen 
annimmt, kann man nur folgern, daß die Angabe des Stadiasmus 
entweder vor Severus geschrieben ist oder aber lange nach ihm, 
als sein Hafen schon wieder verfallen war, d. h. etwa im 4. Jahr- 
hundert. Während des 3. Jahrhunderts müßte er doch benutzbar 
gewesen sein. Ebensowenig kann ich die untere Zeitgrenze, 
die Müller ermittelt, gelten lassen: Ab altera parte Leptis urbs 
Nostri temporibus nondum bellis Austurianorum barbarorum 
oppressa erat (c. 364 p. C). Der Bericht des Ammian* über 
jene Vorgänge spricht aber nur von einer wiederholten Ver- 
heerung des leptitanischen Gebietes, von einer Bedrohung, nicht 



1) Bauer oben zu § 1—5 und zu § 11^ S. 26 u. 32. 

2) A. a. 0. prolegomena p. CXXIJI ff. 

3) Er gab ihr ius Itiilicum (Dig. L, 15, 8, 11) und baute in ihr eine 
Residenz. Vgl. Procop de aedif. 0, 4 — dvwxoSofjii^aaTO (lustinian) t« 
työe yeyovdta iv xoTq avcj xQ^^^ig xal xatansnxwxdza ßaaiXeia, Seßil^gov 
ßaoiXlwg xov naXaiov SQyov* dg 6^ ivB-ivöt 6gfiu}fievog fivrjfieia rijg ev- 
daifjioviag tä ßaolXeia tdöe dntlLnev. 4) 28, Ü. 



Der Stadiasmus Maris Magni, von 0. Cuntz. 245 

aber von einem Fall der Stadt ^ Sie konnte also auch nach dem 
Barbareneinfall sehr wohl im Stadiasmus als bestehend erwähnt 
werden. Andere Argumente Müllers geben keinen festeren An- 
halt Wenn z. B. Ptolemais (§ 55) und Berenice (§ 57) als 
hafenlos erscheinen, wenn an der Syrte ein (pQovQtov ßagßagov er- 
wähnt wird (§ 86), so deutet dergleichen zwar aller Wahrschein- 
lichkeit nach in die sinkende Kaiserzeit, aber mehr läßt sich nicht 
erschließen. Wenn Salamis auf Cypem den Namen Constantia, 
den es von Constantius IL bei der Erneuerung nach Erdbeben 
erhielt^ im Stadiasmus nicht trägt (§ 305), so liefert auch das 
keinen terminus ante quem, denn der alte Name blieb nach- 
weislich noch lange nach Constantius in Gebrauch 2. Müllers 
Ansatz ist also unbewiesen, und ich will unter Benutzung der 
branchbaren älteren und eigener Beobachtungen einen neuen 
Datiemngsversuch machen. 

Sicher ist zunächst, daß der Stadiasmus nach Augustus ab- 
gefaßt ist § 272 wird die Länge der Überfahrt von Rhodus 
nach Caesarea (Palaestinae) angegeben, einer Stadt, die von 
Herodes dem Großen an Stelle des alten ^rgazcovog Jtvgyog er- 
baut und im Jahre 10/9 v. Chr. bei der Einweihung Augustus 
zu Ehren benannt wurde ^. Weiter hinab weisen andere An- 
gaben. § 126 heißt es von Utica: jtoXiq löri Xtfispa ovx Ix^i. 
aXXa öaXov Ixeu Zur Zeit der Zerstörung Carthagos besaß es 
einen guten Hafen ^, und dieser wurde noch von Cäsar benutzt ^ 
Müller vermutet mit Recht, daß er in der nächsten Folgezeit 
noch nicht versandet sein wird ^ Wir müssen also ein Stück in 
die Eaiserzeit hinabrücken. An die Stelle von Utica trat als 
Hafenplatz das benachbarte Castra Cornelia (§ 125), das noch 
im cäsarischen Bürgerkrieg als locus bezeichnet wird und zuerst 
im angustischen Verzeichnis bei Plinius als Stadtgemeinde (op- 



1) Der Ausdruck Müllers p. 461: ab Austurianis devastata Leptis 
deineeps iacnit ist also verkehrt. 

2) Müller p. CXXVIII und zu § 305, berichtif^ durch den Artikel 
Constantia (5) von Oberhuramer in Pauly-Wissowas Realencyclopädie. 

3) Müller p. CXXV. Artikel Caesarea (10) von Benzinger bei Pauly- 
Wissowa. 

4) Appian Lib. 75 ^Ixvxri — Xifitvag re 's^ovoa evÖQuoi^g xzl. 

5) Bell. Afr, 98 — (Caesar) Uticae classem conscendit — . 

6) P. CXXVII. 



246 . ^' Baner, Chronik des Hippolytos. 

pidum stipendiarium) erscheint ^ Adrumetum, dessen cothon im 
bellum Africanum (62 f) erwähnt wird^ ist im Stadiasmus (§ 116), 
wie ütica, dXl(i6vog\ Auch hier ist für den Verfall und die 
Versandung des Hafens eine längere Spanne Zeit nach Cäsar 
in Anrechnung zu bringen. 

Wie weit müssen wir aber in die Eaiserzeit hinabgehen? 
Das ist eine Frage, f&r deren Beantwortung der Stadiasmus nur 
sehr wenig Material bietet Seine Verwandtschaft mit der pto- 
lemäischen Karte, die ich unten (S. 264 ff) nachweisen werde, ergibt 
keinen festeren zeitlichen Anhalt. Am meisten versprechen noch 
die vorkommenden Angaben über die Benennung und Begren- 
zung der Küstenländer. Jedenfalls müssen sie einer Untersuchung 
unterzogen werden. Von ihnen sondere ich aber sogleich die 
afrikanischen ab, die mir für genauere chronologische Bestim- 
mungen nicht verwendbar scheinen^; dann bleiben folgende übrig: 

§ 128 {^oivbcTj von?] bis zum Vorgebirge Paltus, 

§ 133 KoIXt] 2vQla von Paltus bis zu den Portae Ciliciae. 

§ 154 Kilixla von den Portae Ciliciae bis zum Melasfluß. 

§ 214 nafig)vkia vom Melas bis %Qa axQa und zu den Che- 

lidonischen Inseln. 

8 234 Avxla von %Qa axga bis Telmessus. 

§ 255 Kagla von Telmessus bis Miletus. 

KolXri SvQla bezeichnet vor der römischen Eroberung Syriens 
das Land südlich von Laodicea bis zur ägyptischen Grenze. Durch 
Pompeius wird dann die Provinz in drei conventus iuridici ge- 
teilt, die wir am besten aus der augusteischen Statistik bei Pli- 
nius kennen. Coele ist seitdem der nordwestliche conventus des 
Landes, der an der Küste von Carne (nördL von Arados) bis zur 
cilicisehen Grenze reicht. Diese officielle römische Benennung ist 
indessen im gewöhnlichen Sprachgebrauch "nicht durchgedrungen. 
Strabo, Joseph us und Ptolemaeus gebrauchen Coele Syria in der 



^ 



1) Müller p. CXXVII und zu >? 125, dem jedoch die Pliniusßtelle 
(5, 29) entgangen ist. 2) Müller p. CXXVII. 

3) § 34 Mag^aQixii vom Petras Magnus Jois Apollonia. — 53 Ki> 
Qt'ivti von Apollonia bis Berenice. — 58 ^vQxiq Kvgrivalwv von Berenice 
bis Arae Philaenorum (daneben 64 ^vQziq Kvq//vtj<; von Chersis ab). — 
85 2vQtiQ fieydXfj von Arae Philaenorum bis Sabratha. — 100 SvgtiQ 
fAuegd von Sabratha bis Thapsus. — 113 4>oivlx7j von Thapsus westlich. 



Der SiadiaBinns Maris Magni, von 0. Cuntz. 247 

alten Bedeutung, ja sie findet sich sogar auf Münzen von Städten, 
also halb officiell, im 2. Jahrhundert und vereinzelt noch im Be- 
ginne des dritten ^ Wenn nun der Stadiasmus Nordsyrien KolXti 
nennt^ so kann daftir die Errichtung des römischen conventus 
schwerlich die Veranlassung gegeben haben. Sein Verfasser be- 
dient sich einer recht vulgären Redeweise, wir dürfen einen 
officiellen, ungewöhnlicheren Ausdruck bei ihm nicht erwarten. 
Erst nachdem Septimius Severus 194 aus Nordsjrien eine eigene 
Provinz Syria Coele oder Syria magna gemacht hatte ^, mußte 
die jüngere Bedeutung nach und nach allgemein angenommen 
werden. Der Stadiasmus ist daher sehr wahrscheinlich nach 
diesem Jahre verfaßt. 

Man könnte versucht sein, dafür auch anzufahren, daß bei 
Plinius^ die Grenze zwischen Syria (Coele) und Phoenice bei 
Garne gezogen wird, im Stadiasmus dagegen weiter nördlich bei 
Paltos. Diese Verschiebung fände in der Einrichtung der seve- 
rischen Provinz eine Erklärung. Aber wenn man erwägt, daß 
im 4. Jahrhundert und später die Grenze etwa ebenso wie bei 
Plinius verlieft, wird man ein starkes Bedenken gegen die 
Correctheit der Stadiasmusangabe nicht unterdrücken können. 
Wäre sie richtig, so müßte die Grenze durch Severus nach Norden 
und später einmal wieder nach Süden verlegt worden sein. 

Die letzten Städte im Norden von Syrien sind Rhosus, My- 
riandrus, Alexandria ad Issum ; die portae Ciliciae sind die Grenze, 
ro ^Ibqov und Issus sind cilicisch. Diese Grenze geben auch 
Plinius^ und Ptolemaeus^, während das Itinerarium Hierosol." 

1) Cuntz, Agrippa und Augustus. Jahrb. für class. Phil. Suppl. 
XVII 1890 S. 483. 

2) Marquardt, Rom. Staatsverwaltung S. 423 f. 

3) Nat. hist. 5, 79. Auch bei Ptolemaeus (5, 14, 2 Müller) ist die 
Grenze südlich von BaXavsai. 

4) Itinerarium Hierosol. (333 n. Chr.) 582, 7 ff Balaneas — finis Syriae 
Coelis et Foenicis — Maraccas — Antaradus. Hierocles (ü. Jahrhundert) 
712, 7 BaXavia gehört zu Syria II, südlich davon beginnt Phoenice (715f ). 

5) N. h. 5, 80 und 91, wo nur Alexandria verkehrt nördlich von Issus 
angesetzt wird. Strabo rechnet Rhosus 14 p. GOC zu Cilicien, Hi p. 751 
zu Syrien. 

6) 5, 7, 4 und 5, 14, 2. 

7) 580, 8ft* Alexandria Scabiosa — Pictanus — tines Ciliciae et Sy- 
riae — Pangrios — Antiochia. 



248 ^- Bauer, Chronik des Hippolytos. 

und Hierocles ^ sie sQdlicher ziehen. Hier ist also vor 333 (lt. 
Hier.) eine Änderung eingetreten, vielleicht bei der Teilung Cili- 
ciens in Cilicia und Isauria, die zuerst im Veroneser Verzeichnis 
von 297 erscheint 2. Eine sichere untere Zeitgrenze ergibt sich 
daraus für den Stadiasmus leider nicht, denn die Möglichkeit, 
daß er eine veraltete, aber noch im gewöhnlichen Gebrauch fort- 
lebende Einteilung wiedergibt, kann nicht bestritten werdend 

Die Westgrenze Ciliciens hat in römischer Zeit folgende 
Veränderungen erfahren. Nach Plinius (5, 93) ist der Melasfluß 
finis antiquus Ciliciae; den novus terminus gibt er merkwürdiger- 
weise nicht an, wir kennen ihn aber für die augusteische Zeit 
aus Strabo, nach dessen Zeugnis er sich weiter östlich, zwischen 
Ptolemais und Coracesium befand*. Vor Ptolemaeus^ ist die 
Grenze dann in derselben Richtung noch etwas weiter verschoben 
worden, in den Osten der Stadt Sjedra, und dabei ist es nach 
Hierocles^ bis ins 6. Jahrhundert geblieben. Wenn wir also die 
Stadiasmusangabe notwendig auf eine Provinzgrenze zu beziehen 
hätten, so würde sie in die römische Republik zurückdeuten. Wie 
aber Ptolemaeus' zeigt, verlor die Gegend östlich vom Melas, 
als sie zu Pamphylien geschlagen wurde, ihren alten Namen 
nicht, sondern sie hieß innerhalb Pamphjliens auch fernerhin 
KiXixla TQaxsla, und man konnte daher auch während der ganzen 
Kaiserzeit sagen, daß Gilicien am Melas ende^. 

Die Westgrenze Pamphyliens befand sich (nach Strabo®, 
Ptolemaeus *^ und Hierocles ^0 während der ganzen Kaiserzeit im 
Norden von Phaseiis. Wenn Mela*^, Plinius*^ und die Periegese 
des Dionysios ^* Phaseiis zu Pamphylien ziehen, so ist das nicht 
correct, erklärt sich aber daraus, daß die Stadt, wie Strabo an- 
gibt, dem KoLVOv tAp Avxlcov selbständig gegenüberstand. 
Olympos, das ebenfalls noch östlich der ^IsQa axga lag, rechnen 
alle Quellen zu Lycien. Die Angabe des Stadiasmus ist also als 
eine rein geographische aufzufassen, veranlaßt durch das weit vor- 



1) 705, 6 und 7 zu Cilicia II gehören Alexandria und Rhosus. 
2} Marquardt a. a. 0. S. 388. 

3) Vgl. die lycisch-carische Grenze. 

4) 14 p. 667. 668. 670. 5) 5, 5, 3 und 5, 7, 1 f. 

6) 682 und 708 f. 7) 5, 5, 3. 8) Vgl. auch Müller p. CXXV f. 
9) 14 p. 667. 10) 5, 3, 2. 5, 5, 1. U) 683. 12) 1, 79. 80. 

13) 5, 96. WK 14) 854 f. 



Der Stadiasmus Maris Magni, von 0. Cuntz. 249 

springende Kap, bei dem man den Beginn des Taurus ansetzte K 
Eine Zeitbestimmung läßt sich aus ihr nicht entnehmen. 

Die letzte Küstenstadt von Lycien im Westen ist Telmessus 
im Stadiasmus wie bei Strabo^, Mela^ und Plinius*. Zur Zeit 
des Ptolemaeus finden wir die Grenze bis gegen Caunos, das zu 
Asien gehört, vorgeschoben ^ und im 6. Jahrhundert noch weiter, 
80 daß Caunos lycisch ist^. Der Stadiasmus geht hier also mit 
den Autoren des 1. Jahrhunderts n. Chr., er folgt der älteren 
Abgrenzung, die Jahrhunderte gegolten hat und gewiß im ge- 
wöhnlichen Gebrauch noch fortlebte. 

Als Nordgrenze Cariens gilt bei den Geographen der frühen 
Kaiserzeit das Vorgebirge Poseidion (heute Kap Monodendri) 
südlich von Milet', bei Ptolemaeus^ und den Späteren^ der 
Mäander, nördlich dieser Stadt. Der Stadiasmus allein setzt 
Milet selbst als Grenzpunkt, sei es nun aus geographischen Rück- 
sichten oder wegen der Bedeutung des Hafens. 

Wenn wir zusammenfassen, so ist der Ertrag ja nicht groß, 
aber so viel scheint doch erwiesen, daß der Stadiasmus nach 200 
n. Chr. verfaßt ist (Coele Syria). Eine sichere untere Zeitgrenze 
fanden wir nicht, aber auch nichts, das nötigte, über das 3. Jahr- 
hundert hinauszugehen. 

Dieser Ansatz wird durch andere Beobachtungen, wie ich 
glaube, nur bestätigt. 

Während die Vorrede christlichen Charakter trägt, was Gail 



1) So muß auch Strabo 11p. 520 — xazä rag XeXiSovlag (avrai 
<5* elal v^coi xcczä x^v CLQxfiv tijg UafjKpvXwv itaQaXiaq) und 14 p. 051 Xi- 
yovai yoQ ^QX^'^ elvai xov Tovqov xa vnegxelf^eva oQti xwv XeXiöovlcDv 
xakovfjtevofv vi^öcdv^ aineg iv fisB^OQUo rijg üaiJLipvXiag xal Xfjg Avxlag 
TtQÖxeivrai verstanden werden. Die politisch genaue Begrenzung gibt 
14 p. 667. 

2) 14 p. 651 ciQX^ ^^ T« JaiSaXa xfjg '^PoSlag x.^Q^ov — (vgl. p. 664) 
und 665. 

3) 1, 82 f. 4) 5, 101. 103. '>) 5, 2, 8. 5, 3, 1. 

6) Hierocles 684, 17. 685, 1. 

7) Strabo 14 p. 632. 651. Mola 1, 80. Plinius n. h. 5, 112 der 
sinas Basilicns. 8) 5, 2, 6 f. 

9) Hierocles 687, 7 ff und die byzantinischen notitiae episcopatuuiu, 
vgl. z. B. die Tabelle bei Rauisay, Hist. geography of Asia Minor 189(> 
8. 422. 



250 ^- Bauer, Chronik des Hippolytos. 

zuerst bemerkt hat ^, enthält der eigentliche Stadiasmus gar nichts 
Christliches, erwähnt aber verschiedene heidnische Heiligtümer 
und Tempel, nämlich 4: hgop rov ^Oclgiöogy 38: Ibqov rov "Afi- 
(icovogj 49: Isqop *Aq>Qoölri]gy 103: ßfofiog ^HQcacXiovg, fiayiCrog 
xaXelTaiy 297: Ibqop ^Atpgoölxrigy 307: Ugov ^AtpQoöixrig, 318: 
Uqov 'Ad^rjväg, 336: Ibqov ^AjtoXXmvog, 338: Ibqov ^AjtoZXcovog, 
und ein Orakel 14: Ibqov ^AjtoXXtovog, kjticrmov ^(^^ör^ptoi^. 
Das paßt für das 3. Jahrhundert besser als fÖr das vierte. 

Die Städte- und Ortsnamen sind teilweise sehr verderbt über- 
liefert, und Müller hat sich um ihre Herstellung zweifellos ver- 
dient gemacht. Leider ist er aber lange nicht schonend genug 
verfahren. An vielen Stellen hat er ältere Namensformen für 
genau ebensogut bezeugte jüngere eingesetzt. Dadurch ist das 
eigentümliche historische Gepräge des Textes verwischt worden. 
§ 254 flF hat der Codex nur die Form TaXafiBVOog ftir die lycische 
Stadt, die Müller consequent durch Takfirjocog ersetzt Von 
Stephanus Byz. ist aber TBkBfifjöorjg als aristophanisch bezeugt, 
TBXBfitjOOioi haben die Tributlisten 2, TalBfirjOCog hat Strabo 14 
p. 665; die Byzantiner haben neben 7'£>l^j;ö(Jot; (Georgius Cypr.^) 
und TaXficOog (Hierocles*) TBXBfiiCöov (notit. 8 und 9 Parthey) 
und auch TaXfiivöov (notit. 3, 240). — Die Sporadeninsel heißt 
273 ff 6 mal AiQog, 282 zweimal AiQvog, die erstere Form ist 
die gewöhnliche, klassische, die letztere ist aber durch byzanti- 
nische Zeugnisse ebenfalls belegte — 286 Big BoQßvXlav und 
288 cbto BaQßvXiov, in älterer Zeit heißt die Stadt stets t« 
BaQyvXia, aber in den byzantinischen Notitiae^ finde ich regel- 
mäßig BaQßvXlov. — Der Name der cyprischen Stadt ist 311 
wahrscheinlich UciXovg und nicht -Tojlovc, 312 sicher HciXcov; 
der der cilicischen 165 und 171 wahrscheinlich ^ciXovc und 



1) Geograph! gr. min. vol. II 1828 p. 420. 432. So auch der Aus- 
druck fieyakrj &dXaaaa für das Mittelmeer p. 421 f. Vgl. Orosius I, 2, 3. 
Ravennas I 2; 3; 16. V 24. 

2) JG I p. 104 n. 59. 3) ed. Geizer. 4) ed. Burckhardt. 

5) Notit. 3, 567 6 AeQvrjg. Eustathius (12. Jahrhundert) zu Dionysius 
Perieg. 530 im Paris. 2708 A^QVoq^ Aigvioi (Müller, Geogr. gr. min. II 
p. 320). 

6) 3, 296. 8, 393. 9, 303. 10, 410. Basilii notitia (in Georg. Cypr. ed. 
(4elzer) 341 BagßvXXlov. Not. 18, 260 BaQyovXlov. Concil von Chalcedon 
BaQYvXlov. 



Der Stadiasmus Maris Magni, von 0. Cuntz. 251 

JSciZcoVy dagegen 173 2!6X(dp, Die Schreibung mit o ist die gewöhn- 
liche, aber zu der cilicischen gibt Steph. Byzant. * die Nebenform Uci- 
Xeiav, und das cyprische heißt bei Georgine Cypr. 1104 Hcokoi. — 312 
KvQfjpaiop, di^ KvQTjplov, der alte Stadtname ist jffepvi^efa, da aber 
Hierocles 707,6, Georgius Cypr. 1106 undNilus 185 (Parthey) fiv- 
Qijvla bieten, könnte höchstens die dem Stadiasmus allein eigene 
neutrale Form angezweifelt werden. — Bei den älteren Autoren, 
in den Inschriften und noch bei Ptolemaeus (3, 15, 3) heißt die kre- 
tische Stadt ^ItQaJtvxva, im Stadiasmus (319 und 320) ^lega Ilvöva. 
Letzteres finde ich zuerst bei Cassius Dio^, dann aber auch bei 
Hierocles 649, 7 und in den Notitiae, die ältere Form scheint 
abgekommen zu sein^. — Den Accusativ des Kaps und der Stadt 
in Syrien bildet der Stadiasmus BaXaptag (129 und 137), den 
Genetiv dagegen Balaptcop (130. 132. 137); das Femininum ist 
die ältere Form, das Neutrum die jüngere, die durch das Itine- 
rarium Antonini (148, 2)^ die Bischofslisten von Nicaea und Con- 
cilien des 5. Jahrhunderts, durch Hierocles bezeugt ist^. — ^a- 
Cfjlig in Pamphylien schreibt der Stadiasmus nur ^aCiXig (226. 227. 
229) vgl. Georgius Cypr. 307 und Notit. 8, 359. — Die Sporaden- 
insel NlovQog heißt N^ovQog (272. 273) vgl. Notit 3, 570 iVi^- 
oovQcop^^ Basilius 485 a und die Nova Tactica 1698^ Nr^ovgaq. 
— Die kretische Stadt, welche in der älteren Überlieferung, bei 
Strabo und Ptolemaeus, ^olpi^ heißt, nennt der Stadiasmus einmal 
(328) ebenso, zweimal (328. 329) ^PoipIxt] vgl. Hierocles 651, 1 
und Notit 8, 230. 9, 139 {^oiPi^xfjg). — Für den cilicisch-pam- 
phylischen Grenzfluß werden die ältere Form M2a§ (213 f. 232) 
und die jüngere MsXapog (213) nebeneinander gebraucht — 
Diese Beispiele zeigen, daß im Stadiasmus jüngere Namensformen, 
die, teils an ältere angelehnt, teils neugeschaffen, in byzantinischer 
Zeit vorherrschend werden, bereits vorkommen. Ihn darum für 
jünger als das 3. Jahrhundert zu halten, sind wir, glaube ich, 



1) Jiovvaioq 6^ iv tqItio Baoaa()ucG)v SihXeLav Xeyei Siä xov co x^v 
TiQunrjv xiX. 2) 36, 19 (Boissevain) iq "leQanvöva. 

3) Vgl. auch Müller p. CXXVIU. 

4) Vgl. Geizer zu Georg. Cypr. 889 8. 153. Patrum Nicaenonim 
nomina edd. Geizer Hilgenfeld Cuntz V 58, wo Geizer das überlieferte 
BaXavitov hätte stehen lassen müssen; III 58 Balaneorum. 

5) Sie kommt sonst in den Notitiae nicht vor. 

6) In Georgius Cypr. ed. Gelzer. 



252 ^« Bauer, Chronik des Hippolytos. 

nicht genötigt. In ein Werk, das für den praktischen Gebrauch 
der SchiflFer bestimmt war, wie die Angaben über Häfen, Anker- 
plätze, Beschaffenheit der Küste, Fahrwasser, Fahrtrichtung, Trink- 
wasser usw. beweisen, mußten solche neuen Bildungen, die, ehe 
sie in der Literatur fixiert wurden, sicherlich im Volke umliefen, 
am frühsten eindringen. Charakteristisch scheint mir auch, daß 
Altes und Neues mehrfach nebeneinander steht. Mit keinem 
Jahrhundert verträgt sich das besser als mit dem dritten, der 
Zeit der Übergänge überhaupt. 

Endlich habe ich noch die sprachliche Seite des Stadiasmus 
zu berühren. Wer den Müller sehen Text liest, wird ihn ohne 
erhebliche Anstöße finden; aber der kritische Apparat läßt bald 
erkennen, daß der Herausgeber viel zu viel geglättet und zurecht- 
gemacht hat. Zahlreiche Vulgarismen, die als charakteristisch 
für den Stadiasmus gelten müssen, sind beseitigt worden. Es 
handelt sich besonders um den Gebrauch der Präpositionen, auf 
den schon GaiP hingewiesen hat. Daß k:itl und elg als völlig 
gleichbedeutend beliebig verwendet werden'-^, daß iijcl mit dem 
Accusativ steht auch ohne die Bedeutung einer Bewegung ^ will 
noch nicht viel besagen. Aber auffallend häufig — die Zahl der 
Beispiele wird durch meine Nachvergleichung noch vermehrt — 
findet sich djco mit dem Accusativ, hauptsächlich bei Städte- 
namen, aber auch sonst vereinzelt^. Müller glaubt, daß solche 
yitia wie die letztgenannten erst im 10. Jahrhundert a librario 
prorsus rudi in unsern Text gebracht sein könnten (p. CXXIII). 
Aber dagegen muß man doch fragen, wie es denn möglich ist, 
daß der schlimme librarius nur im Stadiasmus seine Spuren zurück- 
gelassen hat und nicht auch in den mit ihm zusammengehörenden 
vorhergehenden Stücken. Nur in dem kleinen Abschnitt über 
die OQT] opofjaora (235) wird mehrmals elg mit ip gleichbe- 
deutend gebraucht. Aber gerade das gehört nicht zu den Eigen- 
tümlichkeiten des Stadiasmus, der nach Müllers Beobachtung 
nur ein einziges Beispiel bietet \ Der Stadiasmus ist also, ebenso 

1) A. a. 0. S. 410 f. 

2) Vgl. Miller, Journal des :Savants 1844 p. 310. 

3) § 117. 4) i^o S 14 d(p' hanegav, 

5) § 117 slal yäQ elq xb neXayoq ixeivo ßQcixv nokXd — . Für die 
Geschichte dieser sprachlichen Erscheinung vgl. Hatzidakis: Einleitung 
in die neugriech. Grammatik, 1892 S. 210. Beispiele aus dem Anfang des 



Der Stadiasmus Maris Magni, von 0. Cuntz. 253 

wie der Absatz über die oqtj, eine Einlage, die der Verfasser der 
Chronik unverändert mit allen ihren sprachlichen Besonderheiten 
seinem Werk einverleibt hat^ Ist eine solche Sprache im An- 
fang des 3. Jahrhunderts möglich? Ich glaube wohl, gestehe 
aber, daß ich hier lieber einem Berufeneren, einem Kenner vul- 
gärer und später Gräcität das Wort erteilte. Die mir bekannten 
lexikalisch gesammelten Beispiele für äjto mit dem Accusativ be- 
ginnen allerdings erst mit dem 6. Jahrhundert^, aber sie sind 
zweifellos mehr zufällig zusammengebracht. Es muß ferner auch 
beachtet werden, daß viele solche Fälle durch die gleichmachende 
Tätigkeit der Editoren aus den Texten verschwunden sein werden. 
Endlich sind Bücher von der Art des Stadiasmus nur selten. Für 
die Praxis bestimmt mußte er, auch wenn er ursprünglich in der 
Sprache der Literatur abgefaßt gewesen sein sollte, Vulgarismen 
weit eher und zahlreicher aufnehmen als die eigentlichen Literatur- 
werke. Aus diesen Gründen halte ich es durchaus für möglich, 
den Beginn der Bewegung in der griechischen Sprache, welche 
schließlich dazu geführt hat, alle Präpositionen mit dem Accu- 
sativ zu verbinden, nach dem Zeugnis des Stadiasmus schon in 
das dritte oder vor das dritte Jahrhundert zu datieren. Es wäre 
sehr zu wünschen, daß unsere Schrift, die ich für ein nicht un- 
wichtiges Denkmal volkstümlicher Sprache ansehe, einmal von 
dieser Seite eingehend behandelt würde. — 

Ich komme zum zweiten Teile meiner Aufgabe. Schon im 
November 1891 habe ich in Madrid die Handschrift mit Müllers 
Text und Apparat verglichen. Leider machten mir damals äußere 
Umstände eine nochmalige Überprüfung, die notwendig erschien, 
unmöglich. Um so lieber benutzte ich die Gelegenheit, im Juli 
1903, als der Codex sich in Graz befand, das Versäumte nach- 
zuholen. 



3. Jahrhunderts bieten die Hermeneumata Pseudodositheana (ed. Goetz, 
Corpus glossarior. lat. III) p. 31, 27 ff 37 f etc. 

1) Die übrigen Schriften des Hippolytos sind frei von solchen Ver- 
stößen gegen den classischen Gebrauch. 

2) Bei Sophocles, Greek Lexicon of the Roman and Byzantine 
peiiods, danach bei Hatzidakis a,a. 0. S. 224. Der älteste Fall der Reihe: 
Hermas, Visio 4, 1 fällt fort, da der Sinai ticus tag and azaölov liest und 
nur das eine Apographon des ^imonides azdöiovj vgl. die Ausgabe von 
Hilgenfeld. 




254 ^' Bauer, Chronik des Hippolyios. 

Die editio princeps des Stadiasmus ist die von Iriarte^ 
Auf ihr beruhen die Ausgaben von GaiP und Hof f mann ^ 
Nachdem die von E. Miller im Journal des Savants 1844 p. 300 ff 
veröffentlichte Nachvergleichung zahlreiche Berichtigungen zu 
Iriarte gebracht hatte, veranstaltete C. Müller auf Grund der- 
selben seine mit Commentar und Karten versehene, noch heute 
maßgebende Ausgabe^. Leider gibt auch sie die Handschrift 
noch keineswegs getreu wieder. Daran ist erstens schuld, daß 
auch Miller noch manches übersehen und verlesen hat, zweitens 
aber — ich kann nicht anders urteilen — die äußerst geringe 
Sorgfalt Müllers. Nicht einmal Millers Collation hat er ganz 
verwertet, vielmehr an einer ganzen Reihe von Stellen ihre 
Lesungen übergangen oder ungenau wiedergegeben ^ Aber noch 
mehr! Er hat den Iriarteschen Druck, der zusammen mit Millers 
Oorrecturen stets das Fundament der Ausgabe hätte sein müssen, 
höchst unordentlich benutzt. Um nur aus vielen Fällen den 
schlimmsten herauszugreifen: Müller ergänzt p. 440, 7 das Stück 
djto MevsXaov etg Karavhlq usw# als ob es ausgefallen wäre, es 
steht aber in der Handschrift und bei Iriarte! Wenn er an 
dieser Stelle durch den Gailschen Text verführt sein mag, der 
den Absatz ebenfalls ausläßt, so lassen sich die übrigen der- 
artigen Fehler nicht durch den Anschluß an Gail oder auch 
Hoff mann erklären, wie ich mich überzeugt habe. Aber es 
lohnt ja auch nicht, ihrer Entstehung nachzuspüren. Sie müssen 
beseitigt werden. Zahlreiche Iriartesche Lesungen werden da- 
durch wieder in ihre Rechte eingesetzt. 

Ich gebe nun im folgenden sämtliche, auch die kleinsten Be- 
richtigungen von Müllers Apparat, indem ich, wo es notwendig 
erscheint, einen kurzen Commentar hinzufüge. Was nach meiner 
Ansicht in den Text neu aufzunehmen ist, trägt einen Stern. 
Wo Iriarte schon das Richtige gelesen hatte, ist ein I beigesetzt. 

Möge meine Arbeit dem zukünftigen Editor des Stadiasmus eine 

1) Reg. bibl. Matrit. Codices gracci vol. I 1769 p. 485 sqq. 

2) A. a. 0. 3) Marciani periplus etc. ed. S. F. Gull. Hoffmann, 
1841 p. 181 sqq. 

4) Geogr. gr. minores I 1855 p. 427 sqq. 

5) Z. B. gibt Miller zu Müller p. 453, |1 ^QaxXhvq, zu 468, 3 iiy- 
Xolfjg 7 ayxSXa 10 ^v^riq, zu 482, 3 oeXaovari<;\ zu 431, 4 6.7t6 xCbv 
ävxi<pQ (s. unten S. 256), zu 409, 4 qv (s. unten S. 272), usw. 



Der StadiasmuB Maris Magni, von 0. Cuntz. 255 

willkommene Vorarbeit sein. Die oben besprochene Art der Text- 
gestaltong, die Mangelhaftigkeit der kritischen Grundlage und das 
Alter der Müll er sehen Ausgabe lassen eine Neubearbeitung sehr 
wfinschenswert erscheinen. Diese hätte freilich auch den ganzen 
Gommentar durchzuprüfen und neuzugestalten. Aus diesem Grunde 
mußte ich es mir versagen^ die Arbeit selbst zu tun, denn sie 
ist nur da ausführbar, wo das notwendige große Material an 
Karten und Reisebeschreibungen vorhanden ist. 

427, 2 d6sXg)6, a corr. aus e 

428, 2 ^ijcaxQißioxara I 9 *(iixQi(; I 
12 ^YQaipag möe 1, ganz deutlich 

über die Vorrede und Müllers unnötige Änderungen und 
Ergänzungen vgl. Bauer oben S. 128 ff. 

429 neben der Überschrift am Rand von erster Hand ji^qX öra- 
öiaöfiov TTJg d-aXaööfjg 

1 Im Anfang des Stadiasmus und auch später noch öfter sind 
die Stadienangaben neben dem übrigen Text zu einer Columne ge- 
ordnet (Taf.IV), so daß bei Verderbnissen auch mit der Möglichkeit 
von Verschiebungen von einer Station zur andern, die in lateinischen 
Itineraren häufig sind, gerechnet werden muß. Mir sind solche 
allerdings nicht bekannt geworden. Meist stehen die Distanz- 
angaben im Text, wie es gerade trifft. — ardöioi und seine Casus 

wird durchweg ora abgekürzt, in den Summierungen meist ata. 

4 x^^^ ov iisl^ y, also *ajt6 XsQOovriOov tlq övOfiag Xifii^v 
loxi dycoy^g ;f*Jl/coi; ov fislCcov 5', ^^ ^ch halten und übersetzen 
mochte: von Ch. westlich liegt ein Hafen von einer Last (einem 
Tiefgange der Schiffe), die nicht größer ist als 7000 (sc. modii). 
ful^cov in fiBl^ovog zu ändern, ist nicht notwendig. Der Stil des 
Stadiasmus läßt eine solche Vertauschung der Beziehung des 
Adjectivs wohl möglich erscheinen. Der Ausdruck ist see- 
männisch kurz, aber verständlich. 7000 modii zu 8,733 kg sind 
61 131 kg; also nur kleine Schiffe bis zu 61 Tonnen Gehalt 
können den Hafen benutzen, für größere ist er zu seicht. Müller: 
dj€0 X. slg Jvöfidg — {Xifii^p Ion [q)OQTf]YOtg] ayoyrjg ;ft;i/ö?r 
ov iiüC^ovQg) — [oxaötoi] £'; aber, wie er selbst bemerkt, die 7 Sta- 
dien können nicht in die 1550 der ganzen Strecke eingerechnet 
werden. Das folgende ajro övöficiv halte ich mit Müller für 



256 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

interpoliert. Gemeint ist also keine Station mit eigener Distanz- 
angabe^ sondern ein Hafen nicht weit von Ch. (tour de Marabout), 
vielleicht Nixlov xcofH] des Strabo (17 p. 799), das Mannert bei 
einem Landungsplatz 7 Stadien westlich Yon Ch. ansetzt 

430, 3 ßXiv 

5 und 431, 1 x^ über i steht nicht der Circumflex C"), sondern 
ein Abkürzungszeichen. Ich lese *;f4(ö (vgL z. B. r = to5), was 
in den Text gehört, da der Ort nur noch bei Ptolemaeus 4, 5, 4 
als XeifKD (oder Xst) xcifirj vorkonmit und eine Entscheidung 
für eine der beiden Formen einstweilen unmöglich ist. 

431, 4 *ajr6 ro avxi(pQ über q ein runder Klecks, wohl ein zu- 
sammengelaufenes Oj also ävTctpQOV. Z. 2 steht allerdings äinl- 
(pQaqy das durch Strabo 17 p. 799 geschützt wird, aber bei Hiero- 
cles 734, 2 avxt^QA und bei Georg. Cypr. 787 g avxlq>QOV oder 

aVTt(pQOV. 

km xo öiQQ = öiQQov 1. 432, 1 axo xijg öbq^ = öiQQCc. 
Strabo und Ptol. öeggcg. Das letzte herzustellen, ist gewagt; ich 
möchte die Überlieferung nicht antasten. 

5 "^d^egivov (nämlich xQOi^ov), 

432, 1 ^s(pvQ = C^itpvQov 

2 *oaXoc; 1, ist bald Masculinum (z.B. 438, 6), bald Neu- 
trum (464, 2. 472, 5), letzteres findet sich schon bei Alcman 
(Bergk, poetae lyrici graeci HP S. 18 frg. 10). 

6 "^xbv jtviyia vgl. Z. 9. tDer Ofen», vgl. Itin. HierosoL 
560, 1 ad Fomolus. 

433, 3 *ar^' iöJtiQav I S Hoxlv I 

14 löxi tx(X)P ix über der Zeile von erster Hand 

20 wohl ?;^cör und nicht exop 

21 dpaTtiPov I, verderbt aus dvaxalvovxsg. Es bedeutet, 
was hier durch elg JttXayog völlig deutlich ist: sich auf die See 
hinausziehen. So auch 446, 2, wo es Müller mit longe paiens 
übersetzen will. Navoxad^fiog wird nämlich bei Scylax (p. 83 
Müller) Xifitjv und jtdpoQfiog, bei Ptolemaeus (4, 4, 3) Xifi^p g^ 
nannt, und das besagt auch schon der Name. Auf N. kann also 
odXog aoxlp dpaxeipcov nicht bezogen werden. Ich erklare es: 
Ankergrund ist da, der sich in die See zieht (so daß du, wenn 



Der Stadiasmus Maria Magni, von 0. Cuntz. 257 

du nicht in den Hafen einlaufen willst, dort vor Anker gehen 
kannst). Ebenso 483, If an avvfjq (der sandigen äxQa JkcQ- 
Jiijöovia) avaxelvovTa ßgaxBa coq oraölovg x: von ihr ziehen 
sich Untiefen 20 Stadien ins Meer hinaus (so daß der Seefahrer 
so weit vom Lande halten muß). Gail will es hier mit surgere 
oder prominere übersetzen, aber das sind ßQax^] vip7]Xd (440, 9) 
oder (iSTsa)Qa (449, 3). 

435, 4 C,v(pvQov 

436, 5 *iV Müllers Emendation steht also in der Hs. 

437, 6 C, das Müller p. 436 mit einem sie begleitet, ist die 
regelmäßige Schreibung von ö' in der Hs. 

438, 2 *8P xfi JtQciztj I 

4 ^JtexQaovxa Scjlax hat JterQaq-avrogy Ptolemaeus jr«- 
rga, der Stadiasmus an 4 Stellen jtetQevcov -ovxoq. Weder 
diese letzte Form darf man mit Müller corrigieren, noch die 
unserer Zeile, welche zwischen der des Scylax und der im Stad. 
üblichen steht. 

8 Ovxriv I 9 övTcrj I 11 ovxaq I, stets so accentuiert. 

439, 1 (pagayg löxl 1 

6 «Ic = ao \ Für Alexandria — Petreuon sind überliefert 
2308 Stadien', mit sämtlichen Correcturen Müllers sind es 
2890. Wenn man nur die nächstliegende Correctur von 5 zu 
i^, die beständig in der Hs. verwechselt sind, durchführt (an 8 
Stellen), erhält man 2972. Aus solchen Zahlen kann ao 1200 
schwerlich entstanden sein. Dagegen beträgt die Summe der 
uncorrigierten Posten zwischen Alexandria und Paraitonion 1214 ^ 
und zwischen Paraitonion und Petreuon, wenn man 438, 4 : 150 St. 
mitrechnet, 1244^. Eine dieser beiden Distanzen ist also an- 
scheinend gemeint^. 439, 5 u. 6 stand einmal am Rand (Müller 
p. 438) und dürfte ein nachträglicher Zusatz sein. 

440, 1 *xsxQevovxoq vgl. zu 438, 4 ^ 

1) 429, 5: 7 St. fallt natüi-lich fort (s. oben S. 255 f), ebenso 438, 4: 
150 St. 2) Corrigiert 1550. 3) Corrigiert, ohne 438, 4, 1340. 

4) Von denen die erstere schon 434, 2 richtig angegeben wird. 

5) 439, 3 steht nsxQevovxa, so Müller richtig p. 439, falsch p. 438 
nsQivovxa. 

Texte n. Untenuchimgen etc. NF XIV, i 17 



258 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

6 jtXarv von erster Hand aus jtoXi) korrigiert 

7 *djt6 (iBveXaov elg xaxaviaq oxa o jiQoOfpsQOfisvog otpei 
d'iva Xevx^p' vöodq Jexsi JtXatv iv r^ afifito I, ausgelassen von 
Gail und Müller. Die von Müller vermutete Singular form 
xaravig -ecog ist nun nicht mehr zu halten. Der Ort kommt nur 
noch bei Ptolemaeus vor als xaraioviov axgov (4, 5, 2). Die 
Distanz hatte MQller mit jt' nahezu richtig gefunden. Die 
kleine Differenz von 10 Stadien macht für die Abmessung der 
Strecke zwischen den nächsten fixierten Punkten KaQÖafiig (Ras 
el Mellah) und ^AvtljtvQyog (bei Marsa Tebruk) nichts aus. Um 
die Summe von 3550 zu erreichen, müssen anderswo 10 St zu- 
gefügt werden. 

9 JtagajtXiei I 

442, 1 *jtSTQBvovvog 1 vgl. zu 438, 4. 

444, 1 TTjv q>alag 7 vaC^aglöog, v von erster Hand über der 
Zeile, neben ihm ist der Spiritus von a ausradiert, wobei ein kleiner 
Klecks entstand. Ursprünglich stand da also die richtige Form 
des Namens *aC,aQl6og (vgl. Müller dazu), welche die erste 
Hand, durch die vorausgehende Corruptel verleitet, beseitigte. 

8 ^aQiVTjv 

445, 1 C^eqyvQiov, i in Rasur 
5 d(pQo6iolag I 

446, 4 JtaQBTOVLov 

447 Überschrift: *xvQ^vrj Müllers Zusatz jtevtajtoXig ist zu 
streichen. 

1 djto, über jt ein verwischtes co 

2 *vjt* av Totg = vjt* avrolg rolg, von erster Hand corri- 
giert aus vJto rolg. Die Überlieferung xcofitjv tx^i OQfii^ovoav 
V3t avrolg rolg a(p tajtigag dvefioig gäbe nur dann einen Sinn, 
wenn man sie übersetzen könnte: ein Dorf, welches das Schiff 
vor Anker legt, d. h. ihm Ankerplatz bietet, der gerade dem 
Westwind ausgesetzt ist. Doch läßt sich xcofirj schwerlich so 
mit oQfil^co verbinden. Ich möchte lieber schreiben: xcifirjv 
exsc oQffl^ovoiv xtX. man ankert unter dem Westwind ^ Diese 



\ 



1) Müller dQfjLiC,oio av scheint mir nicht gut. Der Stad. gibt An- 
weisungen für die Fahrt sonst stets einfach im Imperativ. 



Der StadiasmuB Maris Magni^ von 0. Cuntz. 259 

mangelhafte Beschaffenheit des Ankerplatzes wird dann noch 
weiter beschrieben durch den Zusatz: oQfiog ^örl d^sQivog, er ist 
nur im Sommer zu gebrauchen. Gerade von Phycus ab lenkt 
die Küste nach Süden um, so daß der Schiffer auf die West- 
winde mehr BQcksicht nehmen muß. 
4 vavöi 

448, 2 *lXog I, die Insel kommt nur hier vor. 

.3 *TevxBiQav vgl Müller über den Namen. 

449, 1 *JcXBvöavTeg (statt jtXevoag ig) I möchte ich trotz des fol- 
genden oipei halten, vgl. 473, 1 und 5. 485, 2. 

*4 Die bisherige Lesung c; bot der Erklärung große Schwie- 
rigkeiten. Sie veranlaßte Müller, in 449, Iff eine Beschreibung 
des Hafens von Berenice (Bengazi) zu sehen. BQax^o. soll gleich 
dem Vorgebirge luliana sein, das den Hafen im Süden begrenzt, 
und das schwarze Inselchen gleich der größten Insel bei diesem 
Kap. Aber erstens kann man von der kurzen Überfahrt von 
Bengazi nach luliana gewiß nicht sagen 6 xXovg xafijcretai, die 
Fahrt erhält eine andere Richtung. Femer ist es auch sinnlos, 
zu sagen: nach einer Fahrt von 6 Stadien (1110 m) otpei axQco- 
rriQiov. Da ist man bereits dicht an dem Vorgebirge, das man bei 
der kurzen Distanz von Bengazi aus schon immer gesehen hat. 
Endlich sind 6 Stadien für die Breite des Meeresarmes etwas 
zu wenig; auch 7, was Müller angibt, reicht noch nicht ganz 
aus *. Die überlieferten 90 Stadien weisen uns nun vielmehr 
darauf hin, 449, 1 ff als die Beschreibung der Fahrt von Teuchira 
(Taukrah) nach Berenice zu fassen. Da die Küste immer mehr 
in die Südrichtung übergeht, kann von dieser ganzen Strecke 
sehr wohl gesagt werden 6 JtXovg xdfijcteraL BQaxea ist das 
Vorgebirge Adrian, das gegen Westen vorspringt. Es kommt 
nach einer Fahrt von 90 Stadien in Sicht, ist dann noch 80 
Stadien entfernt Daß hier an der Küste Untiefen sind, gibt 
Müllers Karte an. Daher muß der Schiffer sich vorsehen und 
schon nach 90 Stadien Fahrt seinen Kurs mehr vom Lande fort 
nehmen. Das schwarze Inselchen zwischen Kap Adrian und 
Bengazi ist bei Müller nicht eingezeichnet. Der Schiffer sieht 



1) Auf seiner Karte (Karton auf tab. XX) sind dem Maßstab falsche 
Zahlen beigedruckt, 1 statt 5 usw. 

17* 



260 ^* Bauer, Chronik des Hippolytos. 

es in der Ferne, wohl an der geföhrlichen Küste, liegen. Sollte 
es auch auf neueren Specialkarten nicht zu finden sein, müßte 
man annehmen, daß es inzwischen vom Meer zerstört und ver- 
schwunden ist. Es heißt ja auch xajcsivov niedrig. 

452, 1 Qivov^ man könnte also auch an qivov Fell, Schild den- 
ken, ygl. die häufige Ortsbezeichnung döjtlg, an der großen Syrte 
im Stadiasmus 460, 1 und östlich von Carthago (Clupea). 

"^jtld^ov I, den überlieferten Äccent zu ändern, liegt kein 
Qrund vor. 

2 *«^l der Bogen hinter a ist etwas blasser als dieses. Das 

ist nicht a£, woraus Qail ca machen wollte, denn i wird als 
gerader Strich geschrieben, vielmehr = 1V2» Müllers Her- 
stellung der Strecke Berenice — Boreion findet dadurch eine Be- 
stätigung. Daß der Stad. sogar mit halben Stadien rechnet, ist 
ein neues und nicht unwichtiges Ergebnis. 

3 axaXog 

10 Tov steht in der Hs., I 

453, 1 fjQaxXt = "^fjQaxXiovQ^ so las schon Miller p. 305 Anm. 1*. 
7 a3€iv I 

454, 1 ajto xov öxoxeXov Xlßav I, bestätigt Müllers Xlßa kv 
3 (ieOTjfißijiav 4 (von Müller falsch mit 5 beziffert) ? I 

(lata l 

6 und 7 doTQoxovöa 

7 *xoQx6öeiZov das erste o durch Rasur aus Q 10 *xo()- 
xoöslXov Die gerade in diesem Worte so häufige Versetzung 
des Q ist nicht zu corrigieren. 

455, 6 "^awÖQog iöriv Der Ort ist wasserlos. Es fehlt also 
nichts mehr. 

7 xoCvvd^iov I 8 TQaxea I 
9 djTO TOV xoC^vpd^iov 



456, 4 Qjtt (Mü Her in der Anmerkung qjcp\ Druckfehler; gxe I) 

458, 6 xoQaxi 

459, 1 BVcpQavxaq 

1) Die Note bei Müller zu § CO a(p* ov , . , txei v6(oq gehört na- 
türlich zu § 67. 



Der StadiasmuB Maris Magni, von 0. Cuntz. 261 

460, 3 * xaQixot'lcop I 

462, 2 XsjtTTjg 3 XsjtTrjv 

4 ^"2^ = öo I = 4200. Leider ist der Text auch so noch 
nicht in Ordnung. Die uncorrigierten Posten der Strecke Arae 
Philaenorum — Leptis Magna ergeben 2350, die von Müller cor- 
rigierten 2990 K Die überlieferte Zahl könnte daraus nur durch 
schwere Verderbnis entstanden sein. Von Berenice nach Leptis 
Magna betragen die uncorrigierten Ziffern 2526 '/i + 2350 = 
4876 V2 = rföJoc;', die corrigierten 1787 V2 + 2990 = 4777 == 

6^0^. 60 ist also vielleicht die leicht verderbte Summe dieser 
Reihe. 

5 Zejtrecov I *t6p egfiaiov Müller schreibt auf tab. XXI 
Hermaeum prom. ein, aber es könnte anstatt dxgoorrJQiop auch 
eine andere Ergänzung gedacht werden, z. B. oQfiop, Xofpov, vaov. 

463,2 VBOOjcoga 4 *i(JTti; (das erste) I b JtX ^^= jtXrjölov 

7 cifiagaia 9 fieyeQd^tov I 

464, 2 *odXog I vgl. zu 432, 2. 3 dXd&Qt]q I 

465, 1 *hTiv T 3 im] *6lg 1 

5 ftrjviyyat i durch Rasur aus tj 

8 (am Ende) *£öri 6h kv I 

466, 1 XejtxBcoq 1 

467, 1 yeQyimv xiöitpO^av 

468, 3 dyxoXrjg ^dXiJtoxav 

7 dyxoXa dXiJtoza der Spiritus ist nur ein Punkt und 
daher nicht zu erkennen 

xiÖKpd-a der Accent scheint gravis zu sein 

8 xBQxiva 

9 *fifjvi§ I Da die gleiche Form des Namens bei Dion. Perieg. 
480 in einem Teil der Hss. vorkommt, möchte ich sie nicht in 
Hfjviy^ ändern. 

10 XBQxivav d-vO-p/jg 

469, 1 xBQXivav 2 und 4 d^axpov I 

4 ßoQQCLP 7 d-ail^ovg 8 *iöTip I 

10 Xsjtxicop I d-EQfiag 

1) Müller ergänzt die verlorene Zahl 401, 1 im Text richtig durch 
550 ^', in der Tabelle p. 457 durch 650 xv • 



262 A. Bauer, Chronik deß Hippolytos. 

470, 1 axcov I 

471, 3 und 4 ^egfia 

9 yaXaßQavra hm\ *€lg I 

11 ;^a>lx?y(Joi^a I 

13 *iaTl I 

15 ;^aAx3ydora I 

472, 1 x^f^x^ydorog I 7 ovarlxcop 1 

Die große Lücke dahinter ist im fortlaufenden Text, nicht 
am Ende einer Seite. Der Ausfall ist also älter als die Hs. 

10 XaQPÜQ 12 XOQVOP 

14 *ßaXapi(DV I vgl. oben S. 251. 

473, 2 *ß(j(xyxtcop, das Vorgebirge der Fischkiemen. Müllerkennt 
hier kein Kap, das gemeint sein könnte. Vielleicht ist es aber 
doch möglich, auf neuen Seekarten eine entsprechende Ortlich- 
keit zu finden. Müllers Vorschlag, für ßQaxicov: ßQccx^ cog zu 
schreiben, ist jetzt ganz unwahrscheinlich geworden. 

3 * ßaXavdcov I s. oben. 

5 * JiaQajiXeovxeq 1 vgl. oben zu 449, 1. 

8 hjtl (nicht elo) jeeXXrjrav 

9 jcsXXtJtcov 1 10 *txoPTi I Der Strand ist von einer 
Schlucht durchschnitten. 

xaTavg)dQayya 
11 JtsjLXrjrcop I 14 Irp* r/g] i^^g 

16 *ßaXavb(DV I s. oben. 17 fjO) 1 



474, 1 7jQaxXtav 1 6 JtoXiav I 

475, 3 *aJto fiaxQav vtjöop 1 

5 TQOjtov I 7 *ajto xov \ 

8 avzfjv I 11 jrviovxi über dem ersten a ist eine schräg 
nach links hinaufgehende hasta ausradiert. Es stand also ur- 
sprünglich vermutlich *jrXioPTi da. 
16 ovQtcoTara 

477, 1 "^xiXixtcop 2 rot'TO lorip I 

478, 3 *< was Müller schon durch Conjectur gefunden hatte. 

479, 4 *av{)^vÖQOfiovpri I 

5 Tou jtoXov poxov 6 alyaicop 1 



Der StadiasmuB Maxis Magni, von 0. Cuntz. 263 

7 aeQ€TiXr]v Die Überlieferung des nur noch bei PtoL 5, 7, 4 
vorkommenden Namens spricht dafür, ihn nur mit einem q zu 
schreiben. 

Qwoov I Die Schreibung schwankt zwischen CO und ö, zwi- 
schen Qmaoq und ^coOog. 476, 1 hat Müller mit Unrecht qcoo- 
oov herauscorrigiert. 

8 ÖBQBxiXr]V B3€L TOV JCOXOV VOTOV 

9 öeQeriXXrjp 

12 ijtdxQap 13 /s. = 1000 (nicht a = 1), wodurch die 
Stelle aber nicht geheilt ist. Etwa 100 St. scheinen erforderlich 
zu sein. 

480, 2 fiaXXop 3 Jtvgafiov jcorafiop I 

481,2 avTio 4 öiagaß was ich mit Miller * öiagafiivco lese 
und tibersetze: sich weit (jiaxQop) vom Lande entfernend. 

6 öoiXovg wohl eher co als o {ocikovg I), s. oben S. 250 f. 

10 0x6 fia T?jg XlfiP7]g 

12 am Rand von erster Hand jcegl raQOov 

16 ömXcop das erste g> ist verkleckst, eher g) als o. S. oben. 

482, 3 osXaovOfjg, herzustellen ist kXaLOVOrjg, 
12 T//^ xXL(iaxog I 

483, 1 oaQjtTjöoplap 

2 dpazsipop ra doch kann es, da der Zwischenraum nicht 
sehr groß ist, vielleicht als ein Wort gelesen werden. Vgl. zu 
433, 21. 

3 *T^? oaQJtrjöoPtag fehlt, 1 

4 *xaQjtaolap Vgl. Strabo, PtoL, Steph. Byz. 

11 elg] *ijtl 1 13 (piXaiap 

17 *jciTvovoa I Der Stad. schreibt den Namen stets nur mit 
einem ö, so auch die Acta Barnabae cap. 11 (p. 296, 10 Bonnet). 

T^g]Tfl (rfj I) 

18 *dxQ(DP rrjg jtirvovOTjg I 

19 d^Qoöioidöa (Druckfehler bei Müller) 

484, 1 Bxop 

3 auf fi folgt djco TOV C,Bq>vQlov indxQap xal jtoXip d^QO- 
öioiaöa öxdöioi (i djto 6b rrjg oaQjrrjöoplag etc., was aus Müllers 
Anmerkung nicht leicht zu ersehen ist; I 



264 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

4 o JtXovg ijcl rrjv xaxeivov övöip öza qx steht ganz deut- 
lich da*. Müller hat kjtl — övöiv als sinnlos und verderbt ge- 
strichen; vielleicht stecke darin ijil rfjp KeXtvöeQiv, das weiter 
unten (§ 191) fehle. Mit einer leichten Correctur ist aber ein 
Sinn herzustellen. Ich schreibe xaQxlvov. Noch an zwei anderen 
Stellen wird ein Sternbild, das des Widders, zur Bestimmung der 
Fahrtrichtung benutzt: 491, 12 und 496, 20; auch sie sind von 
Müller arg geraißhandelt worden, der xqiov durch rjXlov ersetzt! 
Kein Zweifel, daß die Überlieferung in den Text gehört. Wir 
haben: 

1. Vom Sarpedonischen Vorgebirge (Lisän-el-Kahbe) nach 
Aphrodisias (porto Cavaliere) gegen den Untergang des Krebses; 
2. von den Chelidonischen Inseln (Khelidonia) nach Marium 
und dem Vorgebirge Acamas (Arnauti oder Epiphanio) auf 
Cypern und 3. von Rhodos nach dem westlichen Cjpern gegen 
den Aufgang des Widders. 

Mein Kollege Carl Hillebrand, Vorstand des astronomi- 
schen Observatoriums der Grazer Universität, dem ich für die 
Freundlichkeit, mit welcher er mich bei der Untersuchung dieser 
Angaben unterstützte, auch hier meinen besten Dank sage, teilt 
mir dazu folgendes mit: 

„Ich habe die fraglichen Direktionspunkte für das Jahr 300 
n. Chr. gerechnet und bemerke dabei, daß einige Jahrhunderte 
früher oder später an den Resultaten nichts Wesentliches ändern. 

Als Ort des Widders habe ich a arietis, als den hellsten 
Steru, angenommen, was zweifellos richtig sein dürfte. Was 
den Krebs anbelangt, so sind die helleren Sterne von nahezu 
gleicher Intensität: der tatsächlich hellste, ß cancri, steht sehr 
exzentrisch, während der nahezu gleich helle, 6 cancri, so ziem- 
lich zentral steht; es läßt sich demnach die Eignung zur Re- 
präsentanz des Sternbildes von vornherein keinem absprechen. 

Es ergibt sich: 
ad 1. für den Untergang des Krebses für die geographische Breite 
des Sarpedonischen Vorgebirges: 

1) Millers Betonung der Verdienste, die er sich um diese Stelle 
erworben haben will (ce passage est presque illisible, tant Tecriture est 
effac^e ; je suis cepeudant parvenu ä le dechifFrer etc.), ist einfach lächer- 
lich und geeignet, eine falsche Vorstellung von dem Zustande der Hs. 
zu erwecken. 



Der Stadiasmus Maris Magni, von 0. Cuntz. 265 

ß canc ri die Richtung: 

15^ 49' von Westen gegen Norden 
6 cancri 

28 ^ 36' von Westen gegen Norden. 

ad 2. für den Aufgang des Widders für die Breite der Chelidoni- 
schen Inseln: 

a arietis die Richtung: 
11® 25' von Osten gegen Norden. 

ad 3, för den Aufgang des Widders für die Breite von Rhodos: 

a arietis die Richtung: 
ll® 23' von Osten gegen Norden." 

Ein Vergleich mit unseren Karten zeigt, daß auch unter 
BerBcksichtigung der Verschiebung der Aufgangspunkte der 
Sterne von Süden nach Norden, die seit dem Altertum stattge- 
funden hat, die so exakt aussehenden Richtungen keineswegs 
zutreffen. Sarpedonisches Vorgebirge — Aphrodisias ist nicht 
Nordwest-, sondern Südwestrichtung, Chelidonische Inseln — Aca- 
mas und Rhodos — Acamas nicht Nordost-, sondern Südostrichtung. 
Es wäre aber sehr verkehrt, diese Fehler danach corrigieren zu 
wollen, denn sie kehren teilweise auf der ptolemäischen Karte 
wieder. Auch auf dieser liegt Aphrodisias nordwestlich vom 
sarpedonischen Vorgebirge ' und der Acamas wenigstens um ein 
Geringes nordöstlich von Camirus auf Rhodos^. Von den cheli- 
donischen Inseln liegt der Acamas bei Ptolemaeus allerdings 
südwestlich ^, aber doch lange nicht so weit wie auf der moder- 
nen Karte^. Ein charakteristischer Fehler in der Zeichnung der 
cilicischen Küste ist also beiden geographischen Schriften ge- 
meinsam, und in der falschen Verschiebung von Cypern nach 
Norden unterscheiden sie sich nur graduell. Es kann daher 
nicht bezweifelt werden, daß in den Stadiasmusan gaben ein Teil 
des Materials vorliegt, auf das Ptolemaeus seine Kartenzeich- 
nung gründete, und das er jedenfalls für relativ zuverlässig und 



1) Ptol. 5, 7, 3. Ungefähr 34" von \V. ^egen N. — Vgl. auch die 
Wiedergabe der ptol. Karte für diesen Teil des Mittelraeeres bei Müller 
auf tab. XXIV und in seiner Ptolemaeußausgabe auf tab. XXIX. 

2) Ptol. 5, 2, 19 und 5, 13, 1. Ungefähr 3o von 0. gegen N. 

3) 5, 3, 6 und 5, 13, 1. Ungefähr 13 o von 0. gegen 8. 

4) üngef&hr 37 o. 



> 



266 . -^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

für seine Zwecke brauchbar gehalten haben muß. An einen 
direkten Zusammenhang zu denken, verbieten schon die Diffe- 
renzen, wohl aber dürfen wir eine gemeinsame Quelle an- 
nehmen. 

Eine Zusammenstellung der übrigen Richtungsangaben, die 
sich nur im syrisch -kleinasiatischen Periplus finden, bestätigt 
das gewonnene Ergebnis. Mit den besprochenen drei Stellen 
gehören wahrscheinlich noch die verderbten Worte 498, 9f zu- 
sammen: tön öh ajto Km etg rf^v JrjXov JcXieiv rov xvqov 
ovQicoTaxa äjtrjXcciz'^, Müller setzt für rov xvqov: ijci rijv 
övötv xov riXlov. Nach den eben angeführten Beispielen dürfte 
vielmehr kjtl rijp övotv tov xqcov zu schreiben sein, was der 
Überlieferung sehr nahe kommt und sich auch dadurch empfiehlt, 
daß in ganz analoger Weise ebenfalls 491, 12 und 496, 20 die 
Angabe des Windes {ovQicirara Ceq)VQ(p) angeschlossen wird. 
Der Untergang des Widders zur Zeit des Stadiasmus ergibt für 
die Insel Cos etwa die gleiche Richtung wie für Rhodos (s. oben), 
d. h. ungefähr 11^ von West gegen Nord. Die moderne Karte 
zeigt von der Stadt Cos nach Delos etwa 18^ die ptolemäische 
etwa 36^ ^ Der Stadiasmus ist in diesem Punkte also ziemlich 
genau und Ptolemaeus überlegen. 

Etwas allgemeiner gefaßt sind die folgenden Angaben: 

484, 5 ff von Aphrodisias (porto Cavaliere) in Cilicien nach 
Cypern jtqo(; 'Axciidiv {tt^v AvXtmva Hs.) axrfjp, xara JCQVfipar 
BXovTi {ixovoa JtQOQ Hs.) T« fiegt] ttjq ägxrov. ^Axaicov, das 
Müller nach Ptolemaeus 5, 13, 4 herstellt, ist sehr fraglich; ich 
möchte den Zusammenhang des Überlieferten mit dem KMxiog 
avXcov (Ptol. a. a. 0.) nicht mit derselben Sicherheit in Abrede 
stellen, wie er es tut. Vielleicht ist also die ganze Länge des 
Aulon hier gemeint. Aber auch für die Richtung Aphrodisias — 
Axaimv dxTTj paßt der weite Ausdruck des Stadiasmus; ersteres 
liegt bei Ptolemaeus (5, 7, 3) unter 66^ letzteres (a. a. 0.) unter 
66« 40' 2. 

481, 5 ff vom Pyramosfluß (alte Mündung des Dschihan bei 
Karatasch Burun) nach l^oloi (Mesetlü Su) in Cilicien tjrl ra jcQog 



1) 5, 2, 19 und 3, 14, 24. 

2) Das jiberlieferte ngdg könnte vielleicht auf r« 7i(jd(; hantQav 
/Ji^QTj fuhren. 



Der Stadiasmus Maris Magni, von 0. Cuntz. 267 

iojttQav fiiQTj T^g aQXTOv vozcp. Das kann, zumal voro) dabei 
steht, nur Nordnordwest, höchstens Nordwest bedeuten. Nach 
unseren Karten sind es nur etwa 16^, nach Ptolemaeus etwa 13^ 
von West gegen Nord. Der Stadiasmus zieht hier also die Küste 
stark nach Norden zurück. Diese Eigentümlichkeit stimmt gut 
zu jener andern, oben hervorgehobenen, daß er Cypern noch er- 
heblich weiter nach Norden verschiebt als Ptolemaeus. Die klein- 
asiatische Südküste biegt bei ihm, wie es scheint, in einem Bogen 
nach Norden aus, in welchem Cypern liegte 

479, 7 f2 von Rhosos (Arsus) in Syrien nach Seretillis (bei 
der Mündung des Dschihan) in Cilicien ejtl xov jcokov voxcp 
[Tov jcoXov vOTov Hs.). Die wirkliche Richtung ist etwa 45^ 
von Nord gegen West, nach Ptolemaeus'* etwa 31 ^. Der Stadias- 
mus muß ziemlich genau die Nordrichtung meinen, denn sonst 
würde er wohl einen Ausdruck wie 481, 5 ff gebrauchen. Die 
bei Ptolemaeus vorhandene Abweichung in der Richtung gegen 
Norden findet sich also bei ihm verstärkt. 

Noch größer ist die Differenz von Ptolemaeus: 479, 4f von 
Myriandros (90 Stadien von Rhosos) in Syrien nach Aegaeae 
(Ajas) in Cilicien kjtl xov :jc6Xov poxm (xov jtoXov voxov Hs.), 
wo jener die Richtung von etwa 40^ von Nord gegen West gibt"*, 
die der Wirklichkeit ungefähr entspricht. 

Auffallend ist endlich wieder die Übereinstimmung mit Pto- 
lemaeus in der letzten hierhergehörigen Angabe 473, 16 ff von 
Balanea (Banias) nach Laodicea (Latakia) in Syrien ev^ÖQOfiovvxi 
Xbvxovoxg) IjU xa JTQog r/oj xtjg clqxxov. Während die Küste 
tatsachlich nordnordwestlich gerichtet ist (etwa 23^ von Nord 
nach West) und gerade bei Laodicea stark westlich vorspringt, 
legt Ptolemaeus Laodicea 10' östlich von dem Meridian von 
Balanea, Paltos und Gabala ^ d. h. auch er nimmt, wie der Sta- 
diasmus, eine nordnordöstliche Fahrt an. 

Meine Ausführungen sind, glaube ich, ausreichend, um den 
Wert der leider nicht zahlreichen Ricbtungsangaben zu erweisen; 



1) Müllers der heutigen Karte augepaßte Änderung dnr^Xiioxtj y6- 
xov maß natürlich fallen. 

2) Die verderbte und von Müller stark geänderte Stelle 481, 1 ff 
lasse ich beiseite. 

3) 5, 14, 2 und 5, 7, 4. 4) a. a. 0. 5) 5, 14, 2. 



% 



• 

268 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

zugleich enthalten sie aber auch eine scharfe Kritik des Müll er- 
sehen textkritischen Verfahrens. 

484, 8 kjtl x^Q^^^ *^f Rasur 

485, 1 *ev(6i^vfia I vgl. 502, 1. 
2 kxop vgl. 484, 1. 

4 ^JtioovQyiöiv 

10 und 11 *diovvciog)avovg I. Der Name des sonst nicht 
vorkommenden Ortes wäre allerdings nicht richtig gebildet, aber 
vgl. öiovvCioöcjQog ClGr 2079 und öiovvoioxkrjg im Marcianus 
des Athenaeus 3 p. 116 d (Kaibel cap. 84). 

486, 3 xQofigi *axQa 1 

11 Ceg)sZlotg und 13 djto tov ^sg)£Uov I (letzteres). Der Ort 
hieß wahrscheinlich VEtpiXtov^ wie Müller (nach Ptol. 5, 8, 2 
V€g)ekig) herstellt. Z. 11 halte ich aber den Nominativ für un- 
möglich, denn was soll ijcl {^aXaootjg bedeuten? Es wäre gänzlich 
überflüssig, da es sich ja überhaupt nur um Seeplätze handelt. 
Den Schlüssel zur Erklärung gibt 487, 6 (s. unten). Ich schreibe 
danach auch hier den Genetiv veq)tkiov. 

13 *pi]Cia^ovCT]g I, ist als Eigenname groß zu schreiben. 

487, 4 *^^^c = ßo' I. Die direkte Entfernung Selinus (Selindi) — 
Acamas (Hagios Epiphanios) beträgt allerdings, wie Müller 
richtig feststellt, nur etwa 700 Stadien (tp'), aber, wenn man unter 
Berücksichtigung der Gewohnheit der Alten, möglichst lange in 
der Nähe des Landes zu bleiben und die Überfahrt möglichst zu 
verkürzen, von Selinus zum Vorgebirge Anemurion, hinüber zum 
Crommyon und die cyprische Küste entlang zum Acamas mißt, 
kommen etwa 1200 Stadien heraus. Auch Strabo 14 p. 682, 
der 1000 Stadien für diese Strecke rechnet, stützt unsere Über- 
lieferung. 

6 u. 7 im x^Q^ov Ztyofispor ejti d^akaoörjg Xaigyov 1. Ich 
ändere nur mit Strabo p. 669 und Ptol. 5, 5, 8 das / des Namens 
in X und übersetze: zu einem Orte, der heißt Küstenstation 
von Laertes. Laertes selbst lag nämlich nicht an der See, Strabo 
nennt es g)QovQtov im kotpov fiaöro&iöovg vq)OQftop txov, und 
Ptolemaeus legt es ins Binnenland. Am Strand hatte es einen 
Vorort, und diesen meint der Stadiasmus. im d-aXaöörjg A. steht 



Der StadiasmuB Maris Magni, von 0. Cuntz. 269 

för za kjtl d^aXaoof]gA. Ebenso scheint auch iV£9)^>l£oi' (486, 11) 
von seiner SchiflFsstation (ra ijtl ^aXaoörjg NsfpeXiov) entfernt auf 
einer Höhe gelegen zu haben. 

9 avvriOLV der zweite Buchstabe ist ein v oder ein u Der 
Ort wird sonst nicht genannt. Er ist die Küstenstation der höher 
gelegenen Stadt Hamaxia vgl. Strabo 14, p. 669 !^//ag/a, k:jcl 
ßovvov xaroixla xiq v(poQfiop exovOtty oJtov xarayBrat tj vavjtrj' 
yi^Otfiog vki]. Falls wir es nicht mit einem Eigennamen zu tun 
haben, könnte man vielleicht, wie Heinrich Schenkl mir ver- 
mutungsweise vorschlägt, evvtjoiv schreiben, svpai sind die aus 
Homer bekannten Ankersteine, svprjCig wäre der Ankerplatz. Nach 
Steph. Byz. gab es eine Stadt Evvai in Carien und Evvala in 
Argos, nach Diodor 23,2 raq xaXovfikvaq Evvalg bei Messana. 
Doch steht freilich von diesen Orten nicht fest, ob sie an der 
See lagen. 

XC9Qiop] X 

488, 5 xvßsQvap I 6 xvßeQvrjg 1 raov 1 
7 *(iBXavov vgl. oben S. 251. 

11 slg alörfv] elolÖTjv 

15 * ^,c = ao' I Von Side (Eski-Adalia) zum Acamasvor- 
gebirge (Hagios Epiphanios) messe ich direkt etwa 1060 Stadien, 
wie Müller. Wenn die Fahrt aber zuerst noch ein Stück an 
der Küste blieb, etwa bis Coracesion, und dann erst nach Cypern 
hinüber lenkte, kommen etwa 1200 Stadien heraus. Die Zahl 
läßt sich also verteidigen. 

489, 7 Qovoxojcoöa 

490, 6 vjtSQ 9 ^(paolXiöoq vgl. oben S. 251. 

491, 1 kjcl x^Q^^ JcoOiöaQiOOvvToq \{ijt\) ganz deutlich 
7 (leXavo I ;^f>l£doi'? 

12 ovQicora I 

14 * 4,c = ao 1 Vom Vorgebirge Anemuriou (Anamür) 
zu den Chelidonischen Inseln (Khelidonia) messe ich direkt etwa 
1170 Stadien. Damit sind Müllers Vermutungen zu dieser Stelle 
erledigt. 

492, 2 ijil xa/dov I 



270 ^' Bauer, Chronik des Hippoljtos. 

493, 2 *ajt6 o6fii]vap I vgl. oben S. 252 f. Die Stadt heißt also 
im Stadiasmus ^ 2!6fii]va. Wenn bei Steph. Byz. mit Mfirjpa, 
jtoXig Avxlag^ ovöbt^qcoq ein und dieselbe gemeint ist, schwankt 
der Name zwischen Femininum und Neutrum, wofür es auch 
andere Beispiele gibt. 

5 fUfBOXTiv I (fisyiorrip) und 6 fieyiozTjg I Die Insel wird 
sonst, bei Scylax, Strabo, Ptoiemaeus, Plinius, nsyloxri genannt. 
Ob die Lesart des Stadiasmus trotzdem als eine vulgäre oder 
späte Nebenform gehalten werden kann, weiß ich nicht 

9 naxaQav I Die Stadt heißt 493, 11 und sonst überall, 
auch in den Notii episc. und bei Georgius Cjpr., xa üaxaQOL 
13 *ajr6 jcoxafiov 15 xvövoov 



494, 3 *xaXaßavxiciv Der Ort, der nur hier vorkommt, hieß also 
^ xaXaßavtla oder al xalaßavxlai, 

3 JtBQÖixiag und 4 jcbqölxkov Steph. Byz. UsQÖlxia ovöb- 
xigmg, x^Q^ ^«^ kififip Avxlag. Also al ÜBgöcxlai oder xa 
ÜBQÖlxia. 

6 kjii] *Blg 1 

8, 9 und 11 *xBkBfiBPOov I (nur 11 xBkfiBPCov) vgl. oben S. 250. 

495, 1 Big xov xox^iap 6 *rc5r xavplcop 

11 "^djto Jtaoaöap 12 *ajro xavpop vgl. oben S. 252 f. 
13 XBVxoxayop 

496, 7 (laBXoPy b ist von erster Hand durch Rasur und Correctur 
aus >l(?) hergestellt 

8 *xov ßv^apxiov 9 auf dem Rand von erster Hand 

jtBQL xrjg QOÖOV 

10 xaXcopa bis auf den letzten Buchstaben in Rasur (erste 
Hand) 

12 ßi]Qvxop 13 *oiödipa 1 
20 ovQimxa Cvg)VQa} 

23 Big] Hjtl 1 

497, 4 xiXop 5 xaQjtaOov 
1 X<D 8 x^oi' I 

15 *P7i0VQ0P I vgl. oben S. 251. *aCxvxaXalap I 

16 x(6 



Der Stadiasmus Maris Magni, von 0. Cuntz. 271 

17 xal Tf]p afiovQYov etc. folgt gleich hinter Xigov, was 
bei Müller nicht deutlich ist. — In demselben Satze: Hov 
Zaße 1 *oxvXaLov I 

498, 2 dXixagvaöov der Spiritus nur ein Punkt 
3 aXixaQvaoov 
5 x(D 6 xco 

8 elq aapLOv 6ca jtoQOv I {6ia). öia jcoqov ist an dieser Stelle 
unverständlich. Von Cos nach Samos kann man 1000 Stadien 
nur dann rechnen, wenn man Calymnos, Leros, Patmos anläuft. 
Dagegen fehlt in der folgenden Zeile ein Ausdruck, der die in 
§ 280 und 281 enthaltenen Fahrten allgemein charakterisiert und 
den Gegensatz zu 499, 3 kav 6i d^eX^g öia v^öodp jcXtsiv bildet. 
dia JtOQOv ist also falsch eingeschoben, stand vermutlich ur- 
sprünglich als Spitzmarke vor § 280, wohin es wieder zu ver- 
setzen ist, und bedeutet die direkte Fahrt durch das Meer im 
Gegensatz zu der von Insel zu Insel. 

9 xc5 

10 ovQifDxa 

cbtfjXiciTf] I öza 

13ff (in Müllers Anmerkung) xal xivaQav (ttjv fehlt) 

j;'] *H= rf (irixtov = ftrjxcopov 

Müllers Herrichtung von § 280 ist sehr gewaltsam. Er 
scheidet xal KlvaQav — ev(ovvfia}g hier aus und schiebt es in 
§ 273 ein. Es ist aber an unserer Stelle sehr wohl am Platz, 
während bei Müller eine große Lücke zwischen Patmos und den 
Melantischen Klippen entsteht. Um einen Sinn herzustellen, 
muß nur anstatt des xal zwischen Uarfiop und KlvaQav einge- 
setzt werden: kx xmv evcovvfia)v 6h ttjv. Zur Rechten bleibt 
Hypsirisma, Calydna, Leros, Patmos, zur Linken Cinara und 
Amorgos. Den folgenden Satz xal jtXevceig im tfjg Aovovorfg 
oraöiovg ?/ £va)vvfio)g fasse ich nicht als Angabe der Distanz 
Cos — Donusa, sonst müßte 7/ etwa aus rp' 700 verderbt sein. Er 
gibt vielmehr die Richtung der Fahrt*: Du mußt auf Donusa 
halten 8 Stadien zur Linken. Der Schiffer fährt 8 Stadien von 



1) Aach in ^ 273 erncheint Donusa als wichtiger Kichtungspunkt 
der Segelfahrt^ 



272 -^- Bauer, Chronik des HippolytoB. 

der Insel entfernt, zwischen ihr und Naxos hindurch. Auf der 
weiteren Fahrt bleiben nach der Hs. die Melantischen Klippen zur 
Rechten, Mykonos und Tenos zur Linken, so kommt man nach 
Delos. Dabei ist die Nennung von Tenos überhaupt au£Pallig, 
die immer vpraussetzt, daß im weiten Bogen um die Nord- und 
Westküste von Mjkonos gefahren wird anstatt auf dem kürzesten 
Wege an der Südküste vorüber. Femer muß Tfjvov mit dem 
Zusatz kx ÖB^iAp (Müller ix öe^iäv bx(ov) versehen werden. 
Es ist mir daher wahrscheinlich, daß die Worte hx xAv tvcomh 
[i(ov xal TÜvcov nichts anderes sind als die hinter Uarfiov aus- 
gefallenen, die am Bande nachgetrs^en und endlich an falscher 
Stelle eingeschoben und leicht verderbt wurden. Nimmt man 
sie heraus, so ist alles in Ordnung: die Melantischen Klippen 
und Mykonos bleiben nun rechts. 

16 drTixrjg 17 TtjgreZtQov = rfjg re Aigov 

499, 2 xvövov I 3 nXelv 

4 ^XtQVov I vgl. oben S. 250. 

4flF auch hier wird, wie im Vorhergehenden, regelmäßig 
ora geschrieben. 

4 *CN = ov Müllers Emendation steht also in der Hs. 
250 St. sind etwa die Distanz von der Stadt Cos oder von der 
Nordküste der Insel, ;J50 oder 320 St (498, 6 und 499, 15) von 
der Südküste nach Leros. 

5 ^Xeqvov I Xißtv = Xißtvd'ov 

7 xivaQtov 1 Da der Name sonst zwischen Klvagop (Accus.: 
499,6; Athen. 2 p. 71c (Kaibel cap. 84) Klvagov xalovfävfiv 
vfjoov; Plut. de exilio c. 8 KlvaQov axXtjQap) und KlvoQa (498, 
13, Mela 2, 111, Plin. 4, 69) schwankt, kann vielleicht auch die 
Pluraiform gehalten werden. 

9 ff (in Müllers Anmerkung) die Worte xai 6 xcLQaxXo\>^ etc. 

folgen sogleich hinter Z. 8 xa JttQaxa Cxa Jts' (so auch I), und 
es kommt dfwvQylag also hier nur einmal in der Hs. vor, nicht 
zweimal, wie Müller angibt. Das zweite Mal ist es seine 
Conjectur. 

xoQOlag ox'a jte I Der stark verderbten Stelle wird durch 
die Berichtigung der Zahl nicht geholfen. 



Der Stadiasmus Maris Magni, von 0. Chintz. 273 

18 a(iaC,coviov 1 19 äfiaCcavlov I 

20 d^Tjg der Spiritus asper scheint sicher dfiaCoviov I 

21 *67iXor vgl. oben S. 252f. 

500, 3 BjtaxQcoxrjQtov 5 ^xrjq axQag 

8 *^x Qsyiag *jtBTaXeaq I Sonst nur noch bei Strabo 
{ÜBTaXla) und Plinius (Petaliae) genannt. Da so wenige Zeug- 
nisse vorliegen, ist das e zu halten. 

9 ijtavir}iAi 1 und ixörjXa I stehen auch in der Hs. 
12 ^fjilpwav I vgl. Steph. Byz. s. v. dfioQyog. 

22 öovovoav 

24 *TOvg fiskavd-iovg öxojtekovg 

28 xartXi 

501, 1 *djt6 jtavoQpLov vgl. oben S. 252 f. 

3 ßagßvki 4 *laaov I vgl. Z. 6 

6 *ajti X dxglxap = ijci xov dxgixav {xi}v\%ix). dxQlxav 
identificiert Müller mit der von Agathemerus genannten Insel 
Acrite (Arki), und da diese vom Vorgebirge Posidium 240 St. 
entfernt sei, setzt er djto Ilooetöiov anstatt dxb ^laoov in den 
Text. Aber bei Agathemerus (§ 18, Müller vol. 11 p. 479) ^ heißt 
die Insel ^AQxlxtg {dgxixtp Hss.), und diese Form wird durch 
den heutigen Namen geschützt (Müller). Ferner sind vom Posi- 
dium (Kap Monodendri) nach Arki nur etwa 200 St. Weiter 
muß Müller, um seine gewaltsame Änderung überhaupt zu halten, 
annehmen, daß die Zeile nachträglich eingeschoben worden ist 
und das, was zusammenhängend über lasos gesagt war, zer- 
sprengt hat. Nun kommt endlich noch hinzu, daß dxgixav als 
Masculinum in der Hs. steht. Die Gleichsetzung mit der Insel 
ist daher aufzugeben. Was 6 \ixQlxag („Hohenfels") ist, läßt 
sich daraus erschließen, daß das südlichste Vorgebirge in Messe- 
nien (Kap Gallo) diesen Namen führt^ und noch ein Kap in 

1) Müller zu unserer StadiasmusBtelle : Acrite insula apud Agathe- 
merum I, 14 a Patmo distans dicitur stadia 1(X); aber Agath. mißt nicht 
von PatmoB, sondern von den Corsiae 100 St. nach A. Der Irrtum 
Müllers ist mit dem falschen Paragraphen in Pape - Benselers Lexikon 
und Pauly-Wissowas Realencykl. (G. Hirschfeld) übergegangen! 

2) Ptol. 3, 14, 31 *Ax()itaq axQtty Strabo 8, 859 6 ^AxQlxaqy Pausan. 
IV 34, 12 TtQÖq xbv ^AxQizav xaXovfxtvov. 

Texte u. Untersnchangen etc. NF XIV, l 18 



274 ^' Bauer, Chronik des Hippolytos. 

Bithynieii südlich von Cbaicedon K Wie die Dorer den Namen 
aus dem Peloponnes in das Gebiet ihrer Colonie am Bosporus 
übertragen haben, so auch in ihre carischen Besitzungen. ^AxqI- 
rag muß also ein Vorgebirge der Halbinsel von Halicamassos 
sein. Damit erhält die Stadiasmusstelle einen guten Sinn: erst 
wird die Nordseite der Bucht von lasos gemessen, dann die Süd- 
seite. Bei direkter Fahrt reichen 240 St. von lasos bis Mjndos. 
Dort also oder etwas weiter nordöstlich suche ich den ^AxQlrag. 
Ein Name far eins der Vorgebirge dieser Gegend ist meines 
"Wissens sonst nicht überliefert. 

8 *o0^ev kovlp steht ganz deutlich da^ 
15 öafi = Cafiov 

502, 1 xvjtQ = xvjtQoif "^avcopvfia I 

5 vov/iipiov 7 d-Zlße öe^ia 

12 (iad^otxjza 

14 *xaQalaq Der Ort wird sonst nirgends erwähnt, die hand- 
schriftliche Überlieferung ist also einzusetzen. Sie gibt nun aber 
auch ein topographisches Bild: xaQalag^Q.axQag die kuppenartigen 
Höhen. Das Kap ist also von bergiger Beschaffenheit. Nach dem 
Text soll es 40 St. östlich vom Vorgebirge Curias (Capo di Gatta) 
liegen. Aber der Reihenfolge gemäß sollte man, wie Müller richtig 
sagt, anstatt Curias vielmehr Amathus erwarten, und ferner trifft 
man 40 St. von Curias einen flachen Strand mit Salinen* Auch 
Kap Kiti ou des Salines, 240 St. von Amathus, wo Müller Cargaeae 
ansetzt, ist nun ausgeschlossen, weil dort die Berge fehlen. Es 
ist also aller Wahrscheinlichkeit nach an der gebirgigen Küste 
östlich von Amathus (Palaeo Limisso) zu suchen. Ob sich 
gerade in der Distanz von 40 St. von dieser Stadt eine Stelle 
findet, die alle Bedingungen vereinigt, ein bergiges Kap mit 
Hafen und Trinkwasser, vermag ich nach raeiüen Hilfsmitteln 
nicht zu beurteilen. Lapie gleicht es mit Kap Pirachisia oder 
Pyrochizia 100 St. östlich von Amathus. 

1) Ptol. 5, 1, 2 \AxQixaq axQa. Mtvirnioq iv neginkoj Btdwlaq bei 
v^teph. Byz. s. v. XakxtjSwv: and de tavtr^g (Chalcedon; swg xov ^AxqLxov 
axddia §'. 

2) Millers Bemerkung zu der Stelle: »Nous n'avons pas les mojens 
typographiques pour reproduire la physionomie de ce passage du manu- 
scrit», ist ebenso zu beurteilen wie jene zu 484, 4 (s. oben). 



Der StadiaBmuB Maris Magni, von 0. Cnntz. 275 

503, L CaXafifjva 3 Cakafir^pog 
7 *ijnx^Q(X)Jt6g I 

15 sQTjfioif wie Gail herstellte 

16 *xQOfivaxov I fiekaßQOv I (bei MQller verdruckt) und 

504, 1 *fi£XaßQOV Der Ort kooiait nur im Stadiasmus vor und 
bleibt daher die Accentuierung unsicher. 

*öciXovg wahrscheinlich a> und nicht o oder a (die Tinte 
ist zusammengelaufen) I und 3 ^odkcap 1 vgl. oben S. 250 f. 
3 ^xvQfjpai = xvQTjvaiov und 
5 *xvQrivlov vgl. oben S. 251. 

13 xovQiaxlov das erste o hat die erste Hand nachträglich 
unter t; gesetzt 
15 acxaX(DPa 

505, 2 arix(ov 

506, 1 *Xißrivav I 3 keßrivac. I 

aXaq vgl. 507, 1 aXmv. Der Ort heißt hier also aXsq oder 
aXai. Im übrigen variiert seine Schreibung sehr. In der Apostel- 
geschichte wird er AaCaia oder "AXaaoa (lat. Thalassa) genannt- 
Weiteres bei Müller. 

507, 6 oovXrivaq der Acutus ist von erster Hand aus einem Cir- 
cumflex corrigiert 

7 xpvx^cc 

508, 3 *g)Oiplxrig I vgl. oben S. 251. 

51i>, 3 *djt6 XQiov iibToajtov I vgl. oben S. 252 f. 
5 q>aXapöaQav 7 lovoayovQa 

9 ovaölcop ist hier ausgeschrieben 
10 ayoQav 

511, 4 loxL (das erste) I 

5 fivQTtlog wie Miller richtig angibt. Die Vermutungen, 
die Müller an Iriartes falsche Lesung (laQxlXog knüpft, sind 
damit hinfällig. 

6 *ayvblov Danach ist 511,3 äyvttov herzustellen, was schon 
Müller vermutet hatte. 

9 xaxaöevÖQ = xaxaöevÖQop 

512. 7 jibC^t} *o xojtog filvoi I 

18* 



276 A.. Bauer, Chronik des Hippolytoe. 

9 Die Zahl ist, wie mir scheint, qv\ doch könnte man viel- 
leicht Qtj lesen. Da aber die Zahlen des kretischen Periplas 
sämtlich auf 5 Stadien abgerundet sind, ist ersteres sicher, was 
auch mit der tatsächlichen Entfernung ungefähr stimmt 

513, 3 *v6Qa(iov Die Stadt wird nur noch von Steph. Byz. als 
vÖQa/ila erwähnt. 

5 jteCfj 

7 f ivTSvd-ev — V steht in der Hs. I. Müller, der die Worte 
als zu § 346 gehörig ansieht, hat sie in eckige Klammern ge- 
schlossen, als ob sie eine seiner eigenen Ergänzungen wären. 

514, 7 slg ooXowTog 1 

11 *xafiaQap 1 12 xfjriar 

13 hinter 6s ist eine Rasur, in der 2 oder 3 Buchstaben Platz 
haben. 

16 dfifidviov I Die Schreibung schwankt zwischen oaficipiop 
und oafifjicipiov vgl. Müller zu 505, 1. Also ist hier letzteres 
herzustellen. 

17 XQ^ 

Am Ende steht von der Hand des Laskaris der Custos 

* axQODTfi = axQmxtjQLov I, der geschrieben wurde, als die Hand- 
schrift noch vollständiger war, und daher das letzte Wort des 
Textes sein muß. Man möchte darin den Anfang eines Zusatzes 
zu Safificipiop sehen. Aber dieses Vorgebirge ist 505, 1 ff schon 
ausführlich beschrieben, und darauf wird hier zurückgedeutet. 
Der Anfang eines neuen Paragraphen kann es aber auch nicht 
sein K Unter diesen Umständen halte ich es für wahrscheinlich, 
daß der mit axQcoxriQiov beginnende Quaternio nicht unmittelbar 
an den letzterhaltenen anschloß, sondern von ihm durch eine 
Lücke getrennt war. 

1) Folgen könnte entweder eine Summierung der ganzen UmÜEihrt 
von Kreta (wie bei Cypem) oder Überfahrten von Kreta nach anderen 
Ländern oder endlich eine neue Cberschrifl:.. 



\ 



Indices. 



I. Geographische Indices. 

(Die Zahlen bezeichnen die Capitel, die eingeklammerten die Nummern 
der Listen im Text des Hipp. S. 26 ff; die S. 243 ff erwähnten geographi- 
schen Namen aus dem Stadiasmos sind nicht aufgenommen.) 



^Aßgadfi, xb yivoq xov 

174 
'Adiaßnvol 226 
'A^Qiavii 84 (32) 
Alyimxioi 95, 110, 132(8), 

135 (2), 200 (16) 
Alyvnxoq 133, 136, 138, 

156, 188, 196, 239 
Aimoneg 94, 132 (1), 140, 

;r(Ml>TOi 104, tiqwxoi xal 

SevxBQoi 200 (4) 
Al&ionla 136, 156, 196, 

200 (26), 239, fj ßXinov- 

aa Ttax ^IvSovg 139, 

kziga Al^ionla 140 
Atttai 165 
Alfi^kiaioi 215 (2) 
AloXeig 208 (4) 
AloXla 151 (24) 
AltatXla 84 (24) 
*Axa^avla 84 (28) 
'Axovctxivol 80 (40), 200 

(70) 
'AXa^ovelg 163 
'AXafioaivol 184, 227 
'Alßavla 84 (2) 
'AXßavol 80 (2), 2(.K) (3), 

229 
'Afm^oyeq 80 (6) 
'AfÄC^ovlg 84 (3) 
^Afiadifvaioi 129 



A. Völker und Länder. 

' li/xa^ößtoi 222 (1) 
'AfioQQaXoi 200 (36) 
\AnovXovaioi. 215(5) 
"ÄQaßeq 178, 205, 226, 
227, ol TiQwxoi xaXov- 
fjievoi 190 (14), öevxe- 

QOl 190 (16), TtQWXOl 

xal ösvxepoi 2(X) ( — ), 

ol EvSalfxoveg 2^)5 
'A^aßla 285 (9), fj aQyala 

194 (8), ^ EvSalfjKov 

194 (11), 205 
\4.Qd6ioi 126 
'AQEiavol 180, 190 (5) 
"AQxaöeg 208 (2) 
^AQfjLBvla fjiue()CL xal fiB' 

ydXri 84 (4) 
'AQfibvioi 68, 80 (5), 82 

(0), 200 (54), 232 
'Aaia m (12), 240 
'Aoiavoi 200 (67), 209 (4) 
'Aano()eg a. KaXXaixoi 
'Aaav(na 194 (6) 
'AaavQLOt 161, 190 (6), 

192 (6), 200 (2) 
"Axxix?) 84 (25) 
AhyaXaXoL 132 (25) 
AvxQlyovoi 219 (3) 
"AipQOL 07, 200 (18), 210 
'Axala S4 (26) s. TvdMfr/ 
\4xaXoi 8. "EXXrjveg 



BaßvXwvia 50, 90, 194 

(4) 
Baixixol 219 (2) 
ßaafr()a 47, 188, 195 
BaxxQiav^ 194 (2) 
BaxxQtavol 177 
Ba()(5ovAoi 221 (2) 
Bdaavxeg 80 (42) 
ßa(y;fü)V6(; 219 (4) 
BaaxaQvlg 84(15) 
BaaxaQvol 80 (22) 
BeXaixoL 220 (2) 
BiQ^tjXoi 221 (4) 
Beaao/ 200 (48) 
BrjQavol 232 
Biß(javol 200 (58) 
Ä^vv/a 151 (25) 
Ä^-vo/ 132 (18), 209 (2) 
ßoiöir/a 84 (23), 235 (6) 
Boiwxol 208 (3), 213 
BoanoQavol 200 (65), 232 
BoCTtOQivij 84 (10) 
B(>6ravvo£80(47),200(7) 

FakovXoi 200 (17) 
FaXdxai 58, 200 (9) 
FaXaxla 84 (7) 
raAA/c 84(33), 235(10) 
PaAAto^ ol xa2 KeXxo 

80 (35) 
raAAot 80 (39), ol xal 



278 



A. Bauer, Chronik des Hippolytoß. 



KelxaXoi 2(H) (66), ol So^xeq 63, 80 (21), 20() iKeXtiiS 84(38} 

xal NaQßovö/iOioi 220 (44) | KeXtoI 58, 80 (35) s. Fdi,- 

ra^WLfJtavxeq s. Ta^a- Sgaxrj 84 (17) I Xioi 

fjavteg KiXixla 151 (13), 191, 

ragyavoL 80 (3) ^lanvyeq 80 (30) ! 235 (3) 

raoiprjvol 168 "IßtjQeg 71, 80 (38), H2\KiJUxs(: 117, 132 (26j, oi 



reoyeaaToL 200 (37) ; (\\ 200 (56), 232 

reQfxavol 190 (11), 200 IßtjQia 84(40) 

(53), 221 'löovfiaioi 2(J0 (41) 

rQixoaaQfxdxai 222 (2) ^eßovaaaZoi 200 (39) 
rvßvoaoq>ioxal 186, 190 'JXXvgixol 80 (41) 



(17) 

z/a()(Javo£ 20() (50) 
J«i;v€re 80 (29) 
dekfAatai 200 (59) 
JeXfxavia 84 (19) 
Aewayrivoi 80 (9) 
J^(>(>i7? 84(12) 

'^Eß(jaioi 172, ol ;faZ 7or- 
crafox 190 (1), 192 (1), 
200 (1) 

"Eövoi 220 (4) 

tÜQ^vtj 204 

'ElXavücol 132 (7^ 

:e;.A«s' 75, 78 

"EXltryeg 60, 80 (25), 82 
(4), 208, 211, ol Pfcl 

'E)Afiaioi 160, 190(12) 
'ü'Ar^ai'^ 194 (9) 
^EQfxaToi 185 
'EQfiovöovXoi 221 (r») 
"EQtiatOi 80 (4) 
!B(>r^()a 141 
Jfimot 2(J0 (34) 
Evöalfjiiov 8. *4()«^9ec, i4- 

oaßla 
EvQwnij 240 



;fa2 ra(>a6r5 200 (4(» 
KivaiSoxoXnXzai 207 
Kttiatoi 8. "^IKouaToi 
KituTg 73, 74 ' 
ÄW^i 216 (2) 
KoiXfim^Qia 194 (12), 114 
iroA;^/« 84 (8) 



'mr()£V 84 (30) 

IXiQioi 62, 80 (23) 

'IvSixt'i 47, 194 (10), 195, KdXxoi 167, 200 (61), 2c 

/. "Axata S4 (9) ! Kofifiayiv^ 194 (13) 

!/vdo/ 139, 176, 190 (H\\K6wioi 80(46) 



192 (5), TtgCbroi xal 



öevtegot 200 (12), s. KoqxvqIvtj 143 



KoQÖvXLa 194(5) 



Al^ionia 
^aaxTjvoi 132 (5) 
laavQOL 21K) (68) 
*Z<;r()o/ 80 (27) 
'iraA/a 84 (37), 235 (10) 
'lovöatoi 8. ''EßQaloi 
'IxBvotfdyoi 132 (6), 207 
7aivf? 60, 208 (1), 213 
*Iü)via s. Inseln 



KoaaaToi 190(13; 
KoväÖQoi 221 (3) 
ir()^re5 132 (28) 
KvTiQioi 73 
KvQTivaXoi 2(^)9 (8; 
ifv(>ravo/ 80 (43l 
ÄwAo/ 80 (7) 



AdxQ>vig 20H (5) 

Aaxtvoi ol xal ^P»fmot 
80 (33), oic jt^üMTfft 
P. 82 (2), B. 'Atf/aoio« 



KaQilvol 80 (8) 

KaiaagYivaeXq 218 (3) 

KaXaßQol 80 (31), 215 (6) | yl//?i;ec 113, 132 (10), 

KaXXaixoi 219 (5) ;r(>ä>roi xal öevteQoi 

KafiTjXia Vd m) . 200(20) 



AißvTj 143, 235 <4), ii. 

kxSga 146 
-4/yf()Sff 80 (26), 2U» (tUi 



"HnetifvüXTig 84 (29i 

SEOoakla 84 (21) 

ßeaaaXoi 61, 200 (4U) 

07;^«/^ 142 vgl. 200 (16) hEXxißrjQsg 80 (37) 

Botaxrivii 84 (34) KeXxiovtg 2(h> (25) 



i Kafinavoi 215 (4) 

Kanndöoxtg 57, 80 (10), 
, 2<H)(52), 232 
! Kannaöoxla Hi (5), 235 ! -^oijyrfowo/ 220 (1) 
i (3) Aovxavoi 215 (7) 

■ Ä^a(ifs 132 (12), 209(5) ilvyrfovtcr s. Mvy6ovia 

Kagla 151 (21) ^vyeotivo/ 80 (36) 

i KaQfxiiXioL 179 Avdia 151 (22) 

Kdamoi 2(K) (35) -^tTfiO* 111, 167 (?) 

KeÖQovaiOL 182, IIK) (15) Avxdoveg 200 (GO) 

KeXxaXoi s. rVxAAot 



/Irx/a 151 (20) 
^iTfftO« 115, 132 (20), Ä^» 
(6) 



IndiceB. 



279 



Avairavia 84 (35) 
^vaiTcEvtot 80(44), 219(1) 
^x^ZvlrtQ ^ 84 (31) 
AwxQlg 84 (22) 

MayaQÖol 190 (9) 
MaydQzai 132(29) 
Mayoi 200 (33) 
MaöiOLfi fiixgd 231 
MaSiijvaToi 207, 71qG)zol 

200 (15), dfrr6()0£ 2(K) 

(19), oi ftel^ove^ 230 
3/a?/;fes 200 (21) 
Maiönai 80 (18) 
3/«ta)riC 84(11) 
Mdxai 145 
MaxaQioi 132 (31) 
il/ßpffdovf^- 04, 80 (24), 

200 (42) 
Mttxedovla 84 (IS), 235 

(12) 
Mdxoveg 132 (17) 
Maxovaxoi 200(14) 
MaQiavSrjvoi SO (12), 132 

(21) 
Magxdfxavoi 221 (1) 
MaQfiagldeg 132 (11) 
Magiiaglg 144 
MaaavQlq 148 
MavQixavla 140 
iWai;(>ot 200 (13), 218 
MavQOvaioi 132 (27) 
MeaaXla 84 (30) 
MeaonoxafiLa 194(7) 
MeaonotafjiTxai 2(K) 
3fj7(f/a 49, 50, 70, 83, S4 

(1), 90, 197 
3/jydot 59, 80 (Ij, S2 (5), 

IIX) (3), 192 (3), 200 (8), 

204 
MflXxk 84 (20) 
Moaoawol 132 (23) 
MoaaovXafioi 218 (1) 
MoaavvoLXOi 80 (15) 
Momjvoi 132 (15), 169 
MvySovla 151 (17) 



üfvcT/a 151 (16) 

Mvaol 132 (14), 200 (46) 

NaQßovö^atoi s. PaAAot 
Naaafioveq 145, 216 (5) 
Naüafiiüvlöeg 132 (32) 
Neßltjvol 216 (1) 
iVo^ccde? 132 (19) 
iVoi'^irfe?132(30),216(3) 
NwQueol 200 (57) 

'Onmxol 80 (32) 
'OQS'CjaiaOTal 125 
OvaxxaZoi 80 (45) 
Ovevvox 80 (28) 

Ualovec 190 (4) s. JTav- 

vövtot 
JlafKpi'Xia 151 (l4) 
IlafJKpvXiOL 112 
ndfiifvXoi 132 (22), 135 

(3j, 209 (7) 
TJavvöviot, ol xal IJal- 

ovsq 200 (55) 
iZap^oi 190 (10), 204 
natpXaydvec: 80 (11), 20(> 

(-) 
TJatpXayovla 84 (2) 

TleXoTiöwrjaog 84 (27) 

; iltVaaf 164, 190 (2), 192 

(2j, 2(X) (11), 204 

i76()(7/e 47, 194 (1), 195 

niaiSeg 200 (6) 

moLÖrivol 132 (24) 

/7t(jtrf/ß 151 (15) 

IIovTixol 20<) (1) 

Poöioi ()7 

''Piofxaloi o\ xal Aazlvoi 

\ 72, 'P. oi ;fCfi -^. ;fa2 

KittaToi 2(K) (62), 215, 

I s. Aativoi 

ZaiOL 210 (4) 
^axxTjvol 22S 
2VrAa^i«rot 171 



i:aXaixoarivoL 2(X) (29) 
SafjtageZvai 127 
:SaixaQQaXoL 200 (43) 
Zafiixai (?) oi 7r()<^g civ«- 

roAce^ 170 b. ISaQfidxat, 
Sdvtyyeg b. Zavvot 
2:ai*ax7jvol 2<X» (31 ) 
2:aQfxdxai 66, 80 (16), 

2a) (51), 222 ß. 2'c- 

^aQixailg 84 (13) 
Zaf^oi 2(K)(63j, ol Af- 
yöfxsvoi Zdviyyeg 233 
^avQOfidxai 80 (17) 
2'i;f«vo/ 220 (3) 
TtjffAo/ 70 
j:ixrivol 215 (3) 
IVfi'^at 200 (60) 
2:xv^eg 80 (19), 232 
2Wr^/a 84 (16), 235 (2) 
Znavia ^ fxsydXri 84 (41) 
SnavoyaXia 84 (39) 
Sndvoi 82 (3), ol xal 
'PvQQtivoL 200 (10), ol 
xal Ti'QQTjvaZoi, xa- 
Xovjbievoi. TaQaxtovvif 
OLOi 219 
ZnoQddeg 200 (24) 
SvQla 136, 1S8, 196 s. 

KoiXt^avgla 
HvQOi 200 (47) 
^VQxlg 145 

TaßaQTivol 80 (13) 
Tayi/vo/ 132(4) 
Taiiyvo/ 200 (27) 
Taivo/ 226, 22S 
Tagaxwvvi^aioi s. JS'jr«- 

vot 
ra(>a^avTe$ ol ^{u>r€()Oi 

200(22), ol ^(;ü>re()ot 

2(K) (26) 
TaQaetg s. KiXixeg 
TavQiavfi S4 (14) 
r«i'()to£ S0(2n) 
Tarra/Marot 145 



280 



A. Bauer^ Chronik des Uippolytos. 



TekfAiadq 235 (7) 
Tiyyizavol 218 (2) 
Tovaxoi 215 (1) 
TQinoXtTai 124 
TQ<oyXo^irvai 96, 132 (2), 

207 
TQwdg 151 (23) 
Tgibeg 209 (3) 
TvQrjvol 8. 'IßrjQeg 
TvQQtjvaloi 8. Sndvoi 
TvQQi^ioi 77 



'AvÖQog 210 (1) 
'Jcm^aAia 153 (15) 

BQerravucol vt]aoi 86 

rakarrj 153 (9), 217 (5) 
FavXoc 153 (3) 
ravXoQiöri 153 (12) 
r/()^a 217 (3) 
ropovvi/ 153 (10) 

J7A0C 210 (7) 

Eißoia 88 (2), 212 (1), 
213, 235 (8) 

Saaoq 212 (9) 
e^Qa 153 (13) 

7aao5 153 (20) 
'I^xri 88 (9) 
''IfißQoq 153 (19) 
'/(ov/a 88 (12) 

KaL(uq 210 (5) 
KaQla&og 153 (Uj 
ir<?();fiva 153 (5), 217 (4) 



IV(>()i?vo/80(34) 8.2:7ravot 

"Y(}xavla 194(3) 
'y();f«ytot 181, 190 (7) 

^egelalOL 128, 200 (32) 
^oivixeq 97, 116, 132 

(9), 135 (1), 200 (45) 
^oivberi 194 (14) 
^Qvyeq 135 (4) 
4^()i7/a 151 (18), ^ «()- 

Xa/a 151 (26) 

B. Inseln. 

KiQxvQa 88 (10) 
Ketpalrivla 88 (8) 
K^wq 8. Kalcjq 
KviSog 153 (23) 
ir6()<;t;f« 217 (2) 
KÖQOvXa 153 (1) 
iCoi;()o$ 210 (6) 
Kq^xtI 153 (11), 212 (2) 
Kv^Qa aS (6) 
/iri';fAcc(feg 88 (U), iß 209 

(0) 
Ä-wrpoff 153 (26), 212 (4) 

KvQvoq 210 (10) 

Kiboq 153 (22), 212 (5) 

Aa-xdöovaa 153 (2) 
Aeaßoq 88 (5), 153 (17), 

212(11) 
Aiiixvoq 212 (10) 

^/a()a(^v 210 (11) 
Msylattj 153 (25) 
MeXlzTj 153 (4) 



*(>vyiOt 200 (— ) 
*PvydSeq 114, 132(16) 
4^cw*/? 235 (5) 

ÄakSaioi 162, 192 (4), 

200 (5), 206 
XdXvßsq 80 (14) 
Xavavaioi 118, 200 (28) 
Xetraloi 200 (30) 

^vlkizai 132 (13) 



Mfjvlq 153 (6) 
iVttgog 210 (4) 
N^pea 210 (9) 
iV£<n;()o? 153 (24) 

^P/jvaVa 8. N^^ea 
'PÖSoq 88(3), 212(7) 

2:afio»^axTj 212.(12) 

^-a^o^ 153 (21), 212 (6) 
8. Städte 

HaQÖavia 217 (1) 

SagSavlq 153 (8) 
; 2Mf£A/a 88 fl), 212 (3) 
, i:ig>voq 210 (8) 
I 2'7ro()c(d£^ iß 211 

; lavQiavlq 153 (7) 
r^edo? 153(18) 
T^vo? 210 (2) 
TjJü) 210 (3) 

Ztoc 88 (4), 153 (16), 212 
(8), 235(11), 8. Städte. 



C. FlÜBse, Seen and Meere. 



'AÖQiaxövneXayoq^m) Baiirjg 237(36) 
Alamndq 237 (11) 1 BoQva^h^tjq 237 (If)) 

''^Avs 237 (10) 



'Ak<pei6q 237 (16) 
"Jfto? 237 (20) 
^A^aivdri 8. Städte 
UxfilÄoe 237 (25) 

Baloq 237 (39) 



I 'EQifxav^og 237 (9) 

^EaneQivfj ^dkaaaa 156 

' ^viyvos 237 (27) 
FriiDv 51, 140, 156, 239 ; ßi^^^^^ 237 (18) 

^- ^^^^« ' EhifQdzrig r)2, 23 

'^/^(^(üv 237 (23) ^'"^'^ 

'EQaalvog 237 (13) 

!B()r^()« ^aAa<;<;al88,231 'Hi^iöavög 237 (38) 



(4), 




Indices. 



281 



SsQfjiii}6ü}v 237 (12) 
SovßrjQog, 6 vvv xaXov- 
fi€vog TißiQTig 237 (40) 

^vöd^i ^ xaXovfjiBvog ^n- 

owv 237 (1) 
'loQSdyrjq 237 (5), 239 
lafiTivSg 237 (8) 
7<nr()o$ 237 (34) 

KdvatQog 237 (29) 
Kiififiaog 237 (6) 

Mtyag notafidg 235 (4) 
MvQxaXov niXayog 2<>9 
iVe^o? 51, 140, 156, o 



xaXovfjisvog rrjwv 237 
, (2), 239 
j NexQä Mkaoaa 239 

i "OgivTTjg 237 (22) 

I naQHyiog 237 (33) 
; UivBiög 237 (2«) 
; novxog 233, 24U 
I TloTafiig 8. Tövcft^ 

/7ocf(y/a ^«Aaaaa 239 

nvQaftog 237 (21) 

'Pfctos^ 237 (14j 
'Prjvog 237 (35) 
'Pödavog 237 (37) 

2'«yya()io? 237 (24) 



üiftoeig 237 (30) 
2';f«^avrf()oc 237(31) 
Sne^Z^Sg 237 (28) 
2t()v^ü)v 237 (32) 
SvQXig fiixQOL 146 

Tdvaig 83, 237 (7) 
rai;()Os' 237 (17) 
TißiQtjg 8. SovßriQog 
TlyQig 50, 90, 237 (3), 239 

"Yaaov Uim/jv 233 

0a<yts 233 

^lawv 52, 239 s. 'M6g 

^£ix6avdg kan^Qiog 79 
» voriatog 133 



D, Berge, Yorgrebirge und Pässe. 



'AtXag 235 (4) 
"EXixujv 235 (7) 
'^U()axXeTai attjkai 149, 
^HQaxXeiaxixal <n. 240 
7e()(Jv 240 
Kdaniai JtvXai 229 
Kavxaaog 235 (2) 



Ä't^a/()ci>v 235 (6) 
^//9avo$ 235 (1) 
^v;fa/?avTO$ 235 (10) 
Maatovaia 83 
Mlfxag s. IHviov 
Navaatov 235 (9) 



"OAty/Tto? 235 (12) 
noQ^iviov 235 (8) 
I TlaQvaaög 235 (5) 
f7/v£0v 235 (11) 
2Vva 8. iVaraarov 
TavQog 235 (3) 



£• Städte und Städtebewohner. 



U^^vat 75 
'Uf{avrf()eia // ^aQixig 

240 
'4/ui(yos ^Xev^^^a 214 (lü) 
'4(><ytv<Jj7 7v(J«fjJ 188 
'lV"^(>oi' naQBfißolifi 233 

hriQVXog 235 (1) 
Kr/?Ao? 235(1) 
Ki;?ayr«ov 214 (13) 

rdd€i(ta 4S, 49, 83, 130, 
136, 149, 196, 197, 240 

JioaxovQig 24^) 

*EQv&Qal 214 (5) 
""Efpeaog 214 (10) 



^HXiovnoXig y^ lao) 191 

I Sfjßai 76 
ö^/^arot 20(J (IG) 

*Iaoog 8, Inseln 

7Atov 83 

""lioviSeg ndXeig i^ 213 

Ä'Aa?(5^€vat 214 (1) 
Kvlöog 8. In8eln 
KoXo(p6}v 214 (8) 

Ainxig 146 

3/a()a^cbv 8. Inseln 
MxTtvlr/vi7 214 (2) 

nsQiv&og 214 (12) 
, /Zovro? 214 (15) 
ÜQu'iVTj 214 (4) 



'Ptvo;fö(*oi'()a 47, 48, 130, 
136, 188, 191, 195, 19fi 

Saitac 75 

Zdfjiog 214 (6) s. Inseln 
SeßacxönoXig 233 
^'fdoivtot 76 
X^^Va 214(11) 

Tagaelg 2<X) (49) 
Tt^cu^' 214 (7) 
TQane^ovg 234 

^(oxaia 214 (3) 

XaXxTjSovioi 77 
TaApfiydu)!^ 214 (14), 24(» 
.YTo? 214 (9) 8. Inseln 



282 



A. Bauer, Chronik des Hippolytoe. 



II. Biblische Namen. 

Ausgeuommen: Noe, Sem, Cham und Japheth.) 



\Aßifief)X 181 
'AßQadpL 174 
\Mfi 23, 24. :J5, 42, 43 
Wi^k IftO 
\ifjtax^fi 129 
\ifiOQQaXoc 121 
\{vaewaZo^ 125 
MixMtoc 126 
'Aqclh 1 165, 160 
'l()a^ II 178 
\\(iO\xalo4 124 



6a(taeT^ 71 
ö/yp«^' 63 
dai/9A 61 
^(üQyafia 68 

Yapccf 28, 29 

'löovgaiJL 179 

Yf;fT«r 175, 176, 199 

"lovSad 107 
1 ^lovdala grvXr^ 7 
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Aoovxalo^UA '/(;(>a/}A (<nr^(>^a) 20 

.l(i<jP«|a(f 3/, 38, 102, 1.0 7^^^^ 231 

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'l<yx«va^ 66 

ra^k(j 168 
rdfJLBQ 57, »)5 
Tf/?«;. 183 
rtQyeaaaloz 122 

j£;fAa^ 182 

"£•/?€() 40, 41, 172, 173 
^EßpalOL 14 8. Index A 
*EXdfx 16<.) 
^kioad 70 
^EXfjL(j}6d6 176 
'Evcü^- 25, 26 
'i&vu)x 29, 80 
jfe'()((y^v 67 
Evidoq 123 
/syfca/ 186 
fivj?;iar 100 



\Ayt)voyii 76 
'-Uf'|«vd()OJ 17 
Avyor(fxo4 is 



I /TalVav I 26, 27 
\Kaivdv II 3S, 39, 170, 
171 

Kaifd-OQiBlfA 117 

Kixioi 72 

Aaßieifi 113 
-4a//6X 31, 32 
^oi-(f 163 
^r(ft€/> 111 

May(j)y 58 
MaSdc 59 
^/a^ol;(J«Aa 30, 31 
MaXelet}?, 27, 28 
MeoT(taeifji 95, llo, 111 
3/o(J(>x I 62 

Mwva^s 8, 230, 231 

111. Antike Namen. 

"iytroj 10 
KdÖfioq 76 
Kvooq 9 



^e^(>a)J 54, 108, 109 
Ne<p»aXslii U4 

; //«öx« 8 
BaxQoaoviBifi 115 

'Aryoi»j}A 231 
^ft/itia 102, 105 

2:a/9a 99 
Haßdx 184 
Sdßazov 106 
2«Acr 39, 40 
ÄAaM^ 171, 1?2 
2:aXi<p 177 
^afiagela 15 
SafiOQQaio^ 127 
üeßaxa^^ 101 
2'£xcrT^ 103 
2'j}{^ 24, 25 
2itov 119 

rcwf/A« 112 

*aAey 41, 174, \% 1- 
^£(>£^aro$ 128 
*otVd 1 96 
4*o{6 Tl 164 
<Pvh,axteifi 116 

Ajttvaav 97, 118, 1^^ 
Xaxalv 64 
XErT«ro.5' 120 
Xoiq 54, 94, 98, 10^ 
X(}iax6Q 2C> 

^i^crxaiorP. 167 



MaxEÖovB^ 17 
m^aai 9 
''Ptü/iaToi 18 



IV. Namen- und Sachregister. 

Die Zahlen bezeichntm die Seiten der Abhandlung.) 

Abulpharag s. Barheb raeus Aethicus 8. Ethicus 

Ära diokletianische . boi Aimianos Africanus 8, S, lulius Afr. 
171 Alexander 8. Sevenis 



Indices. 



283 



Ananias Schirakatzi 3 Anm. 1 
Andreas, 3 Anm. 1, 134, 223, Taf. V 
AnnianoB 154, 170 ff, Taf. V; Oster- 
cykluB d. A. 171, 172; A. benutzt 
AfricanuB 171, Hippolytos 171, 
das Bach der Jubiläen 224 Anm. 1, 
234; wird citiert: in der Oster- 
chronik 191 Anm. 2, bei Mar-Mi- 
cbael 223 u. Anm. 1 und bei Bar- 
hebraeus 226. A. Quelle des Barb. 
171, d. Osterchronik 26, KM ) Anm. 
2, des Synk. 26, 224 Anm. 1, des 
Oros. und anderer Chroniken 174, 
175, 232, gemeins. Quelle d. Synk, 
und Barh. 227. Spätere Bearbei- 
tung d. A. 171 
Anonymus, vor Malalas 194 Anm. 2, 
l%ff, 199 Anm., 208, 220; Be- 
zeichnung für Matr. 121: 4, 5; 
Bezeichnung für d. Barbarus 166 
Anm. 1 ; Anonymus Ravennas 234 ; 
8. auch Osterchronik, Papyrus Go- 
leni86ev 
Amobius d. Jüngere 2;i, 47 Anm., 
169 Anm. 

Barbarus 1, 3, 22, 38 ff, 133, 137, 
155, 160, 166 Anm., 169 ff, 190, 
199 Anm., 21 3 ff, 229, 23.5, Taf. V; 
Georg. Amb., Victor Turon. an- 
gebliche Verf. 155, Abfassungszeit 
170; benutzt eine alex. Chronik 
(Annianos?) 19, 23, 25, 142 ff, 
147 ff, 172; dieselbe wie der Oster- 
chronist 180, 181, 182 Anm., 188, 
189, neben Hipp, liegt beim Barb. 
noch eine zweite Quelle vor 38 
Anm., 42 Anm., 134, 148 ff; be- 
nutzt eine ravennat. Fastenchronik 
148, 170, 171; die Kaiserliste d. 
B. 148, 170 

Barhebraeus 212 Anm. 1, 213 Anm. 
1, 223, 226 ff, Taf. V 

BerosBOB 152 Anm. 2 

Buch Henoch 223 

Buch der Jubiläen 151 Anm. 2, 165, 



195 Anm. 1, 212 Anm. 1, 224 Anm. 1, 

232, 233 Anm. 1, 234, Taf. V 
Chronicon Alexandrinum, Bezeich- 
nung für den Barbarus 26 ff 

Chronicon Anonymi Bezeichnung für 
Matr. 121: 4, 5 

Chronik von 334 (lib. gen. II) 23, 24, 
1.34, 142 Anm., 144, 156, 169, Taf. V 

Chroniken alexandrinische, die von 
Hipp, abhängen, 172, 174, 183, 210, 
220, 227, 233 Anm. 1 ; aus der Zeit 
vor 412 n. Chr. 210, 211, 215, 232, 

233, 2.34; aus der Zeit nach 412 
n. Chr. s. Annianos, Barbarus, Pa- 
nodoros, Pap. GolenisSev, (Vorlage 
der) Osterchronik, (des) Synkellos, 
(des) Eutychios 

Chronicon paschale s. Osterchronik 
Chronograph a. d. 10. Jahre d. An- 

toninus 144 
Chronograph V. 354: 22, 25, 142 Anm., 

144 u. Anm. 2, 154, 157, Taf. V 
Chronographen bei Epiphanios citiert 

s. Epiph. 
XQOvoYQa<peiov avvtofiov 142 Anm. 

1, 174, 232, Taf. V 
XQOvoYQa<pia avvTOfjtog s. Nikephoros 
XQOvoyQa<pixdv mvzofxov s. Nike- 
phoros 
Clemens v. Alexandrien 152, 209, 

235 Anm. 1, 242 
Codices s. auch das Verzeichnis der 
Sigla und lib. gen. I 
Berolinensis d. lib. gen. I: 25, 

33, 157 
Cavensis d. lib. gen. I: 25 
Fnxensis d. Hieronymus 174, 232, 

Taf. V 
Londiniensis d. lib. gen. 1: 25 
Matritensis Graec. No. 22: () 
Matritensis Graec. No. 71 : 4, 8, 

13 ff, 15 Anm. 2 
Matritensis Graec. No. 72: 6 
Matritensis Graec. No. 84: 17 ff, 

29 Anm., 121 ff 
Matritensis Graec. No. 85: 6 



284 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



Codices 

Matritensis Graec. No. 120: 3 

Anm. 1 
Matritensis Graec. No. 121; 1, 
H £F, 26 ff, Rest einer umfang- 
reicheren Hs. 12 ff , Eintra- 
gungen des KLaskaris im Matr. 
121: ü, 11, 13, 14, IG, andere 
Zusätze 128 Anm., Ankauf in 
Messina 14, 15, Datierung 4 
Matritensis Lat. A 16. d. Hb. gen. 

I: 19, 25 
Oxoniensis d. Malalas 194 Anm. 

2, 196 ff 
ParisinuB Graec. No. 854: 48 

Anm. 175, 195, Taf. V 
Parisinus Graec. No. 1711: 195 
Parisinus Graec. No. 1712: 183 

Anm,, 220 ff, Taf. V 
Parisinus Graec. No. 2600; 175, 

232, Taf, V 
Parisinus Graec. suppl. No. 682: 

161 Anm. 1, 212, 215 ff, 220 
Parisinus Lat. 4871: 87 Anm. 
Parisinus Lat. 4884; 22, 170 
Parisinus d. Fredegar 25 
Parisinus d. lib. gen. 1: 25 
Philippsianus d. lib. gen. I: 25 
Regius s. Fuxensis des Hieron. 
Romanus d. Iliasscholien 4, 8, 

13 Anm. 1, 14, 15 Anm. 2 
Sangallensis d. lib. gen. I; 25 
Vaticanus No. 1941 ; 20, 82 Anm., 
114 Anm., 175, 185, 187 Anm. 1 
Vindobonensis d. lib. gen. If; 25 
Vindobonensis phil. No.l71 : 17 ft', 

29 Anm., 121 ff 
Vindobonensis theol. No. 153: 
135 ff 
Compendium chronologicum als Be- 
zeichnung für Matr. 121: 5 
Computus des Nikephoros 16, Taf. II ; 
im Vind. theol. No. 153: 135, 136 

David, Übersetzer d. Mar- Michael 
223 Anm. 



Diamerismos 16ff, 18, 19, 20, 21, 44ff, 
135, 162 ff, 239 ff, Taf. V; jüdisch- 
hellenist. Bearbeit. d. D. 49 Anm., 
54 Anm., 68 Anm., 151 Anm. 2, 152, 
Anm. 2, 163, 164, s. Buch d. Jubil. 
Josephus, Kleodemus, Malchus; 
antiochenische Bearb. d. D. 194 
Anm. 1, 212 ff, s. Eustathios, Jo- 
hannes Antioch., Mar- Michael, 



8 



^ynkellos, Zwischenquelle 



ixXoyal laxoQiibv 195, 208 Anm. 1, 
232 Anm. 1 

Eclogarius Casauboni 175, 232 

ixkoy^ iavoQiu)v 175, 203 Anm., 233, 
Taf. V 

Epiphanios von Kypros 65 Anm., 151 
Anm. 2, 154, 163 ff, 174 Anm., 196 
Anm., 233 u. Anm. 1, 234, 241, 
Taf. V; äyxvQcjTdg, Abfassungszeit 
d. 163, 166, 177, 178, 184; xarä 
oIq., Abfassungszeit von 163, 166, 
177; Benutzung einer Chronik bei 
E. 165 ff; Benutzung d. E.: bei Eu- 
tychios nicht beu. 173 ff, aber im 
lib. gen. r. 57 Anm., 65 Anm., 166; in 
der Osterchronik 176 ff, 194 Anm. 
1; in der kürzenden Zwischen- 
quelle 196 Anm. 

Ethicus Ister 233 Anm. 2 

Euagrios, Kirchengesch. d. 222 

Easebios Pamph. 152, 154, 161 Anm., 
165 Anm. 1, 171, 174, 175, 223, 227, 
235, 237, 242 

Eustathios v. Antiochien 209 ff, Taf. 
V; Quellen d. Eust. 209; benutzt 
eine ältere (vor Panodoros-Annia- 
nos entstandene) alexandrinische 
Chronik 210 ff, 223 Anm. 1, 231 
Anm. 1, 233 Anm. 1, 234; eine an- 
tiochenische Chronik 212 ff, 231 
Anm. 1 ; Josephus 209 ff 

Eutychios v. Alexandrien 173 ff, 
Taf. V 

Exodus von Hipp, citiert 118 Anm. 

Exordium Taf. V 



Indices. 



285 



Fasten v. Ravenna s. Barbanis 
Fredegar 23, 25, 31 Anm., 15Ü, 157 

Genesis von Hipp, citiert 54 Anm., 
68 Anm., 184, s. Septuaginta 

Genealogia als Bezeichnung f. Matr. 
121: 5 

Georgios Monachos (Hamartolos) 48 
Anm., 194 Anm. 2, 105, 2i)8, 220, 
Taf. V 

Georgios d. Synkellos 2, 25, 26, 85 
Anm., 128 Anm., 166 Anm. 1, 191, 
212, 213 ff, 232, 233 Anm.; benutzt 
eine alex. Chronik 170 ff, 172, 181 
Anm., 184 Anm., 211; Panodoros 
191, Taf. V; eine antioch. Chronik 
191 Anm. 3, 216 ff, 218, 219, 220, 
227 ; sein Diamerismos besteht 
aas zwei Teilen 191, 195; citiert 
Hipp. 191 Anm. 2, Prokopios 194 
Anm. 1 

Gregorios Abulpharag s. Barhebraeus 

Henoch s. Buch H. 

Hilarianus 167 

Hippolytos V. Rom. Verbannung u. 
Tod 144 ff; kirchliche Stellung 153, 
154; Schriftenverzeichnis 140, 141, 
142; Chronik im Matr. 121: 16, 
20ff, 26 ff, 132ff; Inhaltsverzeichnis 
d. Chr. 27 Anm., 28 Anm., 31 Anm., 
32 Anm., 129 Anm., 157 Anm. 2; 
Proömiumd.Chr.l Anm. 1, 27 Anm., 
32 Anm., 33 Anm., 34 Anm., 36 
Anm., 149, 156, 169; Abfassungs- 
zeit d. Chr. 18, 25, 27, 134, 142, 
143; Inhalt u. Umfang d. Chr. 26ff, 
147 ff, 239 ff; zweimalige Ausgabe 
d. Chr. 141 Anm. 2, 145, 147; Oro- 
sius, Origenes angebl. Verf d. Chr. 
8. dort; Papst Verzeichnis d. Chr. 
32 Anm-, 144 Anm. 2, 150: Beur- 
teilung d. Chr. 150 ff, 236 ff, 241 ff; 
Hipp, benutzt in der Chr.: Afri- 
canas 143, 151 Anm. 1, einen äl- 
teren Diamerismos 54 Anm., 151, 



165, 236, 239, den Stadiasmos 152, 
Ptolemäus 104 Anm., 189 ff, 240, 
Clemens v. Alex. 152. Armenische 
Übersetzung d. Chr. 3, 134, 183 
Anm., 228 ff, Taf. V. Lateinische 
Obersetzungen s. lib. gen. 1 und 
IL Hipp, xaxa naaujv alpi- 
aecjv 20 Anm. 1, 25, 152 Anm. 3. 
Abfassungszeit 145 ff. Die Chro- 
nik in X. naa. oLq, benutzt 31, 41 
Anm., 42 Anm., 50 Anm., 122 Anm., 
141, 145, 150 Anm. 1, 152 Anm., 
158 ff, Josephus benutzt 161, exe- 
get. Schriften benutzt 40 Anm., 49 
Anm., 142 Anm., 153 Anm., 158, 161, 
antike Compendien benutzt 122 
Anm., 150 Anm. 1, 241, Irenaeus be- 
nutzt 241; Hipp, änööei^iq XQ^^- 
zovlldaxa 141, 179 Anm. 2; Oster- 
tafel d.H.140, 143,146. Benutzung 
d. Hippolytos s. Annianos, Barba- 
nis, Eutychios, usw. Taf. V 
Hyginus 238 

Jacobus, Kindheitsevang. d. J. 155 

Johannes Antiochenus 48 Anm., 212 ff, 
215 ff, 227, 234, Taf V 

Johannes Malalas 195, 215 Anm. 1 

Johannes s. Zonaras 

Josephus Flavius 151 Anm. 2, 161 
Anm., 203 Anm., benutzt von Eu- 
stathios 209, Hipp. 161, Symeon 
Logothetes und Theodosios 232 
Anm. 1, 234, Taf. V 

losepos. vnofjiv. ßißX. 136, 137, 152, 
203 Anm., 234, 236 Anm. 1 

Iriarte 3 Anm. 2, 4, 5, 6, 7, 9, 11 
Anm. 2, 12, 15 0', 20 Anm. 3, 44 
Anm., 121 Anm., 125 Anm., 254 ft* 

Ischök, Übersetzer d. Mar-Michael 
222, 223 Anm., Taf. V 

Jubiläen s. Buch d. J. 

S. Julius Africanus, Chronik d. Afr. 
45 Anm., 143, 149 Anm., 151 Anm., 
152, 158, 159 Anm., 160, 163, 165, 
170, 171, 191 Anm. 1, 199 Anm., 



286 



A. Bauer, Chronik des Hippolytos. 



209, 236, 237, Taf. V. Keciol d. 
Afr. 238 
Jufltus V. Tiberias 209, 210 

Kedrenos 48 Anm., 183 Anm., 220, 

221 flf, Taf. V 
Eleodemos 151 Anm. 2 
Kosmas Indikopleustes 183 Anm. 1, 

234, 235 

Laskaris, Janus 8 Anm. 2, 15 Anm. 1, 
Johannes (?) 9 Anm. 2, Konstan- 
tinos 6; Hand d. K. L. 7, 14, 15 
Anm. 1, Taf. I. Bibliothek d. K. L. 
7 ff, 8 Anm. 2, 9 Anm. 2, 121 Anm. ; 
Eintragungen d. K. L. in Matr. 
121: lOff, 11 Anm. 2, 16, 51 Anm., 
53 Anm., 64 Anm., 80 Anm., 98 
Anm., 100 Anm., 108 Anm., 276 

Laterculi Alexandrini 29 Anm., 109 
Anm., 113 Anm., 122 Anm., 124 
Anm., 152 Anm., 238 

Leon Grammatikos 195, 197 ff 

Liber genealogus a. 427: 23 ff; Hss. 
d. lib. geneal. 55 Anm., 167 ff; be- 
nutzt d. lib. gen. II 79, 168 ff, 234, 
Taf. V, die Onomastica sacra 51 
Anm., 167 Anm. 2, vgl. 123 Anm., 
234 

Liber generationis I: 1, 2, 19, 20 
Anm. 1, 21, 154, 157, 166 Anm., 
229; Abfassungszeit 23, 167; Über- 
setzung d. Hipp. 3, 25 ff*, 133 ff, 
142 ff, 147, 150, 188 Anm. 2, 189 
Anm. 1, Taf. V; benutzt lllpiphan. 
57 Anm., 65 Anm., 166, 167 Anm. 
1; Berolinensis d. 1. g. I s. Codi- 
ces, BeroL; die Hss. GC des 1. g. I. 
25, 157 und Anm. auf S. 29, 31, 
48, 51, 53, 57, 61, 65, 67, 73, 75, 
82, 83, 90, 91, 97, 101, 111, 113; 
Redaction des lib. gen. I mittels 
d. Bibel s. Septuaginta 

Liber generationis II: 1, 2, 3, 19, 
20 Anm. 1, 21, 137, 142 Anm., 154, 
157, 168; Abfassungszeit 22 ; Ober- 



setzung d. Hipp. 3, 25 ff, 133 ff, 

142 ff, 147, 150, Taf. V 
Liberianus s. Hipp. Papstkatalog 
Liste der 72 Völker, bei Hipp. 100, 

136 ff; beim Osterchronisten 180 ff, 

s. losepoB, Pseudo-Pollux 

Malchus 151 Anm. 2 
Manetho 152 Anm. 2 
Mar-Michael v. Antiochien 212 Anm. 

1, 222, 223 ff, 227, 233 Anm. 1, 

Taf. V 
Miranda, Grafen von, 5, 7 Anm. 2, 9 
Moses V. Khomi 3 Anm. 1, 227 

Nikephoros, Patr. v. Eonstantinopel; 
sein xQ^^^yO* ovvr, 16, 17, 19 
Anm. 1, 20, Taf. II 

Origenes 19, 156, 242 

Origo generis humani 167 Anm. 2 

Orosius 37, 156, 174, 232, 233 Anm. 2, 
Taf. V 

Osterchronik 2, 19, 25, 26, 48 Anm., 
85 Anm., 112 Anm., 119 Anm., 120 
Anm., 136, 166 Anm. 1, 213 ff, 220, 
232, 233 Anm. 1, 234. Textge- 
schichte d. 0.: Vaticanus d. 0. s. 
Codices, Vat.; zwei angebl. Aus- 
gaben 179 Anm. 1; Text Verunstal- 
tungen d. 0. 175, 179 ff, 182, 184, 
185, 186; Verfasser d. 0. 175; ci- 
tiert Hipp. 179 Anm. 2, Epiphanios 
176, 177 Anm.; benutzt Epiph. 166, 
176 ff, 196 Anm.; die pseudoclem. 
Homilien 178, 184, 234 Anm. 1; 
eine alex. Chronik 171, 172, 173, 
180 ff; 182 Anm., 186, 188, 189, 193 
Anm., 211, Taf. V; Annianos (?) 
172, 190 Anm. 2; eine antioch. 
Chronik 212 Anm. 1; Redactor d. 
Osterchr. 179, 181, 185, 186, 187, 
188, 190; illustr. Prophetenkat. d. 
0. 183 Anm. 1, 285 u. Anm. 1; Kli- 
matentafel d. 0. 104 Anm., 189 ff, 
240 



Indices. 



287 



Panodoros 26, 154, 170 ff, 174, 232, 

Taf. V, 8. AnnianoB 
Papyrus s. Laterculi Alexandrini 
Papyrus Goleniscev 1 Anm. 1, 22 

Anm. 1, 80 Anm., 81 Anm., 139, 

172, 173, 183 Anm. 1, 232, 235, 

Taf. V: benutzt Hipp. 173 
Papyrus Oxyrrhynchos No. XII: 238 
Pergamos v. Pamphylien 161 Anm. 1 
Philosophumena s. Hippolytos xar. 

naa, oiQ, 
Pollux 8. Pseudo-Pollux 
Prokopios 194 Anm. 1, 221, 222, 234 

Anm. 1 
Pseudo- dement. Homilien 68 Anm., 

234 Anm. 1, s. Osterchronik 
Pseudo-Ethicus 2:^ Anm. 2 
Pseudo- Hippolytos 2 
Pseudo-Pollux 48Anip., 137, 196, 

208, 220, Taf. V ; benutzt Josephus 

2« -3 
Pseudo-Scymnos 36 Anm., 236 Anm. 1 
Pseudo-Symeon (Paris 1712) 220 ff. 

Taf. V 

Said-ibn-Batrik s. Eutychios 
Samuel v. Ani, benutzt Epiph. 57 
Anm., 167, 168 Anm., 183 Anm., 
223, 227 ff, 234; einen armenischen 
Hipp. 228 ff 
Septuafifinta, Anm. auf S. 42, 43, 
48, 49, 50, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 
86, 88, 90, 92, 103, 118, femer 
S. 154, 164, 16% 171 Anm. 1, 180, 
181, 185, 180 Anm. 1, 22S, 229, 
230, 231 
Sergios Stissos v. Tarent 15 Anm. 1 
Severus Alexander, d. 13. Jahr a. 
Reg. 144 Anm. 1 



Stadiasmos 5, 13, 17 Anm. 1, 18 ff, 
20, 21, 27 Anm., 39 Anm., 128 Anm., 
130, 152, 169, 189, 237 u. Anm. 2, 
240, 243 ff, Taf. IV ; Abfassungs- 
zeit d. St. 18, 27, 244 ff; Verwandt- 
schaft mit der ptol. Karte 246, 
265 ff; enthält nur in der Vorrede 
Christliches 250 , Namensformen 
250, 251, Sprachliches 252 ff, Ober- 
lieferung 254 ff 

Symeon Logothetes 195, 208, 220, 
232 Anm. l, Taf. V; benutzt Jo- 
sephus 203 Anm., 208 Anm. 1, 233 

Hvvaycjyfj ;if()6vö>v xal ivGjv xzX, als 
Bezeichnung f. d. Chron. d. Hipp. 
16, 20, 26, 134, 143 

Synkellos s. Georgios 

Tatian 209, 242 

Testament des Noe 195, 208, 209, 219 

Theodosios Melitenos 195, 196 ff, 199 

Anm., 20S, 220, Taf. V; benutzt 

Josephus 203, 208 Anm. 1, 232 

Anm. 1, 233 
Theophilos, Adressat des Proöm. d. 

Hipp. 27 Anm., 35 Anm. 
Theophilos, Patr. v. Alexandrien 154, 

170, 171 

Vibius Sequester 124 Anm. 

Zonaras Taf. V 

Zwischenquelle, von der 5 Chroniken 
abhängen 194 ff, 208, 219, 220, 233 
Anm. 1, Taf V; benutzt Epiph. 
196 Anm., 308; Josephus 203 Anm., 
2('8; die antiochen. Chronik 219, 
s. Anonymus vor Malalas, Geor- 
gios Monachos, Pseudo-Pollux, Sy- 
meon Logoth., Theodosios. 



Nachträge und Berichtigungen. 

S. 10 Anm. 1. H. Schenkl, dem ich dafür zu danken habe, dftft er 
^Correctur des Textes mit gelesen hat, belehrt mich, dafi die 

führte Notiz [sich aiif die Grafen Mirandnla bei Modena beuht 

also mit dem Grafen Miranda nichts zu tan hat. 
Zu S. 11 Anm. 1 vgl. Correctumote auf S. IOC zu Hipp, c 209. 
S. 34 Hipp. c. 20 schlaf Sehen kl vor, anfangs oi(a)Sh ^piXof/u n 
S. 44 Anm. zu c. 43. 44, jzweites Alinea lies «beweist aber* etntt 
S. 48 Hipp. c. 47 schlägt Sehen kl vor icDq ^aa 'Mudjg in den Tort 

setzen. 
S. öl Anm. zu lib. gen. 1. 52 vermutet Schenkl das Verderbnil tob < 

cameis zu escammeis und dann escammediis. 
S. 71 Z. 2 von unten, lies: «weil er c. 97 die Phönikier» 
S. 75 Anm. Z. 11 von unten lies «am karth. Meerbuaenc 
S. 121 letzte Zeile des ersten Alinea lies: «^ ist D^Xiov Terschrieben 

Im griechischen Text Rind ein paar .\ccentfehler bei der Corrector 
sehen worden. 




^- -Sil, f/-»«? ■ /^H-M^wt^Ja-l < /««' 




Cod. Matr. 121, Folio 30 Recto. 

Die Hand des K. Lask.iris. 

(Etwa •;, natärl. üro»ae,) 



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Cod. Matr. 121, Folio 50 Verso. 
Schluss der Chronographie das Nikephoros. 






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Sg^ic?^^-^ 




Cod. Matr. 121, Folio 51 Recto. 

Anfang der Chronik dos Hippolytos. 

(Unten in der Mitte die itnateniionenbBzelrhniing de» K. Laekarie.) 

(Etwa ',', natürl. örBBse.) 






, - , . - J . . « -^ - 





jil. .\I;iir. l-il, Fol. ü:t Versf.. 
Anfiirit; iles Stiuüiisiiuis. 



n 



! 

Bu^ d$r Jubi' 

läen 1. Jhdt. 



Tafel V. 



Jo8«ph%ut * 
98/4. 



Sext. Jal. 
Afric. 221. 



Exofd4ufn 

(Schöne, Eqs.I 

App. p. 47) 



[Eine antiochenisohe] 
[Bearbeitung.] 



lexandrinische Chroniken. 



(Paris. 854, Oram. 
an. Pari». II 166 ff.) 



. Ool. c) Panodoros u. Annianos d) Oroaius e) 
412. nach 412. 417. 




Eu8iaihio$ 
835. 



^ Ztuätxe %um 8. Xfvorf. 4. 5. Ssrrer. 
Uxens.d. Hier, avmofi. 



\ 



SSuBoLte XU 

Euaeb, 

(Paris. 8600, 

Cram. an. 

Paris, n 115 ff. 



\ 



Jofumnet 
(Paris. 1680, 
Paris, snppl. 
682, Slaven.) 



\ 



nach 




e) Pütulo- 

I\)UUT. 



\ 
Synk»Uo8 
780—810. 



d) Tfuodoa, Melü, 
nach H48. 



Texte Q. Ontersaolii 



Ekdyehios 
987. 



I^eudo-Symeon 
(Paris. 1712). 



Eedrmoa Mar Michael 
11/12. Jhdt. V. Antiochien 
1166—1199. 



1. Sjnr. Ori- 2. Arab. über- 8. Armenische 

ginal. Setzung. Bearbeitungen. 

a) laehSk b) Jtruioiam. c) Bcarhtbramu 

1246. Ausgab«. nUA—M&l^. 



Verlag der J. C. HiKRiCHs'schen Buchhandlimg in Letpuis. 

Patnim apostoliconim opera. Textum ad fidem codicum 
et graecorum et latinorum adhibitis praestantissimis editionibus 
recensuerunt O. de Oebhardt, A. Harnack, Th. Zahn. 

Editio quinta minor. M. 1.60; geb. M. 2 — 

Realencvklopädie ffir protestantische Theologie und 
Kirche. Begründet von J. J. Herzog. In dritter, verbesserter 
und vermehrter Aufl. unter Mitwirkung vieler Theologen und 
anderer Gelehrter, hrsg. von Albert Hauck. Sechzehnter 
Band: Preger-Riehm. M. 10—; geb. M. 12 — 

Rendtorff, F. M.: Die Taufe im Urchristentum im Lichte 
der neuen Forschungen. Ein kritischer Bericht M. 1.20 

Strack, Hermann L: Grammatik des Biblisch-Aramäischen 

mit den nach Handschriften berichtigten Texten und einem 
Wörterbuch. Vierte, sorgfältig verbesserte Auflage. M. 2 — ; 

geb. M. 2.50 



Soeben erscheint in Bechster Auflage: 

Weingartens Zeittafeln 

und Oberblicke zur Kirchengeschichte. 

Sechste Auflage, zum zweiten Male neu bearbeitet von 

D. Dr. C. F. Arnold, 

Professor an der Universität Breslau. 

Lex. 8«. (VI, 264 S.) M. 4J80; in Leinen geb. M. 5.80 

Völlig umgearbeitet, weist dieser Neudruck ausserordentliche VerbesBernngen 
auf. Besonders augenfällig ist z. B. in den ältesten Partien die klare Unter- 
scheidung abweichender Datierungen durch die Hauptforsdier Har- 
nack (H), Jülicher (J), Zahn (Z). Die neue Auflage ist ferner u. a. wesent- 
lich erweitert durch genealogische Tabellen der wichtigsten Henscher- 
familien und eine kurze Geschichte des evang. Kirchenliedes. So werden 
die ,^ittafeln", die bis auf die neuste Zeit fortgeführt sind, sidi als 
ausserordentlich zweckmässiges Nachschlagebuch bewähren. 



Oedmckt bd Angnst Pries in Leipzig. 



Verlag der J. C. HiNRiCHs'schen Buchhandlung in Leipzig. 

== Letzte Neuigkeiten == 

Biblia hebralca. Adjuvantibus professoribus O. Beer, Fr. 
Buhl, O. Dalman, S. R. Driver, M. Löhr, W. Nowack, 
I. W. Rothstein, V. Ryssel edidit Rud. Kittel. 
Pars I (Oenesis-Regum) M. 4 — ; geb. M. 5.20 

[Der 2. Tdl ist im Druck und soll zu g:Idch«n Preise Ostern 1906 fertig vorliegen.] 

Daraus in Einzelheften: 

1. Genesis, bearbeitet von Rud. Kittel M. 1 — 

2. Exodus, bearbeitet von V. Ryssel und R. Kittel. 

Leviticus, bearbeitet von V. R>'ssel M. 1.30 

3. Numeri, bearbeitet von V. Ryssel und R. Kittel. 
Deuteronomium, bearbeitet von S. R. Driver M. 1.30 

4. Liber Josuae, bearbeitet von S. R. Driver. 

Liber ludicum, bearbeitet von R. Kittel M. 1 — 

s. Liber Samuelis, bearbeitet von R. Kittel M. 1 — 

0. Liber Regum, bearbeitet von R. Kittel M. 1 — 

Aus Teil II erschienen bereits die Hefte: 

7. Liber Tesaiae, bearbeitet von Rud. Kittel M. 1 — 

8. Liber Jeremiae, bearbeitet von I. W. Rothstein M. 1.30 

g. Ezechiel, bearbeitet von I. W. Rothstein M. 1 — 

10. Duodecim Prophetae bearbeitet von W. Nowack . . . . M. 1 — 

Bis Ostern 1906 werden noch folgen: 

11. Psalmen. 12. Sprüche Hiob. 13. Megilloth. 14. Esra-Nehemia. 15. Chronik. 

Bischoff E: Jesus und die Robbinen. Jesu Bergpredigt 
und „Himmelreich" in ihrer Unabhängigkeit vom Rabbinismus 
dargestellt M. 2.20; geb. M. 3 — 

Dalman, O.: Grammatik des jfidisch-palästinischen 
Aramäisch nach den Idiomen des palästin. Talmud, des Onke- 
lostargum und Prophetentargum und der jerusalemischen Tar- 
gume. Zweite, vermehrte und vielfach umgearbeitete Auflage. 

M. 12 — ; geb. M. 13 — 

Furrer, Konr.: Das Leben Jesu Christi. Dritte Auflage. 

M 3—; geb. M. 4 — 

Hamack, Ad: Das Wesen des Christentums. Sechzehn 
Vorlesungen von Studenten aller Fakultäten im Wintersemester 
1899/1900 an der Universität Berlin gehalten. 52. Tausend. 
M. 2—; kart M. 2.50; geb. M. 3 — ; in Liebhaberband M. 5 — 

Herrmann, Johannes: Die Idee der Sfihne im Alten Testa- 
ment. Eine Untersuchung über Gebrauch und Bedeutung 
des Wortes kippen M. 3.50; geb. AI 4.50 

Kleiner!» P.: Die Profeten Israels in sozialer Beziehung. 

M. 3.50; geb. M. 4.50 



Verlag der J. G. HINRICHS'schen Buchhandlung in Leipzig. 



DIE GRIECHISCHEN 

CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

DER ERSTEN DREI JAHRHUNDERTE 

Hr»g. V. d. Kircbeuvätor-Commission dor Kgl. Prenss. Akademie der Wissenschaften 

(Fortsetxung von der 2, UmachlagseiU.) 

Stündig wuchst die Erkenntnis der grundlegenden Bedeutung 
der Epoche, in welcher die Väter der Kirche gewirkt und geschrieben 
haben. Wer eine Antwort auf die Frage sucht, wie die Fundamente 
unserer Kultur in der Verbindung von Christentum und Antike gelegt 
worden sind, wer die Entstehung der katholischen Reichskirche er- 
mitteln will, wer die Ursprünge der Verfassungsformen, die das 
mittelalterliche Europa beherrscht haben, studiert, sieht sich auf die 
patristische Literatur gewiesen, und diese Literatur ist auch der 
Mutterschoß der I^iteraturen aller romanischen und germanischen 
Vrdker gewesen. 

Die neue Ausgabe der griechischen christlichen Schriftsteller 
— zunächst der drei ersten Jahrhunderte — wird demnach den ver- 
schiedensten Forschungen dienen können. 

Nicht nur die Werke der Väter im kirchlichen Sinne des AjTortes, 
sondern alle in griechischer Sprache geschriebenen Urkunden des 
ältesten Christentums (einschließlich der gnostischen, der zuverlässigen 
Märtyreracten usw.) sollen in kritischen, nach einem einheitlichen 
Plane gearbeiteten Ausgaben vorgelegt werden. Wo die Originale 
nicht mehr vorhanden sind, treten die alten Übersetzungen ein. Die 
Ausgaben erhalten außer einem vollständigen Apparat historisch 
orientierende PJinleitungen und Register und sie sollen sowohl in 
l>hilologischer als in historisch -theologischer Hinsicht den Anfor- 
tlerungen entsprechen, die heute mit Recht an solche Veröffent- 
lichungen gestellt werden. 

Im Druck befinden sich: 

Acta Archelai bearbeitet von C. H. Beksok, Chicago. 

E u » e b i u s. Kirchengeschichte bearb. von Ed. Schwartz, Göttinnen. 2. Hälfte 
mit Rufinn Lateinischer Übersetzg. bearb. v. Theodor Mommsen (f). 

Elisebios. Contra Marcelluin. De eccleaiastica theologia. Marcellfrag- 
mente bearb. von E. Klostermann, Kiel. 
ZiUnächst sind dann ferner \u ervwrten: 

Clemens Alexandrinus. Stromata bearb. von O. Stählin, München. 
Julius Africanus bearbeitet von Heinrich Gelzer, Jena. 

Der Umfang dieser monumentalen Ausgabe läßt sich im Voraus nur an- 
nähernd berechnen. Ins Auge gefaßt sind etwa 50 (einzeln käufliche) Bände. 

Jährlich noch nicht 20 Mark hat die Anschaffung der ganzen Reihe 
bisher durehsehnitilich beansprucht, ein Betrag, der gewiss auch jeder kleinen 
Bibliothek die Subskription möglich machte um sich die vollständige so wertvolle 
Sammlung zu sichern. 

Leipzig, November 1905. ^^ C 15»«««9«'W« (gucJ^ailWung. 



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TEXTE UND UNTEE8UCHÜNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER 

ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIKCHENVÄTER-COMMISSION 

DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AÜS(}ABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 



HERAUSQEOEBEN VON 



OSCAR VON &EBHARDT und ADOLF HAMAGK 



NEUE FOLGE — VIERZEHNTER BAND HEFT 1 



DER GANZEN REIHE XXIX, 




LEIPZIG 
J. C. HINRICUSVSCHE BÜCHHANDLUNG 

1905 



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JAN ■'. 8 i--C>; 



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JßTHPIA2 



IIPO^TIIN IIAPWKNON 



\\)V. VIKGJNITATE) 



KINE KCHTE SCHKIFT DES ATHAXASIUS 



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Lic. EDUARD PREIHERRN VON DER GOLTZ 

jRiv.\ir>«»rLxr \n i>En inivür^itäi p.f.rlin 







LEIPZIG 

.1. C. HINRUHS's. iiK »rCHHANDM NU 



Verlag der J. C. HINBICHS'schen Buchhandlung in Leipzig. 



TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN ZUR GESCHICHTE DER 

ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FllR DIE GRIECHISCHEN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

DER EKSTEiN DREI JAHRIICNDERTE 
Heniusjjregeben von 0. V(jN' GEiiirAROT und A. Hahxack. 

Inhalt der Neuen Fohje Band [^-XIIL Xfr, .V; 



\ 



Neueste Hafte: 

Leipoldt, J., Oidvniiis iIit Bliurl«* vou Alexaudria. 
III, 148 .S. iJKC. r\F. XIY, 3) M. 5~ 

Harnaok, A., Dvr Vurwurl ih s Arhi-iMnns in d^n 
drKi erstell Jalirhiiiiilt'itL'ii. 16 S. - SchuitiOiK., 
Da» Martyriuiii des Iwnlijrou Abo von Titlis. 
41 s. — Augar, F., Die l'ran im römiMrlit^n 
iJliristtnpnMM'Ss. Kin P.oitrat; zur Vflrlol- 
;;unßsgeHclüchtu dor cliriHtru-li(-n Kirclit' im 
röui. .Staat. s2 S. i'.Hi:>. fSV. XIII. A) M. 4.50 

Reich, 8., E^as Aiiuari>1d«Mi>t nach SHincr uii.^scr- 
kauouischun Textj^ostalt nnt<>rsiK>lit. V, 17}»S. 
IW.;. (NF. XHI. :i. M. 5.5«» 

Koettohau, P., Zur Ti^xtkritik von UrigiaiHS' 
.lohauneHi'ominoutar. Tr> S. — Harnaok, A., 
AnalKCtu zur älto8t*'n (irncl*. d. < -hri.>tt.<'ntuin!« 
in Koni. 1<» S. — Klostermann. E., i'b..T dos 
Pidvniiiä von .M^xandrien in ^idstnlas canoni- 
i;as.»jnarratio. ^S. ühi:». (XF. XlJl.L',» M. ;J — 

Schermann, Th., Die (ifscIiielitA i\ov do^ma- 
tiffcheu Florili*ßi»'n vom V.- VIll. .lalirliun- 
d-it. VI, 104 s. iHiM. NT. XIII. I) M. :j.:.n 



Aohelli, H., Hlpi olvtstudif n. VIII, j:j:i s. iS'.»?. 

(NF. I. i; M. 7.5U 

Berendti, A.. D. h:ind.4cLriftl. ri.ioiii>>r':nsni;d. 
Zai'Jiarias* u. .luliaiincs-AfokryplK.'ii. — ühcr 
d.lHhlIotln^k»*nd.MftiorisilM'n ii.l)!?rfri-fMvra|». 
KlöstiT. IV, S4 S. l'.N»!. (NF. XI. li) M."i».7(» 

Bonwottoh,8. N., Studiou /. d. Komm. Hiji)io1yt8 
zum Ilurh«; Danit-l u. Hohenlied«-. IV, hO S. 
I«97. INF. I. 2) M. :{ — 

— Drid {;for;.',is«;li ••r!ialt»">ii«' >r.]iriftfu v.Hipim- 
Ivtu». XVI, '.«s s. i'.M.i. NF. XI, la) M. :'..:in 

— Üipiu>lyt-« Koiinn« iitiU/. Midu-nlii-daufdiund 
V. N. MAnii's? Au.M^. d. i;ruftiii. Tixii'slit laiis;:. 
los .'^. v.u.'j, IS. n. Harnack) 

Bratke, E., Das «rigriiannt»- l{»'.liijionsp:i->iiiäcli 
am Hot" der Su.sunidi'ii IV.:io.'»S. 18J>;«. (Mit 
Harnack, ''yi'iijin..s.;.liriltfn NF.IV.S) M. io.r»o 

0lesyrischeDida8kaliaiil>. II i iU.v.II.Ac^hklimi. 
.». Fllm>5 IN«. VI 11, ;;■>•.>. VM'i. (NF.X.2^ M. li.-'iO 

Oobtcbfitz, E. von, ('In-i^tusbilder. Fnicrsucluin- 
ß»'n zur «hrihilk'ln.'n Lr;;ond»-. XII, j:«!, :;.i6 
and :ö7 S. IS-.»!». «NF. III? M. :J-> — 

Erbet, C, Dil.' Todota(;c der .Vpust« I Tnuluäi 
und Petrus und ihin röniisclii'u bi-nUniäl*'r. 
IV. la» s. iK'.ni. I Mir Harnack, Kfl/urUataloj; 
und Qoetz, «'yi-rian NF. IV, .1) M. :...^o 

FlemminOfJ., Das nuLlilU>uoch.Ätbio)i.']Vxt. Kin]. 
Komm XVI, 172 S. uma. iNF. ^M1. 1) M. n -- 

flebhardt, .,0. v., Passio S. Tliov Iu<- virtcinis. Hii» 
lattrin. ÜlKT.'ictzirn. dor A<'ta Pauli otTIieckif 
nebst Fra«m.. Au.'*zi.;;«.'n u.TSeilagon Imrausu. 
I'XVIII, IS.S S. l!«'2. 'NF. VII. :») M. i»..-|0 



Qeffoken, J., Komposition u. Rntät^hunf^sKeit d. 
Orac. Sibyll. lV,78S. i»02.(NF. VIII,1)M.2.50 

Goltz. E. V. d., Kine textkrit. Arbelt d. lO. bez. 
A. Jh.. hrsg. nach o. ('odex d. Athoskl. Lawra. 
.MitlTafer VI, 116 S. 1KW.(.NF.II,4) M. 4.50 

Qoetz, K. Q., D. alte Anfang a. d. ursvrünßl. Form 
v.Cyi.r. Schrift ad Donatum. ißS. I8f»l». (s.Erbet) 

Breiimann, H., Studien zu Ku>^el»'s Tlieoidianie. 
XI, ir.4 u. «JMS. ij»ü:». (NF. VIII. U) M. s- 

Haller, W.,.Tovinianus,d{eFi'a(;m. s.ScIiriften et«-. 
VIII, IW S. IW»7. (NF. 11, 2) M. Ty.bO 

Harnack, A., D. pseudoi-ypr. Trakt, d" siupru- 
luritate clerir. e. W-rk d. donatist. Bisch. 
Ma< i'dbiiisin liiim. (72S.\ — 1). Hypotyiioseu 
d.ThfMigno.st. i2ns.) — 1>. ::efjil8rht« ftrief d. 
Hisch.Thetinas an d.UbArkommorherrnliUcian. 
(•J:»S.} ins. 1JI0.M. (NF. IX, . 3) M. S..'Wi 

— i'.hfsr vi.rlortu«« Briefe und Acteustück«=-, 
di«: »ith a. d.i'yprian. Briel'!«amml^. ermitteln 
lasüt'n. 4.'i S. ii«i2. I Mit KlOitermann, u. Bon- 
wetich, NF. VIII, j/ M. .'i.rx» 

— Der Ki?itz»?r-Kat;ilog des Bisuhofs Maruta 
von MaiphtM-kat. 17 s. is'nr (s. Erbet) 

— Die Pfatt'selien Ireuiius-Fragment«' als 
FiilaL'h^n. PfatS's naobp'wif<ii>n. — Patrist. 
Miseellen. III. 1 18 S. i!H)0. (NF. V, ■\) M. 5 — 

— Diodor v. Tarsus. IV. 251 <. itMU. (NF. VI, 4» 

M. 8 — 

— Drei \\enipbeachteti'«'>prianische .Schriften 
nnd die .^^ita Pauli". M S. isW. (s.o. Bratke) 

Holl, K., FriJgni«nt.f vorniciin. Kire.henväter 
ans d. Sa<:ra parallela. XXXIX, 241 S. 18'H». 

(NF. V, 2) M. ii - 

— Die Saera parallela des .lohanne^s Damas- 
c-nus XVI, :««2S. 18;»7 (NF. I, n M. 12 - 

Jan8sen,R., D..liihannes-iCv.u.d.l'iir.i]d).d.Nonnns 
l*Hnnj'Miit. IV. Sil s. ]\UK\. (NF. VIII. 4) M. 2..'in 

Jeep, L, Zur t'berlicferung des Philostorgios. 
:).; s. is«M*. {». u. Wobbermin) Micht einxfln 

Klo8termann,E., D. (herlief. d..leremia-Homi1ien 
d.OrJKene^. Vl,iir.s. isH7. (NF. I, :0 M. H.5o 

— MkSi lüus' Schrift i'ri r:>"»' xo.nxuv oroiMärmi' 

t.i/i' r.' V',... iif'.' 2ss. it»n2. (s. 0. Harnack) 

Knopf, R., Dir «»st«- «'lemensbrief. LTntersncIit 
u.herJiusR. IV, lüiS. ihOI». (NF. V, i) M. 6 — 

Kraatz, W., Kopt.isehe Akten zum pphesiniscfafn 
Konzil i l.".l :. i'lM'rsetzunp: n I 'ntersuchunRen, 
VIlI, 2ii" >. I'.M 4 (NF. XI, 2) .M. 7 -- 

Leipoldt, J., Sil.iinst«- von Atrij»'' u. d. Knt- 
Hti-lnuji; d. national liuvpt. «Miristentums. 
X. 211 >. i:«n:;. NF. X, ij M. 7 — 

— SuVd. AK'iZiiKf aus di-m s. Buche d. apnst. 
Kuu.stitiit. II, 1,2 S. I!»(i4. (NF.Xl,lb) M. 2 — 

Furts-izunrr »uf der dritt'^n ITnischlagseite. 



V0r02 22THPIA2 



IIPOS TUN UAPWENON 



(DE VIRGINITATE) 



EINE ECHTE SCHRIFT DES ATHANASIUS 



VON 



LlC. EDUARD FREIHERRN VON BEB GOLTZ 

l'RIVATDOCENT AN PER UNIVERSITÄT BERLIN 




LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'BCHE BUCHHANDLUNG 

1905 



TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION 
DKR KGL. PREÜSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN ÜNTERNOMMBKfi 
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 

OSCAR V. QEBHAROT UND ADOLF HARMACK 

NEUE FOLGE. XIV. BAND, HEFT Sa 



Druck von August Pries in Leipsig. 



Vorwort. 

Die YorliegeDde AbbandluDg bat, wie aucb die gleicbzeitig 
in gesondertem Heft (N. F. XIV, 2 b) erscbeinende über «Tiscbge- 
bete und Abendmablsgebete in der altchristlichen und griechischen 
Kirche», ihren Ausgangspunkt in der Beschäftigung mit den be- 
kannten Tischgebeten, die sich in der athanasianischen Schrift 
jtsQl jtagd'Bvlag finden. Die Abhandlung bietet auf Grund umfang- 
reichen neuen handschriftlichen Materials einen gesicherten Text 
dieses Xoyog ömxriQlaq Jtgog rfjp xaQd'ivov^ wie der ursprüngliche 
Titel lautete, den Nachweis der Echtheit und eine Würdigung des 
Traktats für die Geschichte der Askese sowohl wie für die Ge- 
schichte des christlichen Lebens in homiletischer, katechetischer 
und liturgischer Beziehung. Die andere Arbeit beschäftigt sich 
mit der Geschichte der Tischgebete und Abendmahlsgebete in 
der griechischen Christenheit, von den Anfangen jüdischer und 
christlicher Haussitte bis zu den heutigen Klosterliturgien. 

Meinen aufrichtigsten Dank möchte ich aber den Herren 
aussprechen, deren aufopfernder Freundschaft ich allein die Be- 
schaffung des handschriftlichen Materials verdanke, nämlich 
Herrn D. D. Bartlet- Oxford, Herrn F. C. Burkitt- Cambridge, 
Herrn Pastor Lic. K. Geishorn-Venedig, Herrn cand. min. 
G. Loeschke-Bonn, Herrn Diakon Polykarpos Thomas 
(Athen) jetzt in Berlin, Herrn Diakon Kosmas Wlachos-Hag. 
Paula (Athos), Herrn Bibliothekar Theophilos Georgusutkis- 
Patmos, Herrn Bibliothekar Chrysostomos-Lawra (Athos). 
Herrn Klostervorsteher Anthimos-Watopedi (Athos). Auch 
möchte ich nicht unerwähnt lassen, wie viel Hilfe ich für die 
Kenntnis der Äthan asiushandschriften in den Aufsätzen des Bi- 
schofs von Wellington, Frederic Wallis im Journal of Theo- 
logical studies gefunden habe. 

Endlich sei auch Herrn cand. theol. Merkel -München für 
die Herstellung des Stellenregisters bester Dank gesagt. 
Berlin, im Oktober 1005. 

Der Verfasser. 



Inhalt 

Seite 

Einleitung 1 

I. Die Herstellung des Textes 3 

1. Übersicht über die handschriftliche Oberlieferung .... 3 

2. Gruppierung und Charakteristik der Handschriften nach 

äußeren Merkmalen 7 

3. Gruppierung und Charakteristik der Textzeugen auf Grund 

der Textvergleichung 25 

4. Der Text 35 

II. Ursprung und Charakter des Aöyoq ao)xriQlaq ngbq x^v 

na(t9^ivov rK) 

1. Inhalt und Charakter der Schrift im Allgemeinen .... (iO 

2. Die geistige Verwandtschaft mit der Ideenwelt der ägypti- 

schen Asketen t>5 

3. Die vorausgesetzten Lebensverhältnisse 75 

4. Die literarischen Beziehungen 85 

5. Die Frage nach dem Verfasser 114 

III. Die Bedeutung des Traktats für unsere Kenntnis der 

Geschichte des christlichen Lebens 123 

Register. 

1. Alttestamentliche Citate 14(f 

2. Neutedtamentliche Citate 140 

3. Patristische Citate 141 

4. Handschriften 143 



\ 



Einleitnng. 

Unter den asketisch-moralischen Schriften, die uns unter dem 
Namen des Athanasius von Alexandrien überliefert sind, verdient 
der Traktat jcbqI jraQO-svlag rjToi aöxfjOBODq besondere Beachtung 
— nicht nur um des großen Bischofs willen, dem er zugeschrieben 
wird, sondern vor allem wegen seiner bedeutsamen Beziehungen 
zur älteren christlichen Literatur. Unter der Form einer Ermah- 
nungsschrift an eine gottgeweihte Jungfrau enthält er eine Reihe 
asketischer und sittlicher Lebensvorschriften^ die in ihrer schlich- 
ten Einfachheit an die Bergpredigt und die Didache erinnern. 
Ein kurzes Glaubensbekenntnis ist an die Spitze gestellt und 
dann wechseln asketische Ermahnungen an die Jungfrauen mit 
einfachen allgemein- christlichen Lebensregeln apostolischer Art. 
Das Fasten, das Beten und die Übung christlicher Liebe und 
Barmherzigkeit werden besprochen und unter das Vorbild des 
Herrn selbst gestellt. Beim Fasten ist es die Demut, die Echt- 
heit der innern Gesinnung und die Warnung vor aller Prahlerei, 
die in den Vordergrund gestellt werden. Für das Gebetsleben 
werden die Stunden des Tages zum Leben und Sterben des Herrn 
in Beziehung gesetzt und einige uralte Tischgebete dargeboten, 
von denen wir eins aus der Didache, eins aus den apostolischen 
Constitutionen kennen. Die Ermahnungen zur Liebe werden 
an das Doppelgebot der Liebe angeknüpft Der Weg des Le- 
bens imd Todes wird mit Ernst vor Augen geführt. Alles 
Legendarische und Wundersüchtige fehlt. Nur biblische 
Schriften, insbesondere Herrnworte, Psalmen und Propheten und 
Weisheitssprüche werden herangezogen. Die Citate der Herren- 
worte zeigen eine große Freiheit der Wiedergabe. Häufig sind 
Anklänge in Gedanken und Form an die Didache und andere 
Schriften des zweiten Jahrhunderts. Aus einer unbekannten Er- 
zählung vom descensus ad inferos ist eine Rede des Hades an 

Texte a. Untersachangen etc. NF XIV, 2 1 



2 Ed. Y. d. Goltz, AihanasiuB' ASyoq ZoyvtjQlag, 

Christus citiert. Aus späterer Zeit finden sich starke literarische 
Berührungen mit den Canones Hippoljti und mit dem vom Bi- 
schof Rahmani neuerdings herausgegebenen Testamentum D.N« 
J. Christi — wahrlich Anlaß genug, diesem kleinen Traktat 
größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. 

Es hat auch nicht ganz an gelegentlichen Erörterungen über 
die Schrift gefehlt. Erasmus, der sie zuerst in einer lateinischen 
Übersetzung bekannt machte^, und Hieronymus Commelinus, 
der den griechischen Text 1601 mit textkritischen Beigaben Felk- 
manns herausgab, sowie Montfaucon^ und Migne^, welche 
den Commelinschen Text wiedergeben, haben ihren Zweifel 
an der Echtheit des Traktats ausgesprochen; in erster Linie 
wegen dem für Athanasius nicht passenden einfachen Stil, dann 
wegen der vorkommenden liturgischen Formeln; auch sei die 
Schrift in den alten Athanasiushandschriften nicht aufgenommen. 
Dagegen hat Alb. Eichhorn in seiner Dissertation «Athanasii de 
vita ascetica testimonia collecta» (Halle 1886 p. 28 ff.) die Echt- 
heit in Schutz genommen, nicht nur weil Hieronymus das Vor- 
handensein einer solchen Schrift des Athanasius bezeuge^, son- 
dern vor allem, weil die in unserm Traktat vorausgesetzte Lebens- 
weise der gottgeweihten Jungfrauen gerade dem Zeitalter des 
Athanasius, aber nicht einer späteren Zeit entspreche. Ad. Har- 
nack bezeichnete in der Theol. Lit.-Ztg. XI (1886) p. 391 und 
XU (1887) p. 33 diese Gründe als der Beachtung wert. Gegen 
Eichhorn und ihn wandte sich wiederum P. Batiffol in einem 
Aufsatz der Römischen Quartalschrift (1893, p. 275 ff.), in welchem 
er das vorangestellte Glaubensbekenntnis als nachathanasianisch 
und die im Traktat vorausgesetzte Ethik als verwandt mit der 
einer eustathianischen Sekte, die im Konzil von Gangres (ca. 370) 
verurteilt wurde, nachzuweisen versucht. 

Alle diese Erörterungen schweben so lange in der Luft, als 
der Text des Traktats nicht sichergestellt ist. Das ist aber 
durchaus nicht der Fall. Man hat sich mit dem bei Migne nach- 

1) 1527, gedruckt in Lugdunum 1532, vgl. die Praefatio zur ed. Bene- 
dictina 1608 bei Migne P. gr. 25, prolegomena p. XVI ff, wo auch die 
übrigen älteren Übersetzungen angegeben sind. 

2) Ed. Benedictina von 1698. 

3) Migne, Patrologia Graeca Band 28 col. 251—281. 

4) Hieronymus, de viris illustribus c. 87. 



I. Die Herstelloiig des Textes. 3 

gedrackteii Text begnügt, der nicht nur von Druckfehlem wim- 
melt, sondern auch seine Grundlage, eine alte Baseler Handschrift, 
ungenau wiedergibt Die Verschiedenheiten aber, die dem auf- 
merksamen Leser nicht entgehen können, zwischen höchst alter- 
tümlichen und offenbar späteren Partieen des Traktats haben 
noch viel weniger eine Erklärung gefunden. 

So stellt sich der vorliegenden Untersuchung die Aufgabe: 
I. Die Herstellung des Textes; 
IL Die Untersuchung über Ursprung und Charakter des 

Traktats; 
UL Die Charakteristik der Bedeutung des Traktats für 
unsere Kenntnis der Geschichte des christlichen Lebens. 

L Die Herstellung des Textes. 

1. Übersicht über die handschriftliche Überlieferung. 

Die erste griechische Druckausgabe, die editio Commeliniana 
von 1601, gibt unsem Traktat im corpus der Athanasianischen 
Schriften im ersten Teil p. 822 — 835 wieder. Sie benutzt in 
erster Linie einen Baseler Codex (jetzt Basel, Universitätsbiblio- 
thek A in 4) aus dem saec. XIV (= B), daneben eine Genfer Hand- 
schrift (jetzt Geneve, bibliotheque nationale mg 29) aus dem 
saec. XVI (=G) und einen jetzt in Cambridge, Trinity College 
(B 9. 7) befindlichen Codex ebenfalls saec. XVI (= A, von mir C 
bezeichnet). Eine nähere Prüfung ergibt, daß der Druck nach 
G gesetzt ist, in welcher handschriftlich alle dem Verfasser auf- 
gefallenen Varianten von B am Rande eingetragen sind. Die 
Herausgeber, Judas und Nicolaus Bonutius, die literarischen 
Erben des Nachlasses des Hieronymus Commelinus, der die Hand- 
schriften gesammelt und die Ausgabe vorbereitet hatte, bevor- 
zugten den Text B, ließen aber, da sie B wohl nicht in die 
Druckerei geben konnten, nach dem durch B verbesserten G 
drucken.^ Die Folge ist, daß so ein Mischtext entstand, der 

1) Davon habe ich mich durch eigene Prüfung von G Überzeugt. Die 
Seitenzahlen und Druckbogenzeichen der Druckausgabe finden sich am 
Rande der Handschrift und andere handschriftliche Eintragungen lassen 
diesen Umstand deutlich erkennen (z. B. p. (33: «das ist schon alles ge- 
druckt*). Das Gebet c. 13 ist in G durchstrichen. Unten am Rande steht 
das Gebet aus B von der Hand der Herausgeber, welche es in den Text 
auftiehmen ließen. Ebenso ist sonst der Text an einzelnen Stellen durch 

1* 



\ 



4 Ed. V, d. Groltz, Athanasius^ Adyog Hioxriglaq, 

zwar iu der Hauptsache B repräsentiert, aber in nicht seltenen 
Fällen den sehr viel späteren und schlechteren Text von 6 stehen 
gelassen hat.^ Die Kollation des englischen Codex (Anglicanus 
= C) war nur gelegentlich benutzt, wo wesentliche Abweichungen 
zu notieren waren. Andere Zeugen kennen für unsern Traktat 
auch die Benediktiner nicht, da die sonst von ihnen bevorzugten 
Codices, Paris 474 (früher Reg. 2284) = R und Coisl. 45 (früher 133) 
= S unsern Traktat nicht enthalten. 

P. Batiffol notierte in seinem genannten Aufsatz in der 
Anmerkung noch eine Wiener (Gr. 57 = V) und eine Turiner 
(B III 11 =Taur.) Handschrifb, ohne sie näher zu charakterisieren. 

So war denn nichts über weitere Zeugen zu erfahren, bis 
der Bischof von Wellington, Frederic Wallis, im Journal of 
Theological Studies, Vol. III 1901—02 p. 97— 109 und p. 245— 255 
eine sehr instruktive Übersicht über die ihm bekannten Athana- 
siushandschriften herausgab, aus der wir für unsern Traktat in 
L, 0, M und T außer den schon genannten B, C und V neue 
Zeugen kennen lernen. Jedoch gibt Wallis nur eine allgemeine 
Charakteristik, die ich, soweit es unsere Zwecke fordern, unter 
Beibehaltung der Sigla von Wallis unten wiedergeben werde. 
Die wichtige Londoner Handschrift L verglich gütigst Mr. F. C. 
Burkitt für mich; ebenso kollationierte er Stichproben aus den 
Cambridger Handschriften C und T. Die Oxforder Handschrift 
hat Mr. Vernon Bartlet in Oxford für mich verglichen. Keine 
dieser Handschriften ist älter als saec. XHI. So fehlte es denn 
bisher für unsern Text sowie für die in der Überlieferung von 
B und L damit verbundenen Traktate an einem älteren Zeugen, 
der etwa der Pariser Handschrift (R) ebenbürtig wäre. Einen 

Streichung B gleich gemacht. Meist ist genau nach den Eintragungen 
der Herausgeber, die sich noch in der Handschrift finden, der Text von B 
in eckige Klammern gesetzt. Schwer zu lesende Worte sind verdeutlicht, 
Interpunktion und Wortabteilung für den Druck zurechtgemacht. 

1) Dieser Übelstand ist in der Benediktinerausgabe dadurch vermehrt, 
daß die eckigen Klammem der editio princeps, welche wenigstens die 
Auslassungen von B andeuteten, fortgefallen sind. Auch haben die Bene- 
diktiner noch einige Abweichungen von der editio Commeliana. Diese be- 
zeichne ich im Apparat mit editio, während ich jene wenigen Abweichungen 
der Benediktiner von den Codd. und der editio mit «Migne» bemerklich 
gemacht habe. Das Genfer Exemplar läßt in interessanter Weise noch 
die ganze Arbeit der ersten Herausgeber erkennen. 



I.'Die HersteUang des Textes. 5 

solchen habe ich mit Hilfe des Katalogs yon Sakkelion in einem 
Codex der Bibliothek des Johannesklosters auf Patmos gefunden, 
doch leider nicht selbst an Ort und Stelle einsehen können. Durch 
gütige Vermittlung meines Freundes, des Diakon Polykarpus 
Thomas, der jetzt in Deutschland studiert und früher Leiter der 
theologischen Schule auf Patmos war, besorgte der dortige Biblio- 
thekar Herr Theophilus tieorgusaki mir eine vollständige Ab- 
schrift Yon JtsQl jtaQd-Bvlaq aus dem Patmos-Codex F' und sandte 
mir auch die Photographie einer Seite. Zweifelhafte Stellen wurden 
später noch einmal in Patmos nachgeprüft. Damit ist ein neuer, 
wie die textkritische Prüfung ergab, der Baseler Handschrift 
überlegener Zeuge (von mir mit P bezeichnet) gewonnen, und 
zwar der älteste, denn die Handschrift stammt aus saecX oder XI. 
Endlich hat mich Herr Gerh. Loeschke noch auf die zwei 
Athanasiushandschriften in der Bibl. Marciana zu Venedig (D 
und E) aufmerksam gemacht, aus denen mir Herr Pastor Lic. 
Karl Gelshorn gütigst eine CoUation unseres Traktates besorgte. 
Desgleichen verdanke ich Herrn Loeschke einen Hinweis auf die 
Codd. Rom Pii P. P. II No. 2 saec. XV chart., Ottob. 223 chart 
saec. XVI, Ottob. 403 chart. saec, XV — XVI, Cod. Borbonicus 
(Neapel) XVII (II A 17) chart. saec. XV, deren nähere Kenntnis- 
nahme mir aber nicht möglich war, sich aber nach Benutzung 
des älteren Materials als überflüssig erwies. 

Der Vollständigkeit wegen sei es mir gestattet, hier in aller Kürze 
aach die Athanasiushandschriften aufzuzählen, die den Traktat tcbqI 
nag^evlaq nicht enthalten, da eine solche Liste zumal denen will- 
kommen sein wird, denen das Journal of theological studies mit den Auf- 
sätzen von Bischof Wallis nicht zugänglich ist Wallis führt an: 

1. R: Paris, bibl. nationale, graec. 474 (früher 2284) m den als 
Ausgaben als Cod. Regius bezeichnet membr. foU. 458; II3/4X8V4 
inches (ca. 30x22 cm); 31 11. auf der Seite, saec. XI, beginnt mit der Or. III 
c. Arianos und schließt mit In Passionem et crucem Domini. Der erste 
Traktat ist nicht numeriert, der zweite mit xß\ Es sind also am Anfang 
wenigstens 20 Traktate verloren. Der letzte Traktat trägt die Nummer 82. 

2. S: Paris, bibl. nationale, Coisl. 45 (früher 133) in den Ausgaben 
Seguerianus bezeichnet, membr. foll. 435; 12V2X8V2 inches (ca. 32x21 cm); 
30 U. auf einer Seite, saec. XII, beginnt mit der Oratio c. gentes und 
schließt mit Tr. 29 Ep. IV ad Serapionem. Die ersten 20 Traktate sind 
dieselben, die wir am Anfang von R voraussetzen müssen. S. 21—20 decken 
rieh mit den ersten 9 Traktaten, die jetzt in R am Anfang enthalten sind, 
haben dieselben Randnoten; S ist also wahrscheinlich eine Abschrift von 



6 Ed. y. d. Goltz, Athanasius* Adyoq JkoxriQlaq, 

Ri, die fortgeführt wurde bis zu der uns in B erhaltenen Marginalnote 
am Schlaß der £p. IV ad Serapionem: x^oq xov xatä cLQBuxvihv xal 
nvevfjiaxofiaxitfv xov äyiov ^A&avaalov. Wie wir später sehen werden, hat 
wahrscheinlich bei R 22 die Marginalnote ßißklov öbvxbqov gestanden, so- 
daß die ersten 20 oder 21 Traktate das erste Buch bildeten. 

Als abhängig von S notiert Bischof Wallis folgende Handschriften: 

3. Cod. Goblerianus, London, Brii Museum Harl. 5579 chart. foll. 198 
93/4 X 6^/4 inches (ca. 24x16 cm); c. 36 IL auf der Seite. Geschrieben anno 
1320/21 (subscr. x^^^ ^(ofiavib hovQ gtoxO"'); im Gatal. Hai'L bezeichnet: 
über chartarcus ex Covellianis numb. XIX cumnotnlis; John Govel war 
Kaplan an der britischen Gesandtschaft in Eonstantinopel c. 1664, wo er die 
Handschrift kaufte und später nach England brachte. Auf einer Seite steht 
ein Fragment des bei Euseb citierten Briefs des Polycrates von Ephesus. 

4. Cod. Felckmann I anonymus, g^hOrt zu dem weiter unten zu er- 
wähnenden Fascikel von Athanasius' Handschriften in Genf (vgl. G), eine 
schlechte Abschrift des Cod. Goblerianus von einem des Griechischen fast 
unkundigen Schreiber. 

5. Paris, bibl. nationale, graec. 475 chart foll. 467, eine wenig sorg- 
fältige Abschrift von S. 

6. Cod. Ottobonianus 456 in Rom, Vatikan, chart. 40,6 x 28,5 cm, 732 
Seiten, wahrscheinlich Abschrift der Baseler Handschrift (vgl. unten bei B). 

7. 8. Gerhard Loeschke führt weiter in einem Aufsatz Über das 
Synodikon des Athanasius (Rhein. Museum für Philologie, Neue Folge 
LIX. 1904 p. 455) zwei spanische Handschriften an: 1. Scurial. Si, HI 15 
saec. XII und 2. Scurial. Xu, 11. saec. XIY. — Sie enthalten eine um- 
fangreiche Sammlung von Briefen und Aktenstücken betr. die arianischen 
Streitigkeiten, darunter viele Athanasiana, deren Auswahl und Reihenfolge 
den Pariser Handschriften R und S am nächsten zu kommen scheint Ein 
corpus athanasianum im eigentlichen Sinn wollen sie garnicht darstellen. 

9. Der Katalog der Bibliothek des Johannesklosters auf Patmos 
enthält außer der für uns wichtigen, weiter unten ausführlich beschriebenen 
Handschrift P, unter Sxoixeiov Ay xioS, A. noch das Fragment eines 
zweiten Athanasiuscodex in 4^ foll. 167, saec. XI, enthaltend die sechs 
ersten Traktate der Sammlung von 21 Traktaten, die wir in B und L 
kennen lernen werden; von dem ersten {xatä '^EV.i^vwv) fehlen am An- 
fang ca. 2U Blätter. Über zerstreut erhaltene einzelne Traktate oder £z- 
cerpte, deren die Bibliotkek noch viele enthält, ist der Katalog von Sak* 
kelion selbst einzusehen. 

10. In der Bibliothek des Klosters Lawra auf demAthos be- 
finden sich, wie mir der dortige Bibliothekar Chrysostomus brieflich 
mitteilt, folgende Fragmente von Athanasiushandschriften : 

a) ^EniaxoX^ xO) ayanrjxoj xal no&SLVordxcp vlio Ma^ifzq) <piXoa6ifHO 
^Ad^avdoioq iv xvqIo) ;|ra/()e/v ine. *Evxi^x^^ '^^^^ ^^ yQatpBiai, nagd aov 
oxpl. /jivijfjiovevovxeg xfjq evlaßelag aov, saec. X— XI. 

b) Ilgdg xovg dnora^a/jiivovg xip xöcfio) ine. döeXtpi fiov el dnexaSo^ 
z(b xöafjLcp expl. iv vnofiovy xal aw^a^ saec. X — XI. 



I. Die Herstellong des Textes. 7 

c) k&yoQ 6ia xegjaXalmv nQÖg tag ivrokäg xov deov näoi rotq ino- 
xa^afAhoiq xal d-iXavai ao^&fjvai saec. XVIII— XIX. 

d) koQtainucfi inuno^ AS (fiiQoq) saec XVI— XVH. 

e) ^Ematok^ nQÖq ^Afifioifv saec. XV — XVI. 

f) ^niatoX^ TCQÖq ^Pov<piav6v saec. XV — XVI. 

g) xavä '.EUjJraw saec. X — XL 

h) n€Ql Tf^q ivav9'Qü)7n^O€ü)q xov Xdyov xal xijq öia aüfiaxoq nQÖg 
^fiäq inupavelaq avioü saec. X — XL 

i) dtalBxzoq iv xy xaxä Nlxaiav awööm TCQÖq ^Aqeiov saec. X — XL 
k) elg x^v &noyQa<p^ xT^q 9-eox6xov xal elq xbv YuxtjJ^) saec. X — XI, 

xv-xvi, xvn— XVIII. 

l) ßloq ^Avxiovlov xov MeyaXov saec X — ^XI. 

saec XI— XII. 
m) elq x^v Meydkijv naQaaxevi^. 

n) ngdq 'Avxloxov saec XIV. XV— XVI. XVII. 

o) elq xö Syiov ndaxa saec. XVIII. 

p) negl MeXxLakdex xal ^Aßguäfi saec. XV— XVII. 

q) elq x^v xaivijv xvqiclxi^v saec. XVIII. 

r) elq xffv ävdXrjipiv. 

s) kgfzijvela elq xovq y)aXfiovq saec. XIV (1305). 

t) negl fivazriQleDV saec. XVII (1694). 

u) negl xCbv 6vo <pvae<ov xov ^eoü Xdyov {xcfidxi'a fjtixQo) ix xov 
negl xgidSoq xal oaQxtaoeofq — negl xfjq äylaq elxövoq xov xvqIov vßlav 
xal ayia 6idg>0Qa fiixQä xeiuiaxta saec XIV. XV — XVII. 

Genaaere Mitteilungen über diese Fragmente konnte ich nicht er- 
halten, a) b) g) h) i) k) 1) dürften wohl zusammengehören, ebenso einige 
der andern Stücke, b) kann ich nicht identifizieren, g) h) i) sind die 
ersten der 21 Traktate. 

Über zwei andere Athanasiuscodices anf dem Berge Athos, die schon 
Prof. Lake dort gesehen, berichte ich auf Grund brieflicher Mitteilungen 
weiter unten im Anschluß an die Notizen über die B-Codices. 

2. Gruppierung und Charakteristik der Handschriften 

nach äußeren Merkmalen. 

Die Handschriften, welche uns die Werke des Athanasius 
überliefert haben, unterscheiden sich auf den ersten Blick durch 
die Auswahl und die Reihenfolge der gegebenen Traktate. Die 
YoUständigste Sammlung ist in der Baseler Handschrift B ent- 
halten. Da sie aber erst aus dem vierzehnten Jahrhundert 
stammt, kann sie nicht die Quelle für die übrigen sein; vielmehr 
ist sie, wie wir sehen werden, selbst nur eine Zusammenstellung 
aus älteren Sammlungen. Die beiden Pariser Handschriften R 
and S sind ebenfalls nur Fragmente älterer Sammlungen. Sie 



g Ed. y. d. Goltz, Athanasius' Adyoq Swzijgla^, 

eDthalten unsem Traktat nicht und die Aufklärung ihrer Über- 
lieferungsgeschichte bildet ein besonderes Problem f&r sich. Wir 
können unsere Untersuchung auf die Codices beschränken, welche 
den Traktat jisqI xaQ&evlag enthalten und werden die an- 
dern nur, wo es Not tut, zum Vergleich heranziehen. Kann auf 
diese Weise das schwierige Problem der tJ herlief erungsgeschichte 
des Athanasiustextes auch nicht vollständig gelöst werden, so 
wird doch ein wichtiger Beitrag dazu geleistet und für den 
Text unsres Traktats eine ausreichende Grundlage gegeben. Nach 
der Auswahl und Reihenfolge der Traktate unterscheiden wir 
vier Gruppen: 

Die erste Gruppe: (B, V, und E). 

Voran stellen wir die Handschrift, welche die Grundlage 
für die ältesten Druckausgaben und Übersetzungen unseres Trak- 
tats gebildet hat: 

B: Basel, Universitätsbibliothek A III 4 (gr. 32) bom- 
byc. saec. XIV vi — 587 foll. (auf fol. 169 folgt versehentlich 
190 und der Fehler ist fortgesetzt^ die letzte Seite trägt die Zahl 
607). 34x25,2 cm. Auf dem ersten Blatt: Ex libris biblio- 
thecae Academiae Basileensis. Hie thesaurus incomparabilis beati 
Athanasii est fratrum praedicatorum domus Basileensis, tandem 
redditus a Eapnione an. MDXXII. Omont (catalogue des manu- 
scripts grecs des bibliotheques de Suisse, Leipzig 1886) bemerkt, 
daß der größere Teil der Baseler Handschrifben aus der Samm- 
lung des Kardinals Johannes von Bagusa (f 1443) stammte, 
welcher sie den Baseler Dominikanern vermachte. Wenigstens 
zwei Schreiber sind zu unterscheiden. Unser Traktat rührt von 
der Hand des zweiten her und findet sich folio 230 r bis 235 v 
unter der Überschrift 

Tov avTov ;7re()l jtagd-eviag tjtoc jisq! aöxtiöewq. 

Am Bande steht als Nummer des Traktats K (rot). An den 
Hauptabschnitten befinden sich kurze Inhaltsangaben am seit- 
lichen Rande wie evxi} rfjc; TQajceC,7]g, jtSQl vrjöTelag, :^Q00evxi]g 
xai iXsTjfioovpfjg, Jtegl tov jccog öel io&lsip, Jtagl äaxQvcov, 
jr£()l ^coTJg xal d'avaxoVj jibqI xojtov ötxalmv xai a^aQxmXAv, 
jtBQl TOV jtoTB dveöTTj 6 x'<; Ix vexQcoPy jtBQl äyajtrjg, jisgl 
kyxQaTslag xal jtaQ&eplag» An einigen Stellen ist der Codex 
später korrigiert. Da die Oxforder Handschrift diese Eorrek- 



I. Die Herstellung des Textes. 9 

turen im Jahre 1410 berücksichtigt, so muß die Korrektur Ende 
des 14. Jahrhunderts oder Anfang des 15. Jahrhunderts statt- 
gefunden haben. Als der Schreiber von im Jahre 1410 diese 
Handschrift benutzte, befand sie sich noch im Orient, entweder 
in Konstantinopel oder in der Diöcese Ephesus. Vermutlich ist 
sie dann noch im 15. Jahrhundert nach Italien in die Sammlung 
des Erzbischofis von Ragusa gekommen. Der Text ist sorgföltig 
geschrieben und bildete, wie oben erwähnt, die Grundlage für 
die Übersetzungen des Erasmus, Reuchlin, Nannius und die 
griechische editio princeps Commeliana. Er wurde für diese Aus- 
gabe von Herrn G. Loeschke aufs Neue sorgfaltig coUationiert 
B enthält SS Traktate und geht^ wie Wallis a. a. 0. nach- 
gewiesen hat, auf verschiedene ältere Sammlungen von Atha- 
nasiushandschriften zurück, von denen nach Wallis B 45 — 86 
wahrscheinlich aus ß 27 — 81 (Pariser Cod.) stammt. Diese 
kommen für uns jedenfalls nicht in Betracht, da unser Traktat 
in allen Handschriften im ersten bis B 44 resp. B 21 reichen- 
den Teil des Corpus Athanasianum steht. Die erste Vorlage 
von B reicht nur von B 1 — 21, denn sie bricht im 21. Traktate 
mitten im Citat von 1 Thess. 5, 23 bei den Worten iv r^ Jta- 
Qovcla xov xvqIov ?)ficov ab; in ihr steht unser Traktat als 
zwanzigstes, also vorletztes Stück. Die Reihenfolge dieser 21 
ersten Traktate ist in B folgende: 

1. Oratio contra gentes. 

2. Oratio de incarnatione Verbi. 

3. Disputatio contra Arium. 

4. Epistula ad episcopos Aegjpti et Libyae. 

5. Oratio I c. Arianos. 

6. Oratio II c. Arianos. 

7. Oratio III c. Arianos. 

8. De incarnatione et c. Arianos. 

9. Epistula encyclica. 

10. Epistula I ad Serapionem. 

11. Epistula II ad Serapionem. 

12. Epistula catholica (Migne XXVIII. 81). 

13. Refutatio hypocrisis Meletii. 

14. Epistula ad Epictetum. 

15. Contra ApoUinarium liber IL 

16. Contra ApoUinarium liber I. 



j^Q Ed. y. d. Groliz, Athanasius^ Adyog Somjgla^, 

17. slg ro ^fjxov xov svayyeZlov' oq av elxjj Xoyov x. r. X. 
[Migne XXVI. 649]. 

18. De passione (Migne XXVIII 204—208 Fragment). 

19. Epistula ad Marcellinum. 

20. De yirginitate. 

21. De communi essen tia patris et filii et Spiritus sancti 
(testimonia) bis äfiifiJtrcog iv r^ jtagovola xov xvqIov rjficov. 

Aus einer andern Vorlage folgen dann folgende Traktate: 

22. De incamatione Dei verbi (Migne XXVUI. 89 (= jtsQl 
xfiq CaQxcicecog xov B^eov Xoyov). 

23. Liberii epistula. 

24. Athanasii rescriptum ad Liberium. 

25. Epistula ad Adelphium episcopum. 

26. In iUud «profecti in pagum». 

27. Sermo in annuntiationem Deiparae. 

28. De passione et cruce Domini. 

29. Adv. Arianos sermo breris. 

30. Epistula III ad Serapionem. 

31. Epistula IV ad Serapionem 

32. (ßißXlov dsvxsQOv). Oratio IV c. Arianos. 

33. In illud «omnia mihi tradita sunt> etc. 

34. De doctrina. 

35. De sabbatis et circumcisione. 

36. Marci Diadochi c. Arianos. 
— (Epistula ad Epictetum). 

37. Expositio fidei. 

38. Tomus ad Antiochenos. 

39. Contra Sabellianos. 

40. Quod unus sit Christus. 

41. Epistula ad Maximum philosophum. 

42. Refutatio hypocrisis Meletii. 

43. Epistula catholica. 

44. Sermo c. omnes haereses. 

Nun folgen historische Urkunden, Briefe etc. zu den ariani- 
schen Streitigkeiten, die sich mit denen der Pariser Handschrift 
decken. ^ 



1) Näheres über B 45—88 und die dem Codex angehängten Stücke 
bei Wallis a. a. 0. S. 247 f. 



I. Die Herstellung des Textes. \i 

Während nun die ersten 21 Traktate, wenn auch in ver- 
schiedener Reihenfolge, in allen andern Athanasiushandschriften 
wiederkehren und auch in dem verlorenen Teil der Pariser 
Handschrift (R) vorauszusetzen sind, beginnt mit Traktat 22 eine 
starke Variation der Zeugen nach Auswahl und Reihenfolge. 

Damach wäre also als Charakteristikum der von B repräsen- 
tierten Gruppen zu betrachten: die oben bezeichnete Reihenfolge 
der Traktate 1 — 21, die Lücke am Schluß des 21. Traktats, und 
die Benutzung einer zweiten großem Sammlung von Traktat 22 
an in der oben bezeichneten Reihenfolge. 

Hervorzuheben ist noch, daß beim Anfang von Traktat 32 
sich die vielleicht von erster Hand herrührende Marginalnote 
findet: ßißZlov devregov, bei 28 eine Rückverweisung auf 18, 
bei 44 die Bemerkung aq)sg fitj YQatp^g^ entsprechend einer 
interessanten Notiz in der jtlva§ von B zu 44 : ip rfj ßlßXcp 
rijg fiopfjg rov aylov a^avaolov^ kcxlv hüiLygatpri apod-sv rov 
jtaQOPTog koyov exovöa ovzcog' «o xaQmp Zoyog ovx iozi rov 
fieyaZov ad-apaolov, aXXa ^ipog xal ;|rvdaro$* ^fielg dh JtQoC' 
rayiia JtZfjQovPTBg /isreyQatpafiep xal rovTOP>. 

Die nach dieser Charakteristik zur Gruppe von B gehörigen 
Handschriften sind nun folgende: 

V: Wien Staatsbibliothek, Cod. Mss. Gr. Nr. II (Nessel), 
olim 57 (Lambeccii) chart. foU. 424: I6V2 xH V2 inches (ca. 
42x28 cm); geschrieben von 2 verschiedenen Händen (fol. 1 — 25 Ir, 
361 V bis 371 V von der einen, 251 v — 36 Ir, 372 r bis Ende von der 
zweiten) saec. XIV — XV. Der Codex wurde von Augerius de Bus- 
beck im 16. Jahrhundert in Konstantinopel angekauft und dem 
Kaiser Maximilian IL geschenkt. Er ist eine direkte Abschrift 
des Codex B, denn er hat alle Traktate und einige nicht athana- 
sianische Schriften in Auswahl und Reihenfolge wie B. Nur 
B 44 läßt er aus gemäß der Weisung am Rande von B: ag)sg 
fifj ygatpyg. Dadurch ändert sich von 44 an bei ihm die 
Zählung. Bei V 76 (= B 77) schreibt er dann mechanisch eine 
Bemerkung von B zu einem Brief Konstantins an die Laien der 
Kirche Alexandriens ab: kyQaq>ri ojtlao) slg ro ob Xoyop anagaX- 
XaxTcog, ohne zu bedenken, daß er nach der Auslassung von 
44 anders zählen, also nach seiner Zählung auf Traktat 74 (statt 
75 = B) hätte verweisen müssen. G. Loeschke, der die Codices 
B and V direkt verglichen hat, bestätigt es mir als unzweifel- 



haft, daß V gar keinen selbständigen Wert besitzt, sondern ein- 
fach eine Abschrift von B ist. 

Einen etwas selbständigeren Wert scheint eine englische 
Handschrift zu besitzen: 

0: Oxford, bibliotheca Bodleiana, Roe 29 chart. anno 
1410. folL 363 (das letzte Blatt ist als 362 gezählt, zwei Blätter 
haben die Zahl 192). Auf fol. 2 findet sich die Bemerkung; 
+ ßißZlov ifijt€Qiexop jtavxa öxböop xa xm nsyaXcp a&avaolc[> 
jtovrid^ivxa cvyyQafifiaxa, xvqIov peog)vxoVf xov x&v iq)£Ola}v 
üiQoiÖQOVj dq)i€Qa)d^ev vjt avxov kv xm xaxQiaQX^icp x^ oeßaCfiia 
fiov^ x^g jrafifiaxaQlaxov^ ^ fiTjvl lovvlm exovg ^yX^Jtd" (= 14S1 
p. Chr.). Damach ist auch dieser Codex aus dem byzantinischen 
Patriarchatsbezirk, denn das Kloster xfjg Jtafifiaxagloxov lag in 
Konstantinopel und wurde später der Zufluchtsort der griechischen 
Patriarchen. Eine zweite Eintragung bemerkt, daß der Ritter 
Thomas Roe die Handschrift aus der Türkei mitgebracht und 
der Oxforder Bibliothek im Jahre 1628 geschenkt habe. Damals 
war Cyrillus Lukaris Patriarch, der lebhaften Verkehr mit Eng- 
land unterhielt. Am Schluß des letzten Traktats steht die 
Unterschrift des Schreibers: kxeZsico&i] xaxä firjpa fiagx' xfjg 
xQlxrjg Ivöixxlovog xov f'X'ufj 'hovg (= 1410 p. Chr.). O 
enthält die Traktate B 1—31 und 34, also nicht nur B 1—21, 
sondern auch die folgenden Traktate bis zu der am Rande 
von B mit ßißXlov öbvxbqov bezeichneten Stelle. B 32 und 
33 sind dann ausgelassen, und nur B 34 hinten angefdgt. Mehr 
hat die Handschrift nicht enthalten. 21 bricht im Citat von 
1 Thess 5, 23 ab, gerade wie B: Iv xf] jtaQovola xov xvqIov 
fjficiv. Nur ^IrjOov Xgicxov ist noch hinzugefügt. Wenn 
Wallis bemerkt, daß die textkritische Vergleichung einerseits 
eine sehr nahe Verwandschaft mit B, andrerseits einige Selb- 
ständigkeit in der Wortstellung und Orthographie ergäbe, so 
wird sich das auch bei der textkritischen Prüfung unseres Trak- 
tats bestätigen. ist also wahrscheinlich aus B abgeschrieben; 
es hört da auf, wo der Abschreiber die Notiz ßcßX . öevxegop 
fand und fügte nur noch einen Traktat hinzu, um die tradi- 
tionelle Zahl von 32 Traktaten (vgl. E) zu erreichen. Die Her- 
kunft des Codex aus dem Bistum Ephesus legt es nahe, daß 
auch die Vorlage von B im byzantinischen Patriarchatsbezirk 
entstanden ist. 



I. Die Herstellung des Textes. 13 

Zu den Abschriften von B rechnet Wallis auch den Cam- 
bridger Codex B. 9. 7. (= C). Er gesteht freilich, selbst den Text 
nicht genau geprüft zu haben. In der Tat gehört C nicht hier- 
her, sondern findet im Patmos*Codex seinen älteren Verwandten. 
(Näheres s. unten.) 

Dagegen dürfte wohl der Text unsres Traktats der sich in 
dem Turiner Codex B IV 22 (früher Blll 11 Cat. Pasini No.CC) 
findet, hierher gehören. Es ist keine Athanasiushandschrift, 
sondern ein Sammelcodex von antihäretischen Schriften. Auf 
fol. 165 flF. findet sich unser Traktat: xov äylov ^AB-avadov Jtegl 
jtaQd-splag tJtoc äaxi^Oecog, Vorher geht po/iod^eala xov aylov 
rgrjyepTlov ix JtQOOcijtov rov evaeßovg ßactXsoDq ^Aßgafilov^ 
nachher folgt eine ijtiOTOjLf] evO^filov iiovaxov (t ' jtSQißXijtxovX 
Der Turiner Codex ist ein bombycinus, saec. XIV oder XV 
foll 383. Wie mir die Turiner Bibliotheksverwaltung mitteilt, 
hat der Codex bei dem letzten Brande stark durch Wasser- 
schaden gelitten. Die ersten Zeilen jeder Seite sind durch Rauch 
zerstört und der Codex war schon vor dem Brande in mäßigem 
Zustande. Unter diesen Umständen mußte ich auf eine nähere 
Kenntnisnahme verzichten. Es ist bemerkenswert, daß sich hier 
unser Traktat in einer Sammlung von antihäretischen Schriften 
findet. Die Vorlage des Turiner Codex scheinen die Codices 
CCCVl und CCCVII der Bibliotheca Vindobonensis (Nessel 
p. 413 ff.) zu sein. Diese alten von Busbeck in Konstantinopel 
zugleich mit der Athanasiushandschrift V erworbenen als Teil 
I und II zusammengehörigen Pergamenthandschriften enthalten 
aber, obwohl sich ihr Inhalt mit dem Turiner Codex fast 
deckt, unsern Traktat nicht. Er steht im Taurinensis grade 
hinter dem letzten Stück von Vindob. CCCVI und vor dem ersten 
von Vindob. CCCVII. Außer unserm Traktate fügt der Cod. 
Taurinensis fol. 70 bis 86 der Wiener Vorlage noch Excerpte 
gegen die Monophysiten, ein Excerpt aus dem Werke des Pres- 
byters Ammonius von Alexandrien gegen Eutyches und Dioscorus, 
eine a^todei^iq über den Unterschied von q)VCLQ, und jtQoOcojtov, 
einen Brief des Gregorius Thaumaturgos und äno(pd^iyfiaxa 
ogd-oöo^ov JtQog &eo6(6öiov ein. Im zweiten Teil enthalten der 
Cod. Taur. und Cod. Vindob. CCCVII noch folgende Schriften 
des Athanasius: Taur. No. 33 = Vindob. No. 3 disputatio cum 
Zachaeo. Taur. No. 34 = Vindob. No. 5 Disputatio ludaeorum 



14 Ed. V. d. Goltz, Athanasius^ Aöyoq SwrijQiag. 

cam Athanasio et Cyrillo de cruce atque imaginibas. Taur. No. 51 
= Vindob. No. 20 Disputatio Athanasii cum apollinarista. (Näheres 
vgl. die Kataloge von Pasini und Nessel) 

Von Gerhard Loeschke wird iu seinem Aufsatz über das 
Sjnodikon des Athanasius (Rhein. Museum für Philologie, Neue 
Folge LIX. 1904, p. 455) ein Codex Ottob. 456 saec. XV als 
Abschrift von B erwähnt. Nähere Mitteilungen über diese Hand- 
schriften finden sich, wie mir G. Loeschke freundlichst mit- 
teilte, bei E. Feron et F. Battaglini, Codices Manuscr. 6r. Otto- 
boniani bibl. Vaticanae, Rom 1897, p. 253 ff. Darnach ist es ein 
Cod. Chart, saec. XV, 40,6x28,5 cm, 732 Seiten. Die Inhalts- 
übersicht ergibt, daß der Codex mit B 29 xarä ^AQBtavAv Xoyoq 
%xxoq (nur in B) anfangt und dann, wenn auch mit erheblichen 
Lücken, denselben Inhalt wie die Baseler Handschrift aufweist. 
Auch der nur bei B erhaltene Traktat xov fiaxcQlov MaQxov 
xov diaöoxov steht an gleicher Stelle. Deshalb wird G. Loeschke 
— genauere Prüfung des Codex selbst vorbehalten — Recht 
haben, wenn er in ihm eine Abschrift von B vermutet 

Ein von Wallis a. a. 0. p. 254 genanntes, jetzt mit dem Cam- 
bridger Codex C zusammen eingebundenes Fragment einer Atha- 
nasiushandschrift enthält B 29, 30, 32, scheint also mit dem Ottob. 
456 zusammen zu gehören und dürfte far das ßtßXlov ÖBvreQov 
von B wichtig sein. Dieser Hinweis muß hier genügen, da diese 
Handschriften unsem Traktat nicht enthalten. 

Dagegen gehören, näherer Prüfung vorbehalten, zwei Hand- 
schriften des Athosklosters Watopedi hierher, über die mir 
der Bibliothekar des Klosters Herr Anthimos liebenswürdige 
nähere Mitteilungen machte. Die erste {dgi^* 7. Tofiog F.) perg. 
saec. XII (=W^) enthält zunächst 11 der späteren (meist unechten) 
Traktate, dann ein leeres Blatt, den Brief des Photius an seinen 
Bruder Tarasius (Migne P. g. XXV Prolegomena p. CCLXXVIU) und 
eine jtlva§ der 21 Traktate B 1 — 21 mit dem Text derselben « — xa, 
jtsgl jtaQd^evlag an dem gewöhnlichen Platz d^' K. unter dem Titel: 
xov avTov jtSQl jtagO'eplag fjxoc Jtegl döxi^öecog. Ich vermute, daß die 
11 ersten Traktate ursprünglich zu einem andern Codex gehörten. 

Die andere Handschrift (W^) ist jetzt in zwei Teile ge- 
teilt dgcd^n! 5. xofiog Ä und dgid^fi. 6. xofiog B. Nach dem 
alten Katalog der Klosterbibliothek gehören diese beiden Teile 
zusammen, schließen sich auch in der Zählung der Traktate an* 



I. Die Hentellang des Textes. 15 

einander an. Die Handschrift stammt aus dem saec. XIV^ ist 
auf Pergament geschrieben, die Nummern der Traktate stehen 
mit Gold am Rande. Es sind 81 Traktate, entsprechend B 1 — 21, 
B 23. 24. 25. 40. 38. 3. 37. 39. 32. 33. 26. 34. 30. 31. 28. 45. 46. 
47. 48. 50. 51. 52. 53. 54. 55. 48. R 38—53. R 73. 70. 71. 74. 
R 75—81, B 87. B 88, endlich eine kncoroXri jcgooifilov (an 
Eustathius, OZ), zwei dcaXi^eig iiera MaxBÖoviaPov rjyovp 
jtvevfiarofiaxov {OH und Oö), AiaXe^iq xara ^Avofiolov (17) 
und die Yita Antonii (JOIA), Im wesentlichen deckt sich der 
Inhalt mit der Sammlung des Codex B, aber die Reihenfolge ist 
anders; far uns kommt nur in Betracht, daß jtEQl jtaQ&svlag in 
der Sammlung von 21 Traktaten an der gewöhnlichen Stelle 
steht. Herr Authimos schickte mir auch eine Abschrift von 
c. Xn — XIV des Traktats JtsQi Jtagd^evlag, Darnach ist der 
Text, abgesehen von einer bemerkenswerten Auslassung in W^ 
(läßt das Schlußdankgebet c. XIV fort), derselbe wie in P. In 
den Apparat habe ich für Cap. XII — XIV die Varianten aufge- 
nommen. Die Liste der Titel mit den loitien ist in meinem Be- 
sitz, würde aber hier zu viel Raum einnehmen, ich stelle sie gern 
jedem Interessenten zur Verfügung. 

Eine Sonderstellung nimmt eine venetianische Handschrift 
ein, schließt sich aber an B insofern an, als sie die Traktate 
B 1 — 21 in derselben Reihenfolge enthält und dann eine Reihe 
Yon anderen Traktaten folgen läßt, gerade wie an Zahl 32, 
aber in anderer Auswahl. Es ist dies: 

E: Venedig, bibliothecaMarciana cod. XL IX (jetzt 351) 
chart. saec. XII (??) foll. 351. 27 — 28 Zeilen auf einer Seite, sehr 
sorgfaltig geschrieben, sehr wenige Korrekturen. Unser Traktat 
steht an 20. Stelle (wie in B) fol. 255 r. Z. 4— fol. 264 v. Z. 18. 

Der Codex enthält die Traktate B 1—21, dann B 22. 44. 
37. 23. 24. 38. 39. 40. 25. 41. 26, also wenn wir von der verän- 
derlen Reihenfolge absehen, B 1—21. 22—26. 37—40. 44. Die 
Vergleichung mit der Pariser Handschrift S [Paris, bibl. nationale 
Coial. 45 (früher 133)] ergibt das beachtenswerte Resultat, daß 
£, nachdem es zunächst für die Traktate B 1 — 21 eine besondere 
Vorlage benutzt, nun aus S alle Traktate enthält, die in den 
ersten Teil noch nicht aufgenommen waren. S. 1. 2 = B 1. 2, 
S 4 = B 8. S 5. 6 = B. 15. 16, S 8 = B 14, S. 18.19.20.21 = 
B 4. 5. 6. 7 fielen darnach fort; sonst wurde die Reihen- 



\ß Ed. y. d. Goltz, Athanasios' Adyog ZwtTjgiaq. 

folge von S genau eingehalten und es folgt daher in E 
auf B 21 : 

E 22 = S 3 = B 22 de incarnatione verbi et Dei 

E 23 = S 7 = B 44 Contra omnes haereses 

E 24 = S 9 = B 37 Expositio fidei 

E 25 = S 10 = B 23 Epistula Liberii 

E 26 = S 1 1 = B 24 Ep. ad Liberium papam 

E 27 = S 12 = B 38 Tomus ad Antiochenos 

E 28 = S 13 = B 39 Contra Sabellianos 

E 29 = S 14 = B 40 Quod unus sit Christus 

E 30 = S 15 = B 25 Epistula ad Adelphium 

E 31=S 16 = B 41 Epistula ad Maximum philosophum 

E 32 = S 17 = B 26 Inilludevangeliifiteincastellum». 

Da S 18— 21 = B 4—7 far E wieder fortfallen, so blieben 
von S als in E nicht berücksichtigt nur noch übrig S 22 «= B 32 
und S 23 = B 33. Das sind aber die beiden ersten Nummern 
der Pariser Handschrift R. 

Wir nehmen daher an, daß E 22 — 32 nicht direkt aus S, 
sondern vielmehr aus dem verlorenen Teil von R (=B0 ent- 
nommen sind, welcher 20 Traktate S 1 — 20 enthielt und dessen 
12. Traktat gerade wie in E, nach einer Bandbemerkung in R^ 
der Tomus ad Antiochenos war. E hat also in seinem ersten 
Teil einen Codex der alten Sanmilung B 1 — 21, in seinem zweiten 
eine andere Sammlung benutzt, deren zweite Hälfte uns in dem 
alten Pariser Codex Regius (Gr. 474) R (saec. XI) erhalten ist. 
E hat darnach ein ähnliches Verfahren wie B eingeschlagen, in- 
dem es die Sammlung 1 — 21 mit einer anderen R^ kombinierte. 
Während B aber viele Umstellungen vorgenommen und R^ hin- 
zufügte, daher Wiederholungen nicht vermieden hat, folgt E seinen 
Vorlagen für E 1 — 21 und E 22 — 32 genau, läßt nur im zweiten 
Teil das bereits Abgeschriebene fort Zu beachten ist dabei, daß 
sowohl E wie 32 Traktate enthalten, freilich in anderer Reihen- 
folge und Auswahl, ferner daß die Pariser Handschrift R, wenn 
sie ihre Zählung mit R 22 = B 32 beginnt, der Randbemerkung 
in B zu 32 : ßißXlov öbvtsqov formell entspricht. Dieser Traktat 
B 32 stand also in der Vorlage von B an 22. Stelle. Der bei 
R vorhergehende Traktat (= S 21) hat dort keine besondere 
Nummer. Das ßcßUov :JtQmxov ging also in B's Vorlage — zu 



I. Die Herstellung des Textes. 17 

dieser gehörte die Randbemerkung — bis zu S 20, entsprach 
demnach genau der für den zweiten Teil von E zu supponieren- 
den Vorlage, welche bereits C. H. Turner in einer Schlußbemer- 
kung zu dem Aufsatze von Wallis (a. a. 0. p. 257) als Quelle für 
B 22flF. voraussetzte. 

Als ältere Schicht dieser Gruppe gewinnen wir also zwei 
Sammlungen, welche dem heutigen Bestände von B, 0, E 1 — 21 
und dem von S 1 — 20 entsprechen; zusammen wären das 41 Trak- 
tate — darunter sind aber 9 Dubletten, bleiben also nach deren 
Ausscheidung die 32 Traktate von E für die combinierte Samm- 
lung. Ohne Ausscheidung der Dubletten gewinnt B durch Hin- 
zufügung von 36. 42 und 43 (ebenfalls Dubletten) seine ersten 
44 Nummern, stellt aber S 7 = B 44 als unecht an den Schluß, 
um dann von 45 an der Pariser Vorlage unter Vornahme neuer 
Umstellungen (vgl, Wallis) zu folgen. Dies Resultat ist fllr die 
Textkritik unseres Traktats insofern von Bedeutung, als daraus 
ersichtlich ist, daß 

1. der Traktat jtEQi JtaQd^Bvlaq zu einer alten Saomilung 
vorwiegend echter Athanasiusschriften gehörte; 

2. die Autorität der Baseler Handschrift B als einer späteren 
Combination verschiedener Fascikel erheblich an Ansehen verliert; 

3. E gegenüber B einen selbständigen Wert besitzt, indem 
es eine so beachtenswerte Vorlage wie die verlorene Hälfte der 
Pariser Handschrift R (saec XI) viel sorgfältiger wie B benutzt 
zu haben scheint. Der Wert von bleibt noch genauer zu be- 
stimmen. 

Nur V hat als Abschrift von B gar keinen selbständigen 
Wert. 

Die zweite Gruppe (L M G T). 

Aus dem Bisherigen erhellt zur Genüge, daß es Handschriften 
gegeben hat, welche nur die Traktate B E 1 — 21 enthalten 
haben. Es sind uns deren heute noch vier erhalten, für welche 
der Londoner Codex Burneianus 46 (= L) als der älteste der wich- 
tigste Repräsentant ist. Von L abhängig sind die Münchener (M), 
Genfer (G) und Cambridger (Trinity CoUege B 9. 8 = T) Hand- 
schriften, von denen G, wie schon erwähnt, eine wichtige Rolle 
bei dem Druck der editio Commeliniana gespielt hat. Alle vier 
schließen mit Tract. 2 1 (Schluß vollständig), G durchstreicht den 

Texte a. Untersuchangen etc. NF XIY, 2 2 



i 



lg £d. V. d. Goltz, Athanasius' ASyog Swir^^iag. 

zunächst abgeschriebenen Tract. 18 und macht die Randbemer- 
kung: hoc fragmentum est ex oratione integra cujus titulus idem. 
In G folgen auf Tract. 21 quaestiones aliae (Migne XXVllI p. 773 
bis 796) und das Symbolum Quicumque im griechischen Text. M 
und T lassen Tract. 18 aus. M hat wie G das Symbolum Quicum- 
que, T dagegen nicht. Der Titel des dritten Traktats lautet 
in L: Tov avrov öiaXsxxoq Iv rf] xara vixalav ovvoöo) JtQog 
oQeiop. 

G fügt dem hinzu: ip trrj ttjq d^elag aagxciöecog tc. iv 
rjfiiQa rov evoeßovg ßaoikicog xcovöravxlvov und am Rande: 
xai rov (laxaQlov ütana OiXßeötQov xal ijtioxojtov ßi^apzlov 
aXe^aPÖQov. 

M und T haben die ganze Datierung incl. der Randglosse 
von G in den Titel aufgenommen. Alle drei M, G, T rechnen im 
Unterschied zu L die ijnorojifj elg rovg ijtiOxojtovg Alyvjtrov 
xal AißvTig als or. I c. Arianos. Darin stimmen sie mit den beiden 
Patmos-Codices F und A überein. Der Patmos-Codex A, 
saec. XI, der leider nur fragmentarisch erhalten ist, hat zum 
dritten Traktat auch eine jtaQaorjfjLUootg von späterer Hand über 
das Datum der Synode, von der die Bemerkung in G abhängig 
zu sein scheint. ^ Nach der Reihenfolge der erhaltenen Traktate 
zu schließen, gehört er auch zu dieser Gruppe. Sicherheit 
könnte nur eine Textvergleichung der erhaltenen Fragmente 
bringen. 

Ich gebe nun für L und T nach den Angaben von Wallis, 
für M und G nach eigener Prüfung der Handschriften die Cha- 
rakteristik der genannten Codices. 

L: London, British Museum, Burney 46, membr. saec. 
XUI; 282 foll. 12^•2 x^Vj inches (ca. 32x24 cm). Zwei Lagen 



I 



1) Die naQaa7]fxeiwai(; von späterer Hand in Cod. A (Patmos) lautet: 
^Ev srec tijg d-eiag aaQx6)oeQ)g xC iv fifiiQaig ^c?.ßlaz()OV nana ^Pojfitjg 
xal intöxonov BvL,avilvov tov ^A).e^uv6qov iTeXtoB-i] xal ^yivEto ^ ayia 
xal olxovfxevLX^ ngoytt} avvoöog tGjv zltj' nazi^wv iv Nixaia zrjq BiBv- 
vlag, yevofiivijg Mal(p x, vno de zov nanu 'Pojfxrjg nagfjaav Bijzog xal 
Bixbvziog iv ztj ai'zy awdöo). avzr] i] ayia avvoöog avvsQyela r^g äylag 
xal öfioavvooiov ZQidöag^ÄQeLOV xad^eü.E xal zovg ofAOipQOvag a{;zov,dva' 
d'efiaziad-ivzwv zd ayiov avfjißolov zf^g nlazecjg vnriyoQtjaav vnoyQd^pavreg 
änavzeg avv zoj navaeßaofiuo ßaoO.el Kwvozavzlvio xal ev(pt'j/jii]aav xal 
ovzwg Sie).v&Tj 6 avX/,oyog. 



L Die Herstellung des Textes. 19 

(73—79 und 256—262) haben nur 7 Blätter, die letzte Lage 
(279—282) nur vier, ohn^ daß im Text etwas fehlt. Die Tinte 
ist oft verblaßt und die Buchstaben dann von späterer Hand 
nachgezogen. Der Anfangsbuchstabe jedes Traktats und die Or- 
namente beim Titel sind rot. Der Codex ist in 2 Lederbänden 
gebunden als Codex Bumeianus bezeichnet. Andere Einzelheiten 
vgl. bei Wallis a. a. 0., p. 105. Unser Traktat findet sich im 
zweiten Bande unter der Überschrift: rov avrov jtBQi JtaQd^evlaq 
tJtoc aoxriOBoq fol. 119 v bis fol. 128 r. 

6 = Genf, bibliotheque nationale, mg. 29, vol. I, chart 
saec XVI, (31x22 cm), 773 Seiten (aber p. 21, 22, 579, 580 
fehlen), p. 263 flf. ist irrtümlich mit 269 fif. numeriert. Es ist 
dies die Handschrift, nach welcher unter Berücksichtigung der 
von den Herausgebern am Rande eingetragenen Lesarten von B 
die editio Commeliniana gedruckt ist. Im Jahre 1595 entlieh sie 
Commelinus aus Genf; erst 1619 wurde sie dorthin zurückgegeben. 
Sie ist in den Ausgaben mit Felckmanni II anonymus bezeichnet 
und ihre Sonderlesarten stehen mit der Bezeichnung II im An- 
hang der editio Commeliniana von 1001 (Variae Lectiones operum 
S. Athanasii, p. 80, 81). Die Ausgabe von Migne notiert diese 
Varianten unter derof Text als Feie. 2. Jedoch ist diese CoUation 
nicht vollständig und dadurch minderwertig, daß ein Teil der 
Sonderlesarten in den Text selbst mit Unrecht aufgenommen 
sind. Vol. II dieser Genfer Fascikel ist =Felckmann 3, 4, 5; 
Vol. III = Felckmann 6 und 1 (eine Abschrift des Goblerianus). 
Sie kommen für uns nicht in Betracht. IleQL JcaQO-eviag findet 
sich unter dem von erster Hand am Rand beigeschriebenen 
Titel: rov avrov jteQc jtaQihEviaq tjtoi döxTJascog, fol. 342 v (rot) 
d. i. Seite 094 unten bis fol. 354 r d. i. Seite 718 Zeile 7. Die Hand- 
schrift ist schnell und mit viel Abkürzungen geschrieben, ver- 
mutlich am Anfang des 10. Jahrhunderts. 

M=München, Staatsbibliothek (nicht Universitätsbibliothek, 

wie Wallis schreibt). Cod. gr. 26 chart. anno 1548, foll. 353, 

34 X 23 cm. Am Schluß das Symbolum Quicumque. Subscriptio: 

ilifiavovfiXoQ ßsfißaivTjg o tx fiopafißaölag (itza rr/v Jtaoaöootv 

TTJg iavTOv jtaxQlöoq xal ravTTjv t?jv ßlßXov i^tyQatpe /uoO^m 

irovg ZQtxovrog djto x^ yevvriöbcog a^iiri /irjpog jtoosLÖmvog 

ixTTj (pHvovxog (=25. Dez. 1548). 

04c 



20 Ed. V. d. Goltz, Athanasius' A6yoq ^oixriQlaq. 

Der Bemerkung von Wallis, die Handschrift sei cvery care- 
lesslj writtent kann ich nicht zastimmen. Die Schrift ist sehr 
sauber und sorgfaltig. Die Schriftcitate sind am Rande markiert 
Der Text ist so nahe mit 6 verwandt, daß entweder M direct 
von 6 abgeschrieben ist, oder beide von einer dritten, die genau 
dieselben Fehler und Lücken hatte. Unser Traktat steht auf 
foL 318r— 329v. 

T = Cambridge, Trinity College B 9. 8. chart. saec XVI, 
13%--9V2 iiiches (ca. 34x24cm). Die Paginierung ist ungenau. 
Der Codex wurde 1637 von Silvius Elwes dem College geschenkt. 
Mr. Burkitt glaubt aus der Beschaffenheit des Papiers, das besonders 
stark und gut ist, und aus dem Charakter der Hand den Schluß 
ziehen zu können, daß auch diese Abschrift von Emmanuel von 
Monemwasia (an der Ostküste des Peloponnes), dem Schreiber 
von C und M^ hergestellt ist. Die Charakteristik des Papiers 
paßt auch auf M, mit dem T sich im Texte genau deckt. Dar- 
nach hätte also dieser Schreiber sowohl C wie M und T abge- 
schrieben, jedoch aus 2 verschiedenen Vorlagen. 

Von diesen Handschriften haben also M G T gegenüber L 
keinen selbständigen Wert, jedoch zeigt schon die Erweiterung 
der Überschrift des dritten Traktats, daß es sich nicht um 
mechanische Abschriften handelt, sondern daß der Text selbst 
hier eine Bearbeitung erfahren hat, welche unsere textkritische 
Prüfung in helles Licht stellen wird. 

Die dritte Gruppe (P C D) 

war vou Wallis nicht erkannt worden, weil er nur die späte 
Handschrift aus Cambridge C aus dem sechszehnten Jahrhundert 
vor sich hatte, die er für eine Abschrift von B hielt, die einige 
Umstellung und Ergänzung erfahren habe; die im Katalog der 
Bibliothek von Patmos aufgeführte Handschrift F aus dam 
saec. X oder XI (P) sowie die Venetianische Handschrift (D) be- 
weisen aber, daß es sich hier um eine relativ selbständige 
Gruppierung der Athanasiusschriften handelt, die älter ist als 
die Combinationen BO und E. Nur die Zahl der Traktate 32 
ist die gleiche wie in und E, was wohl nicht zufallig isi 
Die Gruppe enthält nämlich folgende Stücke: 



I. Die HersteUung des Textes. 21 



PCD 


1 


— B E L 1 




PCD 


2 


= B E L 2 




PCD 


3 


— B 82 R 77 


Epistula ad Dracontium 


PCD 


4 


— B 83 R 78 


Epistula ad Äfros episcopos 


PCD 


5 


— B 57 R 38 


Apologia de fuga sua 


PCD 


6 


— B E 22 




PCD 


7 


— B 23 




PCD 


8 


— B 24 




PCD 


9 


— B 25 




P C D 10 


— B 26 




PCD 


11 




homilia de semente 



PCD 12—20 = B E L 8—16 
PCD 21—25 = B E L 3-7 
PCD 26—30 = B E L 17—21 
P C D 31 = B 27 
P C D 32 = B 28. 

Sehen wir also zunächst von der Reihenfolge ab, so deckt 
sich PCD mit BOELMGT dem Inhalt nach für BL 1—21, 
mit BO sogar bis BO 1 — 28. Nehmen wir nun die hinter B 2 
eingestellten Stücke weg und setzen dafür B3 — 7 an ihre alte 
Stelle, so schließt sich auch B 17 flf. wieder an B 16 an und wir 
haben wieder die in den beiden ersten Gruppen gefundene alte 
Sammlung B 1 — 21. Sie liegt offenbar auch dieser dritten Gruppe 
zugrunde und ist damit als älter wie P (saec. X) erwiesen. Sie 
ist in PCD durch eine andere Sammlung ergänzt, welche die 
Nunmiern B 22 — 28 enthielt und vermutlich auch die Stücke 
PCD 3. 4. 5. und 11, vermutlich in der aus PCD noch zu rekon- 
struierenden Reihenfolge: 

P C D 3. 4. 5. = B 82. 83. 57 

PCD 6—10 =B 22—26 

PCD 11 homilia de semente 

PCD 31—32 = B 27—28. 

Dies sind alles Briefe und Predigten des Athanasius und 
die Predigt über den Säemann erhält ihre richtige Stellung 
zwischen andern Predigten. Es ist dann wahrscheinlich, daß 
diese Sammlung, die für PCD benutzt worden ist, auch noch 
anderes Material enthielt, das in PCD unberücksichtigt blieb; 



22 Ed. V. d. Goltz, Athanasius' Aoyog ^(ozrjQlag. 

da die Zahl von 32 Traktaten immer wiederkehrt, so scheint 
sie auf einer Tradition zu beruhen. 

Ich gebe nun wieder einige Notizen über die drei hierher 
gehörigen Handschriften, für P nach den mir brieflich gemachten 
Mitteilungen des Bibliothekars von Patmos, nach den Angaben 
von Sakellion und nach zwei mir übersandten Photographien, 
für C nach den Angaben von Wallis, für D nach Mitteilungen 
meines Freundes Gelshorn. 

P. ndtfiog, ßißXio&Tjxr^ rrjg xara xtjv vrjoop üärfiov 
yegaQag xai ßaöiXixijg fiovTJQ rov dyiov aJtootoXov xal evayyS' 
Xiöxov ^Icodvvov rov &eoX6yov. öxoix^lov X xciörj^ F' jtsQ- 
yafirjpop' (pvXXa 312 in 4^. 30 Linien auf jeder Seite, 27x20 cm 
im Einband; 20x 15 cm Text ohne Rand, saec. X oder XI. Am 
Rande finden sich einige exegetische Glossen. Im letzten Teil 
des Codex (so auch in unserm Traktat) ist die rechte obere Ecke 
zerstört, was meist den Verlust einiger Worte der ersten Zeile 
für uns bedeutet Außerdem ist leider der ganze erste Teil des 
Codex CD 1—13 und der Anfang von CD 14 (Epistula I ad 
Serapionem) sowie der Schluß CD 30. 31. 32 verloren. Der er- 
haltene Teil CD 14— CD 29 läßt aber keinen Zweifel, daß der 
Codex ursprünglich CD 1 — 13 sowie 30 — 32 enthalten hat Nach 
den mir zugesandten Photographien lassen sich drei alte (etwa 
gleichzeitige) Schreiberhände unterscheiden. Von der ersten 
stammt noch der Schluß von CD 14, von der zweiten CD 15 flF. 
Die dritte erscheint auf der Photographie einer Seite von jt^Qi 
jcagO^evlag. Genaueres ist mir nicht mitgeteilt worden. Was 
den Schriftcharakter angeht, so ist es überall eine sorgfiQtig 
ausgeführte Minuskel, eckige Spiritus überwiegen, i adscriptum 
ist häufig. Man kann in der Datierung auf saec. X oder XI 
kaum zweifelhaft sein. Aus ungefähr gleicher Zeit stammt 

D. Bibl. Marciana, in Venedig, früher No. 50, jetzt No. 369, 
teils membr. (so für unsern Traktat) saec. XI, teils chart. foll. 415, 
31 ZI. auf einer Seite, Format in S'^ (sehr kleine Schrift). Unser 
Traktat findet sich fol. 355 von Z. 7 bis fol. 366 v. Z. 27. 

C. Cambridge. Trinity College B. 9. 7, der von der edi- 
tio Commeliana und Montfaueon mit Anglicanus (=A) bezeich- 
nete Codex, chart. saec. XVI foll. 874; 13 '/o — 8V2 inches. Die 
Subscriptio lautet am Schlüsse des 32. Traktats: rtXog dfi^V ro 



I. Die Herstellung des Textes. 23 

jtaQov ßtßXlov hyQa(pri vjio x^^Q^^ ififiavovi^Xov zov fißaißavt 
Tov ix [iovsfißaolag, EmaDuel von Monembesia, der Schreiber 
von M und T, hat diesen Codex also in der Mitte des sech- 
zehnten Jahrhunderts copiert. Der englische Bischof John Chri- 
stopherson (c. 1553), Master of Trinity College, hatte den Codex 
in Italien c magno pretio» gekauft;. Es ist daher nicht unmöglich, 
daß bei näherer Untersuchung C sich als directe Abschrift von 
D herausstellen würde. Jedenfalls hilft er dazu, uns den ver- 
lorenen Teil von P zu ersetzen. Zusammengebunden mit C ist 
ein Fragment von anderen Athanasiusschriften, wie Wallis glaubt, 
von späterer Hand geschrieben, enthaltend den sermo brevis adv. 
Arianos (= B 28), die Ep. 111 ad Serapionem (= B 30) und den 
größeren Teil der Or. IV c. Arianos (= B 32). Das Fragment 
hat also denselben Anfang wie der Ottob. 456, der sich in seinem 
weiteren Inhalt an B anschließt. Für unsern Zweck ist es be- 
langlos. 

Die vierte Gruppe 

der Äthan asiushandschriften scheint durch eine Reihe von Papier- 
handschriften repräsentiert zu sein, die sich jetzt in italienischen 
Bibliotheken befinden und von mir nur nach den gedruckten 
Bibliothekskatalogen geprüft werden konnten. Es sind dies 

der Cod. Borbonicus XVII zu Neapel (II A 17) chart. 
saec. XV; 

der Cod. Ottobonianus 223 in Rom, Vatikan, chart. saec. XVI 
foU. 221, 33x23 cm; 

der Cod. Pii II No. 2 in Rom, Vatikan, chart. saec. XV 
foU. 386; 

der Cod. «Felckmann 3>, wie ihn Montfaucon nennt, aus 
dem Fascikel 11 der Genfer Handschrift 1. Teil, be- 
schrieben bei Wallis a. a. 0. p. 407, enthaltend die 
ersten 9 Traktate der italienischen Handschriften. 

Die in diesen Handschriften befolgte Auswahl und Reihen- 
folge ist folgende: 

An der Spitze steht eine vita S. Athanasii (Migne XXV 
col. 185—211), dann 

1. Oratio c. gentes = B E L 1. 

2. ^EjttOToXfj de synodis Arimini in Italia et Seleuciae in 
Isauria (Teil von R 73). 



24 ^d* ▼• ^* Goltz, Athanasias* Adyoq Swvf^QlaQ. 

3. Ep. ad loannem et Antiochum R 75 B 80. 

4. Ep. ad Palladium R 76 B 81. 

5. Ep. ad Dracontium R 77 B 82. 

6. de apparitione verbi 
Dei in carne et c. Ari- 
anes = B E L 2 = P C D 2. 

7. de passione Domini 

et cruce =B 28 = P C D 32. 

(Pii n hat hier B 18 
PCD 27) 

8. Dialectus in conc. Ni- 

caeno =B E L 3 = P C D 21. 

9. Oratio c. Arianos III = BOEL8 = PCDl2. 

(in editione IV) 

10—14. =B E L 9—13, PCD 13-17. 

15—19. =B E L 17—21, PCD 26-30. 

Am Schlüsse variieren die Handschriften stark, indem sie 
auf B 21 verschiedenes folgen lassen, der Cod. Borbonicus: ^Egoh 
rrjaecg xal ajcoxQlosig des Anastasius Sinaita, den Brief Poly- 
karps an die Philipper und eine Schrift des Methodius von 
Patara jtSQl ttjq ßaOiXelag rwv iO-vmv. Der Cod. Pii II hat noch 
zweifelhafte Athanasiana: contra omnes haereses, confutatio prae- 
positionum, ex epistula Athanasii de synodis, defensio Dionysü 
ex actis synodi tertii und einige andere Kirchenväterexcerpte. 
Der Cod. Ottobonianus 223 schließt mit 19 = B0EL 21. Es 
kann darnach kein Zweifel sein, daß dieser Gruppe ebenfalls die 
Sammlung der 21 Traktate, die B E L gemeinsam sind, za- 
grunde lag. Ausgelassen sind: B 4 — 7 = S 18 — 21, B 14 (==B8) 
15. 16==S 4. 5. 6; wenn nicht aus anderen Gründen, weil sie an 
anderer Stelle berücksichtigt waren. Der Traktat xegi xa^evlttq 
aber, auf den es uns hier allein ankommt, steht an seiner ge- 
wöhnlichen Stelle, ist also wieder der Sammlung von 21 Tnk- 
taten entnommen. Unter diesen Umständen glaube ich darauf 
verzichten zu dürfen, mir auf mühsamem Wege ans Neapel und 
Rom CoUationen dieser späteren Texte zu verschaffen, da die an- 
dern älteren Codices reichlich genug Material bieten, um einen 
gesicherten Text zu gewinnen. 



I. Die Herstellung des Textes. 25 

Das Gleiche gilt auch von dem Cod. Ottob. 403 chart. 
saec. XV— XVI folL 330, der mit B 18 P C D 27 und den vier 
Sriefen an Serapion beginnt, dann allerlei apokryphes Material 
enthält und endlich mit B 21 B 20 (xegl jcagd-splag) und B 19 
(in dieser Reihenfolge!) und einer Tcata ^Avofiolov öiaXs^ig ogO^o- 
ö6§ov schließt. Da unser Text hier ebenfalls zwischen B 19 
und B 21 erscheint, so dürfte die Quelle für unsem Traktat 
im Ottob. 403 ebenfalls in der uns bekannten Sammlung zu 
suchen sein. 

Damit ist die Übersicht der Handschriften abgeschlossen. 
Sie hat nicht nur für die Gruppierung der Textzeugen uns wich- 
tige Anhaltspunkte gegeben, sondern auch die auf Grund unzu- 
reichender Kenntnis des Materials von früheren Kritikern auf- 
gestellte Behauptung widerlegt, der Traktat JteQi jtaQO^Bvlaq fehle 
in den älteren Athanasiuscodices. Es kann nach dem obigen 
Tatbestand vielmehr nicht zweifelhaft sein, daß er schon vor dem 
zehnten Jahrhundert in der bei PCD vorausgesetzten, in BOEL 
in alter Reihenfolge erhaltenen Sammlung von 21 Traktaten ge- 
standen hat. 

Die Untersuchung der Varianten muß nun zeigen, daß sich 
auch ein alter unverdächtiger Text für jteQi naQ&svlaq her- 
stellen läßt. 



3. Gruppierung und Charakteristik der Textzeugen auf 

Grund der Textvergleichung. 

Das bisher gewonnene Resultat unserer Untersuchung, wo- 
nach schon aus äußeren Gründen zunächst PCD einerseits und 
B andererseits nahe zusammengehören, E, obwohl mit BO ver- 
wandt, selbständigen Wert besitzt, während unter den jüngeren 
Handschriften LM6T eine Gruppe für sich bilden, bestätigt sich 
uns vollauf durch die Textvergleichung. Sehen wir von den 
Sonderlesarten von E zunächst ab, die keinesfalls eine Grundlage 
für die Untersuchung abgeben können, so illustrieren wir das 
Verhältnis der Textzeugen am besten durch eine Stelle, wie den 
Schluß von Cap. XX: 



26 



Ed. V. d. Goltz, AthanasiuB* Adyog ^mxriQiaq. 



PCD: 

öia^aviia 6i' 

BvXoyslxe 
xavra xa eq- 

ya xvQiov 
rov XVQIOV j 
vfivelze' Ad' 
^aivvtplöTOig 
d-ew xal xa 

4 



BOE: 

öidg)avfia dt' 

svXöyttre 
Jtapza za Iq- 
ya ZOP XVQIOV 
öo^a kv v\pl' 
ozoig ^ew xal 
za t§^g. 



L: 

öcag)avfia 6i' 

BvXoytlze 
jtavza za bq- 
yazov XVQIOV* 
öo^a Iv vipi- 
ozotgd-smxal 
kjtlyriqelQTi' 
VTj kv dv- 

^Qcdjtoig 
evöoxla. 



MGT: 

6iag)avfia 6i' 
bvXoyelzsjüdv- 
za za sQya 

ZOVXVQIOV'ÖO- 

§a kvvy)lozoig 
i^BO) xal kjtl 
yfjg kiQ^vij 
BV dv&Q(D- 
jtoig Bvöo- 
xla' vfivov- 

(IBVOB' BVXO- 

• yovfiBV OS 
jcQoaxvvov- 
fidv as. 

Darnach ist der älteste Text von PCD und BOE repräsen- 
tiert; er enthält in L die erste, in MGT die zweite Ergänzung. 
In der Differenz zwischen PCD und BO treten in diesem Falle 
LM6T auf die Seite von B. In einer Reihe anderer Fälle treten 
LMGT auf die Seite PCDE gegen Sonderlesarten in BO. Dahin 
gehört eine Auslassung wie in cap. I xal za JtBZBiva zov ov- 
Qavov xaza yhvog > BO, ein Zusatz wie cap. VII -f- xal zfj fidd-r^ 
BO, oder, um noch ein Beispiel herauszugreifen, in dem alle Zeugen 
variieren, PCDE aber den richtigen Text repräsentieren, wähle 
ich eine Stelle aus dem Gebet am Schluß von cap. XIV: 



PCDE: 



BO: 



-» / 



aoc 



i 



BVXOQl^OZOVflbV 

xal alvovfxtv ob ozt 
xazif^lmöag r/f/äg 
(ABzaXaßtlv zdiv d- 
yaO-oJv rmv oa>v 
{zcüv dyaS^mv > E) 
zciv oaQxixwv zqo- 
g)6Jv' ötofiBd^a xal 
jtaQaxaXovfitv ob 
Yva xal zag ijtov- 
Qavlovg zQotphg 
r^fitv öwQi^Ot], 



— r 



BVXaQtOZOVflBV 

wie PCDE 



001 



bis 



LMG: 

BvxaQtozovfiiv ooc 
{ooL > MG) ozt 
xazf]B,icoOag ^filv fiB- 
zaXaßBlv zciv OaQxi- 

XCÖV ZQOtpmV ÖBOflB- 

^a X. z. X. 

wie PCDE. 



iva xai zag tJtovQa- 
viovg Tjfilv zQOcpag 

ÖOJQTjO?], 



I. Die Herstellung des Textes. 27 

Darnach ergibt sich uns im allgemeinen der Grundsatz, daß 
die Übereinstimmung der älteren Zeugen PCD = BO sicher die 
richtige Lesart repräsentiert, während Abweichungen in LMGT 
oder in MGT als späteren Ursprungs anzusehen sind. In den 
Fällen aber, wo PCD einerseits und BO andererseits divergieren, 
vermögen E sowohl wie L resp. LMGT der einen oder anderen 
Seite das Übergewicht zu geben, obwohl da auch noch innere 
Erwägungen mitzureden haben. Soviel im allgemeinen. 

Für die Charakteristik im einzelnen empfiehlt es sich, wenn 
wir zunächst die jüngsten Varianten, die von MGT ins Auge 
fassen, zumal sie die bisherigen Druckausgaben beherrschen. Die 
Untersuchung der älteren Handschriften hat im Gegensatz zu 
ihnen eine solche Einstimmigkeit feststellen können, daß sie 
zweifelsohne als das Werk eines uberarbeiters unseres Traktats 
anzusehen sind, denn es handelt sich in MGT nicht etwa nur um 
Versehen oder gelegentliche kleine Verbesserungen, sondern um 
einige recht erbebliche Andeningen. ' Die wichtigste ist der Er- 
satz des alten aus der Didache stammenden Tischgebets am An- 
fang von cap. XIII durch ein anderes ebenfalls hochinteressantes 
Formular. Hier hat die älteste Drackausgabe zwar den ursprüng- 
lichen Text nach B wieder eingesetzt, aber nicht beachtet, daß 

auch die folgenden Worte: xal Tavrrjv fiev rfjp evx^v 

bis Ix r^g rgajttCrjg ktyofisv in B (wie in allen älteren Zeugen) 
fehlen. Sie sind also mit Unrecht in dem gedruckten Texte stehen 
geblieben und standen der richtigen Beurteilung der Gebete sehr 
im Wege. Sie verraten uns aber auch den Charakter der Bear- 
beitung. Sie ist in einem griechischen Kloster (also nicht etwa 
erst von einem abendländischen Abschreiber) vorgenommen, um 
der dort üblichen Form des Tischgebets zum Rechte zu verhelfen. 
In ähnlichem Interesse sind die Doxologien am Schluß aller Gebete 
vervollständigt und damit dem allgemein üblichen Ritus, soweit 
wir sehen können, näher gerückt. Der Text des von MGT einge- 
fügten Gebets kann recht wohl älter sein als diese handschrift- 
liche Überlieferung, wenn er einer alten Tradition des Klosters, 
dem der Bearbeiter angehörte, entstammte. Von nicht geringerer 

1) Für T sind nur eine Reihe von Stichproben gemacht, die seine 
Zusammengehörigkeit mit MG zweifellos machen. Im textkrit. Apparat 
habe ich meist nur MG notiert, weil T nicht für alle Einzelheiten nach- 
gesehen ist. 



28 Ed- V. d. Goltz, Athanasius' Aöyog ^kjorrj^iag, 

Bedeutung für die Beurteilung unsres Traktats sind die Feminin- 
formen, welche in Rücksicht auf die Adresse jtQog ttjp jtagd-ivov 
MGT für die ursprünglichen Masculinformen einsetzen (vergl. bes. 
cap. VIII). Auch sind einige biblische Citate, ähnlich wie in cap. XX, 
vervollständigt (cap. XIII. XV) und eine Reihe von Worten zur Ver- 
deutlichung hinzugesetzt oder geändert (cap. I IjtolfjOB st kjti^yays 
cap. II xoXXrß^riOBxac st. xokkcifitpog u. a.). Endlich fehlt es nicht 
an Versehen, Flüchtigkeiten und kleinen orthographischen Eigen- 
tümlichkeiten, welche diesen jüngsten Handschriften gemeinsam 
sind, wie leicht aus dem Apparat unter dem Text zu ersehen ist. 
Suchen wir nun unter den älteren Handschriften eine Vor- 
lage für MGT, so kommt ihnen die Londoner Handschrift (L) am 
nächsten. Sie gibt zwar in cap. XIII den Text der älteren Zeugen, 
teilt aber sonst eine Reihe der Eigentümlichkeiten von MGT. 
Schlechterdings beweisend für die nahe Zusammengehörigkeit 
von L und MGT sind die gemeinsamen Auslassungen (durch 
Homoioteleuton) in cap. X hinter yjjQag die Worte Xeyei yoQ 6 

ayioq IlavXog ' rlfia XVQ^^ ^^^ ovrcog XVQ^^ ^^^ ^^ ^P« ^"^ 
hinter (payelv die Auslassung von rov agrov oov /ist avzijq ovöh 
-rtaXiv xaMoBLQ (payelv, oder wenn man das wirklich für Zufall 
halten wollte: die gemeinsamen Sonderlesarten von L und MGT: 
in cap.n>Ta rov xoö/iov,^ '^ vor yvv^^ incap.III avrov 
st. eavTov, cap. V vfitv st. ^filv, cap. VIII vr/arevöop + ovp, 
cap. XII rag xaQÖlag ^ficiv st. rrjv xagSlav fJOVj cap. XIV in 
dem Schlußgebet: > rcop dya&cov rätv 0(5v, >> xal alvovfiiv 
OS, 7)filp st. ^fiäg [in der Doxologie geht L mit BPCD gegen 
MGT], cap. XVII + xal vor fitya, cap. XIX akZo xal aXXo st. 
aXkcog xal aXXmg, cap. XXI ayajtrjv Byere tv dkZr/koig st. dya- 
Jtäre dXXijkovg, Dazu kommen noch einige unwesentlichere or- 
thographische Einzelheiten (vgl. den Apparat). 

Der nächstliegende Schluß wäre, L einfach als die directe 
Vorlage für MGT anzusehen. Dafür scheinen auch einige Cor- 
recturen in L zu sprechen, die es nachträglich mit MGT in 
Übereinstimmung bringen. So fügt in c. XXI ein Corrector 
mit MGT hinter avzag die Worte ein: tvQf'jösig ovfifiaxov top 
d^eop, welche L* ursprünglich ebensowenig hatte wie BOPCDE. 
Einige Sonderlesarten von L wie cap. II + r(5 vor vcm^ cap. VI 
jtaQaöstoaop, \g) st. ^hSi und cap. XII avrijp xdxa)Oig würden 
allein noch nicht genügen, um jenen Eindruck directer Ab- 



I. Die Herstellung des Textes. 29 

hängigkeit der Codd. MGT von L zu zerstören. Dagegen haben 
wir in cap. XXIV einen Beweis dafür, daß die Schreiber von MGT 
den Londoner Codex nicht gekannt haben. Sie haben alle statt 
yvoQi^oiiivTi in cap. XXIV ^ofiivTj, haben also in ihrer Vor- 
lage yvcoQi nicht gefunden oder nicht lesen können, während 
L ganz deutlich yvcoQi^ofiivi] hat. In M steht von späterer 
Hand tocog oeßaC,ofiepi] am Rand, in G ist später nach B das 
richtige yp(DQi^o/iivi] nachgetragen. Damach ist soviel klar, 
daß MGT nicht direct aus L, aber aus einem ihm nahe ver- 
wandten Exemplar abgeschrieben sind. Die Spur einer Uncial- 
vorlage in irgend einem Stadium der Überlieferung verrät L, 
wie Mr. F. C. Burkitt mir schreibt, in der Sonderlesart cap. XII 
avrfjv xaxmöK;, wo P statt airfl ^ tccltc,, avt/j fj xaxmoiQ ac- 
centuiert (in Uncialen AYTHHKAKQ.2I2:). Die Reihenfolge 
der Äthan asiustrak täte in L sowie eine Anzahl von Lesarten 
lassen vermuten, daß die Verwandtschaft mit der Baseler Hand- 
schrift eine etwas nähere ist wie die mit dem Codex von Pat- 
mos. Jedenfalls vermag L mit seinen Trabanten vereinigt, sehr 
oft ein Kriterium dafür abzugeben, ob B oder P im Rechte ist. 
Dabei wird gerade wegen der Übereinstimmung mit B in der 
äußeren Reihenfolge (also Herkunft aus der alten Sammlung von 
21 Traktaten), es doppelt ins Gewicht fallen, wenn LM6T auf 
der Seite von PCD gegen B und stehen. 

Eine Mittelstellung zwischen den jüngeren Handschriften und 
den älteren Zeugen nimmtauch die venetianischeHandschrift 
E ein. Sie ist zwar in dem Katalog der bibliotheca Marciana 
von Zanetti als aus dem zwölften Jahrhundert stammend cha- 
rakterisiert. Da es sich aber um eine Papier-, nicht um eine 
Pergamenthandschrift handelt, dürfte sie wesentlich jünger sein. 
Auch Herr Pastor Gelshorn, der für mich den Codex collatio- 
nierte, setzt zu der Datierung im Katalog ein Fragezeichen. 

In den liturgischen Dingen gehört E durchaus zu den älteren 
Zeugen, und zeigt keine der Veränderungen oder Zusätze von 
L oder MGT. Auch sind nirgends die Masculinformen in Femini- 
nalformen umgeändert. Aber auch die Sonderlesarten von 
BO oder PCD finden keinen Anhalt an E. Nur in zwei Fällen 
schließt sich E in der Veränderung der Wortstellung an PCD 
an {cov To öcofia cap. VI und xQig djtccQv, fis cap. XIII). Sonst 
stellt sich E immer auf die Seite der Majorität, seines gegen 



30 Ed- V. d. Goltz, Athanasius' Aoyog SwtrjQia^. 

PCD sei es gegen BO. Dagegen hat £ an ganz andern Stellen 
eine größere Reihe von Sonderlesarten, die sonst nirgends be- 
nutzt sind und sehr selten eine wirkliche Verbesserung des 
Textes bedeuten. Verhältnismäßig häufig sind bei ihm Aus- 
lassungen wie >► xal avejr)J]Qcoöe . . . avxfiq cap. I, > (laQxv- 
QBl ÖS (loi Tc5 Zoycp xal avzbg o aJtoOroXog XdycDV cap. 11, 
>> O^eoq cap. III, > avTol cap. VI, >> svQug cap. IX, ^ xokiv 
Hiöd^ov . . . tpvxrjp (= PD*) cap. IX, > firjöeig axovirco d (lij 
ov (lovog cap. X, > rovrov (z. OTlyov) cap. XX, > rmp äya^Av 
cap. XIV, >► vjiIq aXXov äi fiixQov . . . ov /.vjtTid-i^Cy cap. XXII; 
selten finden sich Zusätze wie: xal p. ayla in cap. II, ein (R 
p. ov cap. III, ein aov p. jüqoöojtop in cap. XI. Wortumstellungcn 
finden sich in cap. I oo txoraöip im top ^A6a(i, cap. V €v> o hh^ 
yizQ und cxd ficoQovg O^iZst elpat, cap. XIX cv) ro Jtofia xdt xo 
ßQcofia, in cap.XVIII cv^ d^Xhi-st xal JtoXjLij oxep., cap.XV coIq^qi^ 
jtoPTiQolg avxov. Andere Sonderlesarten sind: cap. I ixoonrfii 
st. ötexoofirjöe , cap. II o aytog 11. (st. fiaxaQiog), cap. lU bcxt'f 
vopxa x^^Q^ st. ixxelpapxa xtjp x^^Q^> ^P- ^ ^^ ^ otpig st mi 
ol otpuQy cap. VI (og ^fitga öixa, cap. XI IjttßaXxig s^ ß^^Ji^ 
cap. XII, elg alatpa xatp alwpwp cap. XIII, ovpax^fJTW st kxi-- 
ovpax^^xo) cap. XIV, iv xaiQm ötopxi st kp xatQ€Ö ev&ixa^ 

cap. XIV, xaxaövraox evovoip st cxtvoovoc und vfiPoXoytM 

st ofiokoyal cap. XV (=W 2), xQctCoPxai st xoXaCopxai cap.XVlHl 
yspTJaaxai st ovfißrjösxac cap. XIX, IfijtX^Oij st xXi^Cu cap. XKI^ 
^801^ st. xvQLOP cap. XX, jtQOöxwttg st. jtQOöxvp/jOaig cap. XXiM 

Nirgends liegt hier ein zwingender Grund vor, dem Tcxt^ 
von E gegen alle andern Zeugen den Vorzug zu geben, 
handelt sich meist um Stilglättungen, die wohl von E sei 
vorgenommen worden sind. Nach Ausscheidung der Sonderl 
arten von E und LMGT, die für den ursprünglichen Text 
seres Traktats nicht in Anspruch genommen werden könncc^ 
ergibt sich eine ziemlich weitgehende Übereinstimmung de'X' 
älteren Zeugen BO einerseits und PCD andrerseits. Wo sie toü^ 
einander abweichen, kann die Entscheidung meist durch E, ofttacS 
durch E und L zu Gunsten von PCD ausfallen. Jedoch bleiben 
auch einige Soiiderlesarten von PCD gegen alle übrigen Zeugen, 
die wir nicht ohne weiteres als den ältesten Text ansehen dOrfeB. 

Was zunächst die Sonderlesarten von B angeht, 80 werdeft 
bei weitem die meisten von geteilt. Das dürfte die schon in 



I. Die Herstellang des Textes. 31 

vorigen Abschnitt vermutete Abhängigkeit der Oxforder Hand- 
schrift von der Baseler zur Gewißheit machen. Ein bloßer Co- 
pist war allerdings dann der Schreiber von nicht. Denn es 
finden sich in einige Worte über B hinaus, wie + (pfjOi p. 
xovTOV cap. IV, + iikv p. möe cap. XVIU, + xov a. vaßovx^ 
cap. VI, + fikv p. JtoXXolq cap. XXIV, + xaL ro xQazog p. doga 
am Schluß. Es hat natürlich keine Schwierigkeit, diese stilistischen 
Zusätze dem Schreiber von zuzumuten; auch einige Varia- 
tionen der Wortform Iv(otIC,ov st. ivcorl^ovrac cap. II {kvcorl^ov 
entschieden besser), ajioorsQelv st. a(pvoreQBlv cap. IV, BVQtöxo- 
fisve st evQiOxofievog cap. XXIV, avloxaöai st. dpiorafispfj 
cap. XVI, machen keine andere Vorlage für nötig; ganz be- 
deutungslos sind Auslassungen wie >> xal vor ijti öol cap. XVIII, 
oder > xal vor rfjg hXeri[i, cap. XXII, oder orthographische 
Varianten wie xaxavorioriq st. xaravoTjöeiq cap. XI, rgelq st XQiq 
cap. XIV, i^sXO-Bi st. i^tX^oc cap. XVIII und die Umstellung 
c^ Ti jtQayfia st. jiQayfia ri cap. XXIII. 

Die in B nachträglich verbesserten Stellen, wie vfilv Bcorr. 
= st. i^filv B* cap. XX und vor allem die Auslassung in B* 
(= E) vjtSQ aXkov Ö6 jigayfiarog fiixQOv ov Xvjtrjd-ijCxi cap. XX, 
öciöei st. ajtodcoöEL cap. X, bietet in der verbesserten Form. 
Außerdem finden sich einige wenige Sonderlesarten in B, welche 
nicht teilt, sondern wie alle andern Handschriften liest, so 
+ xal p. öitxoofirjoe cap. I, > avzfjg p. reo dvÖQl cap. II, + xal 
a. rififj cap. XII Schluß, tpmpf] st. (pcDvrjOai cap. XIX, ap st. kav 
a. dxovau cap. XXV, örrjQiöfiov st OTtjQiyfiov cap. XXV. Das 
Material, das die Collation unseres kleinen Traktats bietet, reicht 
jedenfalls nicht aus, um wegen dieser Lesarten für außer B 
noch eine zweite Vorlage zu supponieren. 

Die Varianten von BO beschränken sich nun nicht nur auf 
Zufälligkeiten, wie die Auslassung von xal rä Jtersipa rov ov- 
Qavov xara ytvog cap. I durch Homoioteleuton, oder das viel- 
leicht versehentliche Fehlen einzelner Worte wie ein avrov cap. II, 
Tovro) cap. XVllI, xal cap. XXIV, >► ro ßißXlov rovto cap. XXV. 
Vielmehr hat eine Hand den Text bearbeitet, die ergänzend und 
verbessernd zu wirken versucht hat, um den Sinn der Worte 
noch zu verdeutlichen, den Text dem biblischen Citat anzu- 
nähern oder der Diction einen gewandteren Charakter zu geben. 
Daher solche Zusätze wie + rov öro/iaTog a. fiov cap. II, + ßov- 



32 £<1* V. d. Goltz, Athanasius' Adyoq ^(oxrigiaq. 

Xr'jOec p. avTov cap. III, + kv rw tpavegS p. ooi cap. IX, + dv- 
d-QoojtG) p. ^arrl cap. X, + v^coj' p. ßa^fiov cap. XXII, oder Än- 
derungen im Ausdruck wie ijtifpsQsöB^ac st. jteQig)iQeo&ai cap. III, 
axarajratJöTco^ st. axara^ratJöTO^^ cap. IV, aXtoB^^vac st. dZiCyt]' 
d-fjvai cap. VI, d^a ro ovofia st. ^i; t. or. cap. VII, ov(>ai^£a st. 
ijcovQavia cap. XVII, fisydkcop fiox^cov si fieyaZov (lox^ov, 
ivravO^a st. ivd-dös cap. XVIU, die alle dem Text ein glatteres 
Ansehen geben, aber wenn sie ursprünglich wären, in den an- 
dern Gruppen schwerlich verschwunden wären. Den gleichen 
Zweck der Stilglättung haben die Umstellungen cxa fiopog düto 
ßQcofidrcQP cap. VII, c>o jtsQixex. 8X£ rovg Jtoöaq öov cap. XI, 
cv:' zag ijtovgapiovg i]filv xQotpaq cap. XIV und die Wendung xL 
In ov Xiyoo st. xl ext Xiyo) cap. XVII. Eine Annäherung 
eines Citats an den dem Schreiber von B geläufigen Bibeltext 
ist das iv jüQoaevxiJ xal vrjoxela cap. VII. Nirgends liegt ein 
Grund vor, den Text von BO etwa aus entscheidenden inneren 
Gründen dem der übrigen Zeugen PCD + E + LMGT vorzu- 
ziehen. Wir werden also alle diese Sonderlesarten entweder 
dem Schreiber von B selbst oder schon einer seiner Vorlagen 
zurechnen, vielleicht derselben Quelle, die zuerst die alte Samm- 
lung von 21 Traktaten in der in BO vorliegenden Auswahl 
und Reihenfolge mit andern Teilen der Athanasiusüberliefemng 
vereinigt hat 

Es bleibt uns nur noch die Gruppe PCD, deren Lesarten 
bisher durch C (Anglicanus) nur unvollständig bekannt waren 
und nun durch P und D nicht nur gesichert sind, sondern den 
Vorzug ältester Bezeugung erhalten. In der Tat dürfte der Text 
von PCD der beste sein, der uns erhalten ist. Sehen wir von 
einigen im Apparat vermerkten orthographischen Kleinigkeiten 
ab, so handelt es sich um folgende von PCD allein bezeugte 
Sonderlesarten, welche aller Wahrscheinlichkeit nach den ur- 
sprünglicheren Text uns erhalten haben. 

cap. II xaxada^da&co die Singularform zum neutr. plur. xa 
coxa st. xaxadh^död^cooav BOELMG. 

cap. 11 dvd^Q(DjtoiQ &v7]xotg st. dvO^Q, (pd^aQxolg BOE, oogj^a^j- 
xolQ dv{}-Q(DJtoig LMG. Das häufigere Wort (p^aQxoq ist für das 
seltener gewordene ältere d^vtjxog eingesetzt, schwerlich umgekehrt. 

cap. IV lesen BOELMG vlol dcpQoveg döt xov xaxoJtoitjcai, 
xo ö\ xaXov jtoirjcai ovx ejiiyvcDöav^ PCD lassen üoc aus. Das 



I. Die Herstellung des Textes. 33 

könnte ein Versehen sein; aber wahrscheinlicher scheint mir, 
daß bIoi in dem kurzen prägnanten Citat ursprünglich fehlte, und 
dann in die spätem Handschriften aus dem bibl. Text Jer. 4, 
22 LXX [öioTi OL r/yovfi6ifoc rov Xaov fiov ifii ovx (]Ö6iöap, vlol 
äg>Qovig elöt xal ov övpstoI, aoq)ol elöi rov xaxoJ€ot7]aaCj ro 
öh xaXcog jcoirjöai ovx emyvcooav] eingedrungen ist. 

cap. VI, für die Wortstellung aov xo ocofia ist PCD durch 
E unterstützt. Das oov wird später umgestellt worden sein 
wegen Silbengleichklang mit der letzten vorhergehenden Silbe 
xoofirjoov, 

ovx tjO^sXov avTol erscheint auch als ursprünglicher wie avvol 
ovx rid^eXrjöav, den glattsten Text hat hier E: xal ol xQBlq jcalöeg 
ovx r/d-ilrjöav. Der Text von P ist aber doch wohl der ältere. 

cap. VII istlr vqöXBlaig xal jtQoöevxatg zweifellos der richtige 
Text, da hier PCD durch E und L unterstützt werden. 

cap. XIII lesen PCD in dem Gebet, das wir aus der Di- 
dache kennen, iöxoQJtiöfievog sowie der Cod. Athous-Lawra 149 
in dem ersten Serapion gebet, BOEL lesen wie der Cod. Bryennius 
in der Didache: öieöxoQJciöfitPog; letzteres dürfte als die ver- 
stärkte Ausdrucks weise der spätere Text sein. Es weist diese 
Variante von PCD und BOE aber darauf hin, daß diese Text- 
unterschiede bereits in sehr alte Zeit zurückgehen und vermut- 
lich durch provinzielle Tradition in der Form des alten Tisch- 
gebets bedingt sind. 

cap. XIV ist die VP^ortstellung öca rov riyajtfjfiivov cov Jtat- 
öog rov xvqIov ^fi<5v ^Irjöov Xqiötov in PCD der andern Itjö. 
XQ' T. XV. rj[i. in BOEL entschieden vorzuziehen. 

cap. XV ist vjco räv ;rf«()c5r PCD besser als ojco x&v ^6^()c5r 
BOELMG. 

cap. XVI ist fisc^oTBQap xal fiaxgoz^Qav ijtiTBZiCBcg tt^p 
ovva^iv in PCD dem xal jtvxvoxiQav entschieden vorzuziehen, 
denn es kommt nach dem Zusammenhang auf die Feierlichkeit 
und Ausdehnung der gottesdienstlichen Versammlung in der 
zwölften Stunde an, nicht auf ihre Häufigkeit. 

cap. XVII, die Wortstellung von PCD xQig aJtaQvtiorj fiB deckt 
sich mit der der meisten Zeugen von Math. 26, 34; die andere 
cbtaQP. fis xQ\g von BOELMG mit A (Cod. Alexandrinus) in 
Mt. 26, 34 nach Tischendorf Wir nehmen den Text von PCD 
daher als den wahrscheinlich ursprünglichen in den Text auf. 

Texte u. UntersachuDgen etc. NF XIV, 2 3 



34 ^^- ^* d- Goltz, Athanasius" Aöyog SwrtjQiag. 

cap. XVIU xXT]QovofiBlp PCD besser als xXrjQovofi^Oai BOEL 
MG. Ob dagegen öiaXXa^avrcDV xov ßlov rovxov PCD* ursprüng- 
licher ist als öta^avTcov r. ß. r. in BOELMG muß zweifelhaft 
bleiben; letzteres passt besser zu iv d-Xltpei JtoXXy und wir 
behalten daher öca^avtcop im Texte bei. 

cap. XIX; jtQoöcojta PCD scheint in Parallele zu dciga besser 
als ütQoocojtop in den andern Handschriften. 

cap. XX, der Zusatz von vfipslrs nach dem Satz BvXoyelts 
ütapxa xa egya xvqIov xov xvqiov entspricht dem Text Ton 
Dan. 3, 57, aber dieser kann hier kaum maßgebend sein, da 
es sich um ein liturgisches Stück handelt, das jedenfalls in 
seiner Fassung einer provinziellen Tradition folgt, die nicht als 
ursprüngliche angesehen werden kann. 

cap. XXIV, liest P nach der mir aus Patmos zugesandten Ab- 
schrift fiaQxvglov xeXeOig statt (lagyaQlxa xlfiu; jedoch bemerkt 
Herr Theophilus, die Stelle sei radiert und schwer zu lesen; 
vielleicht handelt es sich also nur um einen Lesefehler, iiagja- 
Qlxa xlfice ist jedenfalls das Ursprüngliche, wie auch C und D 
bezeugen. 

Dagegen dürfte der ursprüngliche Text in PCD in der 
Fassung erhalten sein: xaxocx^oag fisxa ayyiXcov xoqbvöbiMA 
xaxoixrjoai xal fiexa ayyiXcov x^Q^'^Csc (BOELMG), da eine 
spätere Änderung eines directen Satzes in die Participialcon- 
struction viel unwahrscheinlicher ist wie die Auflosung der 
letztem. 

Ebenso erscheint Xeyofiivwv mir ursprünglicher als XijiOP 
xovxcov. 

Einige kleine Besonderheiten von P, C und D^ die sich im 
Apparat unter dem Text vermerkt finden, sind der Art, wie sie ifl 
jeder Handschrift vorkommen. Am bemerkenswertesten ist 
darunter noch die Umstellung der Sätze in der Rede an den 
Hades (XVI) in D. 

So läßt sich denn das Resultat unserer textkritischen Un(e^ 
suchung dahin zusammenfassen: 

Der ursprüngliche Text unsres Traktats aus einer alten 
21 Traktate umfassenden Sammlung von Athanasiusschriften ist 
uns am besten in der Patmoshandschrift erhalten. Jedoch repii' 
sentieren BO, E und L nicht spätere Recensionen des P-TextflS| 
sondern gehen auf einen unbekannten Text den^ben P^triinliiH 



Text von Athanaflius' ne^l naQ&evlaq, 35 

zurück und bieten zuweilen die bessere Lesart. Die Überarbeitung 
des Archetypus ist aber eine eingreifendere als in P; besonders 
B zeigt starke Glättungen. In L ist die Überarbeitung ein 
wesentliches Stück weiter fortgeschritten, in MG und T vollendet. 

Die frühere Kritik hatte an den liturgischen Stücken Anstoß 
genommen und in ihnen Beweismomente für die Unechtheit 
gefunden. Diese verdächtigen Stellen sind jetzt als Werk von 
M und G erkannt. 

Ich lasse nun den so gewonnenen Text mit den Varianten 
folgen: 

4. Der Text. 

AOANASIOr TOr MErAAOr 
HEPI IIAPeENIAi; HTOI HEPI ASKHSEQS. 

^Aqx^ jLoyov omzTjQiag JtQoq rrjv jtaQB-ivov. 

I. Ugcorov jravvcav jtloxhvcov dg tva d-eov jcariga jcavro- 
xQaroQa, ogarcov xal äogarmv jzoitittjv' xal dg ror fiovoyevij 5 
avTov vlov ^Irjoovv Xqcötov, xov ovxa ix zjjg ovalag rov Jta- 
TQogj xaxa jcavra löoövpafiop reo jtaxQl, xov jcqo alcipcov 
ovxa' xal eig xb jevevfia xo dytov xo kv jtaxQl xal vlm ov, 
Jtaqa xov jtaxQog djtoöxsjiXofitvov, xal öiä xov vlov ötöofievov, 
jtaxTjQ xal vlog xal dytov jevavfiay xQelg vjtooxdotig, fila d-eo- 10 
xTjgj fila &6vafiig, tv ßajcxcöfia. avxog yag 6 d^eog rjficiv 6 
xaxriQ xcov oXmv iv tg f^fiigaig ijrolrjöe xov ovQavbv xal xfjv 
yfjV xal xfjv d^dXaöCav, xal jtdvxa xa Iv avxolg. avxog yag 
öuxoofitjoe xov ovgavbv iv 7///0) xal öbjLtJv^ xal doxQoig nay- 
xaXoig, xal xijv yyv evjtQtJtoJg iB-frfitXlojötv ijtdvoD xcov v6dxa)Vy 15 
öiaxoofii^öag avrrjv iv (pvxolg xal ^vXoig Jtavxodajcolg' xal xy 
xeXevöei avxov ixjcoQevovxat jroxafiol (leXl^Qvxot xal Jtfjyal 
aivaoL xal JtQOOixa^e xfj y^ xal ijttjyaye ödgxa xal ijeolrjoa 
xavxa xa d'TjQia xi/g ytjg xaxa yivog xal xa jeexeiva xov 
ovgavov xaxa ytvog. ixtXtvoe xotg vöaoi, xal i^riyaysv IxB^ag 20 

I. 2 ^XOL tibqI aaxt'iaBWi; > P | 8 vloj] tv) vlib L | 14 dtex6a[.irioe\ ix6- 
OfiTjae E, Siexöofjiriae -f- xal B 1 Hi «tT//v] avtoU C* D | 17 fueXi^jQvzoi] 
ßsXXlQvtoi L, ^sXlqvxol MG | 18 ahaoi] ahvaoi BOLMG | inijyaye] 
iTtolrjoe MG | 19 ra2>PCD | 19/20 xal rä neteivä xov ov^tavov xaxa 
yhoq > BO 



36 £d* ^- ^' Ooltz, AthanasiuB' Adyog ZoitrjQiag. 

xal IjtolriOB xa x^t^ xa (leyaXa. votsqov öh Jtavx(DV kjtoltfie 
xbv äpß-QCDJtov xal xavxa jtaQiöcoxep avro5 elg vjtrjQsoiap. 
alxev yaQ xvQioq 6 ßeog Tq5 vl^ avxov' T^JtoirjöiDfiev av- 
B-QfDjiov xax hixova i][itxiQav xal xad-^ ofioloöip' xal 
tjtXaöB xvQioq 6 ßeog xov avd^Qa>J€Ov Xaßcbp ^o^r ajro 
x^g yfjg xal eß^exo avxop ip xm xagadeloq) xijg XQvg)^g. 
IßaXs öh xvQLog 6 ßeog IjtI xop ^Aöafi exoxaöip, xal vjt- 
pa>Oe xal iXaße filap xcop jtXevQcop avxov xal aPBJtXri- 
Qooe öagxa avx* avxfjg^ xal coxoöofirjöe xijp jtXevgav, 7}p 
eXaßsp, elg yvpalxa, xal tjyayep avxijp Jtgbg xop ^Aöafi 
xal tljttp ^Aöccfi' avxtj pvv cag^hx x^g Oagxog (lov, xal 
ooxovp ix xcip ooxiop fiov, avxr] xXtji^TJaexai yvprjl 
oxi ix xov apÖQog avx7jg kXrig)d'ri, äpxl xovxov xaxa- 
Xeltpei apd^QfOJiog xoi* Jtaxtga avxov xal xi]P firjxsga 
avxov xal XQooxoXXrid-riökxaL xfj yvpaixl avxov xal 
eöopxai ol ovo elg öagxa filap.i^ 

II. ^AxovSj öovXf] xov Xgiöxov xal jtapxeg, oooi d-iXovoi 
Ood'TJpai, xal ipoDxl^ov xa grjiiaxa fiov xal xaxaöe^aö&o) xa 
ODxa oov d^toJtpevoxovg Xoyovg. cto fivoxrjgiop yag xovxot 
q>i]öl, fiiya iöxh xad^cag bIjibp 6 fiaxagiog navXog, oxi Jtag 6 
xoXXcifiepog x^j yvpaixl tp ocöfia eloip dfig)6x€goL 
ovxa}g JiaXiP Jtag aprjg ij yvp?] xoXXmfitPog xq> xvglco tp Jtpevfia 
ioxip, el yag ol xä xoöficf) övpajtxofiapoi xaxaXifiJtaPovOi xop 
jtaxiga xal xfjp firjxiga xal ovpajtxopxai apd^gatjtoig d^ptjxolg, 
xoCcp fiaXXop ?) Jtagd^spog iyxgaxtvofieprj 6g)eiX£i xaxaXutelp 
xa yi^'ipa jcapxa xal xtp xvglm fiopo) xoXXrj&^pai. fiagxvget 

8 ff Gen. 1, 26. 2, 7—8. 21-24 
19 f Eph. 5, 32 

8 xvQLog > PCD I « t&EXo] ?^erw (J | 7 tßale] eßalXe P | inl xbv 
^AöäfJL ^ixaxaaiv] '^ sxazaaiv int xöv ^A6du E | 8/9 xal avenk^Qüjae oagxa 
Slvx^ airtfjq > E | 9 «vr' ahxtjg xal (pxoS zerstört in P | 10 e^ yv- 
vaXxa xal Viyayev zerstört in P | 11 vdv zerstört in P | 14 vor av^go)- 
noq -\- 6 'R'^ \ 15 r§ yvvaixl avxov] avxov "> BO 

II. 17 SovXt}] dvvltj M 1 18 ivioxlt^ov ODcorr., ivQnlt,o)vxai G, ivcjxl- 
L,ovxai PCD*BELM | vor /nov + xov axofjiaxoq BO | xaxaöe^dad^o)] 
xaxaSe^axwaav BOELMG | 20 /naxagiog] clytog E | nag > BO | 
28 iaxiv] iaxi L | 24 dvd^QoiJtOLg dvrjxolg] iLvO^QWTtoig <p&aQxoig BEO, 
'*' fp^agtoTg ävB^Qijjnoig LM6 | 2(> xo)J.?j9^fjvai] xoXXrjO^i^aexai MG 



Text von Athanasius' tisqI nag^eviaq. 37 

äi fioi xm loyca xal avrog o äjtoOxoloq Xiycjv' ^^H yvvrj ^ 
ayafiog fieQifiva za rov xvqIov, l'va ^ ayla xq> ocifiati 
xal T<5 Jtvavfiari, tj 6b yafi7jOaoa fdSQifiva xa rov xoo- 
(ioVj jtcig agtoai rm avÖQl avr^^, xal fitftsQiOzaLT^ 
rovTO ovv Xayco, ort jtaoa Jtag&ivog ?] XVQ^ iyxQarevofitv?], kav 5 
ixv g)QOVTlda iv rm xoöfim rovro), avrrj r] q)QOPTlg avrjQ 
avT^g koxi' xav xri^fiara^ xav vJcaQXovra lxV> «^t/) rj fiigifipa 
(ioXvvet avxrjg ttjp ötavoiav, ojöJctQ yccQ öiä rov dpÖQog ro 
0(5 fia (ioXvvtxat^ ovxoig xal al öxiostg al xoOfiixal rfjv tpvxf]P 
xal t6 ocöfia t^g eyxQatavofitVTjg fiialvovot, xal ovx eCxtv ayla 10 
Tc5 ocofiari xal rm Jtvevfiari, rj 6^ tpQovrlC^ovoa ro sgyop rov 
Baov, vvfiipiog avzijg 6 XQiarog iöriv. tj yctQ agfioC^Ofiipt] ävÖQl 
(pd^aQTCp t6 d^eXrjfia rov ävÖQog avr^g jcouV ovxmg yag BiQrjrai, 
ort trj yvvT] rov lölov Omfiarog ovx s^ovoiaC^eiy äXjC 6 
apfjQ.^ xal jtaXiV ^äojttQ // IxxXrjöla vjtOTaOOsrai rm 15 
Kvglcp^ ovTG)g xal al yvvalxag rolg avÖQaöiv kv Jtavri> 
OLJt avTciv yag rmv xoOfiixcov, hav d^sXa)fieVj xal za avm voovfiev. 
fj 6e cvvanxofikVTi rm ijcovgavlcp wnq)l(p xo d-iXtifia xov vvfi- 
q)lov lavxfjg xaxegyaCexai. 

III. Tovxo 6b iöxi xo d^sXr]fia xov Xgioxov' xov xoXXdfispov 20 
avxS fitjöev oXwg Jtegi(pBQeö&ai xov alcivog rovxov, firjöev 
xöiv yrjtvwv q)Q0VTl^tiv, dXXa (lovov xov öxavgov xov öxavga>- 
0-avxog vjcsg avzov ßaOxaCeiv avxov, xal exf:i'V (pgovxlöa xal 
(iagigivav vvxxog xal rjfiagag dxaxajtavoxoig vfivoig xal do^o- 
Xoylaig vfivalv avxov, Jtt(po}Xiö(iavov ax^tv xo ofifia xfjg 25 
öuxvolag, alöavai xo d^aXrjfia avxov xal jioialv avxo, djtXrjV 
aX^iv xTjv xagölaVj xa&agov xov vovv iXarjftova dvat, iva, 
xad-cog avxog olxrlgfimv xal iXarmmv iöxly ovxmg xal 7](ialg 
i^axoXovO^wfiav avx^' jtgaov xal ^övxtov alvai, ava^lxaxov, 
fiTjöavl xaxov avx) xaxov ajtoöidovxa' vßgaov jtoXXciv dvaxo- 30 

1 1 Cor. 7, :U — 14f 1 Cor. 7, 4 — 15 Eph. 5, 24 

1 rw Xöyoj auf Rasur L | u.aQXVQel Se fxoi no X6y(p xal avtoq ö 
andazoXog Xiymv > E | 2 ayia -{- xal E | 3/4 xa xov xöcfiov "> LMG 
I 4 alx^q > B | <> air/j] avxrj M6 | 7 xav^] xal iäv E | 7 ahxfi tj 
MigifJtva zerstört in P | 14 ^ > LMG | 19 havxf]g] aw/? BOLMG 

lU. 21 neQKpiQeof^ai] ^7ii<f^()toS^aL BO (= editio) | fxr/Shv] /nrjSs BOCE 
LMG I 22 yjjiVcDv] xo ytjivov C | 28 avxov + ßov/.rjOSL BO | 24 axaxa- 
navoxoig] axatanavaxojg BO | 2<J an/J^v] a7iXf]v MG | 28 ^fistg] i\ueTq 
B I 29 ^ar^tov] vov/jov G | 30 vßQEu)v noD.üjv ave zerstört in P 



38 Ed. V. d. Goltz, Athanaeius' Adyog HwtrjQlag, 

fiepov, xad^ofg avvbg vjto rmv *Iov6ala>v vßglod^ri xäi vJtifiEtve 
JtXriyaq xal ßaöavovg vjto(piQBiv' xäi yag avtog xavra Ijtad^e' 
Qajticd^slg yag vjtb tov dovXov rov aQxuQ^cog, ovdhv ijcohjösVy 
aXla fiopov sljtev' ^sl xaxmg iXaXriöa, [laQrvQTjcov xbqI 
5 TOV xaxov' el öh xaXäg, zl fis Ö6Q6Lg;> ovx Tjövparo 6 xe- 
Xevoag rfi y^, tva rovg Aad^av xal ^AßeigAv ^cöptag xaxaxly^ 
xal xovTOV tov Ixxelvavxa xijv x^^Q^ ^^^ xvtpapxa xov tavxov 
Ö7]fiiovQy6v C,cipTa xaxajtulv, dXX* vxifitcvsv, rjfilv vjtoXifi' 
navmv vjtoygafifiop, iv ^fislg xolg ixelvov Ixvbolv 

10 kjtaxoXov{^i^oa)fi£v. öi) 6i, avd^Qcojtt, ov ßaöxa^eig vjtb xov 
Ofioytvovg öov ävd^QtoJtov vßQiö&rjvai; fiifirjöai xov öeöjtoxtjp 
öov. d yag hxslvog Oeog wv ißaöxa^e öia ol vJto dvO-Qoijtov 
afiagxojXov QajtiOß^TJvai, ov ayavaxxetg oxi ofioiog oov civd-Qa)- 
Jtog iXoiöoQTjöt öty xal ^rjxslg dvxanoöovvai avxm; o) JtoXXfjg 

15 avolag xal dq>Q0övp7]g fieyaX^jgl öia xovxo xal xoXaaig 7]filv 
^xolfiaöxai, xal eavxolg xo jivq i^ajtxofiev oxi xal Xoyixol 
ovxsg xolg dXoyoig Ccioig lavxovg elxa^ofiev. xajreivog)QoOvvj] 
jtoXXfj tlg xop xoöfiov xovxov kXriXvd^ev, xal JtXovaiog 

cov ijtxtox^'^^^ ^^' Vl^^^y ^'^' r](iBlg xy kxelvov JtxcoxBla 
20 jeXovxfjöa)(iBV, xal ßebg a)v yiyovev av&Qmjtog öi* fjfiagy 
xal kysvvTjd^Ti hx xrjg d^toxoxov Maglag. Iva iXsvd-sQoiöu ^(läg 
ix xfjg övvaoxelag xov ötaßoXov. 

IV. 'Od-BV 6 öod^TJvai d^iXa)v Jtoul iavxbv fia)Qbv iv to5 
xoOfiq} xovxcf), i'pa Jtaga xm Oem dxovoij ootpog. ol yaQ avd-go}' 
25 3tot xovg döoxag öovvat xal Xaßelv xal dyoQaütv xal jtoXslp, 
xal JtQayfiaxeveöO^at xal dtpvöxeQtlp xa xov jtXrjolov xal TtXbo- 
ptxxtlp xal dapel^up xal xop iva oßoXbp Jtoulp ovo, xovxov^ 
g)QOplfiovg djroxaXovöip' o öh ßbbg [looQOvg xal dovpexovg xal 
afiaQxojXovg xovg xoiovxovg xaXeL 

30 Axove yctQ, (pt]o\, rl avxbg o Otbg öia ^Q^filov xov Jtgo- 

4 Job. 18, 23 — 8 1 Petr. 2, 21 — 18 2 Cor. S, 9 

1 vor ai'zdq + ital LMG | iß()loi)-tj zerstört in P | 2 vnoipegeiv] 
vnoiptQBL P I 5 6e{teiq\ 6ai(jeig BO | 7 ixzeivavra r^v Z^^Q^] ixTelvowa 
X^tga E I ktarov] avvov LMG | 8 xazanieiv] xazanoLslv M | 12 Bebg 
>E I ^ßaaxate] ^ßdata^B BOh \ V^ av] ah -{- 6b Y^ \ 17 uvreg xoig 
dXoyoig] tolg > M | havzovg] kawoTg LMG ; ist vor xanBivo(pQoaivri etwas 
vom ursprünglichen Text vorloren gegangen? — alle codd. lesen wie oben | 
18 iXiiXv^ev] iW.v^ev G | 21/22 tifxäq ix xfjg övvaaxeiag zerstört in P 

IV. 26 iL(pvozeQelv] dnoaxBQeXv 



Text von Athanasius' negl naQd'eviag, 39 

q>i^TOV eLQTjxsp' «o Jiaog ovrog vlol ag)Qoviq eloi rov 
xaxoJtoifjoar t6 öh xaXbv JtoiTJöai ovx ijtiyvcooav,^ 
xal 6 fiaxagtog IlavXoq' «»J öoq)la rov xoOfiov xovxov 
fimgla Jtaga to5 Sem iörr xal 6 d-iXo^v öoq>oqysveoB'ai 
ficoQog yaviod^a), iva yivfjTai ooq>6g.> xal JtaXiv 6 avrog- 5 
Xiyer €aösXq)ol, fir] Jtaiöla ylvtöd'S ralg q)Qeölv, dXXa 
T^ xaxla VTjJtca^ers.i^ o yaQ Oeog elg rä yi^tpa d^iXsi 
fiOQovg slvai, elg de xa ijcovQavta q>QovlfiOvg' xal yäg avxog 
6 avxlötxog r]fic5p ötaßoXog q)Q6vifi6g ioxi xy xaxla^ xal 
i^fiäg del avxä g)Qovlfda>g egxao&ai JtQog x6 vixrjOat avxov xag 10 
xaxoxixvovg kjrißovXag- Xiyet yaQ 6 öoxijQ iv xolg evayyeXloig' 
tylvsöd-e g)Q6vi/ioi cog ol oq)eig xal ax^gaioi dg al 
xeQiOxeQaL^ 6 de xaXovfiepog Jtag* avxm q)Q6pifiog, ovxog 
loxi 00(piC,6fiepog Jtoi^öac xo d^iXrifia xov Oeov, xal (pvXaaoetP 
xag hpxoXag avxov, 15 

V. Meya q)aQ(iax6p iöxi ocoTTjglag rj xajteiPocpQoOvprf' o 
yaQ oaxapäg ovx ^'^«^^^ JtoQpelag ?] fioixslag i] xXojtijg xaxrj- 
vix^ Ix xAp ovQapöip, aX)! ^ vjceQi](papla avxop xaxißaXsp 
elg xa xaxcoxeQa f/eQrj xrjg dßvöoov\ ovxa)g yag elQrjxep' ^dva- 
ßi^oofiat, xal d-Tjaofiai xop d-Qopop fiov ipoijtiov xov 20 
Oeov, xal toofiai dfioiog x<p viplöxmi^ xal öia xovxop xop 
Xoyop xaxeßXi^&f]^ xal kytpexo rj xXtjQOPOfila avxov xo jcvq xo 
alcipiop, ^ ovp vjteQtjfpavla ip xcp ötaßoXco iöxlp, ?) öh xajteipo- 
q)Qoövpi] ip xcp XQiOxfO' avxog yaQ 6 xvQcog Xeyei, oxt «o ^f- 
Xa)P hp Tfiilp elpai iiiyag eöxo) jtdpxmp öovXog.> 6 yaQ 25 
Oeog x&p xajteipcop iorip. 

VI. ^Ayajtriömiiep OfpoÖQa xfjp pr/öxeiap' fieya yaQ q)vXaxxi^" 

1 Jerem. 4, 22 — 4 f 1 Cor. 3, 19. 18 — 6 1 Cor. 14, 20 — 9 1 Petr. 
5, 8 — 12 Mth. 10, 10 

19 Jes. 14, 14. — 24 Mth. 20, 2l> 

1 elai > PCD I 2 ineyvoyoav] syvvjaav BO | 3 rovrov -\- <prial 

17^ yaQ Seöq] -- 6 ßedg /«(> E | 7/8 d-ikei /xatQOvg elvai] »^ /xwQovg 
&eXei elvai E \ S elg Sh] de > G | 10 SQx^a^cci] inigx^a^cci Bcorr. 
(=» editio) I 11 xaxoTi/vovg] xaxiyyovg 6 (editio verbessert) | 12 ylvea&e] 
ylvea^t P | iog] toaü BO, iog o'Htpig E | 14 iavi] iaziv 6 BO 

V. 17 ^1] xall^O \ 18 V^hß^ ^^ ^^^v oijQavGiv cOl' t) zerstört 

in P I vneQrjtpavia] vneQKpavla B = editio | xaxißaXev] xatiXaßev M 

1 19 elg tä xaxojtEQa zerstört in P | ovTwg] ovrio editio | 25 fj/JtZv] 
v(ilv OLMG 

VI. 27 ixeya yaQ] yuQ > BOCD 



42 ^d- v* ^- (^oltz, Athanasias' ASyog SanrjQiaq. 

oXov TOP xojcov avTov ajKoXeOB, Ov ovv, öovXri xov XqiCtov. 
xal jtdvTsg oöot d^iXovoi ocDO-^vai, iav vfjOrevOyg, ayvioov et- 
avT7]P ajto Jtaorjq (piXaQyvglac;' ort 6 ayajtAv aQyvQiov ov öv- 
vaxaiTov Seov ayajcav, *QiC,a yaQ Jtavxa)vxAv xaxäv hoxiv 

5 /} (piXaQyvQla,!^ 

VIII. Tr^v xBvoöo^lav xal xfjv äXa^ovsiav loxvQcig q>evys. kav 
vjtoßaX^] öoi Xoycö(i6g, oxt fiByaXt] yiyovaq xal xaXrjj XQoßaßr^ 
xvla xf] dgexfi, fifj JtiCxsvO'^q avxm' 6 Ix^Qoq yaQ koxiv 6 Ipt- 
jcoöl^cop xal xBVOÖo^lav vjtoßdXXcop' ovx dpB^rj ovv xov Xoyi- 

10 öfiov ijtatpovpxog öb' bclp ob vjtoßdXxi öot 6 Xoyiöfiog Xiyov, 
6x1 (itj d^tXB xojtiäp ovx mg dvöxoXoDg, övvadai ömdijpai, ovx 
dxovöBLg avxov' 6 ix^Q<>? 7^Q ^öt:«^ 6 vJtoßdXXmv x^^^^^ 
xal 6Xiy(X){)lap, 'ipa öb xaxaßdX^] djto xfjg kpagixov Oov jtoXixBlag' 
jtoXXa yaQ iöxl firixaprmaxa ix xov kxB-QOV yiPOfiBva xoTg Sov- 

15 Xoig xov ßov' vjcoßdXXBt yaQ xolg dpd^Qcijcoig CQXBöd'ai xd 
ijtaivBlp Xoyovg JtQog x6 itpafB-^pac xf]P xaQÖlav avxov. <H> 
de iit} xaxaÖB^i] BJtaivop dv^Qcojtwp' kdv öi xlg öoi fijriy tfioxa- 
Qiog Bhy Xiye avrcp, idp i^iXO^o) ix xov ocifiaxog xovxov xaXm^ 
xBXBKDöag, xoxB (laxagicd^rioofiat' aQxi yaQ ov jncxBvm ifiovxÄ 

20 6x1 fiaxaQiog Blfd' ol yag dvd^Qmjiot cog aPBfiog ovxo) fuxa- 
ßaXXofisd^a, JtoXXdxig öh vjtoßdXXBi oot k^ovd'BPBlP xovg iö^lor- 
xag' fiTj jtioxevöi]g avxcp' dXXoxgiog ydg iöxi' jtdvxmv yaQ 
iXaxtoxoxBQOP oeavxop Xoyl^ov, l'pa JtoXXovg jtgod^yg Big tr^p 
ßaöiXelap xcop ovgapöip^ xal Jtagd Ob£ vipco^yjöiy' vxoßdlXn 

25 de 6 ix^Qog xal doxrjotp (iBydXrjp^ tpa xo Ompia dö&'BPhg xcl 

4 1 Tim. 6, 10 

1 xu7iov\ xonov M | avxov d7iu)Xeae zerstört in P | ov zerstört in 
P 1 2 oaot zerstört in P 

VIII. « xftl t;/v] W/v >eaitio | a)Mi;ovelav] aXai;ovlav C | 7 {^oßaMil 
vnolSdDj^ MG, vnoßdXet CD | 10 v:ioßdl^] imoßaXX^ MG, vKoßdXst CD | 

12 dxovasi^] dxovGf'jg L | 13 xaraßaXy] xataßdXXy BO | 15 eQX^<f^] 
a^'/ezai Migne H\ cwtoZ] airCov Migne | 17/18 fiascoQiOQ] fui- 

xagia Lcorr.MG | 18 avr(;>J hax^o) L, havxy Lcorr. MG | 19 tÜJti- 
dicaq] teXeiojaaotc MG | i/xavriy] ifiavty Lcorf. MG j 20 fiaaeoQto;] 
fiaxaQtic MG | 21 Tcokldxig dh] ei öh noXkaxig C, eI noXXdxi^ BO | 
22 mazevofjg] TiiOTEioeig MG | 2<X IXaxictoxsQOV OBovröv] Haxtat^ 
xtQav oeuiT^jv LMG | no/j.ovg ngod^yg] .... ovg TtQodSvg *fe ^ 
ßaoL zerstört in P, n^ot^tj.: MG, Tigod^eig D | 24 S-e^ inptüd'Jiay' {^oßid 
zerstört in P 



1 



Text von Athanasius* tieqI nagBevlaq. 41 

kxXexxal JtaQcc xa JtaiöaQta ra kod-lovra rijv ZQajtsCav 

VII. ^Ogag r/ jtoisl ^ vrjörtla' xal voöovg O^SQajtevti xai qbv- 
fdaza oajfiarixa §r]QalpBi xal daifiovag ixßaXXst xal XoytOfiovg 
jtovrjQovg aJtoÖKDXSt xal xov vovv XaujtQoxsQov Jtoisl xal xaQ- 5 
ölap xaO^agav xal ocofia t]YiaO(iivov xal xq> ß^govco xov Oeov 
JcaQlaxT]Oi xov ävO^QOJtov xalj Iva firj vofilöijg, dxi xavxa ajtXa>g 
X^yovraCj ex^ig (laQxvQlav hv xolg evayysXiocg JcaQa xov öa)xfj' 
Qog 6lQT]fitpi]p' TjQcixTjOav avxov ol fia0^7]xal avxov Xtyovxeg' 
xvQie, ÖBl^ov rinlv, Jtolct) xQOJtcp xa dxaß^aQxa jcvevfiaxa tpvya- 10 
ösvovxaL eljiep öe 6 xvQiog' trovxo xo yivog ovx hxßaX- 
Xexai, eI fit] iv vrjöxeiaLg xal jrQoöevxalg^^ Jtag ovv o vjto 
jtpsvfiaxog dxa&agxov oxXovfitvog, lav votjöt;] xal xQrioi]xai 
xcö q)aQfiaxcp xovrcp, Xiyco dt] xfj vqcxBla, BvO-vg xo JtvBvfta x6 
jtovTjQOP oxBvoxojQovfiBPOP dpaxo^QBt^ q)oßovfiBPOP xrjp vYfixBlap, 15 
:ndpv yaQ XBQJtopxai ol öalfiopBg x^j xgatJcaXu xal xij dvaJtavCBi 
xov öcofiaxog. (iBydXt] övpaftig prjöxBia, xal fiByaXa xaxogd'cifiaxa 
ylPBxai öl' avxrjg, Ijitl Jtod^BV xal ol apO-Qcojtoi fisyaXag övpa- 
fiBig ijtixBXovöi, xal Of]fjiBla öi' avxcop yiPBxai, xal lafiaxa xolg 
xafipovöi öl' avzcop öoQBlxai 6 OBog, bI fif/ jtdpxoog öi* döxi^- 20 
OBog xal xaJtBiPotpQOOvprig xal jeoXiXBlag dyad-rfg; PTjCrBla yaQ 
ayyiXmp ßlog köxL xal 6 xO^fiBPog avxfj dyyBXixfjp xd^ip Ix^i. 
xal (17} vofilö^]g, dyajtrjXBy oxi ovxa>g djvXcag hoxip ?) pr}OxBla' 

OV yaQ O VTjOXBVCOP djtO ßQOfldxOfP fdOPOP kxBlPog XaXCOQd-tDÖBV^ 

{;cXX o ajtBXOfiBPog dno jtapxog JtoprjQov XQayfiaxog, xovxcp 25 
Xoyi^Bxai rj vrjöxBla' iap yaQ VTjöxBvö^^g xal fifj xr]Qi^o?]g xo 
oxofia öov XaXrjöai Xoyop JtopfjQOP ?} 6§vxoXlap ?} xBvöog rj km- 
OQxlap Tj xaxaXaXtjöijg xaxa xov jtX-qolop öov kap xavxa l^iXd^n 
ix xov oxofiaxog xov PT]öxBvopxog, ovöbp (D(piX7}0BP, dXXa xa\ 

12 Mc. 9, 29; Mth. 17, 18—20 

VII. 4 ^riQalvBi] ^rigalgei B | 7 8 ...vza anXihg Xeyovrai zerstört in P | 
8 sxBig] -\- yaQ vor fxaQXVQlav LMG, Rasur hinter hXBiq B | 8/9 OioxfjQoq 
elgrifii zerstört in P | 10 nolv)] vor nolo) + h MG | 12 ^v vriaxelaiq 
xal nQoaevxalq] •*' ^v nQoaevyaXq xal vrjozelaig MG, iv nQOoevyy xal rrj- 
üteia BO | 14 ttj vtjGveiq] tfj rrjoteiav C | 16 xQaindly] + xal rf 
fiiSy BO I 24 ov yä()] 6 yä^ D* | and ßQcofxdtcDv /jörov] UTid ßQw- 
pLaxQiv fidvog LMG, »^ /novog [0 fxovov) and ßQcofxdrc^v BO \ xaztjyfid-wGev] 
xatSo^ayasM \ 25/20 tovio) Xoyltezai 7j vrjozeia Rasur in D* | 27 xbv- 
Sog] xpsi^og M 1 28 xazaXalrjai^g] xazaX7]a^g G 



42 ^d- ^* ^' Goltz, Athanasias' ASyoQ SümjQiag. 

oXov Tov xojtov avxov djtciXsoe. ov ovv, öovXtj tov Xqiotov, 
xal Jtavreg oöoi d-iXovot OODd^^vai, iav PTjörevOfigy dyvioov Ce- 
a%)Tfjv äjto JtaOTjg q)iXaQyvQlag' ort 6 dycutmv aQyvQiov ov öv- 
vaxatxov Seov dyajtäp, *Ql^a yag JtdvTcovrcip xaxciv hoxtv 

5 fj g)cXaQyvQla.* 

VIII. Tfjv xevoöo^lav xal xf]v dXaCoveiap löxvQcöq g)BvyB, hap 
vJtoßdX^ 601 XoycOfiog, oxi fisydXt] ytyopag xal xaXi^, JtQoßeßrj- 
Tcvla xfj ägexfj, fii] jtiöxsvo^jg avx^' 6 ix^Q^^ 7^Q ^öT^r o ^^- 
7ioölC,(OP xal xapoöo^lap vjtoßdXXcop* ovx dpi^u ovp xov Xoyt- 

10 ofiov kjcaipovpxog ob' ictp öh vJtoßdXu cot 6 XoyiCfiog Xiya}Pj 
oxi fd7] d^eXe xoJtiäp ovxcog övöxoXcDg, övpaöai ocod^rjpai, ovx 
dxovöeig avxov' 6 ix^Q^^ ydQ höxip 6 vJtoßdXXcop x^^i^coö^r 
xal oXtymQlaPj tpa ob xaxaßdX^ djto x^g kpagixov oov jtoXixBlag' 
jtoXXa yaQ ioxl firjxaprjfiaxa ix xov hx^-QOV yipofiBPa xolg öov- 

15 Xoig xov ßov' vjtoßdXXBL yaQ xolg dpd-Qcojtoig iQxsoO^ai xal 
kjeaipBtp Xoyovg JcQog xb vtpcod'ijpai xijp xaQÖlap avxov. ov 
ÖB ur] xaxaöt^u tJtaivop dpd-Q(6jra)P' iap öi xlg öot aljf^ tfiaxd- 
Qtog Bh, Xtya avrw, iap i^iXO^o) ix xov Owfiaxog xovxov xaXmg 
xBXaiciöag, xoxb fiaxagiöO^i^oofiar dgxt yaQ ov JttCxBvo) ifiavxA 

20 6x1 fiaxaQiog alfil' ol yciQ dpd^Qojtoi cog dpBfiog ovxm fiBxa- 
ßaXXofieO-a. JtoXXdxig 61 vjtoßdXXai ooi i^ovd^spalp xovg iöd^lop- 
xag' fiT] jtiöxevo^g avxm' dXXoxQiog yciQ ioxi' jtdpxop yaQ 
iXaxcoxoxBQOP oaavxop Xoyl^ov, l'pa JtoXXovg JtQod^ijg alg xr^p 
ßaötXalap xAp ovQaP^p^ xal JtaQct Sern vipod-rjö^' vjtoßdXXet 

25 ÖB 6 ix^Qog xal daxi]CiP fiBydXrjp^ Itpa xb öwfia dö&BPBg xal 

4 1 Tim. 6, 10 

1 xoTiovl xönov M | avzov aTiwXeoe zerstört in P | ov zerstört in 
P I 2 oooL zerstört in P 

VITI. (» !e(d T/>] T^/v > editio i alatoveiav] aXaL,ovlav C | 7 x)noßdXii] 
vTioßakltj MG, vnoßalBL CD | 10 inoßdhj] inoßdXXy MG, vnoßdXei CD | 

12 dxovaetg] dxovdnq L | l;i xaxaßdX?;!] xaraßd/Jy BO | 15 SQX^f^^f] 
aQXBzai Migne i 1(» uhiov] avxCov Migne | 17/18 fxaxdgLOq] fia- 
xagia Lcorr.MG | 18 avzo)] kavzij) L, kairü L^'orr. MG | 19 reXei- 
(jjaag] xeleiioaaaa MG | ifxavz(y] ^/Liavtj Lcorr. MG | 20 fiaxaQiog] 
fxaxaQia MG | 21 noXXdxig öh] el öh noX)Axig C, ei no)Mxtq BO | 
22 mazBvot^q] Tiiazeiaeig MG | 2IJ iXaxiazozeQOv oeaiT^v] ikaxi^oto- 
xiQav aeavzt^v LMG | no/J.ovg TtQod^tjg] .... ovg UQodgiig elg t^v 
ßaai zerstört in P, ngoi^i^g MG, Tigod^ei^ D | 24 (^eib vxpmB^^ay' xmoßaX 
zerstört in P 



Text von Athanasius' negl nagd-eviag. 43 

äxQi^Oifiov Jtoirjöij. öov ovv 6 vrjOrBla [lixQov ix^to}' vi^otevoop 
oXov TOP IvLavTOP X^Q^^ Jtaoijg dvayx7j<;' äga 6h kvaxxi rrjg 
7](i6Qag, iv vfivoig xal jtQOOevxatg öiarsXtöaöa^ (leraXdfißave rov 
dgrov öov kv Xaxdvcp avajtexoLrjiiivcp iXalcp' Jtavxa äyva oCa 
ajpvxa, 5 

IX. JSi) 6h, a> jtagd^ivs, fiTjdelg xarafiapO^av^tco ttjv aOXTjolv 
oov fiTjöh avxmv r<np lölcov öov övyyevcov dXX" st ri Jtoielg, 
iv XQVJtrtp jtolai' xal o jtaxriQ öov 6 ovgdviog o ßXejtov 
kv T<» xQvjtxm, djtoömOBt Cor kav 6h q>aveQ(DO^]g oov xov 
ßlop, x£Vo6o^la öoi xlxxsxac xal ^rjfiioV hav 6h evQ^jg tpvxfjv 10 
6fdoovfiq)a>POP Jtopovöav xm öfoo, cog xal ov, xavx^j fiov^] djto- 
xäXvtpov iv fdvox7]Ql(p' ixet ovx eoxi x8Po6o^la' kXdXrjCag yaQ, 
iva ood'fj ipvx^' Jtojivp fiioO-ov Xrirpn, iav öa}Ojj 6ia Oov tpvxi^* 
xolg ?xö^^^ Jtod^ov dxoveiv XdXei xa övfiq)tQ0Pxa, iav 6h dxov^l 
xal fiT] Jioifj, fir}6hv XdXec. Xeysi yag 6 xvQiog' ^fifj 6cixe xa 15 
ayia xolg xvol, firj6h ßdXtjxe xovg fiaQyaglxag vfimv sfi- 
jtQOöO'ep xcöv xoIqcop'^ xvvag yag xal xolgovg djcoxaXsl o 
Oeog xovg iv dxlficp ßicp 6idyovxag' fdagyagtxai yag xlfiiol eloiv 

ol xov Oeov XoyoL xolg d^lotg novotg 6i66fieP0i, 

X. i2 fiaxagla ywxi^, ^ dxovöaoa xovxovg xovg Xoyovg xovg 20 
ysygafiiitvovg kv reo ßißXlcp xovxco xal jcoiovöa\ fiagxvgofiai 
jiavxl dxovovxt xa g7jfdaxa xavxa xal Jtoiovvxi, oxi xb opofia 
avxov ygaq)rjOBxai tv xf] ßlßXqj x?jg ^ooifg, xal kv xq> xglxm 
xdygiaxi xcqp dyyiXmv evgeO^rjOsxai, iav jtgoöBvyi^l i] tpdXXijg 

8 Mth. 0, 4. ii. 18 — 15 Mth. 7, G 

1 Tioiirja^] noi/jai 6, noiZ/ot] M | v7jOzevaov -f- ovv LMG | 3/4 rov 
agxov] xCov agtiDV BE 

IX. 7 aircibv tCbv iSlcov] avribv >• editio | 8 nolei] noiBlv G | 9 dcTto- 
6maBi\ doiasL B* | anoSujoei aoi -f- iv zCo (pavego) Bcorr.O | 10 iav 6h 
evQ^q] evQisq > E | 11 tavxt^ fiövrj = GDcorr.] tavVTjv fidvrjv PD*BOE, 
zavzTi fxövriv L, xavxij ixövri M | 13 noXvv fiiG&dv ... bis tpvx^ >• PD*E, 
Dcorr. fügt die Worte am Rande ein (C?) | noXvv L | 14 dxovy] dxovei 
D I 15 xal fxfi noi^] fx?) > G | du)Ts] ööxe E | 1(> ßdXTjxe] ßdXlrjxe editio 
I 17/18 d 6edg] Xqioxoq MG | 18 fiaQyaQlvai] ^agya^lxai ELMG 

X. 20 oi ^axagia xin/Jj 1) axoxaaaa xovxovg xovg Xoyovg > C*, der 
Schreiber selbst bat die ausgelassenen Worte mit roter Tinte am Rande 
nachgetragen, xovg > D | 21 yeyQafifiivovg] yeyQafifiivoig C* | ßißXuo] 
ßlßXtp E I 21/22 fia()XVQOfua navxl -\- av^Qoyno) BO | 11 xavia xal 
noiovvxi zerstört in P | 23 ^v r^ zerstört in P | 24 ^av + ofv Migne 
I \p&)J,^g] tpdkXeig MG 



) 



44 Ed. V. d. Goltz, Athanasius^ Aöyog ScjzrjQlag. 

j] avayivcoöxxjQ^ xar lölav xdO-ov fir]6alq axovixoi, d fir] Cv 
fiovt], xai iav £X^^ ofioifwxovg filav ?j ovo jtaQd^ivovq' Xeysc 
yctQ 6 XQiOTog' ^ojtov ovo ?/ tgslg slai ovvTjYfitvoi hv tc5 
dvofiari fiovj Ixet slfii hv fiioo) avrcop.* ajcod^ov xo yv- 
5 vaixetov ^Qovrjfia xai laße d^aQöoq xai avÖQslav. Iv yctQ xy ßa- 
CiXsla xäv ovgavoiv ovx eoxiv agoev xai d^fjXv, aXXa 
jtadat al svageöXTjöaoai yvvalxsq dvÖQciv xd^tv jiafißdvovöiv. 
IjciXa^ov xd vsoxsQixd öx^jfiaxa, iva Xdßi]g xifdijv xfjg xaXiqq 
X'^Qc^^' Xiysi ydg 6 dyiog IlavXog' ^xlfia xVQ^^i ^^^ opxojg 

10 X^IQ^^' V ^^ ovxcog XVQ^ ^^^ fiBfiova^fiSprj rjXjtixsv ijii 
Oaov xai XQoOfJtPSi xala öerjöeöi xai ralg JtgooevxaZg 
vvxxog xai rjftigag. ?] öe ojcaxaXmöa Ccoöa xsd-vrjxe. XVQ^ 
xaxaXeyiöd-o} fi?] tXaxxoi> ixmv l§7jxovxa,yeyopvla kvog 
dvögog yvv7j, al ixsxvoxgotprjösp, el k^avoöox^osVy al 

15 dylcDV jtodag tvitpav, al ß-Xißofitvoig kjtrjgxaöav, al jtavxl 
igycp dyad^A ijtr]xoXovO^T]Oa, vaoixagag 6a x^]Q^^ ^ctg^^t-- 
xov' oxav ydg xaxaöxgrjvidooöi xov Xgioxov, yafialv 
d^aXovöiv, axovöai xgifia oxi xi}v Jtgcixrjv Jtlcxtv rid^i- 
xr^oav.^ 

20 XI. 2^v öa, al fiav ov Jioutg xd vaoixtgixd O^^fiaxa^ ovx 

dxovaig vaoyxiga, dXXd xai jtgaoßvxrjg djroxaXfj xai xififjv axacg 
(6g jtgaoßvxiga' ?) vjtooxaoig xa>v Ifiaxlcov oov fifj ijxco jtoXvxifiog. 

ijtapövxTjg öov fiaXag, fifj ßaßa^fiivog ip ß(i<piji dXX' avxoipvrjg 
löioxgoog t] ovvxKcov xai xo fiaq^ogiov dxgoooov, wöavxmg xijg 

25 avxTJg XQoag' xai ;(ffc£()/Aa agad JtagixaXvjtxovxa xovg ßgaxiovag 

3 Mth. 18. 20 — 5 Gal. 3, 28 — 1> 1 Tim. 5, 3. 5. 0. 9. 10. 11. 12 

1 avayivuiaxiiq] dvayiyvtoGXELg MG | 1/2 fjiiiötlq dxoveto) el fji^ cv 
fiövTj > E I 2 ^/jjg] tysig MG; vor Xtyei scheint etwas zu fehlen — alle 
codd. aber lesen wie oben | 3/4 arvrjyfitvoi (sie! mchtvwjy/xivoLwieTAigne 
p. 262 Anna. 11) diä xö övond fiov BO | 5 dvögelav] dvÖQlav P | 6 ^Xv\ 
d^rjkoi L, d-vkrj M, (iQQaev xai ^vkrj G | 7 ad > G | 9/10 liysi yaQ ... bis 
tag dvT(og yj/Qag > LMG (D wie im Text, aber auf Rasur) | 10 fjtSfiovojfjiivTj] 
/nejnavo/idv7j G | i^Xnixtv] fjXjtrjaev P, ¥^Xmotv C | inl + rov MG | 18 xaxa* 
XeyioS'Ct)] xaraklaytod^a) My xarcxrjXXeyboOu) G | 13/14 yEyovTa (sie Lcorr.) 

hvog dvÖQÖg yvv7i > L*, Loorr. -f. in mar^ine | 14 igevo6 itexvozg, 

•*' LMG I 16 x^'iQ^^] yJlQ^^ G (editio) | 18 Eyovaai\ e/ovai MG 

XL 21 TiQeaßvzrjg] nneaßvxig BMG |Migne Tiosaßi^tna] \ xai + z^v 
rifxfjv I 22 /M/) ^r<i> no/.vvijbtog zerstört in P | 23 ^v ßa(pt] zerstört in P 

1 24 löidxQoog] löiöyQmog ]MG | xai zb fiacpooiov zerstört in P | 25 ygdag] 
XQ^ccg LG (editio) 



Text von Athanasius' 71€qI nagd-eviaq. 45 

?<Dg x&v öaxTvXcov T(5p ;^£t()c5i^, rag tqlxaq rrjg X£q)aX^g jcegi- 
xsxofifispag xal xeq)aXo6töfiiov igsow, JtBQLOq)lyyov ttjp xeq)ajirjv 
xal tcovxovjLiov xal Ijtcofiiov axQoöoov, kav öe owaprag ar- 
d^Qcijecf), ro jtQOöojtov xaraxexaXvfifiti^ov torco, xclkd vevovy 
xal ovx ijtaQ^g ävd^QcoJccp xo jtQOOcojtop oov^ el (irj (lovov tm 5 
6f5 Oov, 

Oxav orfjg elg JtQoOevx^v rovg Jcoöag Oov jtsQixexaXvfi' 
(livovg Ixe iv vjtoö/jfiaöii^' avrog yaQ 6 öroXiOftog ItQoxgs- 
jcTjg IcxiV ovx ixövöu yvfivrj' vvxxog 61 xal fj^tQag xo Ifiaxiop 
oov toro) xaXvjixov rtjp octQxa Oov, ov fit] lö^ ajikrj yvinj xo 10 
Omiia oov yvfivop avtv Jtdorjg avayxrjg' al)! ovöe avxi] xaxa- 
voriosig djtoxBxaXvfdfievfj xtp omfiaxu h^oxov yaQ ixa^o tc5 
ße^ iyxgaxeveod^ac^ xo Ocifia Oov ijytaoiiivov hoxl xal vaog 
Oeov. ov xoh ö^^ '^^^ vaop xov Oeov ajtoxaXvjtxsod^at vjto xi- 
vog, ov jtOQtvOTj üg ßaXavalov vytalvovoa avsv jtdorjg dpay- 15 
XTjg, ov fifj ßdipijg oXov xo Ocifid Oov elg vöcoq, oxi dyla el xv- 
Qiq) xm Obco' xal ov (iiavelg r/)r octQxa oov ev ovöerl xoofuxqi, 
äXXä (lovov xo JtQOOOfjtov oov pltpai, xal xag X^^Q^^ ^^^ xovg 
xoöag' oxav riipyjg xo jtQ6oa>Jt6v oov, ov vlrp?] xalg ovo x^Q<^^^ 
ovöh fifj ixxQiipi] xa firjXa xJjg oipeoig Oov ovöh fiij ßdX^jg 20 
jcoav ovöh vixQov ov6b tu ofioia xovxotg. al xoOfiixal yag 
xavxa JtoiovOLV dXT^ Iv vöaxi xad^agm vlfJ]. 

XII. Ovx kjtixQio^ xo o65fid oov fivQq) jtoXvxeXtl, ovöh ijii- 
ßaXatg im xa Ifidxid oov aQcofiaxa jtoXvxifia. ^Eav dt xo 0(5fid 
oov dod-sptoxtgor yivrjxai, XQV^^^ olvco oXlym öia xov 0x6- 25 
fiaxov. iav öt, o fifj yivoixo, elg xdxojoiv ifijte07]g, oeavxTJg hjtt- 
(deXov' firj 6mg xojrov xolg dvd^gdjtoig Xtyeiv, oxi ix xrjg doxrj- 

25 1 Tim. 5, 23 

2 nBQLaiplyyov] negia(piyya)v B* corr. in neQia<piyyov (= 0) | 8 ino)- 
fiiov] inöfjiLOv LMG | avvavzäg] avvavräg LMG (editio == B) | 4 ngS- 

CCDTIOV + oov E 

7/8 rovg noöag oov ne()ixex, e/^e iv inod.] »^ neQixex. sxe tovq nödaq 
cov iv vnoS^ BO | 11 ooj/na] oujfta L | 11/12 xaravo^OEig] xaxavoi^arig 

I 12 iiöxov] i^ oTov Migne | 12/13 uy SsOj -^ td D \ 18 vaög + iori 
xov MG I 15 ßalavelov] ßulavuov L | 19 oxav] ov &v MG | oi? > editio 

1 20 /M^i > C I ovöh fxf/ ixxoixpy zerstört in P | 20/21 /i?) ßdXyq Tiöav 
olSh zerstört in P | 20 ßdlyg] inißdli^g E | 21 xoig, al xoouixal yaQ zer- 
stört in P 

XII. 23 inLXQiOfj] inr/itjjoei L, iniXQiosL MG | 20/27 iTiiuelov] im- 
fiiXov editio 



46 ^cl. V. d. Goltz, Athanasius' Aoyog SiotrjQlag. 

ö6(Dg avTfjg cvveßtj avrrj rj xaxmoiq, aXXa jcqXv ^ xiva aljtslv 
Cot, oi) Osavr^g q>Q6vxioov, %(og av raxv dvaorijg, xal JtaXiv xbv 
xavova oov tXxvC^g. oXov xbv xQovov xtjg C^ofjg Oov kp PTjöxelaig 
xal jcQodBvxolg xcH iXerjfioövpaig öiaxiXei, fiaxccQiog 6 dxovcop 

5 xavxa. wxxog xal rj^igag fi^ djcoöxi^xa) 6 Xoyog xov Osov ix 
xov öxofiaxog aov. tJxo) öh x6 tQyov oov öiajtavxog fisXexi] 
xciv d-Blmv yQag)cov, tpaXxrjQiov ix^ xal xovg tpaXfiovg fiapO-ave. 
dvaxiXXmv 6 ijXiog ßXBJtixoo xo ßißXlov iv xalg x^Q^^ ^ö^» ^^"^ 
fiexa xQlxrjp Sgav cvvd^Big kjtcxeXsi, oxi xavxi;i x^j Sga Indyri 

10 xo ^vXop xov oxavQov' ixxxi (Sqcl hxLxiXsL xag JiQoöevxag fiexa 
tpaXficov xal xXavd-fiov xal öei^oemg, oxi iv avxfj x^ wQa i- 
xQSfiaod^T] 6 vlbg xov Oeov ijel oxavQov' Ivaxxi diga jtaXiv kv 
vfipoig xal öo^oXoylaig fisxa öaxgvmv i^ofioXoyovfisvri xa jeaga- 
jtxcDfiaxd oov, xov Oeov Ixixevs, oxi iv avxfj xfj wga 6 xvQiog 

15 xgefiafisvog ijtl öxavQOv djieöcoxs xo jtvsvfia. xal fisxa xfjv 
Cvva^iv xtjg ivdxrjg toO-ie xbv ägxov oov, evxaQiOxrjOaOa xqt 
Oe<p ijcl xfjg XQaJt£^i]g oov ovxmg' svXoyrjxbg 6 Sebg o xgitpmv 
IIB Ix veoxTjxog fiov, to öiöovg xQoq>7}v Jtdo^ oagxh' jtXi^- 
Qmoov x^Q^? ^^^ £v^Q00vv7]g xfjv xagöiav fiov^ iva jtavxoxe 

20 jtaoav avxagxeiav llxovxtg jteQiooevcofiev elg Jtav Igyov 
dyad-bv kv Xqloxcö Ii]Oov xcp xvqIco 7](iciv, fteO- ov ooi 
do^a, xtiirj, xQaxog ovv dylm Jtvevfiaxi elg xovg alcivag xcov 
al(6va)V, dfiriv, 

18 Ps. 135. 25 — 1» 2 Cor. 0, 8 

1 avirj] avT^ P, avxy fj x. BMG, arr^/v xdxwoig L | elnstv] sinsi 
MG I 2 (pQÖVTLOOv] (pQÖvxitov editio | «v > D | 4 ^Xe^fioavvatq] iXairj/xO' 
oivaiq G | 4/5 6 äxovojv tavra -\- xal nouov avxä MG ) 6 xov > D | 
ÖLanavxöq] öia navxoq Migne | 1)/10 ^Tidytj xd |rAov xov axavQOv' ?xxij . .] 
indyri xo fiAw xov ozavQov ^Jrjoovg ij ndvxwv ?«;/)• txxin MG | 10 ?xxy 
wQ(x 4- d/xolüjg MG | imxt/.ei -f- oov vor xäq MG | 11 ^ > editio | 
11/12 ixQe/xda^7i] ^xQafidad^ MG | 12 ^nl -f tov LMG | hdxy] iv- 
vdx^ E I lOQa] -\- dh MG | 14 rt ^v . . . xigioq zerstört in P | 15 dn^oixe] 
TcaQtöcjxE MG I 15 10 fxexd x^v ovra^iv zerstört in P | 16 (n;vaftv(«»M 
GW1W2)] cvvxa^iv BOEL | ivdxtjg] ivvdxTjg P | 17/18 <5 ßedg 6 r^i- 
<pwv fXE ix veoxrjxdg fiov] 6 iXeCov xal xQS<pa)v ^fiäg ix vsoxfjxog ^fji&v 
MG I 19 r//v xagölav ^ov] xag xagöLag ^ifxCbv L*MG | 20 TieQiaoevmfjisv] 
TtSQiacEVOfiev PCD, negioaevoifxev MG, naQLaGevaifiev E | 21 ooi] + ngi- 
nei MG | 22 öo^a + xal xift^ B (0 = Text) | öS^a, xi/Aitjj xgdxog] öd^a, 
x^dtog xifif] xal ngooxvvfjoig MG | 22/23 elg xovg acibvag x(hv alojvwv] 
elg alibva tibv alu)Vü)v E | Z. 8—23 | Wi und W2 = Text 



Text von Athanasius' negl nagd^evlaq. 47 

XIIL Kai orav xa&söd^fjg ijtl rrjg TQojti^rjg xal igx^ xXäöai 
TOP aQTOV, CtpQaylöaoa avrov tqItov, ovrcog evxaQiOrovOa Xaye ' 
evxccQiOTovfiip 001 jrazsQ rjiioiv vxIq Tiqq äylag apaöraaeoig 
oov öia ycLQ ^Itjöov rov Jtatöog Oov iyvcoQiOag i^filv avrrjv xcu 
xad^ihq 6 agtog ovrog iöxogjtiOfiavog vjtaQX^t 6 kjtavo) ravT7}q 5 
rr^g rgajti^rjg xal övpax^slg lyivexo %v, ovrog kjtiavvax^Tjta) 
oov Tj IxxXrjola ajto tcöp jefgarov rrjg yfjg alg xf}v ßaOiXslav 
ooVj 6t i oov hoTiv ri övvafiig xal ^ (Joga slg xovg alAvag r&v 
almvmv^ dfirjv, 

^Eav 6b ovfiJtaQcioi fiera Oov ovo ?} xQslg jcagd^ivoi evxagiO- 10 
xi^xa)Oap ijtl xov jtQOxtlfievop clqxop xal OvPBvxiod^a)Oap. kav 
ie svQsd-fj xaxr]xovfd€P7j hp xfj xQajti^% fiij ovpevxsoO-o) (isxä xcop 



XIII. 1 drav] 8r* «v MP | 2 xqLxov + x6 atifielov xov axavQOv MG | 
8 ooi] ae W2 | ^ 6 aQxoq ovxoq] 6 aQXoq Tovxoq L und W* (T = 
Kreuzeszeichen?) | iaxoQniafihoq] ScsaxoQTtLOfjiivoq BOEL | vnaQx^^ 
>> D, vTrap^oi B* von erster Hand corrigiert: yyQ. vtctjqxbv 6 indv<a xav- 
xtjq xfjq XQani^Tjq; G gibt am Rande an, B habe vn&QxaiV im Texte, W* 
liest vn&QXBL, W^ vnfjgxsv \ xavxjjq > Wi | 0/7 iniawax^^ltu) oov] 
oov > Bcorr., awax^^J^xo) E | 9 MG lassen das Gebet BvxaQi'(JT0VfJLBv bis 
«/Mi}v aus; statt dessen steht nach X^yei' Bhx^9^<^ovfiiv aot, ndxBQ ijfiwVy 
vnhQ xrjq ayiaq xal ^vSö^ov aaQXihaBojq xov vlov aov Xqloxov xov Sbov 
^ft(bVy )Jv ^fiBiq xaxä (G xaxä xä) x9jv d^siav ixsivov inayyBklav xad'^ 
^fiigav iad^iovxBq BVfpQaivo^Bd^a slq xovxovl xov alad'tjxdv agxov fXBxa- 
ßdkXwv avx^^v diä t^v dad'ivBiav ij/jtG)v xy ahxov ;|r()jy(jr6rjyTA * xal dxi 
Si* avxov OB ByvwfjLBv xov dlfj^ivov Oböv xal naxiga ijfitbv xal xb navd- 
yiov nvBVfxd oov, xö (pioxitov ^fiäq xal nagriyogov xal nqöq x^v a^v 
w^tjydv inlyvwaiv' (^&bv na(jaxaXov/niv ob aQfxoöiov xovxov yBviaS-ai 
xal BifpQavxLxöv ry ^jubxbqcc ovaia xov oo}(xaxoQ xal firjSinoxB ahxdv vaxB- 
QOVfiBvai did x^v fj/xCbv dva^idxtßa dkXä xal ixBlvov xdv voov/xbvov xov 
u,(aonoidv xal navdyiov xov fiovoyBvovq oov v\ov oagxotpÖQOv agxov 
d^iatq fxBxaXa^ßdvBiv fjfiäq d^lcDOOv diä x^v o^v dyad^oxrjxa. 

xal xavxTjv fihv t/)v bI/J^v iv xiy xXäv xöv agxov xal ^IXbiv ioS-lBiv 
dipBlXBiq XiyBiv iv öh xio ^uvai xovxov iv xy XQanitiy xal xa^Bod^ijvai 
ßovXBt xb ndxBQ fjfiCbv XiyB bkoxXrjQov, xfjv TiQoyByQafi/jtBvr^v er^^v xb' 
^BiXoyjjxbq &Bbq* dQioxr'joavTBq xal iyBLQOfXBvoi xfjq tgaTti^ffq XiyofiBv, 

Das Gebet hat die editio Commeliniana in G gestrichen und den B-Text 
abgedruckt, dagegen die Worte xal xavxfjv bis XiyofiBv aus G im Text 
stehen lassen, wo sie nur in eckige Klammem gesetzt sind. Die Codices 
▼cm Kloster Watopedi haben den älteren Text wie PCD und BOEL. 

10 ovo 5 XQBiq nagB^tvoi] ^ ovo nag^ivoi fj XQBiq MG | 10/11 fv/a- 
giox^u)oav] BvyaQioxBlxiaoav PW*W2 | 12 t^ > editio (G habet xy) 



50 Ed. y. d. Goltz, Athanasius' Abyoc; JSwttiQiaq. 

Obov 6o^dC,Hv kjtl rffq TQajti^tjg. ijtl tovtcov bIxbv 6 ß^eojti- 
oiog IlavXog' tovtol elcip ol ^^pol rov CravQov tov Xqiotov, 
cov xo riXog ajioiXeia, (ov o Oeog rj xoiXla, xal tj öo^a 
iv T^ aloxvvfi avx&v, ol xa hxlyeia q)QovovPxeg' rjficip dk 
5 x6 JtoXlxevfia iv ovQavotg vjtaQxei-^ ovtoi x^^QOPcg xal xwv 
&7]qI(dv xal x&v xxriv&v dor xa yag xx^ptj xal xa d-t^gla 
olöaoi xov jtoirioavxa avxovg ßeov, xal Bvkoyovciv avxov 
ol 6b avd^Qcojcoi, ol vjto xAv ;ffi()c5r avxov xXaöd-ivxBg tuu 
tlxova avxov ^OQOvvxBg, ovx oldaoi xov jcoiriöavxa avxovg' 

10 dXX^ ofioXoyovoiv avxov fihv iv x€p öxofiaxi avxäv, xotg 6i 
tQyoig ägvovvxai avxov tov JtiöxBVBig oxi loxi ßBog; xa- 
Xwg xocBtg, xal xa öaifiovia JtiaxBvovOi xal ^Qixxov- 
ocv Tj jtlöxig x^Q^^^ xcov Igymv vbxqcl ioxc^ xi yag 
(6q)BXBlxai avd'Qcojtog ofioXoycov, oxi bvi OBog, xolg 6b Igyaic 

15 avxov xolg JcovrjQolg aQVBlxai avxov; :xcig o/ioXoyBl ÖBOxotfi» 
?.X^iv, firj 6ovXbvc9v avxw; 6ta xovxo yag axovei xov TcvQiav 
avxov xal ol 6ovXoi ol6aOi xovg dyogaoavxag avxovg xci 
xificoOiv avxovg, xal i^fiBlg 6q>BlXofiBV xifiäv avxov, ov Xoyw 
fiovov dXXa xal Bgycp' avxog yag o xvgiog fjfiwv ^Irfiovg 

2u XgcOTog iv xw tvayyBXlcp ifiagxvgrjOB Xiyoov' «ov xäg 6 Xi- 
yo}v (tot xvgiB, xvgiB, BlöBXevoBxai Big xrjv ßaOiXelap 
xcöv ovgavmv.* xal JcdXtv' «ov lii} Xi^tpy xo ovofia 
xvgiov xov Otov aov ijtl fiaxalcp.* xal xaXiv jcgoct- 
xa^av ri(ilv Xiycov tdxoöxrixo} ajio d6ixlag jtäg 9 

25 ovofddC,o[)V xo ovofia xvgiov,* d^tXBig 6h yvcivai, ou 
xa d^fjgla xal xa xxrjvf] oi6aOi xov Obov, xal BvXoyoMP 
avrov; axove xov dylov jtvtvfiaxog Jtgooxdxxovxog avxolg h 
vfivoLg' ^evXoyBTxB xa O^rjgla xal jtavxa xa xxi^vt] roy 
xvQLOv't bI fifj tvXoyovv, ovx av avxotg jtgooixaxxBV. ovx 

8 Phil. 3, 18-20 — 11 Jac. 2, 19. 20 — 21 Mth. 7, 21 — 22 &• 
2), 7 — 24 2 Tim. 2, 19 — 28 Dan. 3. 81 

S ^ So^a] ?) do^ai B | 8 vnd] and B0ELM6 | 12/1 S ^Ttmiii 
4- aXXa vor ij MG | 14/15 sgyoiQ «{rof toTg novtfgoZg] ^ fyyoiQ «wT 
QOlc avxov E 1 15 SiQveltai] agveio^ai 6 (editio — B) | M 6iä xt^*] 
SiazovTO UDO ductu LMG | 17 oiSaai] vSaoi L | 19 fiovov] fi&rtp LMG 1 |U 
21 ;fi;()tf nur einmal: editio | tfjv ßaai?,elav] + fiov lAG ] 21/22 tat «^ 
Qavtbv] -{- äk?.^ 6 TiotCov TÖ ^ikrifia xov nax^ÖQ fiiov xov iv xoZq oipcW*? 
MG, (ror?>M) I 24 dvofid^^tav] dvofid^ov L \ 28/2» t^ xv^ov....^' 
).6yovv zerstört in P | 29 avzolg] avxovg ß | n^oaitatxep ser8t6ii in P 



Text von Athanasius' ticqI naQ&avlaq. 49 

cajtQaq ßoravag rat; xvxXcp ^xvxfjc;. kxeipf] 6a axovoa xbv Jto- 
vovvra ajcoölöcoöt rlfiiov rov xaQxov avzfjg kv xaigm 
evd^ercp, g)vXaoöE ös xal JtoLet raq öo^oXoylaq rag kjcl rfjg 
XQa3tiC,r}q, xal loxai öoi ro ßgcofia xal ro xogia ^yiaogisvop' 
oxav ovv avaöx^g ix x^c XQajcsQrjgy jtaXtv evxaQiCxovoa Xeye 5 
ijtl XQig' €iXe/jfia}p xal olxriQfiov 6 xvQiog, XQoq>fjv 
€Öa}xs xolq q)oßovfiaPoig avxov, öo^a JcaxQt xal vlcp xal 
äyicp jtvavfiaxL^, xal fiaxä xfjp öo^oXoyiav jtaXiv xf^p av^^jP 
jtXriQOooop Xayovöa ovxa)g' €*0 Oaog 6 jtapxoxgaxwQ xal xvQiog 
TjHäp ^IfjOovg XQiöxog, xo opofia x6 vJtaQ jtäp opofia, avxcc 1^ 
Qioxovfiap 001 xal alpovfiip oa^ oxi xaxr^^looag rniäg (laxa- 
Xaßalp xäp aya&Sp xcop ödip, xAp öagxixäp xQO<pcop, öao- 
fia&a xal JtagaxaXovfiip oa, xvQia, ipa xal xag kjtovQaplovg 
XQOcpag rjiilp öcoqtioxi' xal öog ^filp xgdfiaip xal q)oßalOd'ai 
xb q>Qixxbp xal apxcfiop opofid oov, xal fif] xagaxovaip xcöp 15 
ipxoXwp oov xbp pofiop Oov xal xa öixaicofiaxa oov iyxaxa- 
d^ov ip xalg xagölaig rjfimp, aylaoop 6a ruimp xb Jtpavgia 
xai xi]p tpvxfjp xal xb oäfia öia xov TJyajtrjfiapov oov Jiaiöog, 
xov xvqIov riiicbp ^Irjoov XqiOxov, iiad^ ov ool öo^a, xifi?], xQa- 
xog alg xovg aläfiag x&p almpoop^ afi'qp,^ 20 

XV. Elol ycLQ JtXalopag xcop xoofiixcöp, otxipig aloip aporj- 
xoi xal (6g xa aXoya gc5a xQaq)6fiapoi, apioxcifiapoi nQon xal 
Qrjxovpxag, xlpa jtXaopaxxriOovoi, xlpa xaxaövpaoxavOovoiPy ipa 
ifutXfjoa)Oi xi]p aloxQctp avxAp yaoxiga' ovxol ovx olöaot xbp 

2 Jac. 5, 7; Hebr. G, 7 — 6 Pe. 110, 4 — 10 Phil. 2, 9 

2 änoSlScoai zl/xiov xöv xagnöv] '^ iLnoöldioai tdv xagnbv avif^q xL- 
(iLOV D I 3 €v^k(i>] öiovTL E | xal nolei] + xal PLMG | 4 td ßQvyfxa 
xal xb n6[xa] «^ x6 nbiia xal xb ßQWfia E | 5 Zxav] 8r' av MG | ix] 
and MG | ß xglg] xgeXq OE*, xqIq Ecorr. | 8 nvev^aXL] + xal vvv xal 
äal xal elg xovg alCbvag MG | .9 n?.^Q(oGov] nXi^QTjaov G | 11 evxoQioxov' 
fiiy aoi] (J04 > MG | xal alvovfiiv ae > LMG | ^f^iäg] ^^Iv LMG | 
12 xüiv «yadu)v xu)v a(bv'> LMG, xibv äya^tbv > E | 17/18 xb nvevf/a 
xal t^v ipvx^v zerstört in P | 18 oov naMg] '^ naiöög aov MG | 19 xov 
tcvqIov i^fiCbv ^Irjaov Xqiotov] '^ 'Irjaov XQiaxoiJ xov xvqIov Ijfiibv BOELMG ■ 
19 aoi] 4- 7ighc€L MG | 19/20 Sö^ay xifi/j, xQaxog] '^ XQaxogy xtfi^ -+- xal 
TCQoaxvvijaig MG | 20 W* läßt das ganze Gebet fort; es fehlen die Worte 
xal ixaxä x^v So^oXoylav bis «//r/v (Zeile 8 bis 20). 

XV. 23 xaxaSwaazeiaovaiv] xaxaövvaaxevovoiv E | 23/24 Vva — 
olöaai > M, von erster Hand (?) eingefügt | 24 aioxQäv] aiaxgaQ (?) P 
Texte a. Untersachusgen etc. NF XIY, 2 4 



) 



50 ^^' ^' d. Goltz, AÜianasius' AdyoQ IJatvijQlaQ. 

ßeov öo^d^siv ijA rfjg TQajti^tjg. im rovrwv sbtev 6 d^söjce- 
oiog IlavXog' ^ovxoL slöcp ol ^^(>ol rov oravQov rov Xqiotov, 
cop TO riXog axciXeia, (op 6 ßeog rj xoiXla, xal fj ö6§a 
kp T^ alöx^pjj avTcip, ol ra ijcLyeta (pQOPovPteg' ^fiäp öh 
5 TO jtoXlzsvfia ip ovgapolg vjtaQxsi* ovzoi x^^QOPsg xal tcöp 
d-rjQlcDP xal x&p xrrjpcop elcr ra yag xrtjpi] xal ra d'Tjgla 
olöaOi TOP jtoi^oapza avrovg ßeop, xal evXoyovCip avzop' 
ol dh apd^Qojroi, ol vjco z&p x^^Q^^ avzov JtXaad^ipzeg xal 
elxopa avzov g)0Q0VPT£g, ovx oldaöi top jcotrioapza avzovg' 

10 aX}^ ofioXoyovöcp avzop (isp ip t& ozofiazi avzäp, zotg 6h 
sQyoig aQPovpzai avzop' ^ov jctaxBveig ozi tozi ßsog; xa- 
X&g jiOiBtg, xal za öacfiopia jtiorevovac xal g>QizTOV' 
ocp' Ti jtlozig xcopi^ tSp Igyc^p psxga iozi.* zl yccg 
cotpeXslzai apd^Qcojtog ofioXoycöp, ozi bpi ßeog, zotg 6e eQyoig 

15 avzov zolg jcoP7]QOlg agpelzai avzop; üt&g ofioXoyel 6böjc6zi]p 
txBtv, fif] 6ovXBva)p avzip; öia zovzo yag dxovBi zov xt)Qlov 
avzov xal ol öovXoi olöaoi zovg ayoQaOapzag avzovg xal 
zificooip avzovg, xal rjfiBlg otpBlXofiBP zifiäp avzop, ov Xoycp 
fiopop aXXa xal ^Qyw' avzog yag o xvgiog rjficip ^IrjOovg 

2() Xgcözog ip to5 BvayyBXlcp i/iaQZVQT^OB Xiyop' tov jtag 6 Xb- 

yWP flOl XVQLBy XVQIB, BlöBXBVOBZat Big ZTjP ßaOiXBlap 

zwp ovQapoip.* xal JtaXip' «oi5 fi?] Xi^y)i;j zb opofia 
xvQiov ZOV ßBOv oov ijtl fiazalcp.^ xal xaXip jtQOöB- 
za^BP TiiilP Xiycop' €axoozi^zoj djto döixlag xäg 6 
25 6pofidC,a}P zb opofia xvqIov,^ d'iXBig ÖB yvcapai, ozi 
za d-riQla xal za xzfjpri oiöacc zbp ßBbp, xal BvXoyovOip 
avzop; axovB zov dylov jtpevfiazog jtQOOzdzzopzog avzotg ip 
vfivoig' ^evXoyBlzB za d^rjQla xal Jtapza za xzf^Pf] zbp 
xvQiop'^ bI fiTj tvXoyovp, ovx ap avzotg jtQooizazzBP. ovx 

3 Phil. 3, 18-20 — 11 Jac. 2, 19. 20 — 21 Mth. 7, 21 — 22 Ex. 
20, 7 — 24 2 Tim. 2, 19 — 28 Dan. 3, 81 

3 ^ öS^a] ^ öSSai B | 8 vnd] and BOELMG | 12/18 g}QiTTOVOiv] 
4- cikkä vor fj MG | 14/15 epyoiQ avzov zolg novrj^oTg] '^ toyoig navt^ 
QoTg avzov E | 15 aQvsTzai] aQveto^ai G (editio = B) | 1% dia tovto] 
Siazoirro uno ductu LMG | 1 7 oi!6aai] vSaoi L | 19 fxövov] (xövtp LMG | 
21 ;ft'()te nur einmal : editio | z^v ßaaLlelav]-^- fxov^G \ 21/22 T(bv ov- 
gavGsv] 4- aAA' o noiihv zö d-ikrjfjia zov nazgdg fiov zov iv zolg oigavoig 
MG, {zoTg > M) | 24 <Jvo//«5ü)v] övo^aoC^ov L | 28/29 zbv xvqiov .... ev- 
Xöyow zerstört in P | 29 avzolg] avzovg ß | ngoaetazzev zerstört in P 



Text von Athanasius' ticqI naQ^evlag, 51 

(xvza öh fiopov tvXoyovOi top Obov, aXXa xal jtäca ?) xrioig tj 
q>aiPOfiivTi xal oQcofispT] rä dfKpozsQa avzop axaxajtavoxcoq 
ofioXoyet. 

XVI. Kai öv ovp dovXr] rov Oeov, stre iyBiQ^, elre xad^iC^, 
sire Jsgyop xi jtoutg, elxe iöO^Uig, etxe ijcl xfjg xolxrjg cov 5 
BQXV ^Qog vxpop, £1X8 dpioxafiepf], fir^ djtoöxrjxfo 6 vfipog rov 
Oeov djco xcöp x££>1^cöi^ oov. fiaxaQia xa (oxa xa ÖExifisva 
xovg Xoyovg xovxovc. lap 6e doiXd^xi r) öcodexdxrj (OQa, (iBt- 
C^oxdgav xal (laxQOxegap kjaxsXioEig xtjp ovva^tp fiexa X(5p 
o(iotpvx(op oov JtaQd^ipcov' kav Sk firj exijg ofioxpvxov^ fiopij 10 
kjtiriXBi xov Obov övvovxog xal dxovovxog. xaXov xo kxxiBiv 
öaxQVOP ipcijciop xov Obov, fipr]fi6pBVB xrjv Ö€OÖBxdxi]P Sgap, 
oxi kv avxf] xaxaßißrjXBP 6 xvQiog 7]fimp Big xov adrjp' xal 
lödfv ttvxop BtpQi^B xal h^BOxf} XBya)P' xlg hoxiv ovxog^ 6 iv 
k^ovcia xal (iBydX^ övpdfiBc xaxBXO^cop; xlg ovxog 6 xag JtvXag 15 
xov aöov xag ;fa>lxa§ övvxQlßa)v xal xovg fiox^ovg 
xovg aöafiapxtpovg ovvd-XaOag; xlg ovxog o i^ ovQav&v 
xaxBXd'WP xal öxavQoO-Big xal vjt ifiov xov d^avdxov fifj xQa- 
xovfiBPog; xlg ovxog 6 Xvow xa ÖBOfia xcop vx ifiov xgaxov- 
liBPG}v; xlg ovxog o xoy lölcp d^avdxcp ifih xov d^dvaxov 20 
xaxaXvmv; 

XVII. Aia xovxo 6(pBlXofiBV iavxolg jüqoobxbiv iv x^ ojQa 
ixBlvxiy xal hp ödxQvoiv iv vvxxl JtagaxaXBlv xov xvgiov fiBydXi] 
yag dgBxtj iaxc xo ddxQvov, fiiya xaxoQ&affia, /iBydXai dfiagzlai 
xal avofilac dia öaxQvmv djtaXBlfpovxai. fiagxvQBl 6i fioi xo 25 
ayiov BvayyiXiov oxb yag o öcoxtjq jtaQBÖod^i] xolg *Iovdaloig, 

16 Ps. 106, 16 

2 dQwfisvi]] ÖQOßevri (?) P I avxov] avxibv D*MG | 3 öfiokoyBl] 
vfivoXoyeX E und W2 

XVI. 5 noLBlq] noi^q Migne | ia^iBK;] ia^i^q Migne | 6 avLOtafihrj\ 
undeotlich, aber durch Streichung in äviaza corrigiert B, avlaxaaai | 
8 iäv ih elaikd^g ?) öcüösxdzrj lo^a] iäv de stoik^q ry öcoöexaty (oq^ 
Migne | 8/9 fxeiL^ore^av] firf^^oxigav L | 9 fiaxooxiQav] nixvoziQav BÖ 
ELMGWJundW2 | inixekeGeig] imTekeoTjg L \ 10 e/j??] «z^i^ Dcorr.E 
! 14 avtdv -i- d aöriq MG | xal i$iotrj in marg. G | 15 — 20 zlq ovzoq 

ö iS oigavibv XQazovfxtvoq; ziq ovzoq ö zaq nxXaq .... avvd-Xdaaq; 

zlq oixzoq ö kvcjv zä öeaiuä x. z. A. -^ D 

XVIL 28 Tov xvoLOv] zdv Stbv EMG | 24 ddxgiov -f xcd LMG 
xaxÖQ^iOfjLa -f- xal B 

4* 



52 K<^* ^- d* Goltz, AthanasiuB^ Aoyoq ScDzijglaQ. 

6 Uargog fisd^ oqxov rgirov avxbv riginjOaxo jcqIv dXdxroga 
g)(oi*7]0ac. 6 de xvQiog aTQag)€ig iv^ßjLsrps xw IlixQq), xal vxe- 
fiVfjcd'r] 6 UtxQog xov grjfiaxog xov xvglov, (6g ehtsv avxw' 
€j[glv dXixrogc qxovfjOaiyXglg djtagvrjcy fi€,xali^€Zd^wp 

6 i^co exXavae jtcxgcig.^ ogag xo g)ag/iaxov xAv öaxQvmv, 
id^edow oiav dvofilav i^i^Xeiipe. xl yag x^^Qov xov xaxov rovxov^ 
oxi xglxov fisB'^ ogxov xov öeojtoxTjv eavxov fjgvfjöaTo, xal xi}v 
xfjXixavxTjp dvofilav öia öaxgvcop i^^Xeitpsp. ogag ^XIxt]V 
dvpafdip exovoc xa ödxQva, ixslpa yag lygdipr} elg xf]p ^f/e- 

10 xigap vovd-eolaVy ipa fjfiBlg kjtaxoXovd-^oavxeg ^ofjv 
alcipiop xkTjgoPOfifjöcofiSP, ovx ol jtoXXol axovat to xdgiOfia 
xmv daxgvov, dkZ* oooi xov vovv exo'voiv avo, oöoi rciv ytitvwv 
ijtiXavd'dvovxaiy oooi xfjg öagxbg Jtgovoiav ov Jtoiovöiv, otxiveg 
ovx ijtlcxavxai oXwg, bI Ivi xoofiog, oiriveg ivixgcocav xa iiilfi 

15 xa Ijtl Xfjg yrjg' xovzotg fiovoig ölöoxai jtivd^og öaxgvmv. xa- 
d^agov yag exovxeg xov vovp xal o^vöogxop xo ßXafifia x^g 6ia- 
polag txi opxBg kjtl xfjg yfjg ßXijcovOc xag xoXdöatg xag ip xA 
ad?] xal xag ßaödpovg xag almplovg, kp cäg ol dfictQxmXoi xo- 
Xd^opxai xal xo jtvg xo aloipiop xal xo öxoxog xo k^oixegov, 

20(5 xXavd-nbg xal 6 ßgvyfibg xSp oöovxop. ßXijtovci Sb xci 
xa ijtovgdpca xap/ö^ara, d kxagloaxo 6 ßahg xolg dyloiq xal xaz 
öo^ag xal xovg oxBfpdvovg xal xag axoXag xag aylaq xai xa 
ßaotXixa ivövfiaxa xal xa q)mxBiPa xaficata xal xag xgvfac 
xag dpBx6ii]yr]xovq xal xtjp ^a)7jp xfjP alcipiOP, xal xl axi Xiy(Oj 

25 xal xo fiBlCov Jtdpxcov d^avfia, oxi 6 Ix^^ xad^agbv xov vovp 
xal avxop xov Oebv iv xolg Ivöov otpd^aXfiolg Tcad-OQ^, xck 
ovv ov d^iXsig xXavöai xal jtav&TJoai 6 xavxa ßXixG>v\ xXaUi 
fiev yag xal oövgtxaij ojtcog gvaOjj djtb xcov ÖBtvAv xoXdöBav' 

4 Luc. 22, ßl; Mth. 26, 72 — 10 1 Cor. 10, 11 — 19 Mth. 25, 31) 

1 aizdv > MG I 2 (pwvfjaai (0)] qxav^ B | 4 xgtg iataf^cq ^«1 
'^ anaQvr'fCy fie xqIq BOLMG | 5 TtixQwq. ÖQäq td lerstört in P | S iH' 
Xeixpe] iSt'jXeiyjBv LMG | 7 rdv ÖEondtrjv kawov] •**' tdv havt&v SantAt^ 
MG I 9 dvvafjiiv] övvafirjv L | 18 imkavd^dvovtai] intXavStivitivtairM^ , 
14 el tvi] eXri editio, tiq £vt M | 17 xoXdaetq] xoXdoriq L | 18/1» xüH- 
l^ovTtti] xgd'C.ovxai E | 20 o xXavd^fi. tc. ö ßgvyfi. r. 66.] xal rdv xlav^fn^ 
xal xov ßQvyfidv MG | x?Mv&/ji6g] cOrr. xXav^fi6v B* 1 21 inovffdntt] 
ovQUvia Bü I 24 hi -h ov vor Xiyo) BO | 25 ^ > L | 86 fv6ap] &«jr 
MG I 27 »tXeig] »eXei Migne | 28 66vQeTai] 66vQ€zai L 



Text von Athanasiua' tceqI nagd^eviaq. 53 

xal Jtakcp xXaUc xal a§iol öeofiBvoq^ ojtoaq d^Kod^^ xciv Ijtov- 
Qavlmv htslvcov dyad-cap. 

XVIII. /iia TOVTO ol ayioi ifilöijöap rov xoOfiov tovtop, 
elöoTsg, ojtola dya&a (liXXovoi xXr}Qovo(iBlv, äaxs ovv 6 Ixcdv 
dvaxavoip iv x& xoc^im rfjp alcopcop dpojtavaip (irj ijLJti^ircD 5 
XaßslP' jj ßaCiXsla yag rcop ovQapcip ovx iozi räp dpajtavofii- 
p&p kpd-dÖB dXX^ ixelpofp iavl tcop ip d-Xlipsi JtoXX^ xal Ors- 
poxcoQlgi öia^dpToop top ßlop tovtop' ov yccQ iXaßop avr^p 
öcDQsdp, dXXa fisra (isydXov fiox^ov xal ysppala^p lÖQdxmp 
ccurrjp ixTrjOapxo ol xaza^imd^iprsg, ov ftiXei avzotg, ooop iap 10 
xojtidöa)0ip a)ös' elöBXd-opxeg yaQ ixet ijiiXapd^dpopxat xc5p 
jt6pG}p xal xcop oövpcip, oöa Ijtad-op hp rqiJ fiaxalcp x6ö(ico 
xovtm djto x^g JtoXXtjg xal dpexöiriyi^xov dpcJiavosog xrjg de- 
öofiepTig avxotg. xl Xeyeig, apd^Qa)JtB; löov ovo oöol JtaQSxid'riöap 
ipcixiOP Oov, fj ^0)7] xal 6 d^apaxog' ojcov kav d-dX^jg^ jtoQSvov. 15 
xal löov JcvQ xal v6a>Q' ojcov kap ß-iXyg, sxxbipop xfjv 
X«r^ß Oov* ijtl cd löxiPy hap d^iXrjg xxi^aaod'ac xfjp ^a)fiPf xal 
ijtl ool koxip, kav O-iXrjg xxrjoaöO^ac top d^dvaxop. 6 ovp B^dpa- 
zog loxtp 6 xoCfiog, fj dh C^wri kaxip f] öixaiocvpT}. fiaxgap ovp 
6 xoOfiog dxo xTjg öixaioOvpT]g, xaO^ oöop 6 Bapaxog djto xrjg 20 
Ca)^g' kap ovp jcoqsvt^i kp xm xoc^cOy ip xw ß-apdxq) jtoQsvrj 
xal kxxbg xov Gsov ylp^j xaxa xrjp d^slap yQa(prjp, hav xfl Sty 
xaioOVPrj jcoQSvrj, ip xfj £c»^ jtBjroQsvCai^ xal ov [itj aiprjxal oov 
d^dpaxog' ovx toxi yaQ xaQa xolg öixaloig d^Spaxog, dXXa fiBxd- 
d^Böig* fiBxaxlB^Bxai yaQ ix xov xoOfiov xovxov Big xfjp alatpiop 25 
dpdjiavctp' xal ojOjtbq xig djio g)vXaxi]g i^tXd-oi, ovxoog xal ol 

16 Sir. 15, IG 

XVm. 3 ol Syioi ifiioriaav] *>• ifxlarjaav ol Syioi MG | 4 oTtoIa cLya&d 
fjLB zerstört in P | xXtiqovo^blv] xkrjgovofi^aai B0ELM6 | 5 andnavaiv zer- 
stört in P I x6apni>] + xovx(^ MG | ß ra)v2> D* | 7 iv^aöe] ivrav^a 
BO I Bkitpei nokXj xal ct.] **' d-Utpei xal nokXy <jr. E | 8 dia^dvzoDv] 
SiaXaSdvtatv PC, SiaVM^dvzotv D* (Dcorr. diagavrow) | 9 Sagsav] -j- ol 
XaßdvTBQ MG I (leydXov fidxd-ov] fieydXiov fiox^tov BO | 10 ol xazaSno- 
»ivzBg > MG I piekEi] fimei BMG | 12 daa] Zaatv M | 16 r/> > D 
17 inl>D I »iXyg] ^aeig PDMG | *ai > | 18 »iX^g] ^Ü.eig P 
xt^aaiJ^ai\xTlaao&ail>* (Dcorr. xTi^aao&ai) | 20 dno^] dnix^i D | 22 idv] 
-h iy B, iäy Sk [iv] t/J editio, idv 6h ty G | 25 ydg] + o ölxaiog dv^g 
Migne (Commeliniana = codd.) | 26 iSiXd'Oi] i^iXS-si | ovvtDg] ovito 
Migne 



54 £d* ^- ^' Goltz, Atbanasius' Aoyoq StJtrjQia^. 

aytoi i^(QXOPTai cbto xov fioxO'i^Qov ßiov rovrov dg ra ayad^a 
xa rjroifiaö flava avzolg' <a offd^aXfioq ovx el6e xal ovg ovx 
rjxovOB, xal ijti xagölap avd^gmjtov ovx dvißrj, arjTol- 
fiaosv o Oeog xolq dyajtcoöip avxop'* ol 6h dfiaQTcoXöi 
5 xal (DÖB xaxcog fioxO^ovöi xal kxsl JtdkLV xo JtvQ avxovg (livei' 
xal xovg xoiovxovg öijeXcog öel xXavaai, oxi xal wös iv Oxspo- 
X<oQla slal xal ixel xfjp evQvxooglav ovx djtoXafißavovöi, öia 
Tovxo BLQTjxsp tj d^sla yQa(pr]* ^onov lav oxqatpxi ^ doeßr^g 
dg)apl^6xai.* oxsva yag avzqt JtdvxoB'BP' xal ixet oövpai, xal 
10 a)6s ß'Xltf^eig' ovx tpi yag apd'Qa)jtog 6 fiT] xojtiwp Ip rc5 (lo^ 
X^Q^ ßio) xovxcp • xal 6 jtxwxog xal 6 xXovoiog xal 6 dovXog 
xal 6 iXevd-sQog xal 6 d/iaQxa)X6g xal 6 ölxaiog, Jtdvxsg ofiolog 
xojtccooi, xal tp övpdvxrjiia xolg Jtäoi avfiß7]0£xai xdi xA äfuxQ- 
xmXä xal to5 öixalco o?6s kp tc5 x6ofiq> xovxq}. 

15 XIX. ^Exel öh ovx Ioxlp ovxog, dXXa aXXrj xal dXXri xd§ic' 

aXXoc yag 6 xojtog xov öixalov ip xä xoofiq) xovxo), xal aXXog 
xov dfiagxooXov. 6 fihp yag ölxaiog xojtia, ovx ^^^ JtXi^Orj yaoxiga, 
ovÖB yag oXmg xfjg oagxog Jtgovoiav jtoulrat, ovöl Xoyl^exai, 
oxi odgxa (pogsf dXXa xojtut pvxxog xal fjuigag ^rjrcop xov 

20 Oeop, jcoXXa xov vjtpov firj xogxa^ofispog, agxov xal vJaxog fii] 
iHJttxX&p xi]P tpvxijP, ijtl igrjiioig JcXaPcifispog, vjrafjtid^a}v xo 
owfia ip xaxojtad^Bia xoXX^, ?a>g ov djtoXdß^] xop dfiagdpxivop 
öxifpapop XOP djtoxBifiBPov avxw. 6 6h dfiagxmXog xoniqL xal 
fiox^^t ovx ivBXBP öixaioovpfjg , dXX^ ?pbxbp xfjg xaXaiJtmgov 

25 öagxog xavxrjg^ ipBXBP xiqg alöxgäg yvvaixog, dXXo^g xal dXXog 
fiox^^cip, (iTj dgxovfiBPog xolg Jtagovai, ip xaxLqi xal tpd'OPw 
öiaxglßop. dXXa xovxa>p ovöbp ijtlöxapxat ol aq>goPBg' djtt- 
xvipXoDOBP yag avxovg /y vXri xal al jtoXXal (pgoprlÖBg xov xoo- 

2 1 Cor. 2, 9 — 8 Prov. 12, 7 

1 fiOxO^^Qor ßiov tovTOv] '- [lOx^^Qov rovrov ßiov D | 2 eide] oIöb 
B I 4 ol öl] xal ol BO I 5 ümJc] + (ihv | fiox&ovai xal ixet ndXiv »er- 
ßtört in P I fiivei] ävafiivei MG | B roiovrovq] roiovrovg L. tolovrovi 
G I SinXujg] SsinXGyg LMG | xkavaai] xXaieiv CD | de? xXaieiv Zri zerstört 
in P I 7 BVQVxiOQiav] svQixttiQav | 9 ozBvä] azeval MG | 11 rovrio 
> BO I 13 avfxß^OBrai] yevr'iaetai E 

XIX. 15 xal aXkrj > MG | 17 nX^a^] i/tiTiX^ay E | 21 xmamid^wv] 
{monidt,(ov G =^ editio | 24 raXaimjDQOv] raXaindQOv DLMG | 25 olAAcoc xal 
ciXXiüg] aXXo xal aXXo LMü | 2B fxox^ibv] fioxd'QCov G | 27/28 dneri- 
<fXü)0£v] dnsrvipXBaev G (editio dnervipXtoaev) 



Text Ton Athanasius' negl na^evlaq. 55 

fiov, xal jtXavcoprai, icog ajtoövaX^ kjt avrovg 6 axorofiog 
CTQaTicirrjgy oorig ov d-av(ia^ei nQoccojta ovö^ ov (i^ Xaßxi 
öcoga, dx^T^covrat yaQ al tpvxcA avrciv (leta ßlag vjtb dyyijLiov 
dp€XsTifi6va}v xal Xrjtpovrai xrjv ajt6(paOtv avrcop jcaQa rov Osov. 
xepol yaQ ovrsg slg xeva x<xi ifioxO-tjöap kv xcp xoOfiq) rovraf 5 
Tß rij^ yfjg elQyaOavro, öia rovro xal avrol slg cbtciXecav 
kx(oQriaav, ov yaQ ifiprjOd^Oap rov ßeov ijtl rrjg yfjg oprsg, 
ovdh ifiiXfiösp avTovg fiPTjCd^^pai rov <p6ßov rov ßsov' öia 
tovxo ov6l avrä (liXei jisqI avxmp. ölxaiog yaQ 6 8 sog, 
xal öixala ^ xglöcg avrov' otap yaQ eXd'iJ xQlpai top xoo- 10 
fiop, rote djcoöciosi txaoro) xaxa ra £Qya avzov. fiaxagia 
ly xagöla tj dexofi^pr] rovra. 

XX. MeaopvxTiop iysQd-^o^, xal vfipi^oecg xvqiop top Obop 
öov kp avzfj yaQ rfj Sga dpsorrj 6 xvQcog fjn&p kx pbxqAp 
xal vfipTjöa TOP JcariQa" öta xovxo ip avxfj x^ mQa jtQOösxayi] 15 
^fitp vfipetp xop Ob 6p, dpcöxafiapi] da jcq&xop xovxop top 
Cxlxop bIjiop' tfiBOOPVxxiop i^eyBiQOftrjp xov i^ofioXoyBlo- 
d-al aot kjtl xa xQlfiaxa xfjg öixatoövpijg öov'* xal ev^ai, 
xal aQ§ac Xiysip xop jcbpxtjxoöxop oXop tpaXfiop, sog ap xBXio^g^ 
xal xavxa Böxmöap aot xad^ txaOxr}P TjfiiQap xexayfiBPa, roöov- 20 
xovg ÖS tpaXfiovg aljts, ooovg dvpy öxtpcovca bIjcbIp' xoL xaxa 
y^aXfiOP Bvx^ xal yopvxXiola ijrixBXslaO^a}, (isxa öaTCQvmp k^a- 
yoQBvovoa xvqIco xag dfiaQxlag öov xal d^iovöaj ?pa dg)Bd^c5ol 
OOL fisxa ÖS XQBlg tpaXfiovg Xdys xb dXXrjXovla. iap öh xcä 
jtaQß-BPoi bIoI fisxa öov, xal avxai tpaXXsxoöap xal fila jtaga 25 
filap xfjp Bvxfjp ijtcxBXelxB. jtQog oqB-qop ös xop tpaXfiop xovxop 

1 Sap. Sal. 18, 15 — 2 Deut. 10, 17 — 9 Ps. 118, 37 
17/18 Ps. 118, 62 — 19 Ps. 50 

2 npöawTia] ngdacjTtov BOELMG | 8/4 ßiaq vno äyyikofv dv. zer- 
stört in P I 8 dyyiXiav] AyyiXa» G | 4 dnöipaaiv ahwv zerstört in P | 
5 ifidx^rjaav] inax^i 8Aa P (?) | B elQy&aavxo — codd.] Migne elQydaav- 
T6$ I 7 t^g > PC I 8 ov6e ifxlkrjaev ovtovq] ovöh ifiikXfiasv abxovq D*P, 
owJ' ifii^lriasv avxovq LM6 [ahxoXq G) | 8 d^eov] xvqIov BO | 9 avx^i\ 
avxbv PC I fiiXlei D*] ^tlai Dconr. | 10 Zxav] 8t' Sv P 

XX. 18 \>ßviiaeiq] t>fiVTjaig L | 14 ^v > MG | IB i^fiiv] %>iaXv LB*, ^/mFv 
Bcorr. I ^b6v] xvQiov ED | 16/17 xovxov xbv cxixov] '^ xbv axlxov xovxov 
BCD, xovxov > E I 17 bItiov] elni BO | 21/22 xaxd rpaXfiöv] xaxayjaX- 
fjidv MG I 22/28 iSayoQEvovaa]-\- xip MG | 25/26 nagä /ilav] rtagafilav uno 
docta LMG | 26 intxeXeZxs] imxEXeTxai L, inixelxai D* (sie!), imxe- 
Xslxü) Dcorr. 



56 Sei. V. d. Goltz, Athanasius' Adyog SantjQlag. 

keysTS' €0 ßeog 6 Oeog (lov, JiQog ae oQd-Qi^cD' idItpTjoi 
0€ Tj tpvxf] ftov'^ öiaqxxvfia 6i' tev^oyetre Jtavxa ra sgya 
xvqIov rov xvQioVy vfivelre' (Joga iv vtplotoiq Ö£c5» 
xal ta h^^g. 
T) XXL Tt^v 6h äyojfijv (pvXa^cofiBv rtjp jtavzmv ftei^opa. 

^dyajr^oeig xvqiop rov ßsov aov i§ ojLrjg rrjg xagölag 
öov, xal i§ oXrjg xrjg tpvx^g Oov, xal top JtXrjOlop öov, 
(og eavTOV' ip ravtaig ralg övclv kpxoXalg oXog o ro- 
liog xal ol JtQog)fJTai xQifjtapzai* 6 ßeog aydjt?] iorl 

10 xal avTog JtQcorog ^ydxtjöe top apd-Qa}:xoPy xal eavrbv 
jtagiöwxBP vjibq 7]ficip, iva ^fiäg XvrQoiörjrai djto Jtd- 
öTig dp Oll lag, el ovp avtog o xvQiog i]fic5p djtid^aPEP vxbq 
f^u&Py xal fjfislg 6g)€lXofi6P lijthQ dXXi^X(op rag tpvxctg 
^(läv d-Blvau 6 0ebg dydjtfj iarl, xal 6 a^coi^ rfjp dyd- 

15 jcTjv TOP ßsop Jbx^^' avTog yaQ elQfjxsp' ip xovrcp ypd- 
Oovrac jtdpTBg oxi k(io\ fiad-TjTal iors, kap dyajtäxs 
dXXrjXovg'* oöop yaQ iäp xojtcdö^ dpd^goojtog xal fii] txV '^V^ 
dydnriP elg top jcXfjOlop, elg (laxfiP ixojtlaösp. ovxwg öe ÖBl^eig 
xr)P dydjtfjp slg xop JtXfjoiop, ov Xoycp fiopop dXXa xal iQffp* 

20 ov xQaxfjösig xaxlap xipog elg xfjp xaQÖlap oov sl öh fi^ ys^ 
ovx dpigxsxai tj eixtl oov xaO^agd' «orx kjcidvoexai yaQ 6 
TfXtog ijtl x^ xaQOQyiCfi^ vfiiup'^ jtQaoxfjxa exs, vjtofiopfjp 
£X£, (laxQod^fiiap , PtiJtioxrjxa. Xiysi yaQ 6 xvQiog' thap (ifj 
axQag)ijxe, xal yivrjOd^B mg xa Jtacöla, ov fifj elaiXO-rjxs 

25 etg x7]p ßaOiXelap xcop ovQaPcip.^ 

1 Pb. 72, 2 — 2 Dan, 3, 57 — 8 Luc. 2, 14 

e/9 Mth. 22, 37. 40; Mc 12, 30 — 9/10 1 Job. 4, 8. 19 — 11 Tit 2, 14 
— 18 1 Job. 3, 16 — 14 Job. 13, 35 — 21 Eph. 4, 26 — 24 Mtb. 18, 3 

2 Sidipavfxa] Sidtpaifia (?) P | scvglov > BO | 8 v/xveZze > BOELMG 
! Oe<Jj] + xal inl yfjg sl^^^t ^^ dv^Qwnoig shdoxla L | 4 xal xa h^fjq 
> LMG I BeCo] -h xal inl y^g eIqi^vtj iv dv^Qwnoig eiSoxla' vfivovfxiv as 
eii),oyovfiiy ae nQoaxwoi;piiv ae MG 

XXL 5 gwXd^wjLiev r^v zerstört in P | B dyam'joetg 4- ydg (prjol MG 1 
aov > PC I tt/7 xaQÖlag aov + xal i^ dXijg rrlg la^vog aov MG | 9 xqb' 
fAavtai] XQdfiavxai editio, XQifjLfxavTai MG*, xgefiavtai Gcorr. | 10 7r(Kü- 
xog] ngcDTov (?) P | 12 ^fjtCbv > P | ltt/17 dyanäre dXXi^Xovg] dydnijv 
sxetB iv dXX^Xoig LMG a^erat L) | 17 Zaov] oaa P | 1^»] ?Z" PED | 
18 TtkrjaLov-i- rov P (sie! — Fehler des nengriecbisch gewöhnten jetzigen 
Abscbreibers?) | Ssi^eig] Sei^g MG | 21 xa&aQd] -h ngdg xov ßsdv 
MG I 28 vrjmöxTjxa D*] ^mdzipftc Dcorr. 



Text von Athanasins^ negl nagd^eviat;. 57 

XXn. Ov [17] Xvjt7id"qoi;i ;ca>l£jroi3 xivo(; avfißalpovTo^ ooi, 
ovrs ijtl ^rjfila Avjriy^ijö^, ovte ijtl vßQsr tri ^'^^^ 7 ctg rov 
xoOfiov tovxov &aparop xategyaC^srai.^ vjthQ xmv äfiaQ" 
Tiwv öov fiopov XvjtTid^tjOxij vjiBQ aXXov öh jtQayfiaroQ fiixgov 
ov XvjtTjd^^ay. (i^ vip(6aj;ig ttjp qxopi^p aov oQyi^ofi^prj jigog 5 
ripa' dovXTjP yccg xvqIov ov öbI (laxsod^ai. ovx k^sXevötrai 
xaraga ix rov orofiarog öov, ovx vßgiq, ov xaxoXoyia. xo 
Cxofia aov yag 7)yiaa/iipop ioxlp Ip xolg vfipoig xal öo^o- 
Xoylaig xov Oeov. ovx soxi xaXop xo jegoiQXsoB^al at x^Q^? 
dpayxi]g (ibyaXrjg, xr^p f]avxl(xp ayana oöop övpaöai, xcop 10 
öovXcop xov Otov fitj ijtiXaO^iJ, firjöh djtaXeitpO^xcoöap ix xijg 
xagölag cov. idp dytog tXd^xi ^^5 ^^^ olxiap öov, ovx(og avxop 
jtQOööe^ac cog xop vlop xov Oeov' Xtysi yag 6 xvgiog ^/läp 
^Irjöovg Xgiöxog' <o öexofispog vfiäg, ifth rfex^Tai.» iap 
slöiXd^Xl dpfjg ölxaiog aig xop oIxop öov, fisxa (poßov xal xgo/iov 15 
ajtaPxrjöBtg avxAy xal jegoöxvpi^ösig ipmjciop xAp jioöwp 
avxov ixl xTjP yrjp' ov yag avxop ngoöxvptjöeig, aXXa xop 
Oeop XOP djtoöxüXaPxa avxop. Xrjtp^] 6h vöojg xal Piipscg 
xovg jcoöag avxov xal fiexd jtaörjg tvXaßelag dxovöeig xSp 
Xoywp avxov. ov /itj d^a^grjörjg ijtl xfj öaxpgoövpxi öov, Xpa 20 
UTi jtiö^g' dXXa cpoßov' iq>^ oöop yag (poßfj, ovöijtoxs JttJtxsig. 
öv[iq>igBt xfj iyxgaxevofi^Pi] xaxafiopag xop eavxrjg agxov iö&lstv, 
iap xaMöxig fiexa Jtag^ipcop ijtl xgajteC?]g, Jtäp xo jtagaxi- 
d^i/iBPOP eöd^is fiex^ avxcop' iap yag fif] ^dy^g, evglöx^j cog 
xaxaxglpovöa avxdg. ovx dpayyiXslg xfjp aöxtjölp öov. iap 25 
6h xal oIpop mpa)öi, xal ov Jtlp^jg, 6l avxdg Jtls oXiyop. 

2 2 Cor. 7, 10 — « 2 Tim. 2, 24 — 14 Mth. 10, 40 - 28 1 Cor. 10, 27 

XXII. 4 fidvov (B*0 = PLMG)] [xoviov Bcorr. | 4/5 vnsg akXov dh JiQdy 
fiazoq /xiXQOv ov ^.vnrj^ofi in B und £ ausgelassen, in B erst Ton später 
Hand eingefügt | 8 rolg vfxvoiq xal 6o zerstört in P \ 9 rd ngoiQxeadtxi, 
OB zerstört in P | nQosQXBO^ai] nQoaigxea^i B*L*, nQoigxBa^ai Bcorr., 
I/Corr.M, ngoixBO^ai G | 10 dvdyxjjg fieydXrjq] '^ fjtBydlr^q dvdyxrj^ LMG 
(D Rasur) | 11 inM&^i] imXd&ov D | 14 ^av + d^ D | 16 airno] avzöv P | 
17 TCQOOxwiiceiq] ngoaxweig E | 18 Xi^rpi^] ^tpBig E*, A//i^i; Ecorr. | 20 ^cr^- 
^ojfg] Qxt^^iioeiq PCD, ^aggirjaeig corrigiert von erster Hand in ^a^^r)arjq 
B* I 21 <poßy] fpoßBlD I ninxBiq] nintrjg LMG | 21/22 avfKpiQSi] ovfx* 
ipalQBi P I <Tv/ji<piQBL -f- y«(> BO I 22 xatafidvag] xaxd (idvag MGP | 
28/24 nagaxid^ifiBvov] naga^ifxBvov editio | 26 7tivu)ai] nlvovai MG^ 
TclvBig D I iäv Sh , . . dllyov pr. m. am Rande nachgetragen M 



5S Sei. V. d. Goltz, Athanasius' A6yo<; SwTtKfiaQ. 

iav 6i eloi fieyaXai jtQSOßvriöeg xal dvayxa^ool oe xitlv 
jtEQiCöov, (17} dxovo^jg ctvTciv, dXXa Xiys avratg' vfietg xaxe- 
rgltpars xi}P vsortjra Vfiäv kv döxfjosi jcoXXy' l/co öh ovxm 
eq>d'aaa ovdh dg xqAtov ßa&fiop. jibqI rfjg g)iXo^splag xal rijg 
5 iXsi]fioavpi]g ov XQ^^^^ ?X^'5 vovd-STSlod^aL dxo oeavzijg yag 

JtOl7]06ig, 

XXIII. ^Ev ixxXtjola Oidjca, xal firjöhv XdXsi, dXXa r^ dva- 
yvmOBi fiovop jtQoOBx^, kav ijtavaß^ slg tt]v xaQÖlav cov 
Xoytöfiog^ iva jcotrjöxjg JtQayfid ri, fifj xQOXBxmg avro xoltiy 

10 Iva fiy ifixal^^ öoi 6 ^x^Q^^- i^^^« ßovXtjg x&v [leiC^oriQmv 
Oov xdpxa xoltL oxav tpdXXug ij oxav XQoöivxQy fifj atpu 
^ivovg XoyiOfiovg slocevai elg xr^v xaQÖlav öov. xaQcacaXA es, 
dyaxfjXTif xQootxs xal dxovs xcov kvxoXwv xovxwv xwv ys- 
yQafi(ieifa)V iv xcp ßißXlcp xovxcp' xal [ifi fiopov xotg 6q>d-aX' 

15 fioTg xolg g)aivofiBVocg xaxavoei xa yeyQafifiiva, dXXa xal xolc 
IvöoB-Bv, xal jcQOösxB fiut kxdöxrj kvxoX^, xal xoUi avxrjv, iav 
ycLQ (pvXd^yg xavxa, xaxasicD&^au xov Wfig)Spog xov ßaOiXtxov' 
(iTj BiLJtJ^g Iv xfj xaQÖla oov, oxi, xcig öwafiai xoiijaai xaika; 
fifj ÖBtXlav Xdßxi 6 XoyiOfiog aov dXXa fiBxa xdorjg xQO&vfilc; 

20 g)vXd^^g avxdg* xoTg g)oßov(iivoig yag xov Obov al ivxoXal 
xov Obov ovx bIöI ßaQBlai. Jtdoy mQa fifj XBttpdxo} iXaiov 
xfj Xafixddt oov, fi?} xoxb bXB^?^ 6 wfig>log xal bvq^ ovt^v 
oßBoB-Bloav. ovx olöag yaQ xotb IgxBxai rj XQa>xovxviov fj 
xQCoii yBvov ovv ixoifiog' iva, oxav iXO^y, fiBxa xcov q>Qovln(ov 

25 ajtavx^oijg avxcp Bxovoa xb IXaiov iv x^ Xafutdöi oov, xov- 

20 1 Joh. 5, 3 

1 meZv] nieiv E | 4 ßa^fidv -\- hfioiv BO | mgl] negl dl MG (C rff ? 

I xal > I 5 l'x«?] ^XV^ ^ I ^^^ oeavt^g yaQ] »^ dnd ah yäg crvr§; 
(sie!) D 

XXIII. 8 inavaß^] iav navaßy M | 9 ngäy/^d u] •*» zi ngäy/ia l 
9/10 axTzd notEi 'Iva ^^ ifi zerstört in P | 10 ifJinaiSfi] iftTtaCC^ P 
aoi] af MG | ix^Qog] + oiXXä MG | xiav fiBiC^ox^gwv EentOri m P 

II xpdXXyq] tpdX^g L | iJ > LM | dzav > E | dtav nQOOivxs] ^^ 
ngoCBv zerstört in P | 14 ^v > M | 16 oMiv] aitäg BLMQ | 17/t^ 
TOv^—eünTjg ausgelassen, am Rande pr. m.]beigef&gt M | 19 6€tXiaw]ii*' 
Xsiav I dXXd] dXX' av Lcorr.MG | 20 ^'Aaftyd <fnfXdSetq VCD | 20 r^ 
rag] + evQi^oeig av^fiaxov xbv Sb^v MG | 21 xov SBOi)\ aifxoi? | «^ 
elal ßaQBiai] «^ ßaQBiai olx bIcI MG | 23 ^ tcqwxovtcviw pr. m. in taup 
G I 23/24 iQXBxai bis vor ;7 ngm zerstört in P | 24 ipQoylfimr] f^ovf 
fjiiüv L I 25 lAatov] ^XXaiov B | ^v > M 




Text von Athanasios' tieq! naQ&eviag. 59 

riOTi Tß Igya oov ra xaXa, jtäoap (OQav fiPtjfiovtve rijg i|o- 
öov öov* exB xad^ fjfiigav jcqo 6(pd^aX(imv top d-avarov (ivt^ 
fiopsvs rlvi OB Ost jtagaOTTJvai. 

XXIV. BaQV koxiv aoxrjoig xcu övoßaözaxrov lyxQaxsia' 
aXX ovöiv hoxt yXvxvrsQov xov ijtovQavlov w/ig)lov, wöb 5 
xafivofiBV oXlyoVy ixBl öh xriv alcovlav ^cor^p ajcoXri^OfiBd-a' 
XiyBi yaQ 6 ayiog IlavXog' tovx a^ca xa jcad'^ftaxa xov vvv 
xaiQov JtQog xr]v fiiXXovCav öo^av ajtoxaXvg>d'rjpai elg 
fjfiäg.* xaXop itjcofpvyelp ano oxXov xal dpaxG>QBlp xaxaftopag. 
fiBydXrj aQBxfj lyxQaxBta^ fiiya xavxTjfid iöxcv dypBla, fisyaXa 10 
iyxcifiia xrjg Jtagd'Bplag, o) jtaQd-Bpla, jtXovxog dxaxaXti^xogl 

CO JtaQd^BPla, aretpapog dfiaQapxiPogl o) Ptagd^spla, pabg Obov 
xal dylov JtPBVfiaxog olxtjxrJQiopl m jtaQd-BPla, (iagyaQlxa rlfiu 
Jiaga JtoXXolg dg)apfjg^ oXlyoig öh /lopoig BVQioxofiBPogl oo lyxQOL' 
reia q)lXri Oeov xal jtaQo. ayloig Byxcofiia^ofiipf] ! co iyxgaxBca 15 
Jtaga JtoXXotg fiioovfiipt), xolg 6b d^loig Oov yp(OQL^ofiipri\ m 
iyxQaxeia d-dpaxop xal aörjp djtocpBvyovoay xal vjco dd^apaölag 
xaxBX0fiePf]\ o) iyxgdxBiay x^Q^ JtQog)i]xcoPy xal axooxoXop 
xavxfjfial 0} iyxgdxBia, dyyeXa>p ßiog^ xal dylcop dpd^gmjtmp 
OXB(paPog\ /naxagiog 6 xaxexcop ob, fiaxdgiog 6 jtgoöxaQXBQcop 20 
Oov xfj vjto/iop^' oxc oXlyop xojcidoag JtoXv /ap^öerat ip 
CoL (laxaQiog 6 pijOXBvoag oXop xop xQ^^^^ xovxop, oxi Ir 
ry dpco ^ItjQovoaXrifi xaxoix^oag fiBxa dyyiXwp xo(>*vöat xal 
fiBxa dylmp ngocprixatp xal djtoOx6Xa>p dpajtavöBxai, 

XXV. Tavxa iygatpd öoi, dyajtrjxr] d6BXg>7j, ;^o()fi5r()ta 25 
7 Rom. 8, 18 — 21 Tob. 13, 14 (Symm.) 

1 (Tov > P I 2 6XS zerstört in P 

XXIV. 4 ßaQv] ßagvv L*, ßagv Lcorr. \ xal >BO\Q alopvlav] alwviov 
MG {aUoviov LCcorr.) | 9 dinotpvyelv äno öx^ov] dnotpEvyeiv xbv Sx^ov MG 
I xaxa^ifvaq] xaxa fiövag PL | 10/11 äyvela pieydla lyxuifAia zerstört in 
P I 11 cü naQB^Bvla] w nag^BVBla P | . . . xoq dixaxalrinxoq zerstört in 
P I 12 nagS'evia zerstört in P | 18 fjiagyaQtxa xlfjue] fiaQXVQlov xiXeaig 
P (auf Rasur, vielleicht falsch gelesen) | 14 noXloTg] + fjihv | d(pav^g\ 
dtpavBlg L I fidvoiq] fidXiQ BO | BvgiaxdfABvog] BvgiaxdfjiBve | IQ öh 
dSloiq] inaSioig P | aov] p. aov MG leerer Raum für 5 Bachstaben, in 
M von später Hand am Rand Taatg OBßoQoßivri, in G später eingetragen 
yviOQi{^0(Aivrj) \ 21 xomdoaq] xomaaag ohne Accent MG | 28 xat- 
oix^aag] xaxotx^osi -\- xal BOELMG | xö(>fv<T€t] xoQB\'<fij L 



50 ^^' V- d* Gölte, AthanasiuB' Adyo^ Scotfjgiaq. 

Xqiozov, XQog ortjQiyfiov xal cog)6Xeiap xr^q ^>vxfi<; oov. Mi] 
ixxXlvTjg ovv ajco xciv Xeyo[iivmv xovxcov öe^ia rj agi" 
oxega. oq yag kav axavo^l xovq Xoyovg xovxovg xal xaxa- 
g>QOPi^öu, xQtfia (liya avxqt kcxi, öv de xcfiKDxaxTj aösXipri f] 

5 xxwfi^pTj x6 ßißXLov xovxOy öcoTj 001 o Oeog xavxa q>vkaxxF.iVs 
kv xovxoiq dvaoxQdq)€Oß^ai JcegxDxiOfievTjp xtjp diavotav, xad-aQov 
xop vovPt Jteqxoxioiiivovq xovg 6(pd^aX[iovq xijg öiavoiag^ Vva 
Xaßxig xov afiaQavxtPOV oxeg)apov, 6v i^xoifiaosv 6 Gsog xotg 
ayajtmotv avxov dia xov xvqIov xal oa)xi]Qog rjfiöiv ^ItjOov 

10 XqiOxov, c9 t] rfogß elg xovg alävag xdtv altovmv^ äfirjp. 



2 Prov. 4, 27 

XXV. 1 oxriQLyfAbv (0)] azriQio(xdv B | 2 ixxllvyq] iyxkiveig P, iyxXlvrjq 
L I T(bv keyofiivwv roiTov] kdywv xovxtov BOELMG | 3 iäv] av B (0 = iäv) 
I Zl^ xaxa<pQovricy\ xaxaipQOv^aei P | 4 xQtfia] xglfia IMG \ icxi] laxai 
P I xifxuoxaxri > P I h xb ßißXlov xovxo > BO | xoixo Soji] aoi 6 
ßedq zerstört in P | ß &vaaxQe<peaB^at] . . . tpea^ai zerstört in P | 9 xv- 
QLOv] -f- xal ßeov | 10 ^ ^ doSa] ^ dö^a editio | dö^a] + xal xd 
xgdxog 

II. Ursprung und Charakter des Aoyog oojxrjQlag 

jtQog X7]p jca{)d'ivov, 

1. Inhalt und Charakter der Schrift im 

Allgemeinen. 

Sehen wir von dem in der Patmoshandschrift (saec. X) schon 
erhaltenen Titel: ^Ad^avaolov xov MeyaXov Jtegl jtagd-evlag 
{rjxot JtBQi dox^oecog > P) ab, so sagt uns eine zweite, augen- 
scheinlich sehr alte Überschrift, daß es sich um einen koyog 
ömxTiQlag ngog xtjv jiaQd^ivov handelt, also um eine vom 
rechten Heilswege handelnde Mahnrede an eine Jung- 
frau. Es soll darin augenscheinlich kurz zusammengefaßt wer- 
den, was für eine Jungfrau (d. h. eine gottgeweihte) notig ist, 
uni das Heil zu erlangen; dementsprechend beginnt der Ver- 
fasser mit einem allgemeinen Glaubensbekenntnis trinitarischer 
Art nicht ohne dogmatischen Charakter, das in einen predigt- 
artigen Lobpreis der Schöpfung übergeht (cap. I). 

Mit erneuter feierlicher Anrede an die Dienerin des Herrn 
und alle, die gerettet werden wollen, wird dann das Verhältnis 



IL Ursproog und Charakter. 61 

der gottgeweihten Jungfrau zu ihrem himmlischen 
Bräutigam als die Grundlage fQr ihre christliche Lebensführung 
hingestellt. Positiv die bräutliche Liebe zum Herrn, negativ die 
Verachtung der Welt und die Aufgabe aller menschlichen Ge- 
danken und Sorgen, das ist der Wille Gottes (cap. II). 

Dieser Wille Gottes wird dann näher expliciert. Den Herrn 
mit unaufhörlichen Hymnen und Doxologien Tag und Nacht 
preisen, ist die erste Forderung. Daran reihen sich aber sofort 
einige sittliche Ermahnungen, zur Barmherzigkeit, Sanftmut und 
Geduld unter Hinweis auf das Beispiel des Herrn (cap. lU). 
Dann wird die Weisheit der wahren Kinder Gottes der Torheit 
der Welt gegenüber gestellt und zur wahren xajtsivo^Qoövvri 
im Gegensatz zur vjtBQi]q)avia des Teufels ermahnt (cap. IV — V). 

Im folgenden ist zuerst vom Fasten (cap. VI — IX), dann vom 
Beten (cap. X — XX), endlich von der Liebe (cap. XXI — XXII) die 
Bede, jedoch mit mannigfachen Abschweifungen in allgemeiner 
gehaltenen Gedankenreihen. 

Die Erörterung über das Fasten spricht erst von dem 
Nutzen dieser frommen Übung unter Hinweis auf Daniel und 
seine Gefährten (cap. VI), dann von der Wunderkraft {öv- 
vafiig) des Fastens, das die Dämonen vertreibe, endlich von 
den sittlichen Voraussetzungen solcher Wirkung des Fastens 
(cap. VII): christliche Lebenshaltung gegen andere, unbestech- 
liche Treue, die sich in solchem Fasten durch keine Einwendungen 
irre machen läßt (cap. VIII), und demütige Bescheidenheit, die 
mit der Askese nicht prahlt (cap. IX). Mit einer Seligpreisung 
derer, die auf solche Worte hören und darnach tun (Anfang 
von cap. X), schließt dieser Abschnitt. 

Für das Gebet wird zunächst zu Verborgenheit im Kämmer- 
lein oder zu Gebetsgemeinschaft in kleinsten Kreise geraten 
unter Hinweis auf die Schriftstelle, «denn auch, wo zwei oder 
drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter 
ihnen» (cap. X). Dann wird vor neumodischer Kleidung gewarnt 
und eine möglichst schlichte einfache Tracht in detaillierter 
Weise den Jungfrauen, zwar nicht vorgeschrieben, aber empfohlen, 
auch vor dem. Besuch des Badebauses, überhaupt vor jedem mehr 
als dringend notwendigen Gebrauch des Bades gewarnt, ebenso 
aber vor Übertreibung der Askese, um dies Lebensideal durch 
Schädigung der Gesundheit nicht in Mißkredit zu bringen (cap. XI 



ß2 ^^' V- ^' Goltz, Athanasius* Adyog ScDtrjQiag. 

bis XII). Nach dieser Abschweifung folgen sehr interessante 
Vorschriften über die Gebete zu den einzelnen Tages- 
stunden, insbesondere über die Tischgebete und die bei der 
Tischgemeinschaft zu beachtenden Regeln (cap. XII — XIV). Dieser 
Passus schließt mit einem verächtlichen und verdammenden Hin- 
weis auf die Weltmenschen, welche wie die Tiere essen, ohne 
ihren Schöpfer zu preisen (cap. XV). Die sich anschließende Er- 
mahnung zum Gebet in der zwölften Stunde, in welcher 
der Herr zum Hades hinabstieg (cap. XVI), gibt Anlaß, über den 
Wert der Bußträne zu sprechen (cap. XVH) und die Hoffnung 
auf das ewige Gottschauen der Gläubigen und die ewige Klage 
der Gottlosen wieder einander gegenüber zu stellen. Das fahrt 
von selbst dazu, den entscheidenden Ernst des christlichen Lebens 
zu betonen und den Weg des Lebens und des Todes in 
seinem endlichen Ausgang lebhaft vor Augen zu stellen. Diese 
ganze Ermahnungsreihe (cap. XVII — XIX) erscheint aber nur als 
Vertiefung und Auseinanderlegung der Mahnung zum ernsten 
Bußgebet in der 12. Stunde. Erst die Aufforderung zum Gebet 
um Mitternacht (cap. XX) beschließt den Abschnitt über die 
Gebetspflicht. 

Dem dritten Abschnitt ist das Doppelgebot der Liebe 
als Thema an die Spitze gestellt. Dann wird unter Hinweis 
auf das Beispiel des Herrn zur Nächstenliebe, Sanftmut und 
Verträglichkeit (cap. XXI), zur Vermeidung der Betrübnis und 
des Zorns und zur rechten Gastfreundlichkeit ermahnt, 
letzteres nicht ohne gewisse Vorsichtsmaßregeln für die Jung- 
frauen. Auf ^iXo^ema und iXerjfioCvfirj im allgemeinen wird 
dann nur kurz hingewiesen (cap. XXH). 

Cap. XXIII gibt noch einige kurze Ermahnungen über auf- 
merksames und sittsames Verhalten in der Kirche und er- 
mahnt die Jungfrau, stets die Lampen bereit zu halten fax 
das Koramen des himmlischen Bräutigams. Ein dithyrambischer 
Lobpreis der jcagO^svla und eine Mahnung, sich nach dem 
Gehörten zu richten, beschließt das Ganze. 

Wer wollte leugnen, daß hier ein einheitlicher, klarer Ge- 
dankengang vorliegt, der, auf das Ganze gesehen, auch eines 
Athanasius würdig wäre. Auch der Titel Xoyoq Cmtfiglaq xqo^ 
T/jv jtaQd^ivov paßt ausgezeichnet auf diese Mahnschrift. Die> 
sem Titel entsprechen einige Wendungen an späterer Stelle 



II. Ursprung und Charakter. 53 

wie die Anrede cap. II öovXtj tov Xgcarov xal jtavzsg oöoi ^t- 
Xovöi oco^vai, cap. IV o öm&^pai d-iX(x>v, cap. VII öovXri xov 
XQtOrov xal jrapzsg oöoi d^ikovat O(o&^vai, Diese Wendungen 
machen uns freilich auch darauf aufmerksana, daß die Adresse 
JtQog xr}v JcaQd'ivov nicht ganz ausschließlich zu nehmen ist. 
Sind die gegebenen Lebensregeln auch in erster Linie für gott- 
geweihte Jungfrauen bestimmt und passen manche (z. B. die 
Vorschrift über Kleidung, Bäder^ Verhalten im Verkehr) nur auf 
diese, so denkt sich der Verfasser augenscheinlich auch andere 
Christen als Leser seines Traktats. Die mehrfach sich wieder- 
holende Anrede o> avd^Qcojte will auch nicht ganz zu einer Be- 
schränkung der Adresse JtQog rfjp jtaQd^ivov passen. Dieser 
Empfindung, daß es sich in unserm Traktat teils um Jungfrauen- 
regeln, teils um allgemeine Lebensregeln handelt, gibt auch die 
in den späteren Handschriften gebotene erste Überschrift: jrepl 
xagd^Bvlaq tJtoi Jtegl aöxriOBooq Ausdruck. 

Aber nicht einmal diese entspricht vollkommen dem Inhalt, 
wenigstens dann nicht, wenn wir das ,jttQl aOTcfiOBcag^ im Sinn 
der iyTCQaxBia fassen. Denn neben vielen asketischen Regeln 
sind allgemeine sittliche Lebensregeln gegeben, wie sie ftir jeden 
Christen, nicht nur für Asketen, gelten. Es ist das auch nicht 
weiter verwunderlich, denn die Unterscheidung allgemein sitt- 
licher Lebensregeln und asketischer Forderungen hat dem Ver- 
fasser jedenfalls ferngelegen. 

Es fragt sich also nur, unter welchem praktischen Gesichts- 
punkt hier die sittlichen und asketischen Lebensregeln zusammen- 
gestellt sind. Es kann darauf kaum eine bessere Auskunft geben 
als die, welche wir durch eine Erzählung in der historia mona- 
chonim in Aegypto finden. Dort wird I, 55 (ed. Preuschen p. 21) 
von einem alten Asketen Johannes von Lykos erzählt, wie er 
als ehrwürdiger Vater in einer Ansiedlung von Asketen aufge- 
nommen wurde, ihm die Füße gewaschen wurden und der Tisch 
bereitet wird. Nach Tisch aber bitten ihn die Brüder um einen 
Xoyoq aa}T7jQlac: cog öh dvexzTjOarOy fj^iovv Xoyov öcorriQiag 
avTolg Jtag* avrov ol döeXtpol /Ltyeod^ai xal oiaig fie&oöeiaig öv- 
vaipxo OOfd'TJpai ax xfig tov öiaßoXov jcaylöog xal ojtoog rwp 
aloxQcip XoycCfimp jtsQiytvwpzai. Wir sehen also, daß ein Xoyog 
oayzTjQlag eine unter den Asketen Ägyptens bekannte Gattung 
von Erbauungsrede {vov&sola) war, die vom rechten Heilswege, 



54 £<1- y- cl. Goltz, Aihanasius^ Aoyog SwTrjglag. 

insbesondere auch von den XoytCfioL des Teufels und ihrer Ab- 
wehr handelte. Das ist aber genau auch der Gegenstand 
unseres Traktats. Die ganze Fragestellung ist auf die rechte 
Art heiliger Lebensweise gerichtet; es ist von den Xoyioiiol des 
Bösen häufig die Rede und die Frage otaiq fieß-oöslaK; dvvaivxo 
aco&jjpac bezeichnet trefflich den Zweck der ganzen Rede an 
die Jungfrau. Daß aber nicht nur die Jungfrauen, sondern auch 
Christen, die noch nicht «gerettet» waren^ solchen Erbauungs- 
reden zuhörten^ zeigt uns in derselben bist monachorum die 
Stelle aus der Charakteristik des Asketen Ammonius: XXIV, 2 
el de xal JtXsloveg rjoap ol övpsQXOfievoc ol OcDd-^vai ß-iXoptsq 
owrifB JcaCav xfjv döeXtpoTTjra xal rov fihv jcXIp&ov ixiöi- 
öovTog rov de v6o}Q kv fniiga fiia ra xiXXta avexXriQovxo. 
Damach fanden also in den Asketenansiedlungen Versammlungen 
statt, zu welchen auch von auswärts, aus den Städten viele heils- 
begierige Seelen herbeiströmten, die dann den Tag über bei den 
Mönchen versorgt wurden und von denen viele selbst zum 
asketischen Leben sich entschlossen, dessen Anfang ihnen nach 
Möglichkeit erleichtert wurde. Solche cmd-rivat d-iXopreg sind 
also auch als Zuhörer der hier gebotenen Rede gedacht 

Was den Redner unseres Xoyog ca)Ti]Qlag angeht, so nimmt 
er eine hohe Autorität in Anspruch, ohne daß sich eine Spar 
von rechtlicher oder amtlicher Begründung solcher Autorität 
verrät. Die Ohren der Jungfrau sollen d^sojipsvöroi Xoyoi ver- 
nehmen (cap.ll), und wer auf solche Worte hört, soll eingeschrieben 
werden in das Buch des Lebens und im dritten Range der Engel 
erfunden werden (cap. X). Das ist die Sprache eines geistbegabien 
Mannes, der kraft seiner persönlichen heiligen Lebensweise auch 
Worte heiliger Offenbarung reden darf. Der Xoyog oanfiglag 
gleicht also einer prophetischen Rede und nimmt in seinen 
Mahnungen, Sentenzen und Makarismen eine hohe geistliche 
Autorität in Anspruch, ohne daß diese durch ein kirchliches 
Amt oder sonstige Stellung des Verfassers sich deutlich legi- 
timierte. Sollte der alexandrinische Bischof der Verfasser sein, 
so hätte er jedenfalls durch nichts seine kirchliche Stellung ver- 
raten. Die Schrift hat lediglich erbaulich-paränetischen Charakter 
und zeigt, von einer einzigen später zu erörternden Stelle ab- 
gesehen, keinerlei dogmatische oder kirchliche Interessen. Ist 
die Überschrift Xoyog awrrjQlag die ursprünglichste, so weist 



I 

j 



IL Ursprung und Charakter. 55 

sie uns in die Anfangszeiten des ägyptischen Mönchtums. Dort 
werden wir uns also umzusehen haben, um den Ursprung der 
Schrift bestimmter zu fixieren. 



2. Die geistige Verwandtschaft mit der Ideenwelt 

der ägyptischen Asketen. 

Es braucht zunächst fQr einen Kenner der asketischen 
Literatur des vierten Jahrhunderts nur einer oberflächlichen 
Kenntnisnahme der Terminologie der Schrift jieqI jtaQd-eplag, 
um ihre Zugehörigkeit zu dieser Ideenwelt zu erkennen. Aus- 
drücke wie xoJiXäo&ai t<5 xvqig) cap. II, övpaJtreod'ai rA xoOfiq} 
cap. II. VI, T« apo} voBlv cap. U. XVI, xmv yr(iv(Dv wqovxIC^blv 
cap. III. IV. XIV. XIX, JtB^mxLönivov bxblv xo o/i/ia x^g diavolaq 
cap. III vgl. XXI. XXV, vjtojnaCfiP x6 ocifia cap. VI. XIX, 
xotg kvöov 6g)d^aXfiolg oqop cap. XVI. XXII und ähnliche sind 
dafßr charakteristisch genug. Immerhin lassen solche Wendungen 
noch einen sehr weiten Spielraum, weil sie vom vierten Jahr- 
hundert an zum Gemeingut der asketischen Literatur werden. Es 
wird darauf ankommen, bestimmtere Vergleichspunkte zu finden. 

Die Überlieferung unseres Traktats unter den Schriften des 
Athanasius führt von selbst darauf, zuerst die asketischen 
Schriften dieses Mannes daraufhin anzusehen, ob sie Berührungs- 
punkte mit unserm Traktat aufweisen. Die Dissertation von 
Alb. Eichhorn (Halle 1886) hat dem schon vorgearbeitet. Mit 
seiner Verteidigung der Echtheit der vita Antonii gegen W^ein- 
gartens Angriffe hat Eichhorn durchaus Recht behalten und auch 
andere seiner Ausführungen verdienen unsere entschiedenste Beach- 
tung. Er weist darauf hin, wie hoch Athanasius die jiaQ^evla ge- 
schätzt habe, die er im Brief an Amun als eine engelgleicbe Lebens- 
weise bezeichnet unter Benutzung des Bildes der beiden W^ege^ 



1) Ep. ad Amunem (Migne XXVI p. 1073) dvo yctQ ohcGtv 6ö(bv iv 
Zijß ßio) Tiegl xovxwv, /niäg fxhv fxexQLOx^Qaq xal ßLCJVuc^s; zov ydfiov, Xiywy 
TTJg 6h kxi^aq ayyelixrjq xal avvneQßXf'jxov xfjq naQ^evlaq' et fi^v 
xiq T^v xoafiixfjv xovx* i(jxl xov yafjLOv ekoixo, fjiifiipiv fjihv ovx sxei' xoa- 
avxa 6h xafjiofjiaxa ov X^xpexai. Xi^ipExai yäQj htelneg (pkQSi xal avxdq, 
xaQndv xwv XQidxovxa' el 6h x^v ayvi^v xiq xal vneQxdofiiov dandaoixOf 
el xal XQax^la nagä t/)v 7t(»u>Ti/r xal 6voxax6^Swxoq fj d6dq, dßwq txei 
Texte Q. UnterBachangen etc. NF XIV, 2 5 



ßß Ed. V. d. Goltz, Atbanasius' Adyog Sayttj^lag. 

Zahlreich sind die Belegstellen aus den Werken des Athanasius, 
die seine Hochschätzung des asketischen Lebens beweisen; zu- 
gleich ist Eichhorn der Nachweis gelangen, daß Athanasius so- 
wohl die könobitische wie die anachoretische Lebensweise der 
Asketen kannte. Es ist überflüssig, darauf von neuem einzu- 
gehen, da die Anerkennung der Echtheit der vita Antonii uns 
jeden Zweifels überhebt. 

Finden sich nun Berührungspunkte zwischen der vita 
Antonii und uuserm Traktat? Es läßt sich das nicht durch 
Einzelheiten zur vollen Anschauung bringen: aber die gesamte 
geistige Gedankenwelt ist die gleiche. Es handelt sich um die 
wichtige Lebensfrage der öcoriyp/a, um den Kampf wider den 
Teufel und seine XoyiOfiol {koyiOfiol jtovrjQol, ovg 6 ix^V^'^ 
vjioßaXXsL vita Ant. c. V vgl. jtBQi JiaQd-, c. VIH, 42, 7 ff), um die 
Erlangung der herrlichen ewigen Ruhe (53, 5), in der wir ge- 
nießen werden, was hier kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und 
in keines Menschen Herz gekommen ist (54, 2 f). Der Kampf wird 
geführt durch strenges Fasten und anhaltendes Beten, sowie durch 
Übung der christlichen Tugenden: der XQaoxtiqy fjCvxlcc, ficacQO- 
d'Vfila, rajtsiPorpQoOvvri , dyojtri u. a. Dazu gilt es das rechte 
xaroQd-ofia oder q)aQfiaxov zu finden, deshalb gilt es den Leib 
zu knechten {vjtoütLa^SLv xo oSfia). unser Traktat ist nichts wie 
eine Empfehlung derselben Waffen, die Athanasius als die des 
Antonius bezeichnet: Mtya ojiXov iori xar^ avrSp (gegen die 
Dämonen) ßiog oQ^og xal r/ jtgög top d^sop Jtlötig' q>oßovvfcu 
yaQ Tc5r aOxTjxmp X7]p PTjCxelav, xtjp aygvjtplap, rag e^ßc, 
x6 JtQOLOP, xo fjOvxop, xo dtpiXagyvQOPy x6 axepoöo^op, xtjv 
xajraipoq)Qoovpr]p, xo (piXojtxmxop , xag kXetifioövpog, ro 
doQyfjxop xal jtQotjyovfitPcog x^p dg xop Xqigxov evoißiiav 
(vgl. vita Ant. c. 30 [Migne P. g. XXVI col. 888—889] und xi(A 
jiüQd^. c. VII, 41, 3 ff). Wie unser Verfasser den Jungfrauen, so hat 
Antonius nach dem Bericht des Athanasius den Asketen, die ihn 
besuchten, sein Programm etwa so zusammengefaßt: xovzo (Svv 
Bxöjg elxs xo jraQayysXfia' jtioxsveip elg xop xvqiov xaü dyaxaP 
avTOP, (pvXaxxeip iavxovg djto x<5p {WJtagcip XoytOfiAp xal ca(f 



XaQiüfjLata S-avfxaaiojteQa' xbv yag Tt).siov xaQnöVy r^ kxfnovxaSc 
ißldazT^aev. Dieselbe Verwendung des Gleichnisses von dreierlei FrucBt 
findet sich in der vita 8. Syncleticae cap. XXIII (Migne XXVIU p. 1500). 




II. Ursprung und Charakter. 07 

xixmi^ ridovaiVy fdfj ajtaxäod-ai ;^o()raö/a xoiXlaQ, g^tvyeiv xbvo- 
So^lav xal tvxsod'ai owsxcig, tpaXkeip t€ jiqo vjtvov xai iit^' 
vjtvov, oJtoöxrjH^Hv za hv ralq, yQatpalg JtaQayyeXfiaTa xal 
fiPflfiOPBvecv xAv jTQa^ecov xcop aylcov Jtgog xo tc5 £i?Ao? xov- 
T(op QvB-filCeod^ai xrjp rp\)x^^ vjtOfiifiPTjöxofiiprjv xAv kvxoXwv 
(vita Antonii c. 55, Migne a. a. 0. p. 921). Hier ist jede Wendung 
durch eine Ermahnungsreihe unseres Traktats zu belegen: Mit 
dem jtiöXBVBiv beginnt unsere Schrift, die Liebe zum Herrn, die 
Bewahrung vor den XoyiOfiol des Bösen und vor irdischen Be- 
gierden, die Regelung des Fastens und Gebetslebens, der Psalmen- 
gesang am Abend und das Lesen in der heiligen Schrift, die 
Beispiele aus dem Leben der Heiligen (Jesus, Petrus, Daniel und 
seine Genossen) finden wir wieder. Auch die Betonung der Demut 
und die Warnung vor der Überhebung der Asketen findet einen 
sehr ähnlichen Ausdruck (vita Antonii c. 35 vgl. mit jtegl JtaQ&. 
VUI) \ Die Gegenüberstellung der (imgol und der q>Q6vifioi (vita 
Antonii c 72 und jteQi nagd-, IV, 38, 22flF) zeigt dieselbe Auffassung 
der sittlichen Gegensätze. Wir behalten uns die abschließende 
Erörterung noch vor, ob wir den Athanasius fQr den Verfasser 
unseres Traktats halten können, zunächst genügt hier der Hin- 
weis darauf, daß wir uns durchaus in derselben religiösen Ge- 
dankenwelt bewegen, wie sie Athanasius dem Vater des ägyp- 
tischen Mönchtums in .der Schrift zuschreibt, von der ein Zeit- 
genosse (Gregor von Nazianz) sagt, daß er darin eine vofiod^eola 
xov fiovaöixov ßlov iv JtXdofiaxc ötrjy/jOecog gegeben habe. 
(Or. Gregorii 21, Migne P.g. XXXV. col. 1088). 

Der Brief des Athanasius an Drakontius, einen Mönch, 
den er zur Übernahme eines Bischofsamts überreden will, atmet 
dieselbe Ehrfurcht vor dem Asketenstand sowie dieselbe freie 
Wertschätzung der individuellen Form wie die vita Antonii. 
Zu unserm Traktat wäre etwa hervorzuheben, daß sich dasselbe 
seelsorgerische Interesse offenbart, Seelen für das Ideal der 
Askese zu gewinnen, wenn Athanasius dem Drakontius vorhält, 
wie er gerade als Bischof reichlich Gelegenheit haben würde, 
xoQTjv :Jtoi7iöai jtaQd^evevEiv xal v^coxsgov iyxQaxsveö^at, 



1) vita Antonii c. o5 av de xal inaivCoai z^r aoxTjoiv i\uCt)v xal iiaxa- 
QÜCftoOi Vfxäq, fjiirjxe vnaxovExe vgl. negl naQ^. VIII (42, 17 f) iav 6t zig aoi 
Binji fjtaxagla elf Xsye avzöt .... ItQZi ycnQ oh niazevio ozi fxaxaQla elfii. 

5* 



ßg Fid. V. d. GoltZf Atbanasius' Adyoq JSwttjQlag. 

also für das asketische Ideal tätig zu sein. Im Brief an Amun 
spricht Athanasius wie sonst von den ZoyiOfiolj welche der böse 
Feind anregt (vjtoßajiXei), von den beiden Wegen und von den 
dreierlei Arten christlicher Lebensweise (?y oojipQoövvT], hyxQa- 
reia, jtaQd-svla). In dem Fragment des 39. Festbriefs nennt 
er neben den neutestamentlichen Schriften auch die Didache und 
den Hirten des Hermas als empfehlenswerte Erbauungsschriften, 
deren Einwirkung wir, wie wir sehen werden, in unserem Traktat 
verspüren. 

Unter den asketischen Schriften, die dem Athanasius durch 
die Überlieferung außerdem zugeschrieben werden, deren Echt- 
heit aber mindestens zweifelhaft ist, verdienen zwei noch unsere 
besondere Aufmerksamkeit: das ovvxayfia diöaoxaXlaq, welches 
Hyvernat in Batiflbls studia patristica II als eine Bearbeitung 
der Didache für ägyptische Priestermönche nachwies, und der bei 
Migne P. g. XXVIII p. 1410 flF. nach einem vatikanischen Codex 
(graec. 658 membr.) abgedruckte Xoyoq öiaxQirixog xal slg tag 
kvroXaq rov d^eov rotg aJtoxa^afiivoiq xal Ocod-rjpai d-skofidvoig. 
Die im avprayfia gegebenen asketischen Regeln über Bäder, 
Kleidung, Vorsicht im Verkehr, Fasten, über övpa^sig, Psalmen- 
singen, Gastfreundschaft und Friedfertigkeit, über bescheidenes 
Verbergen der eigenen Askese sind eine genaue Analogie zu den 
für die Jungfrauen gegebenen Bestimmungen, ohne daß wört- 
liche Übereinstimmungen zu bemerken wären. Der Geist und die 
Absicht der Schriften sind dieselben und die Parallele, die in der 
Art der Benutzung älterer christlicher Lebensregeln liegt, wird 
uns später noch beschäftigen. 

Der Xoyog öiaxQirixog, der sich auch in einem Codex des 
Athosklosters Lawra wiederfindet (vgl. S. 7, 10 c), interessiert uns 
schon durch seine Adresse an die ocDd-rjpac d-ikovreg und den 
Anfang: dyanrjTol, (pQovrlocofiBv Trjg OcoT7]Qlag rjfimv. Er ent- 
hält asketische Lebensregeln in kurzen sprichwortartigen Sen- 
tenzen im Stil der Proverbien und schließt wie unser Traktat 
mit einem ernsten Hinweis auf das Kommen des Herrn und 
einer Seligpreisung derer, die sich an solche Gebote halten. Der 
Gedankengehalt ist gering und Athanasius ist schwerlich der 
Verfasser. Aber der Xoyog gehört doch zu derselben Literatur- 
gattung wie unser Xoyog ömTrjQiag — es ist ein erbaulicher 
Traktat für Asketen mit reichlicher Benutzung von Schriftcitaten, 



II. Ursprung und Charakter. g9 

um den rechten Weg zur aorrjQla finden zu helfen. Es spricht 
nichts dagegen, auch für diese Schrift die Herkunft aus den 
Kreisen der ägyptischen Asketen des vierten Jahrhunderts anzu- 
nehmen. 

Endlich verdient unter den dem Athanasius zugeschriebenen 
Schriften noch die Migne XXVIIl, p. 1487 flF. abgedmckte Vita 
S. Syncleticae unsere Aufmerksamkeit^; sie wird auch einem 
Asketen Polykarp oder einem gewissen Arsenius zugeschrieben. 
Wie dem auch sei, für uns hat sie dadurch Interesse, daß das 
Leben einer Asketin darin geschildert wird, die wie eine Mit- 
schülerin der heiligen Thecla(!) denselben Lehren folgt, allein 
dem himmlischen Bräutigam anhängen will und ein apostolisches 
Leben führt. Wie Antonius die benachbarten Eremiten, so 
sammelt sie die umwohnenden Asketinnen um sich und gibt ihnen 
wie eine Prophetin himmlische Lehren. Grade wie in der vita 
Antonii sind auch ihre Reden in Form direkter Rede wieder- 
gegeben, die c. 22 (Migne p. 1500) mit der Anrede beginnt: 
Tsxvla, Jtavxeq xal jtäoai ro ocod-fjPai oWafisp, um dann wie 
die Didache mit dem Doppelgebot der Liebe zu beginnen. Darauf 
wird zuerst davon gesprochen o iozi x&v nulpvmv d^lsa&^ai — 
es werden drei Grade des christlichen Lebens unterschieden ^ 
und die Gefahren, die seitens des Teufels drohen, dem gegenüber- 
gestellt. Ähnlich wie in unserm Traktat schließt dieser Hinweis 
auf die Gefahren des geistlichen Lebens mit dem Bibelspruch: 
yev(6(iB^a (pQovi^OL wöel otpeig xal dxtQaioi dg jteQioreQal 
(cf. jrepl jtagd'. IV, 39, 12). Dann werden als Waffen im Kampf 
gegen den Teufel: mühsames Fasten {aOxrioig hjiljtovog) und 
reines Gebet genannt (vgl. jtBQl jtaQd-. cap. VI, 40, 1). In der 

1) Xanthopulos Nikephoros Callistos schreibt am Anfang des 
14. Jahrhunderts, augenscheinlich auf Grund älterer Quellen (Kram- 
b ach er vermutet ein historisches Werk des 9. oder 10. Jahrhunderts): 
Athanasius habe die Wunder des Antonius geschildert wg dgov sivai 
^ovaducrjq Tiokivelaq rd öiyyQafjijLia, dnoTa ölj 6 aitdq 'Ad-avcioiog xal iv 
zijt ßio) JSvyxXTjTixTjg snga^ev, avÖQwv /xev nolixelav ivtevd^evj yixaixCnv 
6* ixeld^ev vnoxi^elq log iv nXdofjiaxi 6irjy7)aeüjg. Das stärkste Be- 
denken gegen die Echtheit ist das Fehlen der vita in der altern Samm- 
lung athanasianischer Traktate. 

2) Nach dem Gleichnis von der KX)-, (30- und 30 faltigen Frucht; 
dieselbe Idee findet sich (vgl. oben S. 65 Anm. 1) im Brief des Athanasius 
an Aman. 



70 ^^' ^' ^ Goltz, Athanasius' Aöyoq SwtrjQlag. 

weiteren Ausführung wird dann von der Besitzlosigkeit und der 
q)LXa{)yvQla {jtSQl JiaQd-, cap. VII, 42, 3), von der schädlichen und 
von der heilsamen Xvjttj (vgl. jteQl jiaQd: cap. XXII, 57, 1), und vom 
Hochmut {vJtBQrjg>apla) gesprochen und gerade wie jtsgl Jtagd', V 
(39, 20) wird in diesem Zusammenhang auf das Wort des hoch- 
mütigen Teufels verwiesen, der da sprach: dvaßrjOOfiai xal d^oo- 
fiai TOP d^Qovov fiov. Dem gegenüber wird das Lob der rajteivo- 
q)Q00vvTi gesungen und an das Vorbild der 3 Knaben (Dan. III 
vgl. JteQl jcaQd^. cap. VI) und ihren Lobgesang erinnert Dann 
werden dyajti] und oQyrj (vgl. jtsQl jtaQ&, cap. XXII) einander 
gegenübergestellt und vor der (ivtjOixaxla gewarnt mit dem 
Bibelspruch: ^fy Ijtidvira) 6 fjjiiog kxl xcö jtaQOQyic/iä 
vficiv (vgl. JtsQL JtaQd: cap. XXI, 56,22). Daran knüpfen sich Er- 
örterungen über Feindesliebe, fiaxQoO^fila und dvs^ixäxla^ dann 
über iksTjfioovPTj und <ptJio^evla (vgl. jtsgl jtaQd-. cap. XXII, 58, 4f ). 
Im folgenden verliert sich der Parallelismus zu unserm Traktat, 
wenigstens ist die Ausführung über die möglichen Lebenswege, 
die auch hier (cap. 87 p. 1537) erwähnt werden, eine andere. Der 
Grundgedanke ist aber auch an dieser Stelle, daß die wahre sitt- 
liche Lebenshaltung unentbehrlich ist für den rechten Lebensweg, 
sonst gleicht das Leben einem Schiff ohne Steuermann (vgl. jtegl 
jraQ&. cap. XIV, 48, 21). Zuletzt wird auch an das endliche Ziel 
erinnert, an die himmlische Nahrung, an die ewigen Schatz- 
kammern (vgl. jtSQl Jtagd^. cap. XVII, 52, 23flF), an das Schicksal 
der Gottlosen und an die Hochzeit mit dem himmlischen Bräuti- 
gam (vgl. jiBQi jtaQd^. cap. XXIII, 58, 17 flf). Für die Form des as- 
ketischen Lebens soll Freiheit bleiben — jeder bleibe an seinem 
Ort, sei es im xoivoßioVy sei es in der Einsamkeit. Hervorgehoben 
sei auch, daß sich hier das ayQa(pov als das Wort des Herrn 
wiederfindet: ylveod^t öoxifioc TQajteC^lTai {cap. lOOp.1549). 
Mit einem Vergleich des christlichen Lebens mit einem SchiflF, dessen 
Segel das Kreuz des Herrn ist, schließt die Rede der Synkletike 
— es folgen noch einige Mitteilungen über den Schluß ihres Lebens. 
Die Ähnlichkeit der Gedankenwelt mit der unseres Traktats 
springt in die Augen. Die Rede der Synkletike ist weiter nichts 
als ein anderer Xoyog ocorrjQiag JtQog tjjv jtaQd-tvov in breiterer 
und vielfach noch geistvollerer Art der Ausführung. Mag die 
jetzige Gestalt der vita aus späterer Zeit stammen, der Kern 
des Ganzen ist eine würdige Parallele zur vita Antonii, die noch 



IL Ursprung und Charakter. 71 

einer ernsten Untersuchung bedar£ Die Gedankenwelt, die Schrift- 
verwendung, die gebrauchten Bilder, ja auch die Sprache sind 
mit der unseres Traktats verwandt. Es sei insbesondere auch 
darauf hingewiesen, daß ein so seltener Ausdruck wie x^^Q^'^Q^ 
XqiCtov, wie ihn jibqI JtaQd-. cap. XXV (59, 25) hat, sich in 
der vita S. Syncl. cap. VllI (Migne a. a. 0. p. 1489) wiederholt. 

Was nun die nicht athansianische asketische Literatur jenes 
Zeitalters angeht^ so ist es natürlich unmöglich und auch un- 
nötig, im Rahmen dieser Untersuchung auf alle Gedankenparallelen 
einzugehen, die etwa noch zu finden wären. Nur auf zwei wert- 
volle Zeugen möchte ich noch hinweisen, die neben Athanasius 
zu den ersten asketischen Schriftstellern jener Periode gehören, 
Makarius, den Ägypter, und Euagrius Ponticus. 

Makarius, der Ägypter (301 — 391), hat in seinen schönen 
Homilien ein wundervolles Bild des geistigen christlichen Lebens 
gezeichnet, so daß er zu den besten Homileten mystischer 
Richtung zählt. Eines der häufigsten Bilder in seinen Reden ist 
das bräutliche Verhältnis der Seele zu ihrem himmlischen Bräuti- 
gam. Was unser Traktat darüber im zweiten Kapitel (37, 11 f) sagt, 
ist nur eine kurze Zusammenfassung dessen, was Makarius häufiger 
und breiter ausführt. In der vierten Homilie (IV, 15) findet 
Gen. 1, 26 ähnliche Verwendung wie jieqX jraQd-, cap. 1. Ebenso 
zieht Makarius (hom. X, 12) Eph. 5, 32 heran gerade wie jttQL 
jiaQd-. cap. II. In der Schrift JteQi ayoutriq cap. XIV wird 
wie im Schluß des zweiten Kapitels unserer Schrift gesagt, daß 
die Seele sich dem Willen 'des himmlischen Bräutigams ganz und 
gar fügt (37, 18 f). In der vierten Homilie faßt Mak. das christliche 
Lebensideal in der Formel zusammen: TBkeiog rat kjtovQavlcp 
Wfi<plcp evaQSöTfiöai und in der 15. Homilie führt er denselben 
Gedanken weiter aus. — Noch in einer zweiten Gedanken- 
reihe trifft unser Traktat mit den Ideen des Makarius zusammen. 
Besonders die Ausführungen jieqI jtaQd-. cap. XVII (52, 2()flF) 
und XVIII (53, 3 fi") von dem inneren Schauen der kjtovQavta 
X(XQlO(iaTa, von den öo^ai, oricpavoij örojlat, von den ßaOcXixä 
ipövfiaTCt und (pmraipa raiiiela, von den xQvcpal dt^exöirjyrjroi 
und der ^corj alcovtoqy von der avajiavoiq xatv aB^icov tpvx^v und 
dem Schauen Gottes ,toI(; tvöov mpi^akfiolg'^ finden sich in ganz 
ähnlicher Weise in vielen Homilien des Makarius (vgl. Hom. 1, 
10; H, 5; IV, 12, IV, 15; XXVIl, 17; XLIV, 5 u. a.); da dieser 



72 Ed. V. d. Goltz, Athanasius' Adyog SwxijQlaq. 

in der 6. Homilie dazu ermahnt, diese Aussichten nicht sinnlich 
sondern geistig aufzufassen, so setzt er diese Gfedankenwelt bei 
den Asketen Ägyptens als vorhanden voraus; ist doch die Be- 
schäftigung mit den Aussichten der Seelen im Jenseits jederzeit 
eine Begleiterscheinung der asketisch-mystischen Richtung ge- 
wesen, um noch auf eine Einzelheit hinzuweisen, so spricht auch 
Makarius (hom. XI, 11) von dem descensus ad inferos und legt 
dem Herrn die Worte an den Hades in den Mund: exßaXJis rag 
hyxBxXBLOfiivaq tpvxctg rag ifie kjtc^rjtovaag , ag xaztxsig ßialmg 
(vgl. jtsQi jtaQd-.XWl, 51, 13 ff). Die weitere Ausdeutung, die Maka- 
rius dieser Vorstellung gibt, neigt aber wiederum zur Spirituali- 
sierung, während in jteQl jtaQd-. die naive volkstQndiche Auffassung 
einfach angeeignet wird. Hom. XLIV, 7 wird wie in jteQl xag^» 
XIV (48,21) die Notwendigkeit eines Steuermanns auf der Schiffahrt 
des menschlichen Lebens hervorgehoben. An literarische Entleh- 
nung wird aber in keinem dieser Fälle zu denken sein. Um so 
zweifelloser ist die Identität der religiösen Gedankenwelt, die in 
unserm Traktat in mehr unentwickelter naiver Form sich dar- 
stellt, bei Makarius in einer durchdachten mystischen Theologie. 

Eine ähnliche Beobachtung läßt sich bei den Fragmenten 
der Schriften des Euagrius Ponticus anstellend Er lebte 
ca. 385 — 400 in der niiaischen Wüste und hat dort auch unter 
dem Einfluß des Makarius gestanden. Es erübrigt sich nach 
allem Vorhergesagten, die allgemeine Verwandschaft der Termino- 
logie und Gedankenwelt des Euagrius und unseres Verfassers 
durch Einzelheiten nachzuweisen. Ein Blick in die bei Migne 
abgedruckten Schriften des Euagrius überzeugt schon davon. Aber 
auf zwei wesentliche Vergleichspunkte sei doch hingewiesen. 

Wir haben gesehen, daß auch in unsrer Schrift bestimmte 
Laster mit Namen genannt sind, welche der Christ besonders 
bekämpfen soll: die vjesQrjipavla, g)LXaQyvQla, xevoöo^a ond 
dka^ovsla, Xvjtrj, ogyr}, und ösiZla, Der Sache nach sind audi 
ajtiO^vfila und yaöTQifiaQyla erwähnt. Was aber unserm Traktat 
fehlt, ist jede Systematisierung oder philosophisch-ethische Aus- 
gestaltung solcher Lasterlehre. Nicht nur die Auswahl und 
Reihenfolge ist bei Euagrius eine andere, sondern es liegt in 

1) Vgl. Migne P. gr. XL. p. 1213 ff — dazu 0. ZOokler: Enagria» 
Ponticus (Bibl.-hi8tori8che Studien. Heft IV. München 1893). 



II. Ursprung und Charakter. 73 

seiner Systexnatisierung ein deutliches Zeichen weiterer Ent- 
wicklang dieser Gedankenreihe, die in jtegl JtaQ&^. vielmehr 
noch das regellose, unsystematische hat wie im NT und den 
Quellen des nachapostolischen Zeitalters. Dagegen geht nun 
unser Verfasser über die allgemein -christliche Tradition hinaus, 
wenn er wie der heilige Antonius in der Versuchung zu solchen 
Sünden Xoyio/iol sieht, ovg 6 ix^Q^^ vjtoßaXkei. Gegen solche 
Zoyiöfiol soll der Christ ankämpfen. Diesen Kampf hat Euagrius 
wiederum zu einem System, zu einer bestimmten Methode aus- 
gebildet, indem er in der größern Schrift von den acht Laster- 
gedanken ^ Bibelstellen zusammenstellt, die er den Asketen wie 
in einem Spruchbuch eines Pietisten darbietet, um jederzeit eine 
Waffe gegen die bösen XoyiapLol parat zu haben. Unter den 
hier berücksichtigten koyiOfiol kehren denn auch solche wieder, 
die schon in unserm Traktat berücksichtigt sind. Schon die 
Einleitung des syrisch erhaltenen Stückes enthält in dem Hinweis 
auf den Angriff der Dämonen und den Gegensatz von Tor- 
heit und Weisheit einen Gedankenanklang an Jisgl nagd-, 
cap. IV (3S, 23 ff): das (pQOvlfitoq eQx^ö&ai jtqoq t6 vtxrjoat av- 
Tov tag xaxoTix^ovc ijtißovkag^ von dem unser Verfasser redet 
(39, 10), ist der Zweck der Euagrianischen Schrift. Die Empfeh- 
lung der TajtBLVO(pQoövvr}, vrjOTela, tjOvxia und JtQoösvxrj ist 
hier wie dort die Grundlage der Ausführungen. Einzelne Xoyio- 
[iol finden sich wie in jtsQl jtaQd-, cap. VIII (42, 6 ff): die Schmei- 
chelei, die Mahnung, sich nicht so abzumühn (spielt bei Euagrius 
eine große Rolle) oder die Neigung andere zu verachten (42, 2 1 f ), 
oder die Askese zu übertreiben (45, 27). Was hier übereinstimmt, 
ist nur die Grundvorstellung — in der Ausführung zeigt unser 
Verfasser Milde und Maß, Euagrius die äußerste Strenge. Es 
kann kein Zweifel sein, daß Euagrius ein späteres Stadium der 
Entwicklung der Asketik repräsentiert — kaum daß er die 
Mäßigung der Askese in der Krankheit erlaubt. 

Der wichtigste Vergleichspunkt bei Euagrius sind aber dessen 
leider nur lateinisch erhaltene sententiae ad virgines, die uns 
anderwärts als otix^qcc jtQog rr^v jtaQ^tvov erhalten sind 
(nach einer von Wright in London beschriebenen syrischen 



1) Erhalten in der Berliner syrischen Handschrift Sacbau 302, über- 
setzt im Anhang II von Zöcklers Schrift (von D. F. ßaethgen). 



74 



Ed. y. d. Goltz, AthanaeiuB' Aöyoq SatvijQlaq. 



Handschrift: Letter to a virgin). Diese Seilten zenreihe in poetischer 
Form, der eine andere an die Mönche gerichtete entspricht, ent- 
hält einige ganz frappante Parallelen zu unserer Schrift, die ich 
hiermit folgen lasse in der bei Migne P. gr. XL p. 1283 f. ge- 
gebenen Reihenfolge der Sentenzen: 

Exoriens sol videat codicem in ^AparaXXwp 6 fjXiog ßXejtiza} 



manibus tuis 
Et post secundam horam opus 

tuum 
non deficiat oleum lampadi tuae 



lacrymis in nocte roga Domi- 
num 



et nemo sentiat orantem te et 
invenies gratiam 

Non proferas verbura de ore tuo 

in ecclesia domini 
et ne extolles oculos tuos 



Non exprobraris sororem tuam 
edentem et in abstinentia tua 
non exaltaris 

Sicut margaritae iu fundibulo 
aureo sie virginitas cooperta 
reverentia 

Gravis abstinentia et vix diri- 
gibilis castitas sed nihil dul- 
cius caelesti sponso 



TO ßißXlov kv ral(; xsqoI oov 
xal fisra xqIx7}v Sgav övva^Biq 

ijtiTskei (jcsqI xagd-, XII, 46,8) 
jtdoij Sga fiTj Xsitpara) eZaiov 

T^ /iafijrdöi oov (cap. XXIII, 

58, 21) 

xaXov TO ixxtsiv öaxQvop ipci- 

jciov rov O^sov (cap. XVI, 51, 

11 f) und 
. . . Ir öaxQvOtv iv vvxrl xaga- 

xaXelv TOP xvQtov (XVII, 51, 

23 f) 
hav ovv JtQOOevxi] — ii'qösiq 

axovirm sl fif] öv fioprj (cap. 

X, 44, 1) 
iv ixxktjola Oicijca xal fitjäev 

Xdlu (cap. XXIII, 58, 7) 
ovx ijraQijq avd-QcoJtcp xo JtQOC- 

(DJtOV oov el flT] flOPOV T<5 

d-em oov (cap. XI, 45, 5) 
jtoXkdxig öe vjtoßaXksi öoc Ig- 
ovb^BVElv Tovg ioO^loPxag' /ifj 
jtiox8v07]Q avTw (cap. VIII, 
42, 21f) 
o) jcagO^svla fiaQyaglxa xifiie 
jtaga JtoXXolg dq)avf]g, oXl- 
yoiq 6e fiopoig svgiöxofievog 
(cap. XXIV, 59, 13) 
Bagv loxL aoxf]Oig xal dvoßa- 
oraxxov iyxgaxcia aXX ovöiv 
iöTi yXvxvTsgov xov ijtov- 
gaviov iwficplov (cap. XXIV, 

59, 4) 



II. Ursprung und Charakter. 75 

Der übrige Gehalt der Sentenzen ist durchaus verschieden; 
Euagrius setzt in den Kreisen, an die er denkt, eine Mutter (leib- 
liche? oder geistige?), jedenfalls eine Genossenschaft von Jung- 
frauen voraus; die Nuance der Regeln ist auch viel strenger, wie die 
in unserer Schrift. So werden wir an eine literarische Ab- 
hängigkeit nicht zu denken haben, sondern einen Schatz von 
Sprüchen, der in mündlicher Überlieferung Gemeingut der ägyp- 
tischen Asketen war, voraussetzen müssen. 

Der Vergleich mit den Schriften des Euagrius lehrt uns 
noch mehr wie der mit den Homilien des Makarius, daß eine 
Entwicklung, sei es in der Richtung auf theologisch-mystische 
Reflexion, sei es in Befestigung einer bestimmten Heiligungs- 
methode stattgefunden hat, seitdem unser Xoyoq öcorrjglag ab- 
gefaßt wurde. Denn es ist nicht nur seine Kürze oder seine 
schlichte Form, die ihn auszeichnet, sondern es weht darin ein 
freierer, noch weniger ängstlicher Geist, welcher der genuinen 
christlichen Ethik näher steht und weniger entwickelte Verhält- 
nisse häuslicher Askese voraussetzt. Bei allem heiligen Ernst und 
aller religiösen Innigkeit ist es das Fehlen aller ungesunden Über- 
treibungen, der unsere Lebensregel von späteren unterscheidet. 

Wir haben somit schon aus einem Vergleich der geistigen 
Ideenwelt mit Schriften des Athanasius, Makarius und Euagrius 
den Schluß zu ziehen, daß unser Traktat am Besten zu den atha- 
nasianischen Schriften paßt und nicht in das spätere, sondern in 
das frühere Stadium des asketischen Lebens in Ägypten gehört. 

3. Die vorausgesetzten Lebensverhältnisse. 

Unsere Untersuchung bedarf nun einer Ergänzung dahin, 
ob auch nach den geschichtlichen Berichten, die wir in der 
historia monachorum des Rufin und in der historia lausiaca des 
Pallad ius besitzen ', unser Traktat als eine parakletische An- 

1) Die historia monachorum citieren wir nach E. Preuschen, Pal- 
ladius und Rufinus, Gießen 1897, die historia lausiaca des Palladius nach 
der Ausgabe von C. Butler (Texts and Studies. VI, 2. Cambridge 19()4). 
Für historische Einzelheiten verweisen wir im allgemeinen auf das Werk 
von Stephan Schiewitz, Das morgenländische Mönchtum I (das As- 
ketentum der drei ersten christl. Jahrhunderte und das ägyptische Mönch- 
tum im 4. Jahrhundert, Mainz 1904). 



76 Ed. V. d. Goltz, Atbanaeios* Adyog SwtfjQiag» 

spräche aus jener Zeit angesehen werden kann. Dabei wird nicht 
außer Acht zu lassen sein, daß jene historischen Berichte sicher 
erst in die Zeit der zweiten Generation gehören. 

Um einen festen Ausgangspunkt zu gewinnen, vergegen- 
wärtigen wir uns zuerst die von unserm Verfasser vorausgesetzten 
Verhältnisse. 

Einer der wichtigsten Punkte, der schon von Eichhorn mit 
Recht hervorgehoben wurde, ist der, daß noch kein gern ein- 
sam es Leben in geschlossenem Kloster vorausgesetzt ist. Nicht 
einmal eine Klostergenossenschaft wie die des Pachomius kann 
angenommen werden. Vielmehr haben wir es mit Jung&auen 
zu tun, die ein Leben im Fasten und Beten privatim durch- 
führen. Es wird zwar von ihnen verlangt alles Irdische zu ver- 
lassen und allein dem Herrn anzuhangen (cap. II), keinen Besitz 
und kein Eigentum als Gegenstand ihrer Sorge zu betrachten, 
sondern allein eine Braut des Herrn zu sein. Aber die praktische 
Consequenz ist nirgends gezogen, daß sie in ein Kloster gehen 
müsse. Ja sie soll ihre Askese so in der Stille, so unscheinbar 
üben, daß nicht einmal ihre Verwandten es merken (cap. IX, 
43, 7). Durch Warnungen vor Schädigung ihrer Gesundheit soll , 
sie sich nicht abhalten lassen, ihr Fasten durchzuführen (cap. Mi ' 
40, 12 f), andrerseits solle sie es nicht so übertreiben, daß die 
Schädigung ihrer Gesundheit die gute Sache in Mißkredit bringe 
(cap. XII, 45, 27). Maß und Form der asketischen Übungen unter- 
liegt also nicht einer allgemeinen Regel, sondern deia 
eigenen Gewissen. 

Der Grundsatz, daß solch heiliges Leben allein und in deiKr" 
\ erborgenheit geführt werden soll, erleidet nur dann eine wünschend — 
werte Ausnahme, wenn die Jungfrau zwei oder drei gleich g^^ " 
stimmte Seelen findet, mit denen sie fasten und beten kani^* 
Nur solchen soll sie Teil geben an ihrem innem Leben, es 
denn, daß sie hoffen darf, einmal eine Seele zu gewinnen di 
Offenbarung ihrer lieiligen Geheimnisse (cap. IX). Auch bei 
gottesdienstlichen Übungen, den Gebeten und Psalmen ist 
keine Gemeinschaften gedacht, ebenso bei Mahlzeiten. 
schlössen von der Tischgesellschaft sollen die Katechumenei' 
sein, ebenso alle übermütigen und leichtsinnigen Frauenzimmer' 
Dagegen solle man Arme zu Tische hereinrufen. Diese Mahnongtf 
zeigen wiederum, daß es sich nicht um ein Kloster, aoch nicW 



II. Ursprung und Charakter. 77 

um ganz isolierte Nonnenansiedlungen handelt, sondern 
um Bräute Christi, die zu der Außenwelt noch in näherer Be- 
ziehung stehen. Sie bilden in der Regel kleine abgesonderte 
Lebensgemeinschaften (cap. XIII, 47, 10), aber es fehlt in ilnren 
Lebensverhältnissen nicht an der Gelegenheit, sich üppig zu klei- 
den, sich zu schminken und zu schmücken, öffentliche Bäder zu 
besuchen, leichtfertigen Verkehr zu haben, Modetorheiten {psco- 
TBQixa oxrinara) mitzumachen (44, 20 ff). So ernstlich der Ver- 
fasser davor warnt, so setzt er doch voraus, daß die Versuchung 
auch für diese Jungfrau, an die er schreibt, vorhanden war. Wir 
werden also an kleine Lebensgemeinschaften zu denken haben, die, 
sei es in Alexandrien, sei es in einer anderen Stadt Ägyptens, 
sich bildeten, um ein Leben durchzuführen, das dem himmlischen 
Bräutigam allein gehörte. Solchen Jungfrauen konnte dann auch 
in Aussicht gestellt werden, nicht als pecot^ga zu gelten, sondern 
wie eine Altestin geehrt zu werden (cap. XI, 44, 21). Hier war 
auch die Warnung am Platz, daß junge Mädchen nicht allein mit- 
einander leben, sondern sich imter die Aufsicht einer altem stellen 
sollten, um jemand zu haben, den sie fürchten. In diesem Sinn 
ist der Satz zu verstehn: Maxagla ^ jtaQ&tPog ?) ovoa vjto 
xavova (cap. XIV, 48, 25) oder wenn das asketische Leben be- 
zeichnet wird mit rov xavova IXxvbiv (cap. XII, 46, 3). Regeln 
und grundsätzliche Bestimmungen sind vorhanden, aber sie gelten 
für einzelne oder für zwei oder drei gleichgestimmte Seelen, nicht 
ür eine größere Gemeinschaft. Es ist daher auch nirgends von 
Vorstehern, Abten oder Äbtissinnen die Rede, überhaupt 
nicht von einer vorgesetzten Instanz, von einem Amt oder Gesetz. 
Wir haben es mit einer durchaus freigewählten Lebensweise der 
asketischen Jungfrauen zu tun, die noch nicht einen völligen 
Bruch mit dem Privatleben, auch keine Flucht in einsame 
Wüsteneien bedeutet. Nur einmal hat der Verfasser in der be- 
geisterten Schilderung des wahren Asketen Züge gezeichnet, die 
nur für den Asketen in der Wüste passen, wenn er von ihm 
sagt: ovÖB yaQ oXcoq xT/g oaQxog JtQovotav jtoulrai ovöh kayiCe- 
xaiy ort oagxa (poQBl, aXXa xojtta vvxtoq xal r/fitQag ^t]T(5v rbv 
d-eovy JtoXXa rov vjtvov fi?] xoQza^ofdsvog, agrov xal vöatog fiij 
ifijttJtXcov Tf]v tpvx/jv, ijcl igfiiioig nkavco^svog, vjtojiLaCmv 
xo Ocifia iv xaxojta&ela jtoXXxi, tcog ov änb Xaßr] xbv dfiagdv- 
xivov öxitpavov xov djioxdfisvov avrm. Hier haben wir es 



7S ^^' ▼• d- Goltz, AthanaBius' Aöyoq SfOTfjgiaQ. 

aber mit einer allgemeinen Betrachtung zu tun, die sich in breiter 
Weise über den Gegensatz der Weltmenschen und der Gottes- 
menschen ergeht, ohne daß jeder einzelne Gedanke auf die Ver- 
hältnisse der Jungfrau paßt Nur der scharfe Gegensatz der 
Gesinnung zwischen Asketen und Weltmenschen {xoöfiixoC) geht 
in der Tat durch den ganzen Traktat hindurch. Die Asketen, 
auch die Jungfrauen, sind innerhalb der Christengemeinde ein 
bestimmter Stand, der sich durch besondere Lebensweise aus- 
zeichnet und den anderen zwar nicht mit Überhebung aber mit 
Ernst gegenübertreten soll. Es hat also eine Absonderung der 
Asketen von den übrigen Christen stattgefunden^ aber sie hat 
sich für die Jungfrauen noch nicht bis zur Fixierung bestimmter 
allgemeingültiger Regeln oder zur Organisation von Klosterver- 
bänden entwickelt. 

Nur in einem Punkte zeigt das asketische Gemeinschafte- 
leben schon eine entwickeltere Form. Es sind sowohl bestimmte 
Gebetsstunden festgesetzt, wie auch tägliche Zusammenkünfte 
{ovpd^sig) bestimmt, die im wesentlichen denen entsprechen, 
welche später in den Klöstern üblich wurden. Was zunächst 
die Gebetsstunden angeht, so ist die dritte, sechste und neunte 
Stunde auch von Origenes und Cyprian schon den Christen 
empfohlen, bei diesem sogar schon mit einer ähnlichen Begrün- 
dung aus den Leidensstunden des Herrn. Wir haben also in 
diesen Anordnungen nichts anderes, als das, was schon längst 
ernsten Christen zur Lebenspflicht geworden war. Selbst die 
Auswahl bestimmter Psalmen z. B. für den Nachtgottesdiensi 
(cap. XX) muß viel älter sein als die Klosterregeln; die ovpa^Bt; 
aber sind nicht etwa als Gottesdienst in der Kirche auÜEufiusen 
— dieser ist allein cap. XXIU berücksichtigt. Vielmehr sind 
darunter Zusammenkünfte zu verstehen, die am ersten onsreKi 
Hausandacht zu vergleichen sind — deshalb die Möglichkeit si^s-i 
wenn gleichgestimmte Seelen nicht vorhanden sind, auch allei^*^ 
abzuhalten (cap. XVI, 51, 10 f). 

Bei Sonnenaufgang soll die Jungfrau im heiligen Boe:^^^ 
lesen. Nach der dritten Stunde (morgens 9 Uhr) soll die 
Zusammenkunft der Jungfrauen stattfinden zum Gedächtnis 
daß in dieser Stunde das Holz des Kreuzes aufgerichtet ward-« 
Zur sechsten Stunde (mittag 12 Uhr) ist nur das Stundengebi^ 
vorgeschrieben. Zur neunten Stunde (nachm. 3 Uhr) — tl*^ 



IL Ursprung und Charakter. 79 

nach dem Schwinden der größten Mittagshitze soll ebenfalls eine 
Cvva^ig stattfinden, an welche sich die gemeinsame Hauptmahl- 
zeit mit den Tischgebeten gleich anschheßt. In der zwölften 
Stunde (abends 6 Uhr) findet dann eine fiei^origa xal fiaxgc- 
xiga ovva£,iq statt, in welcher der Ernst der Buße den Grund- 
ton abgibt. Um Mittemacht aufzustehen und dem Herrn Psalmen 
zu singen (am »Schluß jedes Psalms ein Gebet und eine Knie- 
beugung) gehört dann zu den besonderen asketischen Pflichten, 
die man entweder allein oder gemeinsam erfüllen kann, ebenso 
der Psalmengesang beim Morgenanbruch {pQ^^Qoq). 

So gewiß hier die Grundzüge der Lebensordnung gegeben 
sind, die noch heute in den griechischen Klöstern gilt, so gehen 
die hier gegebenen Bestimmungen in keinem Punkte über das 
hinaus, was sich auch in einer kleinen Hausgemeinschaft ver- 
wirklichen ließ. Auch nach dieser Seite bezeichnet unser Traktat 
ein Übergangsstadium von dem strengen christlichen Familien- 
leben zu den späteren Regeln klösterlicher Ordnung. 

Was aber den eigentlichen Gottesdienst angeht, so ist nicht 
völlig klar, ob an eine Teilnahme am öffentlichen Gemeinde- 
gottesdienst gedacht ist. Es ist das aber wahrscheinlich, da die 
den asketischen Jungfrauen zugedachte Ehre, wie eine Altestin 
behandelt zu werden, nur darin zum Ausdruck kommen konnte, 
daß die Jungfrauen ihren Platz im Gottesdienst bei den Presby- 
terinnen hatten. Auch die Kleidervorschriften (cap. XI — orav 
ox^q dg JtQOOevxTjP rovg Jtoöag oov jtBQixsxajiv/ifitPOvg exs 
ip vxoö^fiaoi) scheinen ein Zusammentreffen mit andern voraus- 
zusetzen. Die Mahnung in der Kirche nicht zu sprechen, denkt 
wohl an unziemliches Flüstern und sich Unterhalten, nicht an 
die Möglichkeit öffentlichen Redens. Sonst sehen wir nur, daß 
die Vorlesungen, das Gebet und das gemeinsame Singen von 
Hjnmen und Psalmen die Bestandteile des Gottesdienstes bildeten. 
Von der Eucharistie ist an dieser Stelle nicht die Rede. 
Dagegen hat die Auslegung der iptokal zov d^eov entschieden 
eine Rolle in diesen Gottesdiensten iv ixxX7]oia gespielt. Das 
läßt uns an eine Zeit denken, da der eucharistische Ritus noch 
nicht die vorherrschende Stellung im kirchlichen Leben einnahm. 
Anklänge an die Eucharistie fehlen auch in unserm Traktat nicht; 
sie stehen aber nicht in cap.XXlII, wo von dem Verhalten ip ixxkfj' 
da die Rede ist, sondern in dem Abschnitt, der von der gemein- 



^0 £d. V. d. Goltz, Athanasius' Aoyog JS(OTijQiaQ. 

Samen häuslichen Mahlzeit handelt (cap. XIV) und es ist die 
interessante Tatsache zu constatieren, daß in den von unserm 
Verfasser vorausgesetzten Verhältnissen alte Abendmahlsge- 
bete im Zusammenhang mit den Tischgebeten als tägliche Vor- 
schrift auftreten. Wo und wann finden wir nun eine Analogie 
zu solchen Verhältnissen? 

Es ist ein wesentliches Charakteristicum der ägyptischen 
Mönche des vierten Jahrhunderts, daß die Arten und Formen der 
Askese dem individuellen Gewissen überlassen und keiner all- 
gemeinen Regel unterworfen waren. Selbst in den Klöstern des 
Pachomius wurde den einzelnen Individualitäten möglichst Rech- 
nung getragen; noch vielmehr waren die Anachoreten in der 
nitrischen und sketischen Wüste von jeder autoritativen Aufsicht 
oder festen Regel befreit. Die geistige Autorität eines Antonius, 
eines Serapion, Amun etc. beruhte auf persönlichem Vertrauen, 
nicht auf Gesetzen oder Regeln. Deshalb war es ein alle Ge- 
müter beschäftigendes Problem, welche Lebensweise die empfehlens- 
werteste sei, um die öooxTjQla zu erlangen. Der heilige Antonius 
genoß, so lange er lebte, ein besonderes Vertrauen und von weit 
her eilten die Asketen zu ihm. Mit seinen Genossen hatte er 
verabredet, daß aufdringliche, nur neugierige und oberflächliche 
Besucher ihm als cAgypter» gemeldet wurden. Solche bewirtete 
er und entließ sie nach einem kurzen Gebet. Heilsbegierige 
Seelen aber wurden als c Leute von Jerusalem» gemeldet. Mit 
ihnen saß der Heilige durch die ganze Nacht: XaXmv avxolc; 
xa :^Q6g ocoxrjQlav (bist. laus. ed. Butler p. 66). So bildete 
sich eine seelsorgerliche Tätigkeit der bewährten Asketen 
aus, die nach den zahlreichen Einzelerinnerungen in den ge- 
nannten Quellen und in den ä:^o^d^ey/iaxa einen großen umfang 
einnahm. Wie Karl Holl es in seinem instructiven Bach über 
cEnthusiasmus und Bußgewalt beim griechischen Mönchtum» aus- 
geführt hat, ist der Mönch der berufene Ratgeber für die An- 
gefochtenen, er hat die Erfahrung in geistlichen Kämpfen, er ist 
im Stande die XoyiO/ioi richtig anzugeben und die rechten Mittel 
zu ihrer Bekämpfung (a. a. 0. S. 154 ff.). Nach der bist mon. 
XV, 8, p. 71 schreibt ein Asket Johannes aus der Gegend von 
Achoris tadelnd, daß einige der Väter diese Sorge :^sqI Xfjg xAv 
aöeXqxJQp ocoxrjQiaq vernachlässigten, andere in ausreichender 
Weise Trost spendeten. Von kirchlichem Auftrag ist dabei 



IL Ursprung und Charakter. gi 

nirgends die Rede. Die Heiligkeit der eigenen personlichen 
Lebenshaltung bestimmte das Maß der Autorität. 

Als ein Document solcher seelsorgerlichen Tätigkeit ist 
auch unser Xoyog ömzTjQlag anzusehen. Nicht nur diese Über^ 
Schrift, sondern auch ein Satz wie cap. XI xoXvp (iiod^ov Xrjy)^ 
aap ocod-y öia oov tpvxfj verrät dieses seelsorgerliche Interesse. 
Der Verfesser hat für eine xoQtvzQia XqlCxov — jtQoq orrjQtyfiop 
xal (6q>tXeiap rtjg ^vxfjg geschrieben. Diese Jungfrau lebt 
aber augenscheinlich nicht in der Wüste — wie brauchte sie 
dort vor Kleidern, Luxus und Bädern gewarnt zu werden! Sie 
lebte in der Nähe ihrer Verwandten, vielleicht mit 2 oder 3 
gleich gestimmten Seelen zusammen. 

Nun ist das wiederum eine Eigentümlichkeit der ersten 
Periode des Mönchtums in Ägypten, daß die Asketen in kleinen 
Lebensgemeinschaften zu zweien oder dreien in der Nähe der 
Städte und Dörfer wohnten, um zu Erbauungsversammlungen 
sich zusammen zu finden. Wir haben freilich in der hist. 
monachorum und der hist. lausiaca schon viele große und 
kleine Frauen klöster. Aber die ältere Form des Zusammen- 
wohnens der Jungfrauen in kleinen Gruppen hat sich noch lange 
erhalten. Solch kleines Jungfrauenheim wird das jcaQd^epoip 
gewesen sein, dem Antonius seine Schwester übergab (vgl. vita 
Antonii cap. 3: t?]p döeX^r^p ypco^lfioig xal JtiOzatg jtaQd-evoig 
öovg TB avTijp slg jcagd'BP^pa dpaTQBq)6Cd^ai). In Alexandrien 
wird auch im Jahr 339 ein Jungfrauenheim in einem kirchlichen 
Gebäude vorausgesetzt, in dem die Bischöfe weilten (vgl. Eich- 
horn a, a. 0. p. 5). Nach der hist. laus. XXIX (ed. Butler p. 85) 
baut zuerst der Asket Elias für 300 Jungfrauen ein großes Kloster 
in der Stadt Athribe; im cap. XXXI derselben Schrift (ed. Butler 
p. S6) wird dagegen eine Jungfrau Piamon erwähnt, die in einem 
Dorfe mit ihrer Mutter allein lebte, nur alle 2 Tage Nahrung 
zu sich nahm und sich vom Nähen ernährte. Sie rettete den 
Dorfbewohnern einst durch ihr Gebet das Leben. So sehen wir 
noch längere Zeit beide Formen weiblichen Asketentums neben- 
einander, die der Klostergenossenschaft und die ältere der Durch- 
führung des asketischen Lebens allein oder mit wenigen Ge- 
nossinnen. Zur letzteren Art gehören die in unserm Traktat vor- 
ausgesetzten Verhältnisse. Sie würden schon im dritten Jahr- 
hundert denkbar sein, haben sich aber auch nach der Gründung 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XIV, 2 6 



g2 £d* ▼• ^' Goltz, Athanaaias' Aoyoq HonriQlaq. 

der großen Ansiedelungen mit gemeinsamem Leben weiter er- 
halten. 

Es sind der Regeln über Fasten, Kleidung und Gebets- 
stunden in unserm Traktat doch schon zu viele und der Ge- 
danke alles Irdische zu verlassen zu vorherrschend, um unsern 
Traktat vor jener großem Bewegung anzusetzen, die unter dem 
Einfluß des heiligen Antonius Hunderte und Tausende der Christen 
des vierten Jahrhunderts ergriff. Andrerseits will das vollige 
Schweigen über die Existenz der Frauenkloster (jiovaör^Qia) 
beachtet sein. Auch diese Erwägung führt uns in die erste 
Hälfte des \derten Jahrhunderts. 

Was die einzelnen Lebensregeln angeht, so werden wir ans 
hier des Wortes des Cassian zu erinnern haben, der noch am 
Ende des vierten Jahrhunderts von den ägyptischen Asketen be- 
zeugt: cTot propemodum typos ac regulas vidimus quot etiam 
monasteria cellasque inspeximus». Das wird erst recht för die 
Anfangszeiten gegolten haben. 

Es ist deshalb schwerlieh besonderes Gewicht darauf zu 
legen, daß die Regel vi^otsvoop ovv oXov top imccvzov x^Q^^ 
:^a07ig dvayxTjg^ (cap. Vül) ohne Einschränkung gegeben wiri 
Vielleicht betrachtete es der Verfasser sogar als selbstverständlich, 
daß die Sonntage keine Fasttage sein sollten. Auch der vege- 
tarische Satz jtavra ayva ooa atpvxct darf nicht dazu führen, an 
eine besondere Secte, etwa die der Eustathianer zu denken, wie 
P. Batiffol vorschlug. 

Die Beschränkung der Nahrung auf Wasser (ein wenig 
Wein nur im Fall der Krankheit) und Brot kp Xaxavw ßw- 
jtBJtoirjfievqy iXalo) und zwar auf eine einmalige Mahlzeit nach 
der övva^iQ der neunten Stunde, entspricht durchaus der flir die 
Asketen Ägyptens bezeugten Gewohnheit nach der strengeren 
Lebeneregel (vgl. Schiewitz a. a. 0. p. 209 ff)« 

Viel wichtiger als die Übereinstimmung in vereinzelten Be- 
stimmungen ist die eigentümliche Stellung der svxccQiOrla d. h* 
der eucharistischen Feier mit der Bedeutung der xoivwvla toi 

1) Vgl. bist. mon. VIII. 58 (ed. Preuschen p. 48): xäg ^ xaMt 
xäg vi}Gxe.ia^y ^'^^^i f^^ ^^ov kveiv avev ndarjg &vdYxrjg' iv ydg mp«* 
o ooixliQ naQtddS^Tj, iv 6h ry naQaaxev^ axavgoi^tau Die ADiwahl der 
Fasttage wird hier ans dem Leben des Herrn begrfindet, wie in ninen 
Traktat die der Gebets stunden. 



IL Ursprung und Charakter. g3 

XqiOtov. Es wird nämlich in den Berichten mehrfach hervor- 
gehoben, daü die Brüder nie eher Speise zu sich nahmen, ehe 
sie die jcvsvfiarixfj rQoq)fj genossen hätten. Diese nähmen sie 
aber täglich zur neunten Stunde, indem einige sich überhaupt mit 
diesem Minimum von Nahrung, dem Brot der Eucharistiefeier, be- 
gnügten, andere sich erst nach genossener JtvevfiaTixfj xQoq>ri 
der Mahlzeit zuwendeten (vgl. bist. mon. II, 7; VIII, 50; VIII, 55). 
Andererseits wird berichtet, daß die Mönche der nitrischen und 
sketischen Wüste zur gemeinsamen exxXrjola nur am Sabbath 
und Sonntag zusammen kamen. Darnach fanden die täglichen 
Eucharistien also in Verbindung mit der Hauptmahlzeit in den 
einzelnen Häusern statt. 

Wir finden also eine häusliche tägliche Eucharistiefeier 
mit Genuß der jtvev/iatix?] TQoq)rj neben der kirchlichen Feier 
der Mysterien am Sabbath und Sonntag. Zu letzterer war zweifel- 
los ein Priester unentbehrlich (vgl. bist. mon. XIII, 6, wo das 
Fehlen des Priesters als Entschuldigung angeführt wird für das 
Unterbleiben der ovra^iq, XVH, 2, wo EvXoyiog 6 JtQeaßvrsQog 
unbußfertige Mönche von der Communion zurückweist, bist, laus, 
ed. Butler p. 42, wo für den Sabbath die Notwendigkeit von 
jtQoöq>OQal betont wird). Die häusliche Eucharistiefeier werden 
wir aber so zu denken haben, daß gesegnete Brote {tvXoylai) 
von der kirchlichen Feier mitgenommen oder aber auch vom 
Priester in die Kellien gesandt wurden, deren mit Gebet be- 
gleiteter Genuß zu Beginn der täglichen Mahlzeit auch als 
evxoQtOrla und xoivovia xov XqlOxov oder jtvevfiarixTj TQog)7], 
also als Genuß des heiligen Abendmahls galt, auch wo sie nur 
in kleiner häuslicher Tischgemeinschaft genossen wurden. Be- 
sonders instructiv dafür ist eine Anekdote in der bist. laus. XXX 
(ed. Butler p. 79). Einige fremde Pilger haben für die Gemeinde 
der Brüder in der Kirche Lebensmittel {zQoyi^/iaTa) gestiftet. 
Der Presbyter-Mönch Makarius nimmt sie an und schickt jedem 
der Mönche einen Anteil in sein Eellion. Ein aufsässiger Mönch 
Valens weist den Boten schroff ab, schlägt ihn und läßt dem 
Makarius sagen: ovx tlfil öov x^^Q^^> '^^^ öv hjiol evXoylav 
jti/itpUg, Derselbe weigert sich dann außerdem, am Sonntag an 
der Eucharistie teil zu nehmen mit den Worten: iya) xoivcoplag 
XQf^lcLV ovx exco * top yaQ Xqloxov eciQaxa ötJ/isqop. Der fromme 
Erzähler der Anekdote freilich sagt, dieser Christus sei der Anti- 

6* 



g4 £<^' V* ^' Goltz, Athanasius' Aoyoq SwtTj^iag. 

Christ gewesen und den hochmütigen Asketen traf die verdiente 
Strafe. Aber uns lehrt die Erzählung mehr: wir sehen, wie der 
freie Asket die kirchlich gesegnete evZoyla abweist in dem Be- 
wußtsein, als Mönch nicht weniger zu sein wie der Priester, wir 
sehen, wie der Presbyter die einzelnen Kellien mit evXoylai ver- 
sorgt und wie außerdem eine Mysterienfeier in der Kirche statt- 
findet. Schließen wir davon aber auf die frühere Entwicklung, 
so sehen wir, wie die svxoQiOrla als der mit der Mahlzeit 
verbundene Genuß der jtvevfiarix^ TQoq>i^, als tägliche häus- 
liche Feier, im Kreise der Asketen neben dem eigentlichen 
Sonntagsgottesdienst eine selbständige Existenz hatte. 

Das ist aber genau der Stand der Dinge in unsrer Anweisung 
für die Jungfrauen. Nur in Verbindung der Vorschriften für 
die Tischgebete in der neunten Stunde treten eucharistische Ge- 
bete hervor. Bei dem Verhalten iv ixxXijola ist zunächst nur 
von dem Aufpassen auf die Vorlesung, von Singen und Beten 
die Rede. Indem wir eine genauere Untersuchung dieses Sach- 
verhalts einer besondern Abhandlung vorbehalten, genügt uns an 
diesem Ort der nachdrückliche Hinweis, wie wir gerade aus den 
Berichten über das Leben der ägyptischen Asketen den Schlüssel 
gewinnen für die interessanteste Partie unseres Traktats. 

Was die übrigen Gebetsstunden angeht, so ist die Hervor- 
hebung der dritten, sechsten und neunten Stunde schon seit dem 
Urchristentum allgemein üblich. Das Gebet zur zwölften Stunde 
entspricht dem ebenfalls frühe bezeugten Gebet beim Lichtan- 
zünden vor dem Schlafengehen, das Gebet um Mittemacht mit 
den vorgeschriebenen Psalmen und das zum oQd^Qog (Zeit des 
Hahnenschrei) ist ebenfalls, früh bezeugt. Die für Mitternacht 
empfohlenen Psalmen, Gebete und Kniebeugungen entsprechen 
dem, was z. B. Cassian berichtet, nur daß in unserm Traktat von 
einer Zwölfzahl der Psalmen noch nichts verlautet. 

Die Vorschriften über die Kleidung (cap. XI) dürfen nicht 
mißverstanden werden. So wie die Tracht der sketischen und 
nitrischen Mönche nur durch die äußerste Einfachheit und 
Dürftigkeit in Form und Farbe sich von der sonst landesüblichen 
unterschied (vgl. Schiewitz a. a. 0. p. 2l6f), so ist auch die 
cap. XI empfohlene Jungfrauentracht im Gegensatz zu den 
modischen jugendlichen Kleidern (vsoregixa öxrjficirä) nur von 
rohestem StoflF und einfachster Farbe; sonst besteht sie aus den 



II. Ursprung und Charakter. g5 

landesüblichen Bestandteilen, einem dunklen Obergewand {ijtev' 
övzTjg), nicht gefärbt, sondern naturfarben oder gelblich weiß, 
einem Schleier ohne Troddeln von derselben Farbe, wollenen 
Ärmeln, die bis zu den Fingern reichen, einer wollenen Kopfbinde 
um den Kopf — die Haare ringsherum beschnitten, einer Kopf- 
kappe, einem Schultertuch und Sandalen. Nur das Abschneiden 
der Haare unterscheidet sich von der schon zu Tertullians Zeit 
üblichen Jungfrauentracht — es wird von Hieronymus als eine 
Sitte der ägyptischen und syrischen Asketen bezeichnete 

So werden wir, wo wir auch nachprüfen, immer von neuem 
dazu geführt, den Ursprung unsres Traktats in den asketischen 
Kreisen Ägyptens in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts 
zu suchen. 

4. Die literarischen Beziehungen. 

Wie die Aussprüche der ägyptischen Asketen in den ajto- 
fpd-iyiiaxay wie die Reden des Antonius und der Syncletice in 
ihren Viten, so ist auch unsere Schrift reich an biblischen 
Reminiscenzen. Ja man könnte geradezu von einem biblicisti- 
schen Charakter der Sprache reden. Denn nicht nur in zahl- 
reichen Citaten, sondern in der gesamten Diction ist der Einfluß 
der Bibel bemerkbar. Der Verfasser lebt in der heiligen Schrift 
und schöpft in freier ungebundener Weise aus seinem Gedächt- 
nisschatz, ohne sich dabei ängstlich an den Wortlaut der ci- 
tierten Stellen zu binden. Die Art des Schriftgebrauchs ist 
weder eine dogmatische noch eine exegetisch wissenschaftliche. 
Es handelt sich nirgends um Belegstellen für aufgestellte Lehren, 
auch nicht um historische oder allegorische Ausdeutungen ein- 
zelner Worte oder Sätze, sondern um rein praktische unmittel- 
bare Zeugnisse im Interesse der Erbauung und zur Bekräftigung 
der gegebenen Ermahnungen. 

Aus dem alten Testament sind die Citate nicht sehr 
zahlreich, zumal wenn wir die liturgischen Wendungen in 
den Gebeten cap. Xll, Xlll und XIV, XX (Ps. 135, 25, Ps. 110, 4, 



1) Vgl. Hieron. Ep. 147, Migne P. 1. XXII col. 1110; näheres bei 
Wilpert, Die gottgeweihten Jungfrauen in den ersten Jahrhunderten der 
Kirche S. 15 ff. 



g5 ^^' ▼• d- Ooltz, Athanasios' Aöyog ScatijQlag, 

Dan. 3, 57. 5S, Ps. 118, 37. 62, Ps. 50 und Ps. 62, 2) in Abzug 
bringen, weil sie nicht direct dem A. T., sondern der bestehenden 
liturgischen Praxis entnommen sind. Ausführlicher ist nur die 
Bezugnahme auf die Schöpfungsgeschichte in cap. I (35, 1 1 ff) und 
auf das Fasten Daniels und seiner Genossen. Die Schöpfung ist in 
ganz freier Weise nach Gen. 1 wiedererzählt wie in unzähligen 
patristischen Stellen \ bei der Schöpfung Adams und Evas unter 
wesentlich wörtlichem Anschluß an Gen. 1, 26; 2, 7. 8. 21 — 24 
(LXX), doch auch nicht ohne Abweichungen vom kanonischen 
Wortlaut. Ganz frei dagegen bewegt sich der Verfasser cap. VI 
in der Wiedererzählung der Fastenanekdote aus Dan. 1. Auch 
der Einwand des Eunuchen und die Antwort Daniels sind in 
directer Rede frei formuliert Sachlich ist kein neuer Zusatz 
hinzugefügt, der an der biblischen Erzählung keine Stütze hätte 
— aber in der Form erzählt der Verfasser lebendig und frei 
das im Gedächtnis Behaltene wieder. Im dritten Capitel (38, 6) 
wird flüchtig auf das Gericht, das über Dathan und Abiram kam, 
hingewiesen und ganz naiv der Herr, der den Befehl gab, daß 
die Erde sie verschlinge, mit Jesus Christus identificiert. 

Im vierten Capitel (39, Iff) findet sich ein ungenaues Citat 
aus Jerem. I V, 22 ^ — entweder handelt es sich um ein freies Citat 
nach dem Gedächtnis oder um ein versehentliches Überspringen 
vom ersten tlol bis zum zweiten, das entweder in der Über- 
lieferung unseres Traktats oder in der Überlieferung der bibli- 
schen Vorlage passiert sein kann. Die Einführung axove yoQy 
q>Tjal scheint übrigens darauf hinzudeuten, daß das Citat schon 
mit axove beginnt, also nicht direct aus Jerem. 4, 22, sondern 
aus einer Schrift entnommen ist, welche den Jeremias citiert 

Zwei andere Stellen zeigen uns eine mythologische Verwen- 
dung des A. T. Im fiinften Capitel (39, 20f) ist das Wort Jes. 14, 14 
in sehr freier Wiedergabe als Wort des hochmütigen Teufels, 
des Lucifer {ioyocpoQog) aufgefaßt, der sich an Gottes Stelle 

1) Sehr 'ähnlich ist 1 Clem. 38, 2-5. 

2) Jerem. IV, 22 negl nag^evla^ IV 
Siozi OL Tiyovfjievoi xor )mov fiov ijbih nxove yap, ipfioi, xi a^bq 6 ^€0? Aä 
ohx ^Tjöeicav vlol atfQOvtq elat "^legefilov xov UQOip^ov tt^fpav ^ 
xal ov avvETot, oo(foi eloi rov )M6g ovvoq vlolä^QOviQelüt(Blai 
xaxoTioLfjoai ' zo 6s ^xalCbg '>FCD) rov xaxonoi^ijai' tb Sl 
noiTjoat oix iniyvwaav. xaXöv noifjcai oix iniyvmcaf. 



J 



II. Ursprung und Charakter. S7 

setzen will und dafür vom Himmel gestürzt wird. Es ist be- 
achtenswert, daß die Vita S. Syncleticae c. 49 das Citat in Ab- 
weichung von der LXX gerade wie unser Traktat anführt: dvo" 
ßi^cofiai xal d-^oofiai xov d-QOvov fiov (LXX: slg top ovgavov 
dpaßi^ao/iat, Ijtavoa rwv aOxtQcov xov ovqavov B-tjoa) xov 
&q6vov fiov). Die Ausdeutung der Stelle auf die Überhebung 
und den Sturz des Satans finden wir schon bei Tert. adv. Marc. 
V, 11 und 17 — das Citat ist dort aber genauer. Dasselbe Mytho- 
logumenon ist vielleicht schon Luk. 10, 18, Joh. 12, 31, Apok. 
Joh. 12, 9 vorausgesetzt.* . 

Die andere Stelle ist eine Beziehung auf Ps. 106 (107) LXX 
V. 16 in der Rede des Hades an den in die Unterwelt eindringen- 
den Jesus (51, 15 f). Hier ist keinesfalls das A. T. die directe 
Quelle. Über den Ursprung dieser Stelle handeln wir später. 

So bleiben nur noch die kurzen Sprüche: 

Eccl. 13, 1 djtxojiBVoq Jtloorjg /loXvvd^^ösxat xal 6 xoi- 
vcovcQP vjtBQy}(pdvcp ofioKDd-TJasxai avxm (eingeführt mit Xiysi 
yoLQ fj d^sla YQaipr] in Cap. XIII, 48, 8 f ). 

Sirach 15, 16 JtaQid^rjxa öoi (Ath. löov) JtvQ xdL vöcoq' 
ov kav d-ehjg ixxevetg xtjp x^^Q^ ^^^ (Ath. o:^ov ap d'iZ^]g ex- 
j:eiP0P xijp X^^Q^ ^^^^ C^P- XVIII, 53, 16 f). 

Prov. 1 2, 7 ojtov iav öxQaq>fj 6 döeßf]g dg) ap trexat (eingeführt 
mit öia xovxo elQTjxer ^ d^sLa yQaq)?] in Cap. XVIII, 54, 8 f ). 

Zu der Wendung djtoxofiog öxQaxicixfjg (cap. XIX, 55, 1) 
vgL Sap. Salom. 18, 15 djtoxofiog jtoXefiiOxrjg und zur Fort- 
setzung ooxig ov d^avfid^ei jtQoomjca ov d' ov //^ Xdßxi öciga, 
wörtlich Deut. 10, 17 — eine Stelle, die auch durch Vermitt- 
lung einer apokalyptischen Schrift benützt sein kann. 

Auch ist das Gebot aus dem Dekalog zu erwähnen: ov 
fiij >l^tp^ x6 opofia xvQiov d^eov Oov ijtl fiaxalo) (Cap. XV, 
50, 24f, vgl. Ex. 20, 7), das mit einem Herrenwort zusammen 
genannt wird, und das Doppelgebot der Liebe Gottes und des 
Nächsten, das aber jedenfalls aus Mth. 22, 37, also aus der 
kirchlichen Praxis herübergenommen ist (56, 5 ff). Im letzten 
Capitel (XXV, 60, 2) stammt der Satz : fif] ixxXlp7jg ovp djto x3p 
Xeyofiipcop xomcop dssta /; dgiaxsQd aus Prov. 4, 27. 

1) Boasset, Der Antichrist p. 97, erinnert auch an den Sturz des 
Simon Magus, vgl. Apost. Const. VI, 0. 



gg £d. y. d. Goltz, Athanasias' Adyog Zfoz^Qiag» 

Soweit man aus einem so geringen Material Schlüsse ziehen 
darf, können wir die in andern Quellen gemachten Beobachtungen 
durch unsem Traktat bestfttigt finden, daß sich gerade die Spruch- 
weisheit des A.T. besonderer Behebtheit erfreute und daß daneben 
die Erzählungen apokrypher Natur, von Daniel, von Dathan und 
Abiram, vom Sturz des Satans, von Ereignissen in der Unterwelt 
und dergleichen auf die Phantasiewelt des Volkes besondem Ein- 
druck machten und deshalb besonders gern Verwendung fanden. 
Unsere Schrift bietet selbst Beispiele daf&r, wie sowohl die spruch- 
artige Redeweise in kurzen Sentenzen als auch die mythologisie- 
rende Gestaltung biblischer Erinnerungen in Ägypten nicht nur 
fleißige Benutzung, sondern auch Fortsetzung gefunden hat. 

Wichtiger aber ist noch, was wir nun bei Verwendung des 
N. T. beobachten können. Die Benutzung von Herren werten 
und einzelnen Erzählungen der evangelischen Geschichte ist eine 
verhältnismäßig große. Dabei machen sich weder dogmatische 
Interessen noch allegorisch-exegetische Tendenzen geltend. Der 
geschichtliche Gehalt der Worte und Erzählungen wird in dar 
einfachsten schlichtesten Weise zur ethischen Paränese ver- 
wandt, unbekümmert um den genauen Wortlaut des kanonischen 
Textes. Alle vier Evangelien sind benutzt, aber nicht selten 
sind zwei unter ihnen gleichzeitig von Einfluß auf die offenbar 
nur freie gedächtnismäßige Reproduction. Als Citationsformeb 
dienen Wendungen wie: Xeyei yaQ 6 ocottjq ip rolg BvaYyeUoi; 
(cap. IV), avTog yag 6 xvQtog Xiyei (cap. V, IX, X, XXI, XXU), 
txeig fiUQTVQlap Iv rolg tvayyeXloig Jtaga rov öcoTfJQog elQft- 
(iiv7}v (cap. VII), avTog yaQ 6 xvQiog tj/icip ^frjöovg Xqioxo? 
kv Tc5 BvayyeXio) ifiagrvQfjOe Xeycop (csip.XY), fiaQzv^el ii fioi 
xo ayiov tvayyiXiop' (cap. XVIlj — in andern Fallen fehlt die 
Citationsformel. Wir haben den Eindruck, daß nicht nur der 
Verfasser selbst, sondern auch seine Leser die Evangelien genw 
kennen ^ und besondern Wert auf die Worte des Herrn selbst 
legen, die nicht als Gotteswort eines heiligen Buchs sondern ab 
lebendiges Zeugnis (ßaQzvgla) des Herrn der Gemeinde gedeutet 
sind. So unbesorgt der Verfasser um correcte Wiedergabe des 
biblischen Wortlauts ist, umsomehr liegt ihm daran, das pe^ 



1) Das Auswendiglernen von Worten der heiligen Schrift sollte nack 
der vita Antonii zu den tu glichen Pflichten der Asketen gehören. 



II. Ursprung und Charakter. ^g 

sönliche Wort des Meisters selbst in die Wagschale zu werfen. 
Es verlohnt sich wohl, einen Augenblick bei dem Detail dieser 
Schriftbenutzung zu verweilen. Es finden sich nach der Reihe 
der Capitel folgende Evangeliencitate: 

Cap. III (38, Iff). Zur Bekräftigung der Mahnung zur Sanft- 
mut und Demut wird auf das Verhalten des Herrn hingewiesen, 
wie er sich von den Juden mißhandeln, schlagen und quälen ließ, 
ohne die Sanftmut zu verlieren und wie er von Knechten (öovXoi) 
des Hohenpriesters geschlagen: ovösv ijtohjOB aXXa (lovov djcs* 
el xaxcig iXdXr]oa, fiaQTVQfjOov jcegl zov xaxov, el ös 
xaXcig, xl (le öigeig; (wörtlich = Joh. 18, 23). Wie hätte der 
Herr, der einst der Erde Refehl gab, Dathan und Abiram zu 
verschlingen, doch auch hier den strafen können, der seine Hand 
wider seinen Schöpfer {ÖTjfiiovQyovl) erhob! Er tat es nicht, 
um uns ein Beispiel zu geben. Also gilt es: fjilfif]Oai top 
öeöJtOTTjp cov. Wenn er als Gott sich von einem sündigen 
Menschen schlagen läßt, wieviel mehr hätten wir Anlaß zur 
Sanftmut, wenn uns von einem gleichstehenden Mitmenschen Un- 
recht widerföhrt Statt dessen wirst du unwillig und suchest 
dich zu rächen! Was für ein Widersinn, welch große Unbe- 
sonnenheit! So zünden wir uns selbst das Feuer an — so stellen 
wir, die vernünftigen Wesen, uns unvernünftigen Tieren gleich! 

— Dazu steht noch einmal zum Schluß im höchsten Contrast 
die Gestalt des Heilands, der, obwohl er reich war, um unsert- 
willen arm wurde, damit wir durch seine Armut reich würden! 

— Welch wirksame Verwendung der Leidensgeschichte! — 
Auszugehen von der biblischen Erzählung, das natürliche mensch- 
liche Verhalten im Gegensatz dazu zu stellen, um mit dem Ge- 
samteindruck des Armwerdens und Menschwerdens des Gottes- 
sohnes zu schließen — eine noch heute homiletisch beachtens- 
werte Behandlung dieser biblischen Geschichte. 

Cap. IV (39, 12) findet sich das in der patristischen Litera- 
tur sehr häufig wiederholte Herrenwort: Mth. 10, 16 ylpsöd^e 
(Pq6pi(iol (6g ol o(peig xal axsQatOL (6g at JcsgiOTSQal 
(vgl. z. B. Ign. ad Polyc. 2, auch Vita S. Syncleticae c. 9). 

Cap. V (39,25) wird als Wort des Herrn citiert: 6 d^iXcop ip 
vfilp elpai fihyag, eorco Jtaprcop öovjLoq. Es scheint das ein 
gedächtnismäßiges Mischcitat zu sein nach Mth. 20, 26 f: dkl* 
og ap d'iXxi ^^ vfitp fiiyag yeptaüai, aorai vfiCQP öidxopog 



90 Ed. y. d. Goltz, Athanasius' Adyoq JkorijQlag. 

* 

xal og kav d^iXiß Iv vfitp elpai JtQwzog, iczo) vfiAv öovkoq 
und Mark. 10, 43 dXk, og av d-sX^ fiiyag ysviod-ai kv v/üv, 
eörai vficov öiaxovog, xal oq av d^iX^j v/iwp fsvicB-at xQoixog. 
söT(D jtavTcov öovXog, Auffallend ist die kurze Sentenz, die 
sich dem Spruch in unserm Traktat anschließt: o yaQ d-eog 
Tciv xajtBivAv kort (vgl. Jak. 4, 6; 1 Petr. 5, 5; Judith 9. 11). 
Es scheint fast, als ob auch dieser Schluß mit dem Herrenwort 
zusammen überliefert sei (vgl. dagegen cap. XIII, 48, 14 eine 
ähnliche Wendung, die dem Verfasser des Traktats angehört). 

Cap. VII (41, 3 flf) beweist den hohen Wert des Fastens durch 
den Hinweis auf das Herrenwort: Tovzo zo yivog ovx ixßaX- 
Xtrai sl (17} kv vrjozslatg xal ^QOOevxctlg. Dies Wort, das 
sich in den ältesten Handschriften K und B Mth. 17, 21 nicht 
findet \ lautet bei Marcus 9, 29 zovzo z6 yivog iv ovöevl Sv- 
varai k^sXd-slv al (li] kv jtQoösvxy- Die in Jisgl xccgd-, über- 
lieferte Form ixßaXXsrai stimmt mit einem Corrector des Sinai- 
ticus Ä^, die Reihenfolge kv vfjCzslaig xal jtQOOevxaZg findet sich 
nach Tischendorf in einigen orientalischen z. B. der äthiopischen 
Übersetzung. Wichtiger aber als diese Einzelvarianten ist es, 
daß das Wort des Herrn hier eingeleitet erscheint durch eine 
in directer Form gegebene Frage der Jünger. Denn nach der 
Einleitungsformel {ixeig fiagrvQlav kv zolg BvayysXloig xaga 
Tov öcDZfJQog elQTjfiavTjv) folgt der Satz: ^QcizrjCav oüzop ä 
fiad-Tjzal avTov Xtyovzsg' xvQiFy del^ov r^iUv, Jtoltp zQOXtp 
za axaO^aQza jtvevfiaza tpvyaöevovzat' ebtsv de 6 xvQiog' 
zovTo X. z X. Von dieser Jüngerfrage findet sich nichts üb 
kanonischen Text und es sieht so aus, als ob der Verfasser hier 
einer uns unbekannten Quelle folgte. Da wir aber sonst keine 
Stütze für diese immerhin mögliche Annahme haben nnd die 
Frage der Jünger so ganz der Phantasiewelt der agyptiscie» 
Asketen homogen ist, so werden wir doch vorziehen, eine frc^ 
Wiedererzählung anzunehmen, welche den GFesichtspunktr *^ 
den es dem Verfasser ankommt, durch diese dramatische Ge- 
staltung in den Vordergrund zu stellen weiß. 

Cap. IX (43, 6 S) enthält in dem Satz el zi xoiBtq, i^ 
xQvjträ Jtolei xal 6 jtazrjQ öov 6 ovgaviog 6 ßXixoVi^ 



1) Es ist dagegen für Matthäus bezeugt von «bCDEFGHu.a.,»»* 
von Origenes, Chrys., Ambr., Augustin. 



\<. »■ 



II. UrsproDg und Charakter. 91 

TÄ xQVJtt^ ajtoöcjoei aoi eine Beziehung auf die fast gleich- 
lautenden Wendungen Mth. 6, 4. 6. 18 (ii^ tc5 tpavegm ist erst 
späterer Zusatz der Handschriften MGT). Als Herrenwort aus- 
drücklich citiert ist in demselben Capitel (43, 15f) das Wort: 
Mri öAtb ta ayia tolg xvol /irjdh ßaXrjxt rovg (lagya- 
glrag vficiv tfijtQOOd-ep z&v xoIqop (Mth. 7, 6). Auch 
dies ist ein schon in der Didache und später oft citiertes Wort 
Der Text stimmt hier mit dem bei Matthäus, jedoch wird eine 
Erklärung hinzugefügt, die Perlen seien die Worte Gottes, die 
nur den Würdigen {rotg a^ioig) gegeben seien, die Schweine 
seien ol kv drl/icp ßloy öidyovreg. Darnach soll die Jungfrau 
bestimmen, wem sie die Geheimnisse ihres Lebens mit dem Herrn 
anvertrauen darf und wem nicht. Die Neigung war jedenfalls 
vorhanden, unter den a^ioi nur die zu verstehen, die sich zu 
einem asketischen Leben entschlossen. 

Cap. X (44, 3f) findet sich das ungemein häufig citierte Wort 
Mth. 18, 20 "Ojtov ovo i] rgstg eloi cwriy^iivoi kv rc5 
ovofiarl fiov, ixet el/ii Iv fiiöq) avzciv. ojtov st ov ist 
bei Ä^ Origenes, Euseb und Basilius bezeugt (vgl. Tischendorf 
ed. VIII 3. z. d. St.). Da das Wort in diesem Zusammenhang nahe 
mit dem vorhergehenden zusammengehört und der ganze Con- 
text seine Parallelen in kirchenrechtlichen Quellen findet, haben 
wir darauf zurückzukommen. 

Cap. XII ist die Begründung der Gebetsstunden mit ein- 
zelnen Momenten der Leidensgeschichte bemerkenswert 

Cap. XIV (48, 25 f ) erinnert das Gleichnis vom ytwQyoCy 
afiJteXog und dem Beschneiden der Reben an Joh. 15 (das svd-ixcp 
xcuQm an Hebr. 6, 7, rifuog xagjtog an Jak. 5, 7). 

Cap. XV (50, 2(1 ö) wird Mth. 7, 21 Ov nag o Xtymv (loi 
xvQi€ xvQte slosXevösrai slg rfjp ßactkelav rwv ov- 
Qaväp als Wort des Herrn aufgeführt. Der Text stimmt 
mit dem kanonischen. Die zweite Hälfte des Spruchs aZX^ o 
xoiwv X. T. X. ist erst von MG unserm Texte beigefügt. 

Cap. XVll (51, 25 ff) nimmt wieder, wie Cap. III, ausführlicher 
auf eine evangelische Erzählung Bezug: auf die Verleugnung 
des Petrus. Um den hohen Wert der Bußträne zu beweisen 
und zu zeigen, daß fiayd/iai dfiagrlai xal avojilat 6ia öaxQvcov 
anaküq>ovTat, erzählt der Verfasser die Verleugnungsgeschichte 
nach Luk. 22, 61, nimmt aber das //f^' oqxov tqItov avrov 



92 £d- V. d. Goltz, Athanasius' Adyog jSwvtjglag. 

TjQvi^aaro aus Mth. 26, 72 — jedenfalls eine unwillkürliche Com- 
bination frei nach dem Gedächtnis. Wie das Beispiel aus Da- 
niel, am Anfang von cap. VU abgeschlossen wird mit einem 
OQag Ti jtoisl Tj vTjOzela — so heißt es hier: oQag ro tpagiia- 
xop Tcov öaxQvcov, i^Baoco oiav dpofilap i^i^Xeitpel — denn 
eine größere Sünde als die Verleugnung des Petrus gäbe es 
nicht. ^Ogäg ^Xlxrjv övvafiip sxovot ra öaxQval Und wie es in 
der Erzählung cap. III (38, 8f) hieß: ^fiZv vjtoXc(iJtav(DV vjio- 
YQafifiov, Hv ^fielg rotg ixelvov Ixpsoi kxaxoXovd^cc3fiev , so 
schließt diese Paränese mit dem Satz: ixBlpa yaQ k/ga^ri slg 
TT^p TjfiersQap povd-sölap, ipa r/ßslg kxeipotg ijtaxoXovd^aavxeg 
C^fDTjp alfDPiop xXTjQOPoiiiiöoDUBP — zwci treffliche Beispiele prak- 
tischer Anwendung evangelischer Erzählungen auf das Leben tod 
einer das Gewissen anfassenden Kraft, wie sie Athanasius vom 
jtaQciyyeXfia des Antonius rühmt: fiprjfioPBveiP rcop XQa^tov 
rmp aylmp jcQog ro xm C^fiXtp xovxcdp ^vd^iilC^eod-ai xfjp tpvjt^P 
vJtofiifiP7jcxofi€PT]p ix xcöp ipxoXSp (vita Ant cap. 55). 

Cap. XX (56, 3) findet sich die Doxologie Luk. 2, 14. ist 
aber hier natürlich liturgischen Ursprungs. 

Cap. XXI (56, 6f) steht das Doppelgebot der Liebe wie 
Mth. 22, 37, kann aber auch nicht direct als evangelisches Oitat 
gerechnet werden. Der hier gebotene Wortlaut: ayajtt^osiz 
xvQiop xov O^eop oov ig oXi]g xijg xagölag Cov xßl i| 
oXrjg xfjg ipvx^jg oov xal xop jtXrjclop öov dg eavxoV h 
xavxatg xalg övol ipxoXaZg oXog 6 POfiog xal ol xffo- 
g)7Jxai xQtfiapxat erscheint als ein Mischtext aus Mark. 12,30 
und Mth. 22, 37. 40. Doch könnte diese Textfrage nur durch 
Untersuchung aller übrigen patristischen Bezeugungen erledigt 
werden. Das Wort ip xovxm ypcioopxai Jtapxsg^ oxi ifi(^^ 
liad-rixal iöxs lap ayanaxB aXXtjXovg (56, 15f) ist «» 
Job. 13, 35. Die Lesart der älteren Zeugen ayajtaxs aXlrilx^ 
stimmt mit 69. 124 (Origenes?), Didymus, Chrysostomus, Gpk 
die andre in den biblischen Handschriften besser bezeugte ist n 
unserm Text erst von LMG eingesetzt. Am Schluß des Capitd* 
(56, 23 ff) ist das Wort: iap fir^ OXQatpijxB xal YipfjO^B^^ 
xa jcaiöla ov ///) tlotXi^rjxe elg xf^p ßaCiXelav to* 
ovQüPcjp nach Mth. IS, 3 genau wiedergegeben. 

Cap. XXII (57, 14) Mth. 10, 40 6 ösxofiepog vfiai; If^ 
ötxexai wörtlich. 



II. Ursprung und Charakter. 93 

Cap. XXIII (58, 21f) gehört die Anspielung auf das Kommen 
des Bräutigams und das Bereithalten der Lampen, Mth. 25, zu 
den beliebtesten Mahnungen der asketischen Literatur. 

Kürzer können wir uns über die Verwendung von Epistel- 
ci taten orientieren. Nirgends haben sie dogmatischen oder 
exegetischen Charakter. Das praktische religiös-sittliche Interesse 
behält auch hier ganz die Oberhand. Die Citationsformeln sind 
xaO^cog eIjcsv 6 /laxaQiog Ilavkog (cap. 11), /laQtvQsl de fioi xal 
avTog 6 ajcoöToXog Xhyoov (cap. 11), Xiyet yccQ 6 aytog DavXog 
(cap. X), eljtsv 6 d^ecjteoiog IlavXog (cap. XV), oder es ist gar 
keine Einführungsformel gegeben. Wörtlich citiert sind als Zeug- 
nisse des Apostels für die Wahrheit der den Lesern an das Herz 
gelegten Gedanken: cap. II: Eph. 5, 32; 1. Cor. 7, 34 u. 7, 4 
(sehr häufig in der asketischen Literatur); Eph. 5, 24; cap. IV: 
1 Cor. 3, 19. 18 (~ sie!); 1 Cor. 14, 20; cap. X: I Tim. 5, 3. 5. 6. 
9. 10. 11. 12 *; cap. XV: Phil 3. 18—20; cap. XXIV: Rom. 8, 18; 
dazu kommen noch ohne Citationsformel: 

1 Petr. 2, 21 (cap. III, 38, 8f: viilv vjcoXi/iJtavcov vjtoyQa/i- 
(lov 'iv 1^/iBlg TOlg ixelvov IxvBGiv i:^axoXov&i^O(D(iev)] 2 Cor. 8, 9 
(cap. 111, 3S, 18 f: jtXovOtog wp ijtTcixsvoe 6l ^(läg Iva i^fielg rfj 
ixeivov Jtrcoxsla JcXovrrjowfiep); Gal. 3, 28 (cap. X, 44, 5f: iv 
yaQ rfi ßaöiXela rmv ovQapojv ovx löxiv clqqbv xal d'riXv)\ 
Jak. 2, 19. 20 (cap. XV, 50, llf : Ov Jitorevstg ort sCri d^sog [om. 
el^!]' xaXcog jtoulg, xal ra Saifiovia jtiorsvovöi xal q)QlxxovOt, 
aXXa fj jtloTtg x^Q^^ '^^^ hQycov vbxqo. iörr, 1 Job. 3, 16 (cap. 
XXI, 56, 13 f: ei ovv avzog 6 xvQiog ajcid^avev vjcbq 7/^c5i^, xdt 
TjlfieTg o^eiXofiev vjibq aXXrjXcov rag tpvxctg ^[iciv d-elvai und 
den ganzen Context, vgl. auch 56, 9: 1 Job. 4, 8. 10); 2 Cor. 7, 10 
(cap. XXII, 57, 2f: /; Xvjtri yciQ xov xoöfiov xovxov d-avaxov 
xaxegya^exaL) Ganz allgemeine Sentenzen, die in die religiöse 
Volkssprache übergegangen waren, sind: QlCa yaQ Jtavxmp xwp 
xax&v ioxi fj (piXagyvQia (cap. VII, 24, 4f, vgl. 1 Tim. 6, 10; 
Polyc. ad Phil. 2, 2. 4, 1; 2 Clem. 6, 4), ajtoöxjjXG) ajto aöixlag 
Jtag o ovofiaCoDv xo ovofia xov xvqIov (cap. XV, 50, 24 f, vgl. 

1} Es ist auffallend, daß in diesem ausführlichsten Citat die Verse 
4. 7. 8 ausgelassen sind; es sind das gerade die, welche auf die Familien- 
pflichten Bezug nehmen; sie waren für den Verfasser wertlos, da er die 
Ehrenstellung der asketischen, von allen Sorgen der Welt befreiten 
Witwen hervorheben wollte. 



94 Sd- V. d. Goltz, Athanasius* Aoyog SomjQiag. 

2 Tim. 2, 19), a 6q>d^aX(i6g ovx elÖB xal ovg ovx fjxovoe x. 
T. L (cap. XV] U, 54, 2f, vgl. 1 Cor. 2, 9; 1 Clem. 34, 8; AposL 
Const. VII, 32 u. a.); ovx Ijtiövösrai (statt fifj kyttöviroji) yoQ o 
ijXiog ijtl To) jtaQOQytO(i& v(i&v (cap.XXI,56, 21f, vgl. Eph. 4, 26; 
Polyc ad Phil. 1, 2; Clem. Alex. Strom. V, 5; Apost. Consta V, 53; 
Vita S. Syncl. 63). 

Man wird im Verhältnis zum Umfang unserer Schrift diese 
Citate aus den neutestamentlichen Briefen nicht besonders zahl- 
reich finden können. Aber etwas über den Umfang des KanoDS 
des Verfassers zu ermitteln, dafür ist natürlich die Unterlage 
viel zu schmal. Daß Citate aus dem IL Petrusbrief, aas den 
kleineren Johannesbriefen und dem Judasbrief fehlen, mag immer- 
. hin constatiert werden. Eine Stelle führt uns vielleicht auch über 
den heutigen biblischen Kanon hinaus. In cap. XVIIl (53, 21) heißt 
es nämlich in dem Zusammenhang, wo von den beiden Wegen, 
des Lebens und des Todes, die Rede ist: iav ovv xoQSVfi iv rc5 
xoöficpy kv Tc5 ^avaxcp noQSVi^ xal kxxoq tov d-eov ylvxi xaxa 
T7]v 0^6 Iav yQaq)fjv. Da es eine biblische Belegstelle m. W. 
für dieses ixrog rov d^eov nicht gibt, so liegt es nahe, hier an 
die Didache zu denken, in der es am Schluß der Beschreibung 
der beiden Wege heißt: ^'ÜQa (if) zig ce nXav'qO'Q axo xavxr^^ 
TTJg oöov TTJg öi6ax^/g, ijtBi jtaQsxrog d^eov oe öiödoxei. Zumal 
sich dieser Spruch auch in dem mit unserm Traktat etwa gleich- 
zeitigen avvrayfia diöaoxaXiag findet, so muß die Beziehung der 
Worte d^tla yQaq>ri auf die Lehre der 12 Apostel als nicht un- 
wahrscheinlich gelten ^ Damit kommen wir auf die interessante 
Frage, welche andere literarischen Beziehungen sich in jrfpi 
ütaQd^, neben den biblischen überhaupt nachweisen lassen. 

Bleiben wir zunächst bei der Didache stehen, so ist neben 
der Erwähnung des Doppelgebots der Liebe cap. XX und der 
beiden Wege cap. XVIll, das Tischgebet in cap. Xin«=Dü 
9, 3 — l bei weitem die wichtigste' literarische BerOhrong. Bb 
kann aber auch aus ihr die literarische Benutzung der Didade 
selbst nicht streng bewiesen werden, da die liturgische Pniis 
die Vermittlerin gewesen sein kann, der beide, wenn auch in 



1 ) Der Ausdruck ^da yQaiprj ist vom Verf. sonst auf Eocl. 18, 1 und 
Prov. 12, 7 angewendet, also auf die Weisheitsliteratnr, die im 38w Fe^ 
brief des Atbanasius mit der Didache zusammen genannt wird. 



II. Ursprung und Charakter. 95 

verschiedenen Zeitperioden, dies Gebet entnommen haben. Es 
kommt freilich dazu, daß auch die Warnung Did. 9, 5 in cap. XIII 
(47, 12, Ausschluß der Katechumenen von der Tischgemeinschaft) 
und das Citat von Mtth. 7, 6 in cap. IX (43, 15 f) eine Parallele 
findet. Außerdem klingen die Mahnungen zur Barmherzigkeit, 
Sanftmut und Demut (cap. 111, 37, 29 ff) wie die Warnung vor 
xevoöo^la, dZa^opsla, q)iXaQYVQla (cap. VII Schluß und VIU) an 
Did. III, 5. 7. 8 an. Auffallend ist auch der Satz cap. XXV (60, 2) : 
fiT] kxTcXlvxjq ovv äjio röiv Xeyofiivcov rovxG)v ös^ia ?] dgiorsga 
im Vergleich mit Did. XII, 1 ovvsoip yctg i^ste ös^tav xal 
aQiOxBQav (vgl. Prov. 4, 27 und Apost. Const. VII, 28). Um diese 
Berührungen richtig zu beurteilen, wird man sich aber zu er- 
innern haben, daß die genannten Sittensprüche Gemeingut in den 
asketischen Schriften jener Zeit gewesen zu sein scheinen. Ohne 
jenen Hinweis auf eine d-ela yQatpr] in cap. XVIII würde eine 
literarische Bekanntschaft mit der Didache selbst nicht notwendig 
erscheinen, um die genannten Parallelen zu erklären. Es steht 
aber auch nichts im Wege, eine solche anzunehmen. 

Ahnlich steht es mit einigen Gedankenan klängen an den 
Hirten des Hermas. Gleich der Anfang unserer Schrift erinnert 
an Herm. Mand. 1, 1 trotz der Verschiedenheiten der Formulierung. 
Die Ausführungen über die sittlichen Voraussetzungen des rechten 
nutzbringenden Fastens (cap. VII, 41, 23 ff) erinnern an ähnliche 
Gedanken in Herm. Sim. V, 1, 2 — 5, 3, 5—7^; die über die Frage, 
ob der Mensch die GeboteGottes halten könne (cap.XXIU, 58, 18ff) 
an Herm. Mand. XII, 4, die Ermahnung über die Xvüir\ an Mand. X. 
Aber mehr wie Gedankenparallelen sind es auch nicht; sie können 
sehr wohl der Leetüre des Hirtenbuchs zu verdanken sein — 
sind aber auch ohne solche Annahme begreiflich. 

Noch schwächer sind die Vergleichspunkte in üibqI Jiagd^. 
I (35, Uff) und 1 Clem. 33, 2-5. 20, 9, XVIII (54, 2f) Citat von 
1 Cor. 2, 9 und 1 Clem. 34, 8, III (37, 30 f) firjöepl xaxov avxl 
xaxov djtoöiöovai nach dem Beispiele des Herrn mit Polyc. ad 
Phil. 2, 2. 8, 2 (vgl. auch 1 Petr. 3, 9), das Citat von 1 Tim. 6, 10 
(cap. VII, 42, 4f und Polyc. ad Phil. 4, 1) und von Eph. 4, 26 
(cap. XXI, 56, 20 f und Polyc. ad PhiL 12, 1). Über literarische 



1) Vgl. bes. Sim. V, 3, TCQibxov nävxtav tpiXa^ai and navzdq Qf)* 
fiatog novTjQOv xal ndor^g iniS-vfilag novrjgäg. 



96 Sd- V. d. GoltZf Athanasius^ Aöyoq Statru^laq. 

Beziehungen läßt sich daraus nichts entnehmen. Die Verwandt- 
schaft der Gedanken und die Ähnlichkeit des Stils sind aber 
offenkundig. 

Von andern Schriftstellern des zweiten und dritten Jahr- 
hunderts, an deren Werke sich Anklänge finden, wären noch 
Cyprian, Tertullian und Irenaeus zu nennen. Die beiden ersten 
haben in ihren Traktaten über das Gebet ähnliche Begründungen 
der Gebetsstunden aus den Leidensstunden des Herrn (jtsQl xaQ^. 
XII ff. vgl. Tert. de ieiunio 10, de oratione 25, Cyprian de ora- 
tione 35. 36.); hier handelt es sich also um ältere gemeinchrist- 
liche Traditionen, för die wir noch nähere Parallelen finden werden. 
An Irenaeus ^ erinnert einer der wenigen dogmatisierenden Sätze 
unseres Traktats am Anfang von cap. VI (40, 2 ff): mCxsQ yag 
öia ßgcifiarog xal jtaQaxorjg k^eßki^d-t] 6 *A6an ^ '^^^ xagc- 
öeloov, ovT(D jtaXiv öia vTjCrslag xal vJtaxo^g o d-iXoDV eloig- 
Xsrai slg top jcagdösiöop. Die Gedankenparallele ist aber nicht 
schlagend genug, um etwas zu beweisen. 

So sehen wir uns denn für die ersten drei Jahrhunderte 
außer dem Neuen Testamente ziemlich im Stich gelassen, wenn 
wir nach deutlichen Beziehungen suchen. So sehr die Sprache 
unsres Traktats in ihrer schlichten Einfachheit an die ältere 
christliche Literatur erinnert, ja man kann sagen, wie sehr sie 
geistig fast in jene ältere Zeiten hinaufzuweisen scheint, so weoig 
ist dem Verfasser daran gelegen, auf andere Bücher Bezog lu 
nehmen als auf die Heilige Schrift allein \ Das wird nun anders, 
wenn wir uns nach Berührungen mit Schriften des vierten Jalu*- 
hunderts umsehen. 

Schon Riedel'* hat auf Beziehimgen unserer Schrift zu den 
Canones Hippolyti aufmerksam gemacht und die Parallelstelleo 

1} adv. haer. V, 21, 2 (ed. Harvey. II p. 382): qaoniam in prindpio 
per escam non esurientem hominem seduxit transgredi praeceptum Dei, ii 
fine esurientem non potuit dissuadere eam, quae a Deo esset sustiiiere et- 
cam . . . quae ergo fuit in paradiso repletio hominis per dnplicem gmta* 
tionem dissoluta est, per eam quae fuit in hoc mundo indigentiaiD. Hle 
autem legaliter explosus tentabat et ipse per mandatnm mrsiis legilisie 
facere congressionem. 

2) Vgl. das beachtenswerte Wort in der Vita S. Syndeticae cap. XXI 
(Migne P. g. XXVIII. p. 150)) Ol'dafiev xal fj/xeig Sri fiia iazlv iifji(är nci- 
Saycoyog t^ ygaipii xal diSdaxaXoq. 

3) Theol. Studien und Kritiken 1903 S. 338 ff. 



i 



IL Ursprung und Charakter. 97 

« 

verzeichnet, ohne jedoch Schlüsse aus diesem Tatbestand zu 
ziehen. Harnack^ begnügte sich, auf diesen Tatbestand kurz 
hinzuweisen. 

Eine nähere Untersuchung ergibt aber, daß wir uns mit 
dieser Heranziehung nicht begnügen dürfen, daß viehnehr auch 
das vom Erzbischof Rahmani herausgegebene Testamentum 
D. N. I. Chr., die ägyptische K. 0. und die apostolischen Constitu- 
tionen und das övvxayiia öiöaCxaXlag zum Vergleich heranzu- 
ziehen sind. Außer den apostolischen Constitutionen sind alle 
diese Quellen wahrscheinlich ägyptischen Ursprungs. Die Paral- 
lelen beziehen sich alle auf Regeln des häuslichen asketischen 
Fasten- und Gebetslebens, die teils dem Qedanken nach, teils 
auch wörtlich in zwei oder mehreren der genannten Quellen wieder- 
kehren. 

Gleich der Eingang unseres Traktats: jtQcozop jtavrmv 
jclorsvöop . . . entspricht einer gemeinsamen Stiltradition ^ an 
die Spitze christlicher Lebensregeln eine kurze Formulierung des 
Glaubens zu stellen. So finden wir es in den Mandaten des 
Hermas (1, 1), in den Canones Hippolyti (I, 1), in den Canones 
des Basilius und in der spätem Recension des owrayfia öiöad- 
xaXlac, Auch bei Origenes, JtSQl dgxcip I, 3, 3 und Comm. in 
Ev. Joh. XXXll, 16. 19; in Jerem. IV, 20, 2 finden sich ähnliche 
Formulierungen. Athanasius selbst citiert mehrfach den Anfang 
der Mandate des Hermas in seinen Schriften [vgl. de incarn. 
verbi I, 3, epistula ad Afros episc. V (Migne P. g. XXVI col. 1037) 
und epistula festalis XI, 4 (Migne P. g. XXVI col. 1406)]. Die 
Formulierung des Glaubensinhalts weicht aber in unserm Trak- 
tat von der oft gebrauchten Hermasstelle wesentlich ab. Mit 
der Formel der Canones Hippolyti stimmt unser Traktat insoweit 
überein, daß auch dort Gott als Schöpfer der sichtbaren und un- 
sichtbaren Dinge bezeichnet ist. 

Die weitere Explication der Schöpfungserzählung bis zur 
Erschaffung des Menschen hat ihr Prototyp in einer Stelle wie 
1 Clem. 33, 2—5. 

Wichtiger als diese immerhin nur formale Ähnlichkeit in 
der Voranstellung einer Glaubensformel sind einige Stellen, die 



1) Ad. Harnack, Die Chronologie der altchristl. Litteratur II, 

S. .ol4 Anm. 

Texte u. Untersuchungen etc. NF XIV, 2 7 




98 ^^' ▼• ^' Goltz, Athanasius^ Adyoq UanijQiag. 

sich auf die Wertschätzung des asketischen Lebensideals be- 
ziehen, jtegl nagd-, VII (41, 22) wird die vrfirela als dy/eZcov 
ßlog bezeichnet, mit dem Zusatz: xal 6 xQcif^^^og avr^ äyysjitx^p 
ra^ip exsi. Cap. X (43, 23) wird feierlich jedem, der sich nach den 
Worten dieses Traktats richtet, versprochen, daß sein Name im 
Buch des Lebens stehen soll: xal kv rtp rglrm xayiiaxi xAv 
ayyeXcov evQed-rjOBxaL, Cap. XXIV (59, 19) wird die kyxgaxua als 
ayyiXov ßlog gepriesen und dem Asketen versprochen: ip x^ 
avoo ^IrjQovOaZfjfi xaxoixrjCag fiexct ayyiXcov xoQsvcei xal fisxa 
ayl(DV JtQoq)rjxcop xal äjtoOxoXcov avaxavcsxai. Diesen Ver- 
heißungen unserer Schrift entsprechen nun folgende Stellen: 

Can. Hippolyti 38 (Riedel, p. 226— 227): Wenn ein Christ 
zu der Menge der Engel gehören will, halte er sich allemal 
von den Frauen fern, nicht mit ihnen zu essen. Wenn ein Christ 
in alledem feststeht, so wird er Christo ähnlich geworden sein 
und mit den Engeln singend zu seiner Rechten sein und von 
ihm Ehre ernten. 

Testamentum D. N. J. Chr. I, 18 (ed. Rahmani p. 23): qui 
eiusmodi sunt habitabunt in ordine tertio post mansionem 
patris mei qui misit me. 

Syntagma did. VIII, 10: iav xavxa (pvXa^rjg 6 hQtvg 
ßad'fibp ayad-ov havxq> JteQiJcoifj xal ycokjLrjp jtaQQfjölap xi]v 
hv AV3 'Iv. 

Obwohl sich die Idee, daß die Asketen ein engelgleiches 
Leben führen, auch sonst häufig findet, so dürfte die Vorstellung 
von dem dritten xayfia der Engel doch auf eine nähere Be- 
ziehung dieser Schriften zueinander deuten. Der Ursprung der 
Idee wird in dem vulgären „Gnosticismus" zu suchen sein, wie er 
auch innerhalb der Kirche in Ägypten herrschend gewesen war; 
jedenfalls war dort die Idee der verschiedenen xdyfiaxa der Engel 
besonders ausgebildet. Koch eine andere Analogie ist aber an den 
gleichen Stellen (jisgl xaQO: VII, 42, 3f) von Interesse. Ebenda, 
wo das Fasten als die Lebensweise der Engel bezeichnet wird, 
ist auch von der cfikaQyvQia die Rede. Die Mahnung zum Fasten 
und die Warnung vor (piXagyvQia hängen eng zusammen. Das 
kann nur so zu verstehen sein, daß das Fasten nie der Ausdruck 
eines knauserigen Spartriebs sein soll, sondern daß das durch 
Fasten Ersparte den Armen zu Gute kommen soll. In diesem 
Sinn ist der Gedanke schon bei Hermas V, 3, 7 verwertet und 



IL Ursprung und Charakter. 99 

sowohl in den Canones Hipp. (Riedel p. 227) als in den Ca- 
nones Basilii 30 steht die Warnung vor der (piXaQyvgla un- 
mittelbar neben der Fastenregel. 

Eine andere allgemeine Warnung, welche die Fastenregel 
zu begleiten pflegt, ist die vor x%vo6o^La und vjtSQj]q)avla 
und vor einer lieblosen Beurteilung derer, die nicht dieselbe 
Askese treiben. Hierfür sind die Ausführungen in jtsQl Jtagd'. 
VIU und IX mit den Canones Hipp. 38 (ed. Riedel p. 228), 
dem Synt. did. U, 16 und V, 1 und vor allem auch mit der vita 
Antonii cap. XXXV ^ zu vergleichen. Die Versuchungen zur hoch- 
mütigen Überhebung sind immer Eingebungen des Teufels, vor 
denen der Asket sich besonders zu hüten hat, und der Sturz des 
Satans ist ein warnendes Beispiel für die Folgen solchen Hoch- 
muts (vgl. vita Sjncleticae cap. 49). Es ist deshalb geraten, mit 
ungläubigen und Weltmenschen auch nicht von den eigenen 
asketischen Lebensgrundsätzen zu sprechen; diese Maßregeln der 
Klugheit empfehlen Jisgl jtag^. IX (43, 10 ff) und Testam. D. N. J. 
Chr. I, 18 (Rahmani p. 21); I, 31 (Rahmani p. 73) mit dem Hin- 
weis auf das Wort des Herrn Mth. 7, 6 «Gebet das Heilige nicht 
den Hunden und werft die Perlen nicht vor die Säue». 

Mit solcher Empfehlung der Stille und Bescheidenheit, die 
jeder Ruhmsucht aus dem Wege geht, hängt es dann auch zu- 
sammen, wenn in unsrer Schrift die Einsamkeit für das Gebet 
und alle Andachtsstunden empfohlen wird, jedoch mit dem Zu- 
satz, daß da, wo man zwei oder drei gleichgesinnte Seelen 
finde, es wohl angebracht sei, in solch kleiner Gemeinschaft die 
Andacht zu verrichten. Die Formulierung dieses Ratschlags in 
cap. X^ berührt sich sehr nahe mit einer ähnlichen Vorschrift 

1) Can. Hipp. 38 (p. 228) ... er weiß nur, daß er auserwählt ist vor 
allen Menschen. Das ist der Hochmut, der vor Gott schmutzig ist, wenn 
der Teufel einem einbildet, daß er besser ist als alle Menschen. 

Vita Antonii cap. XXXV (Migne P. g. XXVI. col. 893) av Sh xal 
htaivwai aaxTjoiv vfiCov xal f^axaQit^waiv vfiäg, fzi^e vnaxovetB [x^i^^ 8Aö>? 
TiQOOTioielad'e xovxovq. 

2) cap. X (43, 24; 44, 1 ff } iav oiv iiQoaevxV ^ W^^j^? ? ^vayiyva)- 
OTC^q, X€a lölav xd&ov, fitjdelq äxovhca el fji^ cv (xövoq xal iäv eyj^q 
dfxotpvxovq filav i] ovo naQ^ivovq (hier vielleicht zu ergänzen: xaXdv 
aweZvai avzaiqy vgl. Test. 1, 22 bonum est si cum ipsis sit) kiyei yuQ d 
xvQioq' Znov &io rj xgeXq awTjyfiivoi elal iv xCo övS/iau fiov ixeZ slfii iv 
fjiiaoj abzCbv. 



7* 



100 Ed. V. d. Goltz, Athanasius' Aoyoq SwTJjgiag, 

in den apostolischen Constitutionen (VIII, 33) und beruft sich 
wie diese auf die Verheißung des Herrn: cWo zwei oder drei 
versammelt sind in meinem Namen, so bin ich mitten unter 
ihnen». Der charakteristische unterschied ist nur der, daß die 
apost. Constitutionen die Ändachtsübung im kleinsten Kreise nur 
anordnen für den Fall, daß eine allgemeine gottesdienstliche 
Versammlung weder in der Kirche noch in einem Hause möglich 
sei*, während unser Traktat seine Ermahnung zu kleinen Er- 
bauungsgemeinschaften allgemein gibt Im Testamentum D. N. J. 
Chr. I, 22 (Rahm. p. 33) wird dem Bischof die Regel für die 
außergottesdienstlichen Stunden gegeben: Maneat autem in ec- 
clesiae domo solus; si vero habet unum vel duos sibi Con- 
cor des, bonum est si cum ipsis sit . . . ubi enim duo vel tres 
congregantur in meo nomine etc. Die Ausdrücke unum vel 
duos sibi concordes correspondieren so genau dem ofioywxovc 
filav rj ovo, daß hier wohl Zufall ausgeschlossen ist Eine lite- 
rarische Verwandtschaft liegt jedenfalls vor, wie sie auch zu er- 
klären sei. Auch für die Witwen wiederholt das Testamentum 
(I, 40, ed. Rahmani p. 95) den Satz: Si habet unam aut duas aat 
tres consocias unanimes in meo nomine, ego ero inter illos. 

Allgemeiner und unbestimmter sind wieder die Paralleleo* 
die sich zu den Ausführungen unsres Traktats cap. XI über die 
Kleidung, den Schmuck, das Baden und Waschen der Jungfrauen 
anführen lassen. Das Thema war ja schon im zweiten und 
dritten Jahrhundert nicht selten erörtert worden. Besonders 
Clemens Alexandrinus (Paedag. II und III), Tertullian (de crdtu 
f eminarum), Cyprian (de habitu virginum) hatten diesbezügliche 
Vorschriften gegeben. Aus den Kirchenordnungen sind hier Gau 
Hipp. XVII (Riedel p. 218); Test II, 4 (ed. Rahm, p. 118); 11,22 
(ed. Rahm. p. 143) und vor allem Syntagma did. II, 1; VI,1: 
VIII, 4 zu vergleichen. Die Kleidervorschriften sind ebenso wie 
die analogen für männliche Asketen im Syntagma noch nicht im 
Sinn einer Standestracht gemeint, sondern im Sinn der Empftk" 

Ij Apost. Const. Vni, 33 al fiit^s iv oXx(p Sfia fi^e iv ixxki^ 
avva^QOLoB^fjvai ^tn^arov, sxaazog naQ* kavto) tpaXX^i»t dvayiyifi^oxH^ 
nQoatvxio^d) tj xai a/na ovo y T(j6Tg ' dnov yoLQ &v ^ai 6 xvgiog ^ ^ 
T(>eTg avvrjyfievoi iv xO) vvofxaxL fiov ixeZ elfii iv (liam ahttav — Aod* 
in den Can. Hipp. XXYII, Ü findet Bich nar die Ermunterung nun ö»* 
samen Beten und Lesen, wenn kein Gottesdienst stattfindet 



I 



n. Ursprung und Charakter. 101 

lung äußerster Schlichtheit und Einfachheit. Die Warnung 
vor dem Besuch öffentlicher Bäder, vor unnötiger Entblößung, 
vor Weingenuß (abgesehen von Krankheitsfallen), vor Olsalbung 
und kosmetischen Mitteln kehren in solchen Sittenregeln wieder, 
ebenso das Gebot des Schleiers und des niedergeschlagenen 
Blicks. Literarische Verwandtschaft braucht nicht vorzuliegen. 
Am auffallendsten ist noch die Parallele von Can. Hipp. XXVII 
und von Synt did. II, 1 und VI, 1 mit dem elften Capitel 
unserer Schrift ^ 

Wirklich unzweifelhaft aber sind dann vom zwölften Capitel 
unserer Schrift an die Parallelen in der Regelung und Begrün- 
dung der Gebetsstunden. Auch für diese bestand, wahrschein- 
lich in Anknüpfung an jüdische Traditionen, eine alte Haussitte, 
für welche früher schon eine Begründung durch christliche Ge- 
danken gesucht wurde. Schon in der Apostelgeschichte sind 
die 3., 6. und 9. Stunde als Stunden des Gebets vorausgesetzt, 
bei Cyprian und TertuUian finden wir auch schon eine Motivie- 
rung dieser Stunden durch Hinweis auf einzelne Geschehnisse in 
der heiligen Geschichte. Solche Beziehungen sind auch in unsrer 
Schrift betont. Während aber TertuUian und« Cyprian meist auf 
Einzelheiten der apostolischen Geschichte Bezug nehmen, sind 
hier alle Gehe tsstun den, auch die zwölfte und die Mitternachts- 
stunde, in Beziehung gesetzt zum Tode, zur Höllenfahrt, Auf- 
erstehung und Erhöhung des Herrn. Ihre nächsten Parallelen 
findet unsre Schrift in den Canones Hippolyti, der ägyptischen 
K. 0. und dem Testamentum D. N. J. Chr. Aber auch die 
apostolischen Constitutionen, die Canones Basilii und Athanasii 
bieten Vergleichspunkte. Nirgends ist der Wortlaut der Regel 

1) nsQl naQ^. XI (45, 10 f) oh fi/j idg aX?.Tj yvv^ xö aCb/xd aov yv(jivbv 
civev ndar^g avdyxrig' äV* ovdh airt^ xatavorjaEig vgl. Synt. II, 1; In 6h 
fi^ yvfjivovv kavtov hoiniöv xivoq aXX* ?} dvdyxri iv Xovxqoj öiä ndB-oq 
iv dad-evela noJJ.j yLvofxevov. — mgl nag^. XI (45, 15 f) ov Ttogevay elg 
ßaXavsTov vyialvovaa avsv ndarjq dvdyxTjg ' ov fi^ ßdxpyg ^Xov xd aCbfid 
aov elq vSwg, oxi ayla fl xvj xvq'kü ' . . . . /ndvov xö ngöaiondv aov viipai 
xal xäg x^^Q^^ ^^^ ^^^'^ noSag vgl. Synt. VI, 1 sl öh inl vdatp dvayxaadyg 
Xovxgoj XQ^^^'- ^^^ nna^ xal öiq ' vyialviov öh ßaXaveiov ov X()€/av exetg 
und Can. Hipp. XXVII (ed. Riedel p. 218): Der Geist braucht sich nach 
der Wiedergeburt nicht in Wasser zu baden, sondern nur seine Hände 
zu waschen, weil der heilige Geist die Körper der Gläubigen durchhaucht 
und ihn ganz reinigt. 



102 Ed. V. d. Goltz, Athanasius' AdyoQ SanrjQiaq. 

oder der Begründung derselbe, aber zumal zwischen den Canones 
Hippolyti, dem Testamentum und unserer Schrift sind die Be- 
rührungspunkte so stark, daß wir nicht zweifeln können, daß sie 
der Sitte und den Anschauungen derselben Zeit und derselben 
Kirchenprovinz entstammen. 

Am frühen Morgen sollen die Christen mit Gebet an- 
fangen und, wie die meisten Quellen sagen (nicht unsere Schrift), 
vor dem Gebet sich waschen. cDie aufgehende Sonne soll das 
Buch in ihren Händen sehen» — so schreiben in fast wörtlicher 
Übereinstimmung die Canones Hippolyti, unser Traktat und die 
sententiae ad virgines des Euagrius Ponticus*. 

Zur dritten Stunde sollen die Christen beten, oder wie 
unser Traktat sich ausdrückt: cvpa^sig sjtiTsXelv zur Erinnerung 
an den Act der Kreuzigung. Die Begründung variiert etwas. 
Die apostolischen Constitutionen sagen, in dieser Stunde habe 
Pilatus sein Urteil gesprochen; unser Traktat sagt, da sei das 
Kreuzholz aufgerichtet, die ägyptische K. 0. und das Testament, 
da sei der Herr angenagelt worden. Die Canones Hippolyti und 
die Canones Basilii begnügen sich mit der allgemeinen Wendung, 
in der dritten Stunde sei der Herr gekreuzigt worden. Tertullian 
und Cyprian dagegen erinnern an die Herabkunft des heiligen 
Geistes Act. 2, lb\ 



1) nsQl 71 uqS^. XII (40, 7f): tpaXt^Qiov ^x^ xal rovq tpaXfiovg fudv- 
dav6. &vati).Xwv 6 tjXioQ ßXsnhoi xb ßißXiov iv xaXq ;j€()a/ aov, vgl. 
Can. Hipp. XXVII, 1 «quacumqae die in ecclesia non orant suinaa scriptu- 
rain ut legas in ea. sol conspiciat matutino tempore scriptaram 
super genua tua>. Sententiae Euagrii ad virgines: «Exoriens 
sol videat codicem in manibus tuis et post secundam horam opus 
tuum» vgl. Test. II, 24; Apost. Const. VIII, 31. 

2) tieqI naQ^. XII (46, 9f): Mexa xqIxtjv togav awd^eiQ iTtnilsi 
dxi xavxTj xy wQa inayri x^ ^vXov xov axavQov. 

Cyprian. de or. 35: hora tertia descendit Spiritus sanctus qui gra- 
tiam dominicae repromissionis implevit. 

Tertullian de or. XXV: Primus Spiritus sanctus congregatis disci- 
pulis hora tertia infusus est. 

Can. Hipp. XXV, 2: orent autem hora tertia quia illo tempore sal- 
vator voluntarie crucifixus est ad salvandos nos. 

Äg. K. 0.: Wenn du nur zu Hause bist zur dritten Stunde, bete 
und preise Gott, wenn du aber anderswo bist, so bete in deinem Herzen, 
denn in dieser Stunde sah man Christus an das Kreuz genagelt. Test U, 24 
(Rahm. p. 145) Curant omnes hora tertia orare cum moerore et labere 



II. Ursprung und Charakter. 103 

Die sechste Stunde erinnert nach unserem Traktat an die 
Stunde, da der Herr an das Kreuz gehängt wurde, und der Zu- 
satz (lera tpaXficip xal xZavd-fiov xal dei^oecog erinnert an die 
Wendung des Testamentum bei der dritten Stunde: cum moerore 
et labore. Nur die apostolischen Constitutionen (VllI, 33) haben 
hier die Erinnerung an das einfache: iözavQcod-i] 6 XQiorog, Da- 
gegen erinnern alle anderen Quellen an die Finsternis, die vor 
dem Sterben des Herrn eintrat, indem gleichsam die ganze Natur 
mit trauerte über die Schandtat, welche die Juden begingen. 
Tertullian und Cyprian erinnern daran, daß Petrus (Act. 10, 9) 
in der sechsten Stunde zum Gebet auf den Söller ging, um dort 
die Offenbarung zu empfangen, daß das Evangelium auch den 
Heiden gehöre. Daneben bezieht sich Cyprian auch auf den 
dominus crucifixus, Tertullian auf die Finsternis auf Golgatha. 
Die Unterscheidung zwischen der Befestigung des Kreuzesholzes 
(3. Stunde) und dem ixQSfdaa&i] 6 xvQiog (6. Stunde) ist also 
unserm Traktat allein eigentümlich. Die Lesart der Handschriften 
M G T ejtafq reo ^vXcp xov oravgov t7]öovg tj jtavxov ^cdi^ 
bei der dritten Stunde verwischt den Unterschied zu Gunsten der 
spätem Ausdeutung ^ 

vel in ecclesia vel si non possunt ad ecclesiam se conferre, domi; illa 
enim hora in qua fuit actus in crucem unigenitus. 

Canones of Athanasius 57: Versammlung der Priester zur dritten 
Stunde in der Charwoche: for this is the home wherein tbey did set 
about the crucifixion of our Saviour (vgl. ed. Riedel, Anm. p. 38). 

Can. Bas. 28: Laßt uns beten zur dritten Stunde, weil um diese 
Zeit unser Erlöser gekreuzigt wurde. — Dagegen Aposi Const. VIII, 33: 
— T()/ry Sh &Qa dxi dnStpaaiv iv airty vnb JliXdxov MXaßev d xvQioq. 

1) nsQl nagB^. XII (40, lOf ) : ^^Exxy u}Qa inniXei täQ TtQoaevxcig 
fiexa xpaXfiibv xal xXavB^fjtov xal dsi^aswg' Zxi iv avty xy Ioqcc ixge- 
fxdo&rj d vldg xov B^eov inl axaiQov. 

Tertullian de or. XXV: Petrus qua die visionem communitatis 
omnis in illo vasculo expertus est sexta hora orandi gratia ascenderat in 
superiora: de ieiunio X dieselbe Deutung; außerdem: a sexta contene- 
bratus orbis defuncto domino lugubre fecit officium. 

Cyprian de or. 34: Petrus hora sexta in tectum superior ascendens 
signo pariter et voce Dei monentis instructus est, ut omnes ad gratiam 
salutis admitteret. — Et Dominus hora sexta crucifixus. 

Can. Hippolyti XXV (ed. Achelis p. 128): Deinde etiam hora sexta 
orate quia illa hora uni versa creatura perturbata est (Riedel p. 216 
«zuckte») propter facinus scelestum a ludaeis perpetratum. 

Ag. K. 0.: Desgleichen bete zur sechsten Stunde. Denn als Chri- 



104 ^d- ^' d* Goltz, Athanasius' Aoyoq Zantjgiag. 

Die neunte Stunde soll von der Jungfrau mit Hymnen 
und Doxologien gefeiert werden, indem sie unter Tranen ihre 
Sünden dem Herrn bekennt, weil zu dieser Stunde der Herr am 
Kreuz seinen Geist aufgab. In dieser Deutung trifft unser Trak- 
tat mit den Canones Hippolyti und mit Chrjsostomus (homil. in 
Psalm. CXVlll) zusammen, während die ägyptische K. 0. und 
das Testamentum an den Lanzenstich erinnern; die apostoUschen 
Constitutionen bringen hier das Erdbeben, das die andern Quellen 
auf die sechste Stunde datieren. Tertullian weist nur auf die 
Heilimg des Lahmen am Tempel durch Petrus und Johannes 
(Act. 3, 1), Cyprian und die Canones Basilii 28 auf den Abschluß 
der Erlösung^. 

stas an das Holz des Kreuzes geschlagen war, wurde jener Tag 
zerteilt und es entstand eine große Finsternis. Darum möge man zu jener 
Stunde in kräftigem Gebete beten, indem man die Stimme dessen nach- 
ahmt der damals gebetet hat und die ganze Schöpfung sich verfinsterte 
Yor den ungläubigen Juden. 

Test am. 11, 24 (ed. Rahm. p. 145): Pariter fiat oratio cum moe^itift 
hora sezta. tunc enim fuit divisus dies per tenebras. Sit igitor voz qaae 
imitatur prophetas creaturamque lugentem. 

Can. Bas. 28: Laßt uns um die sechste Stunde beten, weil zu dieser 
Zeit Finsternis war. 

Apost. Const. VIII, 83: exty dh Hyga^ dxi iv ai/tg iatavQw^hi o 

1) 71 eqI nagd^. XII (46, 2f): ^vdx^ S}Q(x ndXtv iv v/jivoig xai Sopih 
Xoylaig /xexä öaxQvmv i^of^oXoyovfjtivij rä TtagaitiCifiaxd aov xöv ^of 
hcheve, dri iv avxj ry wQa 6 xvgioq xQBfxafxevoq inl axavQOv dnidoua 
xo nv£V(.ia. 

Tertullian de or. 25: Idem (seil. Petrus) cum Johanne ad nonam 
in templum adibat ubi paralyticum sanitati reformaWt suae. 

Cyprian de or. 34: ad nonam peccata nostra sanguine suo ablnitet 
ut redimere et vivificare nos posset tunc victoriam suam paasione perfecit 

Can. Hippolyti XXV: Hora nona iterum orent quia illa hora 
Christus oravit et tradidit spiritum in manus patris sui (?gl. Chiy- 
sost. homil. in Ps. 118 Migne P. g. 55 col. 705: ivdx\i &Qa alfia ^qf« 
xal nagiSioxE xö nvevfia xai iXvxQ(j)aaxo i)fiäg ix r^g Siaßolov 
xaxoxfjQ)' 

Ag. K. 0.: Man möge aber ferner ein großes Gebet und ein großes 
Preisen in der neunten Stunde vollbringen, damit du wisaesty wie die 
Seele der Gerechten den wahren Gott preist, der der Heiligen gedachte 
und ihnen seinen Sohn sandte, welcher sein ^öyog ist, damit er ihnen 
leuchte, denn in jener Stunde wurde Christus an der Seite mit einer 



II. Ursprung und Charakter. \Q^ 

Nach der neunten Stunde sollen die Jungfrauen ihre ein- 
fache aus Brot^ Kräutern und Wasser bestehende Mahlzeit 
einnehmen. Die hier von unserm Verfasser mitgeteilten Tisch- 
gebete haben aber weder in den genannten Eirchenordnungen 
noch bei TertuUian und Cyprian eine Parallele. Nur die all- 
gemeine Anordnung des Tischgebets überhaupt findet sich 
auch sonst \ und zwar mit der näheren auch in unserem 
Traktat wiederholten Bestimmung, daß Katechumenen nicht 
am Tisch der Gläubigen Teil nehmen sollen^. Dem fugt 

Lanze durchbohrt, es kam Blut und Wasser heraus und darauf leuchtete 
er noch den Rest des Tages bis zum Abend (vgl. Achelis p. 128. 129). 

Testam. D. N. I. Chr. II, 24 (ed. Rahm. p. 145): hora quoque nona 
protrahatur oratio una cum collaudatione yeluti ad imitationem animarum 
eorum qui laudant Deum haud mendacem, qui recordatus est suorum 
sanctorum et misit verbum suum et sapientiam suam ad illuminandos 
ipsos. Ea enim hora yita patuit fidelibus fiuxcruntque sanguis et aqua 
ex latere domini nostri. 

Can. Bas. 28: und besonders laßt uns um die neunte Stunde beten, 
weil in dieser Stunde uns die Erlösung und das Leben zuteil wurde. 

Apost. Const. VIII, 83: ivdty dh Zu navta xexlvriro toi; Secnd' 
xov axavQOv^ivov (pglxTovxa r^v xöX^av xwv dvooeßihv ^lovda'nov [x^ <pi' 
Qovxa xov xvglov x^v vßgiv, 

1) nsQl nag^, XIII (48,4): xö ßgCbf^d aov xal xd nöixa aov ^yiaa- 
fjLkvov iaxl' Siä yäg xu)v nQoaevxCbv xal xCbv ayleov grj/ndxofv äyidl^exaL. 

TertuUian Apol. 39: non prius discumbitur quam oratio ad deum 
praegustatur ; vgl. Ag. K. 0. c. 48: Alle sollen nun, bevor sie trinken, 
einen Becher nehmen und über ihm das Dankgebet sprechen und erst 
dann essen und trinken, wenn sie in dieser Weise gereinigt sind (ed. 
Achelis, Can. Hipp. p. lOG). 

Can. Bas. 28: Laßt uns beten wenn wir essen und trinken, damit 
wir uns und unser Brot segnen und wenn wir mit dem Essen fertig sind, 
daß der Herr unsere Speise segne. 

2) negl nagd^. XIII (47, r2f): idv dh evge&y xaxrjxovfiirij iv xy 
xgani^lff fifj avvevxsa&o) fxExd xCbv maxibv oiöh fx^ xad^layq <payeXv xöv 
cigxov aov fiex^ avxtjg. 

Can. Hipp. XXXIII, 2: Non sedeat cum eis dignis catechumenos 
in agapis xvgKxxaZg. 

Ag. K. 0. c. 49 (Achelis a. a. 0. p. 107): Laß die Katechumenen bei 
dem Mahle des Herrn sich nicht mit den Gläubigen hinsetzen. 

Test. II, 13 (Rahm. p. 135): In coena aut in convivio sumant fracti- 
onem ii qui proximi sunt pastori tauquam ad benedictionem. Catechu- 
menus autem non accipiat. 

Sjnt did. VIII, 5: xaxrjxovfxevoi de löla evxha^ojaav. 



106 ^^- ^* ^- Goltz, Athanaaiu»' JöyoQ ScnztjQiaq. 

unser Verfasser noch eine Mahnung hinzu, auch der Armen zu 
gedenken K 

Mit diesen drei Gebetsstunden schließt die ältere Tradition 
ab. Tertullian und Cyprian erwähnen zwar außerdem das Morgen« 
gebet und Abendgebet, sowie auch gemeinsame oder private Gre- 
betsübungen um Mittemacht, aber sie erscheinen dort nicht an 
eine bestimmte Stunde gebunden. Morgens ist der Sonnenauf- 
gang, der Hahnenschrei oder auch nur das Erheben vom Lager 
als Zeitbestimmung gegeben, Abends der Sonnenuntergang, das 
Lichtanzünden, das Niederlegen zum Schlafe. Dabei haben schon 
Cyprian, die ägyptische K. 0. und die Ganones Hippolyti Betrach- 
tungen angestellt, die christliche Qedanken mit naturmytholo- 
gischen verbinden, den Tagesniedergang und den Sonnenaufgang 
mit Christi Tod und Auferstehung parallelisieren ^. Derartige 
Betrachtungen liegen auch unserm Verfasser nicht fem. Er 
kennt außer den drei alten jüdisch -christlichen Gebetsstunden 
eine Gebetsübung zur zwölften Stunde und eine um Mitter- 
nacht, an welch letztere sich die Psalmen und Gebete der 
Morgenfrühe {ogO^gog) anschließen. 

1) 716 qI nag^. XIII (48, lOf): Kad'Bt.ofiivtig nlot^alaq fiezd oov hd 
xfjq zganilCyriq iäv ^S^q ywaXxa Ttevixgäv xaXiaeiq aMfv efc t^ fcryfrr 
xal ovx alaxvvd^oy elg x^v nXovalav, Dazu vgl. Canones Athanasii U 
(ed. Riedel p. 26): a rightous bishop sitteth rather with a believiog poor 
man then with a godless rieh. 

2) Tertullian, de ieiuniis X: — ut tunc et nos revertamur ad 
iucunditatem cum et mundus accepit claritatem. Hoc si magis ad reli* 
gionem sapit christianam, dum magis Christi gloriam celebrat, poesam 
aeque serae stationis ex eodem rei ordine statum figere, ut ieiunemus »d 
serum, expectantes tempus dominicae sepulturae etc. — de or. XXV ex- 
ceptis utique legitimis orationibue, quae sine ulla admonitione debentor 
ingresBU lucis et noctis. 

Cyprian de oratione XXXV: Sed nobis fiatres dilectisdini praeter 
horas antiquitus observatas orandi nunc et spatia et sacramenta creTenni 
nam et mane orandum est, ut resurrectio Domini matatina oratione oele- 
bretur Ps. 5, 4; Ps. 6, 1—3 . . Recedente item sole ac die oenante ne* 
cessario rursus orandum est, quando oramus et petimaSy nt saper no8 lux 
denuö veniat, Christi precamur adventum Incis aetemae gratiam praebi- 
turum. XXXVI: Qui autem in Christo, hoc est in Inmine semper «mn» 
nee noctibus ab oratione cessemus .... nocte qaad in Inmine Tignemw. 

C an. Hipp. 230: Etiam hora, qua sol occidit» orent, qnia est oomplctio 
dei. Ä g. K. : Wenn du schlafen gehst, sollst du einen andern Tag anfugeB 
und du machst das Vorbild der Auferstehung (ed. Aobelis p. 128 — 129). 



II. Ursprung und Charakter. 107 

Zur zwölften Stunde (also etwa um Sonnenuntergang) soll 
eine größere und längere Qebetsandacht gehalten werden, sei es 
allein, sei es mit gleichgesinnten Jungfrauen ^, um mit aufrich- 
tigen Bußtränen dem Herrn die Sünde zu bekennen und der 
Stunde zu gedenken, da der Herr in den Hades hinabstieg, um 
die dort Gefangenen zu erlösen^ als der Hades vor ihm erbebte 
und in Schaudern dem Erstaunen Ausdruck gab, wer der sei, 
der des Todes dunkle Pforten sprengte. Diese eigentümliche 
Tradition hat zunächst im Testamentum D. N.J. Chr. ihre deut- 
lichste Parallele 2. Die Scene, wie Christus die Tore des Hades 



1) nsgl TCagd^. XVI (51, 8f): iäv Sh elaiX^ fj Sioöexarrj Sy^a ßBi^C^o- 
xigav xal [xaxQOX^Qav inixeXiasLq Ty)v (Tvva^iv fjtexä xCbv o^oxpvxoiv aov 
nag^iviov iäv dh fx^ Fxj?c S/aötfwxoVt fidvrj inixiXH d^eov awdvxog xal 
cLxovovxoq^ vgl. dazu Test. I, 42 (Rahm. p. 101): Cum gratias agit aut landes 
persolvit, si habeat virgines amicas unanimes, Optimum erit, si illae cum 
ipsa orent ad respondendum : amen, secus oret sola seorsim sive in ecclesia 
sive domi, maxime autem media nocte. 

2) neQl TiaQB'. XVI (51, 12 f): Mvrjßdvevs ri)v SejSexdxijv io(>av, dxi 
iv aixy xaxaß^ßfjxev 6 xvQiog ^julwv elg xbv rlSrjv. xal ISibv avxdVf 
ItfgiSe xal i^ioxi] kiycjv ' 

Tlq iexiv oircoq 6 iv i^ovala xal /ueydX^ öwdpLBL xaxeXS^iJDv; 
Tlg oixog 6 xdq rcvXaq xoi) aöov xdq x^^^^äq awxglßiov 

xal xovq fxox^ovq xovq ddafiavxlvovq owB^Xdaaq; 
Tiq oixoq o i^ ovgavCbv xaxeXd^uiv xal axavQcod'elq 

xal vn ifiov xov &avdxov fi^ xgaxovfjtEvoq; 
Tlq oi-tog 6 Xvmv xd ÖBafid xwv vn ifjLOv xgaxovfiiviüv ; 
Tlq ovxoq 6 xio ldl(p B-avdxip ifxh xöv Mvaxov xaxaXvcjv; 

Dazu vgl. Testam. I, 28 (ed. Rahm. p. 63 f): Mors videns ipsura animatum 
descendentem ad inferos sperabat utique per errorem eundem sibi de more 
futurum escam 

1) Sed videns in ipso decorem divinitatis voce clamavit dicens: 

Quis est hie qui hominem mihi subiugatum induit, meque vicit? 

Quis est hie qui carnem mihi mancipatam ab interitu eripit? 

Qais est hie qui terram est indutus sed coelum est? 

Quis est hie natus in corruptibilitate sed est incorruptibilis? 

Quis est hie exemptus a legibus meis? 

Quis est hie praedator eorum quae mea sunt? 

Quis qui pugnat cum virtute flammae mortis vincitque tenebras? 

Quae est ista nova gloria in hoc spectaculo? 

Quis est qui impedit quin efficiam quae opto? 

Quis hie novus mortuus sine peccato? 

Quis hie qui caliginem obcaecat multiplice splendore neque me sinit 



108 ^^* ^* ^' Goltz, Athanasius' Adyog Sa>xrjQlag. 

sprengt, ist hier wie dort vorausgesetzt und die Rede des Hades 
ist in demselben Stil formuliert, dieselben Gedanken kommen in 
ihr zum Ausdruck, obwohl die Ausführung im einzelnen eine 
andere ist In unserem Traktat ist sie wesentlich kürzer und 
einfacher als im Testamentum. Weitere Parallelen finden sich 
im Evangelium Nikodemi, in einer Predigt des Epiphanius, bei 
Eusebius von Alexandrien und in einem Gedicht des Bischofs 
Synesius von Cyrene^ Das Evangelium Nikodemi stellt die 
Scene am ausführlichsten dar, aber nirgends läßt sich beweisen, 
daß unsere Stelle von den genannten Quellen direct abhängig 



> 



dominari in eos qui mei sunt sed attrahit in coelum animas 

qoae mihi datae erant? 
Quae est ista gloria quae impedit quo minus corpus fiat corruptibile? 
Quis est iste quem apprehendere nequeo? 
Quae est ista gloria quam ii qui circum sunt, nequeant perscrutari? 

1) Die dramatische Darstellung des Sieges Christi über Tod und Teufel 
und seines siegreichen Eindringens in den Hades finden wir am ausführ- 
lichsten im Evang. Nicodemi (vgl. Tischendorf, Evang. apocrypha ed. 2. 
1876). Sowohl in dem wahrscheinlich älteren lateinischen Text (p. 399 f ), 
als in der jungem griech. Recension (p. 329] finden wir eine Rede des 
Hades, die das erschreckte Erstaunen über Christi Erscheinung im Toten- 
reich in einer Reihe von Fragen und Ezclamationen zum Ausdruck bringt. 
Im griechischen Text lautet die erste Frage: Tlg el 6 %x^^ xoaavv^v 
iSovolav xal diva/nv xal noZog eI ö x^Q^Q afiaQxiaq o>6e iX^v: Das 
klingt an die erste Frage unseres Textes an. Auffallender ist noch eine 
der Rede des Hades vorhergehende Stelle (a. a. 0. p. 328) , wo zur Siche- 
rung der Tore des Hades aufgefordert wird : äatpaXloaa^E xaXwg xal 

laxvQibq xäq nvXaq xitq x^^^^ ^"^ xovq ixoyXovq aidtjQovq xal ei- 

^iayq a[xa X(Jj Xdyo) xovtq) ai xciXxal nvXai. avvexQißijaav xal ol aiörjQol 
fioxXol (Twed^Xdadtjaav. Dazu ist die zweite Frage unsres Textes eine 
genaue Parallele. Die Grundstelle für beide ist aber offenbar Ps. 11)6 (107) 
LXX: oxi <ji'v^r()/V'f nvkaq Xf^^^g ^«^ (jioxXovq oidtj()ovq oi^i&Xaae (vgl 
auch Jes. 45, 2; Barn. XI, 4; 4 Makkab. 16, 13). In Abweichung von 
diesen Parallelstellen hat unser Text: xovq ^oyXovq xovq ädafiavxi- 
vovq. — Bei Epiphanius (homil. II elq t//v xd(frjv x. xvqIov, Migne P. g. 
XLIII p. 460, ed. Dindorf IV, 2 p. 25) findet sich eine ähnliche Rede des 
Hades in fragenden Exclamationen : 

Tiq iaxiv oii;oq 6 xoaovxoq 6 fiexä xooovxwv xoiavxa ivxav^a im- 

xeXibv d^ax'fiaxa; 
Tiq oi^öq iaxiv 6 ßaoiXevq xf^q öu^rjq 6 iv ^'Aidfj noiCbv vvv xä oif- 

dinoxe iv ^'Alö^ yeyevfjfiiva; 
Tiq ovxoq 6 i^ayrnv sv&ev xovq an alwvog xexoifiri^hovg; 



n. Ursprung und Charakter. 109 

wäre, oder daß sie die Grundstelle für dieselbe bilde. Es handelt 
sich in unserem Traktat offenbar um eine freie Reproduction 



Tlg iaxtv ovxoq 6 Xvaaq xal xataXvaaq (vgl. xataXvatv in unserm 
Text) fj/jiCbv zG)v 0LricTT)r(i)v xb ^Qaaoq xal xo xgdxoq xal i^dyiov ix 
xfjq xoi) SSov (pvXaxfjq xovq dn aUbvoq nenijSijßivovq; 

Die darauf folgende Antwort der himmlischen Mächte und die ganze 
höchst rhetorische Behandlung des Gegenstandes zeigt , daß Epiphanius 
abhängig von einer Recension des Evangeliums Nicodemi ist. Als An- 
klang an unser Stück könnte nur etwa ein Ausdruck, der sich in der Ein- 
leitung der Predigt findet, angesehen werden (Migne a.a.O. p. 441: ai^- 
[xBQOv ol nvXviQol xov Söov löövxeq avxöv ^(pQi^av) — aber sie macht im 
Vergleich zu unserer Stelle einen sehr secundären Eindruck. Auch die 
Schilderungen des Triumphes Christi am Schluß der Predigt, mit dem 
Hinweis auf das obere Jerusalem, den werbenden Bräutigam, die iöiofiaxa 
ixoifia, die d^rjaavgol xibv dya&wv^ das ;^0(>ei;£<v fXBxk dyyiXwv 
(a. a. 0. p. 445) erinnert in etwas an die Phantasie weit unseres Verfassers 
— was aber nichts anderes sagen will, als daß eben gerade diese drama- 
tischen Scenen und die sinnlichen Bilder der himmlischen Herrlichkeit 
sich einer großen Verbreitung erfreuten. Eine kürzere Behandlung des 
de*scensus mit einer Rede des Hades finden wir in einer dem Euseb von 
Alexandrien zugeschriebenen Predigt (Migne P. g. LXXXVI p. 403. 404), 
jedoch ohne andere Parallele zu unserm Text als die durch Jes. 45, 2 ge- 
gebene. Viel interessanter, weil mit unserer Schrift nach Zeit und Gegend 
verwandt, sind einige Verse des Synesius von Cyrene, die den gleichen 
Stoff behandeln (vgl. J. Fr. Boissonade, Poetarum graecorum sylloge 

XV p. 157): xaxeßaq fxixQi xal x^ovdq 

inlötjfxoq iipafiiQOiq 
ßQÖXBOv (fOQiiüv defxaq 
xaxißaq d* vnb xdQxaQa 
xpvxdiv dB^L fivQia 
Bdvaxoq vifxsv s^ea 
<Pq1^bv 06 yiQiav xoxe 
^Aiöaq 6 naXaiyevj'iq 
xal XaoßÖQoq xvwv 
dvexdaaaxo ßrjXov 
Xvaaq d' dno nijfidxcjv 
xpvxäv ooiovq x^Q^^^^ 
S-idooiOL dxTjQdxoiq 
vfivovq dvdysiq naxgi 

Sowohl das sfpQt^s wie das t'fivovq dvdysiq naxQl sind interessante An- 
klänge an unsere Schrift. Weitere Stellen finden sich bei Je. Aug. Die- 
tel maier, historia dogmatis de descensu ad inferos litteraria ed. 2. Alt- 
dorf 1762. Eine Stelle bei Joh. Cassianus, de canonico diurn. III, 3 er- 
wähnt den descensus zur neunten Stunde. 



110 Ed. V. d. Goltz, Athanaaius' Adyog ^tnriQlai. 

einer in Ägypten verbreiteten Erzählang, deren gemeinsame lite- 
rarische Quelle uns nicht mehr aufbewahrt blieb. Die zwölfte 
Stunde galt als der Anfang der Nacht, die rechte Stunde so- 
wohl für bußfertige Einkehr wie fttr das Gedächtnis der Über- 
windung der Todesnacht durch Christus. Er, der die Totenwelt 
erschreckt durch seinen göttlichen Glanz, bezwingt auch die 
Schrecken der Finsternis und ihre unheimlichen Mächte ffir jeden 
Christen, und wie mit dem Anbruch der Nacht auch der neu an- 
brechende Tag schon in Aussicht steht, so folgt dem descensus 
die siegreiche Auferstehung. Echt christliche Gedanken des \et- 
trauens auf Christi allmächtigen Sieg, phantastische Bilder aus 
der Totenwelt und auch Empfindungen, die durch den Untergang 
der Sonne und das helle Leuchten des Nachthimmels ausgelost 
wurden, verbanden sich, um der zwölften Stunde eine besondere 
Weihe zu geben. 

Es hängt dann unmittelbar mit dem gleichen Vorstellungs- 
kreis zusammen, wenn die Mittemachtsstunde mit Lobliedern ge- 
feiert werden soll, weil auch Christus nach Überwindung des 
Hades zu dieser Stunde seinem Vater einen Lobgesang anstimmte. 
Diese Vorstellung finden wir in dem oben angefahrten Gedicht des 
Synesius und im Testamentum D. N. J. Chr. wieder und gehen wir 
wohl nicht irre, wenn wir sie mit jener anderen combinieren, 
die wir in den Canones Hippolyti und der äg. K. 0. finden, nach 
der die ganze Himmelswelt zur Mitternacht dem Vater einen 
Gottesdienst feiert ^ 



1) -ueq! naQ^. XX (55, 13f): Mecovvxziov iyegS^i^aü xal ^fiv^i4J^ 
QLOV xöv d^eöv aov iv avry yä^ t^ toga ävicxri 6 xvqioq ^ifübv ixvex^ 
xal vfirrjOE tdv natSQa. Synesius vgl. vorige Aamerkung. Testam. 
1 , 28 (Rahm. p. 65) : Mortem morte interemit et tertia die resurge« 
patri gratias agit diceos: Tibi gratias pater etc. Test.!, 32 (Raluo- 
p. 70): Media nocte seorsim coetus sacerdotales et perfectioree in popnlo 
persolvant laudes. Illa enim hora Dominus noster resurgens p** 
trem laudibus celebravit. II, 24 (Rahm. p. 145): Media nocte fis^ 
gant collaudantes et extollentes Deum propter Domini resurrectioiMni. 
Auroram laudent cum psalmodia quoniam postquam resurrexit Christas 
patrem laudavit psallentibus illis. Can. Hipp. XXYII, 2: CvM 
igitur quilibet, ut diligenti studio oret media nocte, quia patres noi^ 
dixerunt illa hora omnem creaturam ad servitiam gloriae divinae panOt 
ordinesque angelorum et animas iustorum benedioere Deo quia ioM^ 
dominus dicitque de hoc: media autem nocte clamor factos eit, eocc 



II. Ursprung und Charakter. m 

Auch in dem Mysterium der Mittemachtsstunde sind also 
Naturmjthen mit den christlichen Gedanken verschmolzen. Die 
Himmelswelt feiert Gott einen festlichen Gottesdienst, der trium- 
phierende, aus der Welt der Finsternis zum Licht aufsteigende 
Christus singt dem Vater einen Lobgesang und die zum Nacht- 
gottesdienst versammelte Gemeinde oder die einzelnen Frommen, 
die nachts dem Herrn einen Lobgesang singen, vereinigen sich 
im Geist mit der himmlischen Gemeinde. Es muß aber in der 
Erzählung der Heilstatsachen einen Bericht gegeben haben, der 
von einem Lobgesang wußte, den der Herr nach der Auferstehung 
mit seinen jQngem anstimmte. Einen solchen Lobgesang Christi 
finden wir in den Acta Johannis cap.94. 95 (ed. Bonnet II, 1 p. 197) 
mit den Responsorien der Apostel, die mit ihm eincA Reigen 
bilden; in diesem Lobgesang heißt es auch oyöoag fila ^filv 
ovfitpaXkei — 6 ömöixaxoii dQid-fiog ävco xop^^«'- Damit ist 
jedenfalls auf Sternbilder hingewiesen — jedoch ist dieser Lob- 
gesang Christi noch in sein irdisches Leben vor die Gefangen- 
schaft versetzt. Deutlicher noch ist die Scene in den koptisch- 
gnostischen Büchern Jeu (vgl. ed. C. Schmidt, T. U. VllL 1. 2, 
1892) ausgestaltet, wo auch erzählt wird, daß Christus, von den 
Aposteln umgeben, dem Vater einen Lobpreis darbringt, dessen 
einzelne Sätze anfangen: Ich preise dich, o Gott, mein Vater. 

Auch Clemens Alexandrinus setzt irgend einen derartigen 
Mythus voraus, wenn er (Protrept. XI, 33) nach der Aufforderung: 
XcoQ^aoDfiBP t6 (pSg, iva xo>()^öa>^ei' rov d^eov, x^Q^^^f^^^ ^^ 
q)cig xal fiad^tjTevocofiev reo xvqIco^ Ps. 21, 23 als ein Wort 
Christi anführt und daran einen an Christus gerichteten Hymnus 
anschließt, der da beginnt: 

^'Ffiprjöop xal ön^yrjOop 
TOP Jtarega öov top B^eop 
ociCei oov ra öir^yi^fiara 
jtaiöevoei fie ri (dötj x. t. X. 

sponsuB venit exite obviam ei; ähnlich, nur etwas ausführlicher, mit Er- 
wähnung auch der Sterne in der ägyptischen E. 0. (vgl. Achelis, Gan. 
ffipp. p. 132). 

1) Ps. 21, 28 LXX: Jirjyifjaofiai xd Svofid aov xoXq äöeXipolq fiov 
iv tAECtf ixxXijaiag vfxvriod) ae. Bei Cassiodor Expos, in Ps. XV» 11 (Migne 
P. 1. LXX p. 113) ist die Psalmstelle Ps. 15, 11 als ein Lobgesang Christi 
an den Vater aufgefaßt (ecce ipse clamat, ipse patri gratias agit;. 



112 Ed. V. d. Goltz, Athanasius' Aöyoq SüjTrjgiaq. 

So weisen uns die wichtigsten dieser literarischen Parallelen 
(Clemens Alex. — Kopt.-gnostische Schriften — Synesius — Te- 
stamentum) wiederum auf den ägyptischen Ursprung dieser My- 
steriendeutung der Mittemachtsstunde hin K 

Was dann die einzelnen liturgischen Vorschriften angeht, 
so ist Cap. XX unserer Schrift nicht ganz frei von dem Verdachte 
späterer Überarbeitung, um so mehr als wir ja aus der hand- 
schriftlichen Überlieferung in L und MG sehen, wie nahe die 
Versuchung lag, solche Stellen der kirchlichen Praxis anzupassen. 
Ps. 118, 62 (LXX) wird auch von Basilius zum Nachtgebet emp- 
fohlen, auch der Gebrauch des Ps. 50 dürfte einer sehr alten 
Tradition entsprechen. Dagegen scheint die bestimmte Regel, 
dem Psalm ein Gebet und eine Eniebeugung folgen zu lassen 
und nach je drei Psalmen ein Alleluja zu singen, fast zu speciell 
für den freien Geist dieses Traktats. Beim Morgengottesdienst 
OQd-Qog gehören Ps. 62, Dan. 3, 52 f und Luk. 2, 14 oflFenbar einer 
älteren Überlieferung an. Alle diese Stellen finden wir noch 
heute, freilich um sehr vieles vermehrt, in den vom mgoloytov 
(xiya vorgeschriebenen Gesängen der dxoXovO^la rov fieöopvxrixov 
und rov ogß-Qov^ Es steht aber dem nicht im Wege, daß die 
in unserm Traktat genannten Bestandteile schon im vierten Jahr- 
hundert unter den ägyptischen Asketen üblich gewesen sind. 

Für die Regeln der Liebe und Gastfreundschaft in Cap. XXI 
und XXII weiß ich außer den oben besprochenen Bibelstellen 
keine literarischen Parallelen anzugeben. Zu verweisen wäre 
nur noch darauf, daß auch die Canones Hippolyti XXXV^II 
(Riedel, p. 229) ermahnen, die Fremdlinge zu lieben und den 
Heiligen die Füße zu waschen. Der ölxaiog dprjQ aber, den die 

1) Auch die Canones Bas. 28 sagen : Laßt uns um Mittemacht beten, 
weil in dieser Zeit auch die Engel Gott dienen. 

2) Vgl. ö}Qo).6yLOv fi^ya, in irgend einer der venetianischen Aus- 
gaben; von mir benutzt die von Bartholomaios Cutlumusianos ed. 5. Ve- 
nedig 1841. Hier folgt nach den Eingangsgebeten im fjLEOOvvxuxöv Pb. 50 
ganz^ dann Ps. 118 in 3 ctdosig, nach jeder axaoiq 3 mal fiexavoia {'^ yo- 
vvxXiald) und ein Allelujab, dann das Glaubensbekenntnis und tgiadyiov^ 
Troparien, Gebete (das des Basilius ein Sündenbekenntnis), Ps. 120. 133, 
Gebete, Troparien und dnokvoig; im ÖQS-Qog nach den Eingangsgebeten 
XQOTiaQiaf Söga iv v^'iazoLg, der k^axi^alfudq (darunter an 3. Stelle Ps. 62), 
Allelujah , Hymnen , die neun Oden (darunter Dan. 3, 51 ff. und die SoSo- 
Xoyla mit dem v/nvovfiiv ae x. r. X,). 



II. Ursprung und Charakter. 113 

Jungfrauen in aller oaxpQoOvpri ehrerbietig aufnehmen sollen, ist 
augenscheinlich als heiliger Mann Gottes gedacht, auf dessen 
Wort sie hören sollen. Das setzt wieder Verhältnisse voraus, 
die strenge Elosterklausur noch nicht kennen. 

Das Gebot an die Jungfrauen, in der Kirche zu schweigen, 
hat seine Parallele Can. Hipp. XVII (ed. Riedel p. 208), Test 1, 
40, Canones Athanasii 98 (ed. Riedel p. 63) und Syntagma did. 
VUI, 4; zu der Ermahnung, die Lampen bereit zu halten für den 
kommenden Bräutigam vgl. Did. XVI, 1 (vgl. auch Can. Hipp. 
XXVIl ed. Achelis p. 132f) und die Sentenzen des Euagrius 
Ponticus (vgl. oben). In dieser hat auch der erste Satz des 
Cap. XXIV (59, 4f) eine wörtliche Parallele. 

Keine der hier angefahrten Vergleichsstellen des vierten Jahr- 
hunderts ist beweisend dafür, daß unser Traktat die andere Quelle 
benutzt habe ; die Parallelen aus den Canones Hippoljti und aus 
dem Testamentum D. N. J. Chr. machen es aber sehr wahrschein- 
lich, daß hier wie dort irgend eine ältere geipeinsame Quelle, 
die eine Regelung und Begründung des christlichen Ge- 
betslebens enthielt, benutzt worden ist. Welches diese Quelle 
war, ob die ägyptische K. 0: in einer älteren Recension oder die 
Urgestalt der Canones Hippolyti, kann auf Grund unseres Ma- 
terials allein nicht entschieden werden. Jedoch scheint mir die 
Fassung der Anordnungen über die Gebetsstunden in unserer 
Schrift so prägnant und kurz, daß ein verhältnismäßig alter 
Text vorzuliegen scheint, der den breiteren Erörterungen der 
anderen Quelle vorzuziehen ist. 

Das Fehlen gelehrter Citate darf in solch' kleinem an Jung- 
frauen gerichteten Traktat nicht überraschen; aber das Fehlen 
der später so beliebten Mönchsanekdoten und das völlige Zurück- 
treten jedes dogmatischen Interesses bestätigt uns doch den früher 
gewonnenen Eindruck, daß wir es mit einem Schriftstück zu tun 
haben, das in die erste Hälfte des vierten Jahrhunderts gehört, 
da die Regeln der Asketen noch unentwickelt, die dogmati- 
schen Differenzen für diese Kreise noch indifferent und die Ge- 
dankenwelt mehr biblisch als dogmatisch oder hierurgisch orien- 
tiert war. 

So steht denn nichts mehr der letzten Frage im Wege, ob 
Athanasius der Große, der Bischof von Alexandrien, wie es die 
Tradition behauptet, selbst der Verfasser sein könne. 

Texte 0. Untersnchungen etc. NF XIV. 2 S 




114 Ed. ?. d. Goltz, Athanasius' Aoyoq SwztjQta^;. 



5. Die Frage nach dem Verfasser. 

Die Schrift ^jtegl jcaQ&apiag^ hat das Unglück gehabt, in 
den zugänglichsten großen Druckausgaben unter die Dubia eines 
besonders fruchtbaren Kirchenvaters gestellt zu werden. Das hat 
ihr nicht nur die verdiente Beachtung entzogen, sondern auch 
die Frage nach dem Verfasser vielleicht allzusehr in negativem 
Sinn beeinflußt. Die bisherigen Erörterungen haben uns nun 
keinen Zweifel mehr darüber gelassen, daß diese Predigt an die 
Jungfrauen in die erste Hälfte des vierten Jahrhunderts und zwar 
nach Ägypten gehören muß. Damit erhöht sich die Verpflich- 
tung, auch die Frage nach dem Verfasser neu nachzuprüfen, ob- 
wohl sie bei einem derartigen Traktate, wenn er ohnedies in ein 
bestimmtes geschichtlich bekanntes Milieu eingeordnet ist, nur 
secundären Wert beanspruchen darf. 

Die eigentümliche Schwierigkeit der Frage beruht darin, 
daß solche praktische Sittenregel der Natur der Sache nach die 
Person des Redenden ganz zurücktreten läßt. Nicht ein Wort 
verrät uns etwas über die persönliche Herkunft und Stellung 
des Verfassers. Ist auch ersichtlich, daß er mit prophetischer 
Autorität zu reden sich bewußt ist, so nimmt er solch göttliche 
Autorität doch augenscheinlich für die Sache, nicht für seine 
Person oder Amtsstellung in Anspruch. Er sendet den Traktat 
einer Jungfrau, die er mit dyajtrjrrj döskcp?/, Xö(>£t;T()«« Xqiotov 
anredet, also einer asketisch lebenden Jungfrau, zu der er im 
Verhältnis des Seelsorgers steht. Andere Wendungen, besonders 
der Anfang von cap. II lassen aber vermuten, daß es sich um eine 
wörtlich gehaltene Rede handelt, deren ursprünglicher Anfang 
augenscheinlich in cap. II vorliegt in den Worten: äxove öovXrj rov 
Xqiotov xal jrapzeg 6001 d^iXovoi ooy&f/i^ac und die mit cap. XXIV 
schloß. Cap. 1 und cap. XXV sind dann bei der schriftlichen Auf- 
zeichnung der Rede in ein ßißXiov hinzugefügt worden. Für die 
Frage nach dem Verfasser läßt sich daraus nichts anderes ent- 
nehmen, als daß es sich um einen Prediger des vierten Jahrhunderts 
handeln muß, dessen Worte bei den Asketen jener Zeit auf unmittel- 
bares Ansehen rechnen konnten und dessen Seele selbst von dem 
asketischen Ideal erfüllt war, der insbesondere der jtaQd^evla den 
überschwänglichen Lobpreis zu schenken vermochte, den wir 



II. Ursprung und Charakter. 115 

cap. XXIV lesen. Gute Schriftkenntnis, einen gesunden reli- 
giösen und sittlichen Takt und seelsorgerliches Interesse wird 
man ihm nachrühmen dürfen. Alles Exaltierte und Übertriebene, 
das sich in der asketischen Literatur so häufig findet, geht ihm 
ab. Seine Sprache ist einfach, dem Charakter einer schlichten 
Erbauungsschrift angemessen. Der Zweck, den er verfolgt, ist, 
die geliebte Schwester in der Durchführung des asketischen 
Ideals zu bestärken, sie vor den Gefahren des asketischen Lebens 
zu bewahren und dessen sittliche Grundbedingungen kräftig 
geltend zu machen. Darnach kann es sich um keinen ganz 
unbedeutenden Mann handeln, der sich an ägyptische Askeiinnen 
des 4. Jahrhunderts wendet, die noch kein klösterliches Gemein- 
schaftsleben kennen. Wir haben auch gesehen, daß seine Lehren 
einfacher und €biblischer> sind als die naheverwandten eines 
Makarius und eines Euagrius Ponticus. 

Welches ist nun der Wert der Tradition, die diesen Mann 
mit dem großen alexandrinischen Bischof Athanasius identifi- 
ciert? Sie tritt zuerst bei Hieronymus auf, also nur wenige 
Jahrzehnte später, bei einem gewichtigen Kenner der damaligen 
asketischen Literatur. Er schreibt in Cap. 87 seiner Schrift de 
viris illustribus (Migne, P. lat XXIII p. 732, ed. BernouUi p. 46): 
«Feruntur ejus (scil.Athanasii) adversum gentes libri duo, et contra 
Valentem et Ursacium unus, de virginitate (Sophronius übersetzt: 
jteQL jtaQO^spiac), de persecutionibus Arianorum plnrimi, et de 
psalmorum titulis, et historia Antonii monachi vitam continens et 
kograöTixal epistulae et multa alia quae enumerare longum est.> 
Nach diesem schwerlich zu beanstandenden Zeugnis hat Atha- 
nasius eine Schrift jisqI jtaQÜ^sviac: geschrieben und da Hiero- 
nymus viele andere Schriften des Athanasius nicht nennt, muß 
sie zu den Schriften gehört haben, die er besonderer Erwähnung 
wert hielt. Es ist ja freilich durch dies Zeugnis nicht bewiesen, 
daß der von Hieronymus angeft\hrte Traktat des Athanasius jcsqI 
jcaQü^eviag mit dem uns vorliegenden identisch ist. Aber es 
ist dies um so wahrscheinlicher als unsere älteste Handschrift, 
die von Patmos, den Traktat eben unter dieser kurzen Überschrift 
jtbqI jtaQB^Bviaq überliefert. Dazu kommt ein noch älteres bisher 
nicht beachtetes Zeugnis in der Gedächtnisrede des Gregor von 
Nazianz auf den heiligen Athanasius (Migne P. g. XXXV p. 1082 

bis 1128, oratio 21). In dieser Rede, die auch einen beachtens- 

8* 



IIQ Ed. V. d. Goltz, Athanaaius' Adyog ^loxriQlaq. 

werten Hinweis auf die vita Antonii enthält (Athanasius habe in 
dieser Biographie iv jcZaOfiari ötriyrjöBcoq zov fiovaöixov ßiov 
vofioB^eoiap gegeben), ruft Gregor alle die noch lebenden Zeugen 
der Wirksamkeit des großen Alexandriners in rhetorischem Pathos 
auf, um in seinen Ruhm einzustimmen, unter ihnen veavloxoi 
xal JcaQd^ivoty JtQeößvrai fierä vecot^qodp, denen er selbst ein 
Vorbild gewesen sei iv V7]örelaig xal :tQOöevxcclg, kv äyQv- 
Jtvlaiq xal tpaZfKpölaiQ. In der näheren rhetorischen Explication 
sagt er dann, was die verschiedenen Stände der Christen an ihm 
gehabt hätten, und da heißt es: al Jtagd^^voi xov wiiq>ay(oy6v. Am 
Schluß der Rede a. a. 0. p. 1128 ist der Bischof selbst als staQ- 
d-ivtoq bezeichnet. Sollte das nicht, da Hieronymus uns berichtet, 
daß Athanasius JieiA jtaQd^evlaq geschrieben habe, eine deutliche 
Anspielung darauf sein können, daß in diesem Traktat jibqI JtoQ- 
d'Bviag das bräutliche Verhältnis der Jungfrauen zum himm- 
lischen wfi^log ein wichtiger Grundgedanke ist? Will der 
Verfasser den Jungfrauen doch ein Führer zum himmlischen 
Bräutigam sein. Ich möchte wenigstens in dieser Wendung der 
Rede Gregors ein sehr wichtiges indirectes Zeugnis für die 
Echtheit unserer Schrift sehen, das freilich seine Beweiskraft erst 
durch das Zusammenwirken mit andern Indicien erhält. 

Spätere Citate sind spärlich. Theodoret erwähnt in seiner 
Kirchengeschichte (lib. II, Migne P. g. LXXXII col. 1028), daß 
Athanasius an die durch die Arianer mißhandelten Jungfrauen 
jtaQa^v^rixtxovq Zoyovg geschrieben habe •. Solche Trost- 
briefe an Jungfrauen sind uns nicht mehr erhalten, können 
aber unmöglich von Hieronymus gemeint sein, wenn er be- 
. richtet, Athanasius habe jtbqI jtaQ&svlag geschrieben. Viel- 
mehr beweist die Notiz nur, daß Athanasius in einem seel- 
sorgerlichen Verhältnis zu alexandrinischen Jungfrauen stand. 
Wie nahe liegt es, daß er die, welche er tröstete, ein ander Mal 
auch belehrte. 

Das nächste Zeugnis finden wir in der Bibliothek des Pho- 
tius. Sie enthält im Cod. CCXXIX. Excerpte aus einem Werk 
des Patriarchen Ephraim von Antiochien, der in der ersten 



1) Als Citat führt er daraus den Satz an: 6iä xovxo (prjaii fir^öh 
yeria^ xiq vfitov neglXvnoq, et xal S-anxofztvaig vfiTv <pS-ovovai ot övaae- 
ßeXq xal xwkvovai xäg ixtpOQaq. 



II. Ursprung und Charakter. 117 

Hälfte des 6. Jahrhundert (ca. 529 — 544) gegen die Severianer 
eine Apologie der Synode von Chalcedon schrieb. Photius nennt 
die Namen der von Ephraim citierten Kirchenväter, unter ihnen 
auch ^Ad^avaöiog 6 ^Ake^avögevg kv r^ Jtgog rag jtaQd-tvovg 
ijtiöToXfj ^ Da es sich an der betreffenden Stelle um Beweisstellen 
f&r die ivatöig handelt, so kann Ephraim sehr wohl den Anfang 
unseres Traktats im Auge gehabt haben, wo er das rgetg vjtn- 
oxaCBig, lila d^eorr^g, fiia övvafiig, ^v ßojtTiöfia in seinem Sinn 
verwerten konnte. Diese einzige dogmatische Stelle unseres 
Traktats wird auch noch einmal in den Akten der Synode von 
Aachen (794) erwähnt in einem Brief Hadrians an Karl den 
Großen mit den Worten: item eiusdem S. Athanasii de virgini- 
tate inter cetera: et in spiritum sanctum qui in patre et filio 
existens a patre emittitur et per filium datur^. 

An diese Zeugenreihe Gregor von Nazianz — Hieronymus — 
Ephraim von Antiochien — Photius — Hadrian ad Carolum 
Magnum, die sich auf 4 Jahrhunderte und die verschiedensten 
Kirchenprovinzen verteilt, schließt sich die handschriftliche Über- 
lieferung seit dem 10. Jahrhundert an, deren Untersuchung er- 
geben hat, daß unser Traktat nicht etwa, wie die älteren Editoren 
meinten, in der älteren Überlieferung fehlt, sondern gerade zu 
dem Grundstock von 21 Traktaten gehört, der in allen späteren 
Sammlungen wiederkehrt. Man wird nicht sagen dürfen, daß 
diese Argumente den athanasianischen Ursprung unseres Traktats 
zur zweifellosen Gewißheit erheben — aber es mtissten sehr 
deutliche Kriterien sein, welche uns im Gegensatz zur genannten 
Tradition dazu bringen könnten, den Traktat dem Athanasius ab- 
zusprechen. Bei der dogmatischen Farblosigkeit der Schrift ist 
auch schlechterdings nicht einzusehen, warum man nachträglich 
auf den Namen des Athanasius gekommen sein sollte. Die 
Schrift bietet dazu keinerlei Anknüpfungspunkte und ein Pseudo- 
athanasius hätte es nicht unterlassen, den Verfasser durch irgend- 
eine Wendung als den alexandrinischen Bischof zu charakteri- 
sieren. Einige der von den alten Herausgebern geäußerten 



1) Migne P. gr. 103 p. 900 flF, Ephraim Antioch. neQl zCov ie(tCbv xrj^ 
^Avtioxelaq S-eofzibVj koyog F. 

2) Migne P. 1. 98, 2 p. 1249 u. S. S. Concilia ed. Phil. Labbei et 
Gabr. Coasartii tom. VU, Paris 1671, p. 916. 



HS Kd. V. d. Goltz, Athanasius' A6yo<; ^vixtu^la^. 

Bedenken, die sich gegen die bei Athanasius noch nicht wahr- 
scheinlichen liturgischen Stellen wandten, sind erheblich abge- 
schwächt durch die auf Grund der älteren Zeugen festgestellte 
ursprüngliche Textgestalt. Wollte man trotzdem in cap. XX 
eine zu detaillierte liturgische Regel finden, so würde die Mög- 
lichkeit späterer Überarbeitung hier sehr nahe liegen. Aber die 
Grundbestandteile des klösterlichen Gebetsgottesdienstes dürften 
viel älter sein als gemeinhin angenommen wird. Es liegt m. E. 
keinerlei Grund vor, solche kurze liturgische Anweisungen dem 
Athanasius abzusprechen. 

Schwerer wiegen die durch P. Batififol erhobenen Bedenken 
gegen die Glaubensformel am Anfang unserer Schrift. Die For- 
mel will in der Tat nicht zu der Lehre des Athanasius passen, 
sondern scheint auf die Theologie der Kappadocier (rQelg vjto- 
Ozdoecgy fila ^eoTfjg) hinzuweisen. Haben wir hier einen ganz 
ursprünglichen Text, so würde das die Echtheit der ganzen Schrift 
verdächtigen. Die handschriftliche Überlieferung bietet uns keinen 
Anlaß, Interpolationen anzunehmen. Auch bezeugt das Citat bei 
Ephraim von Antiochien^ daß schon im 6. Jahrhundert die Stelle 
ähnlich gelesen wurde. Wir haben jedoch im Syntagma didas- 
caliae ein Beispiel, wie sehr solche Formeln im Lauf der Zeit 
kleinen Erweiterungen ausgesetzt waren. So läßt sich die Mög- 
lichkeit nicht von der Hand weisen, daß an der Formel schon 
früh Erweiterungen vorgenommen worden sind. Dann ist aber 
zu beachten, daß jene verdächtigen trinitarischen Formeln die 
grammatische Construction des Satzes zerstören. Die Worte 
jcazTjQ xcu viOQ xal dyiov Jtpavfia, xQelg vjtoozaösig, (lia 
ü^eoTfjg, fiia övpafiig, tv ßdjtriOfia (lib^ 10 — 11) sind Nominative, 
während, noch abhängig von jtioTSvoop elg, (35, 4) Accusative zu 
erwarten sind. Dem Satz, dessen Subject die Nominative sind, 
fehlt jede Fortsetzung und der folgende Satz avxog yctQ 6 d-aog 
schließt sich bei Annahme der Interpolation viel besser an. 
Wir würden dann anzunehmen haben, daß die Worte schon 
früh, etwa Ende des vierten Jahrhunderts, eingefügt wurden, um 
die Formulierung vor Verdächtigungen sicher zu stellen. Zwin- 
gend ist die Annahme nicht und es würde selbst möglich sein, 
die Formel dem Athanasius zuzuschreiben, wenn wir in seinem 
sicher echten Traktat über Mth. 11, 27 (In illud omnia mihi 
tradita sunt, Migne P. g. XXV p. 220) lesen: dycog ayiog ayiog 



II. Ursprung und Charakter. 119 

Xiyovöa rag TQstq vjtootaöetg, fiiap ovolav und in der vielleicht 
echten Schrift: de incarnatione et contra Arianos, cap. 10, wo auch 
von dem dreimal heilig die Rede ist: öia rovro, ojöjreQ elg xo ovofia 
Tov jraxQog xal xov vlov ßajtxiCofitO^a, ovrcog xal dg xo opofia 
xov ayiov jrvevfmxog' JtaxTjQ xal vlog xal dycov Jtvsvfia xvQiog 
oeßaco^ eöxC ftla yaQ d^eoxrjg xal elg d^sog kv xgloiv vjtoöxa- 
ötöL Es mag dahingestellt bleiben, ob diese Belege hinreichen, 
um unsere Formel zu decken — der zweite ist selbst verdächtig; 
jedenfalls kann die vorhergehende Formel: jtaga xov jtaxQog 
djcoOxeXZofisvov xal öia xov vlov öiöofnvov (35, 9) als athanasia- 
nisch gelten, da wir Ep. 1 ad Serapionem lesen: xal xo jtpsvfia Jtaga 
xov vlov öiöofisrov xal jtsfijtoftevov .... ix jiaxQog Xeyexai kx- 
jtogtvtöO^aif jtaQOL xov Xoyov xal djtoöxtXXexai xal ölöoxai. 
Die Flüssigkeit der Formeln gerade in den früheren Jahren des 
Athanasius ist groß genug, um für solche Variationen Spielraum 
zu lassen. Die Glaubensformel kann daher keinesfalls als durch- 
schlagendes Argument gegen die Echtheit betrachtet werden, 
wenn alle übrigen Indicien für sie sprechen. — Am wenigsten darf 
der Ausdruck cap. III: tyBvvrjO^f] Ix xfjg d^eoxoxov Magiag (38,21) 
befremden. Er ist gut athanasianisch und kann auch schon vor 
Athanasius nachgewiesen werden ^ Die Stelle Oratio III c. Ari- 
anos, die schon von Cyrill herangezogen wird, kann geradezu als 
Beweis für die athanasianische Abfassung auch unserer Stelle 
verwendet werden (vgl. 6i 7)fiäg ödgxa Xaßmv Ix Jiag^svov xfjg 
d-BOxoxov Maglag dvd^gcojtog ytyove). 

Die vegetarischen Regeln {jtavxa dyva daa atpv^a) und die 
Aufforderung ovvd^eig xax löiav abzuhalten, welche P. BatifFol 
auf die eustathianische Secte deuten wollte, welche im Concil 
von Gangra 340^ verurteilt wurde, haben wir längst als die 
unter den ägyptischen Asketen weit verbreiteten Lebensgrund- 
sätze erkannt. Auch die Vorschrift, das ganze Jahr zu fasten. 



1) Alezander episc. Alexandr. ep. de Ariana haer. cap. XU; Pierius' 
Schrift negl (^eotoxov, Athanasius c. Apollinarium I, 4. 12. 13. oratio 
c. Ar. III, 14. 29. 33; IV, 32; de incarn. et c. Arianos VIII, 22; Cyrill. Hieros. 
cat. X, 19, vgl. Harnack, Dogmeng. II p. 214 u. 325 Anm. 2 Benrath, 
Zur Geschichte der Marien Verehrung, Stud. u. Krit. 1886 p. 32. Schon 
Cyrill beruft sich darauf, daß bereits Athanasius den terminus &e6- 
Toxoq gebraucht habe (vgl. Cyrilli Ep. I, Migne P. g. LXXVII p. 13). 

2) Vgl. Mansi, Conciliorum Collectio Tom. II (1759) p. 1095—1105. 



120 ^^' v* d. Goltz, Athanaaius* Aoyog SwvijQiag. 

wird man nicht so pressen dürfen, daß man darin einen Gegen- 
satz gegen das kirchliche Fastenverbot am Sonntag finden dürfte. 
Was mit den im Concil von Gangra verurteilten Absonderlich- 
keiten in Kleidung und Haartracht übereinzustimmen scheint, ist 
in unserem Traktat so allgemein gehalten, daß wir eine beson- 
dere Beziehung zu jener Secte nicht anerkennen können, die über 
das hinausging, was nahezu allen asketischen Kreisen damals ge- 
meinsam war. Es können also auch die von Batiffol erhobenen 
Bedenken nicht als durchschlagend betrachtet werden. 

So bleibt denn nur die Frage übrig, ob der Stil und Cha- 
rakter des Traktats, sowie die darin ausgesprochenen Gedanken 
einem Bischof wie Athanasius zuzutrauen sind. Die älteren 
Herausgeber (zuerst Erasmus) haben diese Frage verneint. 
Aber sie sind augenscheinlich viel zu sehr von dogmatischen Ge- 
sichtspunkten ausgegangen. Die Schriften, die wir zum Vergleich 
heranziehen müssen, sind nicht die dogmatischen Streitschriften, 
sondern die kleinen Traktate, Predigten und Briefe sowie die 
vita Antonii. Hier wird man die Möglichkeit der Identität des 
Verfassers nicht bestreiten können. Zumal jetzt, da die Echtheit 
der vita Antonii als anerkannt gelten darf, wird nicht nur die 
Verwandtschaft der geistlichen Gedankenwelt, die wir oben nach- 
wiesen, sondern auch die der äußeren Terminologie ins Auge 
fallen. Ausdrücke der vita Antonii, wie vjtoßaXXsiv XoyiCitorz 
jüovTjQovg, TcaroQd^oy^ay vJtojcia^eiv xo ödifia, ized-oöslai toi 
exO^Qov, ra fieV.ovra dyad^ct, oöbg xtj a()£T^§, xoOfiixa ^Qovelv, 
ixaöTov T7JV aoxtjöLp xarafiav&avtrco rig, jtpsvfiarix^ xQOipti. 
q)evytip rijv xtvoöo^iav, agtöxetv to5 xvglcOy öiavoix^sloi^g (xvzov 
ri}q öiavoiaq sowie die bereits S. 66f angeführten Parallelen be- 
weisen zur Genüge die Möglichkeit, daß es sich um denselben 
Verfasser handelt. Andere Parallelen in der Terminologie finden 
sich in der Vita S. Syncleticae ^ in der Expositio in Ps. 106 



1) Migne P. g. XXVIII p. 1488—1557 vgl. Wendungen wie cap.VII 
elq fJLvvov tdv ovQaviov vvfKpiov eix^ t^o vBvtAa^ cap. X oix iifiiXxixm 
xaxä Xo omfxa aujit^glov <paQfxdxov ' ti}v xb yäg mjaxBiccv elxs ff^^t 
cap. XXII XExvla Trdvxeg xal näaai xb am^vai oX6afABV und die S.Ä^f 
citierten Gedankenparallelen. Die Schrift wird von Nikephoms Kalliatos 
in einem cod. Vaticanus 825 (nach einer Anmerkung des Holatenini sm 
Martyrologium Rom an um) und in einer Handschrifb im Esknzial dun 
Athanasius zugeschrieben. In einem andern alten Codex von Ciypto* 



II. Ursprung und Charakter. 121 

(LXX) *, in einem Fragment zu Mth. 7, 6, in der Predigt jtsQl 
vjto/iovfjg^, im Brief an Amun (vgL S. 65, 68), in der Schrift de 
sententia Dionysii \ Besonders lehrreich ist aber ein Vergleich mit 
den Fragmenten der Festbriefe, die Athanasias eben zu der Zeit, 
als er bei den ägyptischen Asketen weilte, an seine Diöcesanen in 
Alexandrien schrieb. Wörtliche Parallelen lassen sich ja freilich 
nicht aufweisen, da wir nur einen syrischen Text besitzen, den 
F. Larsow uns ins Deutsche übersetzt hat (Leipzig 1852). Aus 
diesen Briefen lernen wir, wie Athanasius in derselben einfachen 
Sprache zur Askese mahnte, das Fasten empfiehlt (Larsow, p. 59), 
vor jeder xevodo^ia warnte, das Lesen der heiligen Schrift bei 
Tag und Nacht auf das Gewissen legte (Larsow, p. 62). Auch 
schließt er den ersten Festbrief mit der Mahnung zum Almosen- 
geben und zur christlichen Gastfreundschaft. Er erinnert an das 
Doppelgebot der Liebe (ep. 1), an 1. Cor. 2, 9, an Ps. 62,1. 2 
(ep. VII und XI, XX), an Herm. Mand. I, 1 (ep. XI). Er rät, zu 
fasten wie Daniel, um Mitternacht aufzustehen wie Moses, zu 
beten wie Paulus (ep. VII), er spricht vom überirdischen Speise- 
saal (Larsow, p. 94), vom Hinaufziehen nach Jerusalem, von der 
Teilnahme an der himmlischen Mahlzeit mit den Engeln und den 
vom Bräutigam geliebten Jungfrauen (ep. VII), er nennt Christus 
den Steuermann der Seele (ep. XIX) und braucht andere Wen- 
dungen mehr, die, soweit der deutsche Text es erkennen läßt, 
an unsern Traktat erinnern. Damit ist eines der wichtigsten Be- 
denken gegen die athanasianische Autorschaft unseres Traktats 
gehoben. Denn wir erkennen eben aus diesen Festbriefen, wie 
Athanasius nicht nur der asketischen Seite, sondern auch dem 



ferrata wird ein Asket Polycarpus als Verfasser genannt. Auch ein Arsenios 
wird als Verf. bezeichnet. Die Frage bedarf noch näherer Untersuchung. 

1) Expos, in Ps. l(Xi (LXX) [Migne P. g. XXVII p. 452] bezieht sich 
Athanasius wie negl naQ^. XVI auf den descensus ad inferos: tov f^ixQig 
llSov avDxfJQoq xa^oöov orjfiaivei . avzdg tiQtjxE roTq iv Sea/xotg ' i^i).- 
d'Ore xal xoU iv t. axoxei avaxaXitpO^rjxe. — Vgl. auch Ps. 30, a. a. 0. 
p. 157. — satTjaag iv tvQvxfJ^Qcp xoig nööag (jlox\ dni^XXa^ag /xe ^A/i/'fw^i 
xaticxaoag iv cLVhoet xal eiQvynoQla^ vgl. negl na^d-. XVIII (54, 7i. 

2) Migne P. g. XXVI p. 1297 ff: fj inayysXla r. naQ^iviag dg tov 
olgavov dva(peQSi' /ntzd dyyikiov yoQeveiv auzfjv xazaoxevd^ei , vgl. 
negl naQS-, XXIV. 

3) In de sent. Dionysii wird Prov. XII, 7 ov idv axQatfy o doeßi^g 
dfpavti^exai in ähnlicher Weise citiert wie n. nagS^, XVllI (54, 8). 



122 ^^' V. d. Goltz, Athanasius' Adyog 2!wTi]Qiag. 

eschatologischen und mystischen Bedürfnis der populären Asketeu- 
kreise sich anzupassen gewußt hat, und daß auch die schroffe 
Gegenüberstellung von öixaioi (== Asketen) und xoofi^xol sowie 
die sinnliche Ausmalung des Jenseits ihm in einer solchen Er- 
bauungsschrift wohl zuzutrauen sind, wofür auch Eichhorn a. 
a. 0. sclion Belegstellen gegeben hatte. Wenn er nirgends als 
Bischof, sondern überall nur als Seelsorger sich gibt, so mag das 
seinen Grund eben darin gehabt haben, daß er den Traktat zur 
Zeit seiner Entfernung vom Bischofssitz schrieb. Die Briefe an 
Amuu, Dracontius u. a. beweisen ja zur Genüge, welch grolies 
seelsorgerliches Interesse er an diesen Asketengemeinschaiten 
nahm und wie hoch er die :7ra(){^£j;/a als die dyyejiiXTj ßioc schätzte. 
Es steht darnach m. E. auch von Gesichtspunkten der innem 
Kritik aus nichts im Wege, der alten Tradition Glauben zu 
schenken, daß wir es mit einer echten Schrift des großen alexan- 
drinischen Bischofs zu tun haben. Der Gegenbeweis fallt jeden- 
falls den Bestreitern der Echtheit zu. Auch steht zu hoflfen, daß 
die weitere Untersuchung der athanasianischen Traktate neue Be- 
weismomente für die Echtheit auch unseres Traktats liefern wird. 

Über Ort und Zeit der Abfassung durch Athanasius etwas 
zu ermitteln, darauf muß ich beim Mangel jedes näheren Indi- 
ciums verzichten. Nur die Vermutung darf ausgesprochen werden, 
daß der Traktat in eine Zeit gehört, da Athanasius mit den Mön- 
chen Ägyptens durch seinen Besuch in ihren Gemeinschaften in 
besonders reger Verbindung stand, also entweder schon früh 
(328/329) oder während seines dritten (356—362) oder vierten 
Exils (31)2—363). Für eine verhältnismäßig frühe Abfassung 
konnte das Fehlen jeder Anspielung auf die dogmatischen Strei- 
tigkeiten sprechen. Auch erinnern wir uns des Schweigens ober 
klosterartige Einrichtungen. Das 2. oder 3. Jahrzehnt des vierten 
Jahrhunderts dürfte die wahrscheinlichste Datierung sein. 

Wichtiger als die Zeitbestimmung ist aber, daß nun durch 
uusern Traktat die Wirksamkeit des Athanasius als Seelsorger. 
Prediger und Katechet in ein neues Licht tritt ^ und daß auch 
die Traditionen aus älterer Zeit, die wir in unserm Traktat 
finden, einen höheren Wert gewinnen durch die bedeutende Per- 
sönlichkeit, die sie uns verbürgt. So sei denn am Schluß auf 
die Bedeutung unseres Traktats für die Geschichte des christ- 
lichen Lebens hingewiesen. 



l 



III. Die Bedeutung des Traktats. 123 



III. Die Bedeutung des Traktats für unsere Kenntnis der 
Geschichte des christlichen Lebens. 

In dem Artikel über cAthanasius» in der neuen Auflage 
der theologischen Realencyclopädie hat Loofs mit Nachdruck 
auf die Bedeutung des Athanasius für die Geschichte des Mönch- 
tums hingewiesen. Unsere Schrift gewährt uns nun einen näheren 
Einblick in diese Wirksamkeit. Der Bischof wendet sich an gott- 
geweihte Jungfrauen ganz in dem Geiste der Väter des ägyp- 
tischen Mönch tums und benutzt für den Traktat, den er im letzten 
Capitel einer bestimmten Jungfrau zueignet, eine Ansprache, die 
er vermutlich an Asketen Ägyptens gehalten hat. Damit stellt 
Athanasius sich mitten in die religiöse Bewegung, welche am 
Anfang des vierten Jahrhunderts in Ägypten weite Kreise er- 
griiFen hatte und als eine cErweckungsbewegung> charakterisiert 
werden darf. Die vorhergehende Zeit der Verfolgung hatte läu- 
ternd gewirkt — nicht nur weil sie vielen den Wert verborgenen 
und zurückgezogenen Lebens kennen zu lernen Gelegenheit gab 
— sie hatte viele Gemüter innerlicher und ernster gemacht. Die 
nun mit dem Siege Constantins anbrechende Zeit der Freiheit 
brachte alle im kirchlichen Leben schlummernden Kräfte zur 
freien Entfaltung — so auch das längst von ernsten Christen 
wertgeschätzte asketische Ideal. Asketen und gottgeweihte Jung- 
frauen hatte es seit dem ersten Jahrhundert gegeben, nun aber 
wurden weitere Kreise aus allen Ständen für diese Lebensweise 
gewonnen. Die Weltentsagung wurde zum Programm, zum reli- 
giösen Ideal größerer Gemeinschaften, zu einer Antwort in der 
Tat und in der Wahrheit auf die Frage, welche die Gemüter 
ernst beschäftigte: Wie kann ich selig werden und welche Art 
heiliger Lebensweise sichert mir die himmlische Herrlichkeit? 
Der Despotismus der kaiserlichen Verwaltung, die in den dama- 
ligen Kulturverhältnissen besonders häufigen Wechselfalle des 
Lebens, die Verweltlichung auch innerhalb der Kirche, auch die 
Unfähigkeit, innerlich zwischen der Bildung und Kultur einer- 
seits und der christlichen Wahrheit andererseits zu vermitteln, 
trugen dazu bei, das neue Lebensideal zu empfehlen. Nicht nur 
in der Geschichte des Antonius, auch im Leben imderer be- 
rühmter Mönchsväter, eines Amun, des Räubers Moses, des älteren 



124 Ed. V. d. Goltz, Athanasiua' A6yo(; ScaxijQiag. 

Makarius, des Euagrius Ponticus läßt sich eine persÖDÜche Er- 
weckung und Bekehrung in Form einer plötzlichen Wendung zu 
ernst asketischem Christentum constatieren; ja bei keinem der 
großen Lehrer der Kirche im vierten Jahrhundert fehlt ein der- 
artiger Zug ganz. Mag die Zahl von 20000 asketischen Jung- 
frauen und 10000 Mönchen in der ägyptischen Stadt Oxyrynchos. 
von denen die historia monachorum c. 5 zu berichten weiß, auch bei 
weitem übertrieben sein, die asketische Bewegung muß damals in 
Ägypten einen epidemischen Charakter angenommen haben. Es 
handelt sich ja auch nicht mehr nur um individuelle Lebensmetho- 
den, sondern um ein religiöses Ideal, das mit einem starken Pro- 
pagandatrieb verbunden war. Es war nicht nur eine cErweckungs- 
bewegung», sondern auch eine cQemeinschaftsbewegung» Yon 
großer Kraft, die anfangs weit davon entfernt war, in wunderlichen 
Excentricitäten und asketischen Bravourstückchen aufzugehen. 

Es handelte sich in der Tat, wie wir auch in der Schrift 
des Athanasius sehen, um ein ernstes christliches Streben, dem 
Herrn allein anzuhangen, Gott allein zu lieben, den Schlinj^en 
und Versuchungen des Teufels auf jede Weise zu entgehen. Die 
Askese war den Besten nur das Mittel, um der Leidenschaften 
Herr zu werden und mit dem Christentum Ernst zu machen. Es 
war nicht der Trieb der Werkgerechtigkeit, es war ursprünglich 
kein geistiger Hochmut und keine Ruhmsucht, sondern ernster 
Heiligungstrieb, der die Menschen in die Einsamkeit der sketischen 
und nitrischen Wüste führte. Je öder sich dort äußerlich das 
Leben gestaltete, desto mehr wurde die religiöse Phantasie an- 
geregt, sich die Ruhe der Heiligen und die Herrlichkeit der 
himmlischen Schatzkammern auszumalen. In der Einsamkeit 
bildete sich aber von neuem ein Leben der Gemeinschaft aas, 
ein Verkehr zu gegenseitiger Seelsorge in nächtlichen Gesprächen. 
gemeinsame Mahlzeiten und Andachtsübungen; es wurden gemein- 
same Gebetsstunden und Gottesdienste zur Gewohnheit, es ait- 
standen endlich auch neue Gemeinschaftsordnungen und feste all- 
gemein gültige Lebensregeln — eine neue Welt der Weltabge- 
schiedenen. 

Karl Holl hat in seinem schon erwähnten Buch über 
«Enthusiasmus und Bußgewalt beim griechischen Mönchiom» 
bereits daraufhingewiesen, wie in dieser durch die vita Antonii 
des Athanasius geistig charakterisierten Atmosphäre der ältesten 



.J 



III. Die BedeutuDg des IVaktats. 125 

ägyptischen Asketen der urchristliche Glaube an besondere 
XaglOfiara der Rede, der Prophetie, der Krankenheilung, der 
Sündenvergebung sich erhalten hatte, die mit den höchsten aske- 
tischen Leistungen verbunden waren. Der prophetische Ton der 
Makarismen in dem athanasianischen Traktat legt ein unmittel- 
bares Zeugnis dafür ab ; denn nicht als Bischof redet Athanasius 
so, sondern als geistlicher Vater und Seelsorger, als ein Mann, 
der krafb der Autorität seiner christlich-sittlichen Persönlichkeit 
im Namen Gottes reden durfte. 

Dieser enthusiastische Zug ist aber nicht der einzige, der diese 
religiöse Gedankenwelt mit dem Urchristentum verbindet Es ist 
auch nicht nur die interessante Übergangsform des asketischen 
Lebens, die in unserm Traktat uns die Entwicklung von dem alten in- 
dividuellen Asketentum mitten in der Welt lebender c Jungfrauen» 
zu der Klostergeraeinschaft repräsentiert, er gibt uns überhaupt ein 
sehr instructives Bild davon, wie jene ägyptischen Asketenkreise die 
Vermittler wertvoller urchristlicherTraditionen gewesen 
sind, und wie gerade ein Mann wie Athanasius tätig gewesen ist, 
um die hier bewahrten religiösen Schätze für die Gesamtheit der 
Kirche nutzbar zu machen. Indem er sich an die asketischen Kreise 
wendet, benutzt er das wertvolle Capital, das sie bewahrten, um 
seine Zinsen wieder für weitere Kreise nutzbar zu machen. Es ist 
der Vorzug seiner Rede an die Jungfrauen, daß wir in ihr solche 
Überlieferung urchristlicher Traditionen fast unberührt von den 
phantastischen und excentrischen Zügen eines Antonius kennen 
lernen. Die vita Antonii enthält genau dieselben Elemente, aber 
sie sind dort durchsetzt mit Zügen einer religiösen Phantasie, die 
wohl mehr die des Antonius als die des Athanasius war. Das hat 
jene vita so in Mißcredit gebracht und hat es verschuldet, daß 
die Bedeutung des ägyptischen Mönchtums für die Geschichte 
des christlichen Lebens jetzt erst erkannt wird. In dem Xoyog 
öcoxrjQlaq des Athanasius tun wir einen ungestörten Blick in 
diese religiöse Gedankenwelt, wie sie unberührt von dogmatischen 
Streitigkeiten und Formulierungen und frei von excentrischen 
Übertreibungen in dem Lebensideal christlicher Jungfrauen sich 
erhalten hatte. 

Wir konnten zunächst einen Schriftgebrauch constatieren, 
der sich ga